Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Explosivstoffladung, die eine aus explosivem
Material bestehende Raumform aufweist und die im Wege der Explosion eine räumlich
anisotrope Druckwirkung in mindestens eine Hauptwirkungsrichtung entfaltet, in die
die Druckwirkung größer ist als in andere Richtungen.
Stand der Technik
[0002] Eine Detonation von Explosivstoff erzeugt in Abhängigkeit von Menge, Anordnung und
Zusammensetzung des Explosivstoffes eine starke Druckwirkung in der Umgebung des Orts,
an dem die Detonation erfolgt. Die Druckwirkung basiert dabei in aller Regel auf einer
chemischen Umsetzung des Explosivstoffes zu gasförmigen Reaktionsprodukten, den so
genannten Schwaden, die sich mit hohen Temperaturen und Dichten aufgrund des großen
Druckunterschieds zur Umgebung mit hohen Geschwindigkeiten ausbreiten. Durch die expandierenden
Schwaden wird auch eine sich ausbreitende Stoßwelle in der umgebenden Luft erzeugt,
die den Reaktionsprodukten typischerweise vorauseilt.
[0003] Das Zustandekommen der Druckwirkung kann am Beispiel der Detonation eines kugelförmigen
Explosivstoffes, einer so genannten Kugelladung, illustriert werden. In Folge einer
Zündung der Kugelladung aus dem Zentrum heraus und anschließender Detonation breiten
sich eine Luftstoßwelle sowie die Schwaden vom Zentrum der Detonation ausgehend gleichmäßig
in alle Raumrichtungen, d.h. isotrop, aus, wobei die Temperatur der Reaktionsprodukte,
d.h. der Schwaden, mit zunehmendem Abstand vom Zentrum abnimmt. Hierbei nimmt gleichfalls
auch die Druckwirkung der Schwaden mit zunehmendem Abstand vom Ort der Detonation
stark ab.
[0004] Die Figuren 2 a und b zeigen in Diagrammdarstellung zwei Momentaufnahmen bezüglich
der Druckausbreitung bei der Explosion einer Kugelladung. Die Diagramme zeigen jeweils
das räumliche Druck-Profil zum Zeitpunkt der Momentaufnahme. Längs der Ordinate der
Diagramme sind hierzu Druckwerte und längs der Abszisse Abstandswerte zum Ort der
Explosion, skaliert in Ladungsradien der Kugelladung, angetragen. Figur 2a zeigt die
Druckwirkung im so genannten Nahfeld, d.h. in einem Abstandsbereich vom Explosionsort
von nur wenigen Ladungsradien zu einem frühen Zeitpunkt, wo ein großer Beitrag der
Schwadenströmung zur Druckwirkung gegeben ist. Man beachte die Druckwerteskalierung
in Einheiten von kbar. Die Gesamtdruckwirkung in den in Fig. 2a diskutierten Abständen
von 1-2 Ladungsradien wird sehr überwiegend vom hohen Strömungsdruck der Explosionsschwaden
zu Beginn der Schwadenexpansion hervorgerufen.
[0005] Zu einem späteren Zeitpunkt und damit in größerem Abstand vom Ausgangspunkt der Schwadenexpansion
ergibt sich ein anderes Bild: Bei kugelartigen Explosivstoffladungen geht man typischerweise
davon aus, dass ab einem Abstand von etwa 15 Ladungsradien an so genannte fernfeldartige
Bedingungen vorliegen. Der Abfall des Maximaldrucks vom Nah- zum Fernfeld kann vier
Größenordnungen, d.h. ein Faktor 10000 oder mehr, betragen. In Figur 2b ist hierzu
die Druckwirkung im so genannten Fernfeld dargestellt, in dem die vergleichsweise
geringe Wirkung der Luftstoßwelle, man beachte die Skalierung der Druckwerte in bar,
dominiert und die Schwadenströmung kaum noch zur Druckwirkung beiträgt. Die in Fig.2b
bei 9 Ladungsradien Abstand erkennbare steile Flanke charakterisiert die Front der
Luftstoßwelle, die den Schwaden vorauseilt. Die Luftstoßwelle zeichnet sich insbesondere
durch diese Unstetigkeit im Luftdruck aus.
[0006] Die Druckwirkung nimmt somit bei ungeformten Ladungen mit der Entfernung sehr schnell
ab. Ist man bestrebt eine Reichweitensteigerung der Druckwirkung vorzunehmen, so ist
eine Vergrößerung der Sprengstoffmenge keine geeignete Maßnahme. Um bspw. in 10-fachem
Abstand denselben Maximaldruck zur erzielen, ist nach den Skalierungsgesetzen eine
Steigerung der Sprengstoffmasse um den Faktor 1000 notwendig.
[0007] Zur Erhöhung der Wirkung in einem vorgegebenen Abstand von Explosionsort oder zur
Vergrößerung der Wirkreichweite ohne Erhöhung der Explosivstoffmenge ist eine Reihe
von Realisierungsmöglichkeiten bekannt, bei denen in Abkehr von einer isotropen Wirkungsausbreitung,
wie bei der vorstehend beschriebenen Kugelladung, die Wirkung anisotrop ist. Einige
derartige Realisierungen sind nachstehend kurz skizziert:
[0008] So genannte Hohlladungen sehen eine einseitige Ummantelung einer rotationssymmetrischen
Metalleinlage mit einem Explosivstoff vor, der bei Detonation die Metalleinlage, die
zumeist in Form einer kegel- oder halbkugelförmig ausgebildeten, dünnwandigen Metallschicht
ausgebildet ist, längs zur Ladungsachse, die der Symmetrieachse der Metalleinlage
entspricht, zu kollabieren vermag. Die Metalleinlage wird nachfolgend strahlartig
längs der Ladungsachse aus der Hohlladung herausgeschleudert. Der Strahl dehnt sich
entlang der Achse aus, bis schließlich Partikulierung eintritt. Die optimale Wirkung
von Hohlladungen, die z.B. in Waffen zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge eingesetzt
werden, ist deshalb auf kurzen Abständen von einige Ladungsdurchmessern Abstand gegeben,
so dass eine Hohlladung im Allgemeinen als Gefechtskopf auf einem Flugkörper zum Ziel
gebracht und kurz vor dem Ziel ausgelöst wird. Eine derartige Hohlladung ist beispielsweise
in der
DE 31 17 091 C2,
DE 33 36 516 A1 oder der
DE 29 13 103 C2 erläutert.
[0009] In einer Abwandlung einer vorstehend erläuterten Hohlladung ist es durch Extrusion
des Querschnittprofils der Hohlladung in die laterale Dimension sowie durch geeignete
Materialwahl der Metalleinlage möglich, eine so genannte Linearladung zu erzeugen,
die einen ebenen Partikelstrahl erzeugt, siehe z.B.
DE 37 39 683 C2. Auch solche als Schneidladungen bezeichnete Explosivstoffladungen sind in der Regel
dafür ausgelegt, Objekte, wie Stahlträger oder Panzerungen in kurzem Abstand zu zertrennen.
[0010] In diesem Zusammenhang sei beispielsweise auf die
DE 11 2005 000 960 T5 verwiesen in der eine einphasige Wolframlegierung für eine Hohlladungseinlage beschrieben
ist, die über verbesserte Strahlausbildungseigenschaften verfügt.
[0011] Ferner sind Spezialformen ausgekleideter Hohlladungen bekannt, die bei explosiv geformten
Projektilen (siehe z.B.
DE 39 41 245 A1) zur Bildung eines zusammenhängenden Penetrators genutzt werden, der über große Distanzen
ballistisch fliegen kann und über eine hohe Penetrationsleistung verfügt. Grundsätzlich
ist jedoch die Wirkung bei allen bekannten Varianten von Hohlladungen aufgrund der
hohlladungstypischen Metalleinlage strahl- oder projektilartig.
[0012] Es sind auch die Explosivstoffmenge zumindest teilweise ummantelnde Kapselungen,
z.B. aus Metall, bekannt, die durch die Detonation in beliebige oder vordefinierte
Fragmente aufgebrochen werden. Die im Nahfeld, d.h. in der unmittelbaren Umgebung
des Explosivstoffes, freigesetzte Energie wird dabei zum Teil zur Beschleunigung dieser
Fragmente, bspw. in Form von Splittern, genutzt, die sich nachfolgend, begrenzt durch
die Verzögerung aufgrund aerodynamischer Kräfte, über relativ große Entfernungen hin
ausbreiten und somit eine zerstörende Wirkung in größerem Abstand bewirken können.
Im Allgemeinen sind die Reichweite der Splitter und der durch diese abgedeckte Raumwinkelbereich
größer als erwünscht.
[0013] Anhand so genannter Zylinderladungen, bei denen der Explosivstoff die Raumform eines
Vollzylinders annimmt, konnte nachgewiesen werden, insbesondere in Kombination mit
einer geeigneten Wahl der die Zündung an der Explosivstoffladung auslösenden Initiierungspunkten,
dass die Druckwirkung in bestimmten Raumrichtungen erhöht bzw. verringert werden konnte.
Wie von
Schraml et al., "Effects of initiator position on near-field blast from cylindrical
charges", Konferenzbeitrag zu Military Aspects of Blast and Shock (MABS) 17, Las Vegas,
Nevada, USA (2002), gezeigt, kann beispielsweise durch die simultane Zündung an den Mittelpunkten der
Endflächen einer zylindrischen Ladung erreicht werden, dass es in der Mittelpunktsebene
senkrecht zur Zylinderachse zu einer verstärkten Druckwirkung kommt. Bestenfalls wird
die Ausbreitungsrichtung der Druckwirkung im Nahfeld dabei in idealisierender Näherung
auf eine zweidimensionale Scheibe begrenzt. Aber auch bei Zylinderladungen ist davon
auszugehen, dass ab einem relativ geringen Abstand nur noch fernfeldartige Bedingungen
vorliegen, in dem die Druckwirkung durch die Schwaden bzw. der Reaktionsprodukte gering
ist und allein durch die Luftstoßwelle dominiert wird. Insbesondere nimmt auch die
Anisotropie der Druckwirkung mit wachsender Entfernung von der Ladung schnell ab,
siehe hierzu beispielsweise:
M. Held "Impulse Method for the Blast Contour of Cylindrical High Explosive Charges",
Propellants, Explosives, Pyrotechnics 24, 17-26 (1999).
[0014] Eine weitere Möglichkeit zur gerichteten Drucksteigerung ist der Einsatz von massiven
Verdämmungen, die die Ausbreitung der Explosionsschwaden in bestimmte Richtungen unterbinden.
Dies ist in einem technischen Gerät allerdings mit einem erheblichen Zuwachs in der
Gesamtmasse verbunden, was für bestimmte Anwendungen nicht akzeptabel ist, insbesondere
in Fällen, in denen die Masse der Verdämmung wesentlich größer sein muss als die Sprengstoffmasse.
[0015] Eine Explosivstoffladung gemäß dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 ist aus
der
EP 0 256 382 A1 bekannt.
Darstellung der Erfindung
[0016] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Explosivstoffladung, die eine aus
explosivem Material bestehende Raumform aufweist und im Wege der Explosion eine räumliche
anisotrope Druckwirkung in mindestens eine Hauptwirkungsrichtung entfaltet, in die
die Druckwirkung größer ist als in andere Wirkrichtungen, wie dies beispielsweise
bei der vorstehend erläuterten Zylinderladung der Fall ist, derart weiterzubilden,
dass eine deutliche Verbesserung der Reichweite der Druckwirkung sowie auch der räumlichen
Fokussierbarkeit der Druckwirkung bei der Detonation erreicht werden sollen. So soll
insbesondere eine kontrolliert gerichtete Ausbreitung der Druckwirkung in eine scharf
definierte Raumrichtung möglich werden. Ausdrücklich gilt es sich Strahl- oder Projektil-artig
ausbreitende Körper oder Splitter zu vermeiden, zumal deren Reichweite nicht oder
nur sehr schwer zu begrenzen ist. Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden
Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Den Erfindungsgedanken vorteilhaft weiterbildende
Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der weiteren Beschreibung, insbesondere
unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele, zu entnehmen.
[0017] Lösungsgemäß ist eine Explosivstoffladung, die eine aus explosivem Material bestehende
Raumform aufweist und im Wege der Explosion eine räumliche anisotrope Druckwirkung
in mindestens eine Hauptwirkungsrichtung entfaltet, in die Druckwirkung größer ist
als in andere Wirkrichtungen, dadurch ausgebildet, dass die aus explosivem Material
bestehende Raumform einen der Hauptwirkungsrichtung zugewandten, sich in die Hauptwirkungsrichtung
erstreckenden Oberflächenbereich aufweist, auf dem Partikel aufgebracht sind und/oder
auf dem eine bei der Explosion in Partikel zerfallende Materialschicht aufgebracht
ist. Die Partikel bestehen vorzugsweise aus nicht metallischem Material und verfügen
über eine den Partikeln zuordenbare Gesamtmasse, die kleiner ist als eine dem explosiven
Material zuordenbare Masse.
[0018] Es ist erfindungsgemäß erkannt worden, dass eine sehr markante Erhöhung der Druckwirkung
mit zugleich verbesserten räumlichen Fokussierungseigenschaften - d.h. eine maximale
Druckwirkung kann in einem sehr eng begrenzten Raumbereich erzielt werden - durch
die räumlich geometrische Ausgestaltung der Raumform des explosiven Materials erzielt
werden kann, ohne dabei an sich bekannte, die Druckwirkung verstärkende sowie die
Anisotropie der Druckwirkung beeinflussende, zumeist aus massivem Materialien bestehende
Verdämmungen einzusetzen. Auch können die angestrebten Ziele ohne jegliche Metalleinlagen
erreicht werden, die bei den eingangs erläuterten Hohlladungen die in diesem Zusammenhang
bekannten Wirkungen entfalten. Auch bedarf es grundsätzlich keiner, das explosive
Material umgebenden Tragstruktur, beispielsweise in Form einer Kapselung, vielmehr
können die angestrebten Ziele unter Zugrundelegung einer eigenstabilen Formgebung
des explosiven Materials erreicht werden. Dies ist möglich, da das explosive Material
erfindungsgemäß zur Ausbildung einer stabilen Raumform geeignet ist und eine eigenstabile
mechanische Tragfähigkeit besitzt ist. Im Falle von den räumlich nicht eigenstabilen
explosiven Materialien, wie beispielsweise Gele etc., sind entsprechende, die Raumform
des explosiven Materials vorgebende Umhüllungen bzw. Umkapselungen vorzusehen, die
ihrerseits möglichst detonationsneutral sind, d.h. möglichst keinerlei die Entfaltung
der Druckwirkung bei der Detonation des explosiven Materials negativ beeinträchtigenden
Effekte besitzen.
[0019] Das der Fokussierung der Druckwirkung bei einer lösungsgemäß ausgebildeten Explosivstoffladung
zugrunde liegende Wirkprinzip sei zur besseren Illustration anhand eines einfachen
möglichen Ausführungsbeispiels beschrieben. Das explosive Material weist erfindungsgemäß
eine Raumform auf, die dünnwandig schalenförmig ausgebildet ist und einen der Hauptwirkungsrichtung
zugewandten, konkav ausgebildeten Oberflächenbereich aufweist, der sich radial zu
dieser aufweitet. Die im Weiteren als Tellerform bezeichnete Raumform ist rotationssymmetrisch
und dünnwandig ausgebildet und weist insbesondere eine konkav gekrümmte Oberfläche
auf. Es sei ferner angenommen, dass eine derartige Explosivstoffladung im Bereich
des Tellermittelpunktes, der als Durchstoßpunkt der Symmetrieachse der Tellerform
aufzufassen ist, zur Auslösung bzw. Initiierung der Detonation einen Zündpunkt vorsieht.
Unmittelbar nach dem Zündereignis erfolgt eine sich symmetrisch um den Zündpunkt längs
der räumlichen Erstreckung der Tellerform explosiv ausbreitende, chemische Stoffumwandlung,
die sich mit einer von der Wahl des explosiven Materials abhängigen Detonationswellengeschwindigkeit
ausbreitet. Aufgrund der konkav vorgegebenen Tellerform der Explosivstoffladung erfolgt
die Schwadenausbreitung und die damit verbundene Schwadenströmung primär in Richtung
der durch die Tellerform vorgegebene Rotationsachse, die sich virtuell von dem konkaven
Oberflächenbereich der Tellerform in eine Raumrichtung erstreckt, die in der weiteren
Terminologie als Hauptwirkungsrichtung bezeichnet wird, längs der sich eine Fokussierung
der mit der Schwadenausbildung einhergehenden Druckwirkung ergibt.
[0020] Nach derzeitigem Verständnis der mit einer derartigen Raumform einer Explosivstoffladung
verbundenen räumlichen Fokussierung der sich bei Detonation ausbildenden Druckwirkung
längs einer räumlichen Hauptwirkungsrichtung gilt es, die Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit
entlang der Hauptausbreitungsgeschwindigkeit in der Atmosphäre an die Ausbreitungsgeschwindigkeit
der Detonation im Sprengstoff, d.h. die Geschwindigkeit mit der sich die chemische
Stoffumwandlung innerhalb des Sprengstoffes ausbreitet, anzupassen. Von großer Bedeutung
scheint hierbei der Neigungs- bzw. Öffnungswinkel zu sein, unter dem sich der konkav
ausgebildete Oberflächenbereich längs zur Hauptwirkungsrichtung erstreckt. Weist die
konkav ausgebildete Oberflächenform einen sehr großen Öffnungswinkel auf, d.h. die
Tellerform ist sehr flach ausgebildet, so ist die Geschwindigkeitskomponente, mit
der sich die chemische Stoffumwandlung in Richtung der durch die Konkavform vorgegebene
Hauptwirkungsrichtung ausbreitet, kleiner als im Falle einer sehr stark gekrümmten
Tellerform. Zum anderen ist es möglich, die Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit durch
geeignete Wahl des explosiven Materials vorzugeben. Zusammenfassend kann daher festgestellt
werden, dass eine wirksame Fokussierung der detonationsbedingten Druckwirkung zu beobachten
ist, sofern der Öffnungswinkel der konkaven Oberflächenform einer lösungsgemäß ausgebildeten
Raumform, die aus explosivem Material besteht, sowie das explosive Materials derart
gewählt werden, so dass die anfängliche Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit in die
Hauptwirkrichtung und die Geschwindigkeit, mit der sich die Stoffumwandlung des Sprengstoff
in diese Richtung räumlich ausbreitet, identisch oder weitgehend identisch sind.
[0021] Selbstverständlich eröffnet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Ausbildung
derartig konkreter Raumformen für explosives Material zur Realisierung der vorstehend
beschriebenen räumlich gerichteten Fokussierung der mit der Detonation verbundenen
Druckwirkung. So sind neben der vorstehend erwähnten teller- oder schalenförmigen
Raumform, die typischerweise einen sphärisch oder parabolisch gekrümmten konkaven
Oberflächenbereich vorsieht, auch kegelförmige, vorzugsweise flachkegelförmige Raumformen
denkbar, deren Kegelöffnungswinkel die sich in Hauptbreitungsrichtung orientierte
Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit wesentlich bestimmt.
[0022] Die vorstehenden Raumformen werden typischerweise lediglich mit einem einzigen Zündpunkt,
an dem die initiale Zündauslösung erfolgt, versehen, der im Symmetriepunkt der jeweiligen
Raumform angeordnet ist.
[0023] Grundsätzlich ist es jedoch möglich, bei vergleichbaren oder anders gestalteten Raumformen
mehrere Zündpunkte oder auch Zündflächenbereiche vorzusehen, um hierdurch eine hinreichende
Schwadenfokussierung längs einer Hauptwirkungsrichtung zu erhalten. In vorteilhafter
Weise bietet es sich an, eine aus explosivem Material gefertigte Raumform, die nicht
notwendigerweise rotationssymmetrisch um eine Rotationsachse ausgebildet ist, mit
einer Vielzahl räumlich voneinander getrennter Zündpunkte auszustatten, die beispielsweise
arrayförmig an einem Oberflächenbereich der Raumform angeordnet sind und die einzeln
über eine entsprechende Zündauslöseeinheit ausgelöst werden können. Bei entsprechender
Ausführung der Raumform der Explosivstoffladung mit einer Vielzahl einzelner Zündpunkte
kann durch die Auswahl der räumlich verteilten Zündpunkte und deren getrennte Auslösung
eine Leistungssteigerung der Druckwirkung sowie auch eine räumliche Ausrichtung der
Hauptwirkungsrichtung, in die sich die Druckwirkung ausbreitet, bewirkt werden, ohne
dabei die räumliche Orientierung der Raumform des explosiven Materials zu ändern.
[0024] In diesem Zusammenhang sei beispielsweise angenommen, dass bei dem vorstehend beschriebenen
Beispiel einer teller- oder schalenförmig ausgebildeten Raumform rückseitig zum konkaven
Oberflächenbereich eine Vielzahl arrayförmig angeordneter Zündpunkte vorgesehen ist,
deren Zündauslösung im Unterschied zu einer Zündauslösung ausschließlich am Ort des
Symmetriezentrums anderweitig erfolgt.
[0025] So können die um die Symmetrieachse der tellerförmigen Raumform verteilt angeordneten
Zündpunkte unter Vorgabe einer bestimmten Zeitabfolge sowie auch unter Vorgabe eines
bestimmten Zündauslösemusters gezündet werden, das beispielsweise nicht notwendigerweise
die Auslösung aller vorhandenen Zündpunkte vorsieht, sondern vielmehr nur eine selektive
Auswahl von vorhandenen Zündpunkten. Auf diese Weise ist es möglich, die räumliche
Hauptwirkrichtung längs der eine Fokussierung der detonationsbedingten Druckwellen
erfolgt, vorgebbar zu schwenken ohne dabei die Orientierung der Raumform der Explosivstoffladung
zu verändern.
[0026] Bei einer derart erzielten Schwadenfokussierung bzw. räumlichen Variation der Hauptwirkungsrichtung
längs der sich die Druckwirkung maximal entfaltet, ist es erforderlich, eine Anpassung
zwischen der räumlichen Anordnung sowie der zeitlichen Abfolge der Auslösung der Zündpunkte
und den Eigenschaften des explosiven Materials und dessen Raumform vorzunehmen.
[0027] Weiterhin ist es ebenso denkbar, neben der Verwendung nur eines einzigen einheitlichen
explosiven Materials zur Ausbildung der Raumform, das über eine bestimmte Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit
verfügt, auch unterschiedliche Explosivstoffe einzusetzen, um die Raumform auszubilden.
Hierdurch können längs der Raumform der Explosivstoffladung Übergänge mit verschiedenen
Explosivstoffeigenschaften geschaffen werden, die durchaus zielführend zum Zwecke
einer Fokussierung der detonationsbedingten Druckwellen eingesetzt werden können.
[0028] Wie bereits vorstehend kurz angesprochen, eröffnet sich eine nahezu unbegrenzte Vielfalt
an möglichen geometrischen Raumformen für eine Realisierung der lösungsgemäß erkannten
Fokussierung der Druckwirkung längs einer Hauptausbreitungsrichtung. Neben Teller-,
Scheiben- oder Flachkegelformen sind auch andere Ladungsgeometrien, wie beispielsweise
Doppelkonusformen oder vielfältig gekrümmte Oberflächen, mit konkaver Gesamtkontur
und fokussierender Wirkung denkbar.
[0029] Neben der vorstehenden, sehr wesentlichen räumlichen Auslegung der Raumform des explosiven
Materials sowie auch der räumlich und zeitlichen Vorgehensweise zu deren Zündung,
ist darüber hinaus als sehr Wesentlich erkannt worden, dass eine weitere Maßnahme
zu treffen ist, um eine deutliche Erhöhung des Wirkabstandes der fokussierten Druckwirkung
zu erhalten. Diese Maßnahme betrifft das Vorsehen einer Partikelbeschichtung zumindest
auf Teilbereichen des konkaven Oberflächenbereiches der Raumform. Durch die Partikelbeschichtung,
beispielsweise in Form einzelner Partikel oder einer, bei der Explosion in Partikel
zerfallende Materialschicht, kann eine deutliche Erhöhung der Druckwirkung in einem
gegebenen Abstand erzielt werden kann.
[0030] Insbesondere und ausdrücklich bestehen die Partikel nicht notwendigerweise aus Metall,
sondern vorzugsweise aus glasartigen oder keramischen Werkstoffen.
[0031] Lösungsgemäß ist erkannt worden, dass durch Vorsehen von Partikel oder einer in Partikel
zerfallenden Materialschicht auf dem konkav ausgebildeten Oberflächenbereich eine
entscheidende Erhöhung der Druckwirkung in einem gegebenen Abstand bewirkt wird. Zwar
wird jedes einzelne Partikel bei einem möglichen Auftreffen auf einer Zielstruktur
zur lokalen Penetration an der Einschlagstelle beitragen, jedoch ist dies nicht der
Grund für eine erhöhte Druckwirkung, vielmehr lässt sich die markante Erhöhung der
Druckwirkung auf eine Zielstruktur durch das Schwarmverhalten aller Partikel zurückführen,
wobei der Einschlag der Partikelwolke die Druckwirkung unterstützt. Wesentlich scheint
jedoch zu sein, dass die sich nach der Detonation ausbildende Partikelwolke die Strömungsvorgänge
der Explosionsprodukte nachhaltig verändert. Ferner soll die den Partikeln zuordenbare
Gesamtmasse kleiner sein als die dem explosiven Material zuordenbare Masse. Die Partikel
sollen daher möglichst nicht metallisch sein, beispielsweise aus keramischen Materialien
bestehen. Durch diese Forderung unterscheidet sich die lösungsgemäße Explosivstoffladung
insbesondere von jenen Sprengstoffen, denen zur Wirkungssteigerung Schwermetallpartikel
zugesetzt werden, den so genannten Dense-Inert-Metal-Explosives (DIME).
[0032] Das Aufbringen der Partikel bzw. einer in Partikel durch Detonation zerfallenden
Materialschicht auf den konkav ausgebildeten Oberflächenbereich der Raumform wird
vorzugsweise mit adhäsiv wirkenden Substanzen zur Herstellung einer innigen Verbindung
zwischen Partikel und Raumform vorgenommen, die ihrerseits geeignet ausgewählt sind
und somit einen positiven Beitrag zur Gesamtwirkung leisten können.
[0033] Durch die Wahl der Partikelgröße und damit auch der Masse der Partikel kann darüber
hinaus ausgeschlossen werden, dass sich die Partikelwolke unkontrolliert weit vom
Ort der Detonation ausbreitet, wie dies beispielsweise bei den Penetratoren aus konventionellen
Projektilsprengstoffladungen der Fall ist. Die lösungsgemäße Explosivstoffladung ermöglicht
eine räumlich extrem gerichtete Druckwirkung, deren Wirkweite vordefinierbar ist.
Die Druckwirkung in großem Abstand vom Ort der Explosivstoffladung kann vergleichbar
zur Wirkung einer Kugelladung sein, die sich direkt in Kontakt mit einer Zielstruktur
befindet. Wesentlich ist, dass sich die extrem hohe Druckwirkung der lösungsgemäß
ausgebildeten Explosivstoffladung in großem Abstand von der Ladung nur in einem definierten
Raumwinkelbereich entfaltet, dessen Richtung im Wesentlichen durch die geometrische
Ausbildung der Raumform und der Zündweise vorgebbar ist. Die Reichweite der Partikelwolke
ist bei gegebener Partikel-Gesamtmasse und Sprengstoffmenge durch die Auswahl von
Größe, Masse und Form der Einzelpartikel beeinflussbar.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0034] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- Perspektivische Darstellung einer flachkegeligen Explosivstoffladung,
- Fig. 2a, b
- Diagrammdarstellungen zur Veranschaulichung der Druckwirkung im Nah- und Fernfeld
(Stand der Technik),
- Fig. 3
- Gegenüberstellung der Druckwirkung einer an sich bekannten Zylinderladung mit einer
lösungsgemäß ausgebildeten Explosivstoffladung, sowie
- Fig. 4 a - e
- Mehrseitenansicht einer mit schalenförmiger Raumform ausgebildeten Explosivstoffladung,
Ausführungsform einer lösungsgemäß ausgebildeten Explosivstoffladung mit zwei und
mehr Zündpunkten.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
[0035] Bei der lösungsgemäßen Explosivstoffladung, die sich letztlich einzig und allein
durch die Kombination einer bestimmt vorgegebenen Raumform aus explosivem Material
sowie mit an einem bestimmten Oberflächenbereich der Raumform vorgesehenen Partikeln
und/oder mit einer durch die Detonation im Partikel zerfallenden Materialschicht ergibt,
kommt es im Wesentlichen darauf an, dass die geometrische Ausbildung der Raumform
sowie die Wahl des explosiven Materials derart gewählt sind, dass sich in Abhängigkeit
von der Zündweise ein für die weitere Ausbreitung günstiger zeitlicher räumlicher
Verlauf der Front der sich ausbreitenden chemischen Stoffumwandlung und einer damit
einhergehenden resultierende Schwadenausbildung durch die freie Atmosphäre ergibt.
[0036] Für den Fall einer, auf einen räumlichen Punkt gerichteten rotationssymmetrischen
Raumform, erfüllt beispielsweise die in den Fig. 1 perspektivisch dargestellte Flachkegelladung.
Die als Flachkegel ausgebildete Explosivstoffladung 1 weist einen konkaven Oberflächebereich
2 auf, der sich in der Figurdarstellung in die Zeichenebene kegelförmig in den Bereich
der Kegelspitze 3 zusammenlaufen verjüngt. Die Raumform ist dünnwandig mit einer Wandstärke
von einigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern, je nach Wahl des Flachkegeldurchmessers,
ausgebildet. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass sowohl an der in der Figur
1 sichtbaren konkaven Oberfläche 2 als auch an der nicht sichtbaren Rückseite keine
Verdämmungsschichten zwingend vorgesehen sind, die die Detonationswirkung des explosiven
Materials, aus der die flachkegelige Raumform der Explosivstoffladung 1 besteht, beeinflusst.
[0037] Bei einer konkreten Realisierungsform sieht die Flachkegelform einen Öffnungswinkel
von etwa 130° vor, wobei als explosives Material Nitropenta (PETN) gewählt ist und
die Zündung im Zentrum 3 der Flachkegelladung erfolgt, da in diesem Fall die durch
die Raumform mitbestimmte Laufzeit in dem explosiven Material auf die Detonationsgeschwindigkeit
der Explosivstoffladung abgestimmt ist.
[0038] Eine Fokussierung der sich durch die Detonation der Explosivstoffladung 1 ausbildenden
Druckwirkung ist längs der Kegelsymmetrieachse A, längs der sich der konkave Oberflächenbereich
2 der Explosivstoffladung sich konisch erweiternd erstreckt, zu beobachten.
[0039] Neben der speziellen Wahl der Raumform der Explosivstoffladung 1 trägt eine nicht
weiter dargestellte Belegung der konkav ausgebildeten Oberfläche 2 mit aus nichtmetallischen
Partikeln, beispielsweise in Form von Glasperlen oder anderen nichtmetallischen, vorzugsweise
aus keramischen Werkstoffen bestehenden Partikeln, mit einer Partikelgröße bis hinab
zu Mikro- oder Nanometern dazu bei, die Reichweite der nahfeldartigen Druckwirkung
aufgrund einer gerichteten Schwadenströmung längs der Hauptwirkungsrichtung A drastisch
zu erhöhen. Erst durch das Vorsehen der an dem konkaven Oberflächenbereich 2 aufgebrachten
Partikel P oder einer entsprechenden Materialschicht, die im Wege einer Detonation
in eine Vielzahl von Partikeln zerfällt, ist eine drastische Steigerung der Reichweite
der Druckwirkung erzielbar. Zwar tragen die Partikel bei Auftreffen auf einer Zielstruktur
zu einem gewissen lokalen Penetrationseffekt bei, die drastische Erhöhung der Reichweite
der Druckwirkung ist jedoch durch die Gesamtwirkung des Systems durch die sich ausbreitende
Schwadenströmung kombiniert mit der partikulären Strömung von Zusatzstoffen bestimmt.
[0040] Anhand der in Fig. 3 gezeigten Bilddarstellungen kann ersehen werden, wie groß der
Druckunterschied zwischen einer an sich bekannten Zylinderladung, gemäß Fig. 3 (oben)
und einer lösungsgemäß ausgebildeten Flachkegelladung mit Partikelbeschickung, gem.
Fig. 3 (unten), sein kann. So sei angenommen, dass in Fig. 3 (oben), linke Darstellung
im Zentrum, die Zylinderladung mit horizontal verlaufender Zylinderachse angeordnet
ist, die linksseitig an längs der Zylinderachse gezündet wird. Zur Erfassung der Druckwirkung
sind ein Drucksensor Nr. 1 längs der Zylinderachse und zwei Drucksensoren Nr. 2 jeweils
beidseitig senkrecht zur Zylinderachse angeordnet. Anhand des Druck/Zeit-Verlaufes,
der in dem Diagramm getrennt für die Sensoren 1 und 2 dargestellt ist, kann ersehen
werden, dass sich längs der Zylinderachse eine leicht erhöhte Druckwirkung (siehe
Graph Nr. 1) im Vergleich zu der von den Sensoren 2 erfassten Druckwirkung einstellt.
In Fig. 3 (unten) ist eine identische Situation bezüglich der zu erfassenden Druckwirkung
dargestellt, jedoch wird in diesem Fall eine Flachkegelladung mit einem einzigen,
an der Spitze der Flachkegelladung angebrachten Zündpunkt, zur Detonation gebracht.
Auch in diesem Fall sind die Druckwirkungen in dem nebenstehenden Diagramm getrennt
für den Sensor 1 längs der Flachkegelachse sowie der Sensoren 2 dargestellt. Deutlich
ersichtlich ist die weitaus größere Druckwirkung längs der Hauptwirkungsrichtung bei
gleichem Abstand im Vergleich zum Fallbeispiel in Fig. 3 (oben). Zudem ist der ausgeprägte
Druckunterschied zwischen den Sensoren 1 und 2 in Figur 3 (unten) zu beachten.
[0041] In den Figuren 4a bis e ist eine alternative Raumform zur Ausgestaltung einer Explosivstoffladung
1 perspektivisch aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt.
[0042] Die Explosivstoffladung 1 weist in diesem Fall eine schalenförmige bzw. kalottenförmige
Raumform auf, die gem. Figur 4a über einen sphärisch geformten Oberflächenbereich
2 verfügt. Anhand der Figur 4b, die eine Seitenansicht der Explosivstoffladung zeigt
ist gleichsam ersichtlich, dass weder an der konkaven Vorderseite als auch der rückwärtigen
Seite Verdämmungsschichten vorgesehen sind. Die eingezeichnete Achse gibt die Hauptwirkungsrichtung
A an, im Falle einer Zündung der Explosivstoffladung am Zündpunkt Z1, der von der
Symmetrieachse, gleichbedeutend mit der Hauptwirkrichtung A durchsetzt wird.
[0043] In den Figuren 4c und d ist jeweils die gleiche kalottenförmig ausgebildete Explosivstoffladung
1 gezeigt aber nun mit zwei Zündpunkten Z1 und Z2.
Wie bereist vorstehend erwähnt würde eine Zündung der Explosivstoffladung 1 am Zündpunkt
Z1 eine längs der Achse A1 sich fokussierend ausbildende Druckwirkung bewirken. Wird
hingegen die gleiche Explosivstoffladung, ohne diese räumlich zu schwenken, an dem
Punkt Z2 initial gezündet, so ergibt sich eine um die Hauptwirkungsrichtung A1 geschwenkte
zweite Hauptwirkungsrichtung A2, längs der sich die Druckwirkung fokussierend ausbreitet.
Es kann somit gezeigt werden, dass durch bestimmte Verlagerung des Zündpunktes zur
Raumform der Explosivstoffladung die Raumrichtung, längs der sich die Druckwirkung
fokussierend ausbreitet, geschwenkt werden kann.
[0044] Fig. 4e zeigt eine arrayförmige Anordnung von jeweils fünf Zündpunkten Z1 bis Z5,
die verteilt auf der Rückseite der schalenförmig ausgebildeten Raumform der Explosivstoffladung
1 aufgebracht sind. Die einzelnen Zündpunkte Z1 bis Z5 können einzeln, getrennt oder
in Kombination mit einer entsprechenden Zündauslöseeinheit getriggert werden. So konnte
bereits experimentell nachgewiesen werden, dass eine Steuerung der Hauptwirkungsrichtung,
längs der sich die Druckwirkung fokussierend ausbreitet, durch Variation der Lage
der Zündpunkte möglich ist.
[0045] Mit einer lösungsgemäßen Explosivstoffladung wurden bereits erfolgreiche Versuche
durchgeführt, mit denen demonstriert werden konnte, dass Stahlbleche, die in Abständen
von bis zu 5 m vom Ort der Explosivstoffladung angeordnet waren, aufgrund intensiver
kurzzeitiger Druckeinwirkung zum Aufplatzen gebracht werden konnten. Bei Beabstandung
der lösungsgemäß ausgebildeten Explosivstoffladung in nur einem Meter zu dem Stahlblech
ähnelte das sich an dem Stahlblech ausbildende Schadensbild jenem Schaden, den eine
kugelförmige Ladung gleicher Sprengstoffmasse in direkten Kontakt zum Stahlblech verursacht.
Dies verdeutlicht das weitaus höhere Druckwirkungspotential der lösungsgemäßen Explosivstoffladung
zum Beispiel gegenüber herkömmlichen kugelförmigen Ladungen.
[0046] Mit den lösungsgemäßen Maßnahmen konnte nachweisbar die nahfeldartige Druckwirkung
der Schwadenströmung, verglichen mit den Ausdehnungen des Nahfeldes einer herkömmlichen
massegleichen Kugelladung, über sehr große Abstände übertragen werden. Die hierzu
erforderlichen Maßnahmen tragen insbesondere dem Aspekt einer technisch einfachen
und kostengünstigen Realisierung Rechnung und lassen sich überdies mit geringerem
Gewicht realisieren. Gleichzeitig basiert die Erhöhung der Druckwirkung nicht, wie
bei bisherigen vergleichbaren bekannten Lösungen, auf projektilartigen Eigenschaften
oder Splitterwirkungen, da Projektile oder Splitter entlang ihrer Flugbahn über große
Entfernungen weiter fliegen, während die Druckwirkung von Ladungen, die nach dem obigen
Prinzip ausgelegt sind, in der Reichweite der Druckwirkung effektiv einstellbar und
damit begrenzbar ist. Gefährdungen durch Splitterflug können somit effektiv ausgeschlossen
werden.
[0047] Die lösungsgemäße Explosivstoffladung lässt sich durch eine Vielzahl wissenschaftlicher
Zwecke, in technischen Verfahren sowie Apparaten einsetzen, beispielsweise durch Beschleunigung
von Objekten oder zur Umformung von Werkstoffen.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Explosivstoffladung
- 2
- Konkaver Oberflächenbereich
- 3
- Kegelspitze
- P
- Partikel
- Z
- Zündpunkt
- A
- Hauptwirkungsrichtung
1. Explosivstoffladung (1), die eine aus explosivem Material bestehende Raumform aufweist
und im Wege der Explosion eine räumliche anisotrope Druckwirkung in mindestens eine
Hauptwirkungsrichtung (A) entfaltet, in die die Druckwirkung groesser ist als in andere
Richtungen,
dadurch gekennzeichnet, dass die aus explosivem Material bestehende Raumform dünnwandig schalenförmig ausgebildet
ist sowie einen der Hauptwirkungsrichtung (A) zugewandten, konkav ausgebildeten Oberflächenbereich
(2) aufweist, der sich radial zu dieser aufweitet,
dass auf dem Oberflächenbereich (2) Partikel (P) aufgebracht sind und/oder eine bei
der Explosion in Partikel (P) zerfallende Materialschicht aufgebracht ist, dass eine
den Partikeln (P) zuordenbare Gesamtmasse kleiner ist als eine dem explosiven Material
zuordenbare Masse, wobei die Partikel (P) Nano- oder Mikropartikel sind, und
dass das explosive Material eine eigenstabile mechanische Tragfähigkeit derart besitzt,
so dass die schalenförmige Raumform des explosiven Materials eigenstabil ist.
2. Explosivstoffladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur Aufbringung der Partikel (P) auf einen Oberflächenbereich (2) auch
eine Einbringung von Partikeln (P) in das Sprengstoffvolumen vorgenommen ist .
3. Explosivstoffladung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material, aus dem die Partikel bestehen, nicht-metallisch ist.
4. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform des explosiven Materials wenigstens einen Bereich, den so genannten
Zündpunkt (Z), vorsieht, an dem ein Zünder zur Auslösung der Explosion vorgesehen
ist, und
dass die Lage des wenigstens einen Zündpunktes (Z) relativ zur Raumform, ein dem konkav
ausgebildeten Oberflächenbereich (2) zugeordneter, längs zur Hauptwirkungsrichtung
(A) orientierter Öffnungswinkel der Raumform des explosiven Materials sowie das explosive
Material derart gewählt sind, dass eine im Wege der Explosion erfolgende Stoffumwandlung
des explosiven Materials mit einer in die Hauptwirkungsrichtung (A) orientierten Ausbreitungsgeschwindigkeitskomponente
erfolgt, die einer sich in die Hauptwirkungsrichtung (A) ausbreitenden Schwadenausbreitungsgeschwindigkeit
entspricht, mit der sich die Druckwirkung ausbreitet.
5. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der konkave Oberflächenbereich (2) rotationssymmetrisch zu der Hauptwirkungsrichtung
(A) ist.
6. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform in Form eines Flachkegels ausgebildet ist, mit einer Art Kegelspitze
(3) sowie einen in Richtung der Hauptwirkungsrichtung (A) sich konisch aufweitenden
Flachkegeltrichter, an dessen der Hauptwirkungsrichtung (A) zugewandten Flachkegeloberfläche
die Partikel (P) vorgesehen sind und/oder die Materialschicht vorgesehen ist.
7. Explosivstoffladung nach Anspruch 4 und 6,
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Kegelspitze (3) der Zünder vorgesehen ist.
8. Explosivstoffladung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform konkavseitig sowie konvexseitig zum Flachkegel frei zugänglich ist.
9. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform des Flachkegels eine Flachkegelwanddicke von einem Millimeter oder einigen
Millimetern bis einigen Zentimetern aufweist.
10. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Flachkegel einen Kegelwinkel einschließt, der im Bereich zwischen größer 90°
und kleiner 180° liegt.
11. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das explosive Material Nitropenta enthält und der Flachkegel einen Kegelwinkel einem
Winkel zwischen 125° und 135°, vorzugsweise 130° entspricht.
12. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform der Explosivstoffladung wenigstens zwei räumlich voneinander getrennte
Zündpunkte (Z) vorsieht, die mit einer Zündauslöseeinheit verbunden und mit einer
vorgebbaren Zeitabfolge auslösbar sind, und
dass die Anbringung der Zündpunkte (Z) an der Explosivstoffladung (1) sowie die Wahl
der Zeitabfolge für die Zündungen durch die gewünschte Anisotropie der Druckwirkung
bestimmt werden.
13. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl arrayförmig an der Raumform angeordnete Zündpunkte (Z) vorgesehen ist,
die mit einer Zündauslöseeinheit verbunden und mit einer vorgebbaren Zeitabfolge und
einer räumlichen Zündabfolge auslösbar sind, und
dass die Anbringung der Zündpunkte (Z) an der Explosivstoffladung (1) und/oder die
Wahl der Zeitabfolge und/oder der räumlichen Zündabfolge für die Zündungen durch die
gewünschte Anisotropie der Druckwirkung bestimmt werden.
14. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform der Explosivstoffladung (1) derart ausgebildet ist, dass die Druckwirkung
auf einen Raumpunkt, eine Linie oder längs einer Fläche fokussierbar oder konzentrierbar
ist.
15. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Raumform Bereiche aus unterschiedlichem explosivem Material vorsieht.
16. Explosivstoffladung nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Oberflächenbereich (2) aufgebrachten Partikel (P) in wenigstens zwei
Partikelgruppen mit jeweils unterschiedlichen Größen und/oder Partikelmaterialien
unterteilbar sind und/oder die auf dem Oberflächenbereich (2) aufgebrachte Materialschicht
wenigstens zwei Bereiche mit unterschiedlichen Schichtmaterialien aufweist.
1. An explosive charge (1) which has a spatial form consisting of explosive material
and via the explosion releases a spatially anisotropic compression effect in a least
a primary direction of action (A), in which the pressure effect is greater than in
other directions,
characterized in that the spatial form consisting of explosive material is constructed as a bowl with thin
walls and has a concave surface area (2) facing the primary direction of action (A),
which is flared radially in said direction,
that particles (P) are applied to the surface area (2) and/or a material layer which
disintegrates into particles (P) during the explosion is applied to the surface area
(2), that a total mass assignable to the particles (P) is smaller than a mass that
is assignable to the explosive material, wherein the particles (P) are nanoparticles
or microparticles, and
that the explosive material has an inherently stable mechanical load-bearing capacity
such that the bowl-shaped spatial form of the explosive material is inherently stable.
2. The explosive charge according to claim 1,
characterised in that besides application of the particles (P) to a surface area (2) an insertion of the
particles (P) in the explosive volume is also carried out.
3. The explosive charge according to claim 1 or 2, characterised in that the material from which the particles are made is non-metallic.
4. The explosive charge according to any one of claims 1 to 3,
characterised in that the spatial form of the explosive material provides at least one region, known as
the ignition point (2), on which a detonator is provided for triggering the explosion,
and
that the position of the at least one ignition point (Z) relative to the spatial form,
an aperture angle in the spatial form of the explosive material allocated to the concave
surface area (2) and orientated lengthwise with respect to the primary direction of
action (A) the spatial shape of the explosive material, and the explosive material
are selected such that a transformation of the explosive material brought about during
the explosion takes place with a propagation speed component aligned in the primary
direction of action (A), which component corresponds to shockwave propagation speed
in the primary direction of action (A) at which the compressive effect is spread.
5. The explosive charge according to any one of claims 1 to 4,
characterised in that the concave surface area (2) is rotationally symmetrical about the primary direction
of action (A).
6. The explosive charge according to any one of claims 1 to 5,
characterised in that the spatial form is in the shape of a flat cone with a type of conical tip (3) and
a flat cone funnel widening conically in the direction of the primary direction of
action (A), on whose flat cone surface facing the primary direction of action (A)
the particles (P) are provided and/or the material layer is provided.
7. The explosive charge according to claims 4 and 6,
characterised in that the detonator is provided in the region of the cone tip (3).
8. The explosive charge according to claim 6 or 7,
characterised in that the spatial form is provides free access to the flat cone on both the concave side
and the convex side.
9. The explosive charge according to any one of claims 6 to 8,
characterised in that the spatial form of the flat cone has a flat cone wall thickness from one millimetre
or a few millimetres to a few centimetres.
10. The explosive charge according to any one of claims 6 to 9,
characterised in that the flat cone encompasses a cone angle in the range from greater than 90° to less
than 180°.
11. The explosive charge according to any one of claims 6 to 10,
characterised in that the explosive material contains pentaerythritol tetranitrate and the flat cone has
a cone angle corresponding to an angle between 125° and 135°, preferably 130°.
12. The explosive charge according to any one of claims 1 to 11,
characterised in that the spatial form of the explosive charge provides at least two spatially separate
ignition points (Z) which are connected to a ignition trigger unit and can be triggered
in a predeterminable temporal sequence, and
that the attachment of the ignition points (Z) to the explosive charge (1) and the
choice of temporal sequence for the detonations are determined by the desired anisotropy
of the compressive effect.
13. The explosive charge according to one of claims 1 to 12,
characterised in that a plurality of ignition points (Z) is provided in an array-like arrangement on the
spatial form, and is connected to an ignition trigger unit and can be triggered in
a predeterminable time sequence and a spatial ignition sequence, and
that the mounting of the ignition points (Z) to the explosive charge (1) and/or the
choice of temporal sequence and/or spatial firing sequence for the detonations are
determined by the desired anisotropy of the compressive effect.
14. The explosive charge according to any one of claims 1 to 13,
characterised in that the spatial form of the explosive charge (1) is configured such that the compressive
effect can be focused or concentrated on a spatial point, a line, or along a surface.
15. The explosive charge according to any one of claims 1 to 14,
characterised in that the spatial form provides areas of different explosive materials.
16. The explosive charge according to any one of claims 1 to 15,
characterised in that the particles (P) applied to the surface area (2) can be divided into at least two
groups of particles, each of different sizes and/or particle materials, and/or the
material layer applied to the surface area (2) has at least two regions with different
layer materials.
1. Charge de matière explosive (1), qui présente une forme spatiale constituée d'un matériau
explosif et développe au cours de l'explosion un effet de pression anisotrope spatial
dans au moins une direction d'effet principale (A), dans laquelle l'effet de pression
est plus grand que dans d'autres directions,
caractérisée en ce que la forme spatiale constituée d'un matériau explosif est conçue en forme de cuvette
à parois minces ainsi que présente une zone de surface (2) à configuration concave,
tournée vers la direction d'effet principale (A), qui s'élargit radialement par rapport
à celle-ci,
en ce que sur la zone de surface (2) des particules (P) sont appliquées et/ou une couche de
matière se désintégrant en particules (P) lors de l'explosion est appliquée,
en ce que une masse totale pouvant être affectée aux particules (P) est plus petite qu'une
masse pouvant être affectée à la matière explosive, dans laquelle les particules (P)
sont des nanoparticules ou microparticules, et
en ce que la matière explosive possède une capacité de charge mécanique autostable telle que
la forme spatiale en forme de cuvette de la matière explosive soit autostable.
2. Charge de matière explosive selon la revendication 1,
caractérisée en ce que en plus de l'paplication des particules (P) sur une zone de surface (2), un apport
de particules (P) dans le volume de matière explosive est aussi entrepris.
3. Charge de matière explosive selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que la matière, dont les particules sont constituées, est non métallique.
4. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que la forme spatiale de la matière explosive prévoit au moins une zone, appelée point
d'allumage (Z), sur laquelle un détonateur pour déclencher l'explosion est prévu et
en ce que la position d'au moins un point d'allumage (Z) par rapport à la forme spatiale, un
angle d'ouverture de la forme spatiale de la matière explosive orienté longitudinalement
à la direction d'effet principale (A), coordonné à la zone de surface (2) à configuration
concave ainsi que la matière explosive sont sélectionnés de telle sorte que une transformation
de matière se produisant au cours de l'explosion de la matière explosive se produise
avec un composant de vitesse de dissémination orienté dans la direction d'effet principale
(A), qui correspond à une vitesse de dissémination de vapeur se disséminant dans la
direction d'effet principale (A), avec laquelle l'effet de pression se propage.
5. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que la zone de surface concave (2) est symétrique en rotation par rapport à la direction
d'effet principale (A).
6. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que la forme spatiale est conçue en forme de cône plat, avec un type de pointe de cône
(3) ainsi qu'un entonnoir de cône plat s'élargissant coniquement dans la direction
d'effet principale (A), sur laquelle surface de cône plat tournée vers la direction
d'effet principale (A) les particules (P) sont prévues et/ou la couche de matière
est prévue.
7. Charge de matière explosive selon la revendication 4 et 6,
caractérisée en ce que le détonateur est prévu au niveau de la pointe de cône (3).
8. Charge de matière explosive selon la revendication 6 ou 7,
caractérisée en ce que la forme spatiale est librement accessible du côté concave ainsi que du côté convexe
par rapport au cône plat.
9. Charge de matière explosive selon une des revendications 6 à 8,
caractérisée en ce que la forme spatiale du cône plat présente une épaisseur de paroi de cône plat d'un
millimètre ou de quelques millimètres à quelques centimètres.
10. Charge de matière explosive selon une des revendications 6 à 9,
caractérisée en ce que le cône plat définit un angle de cône, qui est situé dans la plage entre plus grand
que 90° et plus petit que 180°.
11. Charge de matière explosive selon une des revendications 6 à 10,
caractérisée en ce que la matière explosive contient du tétranitrate de pentaérythritol et le cône plat
correspond à un angle de cône compris entre 125° et 135°, de préférence 130°.
12. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 11,
caractérisée en ce que la forme spatiale de la charge de matière explosive prévoit au moins deux points
d'allumage (Z) séparés spatialement l'un de l'autre, qui sont reliés avec une unité
de déclenchement d'allumage et peuvent être déclenchés avec une séquence temporelle
prescrite, et
en ce que l'application des points d'allumage (Z) sur la charge de matière explosive (1) ainsi
que la sélection de la séquence temporelle pour les allumages sont déterminées par
l'anisotropie souhaitée de l'effet de pression.
13. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 12,
caractérisée en ce que une pluralité de points d'allumage (Z) disposés en forme de réseau sur la forme spatiale
est prévue, qui sont reliés avec une unité de déclenchement d'allumage et peuvent
être déclenchés avec une séquence temporelle prescrite et une séquence d'allumage
temporelle, et l'application des points d'allumage (Z) sur la charge de matière explosive
(1) et/ou la sélection de la séquence temporelle et/ou de la séquence d'allumage spatiale
pour les allumages sont déterminées par l'anisotropie souhaitée de l'effet de pression.
14. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 13,
caractérisée en ce que la forme spatiale de la charge de matière explosive (1) est conçue de telle sorte
que l'effet de pression puisse être focalisé ou concentré sur un point spatial, une
ligne ou le long d'une surface.
15. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 14,
caractérisée en ce que la forme spatiale prévoit des zones de matière explosive différentes.
16. Charge de matière explosive selon une des revendications 1 à 15,
caractérisée en ce que les particules (P) appliquées sur la zone de surface (2)peuvent être divisées en
au moins deux groupes de particules avec des grandeurs et/ou matières de particules
différentes respectives et/ou la couche de matière appliquée sur la zone de surface
(2) présente au moins deux zones avec des matières de couche différentes.