[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport eines Schussfadens durch das Webfach
einer Webmaschine mit Hilfe wenigstens einer mit einem strömenden Transportmedium
gespeisten Düse. Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Webmaschine mit wenigstens
einer mit einem strömenden Transportmedium gespeisten Düse zum Transport eines Schussfadens
durch das Webfach der Webmaschine.
[0002] Bei Luftdüsenwebmaschinen wird mittels Luftdüsen ein gerichteter Luftstrahl erzeugt,
der den Schussfaden im freien Flug durch das Webfach befördert. Dazu werden mehrere
Luftdüsengruppen (Hauptdüsen, Stafettendüsen) durch pneumatische Ventile zeitgestaffelt
angesteuert. Die Hauptdüsen sorgen für die Beschleunigung des Schussfadens. Die Stafettendüsen
führen die Fadenspitze durch das Webfach.
[0003] Üblicherweise werden die Luftdüsen nach einem vordefinierten Zeitregime gesteuert.
Die richtige Einstellung der Schaltzeitpunkte ist dabei u. a. von dem Material des
Fadens, dem Luftdruck und den klimatischen Bedingungen abhängig und beruht oftmals
auf Erfahrungswerten aus Webversuchen.
[0004] Es ist bekannt, Start und Ankunft des Schussfadens zu messen. Dabei wird der Start
des Schussfadens durch den Zeitpunkt definiert, an dem die Fadenbremse der Webmaschine
gelöst wird und die Hauptdüsen mit Druckluft beaufschlagt werden. Die Fadenankunft
wird durch zwei optische Sensoren gemessen. Durch Linearinterpolation zwischen Start
und Ankunft wird der Fadenflug sehr grob modelliert, wobei in der Regel von einer
gradlinigen gleichförmigen Bewegung ausgegangen wird. In einem Benutzerbild "Düseneinstellungen"
wird dann die sich ergebende interpolierte Gerade angezeigt. Grobe Fehleinstellungen
der Luftdüsen sind in diesem Bild erkennbar und müssen durch schrittweise Veränderung
der Parameter manuell ausgeglichen werden.
[0005] Aus
US 2005/0203659 A1 ist ein Verfahren zur Steuerung des Transports eines Schussfadens in einer Webmaschine
mit Luftdüsen bekannt gemaβ den Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 6.
Bei diesem erfahren wird die Geschwindigkeit des Fadens gemessen und daraus unter
Zuhilfenahme eines komplizierten mathematischen Modells die auf den Faden wirkende
Zugkraft berechnet. Auf der Grundlage der ermittelten Zugkraft wird anschließend der
Transport des Fadens gesteuert.
[0006] Aus
EP 0 344 104 A1 ist eine Webmaschine bekannt, bei der die Schussfadengeschwindigkeit überwacht und
in einem Steuergerät mit Sollwerten verglichen wird. Bei Abweichungen wird der zeitliche
Verlauf des Schusseintrages über die Webbreite geändert. Hierfür wird die Schussgarngeschwindigkeit
beispielsweise durch Druckänderung an den Hauptdüsen oder durch Einsatz einer Schussfadenbremse
angepasst.
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, den Transport des Schussfadens in
einer Webmaschine, bei der ein Schussfaden mit Hilfe wenigstens einer mit einem strömenden
Transportmedium gespeisten Düse durch das Webfach transportiert wird, zu optimieren.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Transport eines Schussfadens durch das
Webfach einer Webmaschine mit Hilfe wenigstens einer mit einem strömenden Transportmedium
gespeisten Düse gelöst, gekennzeichnet durch die Schritte:
- berührungsloses Erfassen des längs des Schussfadens veränderlichen Anteils der natürlichen,
auf dem Schussfaden regellos angeordneten Fadenladungen unter Verwendung einer Elektrodenanordnung,
und Feststellen der wechselnden Gesamtladung an der Elektrodenanordnung,
- Auswerten des periodischen Wechselns der Gesamtladung zur Bestimmung der axialen Geschwindigkeit
des Schussfadens, wobei die periodisch wechselnde Gesamtladung in periodische Spannungsschwankungen
als Nutzsignal umgewandelt wird, wobei ein Teil des Frequenzgemisches außerhalb der
Hauptkomponente unterdrückt wird, zu welchem Zweck die Auswerteeinheit ein verstellbares,
insbesondere ein automatisch nachregelbares Filterelement aufweist, wobei das Filterelement
ein Bandfilter ist, für den eine Steuerkomponente vorgesehen ist, die ausgebildet
ist zum automatischen Einstellen der Mittenfrequenz des Bandfilters entsprechend der
aktuell gemessenen Frequenz der Hauptkomponente und
- Ansteuern der wenigstens einen Düse der Webmaschine in Abhängigkeit von der axialen
Geschwindigkeit des Schussfadens.
[0009] Darüber hinaus wird diese Aufgabe durch eine Webmaschine mit wenigstens einer mit
einem strömenden Transportmedium gespeisten Düse zum Transport eines Schussfadens
durch das Webfach der Webmaschine gelöst,
- mit einer Messvorrichtung ausgebildet zum berührungslosen Erfassen des längs des Schussfadens
veränderlichen Anteils der natürlichen, auf dem Schussfaden regellos angeordneten
Fadenladungen unter Verwendung einer Elektrodenanordnung, und Feststellen der wechselnden
Gesamtladung an der Elektrodenanordnung,
- mit einer Auswerteeinheit, ausgebildet zum Auswerten des periodischen Wechselns der
Gesamtladung zur Bestimmung der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens, wobei die
periodisch wechselnde Gesamtladung in periodische Spannungsschwankungen als Nutzsignal
umgewandelt wird, wobei ein Teil des Frequenzgemisches außerhalb der Hauptkomponente
unterdrückt wird, zu welchem Zweck die Auswerteeinheit ein verstellbares, insbesondere
ein automatisch nachregelbares Filterelement aufweist, wobei das Filterelement ein
Bandfilter ist, für den eine Steuerkomponente vorgesehen ist, die ausgebildet ist
zum automatischen Einstellen der Mittenfrequenz des Bandfilters entsprechend der aktuell
gemessenen Frequenz der Hauptkomponente, und
- mit einer Steuereinheit, ausgebildet zum Ansteuern der wenigstens einen Düse der Webmaschine
in Abhängigkeit von der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Unter der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens wird die Geschwindigkeit des Schussfadens
in Richtung seiner Längsausdehnung (Fadenachse) verstanden.
[0012] Eine Kernidee der Erfindung ist die vorzugsweise automatische Ansteuerung der Düsen
(Haupt- und/oder Stafettendüsen) in Abhängigkeit von der axialen Geschwindigkeit des
Schussfadens. Insbesondere beschäftigt sich die Erfindung mit der Ansteuerung der
Stafettendüsen. Hierzu wird die axiale Geschwindigkeit des Schussfadens mit einem
berührungslosen Messverfahren ermittelt. Die hierfür benötigte Messvorrichtung arbeitet
auf der Grundlage des in dem deutschen Patent
DE 199 00 581 B4 beschriebenen physikalischen Prinzips einer nicht-optischen Ortsfilter-Methode, d.h.
einer Ortsfilter-Methode mit einem nicht-optischen Aufnehmer.
[0013] Das Messverfahren beruht auf einem Erfassen des längs des Schussfadens veränderlichen
Anteils der natürlichen, auf dem Schussfaden regellos angeordneten Fadenladungen mittels
der von diesen ausgehenden Influenzwirkung, wobei der Schussfaden an einem einzigen
Aufnehmer, enthaltend eine Elektrodenanordnung mit in axialer Fadenlaufrichtung ortsbezogen
periodisch wechselnder Empfindlichkeit gegenüber der Influenzwirkung, vorbeiläuft
und eine wechselnde Gesamtladung mindestens in einem Teil der Elektrodenanordnung
erzeugt, wobei an dem Aufnehmer ein zeitbezogen angenähert periodisches Wechseln seiner
Gesamtladung erfasst wird, und wobei die wechselnde Gesamtladung an der Elektrodenanordnung
als ein um eine Hauptkomponente konzentriertes schmalbandiges Frequenzgemisch festgestellt
wird, wobei die Frequenz dieser Hauptkomponente der axialen Geschwindigkeit des vorbeibewegten
Schussfadens proportional ist.
[0014] Hinsichtlich weiterer Einzelheiten des Messverfahrens und der Messvorrichtung wird
auf das deutsche Patent
DE 199 00 581 B4 verwiesen, dessen Inhalt (Beschreibung, Patentansprüche, Zeichnungen) hiermit vollumfänglich
in die vorliegende Patentanmeldung aufgenommen wird und somit als gleichwertiger Bestandteil
dieser Patentanmeldung anzusehen ist. Insbesondere wird Bezug genommen auf die Absätze
[0001] bis [0004] sowie die Absätze [0032] bis [0082], die dortigen Patentansprüche
1 bis 13 und die Figuren 1 bis 13.
[0015] Insbesondere wird darauf verwiesen, dass der nicht-optische Aufnehmer eine gitterförmige
Elektrodenanordnung aufweist, bestehend aus elektrisch leitenden, aber gegeneinander
durch eine nichtleitende Zwischenzone getrennten Gitterstäben, welche parallel zueinander
in der Nähe des Fadens in einem Berührung vermeidenden Abstand angeordnet sind, wobei
die Gitterstäbe vorzugsweise
- quer zum vorbeilaufenden Faden ausgerichtet sind, und
- in axialer Fadenlaufrichtung aneinandergereiht sind, und
- in Gruppen untereinander elektrisch leitend verbunden sind, wobei sich in axialer
Fadenlaufrichtung jeweils ein Gitterstab einer Gruppe und ein Gitterstab einer anderen
Gruppe miteinander abwechseln,
- in festbleibender geometrischer Zuordnung zum vorbeilaufenden Faden angeordnet sind,
und
- in periodisch wiederkehrender Reihenfolge aneinandergereiht sind, und
- mindestens in Gruppen untereinander gleichartig sind.
[0016] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Anwendung eines Filters erforderlich
ist, um (insbesondere niederfrequente) Störungen im Signal herauszufiltern, die sonst
eine brauchbare Signalverwertung ausschließen würden. Ein nichtvariables, festes Filterelement
kann hierfür wegen der hohen Dynamik des Schussfadens (Beschleunigungen bis 20000
m/s
2) und der sich daraus ergebenden unterschiedlichen Signale am Schussanfang einerseits
und im fortlaufenden Schussverlauf andererseits nicht verwendet werden, da die zu
Beginn der Fadenbeschleunigung vorhandenen Nutzfrequenzen im späteren Schussverlauf
zu Störfrequenzen werden. Ein festes Filterelement ist nicht in der Lage, die fehlerverursachenden
Frequenzen aus dem Nutzsignal zu entfernen. Durch die Verwendung eines verstellbaren
Filterelements kann die erforderliche Filterung problemlos durchgeführt werden. Hierbei
erfolgt ein automatisches Einstellen der Mittenfrequenz des verwendeten Bandfilters
entsprechend der aktuell gemessenen Frequenz f
H der Hauptkomponente des Frequenzgemisches.
[0017] Mit der vorliegenden Erfindung kann der Flug des Schussfadens äußerst exakt modelliert
werden. Hierfür kann die axiale Geschwindigkeit des Schussfadens an einer oder mehreren
Stellen der Flugbahn erfasst werden. Die Luftdüsen der Webmaschine können automatisch
eingestellt oder sogar geregelt werden.
[0018] Besonders vorteilhaft ist eine automatische Regelung der Stafettendüsen. Dabei können
störende Umwelteinflüsse, wie etwa Schwankungen der Luftfeuchtigkeit ebenso ausgeglichen
werden wie Materialtoleranzen des Schussfadenmaterials. Die Qualität des Schusseintrags
kann überwacht und optimiert werden. Probleme beim Schusseintrag können exakter erkannt
und klassifiziert werden. Die Einrichtung der Webmaschine wird vereinfacht. Dadurch
verkürzen sich auch die erforderlichen Rüstzeiten. Mit Hilfe der Erfindung kann die
heute verwendete, vergleichsweise empfindliche optische Sensorik ersetzt werden.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die
mit Hilfe von Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in vereinfachten,
z. T. schematischen Darstellungen:
- FIG 1
- die wichtigsten Maschinenteile einer Webmaschine entlang der Schussbahn des Schussfadens
(Stand der Technik),
- FIG 2
- das Prinzip einer Maschinenwinkeleinstellung (Stand der Technik),
- FIG 3
- das Prinzip einer Zeitsteuerung (Stand der Technik),
- FIG 4
- das Prinzip der erfindungsgemäßen Steuerung,
- FIG 5
- das Prinzip des Ortsfilters,
- FIG 6
- Sensor, Auswerteeinheit und Steuereinheit,
- FIG 7
- Verschiebung der Mittenfrequenz des Bandfilters.
[0020] Gleiche Bezugszeichen in den nachfolgend ausführlich beschriebenen Figuren entsprechen
Elementen gleicher oder vergleichbarer Funktion.
[0021] Bei einer Webmaschine 1 ist die Bewegung der Schäfte an den Drehwinkel der Hauptwelle
der Webmaschine gekoppelt. Ab einem festgelegten Drehwinkel bewegt sich ein Schaft
nach oben, ein anderer Schaft nach unten. Dadurch wird das Webfach geöffnet.
[0022] Das Webfach sollte so lang wie möglich geöffnet sein, da dies die zur Verfügung stehende
Schusseintragszeit verlängert.
[0023] In dem hier beschriebenen einfachen Beispiel mit zwei Schäften hängt an jedem Schaft
beispielsweise die Hälfte der Kettfäden. Sind mehr als zwei Schäfte vorhanden, dann
sind mehrere Fadengruppen auf die Schäften verteilt. Die Erfindung ist aber auch für
Webmaschinen einsetzbar, die keine Schäfte verwenden. Der Schusseintrag erfolgt noch
bei fortwährender Öffnung des Webfachs. Die für den Schusseintrag nötige Garnlänge
zieht ein Vorspulgerät 2 von der Schussspule 3 ab. Bei Luftdüsenwebmaschinen wird
mittels Luftdüsen ein gerichteter Luftstrahl erzeugt, der den Schussfaden 4 im freien
Flug durch das Webfach befördert. Eine Vordüse (nicht abgebildet) und eine Hauptdüse
5 straffen und beschleunigen den Schussfaden 4 auf Schussgeschwindigkeit, sobald der
Schussfaden 4 vom Vorspulgerät 2 freigegeben ist. Nun werden die Stafettendüsengruppen
6 nacheinander auf Grundlage des vorgegebenen Maschinendrehwinkels oder der Schussdauer
aktiviert. Ein Ankunftssensor 7 registriert wann der Schussfaden 4 die Webbreite erreicht.
Der Schussfaden 4 wird durch eine Saugdüse (nicht abgebildet) gefangen bzw. durch
eine Streckdüse (nicht abgebildet) gestreckt. Die Funktion der Streckdüse kann dabei
die letzte Stafettendüsengruppe übernehmen. Das Riet (Weblade, Webblatt) schlägt den
Schussfaden 4 an das fertige Gewebe an und die am Riet befindliche Fadenschere 8 schneidet
den Schussfaden 4 ab. Anschließend tauschen die Schäfte ihre Position, wodurch zum
einen das Webfach geschlossen wird und zum anderen ein Kreuzen der Kettfäden erfolgt.
Somit ist der Schussfaden 4 fest eingeschlossen. Abschließend wird der Warenabzug
um eine vorgegebene Länge ausgelöst. Der wichtigsten Maschinenteile einer Webmaschine
1 entlang der Schussbahn des Schussfadens 4 zeigt Fig. 1.
[0024] In einer Luftdüsenwebmaschine kommen viele pneumatische Elemente zum Einsatz. Die
Ansteuerung der Luftdüsen 5, 6 erfolgt über Magnet- bzw. Piezoschaltventile. In den
hier beschriebenen Fällen werden Magnetschaltventile 9 verwendet. Dabei wird mit Hilfe
eines Magneten ein Dichtelement entweder geöffnet oder geschlossen. Mit Schaltzeiten
von ca. 5 ms sind diese Bauteile langsamer als Piezoventile, ermöglichen jedoch einen
hohen Volumenstrom und sind kostengünstig. Magnetschaltventile 9 können zwei Zustände
einnehmen: "Geöffnet" und "Geschlossen".
[0025] Neben der Schaltzeit der Magnetschaltventile 9 stellt die Schaltzeit der Maschinensteuerung
ein wichtiges Kriterium für den Luftverbrauch dar. Je länger die Vorschaltzeit insbesondere
der Stafettendüsen 6 aufgrund der Steuerzykluszeit sein muss, desto größer ist der
Luftverbrauch. Angesichts dessen, das pneumatische Elemente mehr als 50 % des Energieverbrauchs
einer Luftdüsenwebmaschine verursachen können, können sich Veränderungen der Düsenöffnungszeiten
signifikant auf den Energieverbrauch auswirken. Durch Optimierung der Schaltzeiten
sind Energieeinsparungen von bis zu 10 % oder mehr möglich
[0026] Die korrekte Einstellung einer Webmaschine 1 ist eine sehr langwierige und anspruchsvolle
Aufgabe. Daher versuchen Textilmaschinenhersteller permanent, diesen Einstellungsprozess
zu verkürzen, um die Maschinen mit kurzen Umrüstzeiten für die Textilindustrie attraktiver
zu gestalten.
[0027] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Konzepte zur Maschineneinrichtung bekannt.
Grundsätzlich unterscheiden sich diese Konzepte dadurch, dass sie entweder auf einer
Einstellung des Maschinenwinkels oder aber einer Zeitsteuerung beruhen. Bei einer
Maschinenwinkeleinstellung ist der Ein- und Ausschaltzeitpunkt der Hauptdüse 5 sowie
der Stafettendüsen 6 vom Drehwinkel der Hauptwelle der Webmaschine 1 abhängig, wie
dies vereinfacht in Fig. 2 abgebildet ist. Dies stellt die einfachste Form der Maschineneinrichtung
dar. Nachteilig sind jedoch die erforderliche Einrichtzeit und die notwendige Neueinstellung
der Maschine bei einer Änderung der Maschinendrehzahl. Toleranzen der Materialeigenschaften
können mit diesem System nicht berücksichtigt werden. Bei einer Zeitsteuerung werden
die Düsen mit festen Zeiten angesteuert. Im Gegensatz zur Maschinenwinkeleinstellung
ist es möglich, die Drehzahl zu ändern, ohne eine aufwendige Neueinrichtung vornehmen
zu müssen. Lediglich der Startzeitpunkt des gesamten Düsensteuerungsablaufs wird entsprechend
der Drehzahl der Hauptwelle verschoben. Mit zunehmender Drehzahl startet der pneumatische
Ablauf früher, mit abnehmender Drehzahl später. Die Stafettendüsen 6 schalten mit
einer Zeitverzögerung nach dem Auslösen der Hauptdüse 5. Eine solche Zeitsteuerung
ist vereinfacht in Fig. 3 abgebildet.
[0028] Erfindungsgemäß ist eine Webmaschine mit einer Messvorrichtung ausgestattet, die
nachfolgend kurz als Sensor 11 bezeichnet wird, vgl. FIG 4. Wie weiter unten erläutert
werden wird, wird mit Hilfe der durch den Sensor 11 erfassten Signale in einer Auswerteeinheit
12 die axiale Geschwindigkeit des Schussfadens 4 ermittelt. Anschließend steuert eine
Steuereinheit 13 automatisch die Stafettendüsen 6 in Abhängigkeit von der axialen
Geschwindigkeit des Schussfadens 4. Es hat sich für den vorliegenden Anwendungsfall
als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der Sensor 11 nach der Hauptdüse 5 angeordnet
ist. Denn dann ist nur ein einziger Sensor 11 für alle Farben (Schussfadenrollen)
erforderlich. Prinzipiell kann der Sensor 11 aber an jeder beliebigen Stelle des Fadenlaufs
angeordnet sein.
[0029] Der Sensor 11 ist ausgebildet zum Erfassen des längs des Schussfadens 4 veränderlichen
Anteils der natürlichen, auf dem Schussfaden regellos angeordneten Fadenladungen mittels
der von diesen ausgehenden Influenzwirkung. Hierzu umfasst der Sensor 11 einen Aufnehmer
14, der derart angeordnet ist, dass der Schussfaden 4 an ihm vorbeiläuft. Der Aufnehmer
14 umfasst eine Elektrodenanordnung 15 mit in axialer Fadenlaufrichtung 16 ortsbezogen
periodisch wechselnder Empfindlichkeit gegenüber der Influenzwirkung. Der an dem Aufnehmer
14 vorbeilaufende Schussfaden 4 erzeugt eine wechselnde Gesamtladung mindestens in
einem Teil der Elektrodenanordnung 15. Dabei wird an dem Aufnehmer 14 ein zeitbezogen
angenähert periodisches Wechseln der Gesamtladung erfasst, wobei die wechselnde Gesamtladung
an der Elektrodenanordnung 15 als ein um eine Hauptkomponente konzentriertes schmalbandiges
Frequenzgemisch festgestellt wird. Die Frequenz f
H dieser Hauptkomponente ist der axialen Geschwindigkeit des vorbeibewegten Schussfadens
4 proportional, vgl.
DE 199 00 581 B4.
[0030] Mit anderen Worten wird bei der vorliegenden Erfindung ein elektrostatisches Ortsfilterverfahrens
eingesetzt, bei dem der Schussfaden zwischen zwei Stegen hindurchgeführt wird, welche
die Elektrodenanordnung 15 bilden, vgl. FIG 5. Auf jedem Steg sitzen abwechselnd Schirm-
sowie Messelektroden 17, 18. Die Schirmelektroden 17 trennen die Messelektroden 18
voneinander ab. So wird jeweils nur in einer Messelektrode 18 durch eine auf dem Schussfaden
4 befindliche Ladung eine Ladungsverschiebung influenziert. Bewegt sich der Schussfaden
4 weiter, erfolgt eine Rückverschiebung der Ladungen in den Ausgangszustand. Sobald
sich das entsprechende Fadenstück über der nächsten Messelektrode 18 befindet, beginnt
der Vorgang dort von Neuem. Die Zeit zwischen den Ladungsverschiebungen ist von der
Geschwindigkeit des Fadenstücks sowie dem Abstand der Messelektroden 18 abhängig.
Es entsteht eine zur Geschwindigkeit proportionale Frequenz im Spannungssignal. Der
zweite Steg besitzt die gleiche Struktur wie der erste, nur dass hier alle Elektroden
um einen Elektrodenabstand verschoben sind. Dies hat zur Folge, das der erste Steg
ein Signal liefert, der zweite Steg nicht und umgedreht. Dadurch können die Signale
beider Stege in einem Differenzenverstärker verglichen und Rauscheffekte gemindert
werden. Der Ortsfilter-Prinzip des Sensors 11 sowie die Funktionsweise sind in FIG
5 dargestellt.
[0031] Die Auswerteeinheit 12 ist ausgebildet zum Auswerten des periodischen Wechselns der
Gesamtladung zur Bestimmung der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens 4. Hierzu
wird die periodisch wechselnde Gesamtladung in periodische Spannungsschwankungen als
Nutzsignal umgewandelt. Die Auswerteeinheit 12 ist darüber hinaus ausgebildet zum
Unterdrücken eines Teils des Frequenzgemisches außerhalb der Hauptkomponente. Hierzu
weist die Auswerteeinheit 12 ein verstellbares, insbesondere ein automatisch nachregelbares
Filterelement auf. Dabei handelt es sich vorzugsweise um ein Bandpassfilter 19 (kurz:
Bandfilter). Für das Bandfilter 19 ist eine Steuerkomponente 21 vorgesehen, die ausgebildet
ist zum automatischen Einstellen der Mittenfrequenz des Bandfilters 19 entsprechend
der aktuell gemessenen Frequenz f
H der Hauptkomponente.
[0032] Im Einzelnen umfasst die Auswerteeinheit 12 einen Vorverstärker 22, das Bandfilter
19, einen Nachverstärker 23, sowie eine Signalverarbeitungseinheit 24, vgl. FIG 6.
Nachdem das Signal aus der stochastisch verteilten Ladung des Schussfadens 4 im Sensor
11 generiert wurde, wird es in dem Vorverstärker 22 verstärkt. Anschließend erfolgt
eine Filterung mit Hilfe des Bandfilters 19, die weiter unten näher beschrieben wird.
Anschließend erfolgt eine Nachverstärkung des Signals mit dem Nachverstärker 23. In
der sich anschließenden Signalverarbeitungseinheit 24 mit dem Differenzenverstärker
wird das Signal digitalisiert bzw. in ein frequenzmoduliertes Rechtecksignal überführt,
vgl. FIG 5, rechte Seite. Die Signalverarbeitungseinheit 24 dient auch als Steuerkomponente
21 für das Bandfilter 19. Sie umfasst hierfür ein PLL (Phase Lock Loop, nicht abgebildet),
der vorzugsweise als Bestandteil eines VCO (Voltage Controlled Oscillator) ausgeführt
ist. Zum Vergleichen der Signale der beiden Stege der Elektrodenanordnung 15 umfasst
die Signalverarbeitungseinheit 24 auch einen Differenzenverstärker (nicht abgebildet).
[0033] Die Signalverarbeitungseinheit 24 ist eine elektronische Datenverarbeitungseinheit
und umfasst u.a. einen Analog-Digital-Wandler und einen digitalen Signalprozessor
(DSP). Anstelle des DSP kann auch ein anderer digitaler Mikrocontroller, eine anwendungsspezifische
integrierte Schaltung (Application Specific Integrated Circuit, ASIC), ein programmierbarer
integrierter Schaltkreis (Field Programmable Gate Array, FPGA) oder ein programmierbarer
Logikbaustein (Complex Programmable Logic Device, CPLD) verwendet werden. Die Signalverarbeitungseinheit
24 umfasst darüber hinaus einen herkömmlichen Datenverarbeitungsprozessor, der mit
Dateneingabeund Datenausgabeeinheiten zusammenwirkt. Darüber hinaus umfasst die Datenverarbeitungseinheit
ein Computerprogramm, welches zur Ausführung in dem Prozessor ausgebildet ist. Das
Computerprogramm umfasst Computerprogrammanweisungen zur Ausführung der beschriebenen,
der Signalverarbeitungseinheit 24 zugeordneten Verfahrensschritte und zur Implementierung
der beschriebenen Funktionalitäten (Differenzenverstärker etc.), wenn das Computerprogramm
in der Datenverarbeitungseinheit ausgeführt wird. Alternativ kann anstelle des in
dem Prozessor abgearbeiteten Computerprogramms in der Datenverarbeitungseinheit auch
eine spezielle digitale Schaltungsstruktur (FPGA, ASIC, CPLD, ...) vorgesehen sein,
durch deren Betrieb die zur Ausführung der beschriebenen, der Signalverarbeitungseinheit
24 zugeordneten Verfahrensschritte und zur Implementierung der beschriebenen Funktionalitäten
ausgeführt bzw. bereitgestellt werden.
[0034] Durch die Verwendung eines verstellbaren Filterelements kann die erforderliche Filterung
problemlos durchgeführt werden. Hierzu wird das Bandfilter 19 an die aktuelle gemessene
Frequenz angepasst. Mit anderen Worten erfolgt eine automatische Nachführung der Filtereigenschaften
entsprechend der gemessenen Signale. Hierzu wird bei Verwendung eines entsprechend
ausgebildeten und über die Steuerkomponente ansteuerbaren Bandfilters 19 die Mittenfrequenz
des Bandfilters 19 entsprechend der aktuellen axialen Geschwindigkeit des Schussfadens
4 eingestellt, vgl. FIG 7.
[0035] Die Bandbreite des Bandfilters 19 ist vorzugsweise derart eingestellt, dass das Nutzsignal
innerhalb der Zeit bis zur Aktualisierung der Mittenfrequenz die Bandbreite nicht
verlässt. Somit ist die benötigte Bandbreite von der Beschleunigung des Schussfadens
4 sowie der Zykluszeit der durch die Signalverarbeitungseinheit 24 realisierten Filtersteuerung
abhängig. Ausgehend von einer extrem hohen Dynamik des Schussfadens (Beschleunigung)
durchläuft das Sensorsignal ein Frequenzband von beispielsweise 5 kHz pro Millisekunde
(bei einem Abstand der Detektionselektroden von beispielsweise 4 mm). Die Bandbreite
im Bereich des Beschleunigungsbeginns ist vorzugsweise auf ungefähr 5 kHz beschränkt,
da ansonsten die Bandbreite bei höheren Frequenzen zu groß für eine sinnvolle Signalkonditionierung
wird. In diesem Fall muss die Signalverarbeitungseinheit 24 innerhalb von 1,5 ms eine
Aktualisierung der Mittenfrequenz vornehmen. Für die Festlegung der Mittenfrequenz
f
M des eingesetzten Bandfilters 19 wird das Taktsignal der PLL genutzt.
[0036] Die Signalkonditionierung hat folgendes Funktionsprinzip: Zu Beginn des Schusses
ist die Mittenfrequenz f
M eines Bandpasses über einer Taktfrequenz, welche von der PLL erzeugt wird, auf die
Schussanfangsfrequenz + X gelegt. Entsprechend dem gemessenen Nutzsignal und der daraus
ermittelten Frequenz gibt die Steuerkomponenten in der Signalverarbeitungseinheit
24 ein Spannungssignal an die PLL, die ein neues Taktsignal generiert, welches das
Bandfilter 19 auf die aktuelle Nutzsignalfrequenz + X legt. X ist hierbei maßgeblich
von der Bandbreite des Bandfilters 19 und der Zykluszeit der Steuerkomponente in der
Signalverarbeitungseinheit 24 abhängig.
[0037] Bei dem Filterelement handelt es sich vorzugsweise um einen digitales Filter, welches
eine hohe Flexibilität aufweist und dessen Parametrierung auf einfache Art und Weise
mit Hilfe eines digitalen Signalprozessors erfolgen kann. Anstelle eines digitalen
Filters kann aber auch ein SC-Filter (Switched-Capacity-Filter) verwendet werden,
das beispielsweise mit Hilfe einer SPS-Steuerung parametriert werden kann.
[0038] Die axiale Geschwindigkeit ist mit der Frequenz der Hauptkomponente des Nutzsignals
über eine mathematische Beziehung verknüpft und kann daher in der Signalverarbeitungseinheit
24 berechnet werden. Über eine Integration kann in der Signalverarbeitungseinheit
24 darüber hinaus aus der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens 4 an dem Sensor
11 die Position der Fadenspitze des Schussfadens 4 zu einem definierten späteren Zeitpunkt
ermittelt werden. Auch ist die Fadenlänge ermittelbar, so dass der Sensor 11 auch
als Fadenlängensensor dienen kann. Zusammenfassend kann mit der beschriebenen Anordnung
der Schussverlauf des Schussfadens 4 nachgebildet werden. Eine besonders umfassende
Auswertung von Informationen und damit verbunden eine besonders genaue und umfassende
Steuerung der Webmaschine 1 ist möglich, wenn in der Auswerteeinheit 12 nicht nur
die Nutzsignale des Sensors 11, sondern auch Signale 25 der übrigen Sensorik (Fadenstart,
Fadenankunft, etc.) zusammengeführt und zur Auswertung verwendet werden.
[0039] Die für eine Ansteuerung der Stafettendüsen 6 relevanten Informationen werden von
der Auswerteeinheit 12 an die Steuereinheit 13 übergeben, die zum automatischen Ansteuern
der Stafettendüsen 6 in Abhängigkeit von der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens
4 ausgebildet ist. Unter dem Ansteuern einer Düse wird dabei das Ein- und ggf. auch
Ausschalten der Düse, hier durch Betätigen der Magnetschaltventile 9, verstanden.
Mit anderen Worten geht es darum, den Schaltzeitpunkt der Stafettendüsen 6 zu bestimmen.
Vorzugsweise ist die Steuereinheit 13 dabei derart ausgebildet, dass die gruppenweise
angeordneten Stafettendüsen 6 dann nacheinander eingeschaltet werden, wenn die Fadenspitze
des Schussfadens 4 in ihren Wirkungsbereich gelangt. Vorzugsweise erfolgt nicht nur
eine einmalige Einstellung des Ansteuerungszeitpunktes der Stafettendüsen 6, sondern
das Ansteuern der Stafettendüsen 6 erfolgt bei jedem Webschuss automatisch, so dass
eine Regelung vorliegt. Zum Ansteuern der Stafettendüsen 6 gibt die Steuereinheit
ein Steuerungssignal 26 aus, vgl. FIG 6.
[0040] Die erforderliche Messgenauigkeit des Sensors 11 hängt von zwei Kriterien ab. Zum
einen von der Zykluszeit (Reaktionszeit) der eingesetzten Steuerung für die Luftdüsenstrecke
und zum anderen von der Geschwindigkeit des eingetragenen Garns. Grundsätzlich wird
die Steuereinheit 13 das Signal für die Ansteuerung der Stafettendüsen 6 im Voraus
geben. Diese Vorhaltezeit muss mindestens gleich der Zeit bis zum Anliegen des Düsenansteuerungssignals
(also der steuerungsseitig bedingten Verzögerung) zuzüglich der Düsenöffnungsdauer
(einschließlich der Verzögerung der Magnetschaltventile) sein. Die Messtoleranz des
Sensors 11 ist dem noch hinzu zufügen.
[0041] Die Steuereinheit 13 kann nur zu jedem Zyklusbeginn ein Signal ausgeben, wobei unter
"Zyklus" die Zeit bis zum nächsten Einlesen aller Eingangsparameter und Ausgeben aller
Ausgangsparameter verstanden wird. Daher muss der Messfehler des Sensors 11 kleiner
sein als die Hälfte der Fadenfluglänge innerhalb eines Zyklus. Im konkreten Fall ergeben
sich bei einer Zykluszeit von 1,5 ms für das getestete Garnmaterial Toleranzbereiche
von wenigen Zentimetern. Eine Erhöhung der Genauigkeit des Sensors 11 kann mit Hilfe
einer genaueren Reaktion der Steuerung auf den Schussbeginn und das Ende des Fadeneintrags
erreicht werden.
1. Verfahren zum Transport eines Schussfadens (4) durch das Webfach einer Webmaschine
(1) mit Hilfe wenigstens einer mit einem strömenden Transportmedium gespeisten Düse
(5, 6), in dem die folgenden Schritte ausgeführt werden:
- berührungsloses Erfassen durch einer Messvorrichtung des längs des Schussfadens
(4) veränderlichen Anteils der natürlichen, auf dem Schussfaden (4) regellos angeordneten
Fadenladungen mittels der von diesen ausgehenden Influenzwirkung, wobei der Schussfaden
(4) an einem einzigen Aufnehmer (14), enthaltend eine Elektrodenanordnung (15) mit
in axialer Fadenlaufrichtung (16) ortsbezogen periodisch wechselnder Empfindlichkeit
gegenüber der Influenzwirkung, vorbeiläuft und eine wechselnde Gesamtladung mindestens
in einem Teil der Elektrodenanordnung (15) erzeugt, wobei an dem Aufnehmer (14) ein
zeitbezogen angenähert periodisches Wechseln seiner Gesamtladung erfasst wird, und
wobei die wechselnde Gesamtladung an der Elektrodenanordnung (15) als ein um eine
Hauptkomponente konzentriertes schmalbandiges Frequenzgemisch festgestellt wird, wobei
die Frequenz (fH) dieser Hauptkomponente der axialen Geschwindigkeit des vorbeibewegten Schussfadens
(4) proportional ist,
- Auswerten des periodischen Wechselns der Gesamtladung zur Bestimmung der axialen
Geschwindigkeit des Schussfadens (4), wobei die periodisch wechselnde Gesamtladung
in periodische Spannungsschwankungen als Nutzsignal umgewandelt wird, wobei ein Teil
des Frequenzgemisches außerhalb der Hauptkomponente unterdrückt wird, die Auswerteeinheit
(12) ein verstellbares, insbesondere ein automatisch nachregelbares Filterelement
(19) aufweist, wobei das Filterelement (19) ein Bandfilter ist, für den eine Steuerkomponente
(24) vorgesehen ist, die ausgebildet ist zum automatischen Einstellen der Mittenfrequenz
(fM) des Bandfilters (19) entsprechend der aktuell gemessenen Frequenz (fH) der Hauptkomponente und
- Ansteuern der wenigstens einen Düse (5, 6) der Webmaschine (1) in Abhängigkeit von
der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens (4) dadurch gehennzeichnet, dass die
Auswerteeinheit (12) zum Unterdrüchen eines Teils des Frequenzgeunisches anβerhalls
der Hauptkomponente ein verstellbares, insbesondere ein automatisch nachregelbares
Filterelement (19) aufweist, wobei das Filterelement (19) ein Bandfilter ist, für
den eine Steuerkomponente (24) vorgesehen ist, die ausgebildet ist zum automatischen
Einstellen der Mittenfrequenz (fM) des Bandfilters (19) entsprechend der aktuell gemessenen Frequenz (fH) der Hauptkomponente.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens (4) an der Messvorrichtung (11)
die Position der Fadenspitze des Schussfadens (4) zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt
und diese Information zum Ansteuern der wenigstens einen Düse (5, 6) der Webmaschine
(1) verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Düse (5, 6) dann eingeschaltet wird, wenn die Fadenspitze des
Schussfadens (4) in den Wirkungsbereich der Düse (5, 6) gelangt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Webmaschine (1) wenigstens eine Hauptdüse (5) und eine Anzahl Stafettendüsen
(6) aufweist und die Hauptdüse (5) und/oder die Anzahl Stafettendüsen (6) in Abhängigkeit
von dem Messergebnis der Messvorrichtung (11) angesteuert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ansteuern der wenigstens einen Düse (5, 6) in Abhängigkeit von der axialen Geschwindigkeit
des Schussfadens (4) bei jedem Webschuss erfolgt.
6. Webmaschine (1) mit wenigstens einer mit einem strömenden Transportmedium gespeisten
Düse (5, 6) zum Transport eines Schussfadens (4) durch das Webfach der Webmaschine
(1),
- mit einer Messvorrichtung (11), ausgebildet zum Erfassen des längs des Schussfadens
(4) veränderlichen Anteils der natürlichen, auf dem Schussfaden regellos angeordneten
Fadenladungen mittels der von diesen ausgehenden Influenzwirkung, wobei der Schussfaden
(4) an einem einzigen Aufnehmer (14), enthaltend eine Elektrodenanordnung (15) mit
in axialer Fadenlaufrichtung (16) ortsbezogen periodisch wechselnder Empfindlichkeit
gegenüber der Influenzwirkung, vorbeiläuft und eine wechselnde Gesamtladung mindestens
in einem Teil der Elektrodenanordnung (15) erzeugt, wobei an dem Aufnehmer (14) ein
zeitbezogen angenähert periodisches Wechseln seiner Gesamtladung erfasst wird, und
wobei die wechselnde Gesamtladung an der Elektrodenanordnung (15) als ein um eine
Hauptkomponente konzentriertes schmalbandiges Frequenzgemisch festgestellt wird, wobei
die Frequenz (fH) dieser Hauptkomponente der axialen Geschwindigkeit des vorbeibewegten Schussfadens
(4) proportional ist,
- mit einer Auswerteeinheit (12), ausgebildet zum Auswerten des periodischen Wechselns
der Gesamtladung zur Bestimmung der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens (4),
wobei die periodisch wechselnde Gesamtladung in periodische Spannungsschwankungen
als Nutzsignal umgewandelt wird, wobei ein Teil des Frequenzgemisches außerhalb der
Hauptkomponente unterdrückt wird, und
- mit einer Steuereinheit (13), ausgebildet zum Ansteuern der wenigstens einen Düse
(5, 6) der Webmaschine (1) in Abhängigkeit von der axialen Geschwindigkeit des Schussfadens
(4) dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (12) zum Unterdrüchen eines Teils des Frequenzgenisches anβerhalb
der Haupkomponente ein verstellbares, insbesondere ein automatisch nachregelbares
Filterelement (19) aufweist, wobei das Filterelement (19) ein Bandfilter ist, für
den eine Steuerkomponente (24) vorgesehen ist, die ausgebildet ist zum automatischen
Einstellen der Mittenfrequenz (fM) des Bandfilters (19) entsprechend der aktuell gemessenen Frequenz (fH) der Hauptkomponente.
7. Webmaschine (1) nach Anspruch 6, mit wenigstens eine Hauptdüse (5) und eine Anzahl
Stafettendüsen (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Messvorrichtung (11) nach der Hauptdüse (5) angeordnet ist.
1. Method for transporting a weft thread (4) through the shed of a weaving machine (1)
with the aid of at least one nozzle (5, 6) that is fed with a flowing transportation
medium, wherein the following steps are carried out:
- contactlessly sensing by means of a measuring device (11) the variable portion,
along the weft thread (4), of the natural thread charges arranged irregularly on the
weft thread (4) by means of the electrostatic induction effect emanating therefrom,
with the weft thread (4) moving past a single detector (14) containing an electrode
array (15) having a periodically changing sensitivity, location-related in the axial
running direction (16) of the thread, to the electrostatic induction effect and generating
a changing total charge at least in a part of the electrode array (15), with a time-related
approximately periodic change in its total charge being registered at the detector
(14), and with the changing total charge at the electrode array (15) being established
as a narrowband frequency spectrum concentrated around a main component, with the
frequency (fH) of said main component being proportional to the axial velocity of the weft thread
(4) being moved past,
- evaluating the periodic change in the total charge in order to determine the axial
velocity of the weft thread (4), with the periodically changing total charge being
converted into periodic voltage fluctuations as a usable signal, with a part of the
frequency spectrum outside the main component being suppressed, and
- controlling the at least one nozzle (5, 6) of the weaving machine (1) as a function
of the axial velocity of the weft thread (4), characterised in that in order to suppress a part of the frequency spectrum outside the main component
the evaluation unit (12) has an adjustable filter element (19), in particular an automatically
readjustable one, with the filter element (19) being a band filter for which there
is provided a control component (24) which is embodied for automatically setting the
centre frequency (fM) of the band filter (19) in accordance with the currently measured frequency (fH) of the main component.
2. Method according to claim 1, characterised in that the position of the tip of the weft thread (4) at a later instant in time is determined
on the basis of the axial velocity of the weft thread (4) at the measuring device
(11) and this information is used for controlling the at least one nozzle (5, 6) of
the weaving machine (1).
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the at least one nozzle (5, 6) is activated when the tip of the weft thread (4) reaches
the region of action of the nozzle (5, 6).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the weaving machine (1) has at least one main nozzle (5) and a number of relay nozzles
(6) and in that the main nozzle (5) and/or the number of relay nozzles (6) is/are controlled as a
function of the measurement result of the measuring device (11).
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that the at least one nozzle (5, 6) is controlled for each weft filling as a function
of the axial velocity of the weft thread (4).
6. Weaving machine (1) having at least one nozzle (5, 6) that is fed with a flowing transportation
medium for transporting a weft thread (4) through the shed of the weaving machine
(1),
- having a measuring device (11) embodied for sensing the variable portion, along
the weft thread (4), of the natural thread charges arranged irregularly on the weft
thread by means of the electrostatic induction effect emanating therefrom, with the
weft thread (4) moving past a single detector (14) containing an electrode array (15)
having a periodically changing sensitivity, location-related in the axial running
direction (16) of the thread, to the electrostatic induction effect and generating
a changing total charge at least in a part of the electrode array (15), with a time-related
approximately periodic change in its total charge being registered at the detector
(14), and with the changing total charge at the electrode array (15) being determined
as a narrowband frequency spectrum concentrated around a main component, with the
frequency (fH) of said main component being proportional to the axial velocity of the weft thread
(4) being moved past,
- having an evaluation unit (12) embodied for evaluating the periodic change in the
total charge in order to determine the axial velocity of the weft thread (4), with
the periodically changing total charge being converted into periodic voltage fluctuations
as a usable signal, with a part of the frequency spectrum outside the main component
being suppressed, and
- having a control unit (13) embodied for controlling the at least one nozzle (5,
6) of the weaving machine (1) as a function of the axial velocity of the weft thread
(4), characterised in that in order to suppress a part of the frequency spectrum outside the main component
the evaluation unit (12) has an adjustable filter element (19), in particular an automatically
readjustable one, with the filter element (19) being a band filter for which there
is provided a control component (24) which is embodied for automatically setting the
centre frequency (fM) of the band filter (19) in accordance with the currently measured frequency (fH) of the main component.
7. Weaving machine (1) according to claim 6, having at least one main nozzle (5) and
a number of relay nozzles (6), characterised in that the measuring device (11) is arranged downstream of the main nozzle (5).
1. Procédé de transport d'un fil ( 4 ) de trame dans la foule d'un métier ( 1 ) à tisser
à l'aide d'au moins une buse (5, 6) alimentée en un fluide de transport en écoulement,
en effectuant les stades suivantes :
- détection sans contact, par un dispositif ( 11 ) de mesure de la proportion, variable
le long du fil ( 4 ) de trame, des charges de fil naturelles, disposées sans régularité
sur le fil ( 4 ) de trame, au moyen de l'influence électrique qui en provient, le
fil ( 4 ) de trame passant devant un capteur (14) unique comportant un agencement
(15) d'électrodes ayant une sensibilité alternant périodiquement, rapportée à l'endroit,
dans la direction ( 16 ) axiale de passage du fil vis-à-vis de l'influence électrique
et produisant une charge globale alternée au moins dans une partie de l'agencement
( 15 ) d'électrodes, dans lequel on détecte sur le capteur ( 14 ) une alternance à
peu près périodique, rapportée au temps, de sa charge globale et dans lequel on constate
la charge globale alternée sur l'agencement ( 15 ) d'électrodes sous la forme d'un
mélange de fréquences à bande étroite concentré autour d'une composante principale,
la fréquence ( fH ) de cette composante principale étant proportionnelle à la vitesse axiale du fil
( 4 ) de trame en déplacement,
- exploitation de l'alternance périodique de la charge globale pour déterminer la
vitesse axiale du fluide ( 4 ) de trame, la charge globale alternant périodiquement
étant transformée comme signal utile en fluctuations périodiques de tension, une partie
du mélange de fréquences en-dehors de la composante principale étant supprimée, et
- commande de la au moins une buse ( 5, 6 ) du métier ( 1 ) à tisser en fonction de
la vitesse axiale du fil (4) de trame,
caractérisé en ce que l'unité ( 12 ) d'exploitation comporte, pour la suppression d'une partie du mélange
de fréquences en-dehors de la composante principale, un élément ( 19 ) de filtrage
réglable, notamment reréglable automatiquement, l'élément ( 19 ) de filtrage étant
un filtre de bande pour lequel est prévu un composant ( 24 ) de commande, qui est
constitué pour régler automatiquement la fréquence ( f
M ) médiane du filtre ( 19 ) à bande conformément à la fréquence ( f
H ) mesurée présentement de la composante principale.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que, à l'aide de la vitesse axiale du fil ( 4 ) de trame, on détermine sur le dispositif
( 11 ) de mesure la position de la pointe du fil (4) de trame à un instant ultérieur
et on utilise cette information pour commander la au moins une buse ( 5, 6 ) du métier
( 1 ) à tisser.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la au moins une buse (5, 6) est branchée, lorsque la pointe du fil ( 4 ) de trame
atteint la zone d'action de la buse ( 5, 6 ).
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le métier ( 1 ) à tisser comporte au moins une buse ( 5 ) principale et un certain
nombre de buses ( 6 ) estafettes et on commande la buse ( 5 ) principale et/ou le
certain nombre de buses (6) estafettes en fonction du résultat de mesure du dispositif
( 11 ) de mesure.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la commande de la au moins une buse ( 5, 6 ) en fonction de la vitesse axiale du
fil ( 4 ) de trame s'effectue à chaque duite.
6. Métier ( 1 ) à tisser ayant au moins une buse ( 5, 6 ) alimentée en fluide de transport
en écoulement pour le transport d'un fluide ( 4 ) de trame dans la foule d'un métier
( 1 ) à tisser,
- comprenant un dispositif ( 11 ) de mesure constitué pour détecter la proportion,
variable le long du fil ( 4 ) de trame des charges de fil naturelles, disposées sans
régularité sur le fil de trame au moyen de l'influence électrique qui en provient,
le fil ( 4 ) de trame passant devant un capteur ( 14 ) unique comportant un agencement
( 15 ) d'électrodes ayant une sensibilité alternant périodiquement, rapportée au lieu,
dans la direction ( 16 ) axiale de passage du fil vis-à-vis de l'influence électrique
et produisant une charge globale alternée au moins dans une partie de l'agencement
( 15 ) d'électrodes, une alternance à peu près périodique, rapportée au temps, de
sa charge globale étant détectée sur le capteur ( 14 ) et dans lequel la charge globale
alternée sur l'agencement ( 15 ) d'électrodes est constatée sous la forme d'un mélange
de fréquences à bande étroite concentré autour d'une composante principale, la fréquence
( fH ) de cette composante principale étant proportionnelle à la vitesse axiale du fil
( 4 ) de trame en déplacement,
- comprenant une unité ( 12 ) d'exploitation conçue pour exploiter l'alternance périodique
de la charge globale pour déterminer la vitesse axiale du fil ( 4 ) de trame, la charge
globale alternant périodiquement étant transformée comme signal utile en des fluctuations
périodiques de tension, une partie du mélange de fréquences en-dehors de la composante
principale étant supprimée, et
- comprenant une unité ( 13 ) de commande conçue pour commander la au moins une buse
( 5, 6 ) du métier ( 1 ) à tisser en fonction de la vitesse axiale du fil (4) de trame,
caractérisé en ce que l'unité ( 12 ) d'exploitation comporte, pour la suppression d'une partie du mélange
de fréquences en-dehors de la composante principale, un élément ( 19 ) de filtrage
réglable, notamment reréglable automatiquement, l'élément ( 19 ) de filtrage étant
un filtre de bande pour lequel est prévu un composant (24) de commande, qui est constitué
pour régler automatiquement la fréquence ( f
M ) médiane du filtre ( 19 ) à bande conformément à la fréquence ( f
H ) mesurée présentement de la composante principale.
7. Métier ( 1 ) à tisser suivant la revendication 6, comprenant au moins une buse ( 5
) principale et un certain nombre de buses ( 6 ) estafettes, caractérisé en ce que le dispositif ( 11 ) de mesure est monté après la buse ( 5 ) principale.