[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anputzleiste, die am Übergang zwischen einer
an einem Gebäude angebrachten Wärmedämmung und einem eingebauten oder noch einzubauenden
Gebäudebestandteil, wie Fensterrahmen oder Türrahmen, positioniert ist.
[0002] Derartige Anputzleisten sind in mannigfachen Ausführungen bekannt. Bisher waren die
Anputzleisten in aller Regel an dem Gebäudebestandteil befestigt, z. B. durch einen
Schaumstoff-Klebstreifen. Diese Befestigung hat die Anputzleiste positioniert gehalten,
bis dann in einem späteren Arbeitsgang die Anputzleiste mittels Spachtelmasse und/oder
Putzmasse an die Wärmedämmung angebunden worden ist, was eine zusätzliche Befestigung
der Anputzleiste darstellt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg verfügbar zu machen, wie man
- abgesehen von einer etwaigen Anbindung der Anputzleiste an die Wärmedämmung mittels
Spachtelmasse und/oder Putzmasse - die Anputzleiste in ihrer Funktionsposition positioniert
halten kann.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Anputzleiste an
der Wärmedämmung befestigt ist. Sofern die Anputzleiste mittels Spachtelmasse und/oder
Putzmasse an die Wärmedämmung angebunden ist (ganz fertiger Funktionszustand) oder
sofern die Anputzleiste nachfolgend mittels Spachtelmasse und/oder Putzmasse an die
Wärmedämmung angebunden werden soll (Zwischenzustand), stellt also die erfindungsgemäße
Befestigung der Anputzleiste an der Wärmedämmung eine demgegenüber zusätzliche Befestigung
dar. Die erfindungsgemäße Befestigung der Anputzleiste an der Wärmedämmung erfüllt
in erster Linie den Zweck, die Anputzleiste positioniert zu halten, damit die Anbindung
an die Wärmedämmung mittels Spachtelmasse und/oder Putzmasse bequem und ohne Gefahr
der ungewünschten Verlagerung der Anputzleiste erstellt werden kann. Nach dem Erstellen
der Anbindung kann die erfindungsgemäße Befestigung zu einer untergeordneten Befestigung
werden. Es gibt aber auch Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Anputzleiste, bei
denen die erfindungsgemäße Befestigung an der Wärmedämmung eine auf Dauer relevante
Befestigungsfunktion hat.
[0005] Der Übergang zwischen Wärmedämmung und Fensterrahmen oder Türrahmen ist nicht die
einzige Stelle, an der die erfindungsgemäß positionierte Anputzleiste einsetzbar ist.
Weitere Beispiele für Gebäudebestandteile, die sich zur Gestaltung des Übergangs mittels
der Anputzleiste eignen, sind aus dem Gebäuderumpf austretende Balken, Fensterbänke
etc.
[0006] Grundlegend neuartig an der Erfindung ist, dass die Anputzleiste infolge ihrer Befestigung,
ggf. zusätzlich infolge ihrer Anbindung, praktisch zu einem Bestandteil der Wärmedämmung
wird. Sie ist stärker von dem eingebauten Gebäudebestandteil entkoppelt als beim Stand
der Technik. Vorzugsweise besteht keine Befestigung der Anputzleiste an dem eingebauten
Gebäudebestandteil. Die Gefahr, dass sich Schäden aufgrund unterschiedlicher Bewegungen
von Fensterrahmen und Wärmedämmung bzw. Putz auf der Wärmedämmung ergeben, z. B. durch
das heftige Zuschlagen von Fensterflügeln, ist minimiert.
[0007] Vorzugsweise ist die Anputzleiste in derartiger Positionierung an der Wärmedämmung
befestigt, dass sie mit dem eingebauten Gebäudebestandteil in Kontakt ist. Trotz der
vorstehend angesprochenen Entkopplung ist hierbei der Funktionszusammenhang zwischen
dem eingebauten Gebäudebestandteil und der Anputzleiste bewahrt.
[0008] Es gibt technisch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit denen man die erfindungsgemäße
Befestigung ausführen kann. Für die Praxis besonders bequem handhabbar und dabei die
erforderliche Festigkeit der Befestigung erbringend sind Klebverbindung zwischen der
Wärmedämmung und der Putzleiste, vorzugsweise mit einem Sprühkleber als Klebstoff,
und Einstecken eines Wegragschenkels oder mehrerer Wegragvorsprünge der Anputzleiste
in die Wärmedämmung hinein. Günstig ist dabei, wenn der Wegragschenkel bzw. die Wegragvorsprünge
relativ kleine Dicke im Vergleich zu seinen (ihren) sonstigen Abmessungen hat (haben);
das verbessert die leichte Herstellbarkeit der Anputzleiste und führt dazu, dass die
Anputzleiste besonders bequem an der Wärmedämmung befestigbar ist.
[0009] Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Wärmedämmung
eine Nut auf, in welcher der Wegragschenkel bzw. die Wegragvorsprünge sitzt (sitzen).
Die Nut schließt Fehlpositionierungen der Anputzleiste aus, das Einstecken des Wegragschenkels
bzw. der Wegragvorsprünge in die Nut ist eine extrem einfache Art der Erstellung der
erfindungsgemäßen Befestigung.
[0010] Mindestens ein Teil der Wegragvorsprünge kann einen oder mehrere widerhakenartige
Ansätze aufweisen. Hierdurch wird der Widerstand gegen unerwünschtes Lösen der Befestigung
der Anputzleiste an der Wärmedämmung erhöht.
[0011] Vorzugsweise weist die Anputzleiste einen Bereich auf, der in einen Spalt zwischen
der Wärmedämmung und dem eingebauten Gebäudebestandteil ragt. Ein derartiger Spalt
ist in mehr oder weniger großer Breite praktisch immer zwischen der Wärmedämmung und
dem eingebauten Gebäudebestandteil vorhanden. Er ist in aller Regel nicht gleichbleibend
breit, wenn man längs des Spalts weitergeht. Das Einbringen eines Bereichs der Anputzleiste
in diesen Spalt kann für eine weiter unten noch genauer zu beschreibende Dichtungsfunktion
genutzt werden. Außerdem ist es möglich, durch das Einbringen in den Spalt eine weitere
"Befestigungsstelle", wenn auch meistens mit geringerer Befestigungswirkung als die
erfindungsgemäße Befestigung und die etwaige Anbindung an die Wärmedämmung. Zur Erreichung
der Quasi-Befestigungswirkung ist vorzugsweise vorgesehen, dass der genannte Anputzleistenbereich
geklemmt in dem Spalt sitzt. Auch ein vorzugsweise vorgesehener, widerhakenartiger
Ansatz in dem genannten Anputzleistenbereich an der der Wärmedämmung zugewandten Seite
dient der Erhöhung des Lockerungswiderstands der Quasi-Befestigung und der bequemen
Einbringbarkeit des Bereichs in den Spalt.
[0012] Vorzugsweise weist die Anputzleiste einen Expansionsstreifen mit verzögerter Expansion
auf, der sich zwischen ihr und dem eingebauten Gebäudebestandteil befindet. Der Expansionsstreifen
kann sich in dem genannten Anputzleistenbereich, der in den Spalt zwischen dem Stirnende
der Wärmedämmung und dem eingebauten Gebäudebestandteil ragt, befinden. Expansionsstreifen
mit verzögerter Expansion sind bekannt und am Markt erhältlich. Es handelt sich in
der Regel um Schaumstoffstreifen, die mit einem zähflüssigen Material getränkt sind.
Derartige Expansionsstreifen haben im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anputzleiste
den Vorteil, dass mit ihrer Hilfe dann, wenn der Expansionsstreifen für eine Expansion
freigemacht worden ist, der Raum zwischen zwei Begrenzungen, in dem sich der Expansionsstreifen
befindet, voll ausgefüllt werden kann. Das führt zu einer dortigen Dichtungsfunktion,
aber auch einer dortigen, mindestens gewissen Festlegungsfunktion.
[0013] Vorzugsweise ist der Expansionsstreifen verzögerter Expansion im Lieferzustand der
Anputzleiste mindestens von zwei einander gegenüberliegenden Seiten her eingeschlossen
und kann dieser Einschluss durch Wegnahme bzw. Wegbewegen einer Wand des Einschlussraums
aufgehoben werden. Dann ist der Expansionsstreifen für die Expansion frei. Die Wegnahmewand
bzw. Wegbewegungswand ist vorzugsweise einstückig mit der Anputzleiste hergestellt.
Die Ausführung kann entweder so sein, dass sie nach dem Freigeben des Expansionsstreifens
als Bestandteil der Anputzleiste verbleibt. Oder die Ausführung kann so sein, dass
sie beim Freigeben des Expansionsstreifens ganz von der restlichen Anputzleiste weggenommen
oder von dieser abgetrennt wird.
[0014] Vorzugsweise weist die Anputzleiste eine Abdecklippe für einen Spalt zwischen der
Anputzleiste und dem eingebauten Gebäudebestandteil auf. Die Abdecklippe stellt eine
Sperre gegen das dortige Eindringen von unerwünschten Dingen, wie Schmutz oder kleine
Insekten, in den Spalt dar. Außerdem lässt sich hierdurch, je nach sonstiger Gestalt
der Anputzleiste, das Aussehen an diesem Übergang von eingebautem Gebäudebestandteil
und Anputzleiste verbessern. Die Abdecklippe ist vorzugsweise aus einem weicheren
Material als die sonstige Anputzleiste und/oder elastisch-flexibel ausgebildet. Die
Abdecklippe ist vorzugsweise durch Coextrusion mit der restlichen Anputzleiste hergestellt.
[0015] Vorzugsweise weist die Anputzleiste einen ersten Schenkel auf, der flächig an der
Außenseite der Wärmedämmung anliegt. Dies führt zu einer besonders lagesicheren und
stabilen Vereinigung der Anputzleiste mit der Wärmedämmung. Vorzugsweise weist die
Anputzleiste einen zweiten Schenkel auf, der in einer Richtung weg von der Außenseite
der Wärmedämmung fortragt. Der zweite Schenkel stellt in der Regel eine Begrenzung
für das Ende der aufgebrachten Putzschicht dar.
[0016] Die Anputzleiste kann eine Rinnenprofilierung zur Verbesserung der Putzhaftung aufweisen.
Auch sind Öffnungen in der Anputzleiste, durch die Spachtelmasse und/oder Putz von
dem Bereich unmittelbar an der Oberfläche der Wärmedämmung und dem Bereich ein wenig
weiter entfernt von der Oberfläche der Wärmedämmung gelangen kann, möglich.
[0017] Vorzugsweise weist die Anputzleiste eine Schutzlasche auf, an der eine Schutzfolie
für den eingebauten Gebäudebestandteil befestigbar ist. Zum Beispiel kann man bei
einem Fensterrahmen, der an seinen vier Seiten mit erfindungsgemäßen Anputzleisten
versehen ist, die gesamte Fensteröffnung und diejenigen Teile des Fensterrahmens,
die nicht mit Putz in Kontakt kommen sollen, für die Phase der Anbringung des Putzes
an dem Gebäude perfekt schützen.
[0018] Vorzugsweise weist die Anputzleiste einen Armierungsgewebeabschnitt auf, der vorzugsweise
mit einer Schweißverbindung an ihr befestigt ist. Der Armierungsgewebeabschnitt wird
mit Spachtelmasse und/oder Putz an die Wärmedämmung angebunden. Er perfektioniert
die Fixierung der Anputzleiste an der Wärmedämmung, stellt aber auch die dauerhafte
Rissfreiheit der auf die Wärmedämmung aufgebrachten Putzschicht sicher.
[0019] Die Wärmedämmung kann insbesondere aus geschäumtem Polystyrol, geschäumtem Polyurethan
oder aus Faserwerkstoff, der durch eingebrachten Kunststoff formstabiler gemacht worden
ist, bestehen.
[0020] Die Anputzleiste ist bisher in ihrem an der Wärmedämmung befestigten Zustand beschrieben
worden. Weiterer Gegenstand der Erfindung ist jedoch die Anputzleiste in ihrem Verkaufszustand,
also bevor sie an der Wärmedämmung befestigt worden ist. Somit ist weiterer Gegenstand
der Erfindung eine Anputzleiste zur Positionierung am Übergang zwischen einer Gebäudewärmedämmung
und einem eingebauten oder noch einzubauenden Gebäudebestandteil, wie Fensterrahmen
oder Türrahmen, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Leistenbereich aufweist, der
für Befestigung der Anputzleiste an der Wärmedämmung ausgebildet ist, und zwar unabhängig
von einer etwaigen, später zu erstellenden Anbindung der Putzleiste an die Wärmedämmung
mittels Spachtelmasse und/oder Putzmasse.
[0021] Die weiter oben im Zusammenhang mit der bereits an der Wärmedämmung befestigten Anputzleiste
offenbarten Vorzugsmerkmale, auch die in der gesamten Anmeldung offenbarten Vorzugsmerkmale,
sind Vorzugsmerkmale nicht nur der befestigten Anputzleiste sondern auch der Anputzleiste
in ihrem Zustand vor Befestigung an der Wärmedämmung.
[0022] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Werkzeug zum Erzeugen einer Nut in einer
Wärmedämmung, die an einem Gebäude angebracht ist und sich bis in die Nähe eines eingebauten
oder noch einzubauenden Gebäudebestandteils, wie Fensterrahmen oder Türrahmen, erstreckt,
wobei die Nut zum Einstecken eines Wegragschenkels einer Anputzleiste oder mehrerer
Wegragvorsprünge einer Anputzleiste geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das
Werkzeug einen Anlegbereich, der an den Gebäudebestandteil anlegbar ist und der beim
Verschieben des Werkzeugs längs des Gebäudebestandteils das Werkzeug führt, und einen
Schneidbereich zum Schneiden der Nut beim Verschieben des Werkzeugs längs des Gebäudebestandteils
aufweist.
[0023] Mittels des erfindungsgemäßen Werkzeugs lässt sich die Nut, die für die Befestigung
der Anputzleiste an der Wärmedämmung besonders bequem ist, auf einfache Weise an korrekter
Stelle und mit korrektem Verlauf erzeugen. Die Person, die die Anputzleiste an der
Wärmedämmung befestigen will, setzt das Werkzeug an dem Gebäudebestandteil, insbesondere
Fensterrahmen oder Türrahmen, an und verschiebt das Werkzeug längs des eingebauten
Gebäudebestandteils in Richtung des Verlaufs der zu erstellenden Nut. Man kann das
Werkzeug entweder ein einziges Mal so in Längsrichtung des eingebauten Gebäudebestandteils
verschieben oder auch das Einschneiden der Nut in mehreren, aufeinander folgenden
Bewegungsvorgängen durchführen. Die so erstellte Nut verläuft perfekt parallel zu
dem eingebauten Gebäudebestandteil.
[0024] Es kann sich um ein ganz einfaches, ausschließlich mit Handkraft arbeitendes Werkzeug
handeln. Der eigentliche schneidende Bestandteil des Werkzeugs kann wie eine Art kleine
Säge ausgebildet sein. Alternativ kann man aber auch ein Werkzeug mit maschinell angetriebenem
Schneidvorgang vorsehen, insbesondere ein Werkzeug mit einem kleinen Schneidrad nach
Art eines Kreissägeblatts, welches durch einen kleinen Elektromotor rotierend angetrieben
ist.
[0025] Das Verschieben des Werkzeugs längs des eingebauten Gebäudebestandteils kann gleitend
erfolgen, alternativ rollend auf kleinen Rollen. Beim gleitenden Verschieben ist es
günstig, wenn der Anlegbereich einen Belag aus einem filzartigen Material aufweist.
Hierdurch lässt sich das Werkzeug besonders angenehm von Hand verschieben. Außerdem
ergibt sich ein Reinigungseffekt für den eingebauten Gebäudebestandteil.
[0026] Die Erfindung und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung werden nachfolgend anhand
von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen noch näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Anputzleiste im Querschnitt, die noch nicht an einer Wärmedämmung befestigt ist;
- Fig. 2
- die Anputzleiste von Fig. 1, wie sie gerade an einer Wärmedämmung befestigt wird,
in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 3
- einen Teil einer Anputzleiste mit abgeändertem Aufbau;
- Fig. 4
- ein Werkzeug zur Erstellung einer Nut in einer Wärmedämmung, in geschnittener Darstellung.
[0027] Die in Fig. 1 gezeichnete Anputzleiste 2 weist einen ersten Schenkel 4, der in Fig.
1 von unten nach oben führt, und einen zweiten Schenkel 6, der in Fig. 1 im Wesentlichen
von rechts nach links führt, auf. Am oberen Ende des ersten Schenkels 4 geht ein Wegragschenkel
8 rechtwinklig nach rechts. Im unteren Endbereich des ersten Schenkels 4 schließt
sich nach rechts fortragend ein im Wesentlichen rechteckiger Einschlussbereich 10
für einen Expansionsstreifen 12 mit verzögerter Expansion an. Oben auf dem Einschlussbereich
10 befindet sich ein widerhakenartiger Ansatz 14.
[0028] Auf der in Fig. 1 linken Seite des ersten Schenkels 4 ist an diesem ein Armierungsgewebeabschnitt
16 mit einer Schweißverbindung befestigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel handelt es
sich um eine Schweißverbindung, die per UItraschallverschweißung mittels einer gesondert
zugeführten Schweißschnur 18 erstellt worden ist.
[0029] Der untere Teil des ersten Schenkels 4 ist auf seiner linken Seite mit einer Rinnenprofilierung
20 versehen, ebenso die obere Seite des zweiten Schenkels 6. Der Übergang zwischen
dem ersten Schenkel 4 und dem zweiten Schenkel 6 ist gerundet.
[0030] An das linke Ende des zweiten Schenkels 6 schließt sich eine Schutzlasche 22 an.
Auf der oberen Seite der Schutzlasche 22 befindet sich ein nicht eingezeichneter,
doppelseitiger Klebestreifen, damit man dort bequem eine Schutzfolie ankleben kann.
[0031] Vom linken Endbereich des zweiten Schenkels 6 führt eine flexible Abdecklippe nach
unten, die leicht nach links-unten gekrümmt ist.
[0032] Eine untere Wand 26 des Einschlussbereichs 10 ist links und rechts hinter Rücksprüngen
der angrenzenden Teile des Einschlussbereichs 10 verrastet. Durch Nach-unten-Ziehen
eines Fortsatzes 28 lässt sich die untere Wand 26 aus den Verrastungen links und rechts
lösen und entweder um z. B. 180° gegen den Uhrzeigersinn verschwenken oder durch Trennen
(Abreißen oder Durchschneiden) der flexiblen Verbindung 30 ganz entfernen. Jetzt ist
der Expansionsstreifen 12 für langsam ablaufende Expansion frei. Die Wand 26 und die
Verbindung 30 sind einstückig mit der restlichen Anputzleiste 2 hergestellt worden,
und zwar in einem Zustand, in dem Wand 26 um etwa 90° oder mehr gegen den Uhrzeigersinn
im Vergleich zur Fig. 1 gezeichneten Situation verschwenkt war. In diesem Zustand
konnte der Expansionsstreifen 12 leicht eingebracht werden und danach die untere Wand
26 geschlossen und verrastet werden.
[0033] Abgesehen von dem Armierungsgewebeabschnitt 16 und dem Expansionsstreifen 12 ist
die Anputzleiste 2 durch Extrusion hergestellt worden. Die Abdecklippe 24 besteht
aus gegenüber der restlichen Anputzleiste weicherem, flexiblem Material und ist durch
Coextrusion hergestellt worden.
[0034] In Fig. 2 sieht man, wie die Anputzleiste 2 gerade an einer Wärmedämmung 32 befestigt
wird. Man erkennt auch einen kleinen Teil einer Gebäudewand 34 und einen Teil eines
Fensterrahmens 36, der in eine entsprechende Öffnung der Gebäudewand 34 eingesetzt
ist. Zwischen der nach außen (Pfeil A) gerichteten Außenfläche 38 des Fensterrahmens
36 und einer zur Gebäudewand hin (Pfeil 1) gerichteten Anbringungsfläche 40 der Wärmedämmung
32 befindet sich ein Spalt 42. In diesen Spalt hinein wird der Einschlussbereich 10
der Anputzleiste 2 eingeführt, nachdem zuvor dessen untere Wand 26 entfernt worden
ist.
[0035] Außerdem erkennt man in der sogenannten Laibungs-Oberfläche 44 der Wärmedämmung eine
vertikal verlaufende Nut 46 mit einer Tiefe von z. B. 10 bis 20 mm. Die Nut 46 hat
eine etwas kleinere Breite als der Wegragschenkel 8 dick ist (gemessen von unten nach
oben in Fig. 1). Die Nut 46 ist zuvor mittels eines später zu beschreibenden Werkzeugs
in die Laibungsfläche 44 eingeschnitten worden, und zwar in einem definierten Abstand
zur Außenseite 38 des Fensterrahmens 36.
[0036] Wenn man die Anputzleiste 2, wie in Fig. 2 gut zu sehen, in Richtung zu der Laibungsfläche
44 bewegt und dabei den Wegragschenkel mit Presssitz in die Nut 46 eindrückt, wird
eine gut lagedefinierte, hinreichend feste Befestigung der Anputzleiste 2 an der Wärmedämmung
32 erreicht. Der expandierende Expansionsstreifen 12 stellt eine hinreichend gute
Abdichtung des Spalts 42 dar; außerdem ergibt sich auch dort noch ein gewisser zusätzlicher
Befestigungseffekt. Anschließend kann Spachtelmasse auf den Armierungsgewebeabschnitt
16 aufgebracht werden. Die Spachtelmasse geht durch die Gitteröffnungen des Armierungsgewebeabschnitts
16 und durch Öffnungen 48 im ersten Schenkel 4 hindurch bis zur Laibungs-Oberfläche
44 der Wärmedämmung 32.
[0037] In Fig. 3 ist mit Blickrichtung wie Pfeil III in Fig. 1 eine geänderte Ausführung
dargestellt. Statt eines kontinuierlichen Wegragschenkels 8 sind einzelne, voneinander
beabstandete Wegragvorsprünge 50, jeweils gewünschtenfalls mit zwei widerhakenartigen
Ansätzen 52, vorgesehen. Insbesondere wenn nicht eine Nut 46 zuvor in die Wärmedämmung
32 eingeschnitten worden ist, lässt sich eine Anputzleiste 2 dieser Ausführung leichter
in die Wärmedämmung 32 eindrücken, als wenn sie einen durchgehenden Wegragschenkel
8 besitzt.
[0038] Alternativ kann man den Wegragschenkel 8 oder die Wegragvorsprünge 50 weglassen und
eine Klebverbindung zwischen der in Fig. 1 rechten Seite des ersten Schenkels 4 und
der Laibungsoberfläche 44 der Wärmedämmung 32 vorsehen.
[0039] Fig. 4 zeigt ein einfaches, nur per Handkraft arbeitendes Werkzeug 54 zum Erzeugen
der Nut 46, und zwar im Querschnitt. Rechtwinklig zur Zeichnungsebene der Fig. 4 ist
das Werkzeug 54 z. B. 10 bis 20 cm lang. Das Werkzeug 54 wird in einer Richtung, die
rechtwinklig zur Zeichnungsebene der Fig. 4 verläuft in vertikaler Richtung längs
des in Fig. 2 gezeichneten, vertikalen Schenkels 56 des Fensterrahmens 36 verschoben,
um durch "Einsägen" die Nut 46 zu erzeugen.
[0040] Das Werkzeug 54 weist einen Anlegbereich 58 auf, der oben in Fig. 4 mit einer filzartigen
Auflage 60 versehen ist. Mit der filzartigen Auflage 60 gleitet das Werkzeug 54 bei
seinem Einsatz auf der Außenseite des Schenkels 56 des Fensterrahmens 36 entlang.
[0041] Anschließend an den Anlegbereich 58 besitzt das Werkzeug 54 einen gewölbten Handgriffbereich
62, der gerillt ist, damit er sicher gegriffen und das Werkzeug 54 bequem gehandhabt
werden kann.
[0042] Nach rechts fortragend weist das Werkzeug 54 in einen Schneidbereich 64 auf, der
an seinem nach rechts in Fig. 4 weisenden Ende wie eine kleine Säge mit Sägezähnen
66 ausgebildet ist. Die "Säge" erstreckt sich geradlinig in einer Richtung rechtwinklig
zur Zeichnungsebene der Fig. 4.
[0043] Wenn die Person, die die Nut 46 erzeugen will, das Werkzeug 54 typischerweise mehrfach
von oben nach unten oder von unten nach oben längs des vertikalen Schenkels 56 des
Fensterrahmens 36 bewegt, arbeitet sich der Schneidbereich 64 immer tiefer in die
Wärmedämmung 32 hinein. Entsprechend verschiebt sich der Anlegbereich 58 auf dem Fensterrahmen
36 immer dichter zur Laibungs-Oberfläche 44 hin, bis er mit seiner Fläche 68 daran
anliegt. Jetzt ist auch die Solltiefe der Nut 46 erreicht.
[0044] Bevorzugte Materialien für die Anputzleiste 2, abgesehen von Armierungsgewebe 16,
Espansionsstreifen 12, Abdecklippe 24, sind Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP)
und Polystyrol (PS). Das Armierungsgewebe 16 besteht bevorzugt aus Glasseidensträngen,
ummantelt mit Kunststoff. Die Abdecklippe besteht bevorzugt aus Weich-PVC.
1. Anputzleiste, die am Übergang zwischen einer an einem Gebäude angebrachten Wärmedämmung
und einem eingebauten oder noch einzubauenden Gebäudebestandteil, wie Fensterrahmen
oder Türrahmen, positioniert ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anputzleiste an der Wärmedämmung befestigt ist, und zwar unabhängig von einer
etwaigen bereits erstellten oder noch zu erstellenden Anbindung der Anputzleiste an
die Wärmedämmung mittels Spachtelmasse und/oder Putzmasse.
2. Anputzleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass sie in derartiger Positionierung an der Wärmedämmung befestigt ist, dass sie mit
dem eingebauten Gebäudebestandteil in Kontakt ist.
3. Anputzleiste nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Klebverbindung zwischen der Wärmedämmung und der Anputzleiste befindet.
4. Anputzleiste nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff der Klebverbindung ein Sprühkleber ist.
5. Anputzleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Wegragschenkel oder mehrere Wegragvorsprünge aufweist, der bzw. die als
Steckhalterung(en) in der Wärmedämmung sitzt (sitzen).
6. Anputzleiste nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wegragschenkel bzw. die Wegragvorsprünge relativ kleine Dicke im Vergleich zu
seinen (ihren) sonstigen Abmessungen hat (haben).
7. Anputzleiste nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmedämmung eine Nut aufweist, in welcher der Wegragschenkel bzw. die Wegragvorsprünge
sitzt (sitzen).
8. Anputzleiste nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Wegragvorsprünge einen oder mehrere widerhakenartige Ansätze
aufweist.
9. Anputzleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Bereich aufweist, der in einen Spalt zwischen der Wärmedämmung und dem
eingebauten Gebäudebestandteil ragt.
10. Anputzleiste nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich geklemmt in dem Spalt sitzt.
11. Anputzleiste nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich einen widerhakenartigen Ansatz an der der Wärmedämmung zugewandten Seite
aufweist.
12. Anputzleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Expansionsstreifen mit verzögerter Expansion aufweist, der sich zwischen
ihr und dem eingebauten Gebäudebestandteil befindet.
13. Anputzleiste nach Anspruch 12 und einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der Expansionsstreifen an dem genannten Bereich befindet.
14. Anputzleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen ersten Schenkel flächig anliegend an die Außenseite der Wärmedämmung aufweist.
15. Werkzeug zum Erzeugen einer Nut in einer Wärmedämmung, die an einem Gebäude angebracht
ist und sich bis in die Nähe eines eingebauten oder noch einzubauenden Gebäudebestandteils,
wie Fensterrahmen oder Türrahmen, erstreckt, wobei die Nut zum Einstecken eines Wegragschenkels
einer Anputzleiste oder mehrerer Wegragvorsprünge einer Anputzleiste geeignet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug einen Anlegbereich, der an den Gebäudebestandteil anlegbar ist und der
beim Verschieben des Werkzeugs längs des Gebäudebestandteils das Werkzeug führt, und
einen Schneidbereich zum Schneiden der Nut beim Verschieben des Werkzeugs längs des
Gebäudebestandteils aufweist.
16. Werkzeug nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlegbereich einen Belag aus einem filzartigen Material aufweist.