[0001] Die Erfindung betrifft eine Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ- und
einer Öffnungsstellung verstellbaren Flügel, insbesondere einen Türflügel, einen Fensterflügel
oder dergleichen.
[0002] Eine Türschließeinrichtung mit einer Scherenhebelanordnung ist beispielsweise aus
der
GB 1 435 081 bekannt und umfasst ein an einem Türflügel befestigtes Gehäuse, das mit der Scherenhebelanordnung
verbunden ist; die einen ersten und einen zweiten, gegenüber dem ersten Hebel verschwenkbaren
Hebel umfasst. Der zweite Hebel ist über eine Lagereinrichtung an einem Türrahmen
befestigt, gegenüber dem der Türflügel verschwenkbar ist.
[0003] Die bekannte Türschließeinrichtung ermöglicht eine Sicherung des Türflügels in dessen
Öffnungsstellung, d. h. in der ausgeschwenkten Endlage. Entsprechende Mittel für die
Schließstellung, d. h. für die eingeschwenkte Endlage des Türflügels sind aber nicht
vorgesehen.
[0004] Des Weiteren ist aus der
DE 243 625 ein Federtürschlie-ßer mit einer Hemmvorrichtung bekannt. Dieser Federtürschließer
umfasst einen Klauenriegel, der mit einem Hebel verbunden ist, der an einem federbelasteten
Kolben angelenkt ist. Der Kolben arbeitet gegen einen Luftdruck.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Einbaumechanik der einleitend genannten
Gattung mit gegenüber dem Stand der Technik optimierten und bediensicheren Öffnungs-und
Schließeigenschaften für den betreffenden Flügel zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Einbaumechanik mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß wird mithin eine Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ-
und einer Öffnungsstellung verstellbaren Flügel, insbesondere einen Türflügel, einen
Fensterflügel oder dergleichen, vorgeschlagen, mit einem Einbaugehäuse und mit einer
im Einbaugehäuse und am Flügel in Lageranordnungen um zu einer Drehachse des Flügels
parallel ausgerichteten Schwenkachsen zwischen einer in das Einbaugehäuse eingeschwenkten
oder aus dem Einbaugehäuse ausgeschwenkten Endlage schwenkbar gelagerten Scherenhebelanordnung.
Im Einbaugehäuse ist zumindest einem Hebelelement der Scherenhebelanordnung in der
eingeschwenkten und der ausgeschwenkten Endlage eine Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung
zugeordnet.
[0008] Die Einbaumechanik nach der Erfindung ermöglicht es also, dass der betreffende Flügel,
der beispielsweise ein Türflügel ist, in der Öffnungsstellung und in der Schließstellung
zumindest jeweils eine Dämpfung und/oder eine Arretierung erfährt. Durch die jeweilige
Dämpfung kann ein Knallen des Flügels bei dessen Zuwerfen bzw. Aufstoßen verhindert
werden. Die jeweilige Arretierung verhindert, dass der Flügel beispielsweise durch
eine Windböe oder dergleichen in ungewollter Weise in Öffnungs- bzw. Schließstellung
gebracht wird.
[0009] Bei einer speziellen Ausführungsform der Einbaumechanik nach der Erfindung ist die
Scherenhebelanordnung durch ein in der Lageranordnung im Einbaugehäuse gelagertes
erstes, bevorzugt zweiarmiges Hebelelement und ein zweites Hebelelement gebildet,
das an einer Lageranordnung des Flügels schwenkbar angebunden ist. Eine solche Scherenhebelanordnung
erlaubt es, dass das erste Hebelelement sowohl in der Schließstellung als auch in
der Öffnungsstellung des Flügels mit der Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung zusammenwirkt.
[0010] Insbesondere kann die Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung einen im Einbaugehäuse
um eine zur Drehachse des Flügels parallel verlaufende Schwenkachse gegen zumindest
ein lineares Dämpfungsmittel schwenkbar gelagerten Klauenriegel aufweisen, der mit
dem an einem Hebelfortsatz eines ausragenden Hebelarmes des zweiarmigen Hebelelementes
angeordneten Arretiermittel in eingeschwenkter Endlage in Eingriff steht.
[0011] Die Lageranordnung des Klauenriegels bildet vorzugsweise eine Übertotpunkt-Lagerung,
wobei am Klauenriegel ein dem linearen Dämpfungselement entgegen wirkendes lineares,
eine Stellkraft auf den Klauenriegel ausübendes Stellmittel angelenkt ist. Das Stellmittel
ist beispielsweise eine Gasdruckfeder, die vorzugsweise schwenkbar gelagert ist und
so der Bewegung des Klauenriegels folgen kann.
[0012] Alternativ ist es natürlich auch denkbar, dass das Stellmittel und das Dämpfungselement
in einem beide Eigenschaften vereinenden Bauelement ausgebildet sind.
[0013] Das Arretiermittel kann durch eine am Hebelfortsatz drehbar gelagerte Rolle oder
aber auch von einem einfachen Bolzen bzw. Stift gebildet sein.
[0014] Die Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung kann ein weiteres im Einbaugehäuse angeordnetes,
am weiteren Hebelarm des zweiarmigen Hebelelementes in seiner ausgeschwenkter Endlage
anwirkendes lineares Dämpfungsmittel umfassen.
[0015] In der Lageranordnung insbesondere des zweiarmigen Hebelarms kann ein Arretiermittel
integriert angeordnet sein, das die Öffnungsstellung des Flügels sichert.
[0016] Das Arretiermittel ist bei einer speziellen Ausführungsform durch ein Klinkenelement
gebildet, das in der ausgeschwenkten Endlage des Hebelelementes federelastisch in
ein drehfestes Gegenlager eingreift.
[0017] Zur Festlegung des maximalen Schwenkwinkels des Flügels kann die Lageranordnung des
zweiarmigen Hebelelementes ein Anschlagmittel für eine Begrenzung der ausgeschwenkten
Endlage des Hebelelementes umfassen.
[0018] Um den maximalen Schwenkwinkel des Flügels an die jeweiligen Anforderungen in einfacher
Weise anpassen zu können, ist es vorteilhaft, wenn eine Winkelstellung des Anschlagmittels
über eine im Einbaugehäuse angeordnete Stelleinrichtung verstellbar ausgebildet ist.
[0019] Bei einer speziellen Ausführungsform weist die Stelleinrichtung ein im Einbaugehäuse
linear geführtes Schubelement auf, das mit dem Anschlagmittel bewegungsverbunden ist.
Das Schubelement kann über einen durch eine Stellschraube gebildeten Gewindetrieb
linear verstellbar sein.
[0020] Eine zweckmäßige Ausbildung des Dämpfungsmittels besteht darin, dass es durch ein
Druckfederelement gebildet ist.
[0021] Alternativ kann das Dämpfungsmittel auch durch ein Gasfederelement gebildet sein.
[0022] Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform der Einbaumechanik nach der Erfindung
ist das Dämpfungsmittel durch ein Druckelement aus einem Elastomermaterial gebildet.
[0023] Die Erfindung hat auch eine Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ- und
Öffnungsstellung verstellbaren Flügel zum Gegenstand, insbesondere einen Türflügel,
einen Fensterflügel oder dergleichen, mit einem Einbaugehäuse und einem im Einbaugehäuse
angeordneten, um eine zur Schwenkachse des Flügels parallel verlaufende Schwenkachse
gegen zumindest ein lineares Dämpfungsmittel schwenkbar gelagerten Klauenriegel, der
in eingeschwenkter Endlage des Flügels mit einem Arretiermittel in Eingriff steht,
das an einem mit dem Flügel verbundenen Lager ausgebildet ist, wobei eine Lageranordnung
des Klauenriegels eine Übertotpunkt-Lagerung bildet und am Klauenriegel ein dem linearen
Dämpfungselement entgegen wirkendes lineares, eine Stellkraft auf den Klauenriegel
ausübendes Stellmittel angelenkt ist, das das Klauenelement in seine beiden Endlagen
vorspannt und eine schwenkbar gelagerte Druckfeder ist.
[0024] Das Arretiermittel kann an einem Hebelfortsatz eines ausragenden Hebelarmes eines
zweiarmigen Hebelelementes einer Scherenhebelanordnung angeordnet sein.
[0025] Das Arretiermittel kann alternativ an einem starr mit dem Flügel verbundenen Vorsprung
bzw. Lager ausgebildet sein.
[0026] Die Druckfeder dieser Einbaumechanik ist insbesondere eine Gasdruckfeder, deren Kolben
vorzugsweise mit dem Klauenriegel verbunden ist. Denkbar ist es auch, dass das Stellmittel
und das Dämpfungsmittel in einem zylinderartigen Bauelement vereint sind.
[0027] Der Klauenriegel ist insbesondere ein bistabiles Element, dessen beiden Endstellungen
jeweils durch einen von einer Wand des Einbaugehäuses gebildeten Anschlag gebildet
sind.
[0028] Zumindest einer der Anschläge kann mit einem geräuschmindernden Dämpfmaterial versehen
sein, so dass eine Betätigung der Einbaumechanik im Wesentlichen keine störenden Geräusche
erzeugt.
[0029] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
[0030] Drei Ausführungsbeispiele einer Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ-
und einer Öffnungsstellung verstellbaren Flügel einer Türe sind in der Zeichnung schematisch
vereinfacht dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigt
- Fig. 1
- eine Ansicht einer Türe mit einer in einem oberen Randbereich angeordneten Einbaumechanik
nach der Erfindung;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Einbaumechanik der Türe nach Fig. 1 entlang der Linie A-A
in Fig. 1 in Schließstellung des Türflügels;
- Fig. 3
- eine Fig. 2 entsprechende Ansicht, jedoch während des Öffnens des Türflügels;
- Fig. 4
- eine Fig. 2 entsprechende Ansicht, jedoch mit einem Türflügel, der eine Türöffnung
im Wesentlichen vollständig freigibt;
- Fig. 5
- eine Fig. 4 entsprechende Schnittdarstellung, jedoch bei einem gegenüber Fig. 4 verlagerten
Endanschlag;
- Fig. 6
- einen Schnitt durch eine zweite Ausführungsform einer Einbaumechanik;
- Fig. 7
- einen zweiten Schnitt der Einbaumechanik nach Fig. 6;
- Fig. 8
- einen Fig. 6 entsprechenden Schnitt, jedoch bei geöffnetem Türflügel im ungesicherten
Zustand;
- Fig. 9
- einen Fig. 7 entsprechenden Schnitt, jedoch für den in Fig. 8 dargestellten Türöffnungszustand;
- Fig. 10
- eine dritte Ausführungsform einer Einbaumechanik nach der Erfindung bei geöffnetem
Türflügel;
- Fig. 11
- eine im Wesentlichen Fig. 10 entsprechende Schnittdarstellung, jedoch während des
Schließvorgangs; und
- Fig. 12
- die Einbaumechanik nach den Figuren 10 und 11 bei geschlossenem Türflügel.
[0031] In Fig. 1 ist eine Draufsicht auf eine Türe 10 dargestellt, die mit einem um eine
Schwenkachse 11 schwenkbaren Türflügel 12 ausgebildet ist, der an einem Türrahmen
bzw. einer Zarge 13 gelagert ist.
[0032] Die Türe 10 ist im Bereich ihres oberen Randes mit einer in den Figuren 2 bis 5 detailliert
dargestellten Einbaumechanik 14 versehen, die die Schließbewegung des Türflügels kurz
vor Erreichen der Endstellung bzw. Schließstellung dämpft und die Schließstellung
sichert sowie die Öffnungsbewegung begrenzt und kurz vor Erreichen der Öffnungsendstellung
dämpft.
[0033] Die Einbaumechanik 14 umfasst ein Einbaugehäuse 15, das in eine korrespondierende
Ausnehmung des Türrahmens 13, d. h. in dessen oberen Schenkel eingesetzt ist.
[0034] Des Weiteren ist die Einbaumechanik 14 über eine aus einem ersten Hebelelement 17
und einem zweiten Hebelelement 16 bestehende Scherenhebelanordnung mit dem Türflügel
12 verbunden. Hierzu ist an der Innenseite des Türflügels 12 ein Schwenklager 18 für
das zweite Hebelelement 16 vorgesehen. Das Schwenklager 18 an dem Türflügel 12 ist
an einem in eine Ausnehmung 36 des Türflügels 12 eingesetztes Lagergehäuse 37 ausgebildet.
Das erste Hebelelement 17, das über ein Gelenk 19 mit dem zweiten Hebelelement 16
verbunden ist, ist wiederum innerhalb des Einbaugehäuses 15 an einer Lagerachse 20
schwenkbar gelagert.
[0035] Das erste Hebelelement 17 umfasst an der in Fig. 4 dem Einbaugehäuse 15 abgewandten
Seite des Gelenks 19 einen Hebelfortsatz 21, an dessen Ende ein als Rolle oder Zapfen
ausgebildetes Arretiermittel 22 in vertikaler Richtung vorspringend angeordnet ist.
Das Arretiermittel 22 wirkt mit einer der Schließstellung des Türflügels 12 zugeordneten
ersten Endlagenmechanik 23 zusammen, die innerhalb des Einbaugehäuses 15 angeordnet
ist.
[0036] Das erste Hebelelement 17 weist des Weiteren an dem dem Hebelfortsatz 21 abgewandten
Ende jenseits der Lagerachse 20 einen Hebelarm 24 auf, der mit einer der Öffnungsstellung
des Türflügels 12 zugeordneten zweiten Endlagenmechanik 25 zusammenwirkt.
[0037] Die erste, der Schließstellung zugeordnete Endlagenmechanik 23 umfasst einen an einer
Lagerachse 26 in einer horizontalen Ebene schwenkbar gelagerten Klauenriegel 27, der
stirnseitig mit einer Ausnehmung 28 zum Eingriff des Arretiermittels 22 ausgebildet
ist.
[0038] Mit dem Klauenriegel 27 ist zum Einen ein an einer gehäusefesten Lagerachse 29 schwenkbar
gelagertes, hier als Gasdruckfeder ausgebildetes Stellmittel 30 über einen Gelenkpunkt
31 verbunden, der an einem Hebelabschnitt 32 ausgebildet ist. Zum Anderen ist der
Klauenriegel 27 über einen weiteren Gelenkpunkt 33 mit einem Dämpfungszylinder 34
verbunden, der ebenfalls über eine Lagerachse 35 gehäusefest schwenkbar gelagert ist.
Der Dämpfungszylinder 34 kann ebenfalls eine Gasdruckfeder sein, dessen Federkraft
aber kleiner ist als diejenige der das Stellmittel bildenden Gasdruckfeder 30. Die
von dem Dämpfungszylinder 34 und dem Stellmittel 30 auf den Klauenriegel ausgeübten
Kräfte sind des Weiteren durch die Position der Gelenkpunkte 32 und 33 und die hieraus
resultierenden Hebelverhältnisse festgelegt.
[0039] Wenn der Türflügel 12 manuell in Richtung seiner Schließstellung verschwenkt wird,
greift das Arretiermittel 22 kurz vor Erreichen der Schließstellung, in der der Türflügel
12 an dem Türrahmen 13 anliegt, in die Ausnehmung 28 des sich in einer ersten Endstellung
befindlichen Klauenriegels 27 ein. Die erste Endstellung des Klauenriegels 27 ist
durch einen von einer vorderen Gehäusewand des Einbaugehäuses 15 gebildeten Anschlag
definiert. Diese erste Endstellung wird durch das von der Gasdruckfeder 30 auf den
Klauenriegel 27 ausgeübte Drehmoment gesichert.
[0040] Durch das Eingreifen des Arretiermittels 22 in die Ausnehmung 28 des Klauenriegels
27 wird ein der Gasdruckfeder 30 entgegenwirkendes Drehmoment auf den Klauenriegel
27 ausgeübt, bis der Klauenriegel 27 einen Totpunkt überschreitet bzw. eine Übertotpunktlage
einnimmt, so dass er dann durch das von der Gasdruckfeder 30 ausgeübte Drehmoment
in Richtung einer in Fig. 2 dargestellten, zweiten Endstellung verschwenkt wird, in
welcher der Türflügel 12 durch die diesem abgewandte Ausrichtung der Ausnehmung 28
des Klauenriegels 27 in der Schließstellung gesichert bzw. arretiert wird. Die zweite
Endstellung des Klauenriegels 27 ist durch den Anschlag des Türflügels 12 an dem Türrahmen
13 definiert.
[0041] Die Schwenkbewegung des Klauenriegels 27 zwischen der in Fig. 3 oder Fig. 4 dargestellten
ersten Endstellung und der in Fig. 2 dargestellten zweiten Endstellung wird durch
den Dämpfungszylinder 34 gedämpft, so dass ein hartes Zuschlagen des Türflügels 12
verhindert wird, was wiederum die Verletzungsgefahr für Personen, insbesondere für
Kinder minimiert.
[0042] Beim Öffnen des Türflügels 12 wird der Klauenriegel 27 entgegen der Wirkung der Gasdruckfeder
30 bis in eine Übertotpunktlage verschwenkt. Dann schnappt der Klauenriegel 27 durch
das von der Gasdruckfeder 30 nun in entgegengesetzter Drehrichtung wirkende Drehmoment
in seine erste Endlage, so dass das Arretiermittel 22 freigegeben wird und der Türflügel
12 in seine Öffnungsstellung verschwenkt werden kann.
[0043] Die der Öffnungsstellung zugeordnete, zweite Endlagenmechanik 25 der Einbaumechanik
14 umfasst einen Endlagendämpfer 38, der an einer Schwenkachse 39 schwenkbar gelagert
ist und beispielsweise von einem auf einer Öldruckdämpfung basierenden Dämpfungszylinder
oder von einer Gasdruckfeder gebildet sein kann. Im Bereich der Schwenkachse 39 ist
eine hier nicht näher dargestellte Schenkelfeder vorgesehen, die den Endlagendämpfer
38 in die in Fig. 2 dargestellte Endstellung vorspannt, in der dieser mit seinem Gehäuse
an der hinteren Wand des Einbaugehäuses 15 anliegt. In dieser Endstellung hat das
stirnseitige Ende einer Kolbenstange 40 keinen Kontakt zu dem Hebelarm 24 des ersten
Hebelelementes 17, d. h.die Kolbenstange 40 liegt frei.
[0044] Die Kolbenstange 40 weist an ihrem Ende ein kugelförmiges Endstück 41 auf, das mit
einer Kerbe 42 zusammenwirkt, die an dem Hebelarm 24 ausgebildet ist und zur Geräuschminimierung
beim Öffnen des Türflügels 12 mit einem Dämpfungsmittel, wie Filz oder einem Vlies,
versehen sein kann, auf das der Hebelarm beim Öffnen des Türflügels 12 auftrifft.
[0045] Zur Festlegung der maximalen Öffnungsstellung des Türflügels 12 ist des Weiteren
eine Kniehebelmechanik 43 vorgesehen, die einen ersten im Bereich der Lagerachse 20
gelagerten Hebel 44 und einen zweiten, über ein Gelenk 45 mit dem ersten Hebel 44
verbundenen zweiten Hebel 46 umfasst, der wiederum an einer mit einem Innengewinde
versehenen Lagerhülse 47 mittels eines Gelenks 48 gelagert ist. Die Lagerhülse 47
sitzt auf einer Gewindestange 49, die über zwei Sättel 50 gehäusefest drehbar gelagert
ist und einen mit einem Innenimbus versehenen Schraubenkopf 51 aufweist. Die Positionierung
der Lagerhülse 47 auf der Gewindestange 49 kann durch Eingriff eines Imbus-Schraubendrehers
in den Schraubenkopf 51 erfolgen. Dadurch ändert sich der Winkel zwischen den Hebeln
44 und 46 der Kniehebelmechanik 43, welche im Bereich des Gelenks 45 einen Anschlag
für eine weitere Kerbe 52 des Hebelarms 24 des Hebelelementes 17 bildet. Die Lage
dieses Anschlags definiert den maximalen Öffnungswinkel des Türflügels 12. Alternativ
kann die Lage des Anschlags auch ohne Lagerhülse und Gewindestange eingestellt werden.
Beispielsweise ist im Gelenk 48 ein fixierbarer, die Schwenkachse für den Hebel 46
bildender Bolzen vorgesehen, der in einer Führungsbahn bzw. Kulisse verschiebbar geführt
ist und an einer bestimmten Position verklemmt werden kann.
[0046] Kurz vor dem Auftreffen der zweiten Kerbe 52 auf den von der Kniehebelmechanik 43
gebildeten Anschlag trifft die erste Kerbe 42 auf das kugelförmige Endstück 41 der
Kolbenstange 40, die dann beim weiteren Verschwenken des Türflügels 12 gedämpft in
das Gehäuse des Dämpfungszylinders 38 verfahren wird. Hierbei erfährt der Dämpfungszylinder
38 auch eine Schwenkbewegung um die Schwenkachse 39.
[0047] Die in den Figuren 6 bis 9 dargestellte Ausführungsform einer Einbaumechanik entspricht
im Wesentlichen derjenigen nach den Figuren 2 bis 5, unterscheidet sich aber von dieser
dadurch, dass sie eine Endlagenarretierung für die Öffnungsstellung des Türflügels
14 aufweist. Die Endlagenarretierung umfasst an dem Hebel 44' der Kniehebelmechanik
43' eine Rastausnehmung 55 für einen federbelasteten, stirnseitig abgeschrägten Rastzapfen
56, der in einer Nut 57 des ersten Hebelelementes 17 verschiebbar und verliersicher
gelagert ist. Um den Rastzapfen 56 in Richtung der Rastausnehmung 55 vorspannen zu
können, ist in einem im Wesentlichen C-förmigen Hohlraum 58 des beispielsweise zweischalig
aufgebauten Hebelelementes 17 eine Schenkelfeder 59 angeordnet, die ebenfalls im Wesentlichen
C-förmig ausgebildet ist. Die Vorspannung der Schenkelfeder 59, d. h. das Andruckverhalten
des ein Druckstück darstellenden Rastzapfens bzw. Klinkenelements 56 auf den Hebel
44 ist mittels eines als Madenschraube ausgebildeten Gewindestifts 60 einstellbar.
[0048] Durch die Form der Stirnseite des Rastzapfens 56 und die korrespondierend ausgebildete
Rastausnehmung kann der Türflügel 12 durch Aufbringen einer entsprechenden manuellen
Kraft entgegen der Kraft der Schenkelfeder 59 in Richtung Schließstellung verschwenkt
werden.
[0049] In den Figuren 10 bis 12 ist eine weitere Ausführungsform einer Einbaumechanik nach
der Erfindung dargestellt. Diese Einbaumechanik umfasst entgegen den vorstehend beschriebenen
Ausführungsformen nur eine der Schließstellung des Türflügels 12 zugeordnete Endlagenmechanik,
welche wiederum der Endlagenmechanik entspricht, die in Verbindung mit der Ausführungsform
nach den Figuren 2 bis 5 beschrieben wurde.
[0050] Jedoch weist die Ausführungsform nach den Figuren 10 bis 12 einen Arretierzapfen
bzw. eine Arretierrolle 22 auf, der bzw. die an einem Lager bzw. Vorsprung 65 angeordnet
ist, welcher wiederum an der Innenseite des Türflügels 14 befestigt ist. Die Funktion
und Wirkung der Endlagenmechanik 23 entspricht derjenigen der in Verbindung mit den
Figuren 2 bis 5 der Schließstellung zugeordneten Endlagenmechanik. Des Weiteren weist
die Endlagenmechanik 23 ein an deren Abmessungen angepasstes Einbaugehäuse 15' auf,
welches mithin gegenüber demjenigen nach den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen
einen beträchtlich geringeren Einbauraum benötigt.
Bezugszeichen
[0051]
- 10
- Türe
- 11
- Schwenkachse
- 12
- Türflügel
- 13
- Türrahmen
- 14
- Einbaumechanik
- 15
- Einbaugehäuse
- 16
- Hebelelement
- 17
- Hebelelement
- 18
- Schwenklager
- 19
- Gelenk
- 20
- Lagerachse
- 21
- Hebelfortsatz
- 22
- Arretiermittel
- 23
- Endlagenmechanik
- 24
- Hebelarm
- 25
- Endlagenmechanik
- 26
- Lagerachse
- 27
- Klauenriegel
- 28
- Ausnehmung
- 29
- Lagerachse
- 30
- Stellmittel
- 31
- Gelenkpunkt
- 32
- Hebelabschnitt
- 33
- Gelenkpunkt
- 34
- Dämpfungszylinder
- 35
- Lagerachse
- 36
- Ausnehmung
- 37
- Lagergehäuse
- 38
- Endlagendämpfer
- 39
- Schwenkachse
- 40
- Kolbenstange
- 41
- Endstück
- 42
- Kerbe
- 43
- Kniehebelmechanik
- 44
- Hebel
- 45
- Gelenk
- 46
- Hebel
- 47
- Lagerhülse
- 48
- Gelenk
- 49
- Gewindestange
- 50
- Sattel
- 51
- Schraubenkopf
- 52
- Kerbe
- 55
- Rastausnehmung
- 56
- Rastzapfen
- 57
- Nut
- 58
- Hohlraum
- 59
- Schenkelfeder
- 60
- Gewindestift
- 65
- Vorsprung
1. Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ- und einer Öffnungsstellung verstellbaren
Flügel (12), insbesondere einen Türflügel, einen Fensterflügel oder dergleichen, mit
einem Einbaugehäuse (15) und mit einer im Einbaugehäuse (15) und am Flügel (12) in
Lageranordnungen um zu einer Schwenkachse des Flügels (12) parallel ausgerichteten
Schwenkachsen zwischen einer in das Einbaugehäuse (15) eingeschwenkten oder aus dem
Einbaugehäuse (15) ausgeschwenkten Endlage schwenkbar gelagerten Scherenhebelanordnung,
wobei im Einbaugehäuse (15) zumindest einem Hebelelement (17) der Scherenhebelanordnung
in der eingeschwenkten und der ausgeschwenkten Endlage eine Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung
zugeordnet ist.
2. Einbaumechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scherenhebelanordnung ein in der Lageranordnung im Einbaugehäuse (15) gelagertes
erstes, bevorzugt zweiarmiges Hebelelement (17) umfasst, das über ein zweites Hebelelement
(16) an einer Lageranordnung (18) des Flügels (12) schwenkbar angebunden ist.
3. Einbaumechanik nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung einen im Einbaugehäuse (15) um eine zur
Schwenkachse des Flügels (12) parallel verlaufende Schwenkachse gegen zumindest ein
lineares Dämpfungsmittel (34) schwenkbar gelagerten Klauenriegel (27) umfasst, mit
dem ein an einem Hebelfortsatz eines ausragenden Hebelarmes (21) des zweiarmigen Hebelelementes
(17) angeordnetes Arretiermittel (22) in der eingeschwenkten Endlage in Eingriff steht.
4. Einbaumechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageranordnung des Klauenriegels (27) eine Übertotpunkt-Lagerung bildet und am
Klauenriegel (27) ein dem linearen Dämpfungselement (34) entgegen wirkendes lineares,
eine Stellkraft auf den Klauenriegel ausübendes Stellmittel (30) angelenkt ist, das
vorzugsweise eine Feder, insbesondere eine Gasdruckfeder umfasst.
5. Einbaumechanik nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretiermittel (22) durch eine an dem Hebelfortsatz (21) drehbar gelagerte Rolle
gebildet ist.
6. Einbaumechanik nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungs- und/oder Arretieranordnung ein weiteres im Einbaugehäuse (15) angeordnetes,
am weiteren Hebelarm (24) des zweiarmigen Hebelelementes (17) in seiner ausgeschwenkter
Endlage anwirkendes lineares Dämpfungsmittel (38) umfasst, wobei vorzugsweise ein
Arretiermittel an dem zweiarmigen Hebelelement (17) ausgebildet ist.
7. Einbaumechanik nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretiermittel durch ein in der ausgeschwenkten Endlage des Hebelelementes (17)
federelastisch in ein drehfestes Gegenlager in Eingriff befindliches Klinkenelement
(56) gebildet ist.
8. Einbaumechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageranordnung des zweiarmigen Hebelelementes (17) ein Anschlagmittel für eine
Begrenzung der ausgeschwenkten Endlage des Hebelelementes (17) umfasst.
9. Einbaumechanik nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Winkelstellung des Anschlagmittels über eine im Einbaugehäuse (15) angeordnete
Stelleinrichtung verstellbar ausgebildet ist.
10. Einbaumechanik nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung ein im Einbaugehäuse (15) linear geführtes Schubelement (47)
aufweist, das mit dem Anschlagmittel bewegungsverbunden ist.
11. Einbaumechanik nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schubelement (47) über einen durch eine Stellschraube (49) gebildeten Gewindetrieb
linear verstellbar ist.
12. Einbaumechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsmittel (38) durch ein Druckfederelement gebildet ist.
13. Einbaumechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsmittel (38) durch ein Gasfederelement gebildet ist.
14. Einbaumechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsmittel (38) durch ein Druckelement aus einem Elastomermaterial gebildet
ist.
15. Einbaumechanik für einen zwischen einer Schließ- und einer Öffnungsstellung verstellbaren
Flügel (12), insbesondere einen Türflügel, einen Fensterflügel oder dergleichen, mit
einem Einbaugehäuse (15) und einem im Einbaugehäuse (15) angeordneten, um eine zur
Schwenkachse des Flügels (12) parallel verlaufende Schwenkachse gegen zumindest ein
lineares Dämpfungsmittel (34) schwenkbar gelagerten Klauenriegel (27), der in eingeschwenkter
Endlage des Flügels (12) mit einem Arretiermittel (22) in Eingriff steht, das an einem
mit dem Flügel (12) verbundenen Bauelement ausgebildet ist, wobei eine Lageranordnung
des Klauenriegels (27) eine Übertotpunkt-Lagerung bildet und am Klauenriegel (27)
ein dem linearen Dämpfungselement (34) entgegen wirkendes lineares, eine Stellkraft
auf den Klauenriegel ausübendes Stellmittel (30) angelenkt ist, das den Klauenriegel
(27) in seine beiden Endlagen vorspannt und eine schwenkbar gelagerte Druckfeder ist.
16. Einbaumechanik nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretiermittel (22) an einem Hebelfortsatz eines ausragenden Hebelarmes (21)
eines zweiarmigen Hebelelementes (17) einer Scherenhebelanordnung angeordnet ist.
17. Einbaumechanik nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretiermittel (22) an einem starr mit dem Flügel verbundenen Vorsprung (65)
ausgebildet ist.
18. Einbaumechanik nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretiermittel (22) eine drehbar gelagerte Rolle ist.
19. Einbaumechanik einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfeder eine schwenkbar an dem Einbaugehäuse gelagerte Gasdruckfeder ist,
deren Kolben mit dem Klauenriegel verbunden ist.
20. Einbaumechanik nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Klauenriegel (27) ein bistabiles Element ist.
21. Einbaumechanik nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Anschlag des Klauenriegels (27) mit einem geräuschmindernden Dämpfmaterial
versehen ist.
22. Einbaumechanik nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsmittel (34) eine schwenkbar an dem Einbaugehäuse gelagerte Gasdruckfeder
ist, deren Federkraft geringer ist als diejenige der Druckfeder (30).