Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Veloumadelvliesstoff, welcher durch Ablegen eines gegebenenfalls
vorverfestigten Vlieses auf einer bürstenartigen Unterlage und Nadeln des Vlieses
auf dieser Unterlage hergestellt wird. Des Weiteren betrifft die Erfindung bevorzugte
Verwendungen des Veloumadelvliesstoffs.
Stand der Technik
[0002] Aus der
DE 34 44 763 A1 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung eines Veloumadelvliesstoffs
bekannt, bei welchem ein vorgenadeltes Stapelfaservlies auf eine umlaufende, bürstenartige
Stichunterlage aufgelegt und dann unter einer Polausbildung auf der der Stichunterlage
zugekehrten Seite genadelt wird. Da bei diesem Verfahren die von den Nadeln erfassten
Fasern in die Bürste der Stichunterlage hineingenadelt werden, erhält der in dieser
Weise genadelte Vliesstoff ein velourartiges Aussehen.
[0003] Um die Verzugsfestigkeit eines solchen Veloumadelvliesstoffs zu steigern, wird in
der
DE 44 09 771 A1 weiter vorgeschlagen, das Stapelfaservlies unter Zwischenlage einer Schicht mit einer
höheren Verzugsfestigkeit als das Stapelfaservlies, insbesondere eines Spinnvlieses,
auf die bürstenartige Stichunterlage aufzulegen und dann das Verfahren so zu führen,
dass beim Nadeln die Polfasern durch die Schicht mit der höheren Verzugsfestigkeit
gezogen werden. Hierbei ist gemäß dem Dokument insbesondere darauf zu achten, dass
das Flächengewicht der Zwischenschicht aus Spinnvlies möglichst gering ist, so dass
zum einen die Polausbildung durch die Zwischenschicht nicht behindert wird und zum
anderen die Zwischenschicht im optischen Erscheinungsbild des Veloumadelvliesstoffs
aus Stapelfasern nicht in Erscheinung tritt.
[0004] Veloumadelvliesstoffe der beschriebenen Art werden im zunehmenden Maße zur Auskleidung
von Kraftfahrzeuginnenräumen eingesetzt. Nachteilig ist dabei, dass, um die für diese
Anwendung erforderlichen Abriebsfestigkeit zu erreichen, dem Veloumadelvliesstoff
200 bis 300 g/m
2 tiefziehfähiger Latex-Binder zugegeben werden muss. Latex-Binder ist nicht nur sehr
teuer, er enthält auch flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die in den Kraftfahrzeuginnenraum
entweichen (Fogging). Im Hinblick auf das allgemein steigende Umwelt-, Gesundheits-
und Qualitätsbewusstsein sind solche Emissionen in Innenräumen zum Beispiel in Kraftfahrzeugen,
Bauprodukten, oder auch Wohninnenräumen nicht mehr hinnehmbar.
Darstellung der Erfindung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist, einen Veloumadelvliesstoff, insbesondere zur Auskleidung
von Innenräumen, bereitzustellen, welcher den hohen Anforderungen an Umwelt-, Gesundheitsverträglichkeit
und Qualität genügt und sich gleichwohl durch sehr gute mechanische Eigenschaften,
wie zum Beispiel eine hohe Abriebfestigkeit, auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe wird mit einem Veloumadelvliesstoff nach Patentanspruch 1 gelöst. Patentanspruch
9 betrifft eine textile Verkleidung, welche einen erfindungsgemäßen Veloumadelvliesstoff
enthält. Die Patentansprüche 19 und 20 sind auf bevorzugte Verwendungen der textilen
Verkleidung gerichtet. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausgestaltungen der
Erfindung.
[0007] Im Folgenden sollen im Sinne der Erfindung unter Filamenten Endlosfasern verstanden
werden. Unter Stapelfasern oder Fasern sollen demgegenüber im Folgenden Fasern mit
endlicher Länge verstanden werden.
[0008] Gemäß der Erfindung ist bei einem Veloumadelvliesstoff, welcher durch Ablegen eines
gegebenenfalls vorverfestigten Vlieses auf einer bürstenartigen Stichunterlage und
Nadeln des Vlieses auf dieser Stichunterlage vorgesehen, dass das Vlies ein Spinnvlies
mit Filamenten umfasst, wobei die Filamente Mehrkomponentenfilamente mit wenigstens
einer hochschmelzenden und wenigstens einer thermisch aktivierbaren niedrigschmelzenden
Komponente umfassen.
[0009] Es wurde in überraschender Weise festgestellt, dass mit einem Veloumadelvliesstoff
der oben beschriebenen Art auch ohne Verwendung eines zusätzlichen chemischen Bindemittels
sehr hohe Abriebsfestigkeiten erreicht werden, Der bei Anwendungen in Kraftfahrzeuginnenräumen
zur Erhöhung der Abriebfestigkeit eines Veloumadelvliesstoffs üblicherweise auf die
Vliesstoffrückseite aufgetragene Latexanstrich kann komplett entfallen. Ein erfindungsgemäßer
Veloumadelvliesstoff ist damit frei von fogging-aktiven Stoffen. Die mit dem bekannten
Latexanstrich verbundene gesundheitschädliche Emission flüchtiger Kohlenwasserstoffe
wird bei einem erfindungsgemäßen Veloumadelvliesstoff vollständig vermieden. Der erfindungsgemäße
Veloumadelvliesstoff genügt damit den höchsten Anforderungen an Gesundheits-, Umweltverträglichkeit
und Qualität. Der Verzicht auf Latexbinder führt darüber hinaus noch zu einem deutlichen
Kostenvorteil.
[0010] Gemäß der Erfindung umfasst der Veloumadelvliesstoff ein Spinnvlies mit Filamenten.
Die Verwendung eines Spinnvlies hat nicht nur den Vorteil, dass es dem textilen Flächengebilde
in an sich bekannter Weise eine gewisse Festigkeit verleiht. Spinnvliese sind auch
sehr kostengünstig herzustellen. Allerdings zeichnen sich Spinnvliese im Gegensatz
zu Stapelfaservliesen üblicherweise durch ein sehr glattes, wenig voluminöses Erscheinungsbild
aus. Die Filamente liegen nahezu ausschließlich in einer horizontalen Ebene. Den Materialien
fehlt es völlig an Bausch und velourartiger Charakteristik. Sie scheinen daher auf
den ersten Blick ungeeignet für die Ausbildung eines velourartigen Nadelvlieses zu
sein. So wird auch in der eingangs beschriebenen
DE 44 09 771 A1 ausdrücklich erwähnt, dass das Flächengewicht des als Verstärkungslage eingefügten
Spinnvlieses so gering gewählt werden muss, dass es optisch nicht in Erscheinung tritt.
[0011] Es hat sich nun aber in überraschender Weise gezeigt, dass sich auch bei Spinnvliesen
auch bei hohen Flächengewichten beim Vemadeln auf einer bürstenartigen Stichunterlage,
so wie beispielsweise in der
DE 43 44 763 A1 beschrieben, ein bauschiges, textiles Flächengebilde erzielen lässt, das ein velourartiges
Erscheinungsbild aufweist. Sogar die für Veloumadelvliesstoffe wichtige Wiedererholung
des Bausches bei Belastung wird erreicht. Dabei behält das genadelte Spinnvlies seine
an sich bekannten guten Eigenschaften, wie hohe Verzugsfestigkeit, sehr gute Verformbarkeit,
hohe Dimensionsstabilität und Abriebfestigkeit bei.
[0012] Das Wiedererholungsvermögen, die Verzugsfestigkeit und Dimensionsstabilität eines
erfindungsgemäßen Veloumadelvliesstoffs lassen sich noch steigern, wenn es nach dem
Nadeln noch thermisch verfestigt wird.
[0013] Ein erfindungsgemäßer Veloumadelvliesstoff kann mittels eines Verfahrens hergestellt
werden, wie es beispielsweise in der oben erwähnten
DE 34 44 763 A1 beschrieben wird. Besondere Verfahrensvarianten, die zum Beispiel zu einer Strukturierung
der Oberfläche eines Veloumadelvliesstoffs führen, sind noch aus der
EP 0 411 647 A1 bekannt. Dabei kommen beispielsweise je nach gewünschter Strukturierung Gabel- und/oder
Kronnadeln zum Einsatz. Entsprechend werden auch ein- oder mehrstufige Verfahren beschrieben.
Auch diese Verfahren sind ohne Beschränkung der Allgemeinheit auf einen erfindungsgemäßen
Veloumadelvliesstoff anwendbar.
[0014] Gemäß der Erfindung umfassen die Filamenten Mehrkomponentenfilamente mit wenigstens
einer hochschmelzenden und wenigstens einer thermisch aktivierbaren niedrigschmelzenden
Komponente, vorzugsweise Bikomponentenfilamente. Bikomponentenfilamente sind an sich
bekannt. Sie weisen eine niedrigschmelzende Komponente aus einem niedrigschmelzenden
Polymer und eine hochschmelzende Komponente aus einem hochschmelzenden Polymer auf.
[0015] Die oben erwähnte thermisch aktivierbare niedrigschmelzende Komponente übemimmt erfindungsgemäß
die Funktion eines Bindemittels bzw. des Latexbinders, ohne jedoch die mit der Verwendung
dieses Binders bzw. des sonstigen chemischen Bindemittels verbundenen Nachteile, wie
Fogging, geringe Recyclebarkeit usw., aufzuweisen. Der Schmelzpunkt der niedrigschmelzenden
Komponente sollte vorzugsweise etwa 10 °C bis 20 °C unterhalb des Schmelzpunktes der
höher schmelzenden Komponente liegen, damit diese beim thermischen Aktivieren nicht
zerstört wird.
[0016] Der Anteil an Bikomponentenfilamenten im Spinnvlies sollte einen Anteil von 5 % (bezogen
auf das Gesamtflächengewicht des Veloumadelvliesstoffs) nicht unterschreiten, das
sich ansonsten die Abriebfestigkeit zu stark verschlechtern würde. Vorzugsweise liegt
der Anteil über 15 %
[0017] Das Spinnvlies kann ein- oder mehrlagig aufgebaut sein. Es kann aus einer oder mehreren
Filamentarten bestehen. Auch die Beimischung von Stapelfasern ist möglich. Der Anteil
an Stapelfasern sollte hierbei jedoch einen Wert von 75% bezogen auf das Gesamtflächengewicht
des Veloumadelvliesstoffs nicht überschreiten, da bei höheren Werten die Abriebsfestigkeit
wie auch die Zugfestigkeit und Formstabilität stark abnehmen.
[0018] Auch die Stapelfasern können aus Mehr-, vorzugsweise Bikomponentenfasem, ausgebildet
sein, wobei bezüglich der bevorzugt verwendeten Polymere die obigen Ausführungen gelten.
[0019] Die Beimischung von Stapelfasern kann einerseits so erfolgen, dass die Stapelfasern
in den Spinnvliesfilamentstrom injiziert werden. Es ist jedoch auch möglich, die Stapelfasern
auf einer Spinnvlieslage abzulegen oder zwischen zwei Spinnvlieslagen und das Einbringen
der Fasern in die Spinnvlieslagen über den Nadelprozess vorzunehmen. Des Weiteren
können beide Lagen separat produziert werden und erst in einem nachgelagerten Schritt,
beispielsweise mittels des Vemadelungsschritts, zusammengefügt werden.
[0020] Durch Beimischung von gekräuselten Stapelfasern lassen sich der Bausch und das Wiedererholungsvermögen
des Bauschs noch verbessern. Dieser Effekt lässt sich auch durch den Einsatz gekräuselter
Endlosfilamente erreichen.
[0021] Die Zugabe von Stapelfasern kann aber in vorteilhafter Weise auch dazu genutzt werden,
um eine reproduzierbare und homogene Einfärbung des Veloumadelfilzes zu erzielen.
Dabei sind alleine die Stapelfasern die Farbträger. Die Einstellung der Farbe erfolgt
über die Zudosierung. Eine solche reproduzierbare Farbeinstellung lässt sich auch
über die Einfärbung der Endlosfilamente im kontinuierlichen Spinnprozess erzielen.
Allerdings ist der Stapelfaserprozess in der Regel wesentlich flexibler und kann daher
Farbänderungen schneller umsetzen.
[0022] Erfindungsgemäß können mehrere unterschiedliche Fasern bzw. Filamente zum Einsatz
kommen. Die Unterschiede können beispielsweise in der Zusammensetzung oder aber auch
in der Faser- bzw. Filamentdicke liegen. Hierbei kann ein stufenartiger oder auch
gradientenartiger Aufbau der Lagen aus unterschiedlichen Fasern und/oder Filamenten
vorgesehen sein. So ist beispielsweise die Ausbildung diskreter Übergänge zwischen
Lagen mit unterschiedlichen Fasern und/oder Filamenten oder aber eine kontinuierliche
Anreicherung einer Filament- oder Faserart zu einer der Oberflächen hin denkbar. Umfasst
eine solche Faser bzw. ein solches Filament ein niedrigschmelzendes, wärmeaktivierbares
Bindepolymer, so kann auf diese einfache Weise eine Haftvermittlerschicht ausgebildet
werden. Bei gradientenartigem Aufbau führt ein solches Bindepolymer noch zusätzlich
im Inneren der Lage zu einer Verfestigung und Stabilisierung.
[0023] Eine textile Verkleidung, die einen erfindungsgemäßen Veloumadelvliesstoff umfasst,
ist aufgrund ihrer besonderen mechanischen Stabilität wie auch Umwelt-, Gesundheitsverträglichkeit
und Qualität ganz besonders gut für Anwendungen im Objektbereich geeignet. Zu diesem
zählen alle Zielgruppen, auch die nicht dem privaten Bereich zuzuordnen sind, wie
zum Beispiel Büros, Schulen, Banken, Versicherungen, Hotels, der Sozial- und Pflegebereich,
Sportstätten, insbesondere auch die Innenausstattungen im Automobilbereich, in der
Schifffahrt, der Bahn usw.
[0024] Im Objektbereich werden extrem hohe Anforderungen an die technische Qualität gestellt.
Diesen Anforderungen wird ein erfindungsgemäße textile Verkleidung gerecht. Bevorzugt
sind hier Anwendungen im Bereich Kraftfahrzeuginnenraumauskleidung, sowohl Fahrgastraum-
als Kofferrauminnenauskleidung, sowie Teppichböden, sowohl als Bahnenware als auch
in Form von Fliesen. Aber auch andere Anwendungen für eine solche textile Verkleidung
sind möglich, z. B. als Wandverkleidung, Trennwänden usw. Aufgrund der obigen Ausführungen
liegt es auf der Hand, dass eine erfindungsgemäße textile Verkleidung natürlich auch
im privaten Bereich, beispielsweise im Wohnbereich, Anwendung finden kann.
[0025] Eine erfindungsgemäße textile Verkleidung kann für die oben genannten Anwendungen
beispielsweise auch flammfest, antistatisch oder antimikrobiell ausgerüstet sein.
[0026] Die Verwendungsmöglichkeiten eines erfindungsgemäßen Veloumadelvlieses bzw. einer
erfindungsgemäßen textilen Verkleidung sind keinesfalls auf die oben genannten konkreten
Anwendungsgebiete beschränkt.
[0027] Insbesondere für Anwendungen im Bereich der Auskleidung von Kraftfahrzeuginneräumen
oder im Bereich Teppichböden kann es vorteilhaft sein, wenn die erfindungsgemäße textile
Verkleidung mit einer so genannten Schwerschicht versehen ist. Der Einsatz von Schwerschichten
ist im Bereich der Kraftfahrzeuginnenraumauskleidung an sich bekannt. Sie dienen der
Entkopplung nach dem Masse-Feder-Prinzip. Die Schwerschicht wird entweder mittels
einer Schicht aus PE unter Zufuhr von Wärme oder direkt auf den Teppich extrudiert
und braucht dann keinen weiteren Haftvermittler. Die Schwerschicht besteht üblicherweise
aus CaCO
3 und EVA. Darauf wird dann ein Entkoppler wie ein Cotton Shoddy oder ein Schaum aufgebracht.
Die Schwerschicht kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung aber
auch in Form eines Vliesstoffs, insbesondere eines Spinnviiesstoffs aufgebracht werden.
Hierdurch vereinfacht sich nicht nur die Verfahrensführung, auch unter dem Gesichtspunkt
der Recyclebarkeit können sich hieraus, wie weiter unten noch ausgeführt wird, Vorteile
ergeben.
[0028] Weiterhin kann eine erfindungsgemäße Verkleidung gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform entweder in Kombination mit der Schwerschicht oder alleine mit einer
Schalldämpfungslage ausgerüstet sein. Die Schalldämpfungslage kann in an sich bekannter
Weise durch ein sog. Cotton Shoddy mit Zwischenlage, die die Luftdurchlässigkeit begrenzt,
gebildet werden, oder aber auch durch ein Mikrofaservlies in Verbindung mit einem
Cotton Shoddy oder einem Nadelvlies oder durch ein Nadelvlies selbst.
[0029] Die oben beschriebenen Lagen und/oder Schichten werden vorzugsweise mittels Bindeschichten
miteinander verbunden. Für die Bindeschichten können herkömmliche Binder verwendet
werden. Unter dem Gesichtspunkt der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit wie auch
unter ökonomischen Gesichtspunkten (vereinfachte Verfahrensführung, weniger Prozessschritte)
kommen für diese Bindeschichten gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ebenfalls Lagen aus Mehrkomponentenfilamenten und/oder -fasern, vorzugsweise
aus Bikomponentenfilamenten und/oder -fasern zum Einsatz. Es können auch zusätzlich
oder alleine auch Monofilamente oder -fasern, die aus einem niedrigschmelzenden Polymer,
wie zum einem Copolymer, bestehen, für die Bindeschicht verwendet werden. Auf chemische
Bindemittel, die zu dem bekannten Fogging-Problem führen können, kann bei diesen zuletzt
genannten Ausführungsformen dann ganz verzichtet werden.
[0030] Als Bikomponentenfilamente und/oder -fasern werden für die in der vorliegenden Anmeldung
beschriebenen Anwendungen gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung Kern-/Mantel-,
Side-By-Side-Island -In The-Sea und/oder PIE(auch Hollow-PIE) -Filamente bzw. -fasern
eingesetzt. Bikomponentenfilamente oder -fasern mit trilobaler Geometrie oder Fasern
oder Filamente aus Spinndüsen mit knochenförmiger Kapillar-Geometrie (=konzentrierte
Anordnung von Binde- und Matrixpolymer) führen zu einer besseren Verankerung der Fasern
oder Filamente im Vliesstoff und damit zu einer noch weiter erhöhten Zugfestigkeit
und Abriebfestigkeit des Materials.
[0031] Über den Anteil an Mehrkomponenten- oder Bikomponentenfilamenten und/oder -fasern
lässt sich auch in einfacher Weise die Steifigkeit der textilen Verkleidung einstellen.
Je höher dieser Anteil ist, desto steifer wird das Material.
[0032] Die niedrigschmelzende Komponente der Bikomponentenfilamente oderfasern umfasst ohne
Beschränkung der Allgemeinheit vorzugsweise CoPET (Copolyester), CoPA (Copolyamid),
PA (Polyamid), PP (Polypropylen), Copolypropylen (CoPP), ataktisches PP und/oder PE
(Polyethylen), die hochschmelzende Komponente vorzugsweise PET (Polyester), PA (Polyamid),
PLA (Polylactid), PBT (Polybutylen) und/oder PP (Polypropylen). Gleiches gilt auch
für die wenigstens eine niedrigschmelzende Komponente bzw. die wenigstens eine hochschmelzende
Komponente von erfindungsgemäß eingesetzten Mehrkomponentenfilamenten und -fasern.
[0033] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bestehen
die Filamente und/oder Fasern aller Lagen und/oder Schichten aus ein- und demselben
Polymer und/oder seinen Derivaten. Dies hat den Vorteil der einfacheren Recyclebarkeit.
Vorzugsweise besteht die Textile Verkleidung aus Polypropylen und/oder seinen Derivaten
oder aus Polyester und/oder seinen Derivaten oder aus Polyamid und/oder seinen Derivaten.
Insbesondere bei textilen Auskleidungen werden häufig Formteile aus der Bahnenware
ausgestanzt. Die Ausstanzabfälle können bei Verwendung der obigen Materialien wieder
für die Filament und/oder Stapelfaserherstellung verwendet werden.
1. Veloumadelvliesstoff, hergestellt durch Ablegen eines ggf. vorverfestigten Vlieses
auf einer bürstenartigen Stichunterlage und Nadeln des Vlieses auf dieser Unterlage,
dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies ein Spinnvlies mit Filamenten umfasst, wobei die Filamente Mehrkomponentenfilamente
mit wenigstens einer hochschmelzenden und wenigstens einer thermisch aktivierbaren
niedrigschmelzenden Komponente umfassen.
2. Veloumadelvliesstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrkomponentenfilamente Bikomponentenfilamente umfassen.
3. Veloumadelvliesstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Bikomponentenfilamente größer als 5 % , vorzugsweise größer als 15
% bezogen auf das Gesamtgewicht des Veloumadelvliesstoff ist.
4. Veloumadelvliesstoff nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bikomponentenfilamente als Kern-/Mantel-, Side-By-Side-, Island-In-The-Sea und/oder
PIE(auch Hollow-PIE)-Filamente ausgebildet sind.
5. Veloumadelvliesstoff nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die niedrigschmelzende Komponente der Bikomponentenfilamente CoPET, CoPA, PA, PP,
CoPP, Ataktisches PP und/oder PE umfasst.
6. Veloumadelvliesstoff nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die hochschmelzende Komponente PET, PLA, PBT, PA und/oder PP umfasst.
7. Veloumadelvliesstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies bis zu 75% des Gesamtflächengewichts an Stapelfasern enthält.
8. Veloumadelvliesstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern und/oder Filamente gekräuselte Fasern und/oder Filamente umfassen.
9. Textile Verkleidung, insbesondere für die Verkleidung von Innenräumen im Objekt- und
Wohnbereich, umfassend wenigstens eine eine Velouroberfläche bildende Lage aus einem
Veloumadelvliesstoff, gekennzeichnet durch ein Veloumadelvliesstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
10. Textile Verkleidung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Velouroberfläche abgewandten rückseitigen Oberfläche der Textilen Verkleidung
eine Schwerschicht vorgesehen ist.
11. Textile Verkleidung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Velouroberfläche abgewandten rückseitigen Oberfläche Seite der Textilen
Verkleidung eine Schalldämpfungslage vorgesehen ist.
12. Textile Verkleidung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einzelnen oder allen Lagen und/oder Schichten Bindeschichten vorgesehen
sind.
13. Textile Verkleidung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindeschichten Fasern und/oder Filamente aus einem niedrigschmelzenden Polymer
umfassen.
14. Textile Verkleidung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindeschichten Mehrkomponenten-, vorzugsweise Bikomponentenfasem und/oder -filamente,
mit wenigstens einer hochschmelzenden und wenigstens einer niedrigschmelzenden Komponente
umfassen.
15. Textile Verkleidung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das niedrigschmelzende Polymer bzw. die niedrigschmelzende Komponente der Mehrkomponenten-
oder Bikomponentenfasem und/oder -filamente CoPET, CoPA, PA, PP, Ataktisches PP und/oder
PE umfasst.
16. Textile Verkleidung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die hochschmelzende Komponente PET, PA, PLA, PBT und/oder PP umfasst.
17. Textile Verkleidung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Bikomponentenfasem und/oder -filamente als Kern-/Mantel-, Side-By-Side- ,Island-In-The-Sea
und/oder PIE(auch Hollow-PIE)-Filamente ausgebildet sind.
18. Textile Verkleidung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Filamente und/oder Fasern aller Lagen und oder Schichten aus ein- und demselben
Polymer und/oder seinen Derivaten bestehen.
19. Verwendung einer textilen Verkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 18 zur Auskleidung
von Kraftfahrzeuginnenräumen, wie den Fahrgast- oder den Kofferraum.
20. Verwendung einer textilen Verkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 18 für Teppichböden.