[0001] Die Erfindung betrifft eine Setzeinheit zum Setzen von Schließringbolzen, die ein
Gehäuse aufweist, das ein Greifbackengehäuse umgibt, in dem mindestens zwei Greifbacken
angeordnet sind, wobei an einer Stirnseite des Gehäuses ein Mundstück mit einer Öffnung
angeordnet ist.
[0002] Schließringbolzen werden zum Verbinden von Bauteilen verwendet, bei denen eine hochfeste
und vibrationssichere Verbindung erforderlich ist. Dabei wird ein Schließringbolzen
von der Rück- oder Blindseite der Bauteile durch eine Öffnung geführt und von der
Vorderseite der Bauteile ein Schließring auf den Schließringbolzen geschoben. Mit
Hilfe eines Setzgeräts wird schließlich der Schließring verformt, so dass er eine
formschlüssige Verbindung mit dem Schließringbolzen eingeht. Der Schließringbolzen
weist dafür in der Regel Rillen auf, wobei der Schließring in diese Rillen hineingedrückt
wird.
[0003] Der Setzvorgang läuft dabei folgendermaßen ab. Nachdem der Schließring über den Schließringbolzen
geschoben worden ist, wird der Schließringbolzen in das Mundstück des Setzgeräts eingeführt.
Dabei rutschen Halterillen des Schließringbolzens über die üblicherweise verwendeten
Halterillen der Greifbacken, bis das Mundstück zur Anlage am Schließring kommt. Die
Greifbacken sind dabei in der Regel im Greifbackengehäuse konisch gelagert, wobei
sie durch eine Feder gegen die konische Lagerung gedrückt werden. Beim Einführen des
Schließringbolzens ist daher ein Aufdrücken der Greifbacken gegen die Federkraft erforderlich.
[0004] Nachdem das Mundstück zur Anlage am Schließring gekommen ist, wird eine axiale Zugkraft
erzeugt, die das Greifbackengehäuse gegenüber dem Gehäuse des Setzgeräts axial verschiebt.
Aufgrund der konischen Lagerung der Greifbacken im Greifbackengehäuse werden die Greifbacken
dabei zusammengedrückt und üben so eine radiale Haltekraft auf den Schließringbolzen
aus, der dann zusammen mit dem Greifbacken und dem Greifbackengehäuse in das Gehäuse
des Setzgeräts gezogen wird. Die axiale Zugkraft bewirkt dabei auch ein Hineinziehen
des Schließrings in das Mundstück, der dadurch verformt wird. Das Mundstück ist dabei
in Form, Länge und Kontur genau auf den Schließring abgestimmt. Durch die Verformung
des Schließrings fließt dieser in die Rillen des Schließringbolzens, wodurch eine
sehr sichere und unlösbare Verbindung zwischen Schließringbolzen und Schließring entsteht.
Die Zugkraft liegt dabei während des gesamten Umformvorgangs am Schließringbolzen
an, so dass die fertiggestellte Verbindung eine gewisse Vorspannung aufweist.
[0005] Nachdem der Schließring vollständig im Mundstück aufgenommen worden ist bzw. das
Mundstück an einem Kragen des Mundstücks anliegt, ist die Verformung des Schließrings
beendet. Aufgrund der daraufhin zunehmenden Zugkraft erfolgt ein Abriss des Schließringbolzens
an einer Sollbruchstelle. Der abgerissene Teil des Schließringbolzens wird dabei weiterhin
von den Greifbacken festgehalten. Der Schließring ist in der Regel im Mundstück verklemmt.
[0006] Üblicherweise wird der Schließring durch die im Anschluss an die Zugbewegung folgende
Rückwärtsbewegung des Greifbackengehäuses aus dem Mundstück ausgestoßen. Die Rückwärtsbewegung
wird dabei üblicherweise durch Federkraft erzeugt. Dabei kommt zunächst der abgerissene
Teil des Schließringbolzens wieder in Kontakt mit dem im Schließring verbliebenen
Teil des Schließringbolzens und wird weiter in das Gerät verschoben, bis die Stirnseite
des Greifbackengehäuses am Schließring anliegt und dieses aus dem Mundstück drückt.
Häufig ist dafür an der Stirnseite des Greifbackengehäuses ein Auswerfelement oder
ein Fortsatz angeordnet. Der abgerissene Teil des Schließringbolzens verbleibt im
Setzgerät, wobei er noch immer von den Greifbacken gehalten wird. Beim Einführen eines
neuen Bolzens muss der abgerissene Teil an den Greifbacken vorbei und weiter in das
Gerät gedrückt werden, wobei dabei die Haltekraft der Greifbacken überwunden werden
muss. Zum Einführen eines neuen Schließringbolzens ist also eine gewisse Kraft notwendig,
weshalb der neue Schließringbolzen von der Rückseite der Bauteile gesichert sein muss.
Durch das Rutschen des Schließringbolzens über die Greifbacken verschleißen die Greifbacken
relativ schnell. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Greifbacken Halterillen
aufweisen, die eine sichere Kraftübertragung auf den Schließringbolzen sicherstellen
sollen und in entsprechende Rillen am Schaft des Schließringbolzens eingreifen.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfaches Entfernen des abgerissenen
Teils des Schließringbolzens zu ermöglichen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Setzeinheit der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass sie ein Öffnungselement aufweist, das eine axiale Bewegung der
Greifbacken in eine Richtung begrenzt, wobei das Greifbackengehäuse weiter in diese
Richtung bewegbar ist.
[0009] Dadurch wird eine axiale Relativbewegung zwischen den Greifbacken und dem Greifbackengehäuse
hervorgerufen, was aufgrund der konischen Lagerung der Greifbacken im Greifbackengehäuse
zu einer radialen Aufweitung der Greifbacken führt. So ist also ein gezieltes Öffnen
der Greifbacken möglich. Durch die axiale Relativbewegung zwischen Greifbacken und
Greifbackengehäuse kann somit der in der Setzeinheit verbliebene abgerissene Teil
des Schließringbolzens freigegeben werden und ohne großen Kraftaufwand entfernt werden.
Dadurch ist auch ein automatisches Entfernen beispielsweise durch Vakuum-Absaugen
möglich. Auch das Einführen eines neuen Schließringbolzens wird stark vereinfacht,
da dieser beim Einführen nicht erst die Greifbacken auseinanderdrücken muss. Auf ein
Festhalten des Schließringbolzens von der Rückseite der Bauteile, wofür in der Regel
eine zweite Person benötigt wird, kann dadurch verzichtet werden.
[0010] Dabei ist besonders bevorzugt, dass das Öffnungselement mindestens einen Fortsatz
aufweist, der durch eine Öffnung im Greifbackengehäuse ragt. Sowohl das Greifbackengehäuse
als auch die Greifbacken können also eine Relativbewegung zum Öffnungselement ausführen,
das daher ortsfest im Gehäuse der Setzeinheit angeordnet werden kann. Sobald die Greifbacken
mit dem Fortsatz in Kontakt kommen, ist eine weitere Bewegung der Greifbacken in Richtung
zum Öffnungselement verhindert. Die Bewegung des Greifbackengehäuses wird dabei nicht
gehemmt. Die Bewegungsrichtung, die durch das Öffnungselement begrenzt wird, entspricht
z.B. der Richtung der Rückstellbewegung, bei der das Greifbackengehäuse mit den Greifbacken
in Richtung zum Mundstück bewegt wird. Das Öffnungselement bewirkt also ein Öffnen
der Greifbacken während der Rückstellbewegung.
[0011] Vorzugsweise ist der Fortsatz hülsenförmig ausgebildet und ein Schließringbolzen
durch die Öffnung führbar. Der Fortsatz und der Schließringbolzen können so durch
die gleiche Öffnung im Greifbackengehäuse ragen, wobei der Schließringbolzen vom hülsenförmigen
Fortsatz ebenfalls umgeben und gegebenenfalls geführt wird. Zusätzliche Öffnungen
im Greifbackengehäuse werden nicht benötigt.
[0012] Bevorzugterweise umgeben die Greifbacken einen Innenraum, wobei sie an ihrer Innenseite
Halterillen aufweisen. Der Innenraum dient dabei zur Aufnahme des Schließringbolzens,
der durch das Mundstück und die Öffnung im Greifbackengehäuse eingeführt werden kann.
Durch die an ihrer Innenseite angeordneten Halterillen können die Greifbacken große
Kräfte auf den Schließringbolzen übertragen und diesen sicher halten.
[0013] Bevorzugterweise setzt sich der Innenraum durch die Setzeinheit fort. Dadurch ist
es möglich, den abgerissenen Teil des Schließringbolzens aus der vom Mundstück abgewandten
Seite des Gehäuses der Setzeinheit herauszunehmen. Es ist dabei denkbar, dass die
Setzeinheit mit einer Vakuumeinheit verbunden wird, die den abgerissenen Teil des
Schließringbolzens durch den Innenraum ansaugt und so den abgerissenen Teil automatisch
entfernt.
[0014] Vorzugsweise weist die Setzeinheit einen Auswerfer auf, der zwischen dem Öffnungselement
und der Öffnung des Mundstücks angeordnet ist. Dieser Auswerfer dient dazu, nach abgeschlossenem
Setzvorgang den Schließring aus dem Mundstück auszustoßen. Dabei wird über den Auswerfer
eine Rückstellkraft vom Greifbackengehäuse auf den Schließring übertragen, die schließlich
zum Ausstoßen des Schließrings aus dem Mundstück führt. Die Ausbildung des Greifbackengehäuses
kann dadurch relativ einfach gehalten werden, da dieses keinen entsprechenden Auswerfmechanismus
aufweisen muss.
[0015] Dabei ist besonders bevorzugt, dass der Auswerfer einen Fortsatz aufweist, der sich
in die Öffnung des Mundstücks erstreckt und eine Länge aufweist, die mindestens einer
Tiefe der Öffnung entspricht. Der Fortsatz des Auswerfers kann die Öffnung des Mundstücks
also vollständig durchdringen. Dadurch ist sichergestellt, dass der Auswerfer den
Schließring vollständig aus dem Mundstück ausstoßen kann. Gleichzeitig wird gewährleistet,
dass der Auswerfer bereits zum Beginn des Setzvorgangs am Schließring anliegt. Beim
Ausstoßen kommt dadurch der Auswerfer gleichzeitig in Kontakt mit dem Schließring,
wie der abgerissene Teil des Schließringbolzens mit dem Teil des Schließringbolzens,
der im Schließring verbleibt. Ein Verschieben des abgerissenen Teils des Schließringbolzens
während der Rückstellbewegung ist daher nicht notwendig. In dem Moment, in dem die
Greifbacken den Schließringbolzen fest umgreifen, besteht möglichst noch kein Kontakt
zwischen Mundstück und Schließring oder der Schließring ist gerade erst zur Anlage
am Mundstück gekommen. Der Kontakt zwischen Greifbackengehäuse und Auswerfer bzw.
Auswerfer und Schließring wird dann während des gesamten Zugvorgangs aufrecht erhalten.
[0016] Vorzugsweise ist der Fortsatz hülsenförmig und einstückig mit dem Auswerfer ausgebildet.
Durch die hülsenförmige Ausführung des Fortsatzes kann dieser den Schließringbolzen
umgeben und so als Führung dienen, wobei eine gute Kraftübertragung auf den Schließring
gewährleistet ist. Durch die einstückige Ausbildung mit dem Auswerfer ist die Herstellung,
beispielsweise als Spritzgussteil, relativ einfach und kostengünstig.
[0017] Bevorzugterweise weist der Auswerfer mindestens einen Zapfen auf, der sich durch
mindestens eine Ausnehmung im Öffnungselement in Richtung des Greifbackengehäuses
erstreckt. Dieser Zapfen sorgt dafür, dass der Auswerfer mit dem Greifbackengehäuse
in Kontakt bringbar ist, ohne dass eine Beeinflussung durch das Öffnungselement erfolgt.
Während eine Relativbewegung des Auswerfers im Gehäuse notwendig ist, kann das Öffnungselement
fest im Gehäuse angeordnet sein. Die Relativbewegung zwischen Auswerfer und Öffnungselement
wird dabei dadurch ermöglicht, dass der Zapfen durch die Ausnehmung im Öffnungselement
ragt.
[0018] Bevorzugterweise weist der Auswerfer mehrere Zapfen auf, die als Kreissegmente ausgebildet
sind, wobei die Zapfen einstückig mit dem Auswerfer ausgebildet sind. Die Zapfen dienen
so gleichzeitig als Führungen des Auswerfers im Öffnungselement. Durch die Ausbildung
der Zapfen als Kreissegmente ist dabei ein Verkanten des Auswerfers nahezu ausgeschlossen.
Gleichzeitig können die Zapfen mit relativ viel Material ausgebildet werden, so dass
eine gute Kraftübertragung möglich ist. Die einstückige Ausbildung der Zapfen mit
dem Auswerfer gewährleistet dabei eine kostengünstige Herstellung.
[0019] Vorzugsweise weisen die Zapfen eine größere axiale Länge auf als der Fortsatz des
Öffnungselements. Der Fortsatz des Öffnungselements soll nur für eine relativ kleine
Relativbewegung zwischen den Greifbacken und dem Greifbackengehäuse sorgen, durch
die ein sicheres Öffnen der Greifbacken gewährleistet ist. Der Auswerfer wird jedoch
um eine größere Länge bewegt, die zumindest der axialen Erstreckung des Schließrings
entspricht.
[0020] Dadurch, dass die Zapfen nun eine größere axiale Länge aufweisen als der Fortsatz
des Öffnungselements, kann zumindest bis zum Abriss des Schließringbolzens ein Kontakt
zwischen dem Greifbackengehäuse und dem Auswerfer bestehen. Dadurch wird gewährleistet,
dass während der Rückstellbewegung der Schließring durch das Greifbackengehäuse über
den Auswerfer aus dem Mundstück ausgedrückt werden kann, ohne dass der abgerissene
Teil des Schließringbolzens innerhalb der Greifbacken verschoben werden muss.
[0021] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung näher beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- ein Setzgerät mit angebrachter Setzeinheit zum Setzen von Schließringbolzen,
- Fig. 2
- einen Querschnitt einer Setzeinheit vor einem Einbringen einer Zugkraft,
- Fig. 3
- einen Querschnitt der Setzeinheit nach Beginn des Setzvorgangs,
- Fig. 4
- einen Querschnitt der Setzeinheit nach Abschluss des Setzvorgangs und
- Fig. 5
- eine Detailansicht des Auswerfers.
[0022] In Fig. 1 ist ein Setzgerät 1 mit einer erfindungsgemäßen Setzeinheit 2 dargestellt.
Das Setzgerät 1 ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein pneumatisch-hydraulisches Setzgerät.
Die Setzeinheit 2 kann aber auch in Verbindung mit anderen Setzgeräten, wie beispielsweise
elektrisch angetriebene Geräte oder handbetriebene Geräte und ähnliches, verwendet
werden. Das Setzgerät 1 ist ferner mit einem Restdornbehälter 3 versehen, der zur
Aufnahme der abgerissenen Teile der Schließringbolzen dient. Dazu wird der abgerissene
Teil des Schließringbolzens mittels Vakuum angesaugt.
[0023] In Fig. 2 ist die Setzeinheit 2 in Schnittansicht dargestellt. Die Setzeinheit 2
weist ein Gehäuse 4 auf, in dem axial verschiebbar ein Greifbackengehäuse 5 angeordnet
ist. Innerhalb des Greifbackengehäuses 5 sind drei Greifbacken 6 angeordnet. Es ist
auch denkbar, eine andere Anzahl an Greifbacken zu verwenden, beispielsweise zwei
bis sechs. Das Gehäuse 4 ist an einer Stirnseite mit einem Mundstück 7 verschlossen,
das eine Öffnung 8 aufweist, die mit einer entsprechenden Kontur zum Umformen eines
Schließrings 9 versehen ist. Die Greifbacken 6 sind im Greifbackengehäuse 5 axial
verschiebbar und an ihrer dem Mundstück 7 zugewandten Seite im Greifbackengehäuse
5 konisch gelagert. Zwischen Greifbackengehäuse 5 und Mundstück 7 ist im Gehäuse 4
ein Öffnungselement 10 angeordnet. Das Öffnungselement 10 wird durch das Mundstück
7, das in das Gehäuse 4 eingeschraubt wird, gegen einen radialen Vorsprung im Gehäuse
4 gedrückt und so in seiner Lage fixiert.
[0024] Das Öffnungselement 10 weist einen hülsenförmigen Fortsatz 11 auf, der sich durch
eine Öffnung 12 im Greifbackengehäuse 5 erstreckt. In der dargestellten Ausgangsposition
stehen die Greifbacken 6 in Kontakt mit dem Fortsatz 11 des Öffnungselements 10. Die
Greifbacken 6 können dabei z.B. durch eine nicht dargestellte Feder in Richtung des
Mundstücks 7 belastet sein. Andere Rückstellmöglichkeiten sind denkbar. Zwischen Öffnungselement
10 und Mundstück 7 ist ein Auswerfer 13 angeordnet, der einen hülsenförmigen Fortsatz
14 aufweist, der sich durch die Öffnung 8 im Mundstück 7 erstreckt, wobei die Länge
des Fortsatzes 14 größer ist als die Tiefe der Öffnung 8. Dadurch steht der Fortsatz
14 über eine Stirnseite 15 des Mundstücks 7 über, so dass der Fortsatz 14 beim Aufsetzen
der Setzeinheit 2 als erstes in Kontakt mit dem Schließring 9 kommt. Der Auswerfer
13 weist ferner mehrere Zapfen 16 auf, die sich entgegengesetzt vom Fortsatz 14 erstrecken.
Die Zapfen 16 ragen dabei durch Ausnehmungen 17 im Öffnungselement 10 und stehen in
Kontakt mit dem Greifbackengehäuse 5.
[0025] Ein Schließringbolzen 18 ist durch eine Bohrung 19 in zwei zu verbindenden Bauteilen
20, 21 gesteckt worden, so dass ein Setzkopf 22 des Schließringbolzens 18 an einer
Rückseite des Bauteils 20 anliegt. Der Schließring 9 ist bereits über den Schließringbolzen
18 geschoben und umgibt Rillen 23 des Schließringbolzens 18. Der Schließringbolzen
18 erstreckt sich dabei bis in einen Innenraum 24 der Setzeinheit 2. Der Innenraum
24 wird dabei u.a. durch die Öffnung 8 im Mundstück 7, der Öffnung 12 im Greifbackengehäuse
5 und dem Raum zwischen den Greifbacken 6 gebildet. Dabei setzt sich der Innenraum
24 aber weiter durch die Setzeinheit 2 fort, wobei er sich bis in den Restdornbehälter
3 erstreckt.
[0026] Der Schließring 9 weist an einem den Bauteilen 20, 21 zugewandten Ende einen umlaufenden
Kragen 25 auf. Am gegenüberliegenden Ende ist der Schließring 9 mit einer Fase 26
versehen, die das Einführen in die Öffnung 8 erleichtern soll. Der Schließringbolzen
18 weist eine Sollbruchstelle 27 auf, wobei die Sollbruchstelle 27 derart positioniert
ist, dass nach einem Bruch des Schließringbolzens 18 der im Schließring 9 verbleibende
Teil des Schließringbolzens 18 in etwa mit dem Schließring 9 bündig abschließt.
[0027] In Fig. 3 ist nun eine Situation kurz nach dem Beginn des Zugvorgangs dargestellt.
Nachdem die Greifbacken 6 den Schließringbolzen 18 gegriffen haben, führt eine weitere
Zugbewegung des Greifbackengehäuses 5 dazu, dass die Bauteile 20, 21 gegen den Schließring
9 gedrückt werden. Dadurch wird der Schließring 9 durch die Öffnung 8 etwas in das
Mundstück 7 eingeführt, was durch eine Fase 28 am Mundstück 7 erleichtert wird. Dabei
wird durch den Schließring 9 der Auswerfer 13 axial in Richtung des Greifbackengehäuses
5 verschoben. Genauer gesagt bleiben der Schließring 9, der Auswerfer 13 und das Greifbackengehäuse
5 stationär, während das Gehäuse 4 mit Mundstück 7 über den Schließring 9 geschoben
wird. Dadurch wird auch das Greifbackengehäuse 5 relativ zum Gehäuse 4 und den Greifbacken
6 in der Zeichnung nach links bewegt, wobei dadurch die Greifbacken 6 radial aufeinander
zu bewegt werden und den Schließringbolzen 18 umfassen. Die Greifbacken 6 weisen dabei
Halterillen 29 auf, die ein sicheres Halten des Schließringbolzens 18 gewährleisten.
[0028] Durch einen Setzmechanismus wird das Greifbackengehäuse 5 zusammen mit den Greifbacken
6 und dem Schließringbolzen 18 relativ zum Gehäuse 4 in der Zeichnung nach links,
also vom Mundstück 7 weg, gezogen. Der Kraftfluss wird dabei durch das Gehäuse 4 wieder
geschlossen, das diese Kraft über das Mundstück 7, den Schließring 9 und schließlich
auf die Bauteile 20, 21 überträgt. Durch die Bewegung des Greifbackengehäuses 5 werden
zunächst die Greifbacken 6 fest gegen den Schließringbolzen 18 gedrückt, wobei sich
dabei die Halterillen 29 in den Schließringbolzen 18 eingraben können. Anschließend
werden die Greifbacken 6 zusammen mit dem Schließringbolzen 18 und dem Greifbackengehäuse
5 in das Innere der Setzeinheit gezogen. Dadurch werden auch die beiden Bauteile 20,
21 aneinander gedrückt.
[0029] Diese Zugkraft führt nun dazu, dass der Schließring 9 in die Öffnung 8 des Mundstücks
7 eingezogen wird bzw. sich das Mundstück 7 über den Schließring 9 stülpt. Da der
Außendurchmesser des Schließrings 9 größer ist als der Innendurchmesser der Öffnung
8 und das Mundstück 7 entsprechend stabil gefertigt ist, erfolgt dabei eine plastische
Verformung des Schließrings 9, der dabei in die Rillen 23 des Schließringbolzens 18
fließt. Dadurch entsteht eine hochfeste, formschlüssige Verbindung zwischen dem Schließring
9 und dem Schließringbolzen 18.
[0030] Die Verformung des Schließrings 9 ist beendet, wenn die Stirnseite 15 des Mundstücks
7 am Kragen 25 des Schließrings 9 anliegt. Dies ist in Fig. 4 dargestellt. Durch das
Anliegen des Mundstücks 7 am Kragen 25 des Schließrings 9 ist eine weitere Relativbewegung
zwischen der Setzeinheit 2 und dem Schließring 9 bzw. dem Schließringbolzen 18 nicht
mehr möglich, was zu einem Anstieg der Zugkraft führt, bis schließlich der Schließringbolzen
18 entlang der Sollbruchstelle 27 auseinandergerissen wird. Ein abgerissener Teil
30 des Schließringbolzens wird dabei weiterhin von den Greifbacken 6 festgehalten.
In dem in Fig. 4 dargestellten Zustand befindet sich das Greifbackengehäuse 5 in seiner
einen axialen Endposition, in der es eine maximale Entfernung zum Mundstück 7 einnimmt.
Die Zugbewegung ist damit beendet. Bis zum Abriss des Schließringbolzens 18 standen
während des gesamten Setzvorgangs die Zapfen 16 in Kontakt mit dem Greifbackengehäuse
5. Nach Abriss des Schließringbolzens 18 befindet sich das Greifbackengehäuse 5 in
einem Abstand a zu den Zapfen 16. Der Abstand a entspricht dabei einem Abstand b zwischen
dem abgerissenen Teil 30 und dem im Schließring 9 gehaltenen Teil des Schließringbolzens
18.
[0031] Das Greifbackengehäuse 5 wird nun beispielsweise durch Federkraft oder durch eine
pneumatische Kraft oder auf andere Weise zurück in die in Fig. 2 dargestellte Ausgangsposition
bewegt, also in Richtung zum Mundstück 7. Da der Abstand a zwischen dem Greifbackengehäuse
5 und den Zapfen 16 des Auswerfers 13 genauso groß ist wie der Abstand b zwischen
dem abgerissenen Teil 30 und dem Schließringbolzen 18, kommt das Greifbackengehäuse
5 zum selben Zeitpunkt in Kontakt mit den Zapfen 16, wie der abgerissene Teil 30 des
Schließringbolzens 18 mit dem Schließringbolzen 18. Die Rückstellbewegung des Greifbackengehäuses
5 kann so über den Auswerfer 13, insbesondere über dessen Zapfen 16 und dessen Fortsatz
14, direkt auf den Schließring 9 übertragen werden, ohne dass der abgerissene Teil
30 in den Greifbacken 6 verschoben werden muss. Der Schließring 9 wird also durch
die Rückwärtsbewegung des Greifbackengehäuses 5, die über den Auswerfer 13 übertragen
wird, aus dem Mundstück 7 herausgestoßen. Da die Länge des Fortsatzes 14 länger ist
als die Tiefe der Öffnung 8, wird dabei sichergestellt, dass der Schließring 9 vollständig
entfernt wird.
[0032] Kurz bevor das Greifbackengehäuse 5 seine axiale Endposition erreicht, in der eine
weitere Bewegung des Auswerfers 13 in Richtung zur Öffnung 8 nicht möglich ist, gelangt
der Fortsatz 11 des Öffnungselements 10 in Kontakt mit den Greifbacken 6 und verhindert,
dass diese weiter mit dem Greifbackengehäuse 5 bewegt werden. So wird eine Relativbewegung
zwischen den Greifbacken 6 und dem Greifbackengehäuse 5 hervorgerufen, die aufgrund
der konischen Lagerung der Greifbacken 6 im Greifbackengehäuse 5 zu einer radialen
Aufweitung der Greifbacken 6 führt. Dadurch wird der abgerissene Teil 30 des Schließringbolzens
18 von den Greifbacken freigegeben. Durch das Anlegen eines Vakuums an den Innenraum
24 kann der abgerissene Teil 30 leicht abgesaugt werden.
[0033] Die Setzeinheit 2 ist nun bereit für einen neuen Setzvorgang, wobei, da die Greifbacken
6 durch das Öffnungselement 10 weiterhin aufgehalten werden, ein leichtes Einführen
eines neuen Schließringbolzens 18 möglich ist. Die Anpassung der Setzeinheit 2 an
unterschiedliche Größen des Schließringbolzens und des Schließrings ist durch einen
einfachen Austausch des Mundstücks 7, des Auswerfers 13 und des Öffnungselements 10
möglich. Da diese Elemente alle durch das Mundstück 7 im Gehäuse 4 gehalten werden,
ist ein derartiger Wechsel auch schnell durchzuführen. Das Mundstück 7 ist bei diesem
Ausführungsbeispiel über ein Gewinde mit dem Gehäuse 4 verbunden, aber auch andere
Ausführungen sind denkbar.
[0034] In Fig. 5 ist eine Detailansicht des Auswerfers 13 dargestellt. Der Auswerfer 13
weist drei kreisförmige Zapfen 16a, 16b, 16c auf, die zur Führung des Auswerfers 13
in den Ausnehmungen 17 des Öffnungselements 10 dienen. Entgegengesetzt von den Zapfen
16a, 16b, 16c erstreckt sich der hülsenförmige Fortsatz 14, der in die Öffnung 8 des
Mundstücks 7 eingesetzt wird. Der freie Innendurchmesser des hülsenförmigen Fortsatzes
14 entspricht dabei in etwa dem Außendurchmesser des Schließringbolzens 18, wodurch
eine Führung des Schließringbolzens 18 beim Einführen in die Setzeinheit 2 erfolgt.
1. Setzeinheit zum Setzen von Schließringbolzen, die ein Gehäuse aufweist, das ein Greifbackengehäuse
umgibt, in dem mindestens zwei Greifbacken angeordnet sind, wobei an einer Stirnseite
des Gehäuses ein Mundstück mit einer Öffnung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Öffnungselement (10) aufweist, das eine axiale Bewegung der Greifbacken (6)
in eine Richtung begrenzt, wobei das Greifbackengehäuse (5) weiter in diese Richtung
bewegbar ist.
2. Setzeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungselement (10) mindestens einen Fortsatz (11) aufweist, der durch eine
Öffnung (12) im Greifbackengehäuse (5) ragt.
3. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (11) hülsenförmig ausgebildet ist und ein Schließringbolzen (18) durch
die Öffnung (12) führbar ist.
4. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifbacken (6) einen Innenraum (24) umgeben, wobei sie an ihrer Innenseite Halterillen
(29) aufweisen.
5. Setzeinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Innenraum (24) durch die Setzeinheit (2) fortsetzt.
6. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Auswerfer (13) aufweist, der zwischen dem Öffnungselement (10) und der
Öffnung (8) des Mundstücks (7) angeordnet ist.
7. Setzeinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswerfer (13) einen Fortsatz (14) aufweist, der sich in die Öffnung (8) des
Mundstücks (7) erstreckt und eine Länge aufweist, die mindestens einer Tiefe der Öffnung
(8) entspricht.
8. Setzeinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (14) hülsenförmig und einstückig mit dem Auswerfer (13) ausgebildet
ist.
9. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswerfer (13) mindestens einen Zapfen (16) aufweist, der sich durch mindestens
eine Ausnehmung (17) im Öffnungselement (10) in Richtung des Greifbackengehäuses (5)
erstreckt.
10. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswerfer (13) mehrere Zapfen (16) aufweist, die als Kreissegmente ausgebildet
sind, wobei die Zapfen (16) einstückig mit dem Auswerfer (13) ausgebildet sind.
11. Setzeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zapfen (16) eine größere axiale Länge aufweisen als der Fortsatz (11) des Öffnungselements
(10).