[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regelung eines Brenners gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Solche Brenner werden vorteilhaft in Heizkesseln von Wohngebäuden verwendet, wobei
mit der Kombination Brenner/Heizkessel Wärme für die Heizung von Räumen und meist
auch für die Bereitung von warmem Brauchwasser erzeugt wird. Solche Heizkessel sind
vorteilhaft als kondensierende Kessel gestaltet, durch deren Bauart das Abgas kondensiert
wird, so dass die Verdampfungswärme nutzbringend mitverwendet wird.
[0003] Weil bei jedem Start eines Brenners anfangs erhöhte Schadstoffemissionen auftreten
und auch Energie aufgewendet werden muss, um den Brennraum vorzulüften, besteht schon
seit langer Zeit das Bedürfnis, die Zahl der Einschaltvorgänge zu reduzieren und eine
möglichst lange Brennerlaufzeit zu gewährleisten.
Stand der Technik
[0004] Um möglichst lange Brennerlaufzeiten zu erreichen, ist deshalb gemäß
DE-C3-25 49 561 vorgesehen worden, die Schaltdifferenz des Thermostaten in Funktion der herrschenden
Außentemperatur zu verändern. Gemäß
DE-C2-39 32 327 ist darüber hinaus vorgesehen, die Schaltdifferenz auch noch von der Einstellung
der Heizkennlinie für den Heizkreis abhängig zu machen.
[0005] Aus
DE-C1- 34 26 937 eine Lösung bekannt, bei der ein Hystereseschalter vorgesehen ist, dem ein Integrator
vorgschaltet ist. Im Integrator wird die Differenz zwischen einer Bezugstemperatur
und einer Messtemperatur integriert.
[0006] Zur Regelung der Leistung eines modulierenden Brenners wird üblicherweise die Differenz
zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert
benutzt, wobei der Kesselwassertemperatur-Sollwert für den Heizbetrieb aus der aktuellen
Außentemperatur abgeleitet ist, wie dies beispielsweise aus
DE-C3-25 49 561 bekannt ist. Ist die Differenz zwischen Ist- und Sollwert groß, so wird der Brenner
mit hoher Leistung betrieben. Ist die Differenz zwischen Ist- und Sollwert klein,
so wird der Brenner mit geringer Leistung betrieben. Im Moment des Einschaltens des
Brenners hat die Differenz ihren Maximalwert. Der Brenner läuft mit großer Leistung.
Erzeugt der Brenner Wärme, so wird das Kesselwasser erwärmt. In der Folge steigt der
Kesselwassertemperatur-Istwert fortlaufend an. Damit wird die Differenz zwischen Ist-
und Sollwert fortlaufend kleiner, was zur Folge hat, dass die Leistung des Brenners
immer weiter reduziert wird.
[0007] Aus
EP-A1-0 781 965 sind eine gasbeheizte Brauchwasserheizanlage und ein Verfahren zur Regelung der Brauchwassertemperatur
in einer solchen Anlage bekannt. Hier geht es darum, auf eine schwankende Warmwasser-Zapfmenge
regeltechnisch so zu reagieren, dass die Auslauftemperatur möglichst konstant bleibt.
Deshalb ist eine Einrichtung zur Messung des Durchflusses des entnommenen Warmwassers
vorhanden. Es ist nicht erkennbar, dass dabei eine Leistungsbegrenzung für den Brenner
vorgesehen ist, durch die kurze Brennerlaufzeiten verhindert werden könnten.
[0009] Es hat sich gezeigt, dass diese Betriebsweise nicht optimal ist, weil durchaus immer
wieder sehr kurze Brennerlaufzeiten auftreten.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese kurzen Brennerlaufzeiten zu verhindern.
Beschreibung der Erfindung
[0011] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0012] Die Verwendung der Differenz zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert und dem
Kesselwassertemperatur-Sollwert als Bestimmungsgröße für die jeweilige aktuelle Brennerleistung
reicht offenbar nicht aus. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, die Bestimmungsgröße zusätzlich
dadurch zu variieren, dass mittels eines zusätzlichen Parameters die aktuelle Brennerleistung
begrenzt wird.
[0013] Die Differenz zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert
charakterisiert den tatsächlichen Wärmebedarf nur unzureichend, denn es kommt auch
noch darauf an, welcher Teil der jeweils produzierten Wärme sogleich vom Heizkreis
abgenommen wird. Nimmt der Heizkreis viel Wärme ab, dann steigt die Kesselwassertemperatur
bei laufendem Brenner nur langsam. Nimmt der Heizkreis dagegen wenig Wärme ab, dann
steigt die Kesselwassertemperatur bei laufendem Brenner sehr schnell. Das führt dann
zu einem schnellen Abschalten des Brenners, also zu einer kurzen Brennerlaufzeit.
[0014] Nach der Erfindung erfolgt eine Begrenzung der für den Regelbetrieb des Brenners
erlaubten maximalen Brennerleistung durch den Sollwert der Kesselwassertemperatur
als weitere Führungsgröße für den Wärmebedarf. Die effektiv wirksame Brennerleistung
wird also nicht nur durch die Differenz zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert
und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert allein bestimmt, sondern zusätzlich noch durch
den Kesselwassertemperatur-Sollwert.
[0015] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0016] Die einzige Figur zeigt ein Diagramm für die Brennerleistung in Funktion des Kesselwassertemperatur-Sollwerts.
Auf der Abszissenachse ist der Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll aufgetragen. Für den Heizbetrieb entspricht der kleinste mögliche Wert der Raumtemperatur
T
Rsoll von 20 °C. Der größte mögliche Wert ist der Kesselwassertemperatur-Maximal-Sollwert
T
KsollMax. Dieser ist durch die Bauart des Heizkessels und durch die Art der Heizungsanlage
vorgegeben und beträgt beispielsweise 70 °C. Der Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll ist dabei in bekannter Weise eine Funktion der Außentemperatur.
[0017] Auf der Ordinatenachse ist die Brennerleistung Q aufgetragen. Ein modulierender Brenner
hat eine maximale Betriebsleistung, bezeichnet als Nennleistung Q
N. Ein Brenner kann nun nicht mit einer Leistung nahe Null betrieben werden, sondern
er hat bauartbedingt eine bestimmte Minimalleistung Q
min. Das Modulieren des Brenners erfolgt also in den Grenzen Q
min und Q
N. Das Verhältnis Q
N zu Q
min wird üblicherweise als Modulationsgrad bezeichnet. Ein Modulationsgrad vom Wert 3
bedeutet also, dass die Minimalleistung Q
min ein Drittel der Nennleistung Q
N beträgt.
[0018] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird hier ein relativer Modulationsgrad M
rel eingeführt. Dieser relative Modulationsgrad M
rel ist 0 %, wenn der Brenner mit einer Leistung läuft, die der Minimalleistung Q
min entspricht, und er ist 100 %, wenn der Brenner mit seiner Nennleistung Q
N läuft.
[0019] Erfindungsgemäß ist nun dem Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 20 °C die Minimalleistung Q
min zugeordnet und dem Kesselwassertemperatur-Maximal-Sollwert T
KsollMax die Nennleistung Q
N. Diese beiden Punkte, im Diagramm mit A bzw. B bezeichnet, sind durch eine Gerade
verbunden. Somit besteht zwischen diesen beiden Grenzen eine lineare Beziehung. Diese
Gerade ist der erfindungsgemäß maximal zulässige Modulationsgrad M
rel.
[0020] Aus dem Diagramm lässt sich ablesen, dass bei einem Kesselwassertemperatur-Sollwert
T
Ksoll = 45 °C der maximal zulässig relative Modulationsgrad M
rel 50 % beträgt. Damit beträgt die im Regelbetrieb maximal zulässige Brennerleistung
für einen Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 45 °C, nämlich

Üblicherweise ist ein Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 20 °C einem Raumtemperatur-Sollwert T
Rsoll = 20 °C zugeordnet. Somit lässt sich die Gerade AB auch beschreiben als Funktion,
mit deren Hilfe der Modulationsgrad M
rel in Prozent berechenbar ist:

[0021] Dass dies dazu führt, kurze Brennerlaufzeiten zu verhindern, wird anhand von Beispielen
erläutert.
[0022] Üblicherweise wird die Brennerleistung, wie eingangs erwähnt, aus der Differenz zwischen
dem Kesselwassertemperatur-Istwert T
Kist und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll abgeleitet. Angenommen sei, dass bei einem Brennerstart diese Differenz 20 °C betrage.
Bei Brennerregelungen nach dem Stand der Technik wird allein dieser Wert für die Festlegung
der momentanen Leistung des Brenners benutzt. Nun seien aber zwei mögliche Fälle unterschieden:
Im ersten Fall sei der Kesselwassertemperatur-Istwert T
Kist = 50 °C und der Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 70 °C. Es ist leicht erkennbar, dass dieser Fall auftritt, wenn sehr kalte Witterung
herrscht. Aus dem Diagramm lässt sich nun ablesen, dass bei einem Kesselwassertemperatur-Sollwert
T
Ksoll = 70 °C der zulässige Modulationsgrad M
rel = 100 % beträgt. Der Brenner wird also mit voller Leistung starten. Wenn dann Wärme
erzeugt wird, wird in der Folge die Differenz zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert
T
Kist und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert T
ksoll abnehmen, was dann zu einer Reduktion der Brennerleistung führt.
[0023] Im zweiten Fall sei der Kesselwassertemperatur-Istwert T
Kist = 20 °C und der Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 40 °C, so dass auch hier die zur Regelung der Brennerleistung üblicherweise herangezogene
Differenz zwischen dem Kesselwassertemperatur-Istwert T
Kist und dem Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll 20 °C beträgt. Es ist aber klar, dass dieser Fall auftritt, wenn keine sehr kalte
Witterung herrscht. Erfindungsgemäß wird nun aber nicht die Differenz von 20 °C zur
Regelung der Brennerleistung benützt, sondern es erfolgt eine Leistungsbegrenzung
gemäß dem Diagramm der Figur. Bei einem Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll = 40 °C wird die Brennerleistung auf 40 % begrenzt. Daraus folgt nun, dass aufgrund
der erfindungsgemäßen Leistungsbegrenzung die Laufzeit des Brenners verlängert wird.
[0024] Die Temperaturdifferenz von 20 °C wurde zur Verdeutlichung der Wirkung der Erfindung
als Beispiel angenommen. In der Praxis kommt es natürlich auf die Schaltdifferenz
an, die im Regler wirksam ist. Das können beispielsweise Werte in der Größenordnung
von 8 oder 10 °C sein. Sehr viel höhere Differenzen treten aber regelmäßig auf, beispielsweise
beim Übergang von einer im Heizkreis wirkenden Nachtabsenkung auf den Normalbetrieb,
bei dem oftmals eine sogenannte Schnellaufheizung vorgenommen wird, damit erreicht
wird, dass die über Nacht aufgetretene Abkühlung von Räumen und Wänden möglichst schnell
ausgeglichen wird. Gerade bei einer solchen Schnellaufheizung verhindert die erfindungsgemäße
Begrenzung der Brennerleistung ein häufiges Ein- und Ausschalten des Brenners mit
all seinen nachteiligen Wirkungen.
[0025] Je geringer der effektive Wärmebedarf, desto stärker wirkt sich die Leistungsbegrenzung
hinsichtlich Verlängerung der Brennerlaufzeit aus. Somit wird auch die Zahl der Brennerstarts
vermindert. Insbesondere bei Verdampferbrennern wirkt sich das auch in der Weise aus,
dass der zusätzliche Energiebedarf für den Brennerstart durch Vorlüften P407EPw, Dezember
08
des Brennraums und durch elektrische Aufheizung der Verdampferkammer insgesamt deutlich
kleiner wird.
[0026] Die Verbindungslinie zwischen den Punkten A und B im Diagramm muss nicht notwendigerweise
eine Gerade sein. Möglich ist auch eine hyperbelartige Linie, die im Diagramm punktiert
eingezeichnet ist. Hierdurch kommt es zu einer stärkeren Leistungsbegrenzung, die
insbesondere bei geringerem als dem maximalen Wärmebedarf stark wirkt.
[0027] Der der wahren Brennerleistung entsprechende effektive Modulationsgrad M
abs in Prozent lässt sich aus dem relativen Modulationsgrad M
rel mit Hilfe der Beziehung Q
N zu Q
min wie folgt berechnen:

[0028] Die Leistungsregelung für den Brenner erfolgt in der bekannten Weise durch einen
Verhältnisregler für das Gemisch Brennstoff/Luft. Es wird also die Brennstoffmenge
pro Zeiteinheit geregelt und die Luftmenge nachgeführt.
[0029] Da üblicherweise der Kesselwassertemperatur-Sollwert T
Ksoll nur im Heizbetrieb variiert wird, während bei der Ladung des Warmwasserspeichers
grundsätzlich der Kesselwassertemperatur-Maximal-Sollwert T
KsollMax wirksam ist, bedarf es für die Steuerung der Brennerleistung keines Umschalters zwischen
Heizbetrieb und Warmwasserspeicherladung.