[0001] Die Erfindung betrifft eine Auspressvorrichtung für Massen enthaltende Kartuschen
mit einer Auspresseinrichtung und einer Aufnahme für die Kartusche, wobei die Aufnahme
frontseitig von einer Kopfplatte und rückseitig von einer Anschlagplatte begrenzt
ist, und wobei an der Kopfplatte ein erster Anschlag und im Bereich der Anschlagplatte
ein zweiter Anschlag zum Halten der Kartusche in einer ersten Stellung vorgesehen
sind.
[0002] Eine derartige Auspressvorrichtung dient dem Ausbringen von in Kartuschen verpackten
mehrkomponentigen Massen, wie Mörtel- oder Dichtmassen, an einem Applikationsort.
Die Auspresseinrichtung weist üblicherweise einen Vorschubmechanismus auf, bei dessen
Betätigung ein Vorschubmittel, wie beispielsweise eine Kolbenstange über ein vorbestimmtes
Mass vorgeschoben wird. Ein an der Kolbenstange angeordnetes Druckübertragungsmittel
wirkt auf die in der Kartusche befindliche Masse ein, so dass bei jedem Vorschub eine
entsprechende Menge der Masse durch eine Ausgabeöffnung ausgebracht wird.
[0003] Aus der
US 5,104,005 ist eine gattungsgemässe Auspressvorrichtung für Massen enthaltende Kartuschen bekannt.
Die Kopfplatte weist einen Schlitz zur Aufnahme eines Mischeranschlusses der Kartusche
auf, wobei dieser Schlitz den ersten Anschlag zum Halten der Kartusche ausbildet.
Im Bereich der Anschlagplatte ist ein die beiden Seitenwände verbindendes, U-förmiges
Element vorgesehen, dessen Verbindungsabschnitt den zweiten Anschlag zum Halten der
Kartusche ausbildet.
[0004] Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass eine in die Aufnahme eingelegte Kartusche
nur in einer Stellung beziehungsweise Ausrichtung in der Aufnahme gehalten ist. Um
mit einer derartigen Auspressvorrichtung verschiedene Massen mit unterschiedlichen
Mischungsverhältnissen auszubringen, müssen verschiedene Kartuschen mit einer entsprechenden
Ausgestaltung eingelegt werden. Dabei ist die Variation der möglichen Mischungsverhältnisse
jedoch aufgrund der Ausgestaltung der Aufnahme sehr begrenzt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Auspressvorrichtung für Massen enthaltende Kartuschen
zu schaffen, mit der Massen, die unterschiedliche Mischungsverhältnisse aufweisen,
einfach ausbringbar sind.
[0006] Die Aufgabe ist durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0007] Gemäss der Erfindung ist zumindest ein weiterer Anschlag zum Halten der Kartusche
in einer weiteren Stellung vorgesehen.
[0008] Entsprechend der eingelegten Kartusche wird die in der Kartusche enthaltene mehrkomponentige
Masse mit dem Auspressgerät ausgebracht. Weist die Kartusche ein Verhältnis der Komponenten
von A:B auf, liegt die Kartusche im eingelegten Zustand beispielsweise mit einem Mischeranschluss
oder Mischergehäuse am ersten Anschlag und mit einem zum Mischeranschluss beabstandeten
Wandabschnitt am zweiten Anschlag der Aufnahme an und ist von diesen in der entsprechenden
Stellung beziehungsweise Ausrichtung in der Aufnahme gehalten. Weist die Kartusche
dagegen ein Verhältnis der Komponenten von A:C auf, so liegt die Kartusche im eingelegten
Zustand beispielsweise mit dem Mischeranschluss oder Mischergehäuse am ersten Anschlag
und mit dem zum Mischeranschluss beabstandeten Wandabschnitt am zumindest einen weiteren
Anschlag an und ist von diesen in der anderen Stellung beziehungsweise Ausrichtung
in der Aufnahme gehalten. Die Kartusche ist derart ausgestaltet, dass diese nur lagerichtig,
entsprechend der auszubringenden Masse in der Aufnahme fixierbar ist.
[0009] In die Aufnahme sind auch Kartuschen mit drei oder mehr Aufnahmeräumen für verschiedene
Komponenten einer mehrkomponentigen Masse lagerichtig einlegbar. Beispielsweise weist
eine Kartusche mit drei Aufnahmeräumen in einem Aufnahmeraum eine A-Komponente und
in den beiden anderen Aufnahmeräumen jeweils eine B-Komponente auf, wobei die beiden
anderen Aufnahmeräume sich im Aufnahmevolumen unterscheiden. Dem Anwender steht je
nach Bedarf eine mehrkomponentige Masse zur Verfügung, die bedarfsweise oder aufgrund
der Umgebungsbedingungen in ihrem Mischungsverhältnis anpassbar ist. Je nach Kombination
der Aufnahmeräume kommen unterschiedliche Kopfteile zur Anwendung. Will der Anwender
eine Masse mit einem bestimmten Mischungsverhältnis ausbringen, hat aber das falsche
Kopfteil an der Kartusche angeordnet, so kommt z. B. der Mischeranschluss nicht mit
dem ersten Anschlag an der Kopfplatte in Anlage, da die Kartusche beim Einlegen in
die Aufnahme am zweiten oder dem zumindest einen weiteren Anschlag ansteht. Der Anwender
stellt sofort fest, dass die Kartusche nicht im gewünschten Sinn eingelegt ist, womit
Fehlanwendungen weitgehend ausgeschlossen sind.
[0010] Vorzugsweise umfasst der zumindest eine weitere Anschlag ein Federelement, das je
nach Ausgestaltung der Kartusche einen Wandabschnitt der in die Aufnahme eingelegten
Kartusche federbeaufschlagt und diese in der Position zum Ausbringen der Masse mit
der Auspresseinrichtung hält. Vorteilhaft weist das Federelement einen in die Aufnahme
ragenden Abschnitt mit einem freien Ende auf, wobei dieser Abschnitt eine Anlagefläche
für einen Teil des Wandabschnitts ausbildet, der einen der Aufnahmeräume der Kartusche
umgibt. Wird eine Kartusche in die Aufnahme eingelegt, die im korrekt eingelegten
Zustand mit dem ersten und dem zweiten Anschlag der Aufnahme in Anlage kommt, kann
zumindest ein Abschnitt des Federelementes beim Einlegen dieser Kartusche ausweichen
und das korrekte Einlegen ermöglichen. Vorteilhaft ist der zumindest eine weitere
Anschlag derart angeordnet beziehungsweise die Kartusche derart ausgebildet, dass
die Kartusche jeweils nur mit dem ersten Anschlag und mit einem der anderen Anschläge
in der Aufnahme in Anlage bringbar ist. Damit wird eine allfällige Fehlanwendung durch
den Anwender vermieden.
[0011] Bevorzugt ist die Aufnahme seitlich von zwischen der Kopfplatte und der Anschlagplatte
verlaufenden Seitenwänden begrenzt und der zumindest eine weitere Anschlag ist an
einer der Seitenwände der Aufnahme vorgesehen, was eine einfache Ausgestaltung der
Kartusche entsprechend der Art der auszubringenden Masse ermöglicht.
[0012] Vorzugsweise ist der zumindest eine weitere Anschlag entlang der Seitenwand verschiebbar,
so dass die Auspressvorrichtung einfach an unterschiedlich lang ausgestaltete Kartuschen
einfach anpassbar ist.
[0013] Bevorzugt ist der zumindest eine weitere Anschlag lösbar an der Aufnahme angeordnet,
so dass die Auspressvorrichtung einfach an unterschiedlich ausgestaltete Kartuschen
anpassbar ist. Ist der zumindest eine weitere Anschlag als Federelement ausgebildet,
ist dieses vorteilhaft an einem die Aufnahme begrenzenden Abschnitt aufgeclipst.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Auspressvorrichtung in Seitenansicht mit eingelegter Kartusche;
- Fig. 2
- die Aufnahme der Auspressvorrichtung im Grundriss ohne eingelegte Kartusche;
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang Linie III-III in Fig. 2 mit eingelegter Kartusche in einer ersten
Stellung; und
- Fig. 4
- einen Schnitt mit eingelegter Kartusche in einer zweiten Stellung, analog Fig. 3.
[0015] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0016] Die in den Figuren 1 bis 4 dargestellte Auspressvorrichtung 11 für Massen enthaltende
Kartuschen 26 weist eine Auspresseinrichtung 12 mit zwei Kolbenstangen 13 und eine
Aufnahme 16 für die Kartusche 26 auf. Die Kartusche 26 weist einen ersten Aufnahmeraum
28, einen zweiten Aufnahmeraum 29 sowie einen dritten Aufnahmeraum 30 auf. In dem
ersten Aufnahmeraum 28 ist eine A-Komponente der auszupressenden mehrkomponentigen
Masse vorgesehen. In den anderen Aufnahmeräumen 29 und 30 ist jeweils eine B-Komponente
der auszupressenden mehrkomponentigen Masse vorgesehen, wobei die beiden Aufnahmeräume
29 und 30 sich in ihrem Aufnahmevolumen unterscheiden. In der in Figur 3 gezeigten
Stellung der Kartusche 26 wird die Masse z. B. in einem Verhältnis der A-zur B-Komponente
von 3:1 ausgebracht. In der in Figur 4 gezeigten Stellung der Kartusche 26 wird die
Masse z. B. in einem Verhältnis der A- zur B-Komponente von 5:1 ausgebracht.
[0017] Die Aufnahme 16 der Auspressvorrichtung 11 ist frontseitig von einer Kopfplatte 17
und rückseitig von einer Anschlagplatte 18 sowie seitlich von zwischen der Kopfplatte
17 und der Anschlagplatte 18 verlaufenden Seitenwänden 19 und 20 begrenzt. An der
Kopfplatte 17 ist eine Aufnahme für ein Mischergehäuse 27 der Kartusche 26 als erster
Anschlag 21 zum Halten der Kartusche 26 vorgesehen. Im Bereich der Anschlagplatte
18 ist an der Seitenwand 20 ein zweiter Anschlag 22 zum Halten der Kartusche 26 vorgesehen.
Der erste Anschlag 21 und der zweite Anschlag 22 halten die Kartusche 26 in einer
ersten Stellung beziehungsweise Ausrichtung in der Aufnahme 16.
[0018] In einem Abschnitt der Seitenwand 20 zwischen dem zweiten Anschlag 22 und der Anschlagplatte
18 ist ein weiterer, dritter Anschlag 23 für die Kartusche 26 vorgesehen. Der erste
Anschlag 21 und der weitere, dritte Anschlag 23 halten die Kartusche 26 in einer zweiten
Stellung beziehungsweise Ausrichtung in der Aufnahme 16. Innenseitig an der Seitenwand
19 ist ein Halteelement 15 als Sicherungsmittel der Kartusche 26 in der eingelegten
Stellung.
[0019] Der weitere, dritte Anschlag 23 ist ein Federelement, das die Seitenränder der Seitenwand
20 umfasst und klemmend an der Seitenwand 20 in Position angeordnet ist. Der weitere,
dritte Anschlag 23 ist lösbar an der Aufnahme 16 vorgesehen und entlang der Seitenwand
20 verschiebbar. Der freie Abschnitt 24 des dritten Anschlags 23 kommt mit einem Teil
des Wandabschnitts der Kartusche 26, der den Aufnahmeraum 30 umgibt, in Anlage, wenn
die Kartusche 26 entsprechend in die Aufnahme 16 eingelegt ist. Wie in Figur 1 dargestellt,
weist der Aufnahmeraum 29 eine kürzere Längserstreckung als der Aufnahmeraum 30 auf.
Damit und mit der Anordnung des weiteren, dritten Anschlags 23 zwischen dem zweiten
Anschlag 22 und der Anschlagplatte 18 wird sichergestellt, dass kein Teil des Wandabschnitts,
der den Aufnahmeraum 29 umgibt, beim Einlegen der Kartusche 26 in der ersten Stellung
mit dem weiteren, dritten Anschlag 23 in Anlage kommt.
1. Auspressvorrichtung für Massen enthaltende Kartuschen (26) mit einer Auspresseinrichtung
(12) und einer Aufnahme (16) für die Kartusche (26), wobei
die Aufnahme (16) frontseitig von einer Kopfplatte (17) und rückseitig von einer Anschlagplatte
(18) begrenzt ist, und wobei
an der Kopfplatte (17) ein erster Anschlag (21) und im Bereich der Anschlagplatte
(18) ein zweiter Anschlag (22) zum Halten der Kartusche (26) in einer ersten Stellung
vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein weiterer Anschlag (23) zum Halten der Kartusche (26) in einer weiteren
Stellung vorgesehen ist.
2. Auspressvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine weitere Anschlag (23) ein Federelement umfasst.
3. Auspressvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (16) seitlich von zwischen der Kopfplatte (17) und der Anschlagplatte
(18) verlaufenden Seitenwände (19, 20) begrenzt ist und der zumindest eine weitere
Anschlag (23) an einer der Seitenwände (20) der Aufnahme (16) vorgesehen ist.
4. Auspressvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine weitere Anschlag (23) entlang der Seitenwand (20) verschiebbar
ist.
5. Auspressvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine weitere Anschlag (23) lösbar an der Aufnahme (16) angeordnet ist.