[0001] Die Erfindung betrifft eine Kniehebelspannvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des Patentanspruches 1.
[0002] Kniehebelspannvorrichtungen sind vielfältig aus dem Stand der Technik bekannt und
finden insbesondere Verwendung im Karosseriebau der Kraftfahrzeug-Industrie.
[0003] Die Kniehebelspannvorrichtungen weisen insbesondere einen Spannkopf, einen im Spannkopf
schwenkbar gelagerten Spannarm und einen Antrieb mit einem Stellteil, das mit dem
Spannkopf verbunden ist, auf. Bei diesem Antrieb handelt es sich beispielsweise um
eine abwechselnd beidseitig durch Druckmitteldruck zu beaufschlagende Kolben-Zylinder-Einheit,
einen Linearmotor oder einen Linear-Elektromotor, der eine Stange in deren Längsrichtung
hin und her antreibt. Zum Verstellen des Öffnungswinkels der Kniehebelspannvorrichtung,
somit des Winkels des Spannarms, bezogen auf die Position des Antriebs, ist die hin-
und her verstellbare Stange aus zwei ineinandergeschraubten Stangenteilen gebildet,
womit die Stange verlängert oder verkürzt werden kann.
[0004] Eine Kniehebelspannvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs
1 ist aus der
EP 0 908 272 A1 bekannt. Bei dieser ist ein erstes Stangenteil verschwenkbar mit der Kniehebelanordnung
verbunden und ein zweites Stangenteil in einem linear verstellbaren Stellteil des
Antriebs gelagert. Das erste Stangenteil weist einen Abschnitt mit Außengewinde und
das zweite Stangenteil einen Abschnitt mit Innengewinde auf. Das erste Stangenteil
nimmt ein erstes Schaltelement auf und der Spannkopf ist mit einer ersten Abfrageeinrichtung
zur Erfassung einer Endstellung des ersten Schaltelements versehen. Das zweite Stangenteil
nimmt ein zweites Schaltelement auf und es ist der Spannkopf mit einer zweiten Abfrageeinrichtung
zur Erfassung einer Endstellung des zweiten Schaltelements versehen. Die beiden Schaltelemente
werden beim Hin- und Herverstellen der Stange linear bewegt.
[0005] Bei dieser Kniehebelspannvorrichtung muss zum Verstellen der Länge der Stange das
Gehäuse des Antriebs vom Spannkopf gelöst werden. So kann nach dem Entfernen von Schrauben,
die dem Verbinden des Gehäuses des Antriebs mit dem Gehäuse des Spannkopfs dienen,
das Gehäuse des Antriebs zusammen mit der Stange relativ zum Gehäuse des Spannkopfs
um die Längsachse der Stange gedreht werden, um einen vorgegebenen Drehwinkel, der
die erneute Befestigung des Gehäuse des Antriebs am Gehäuse des Spannkopfes ermöglicht.
Weist das Gehäuse des Antriebs quadratischen Querschnitt auf und sind im Bereich der
Ecken des Gehäuses die Bohrungen für die Befestigungsschrauben vorgesehen, ist eine
Verdrehung des Gehäuses des Antriebs relativ zum Gehäuse des Spannkopfes um Winkel,
die dem ein- oder mehrfachen eines 90°-Winkel entsprechen, möglich. Entsprechend diesem
90°-Winkel ist eine minimale Verstellung der beiden Stangenteile zueinander möglich,
womit keine infinitesimale Verstellung des Öffnungswinkels der Kniehebelspannvorrichtung
möglich ist. Die beiden bei dieser Kniehebelspannvorrichtung vorgesehenen Schaltelemente
sind als Fahnen ausgebildet, die mit induktiven Endstellungsabfrageeinrichtungen zusammenwirken,
die dem Gehäuse des Spannkopfs zugeordnet sind. Bei minimaler Länge der Stange sind
die beiden Schaltelemente in Abstand zueinander angeordnet, somit das erste Schaltelement
wesentlich näher zur Kniehebelanordnung als das zweite Schaltelement. Demzufolge benötigt
diese Spannvorrichtung axial einen erheblichen Bauraum. Das erste Schaltelement ist
zudem frei drehbar montiert, um eine Drehung des Antriebs und des im Gehäuse verstellbaren
Stellteils - Kolben-Zylinder-Einheit - zuzulassen. Der Kolben ist beispielsweise im
Querschnitt rechteckig gestaltet.
[0006] In der
EP 1 309 426 B1 ist eine Kniehebelspannvorrichtung beschrieben, bei der das mit der Kniehebelanordnung
verbundene erste Stangenteil ein Innengewinde aufweist und das mit dem Stellteil des
Antriebs verbundene zweite Stangenteil mit einem Außengewinde versehen ist. Auch bei
dieser Vorrichtung sind zwei Abfrageeinrichtungen zur Erfassung der Endstellungen
der Kniehebelspannvorrichtung vorgesehen, wobei mit diesen beiden Abfrageeinrichtungen
eine als Schaltfahne ausgebildetes Schaltelement zusammenwirkt und damit die Position
der Stange und indirekt damit auch den Öffnungswinkel des Spannarms anzeigt. Bei den
Abfrageeinrichtungen handelt es sich insbesondere um induktiv arbeitende Sensoren,
Mikroschalter oder Pneumatikschalter. Bei der Vorrichtung weist der Antrieb auf seiner
dem Spannkopf abgewandten Seite eine Öffnung auf, durch die, zwecks Längenveränderung
der Stange, das zweite Stangenteil um seine Längsachse relativ zum Gehäuse des Antriebs
drehbar ist. Demzufolge braucht zum Verändern der Länge der Stange das Gehäuse des
Antriebs nicht vom Gehäuse des Spannkopfs demontiert werden.
[0007] Eine Kniehebelspannvorrichtung ist ferner in der
EP 1 262 285 A2 beschrieben.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kniehebelspannvorrichtung mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 so weiter zu bilden, dass diese eine
besonders kompakte Baulänge aufweist und eine infinitesimale Verstellung des Öffnungswinkels
der Kniehebelspannvorrichtung gestattet.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Kniehebelspannvorrichtung, die gemäß den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 ausgebildet ist.
[0011] Besonders schnell und einfach lässt sich der Öffnungswinkel der Kniehebelspannvorrichtung
verstellen, weil der Antrieb auf seiner dem Spannkopf abgewandten Seite die Öffnung
aufweist, durch die, zwecks Längenverstellung der Stange, das zweite Stangenteil um
seine Längsachse relativ zum Gehäuse des Antriebs drehbar ist. Es ist somit nicht
erforderlich, das Gehäuse des Antriebs vom Gehäuse des Spannkopfs zu trennen.
[0012] Die stufenlose Verstellung des Öffnungswinkels der Kniehebelspannvorrichtung ist
aufgrund der Ausbildung der Stange mit den ineinander schraubbaren Stangenteilen möglich.
Bei entsprechend feiner Gewindesteigung ist eine infinitesimale Verstellung des Öffnungswinkels
der Kniehebelspannvorrichtung, somit Verstellung des Spannarms möglich.
[0013] In ihrer Länge ist die Kniehebelspannvorrichtung baulich besonders kompakt, weil
das zweite Schaltelement relativ zum zweiten Stangenteil um dessen Längsachse drehbar
und in diesem Stangenteil axial festgelegt gelagert ist und die beiden Schaltelemente
bei maximal ineinandergeschraubten Stangenteilen zumindest eine überlappende Stellung
einnehmen. Beim Verstellen der beiden Stangenteile zueinander, somit dem Verdrehen
des zweiten Stangenteits, verändert sich die Position des zweiten Schaltelements nur
in Axialrichtung des zweiten Stangenteils. Das zweite Schaltelement ist vorzugsweise
linear geführt, insbesondere im Gehäuse des Spannkopfs geführt und dreht sich demnach
beim Drehen des zweiten Stangenteils nicht mit. Dadurch, dass die beiden Schaltelemente
bei maximal ineinandergeschraubten Stangenteilen zumindest eine überlappende Stellung
einnehmen, können die beiden Abfrageeinrichtungen, die mit den beiden Schaltelementen
in Wirkverbindung bringbar sind, wesentlich dichter zueinander platziert werden als
bei einer Anordnung der Schaltelemente, die bei maximal ineinandergeschraubten Stangenteilen
beabstandet zueinander angeordnet sind. In der maximal ineinandergeschraubten Stellung
der Stangenteile nehmen die beiden Schaltelemente zumindest die überlappende Stellung
ein. Dies bedeutet, dass die Schaltelemente grundsätzlich auch über diese überlappende
Position hinaus verfahren werden könnten. Die überlappende Stellung ist quer zur Verfahrrichtung
der beiden Schaltelemente betrachtet, somit quer zur Längserstreckung der Kniehebelspannvorrichtung.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das erste
Schaltelement starr mit dem ersten Stangenteil verbunden ist. Diese starre Verbindung
des ersten Schaltelements mit dem ersten Stangenteil ist deshalb grundsätzlich möglich
und wird als vorteilhaft angesehen, weil das erste Stangenteil nicht verdrehbar ist,
sondern nur das zweite Stangenteil. Es ist aber durchaus möglich, die Lagerung des
ersten Schaltelements so zu gestalten, dass dieses axial festgelegt und drehbar im
ersten Stangenteil gelagert ist sowie im Gehäuse des Spannkopfes geführt ist. Die
Lagerung dieses ersten Schaltelementes würde somit der Lagerung des zweiten Schaltelements
entsprechen.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Gestaltung ist vorgesehen, dass eines der beiden Schaltelemente
im wesentlichen plattenförmig und das andere Schaltelement im wesentlichen U-förmig
ausgebildet ist, derart, dass bei maximal ineinandergeschraubten Stangenteilen das
plattenförmige Schaltelement in das U-förmig gestaltete Schaltelement eingefahren
ist. Der Freiraum zwischen den beiden Schenkeln des U ist demzufolge geeignet, das
im wesentlichen plattenförmige Schaltelement aufzunehmen. Dieses kann, je nach Ausdehnung
der Platte in Richtung der Längsrichtung der Stange, bei maximal ineinandergeschraubten
Stangenteilen die überlappende Stellung mit dem U des anderen Schaltelements einnehmen
oder sogar eine Stellung einnehmen, in der das U-förmig gestaltete Schaltelement vom
plattenförmigen Schaltelement überfahren worden ist. Das jeweilige Schaltelement ist
insbesondere als Fahne ausgebildet.
[0016] Die jeweilige Abfrageeinrichtung kann auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet
werden sein, insbesondere unter dem Aspekt deren Wirkprinzip. So weist beispielsweise
die jeweilige Abfrageeinrichtung einen mittels des jeweiligen Schaltelements schwenkbaren
oder kippbaren Schalter auf, vorzugsweise einen Endschalter, insbesondere einen pneumatischen
Endschalter. Eine alternative, vorteilhafte Gestaltung sieht vor, dass die jeweilige
Abfrageeinrichtung einen mittels des jeweiligen Schaltelements betätigbaren elektronischen
Endschalter oder optischen Leser aufweist.
[0017] Vorzugsweise dient die erste Abfrageeinrichtung dem Erfassen der Spannstellung des
Spannarms und die zweite Abfrageeinrichtung dem Erfassen der Lösestellung des Spannarms.
[0018] Die beiden Stangenteile können unterschiedlich gestaltet sein; es ist nur erforderlich,
dass das erste Stangenteil den Abschnitt mit dem Außengewinde und das zweite Stangenteil
den Abschnitt mit dem Innengewinde aufweist. Unter diesem Aspekt wird es als vorteilhaft
angesehen, wenn das erste Stangenteil einen Gewindebolzen und eine Gabel aufweist.
Insbesondere ist der Gewindebolzen schwenkbar mit der Gabel verbunden. Die Gabel ist
vorzugsweise in Längsrichtung der Kniehebelspannvorrichtung geführt und nimmt im Bereich
ihres dem Gewindebolzen abgewandten Endes schwenkbar die Kniehebelanordnung auf. Bei
einer derartigen Ausbildung ist insbesondere vorgesehen, dass die Gabel das erste
Schaltelement aufnimmt. Das zweite Stangenteil und das Stellteil des Antriebs bilden
beispielsweise eine Baueinheit oder es ist das zweite Stangenteil axial festgelegt
und hierbei drehbar oder nicht drehbar im Stellteil des Antriebs gelagert.
[0019] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung der
Figuren sowie den Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale
und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
[0020] In den Figuren ist die Erfindung anhand zweier Ausführungsformen beispielsweise dargestellt,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- einen Längsmittelschnitt durch eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäße Kniehebelspannvorrichtung
gemäß der Linie A-A in Figur 2, veranschaulicht für die Offnungsstellung des Spannarms,
- Figur 2
- einen Schnitt durch die in Figur 1 gezeigte Kniehebelspannvorrichtung, senkrecht zur
Ebene A-A geschnitten und veranschaulicht ohne Spannarm,
- Figuren 3 und 4
- Schnittdarstellungen entsprechend den Schnittdarstellungen nach den Figuren 1 und
2 der Kniehebelspannvorrichtung, für die Klemmposition des Spannarms,
- Figuren 5 und 6
- Schnittdarstellungen entsprechend den Figuren 1 bis 4 der Kniehebelspannvorrichtung,
veranschaulicht für die Klemmposition des Spannarms, allerdings bei gegenüber der
Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 4 maximal verkürzter Stange und in überlappender
Stellung angeordneten Schaltelementen,
- Figuren 7 und 8
- für eine zweite Ausführungsform der Kniehebelspannvorrichtung Schnittdarstellungen
gemäß der Figuren 1 und 2, für den Öffnungszustand des Spannarms, der nur in der Figur
7 veranschaulicht ist,
- Figuren 9 und 10
- für die Ausführungsform gemäß den Figuren 7 und 8 die den Figuren 3 und 4 entsprechende
Klemmposition des Spannarms,
- Figuren 11 und 12
- für die Ausführungsform gemäß der Figuren 7 bis 10 die den Figuren 5 und 6 entsprechende
Klemmposition des Spannarms bei minimaler Länge aufweisender Stange und in überlappender
Stellung befindlichen Schaltelementen.
[0021] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen der Kniehebelspannvorrichtung 1 finden
insbesondere im Karosseriebau der Kraftfahrzeugindustrie Verwendung. Die Kniehebelspannvorrichtung
1 weist einen Spannkopf 2 und einen im Spannkopf schwenkbar gelagerten Spannarm 3
auf. Dieser ist mit einer Welle 4 drehfest verbunden, die im Gehäuse 5 des Spannkopfes
2 gelagert und aus dem Gehäuse 5 heraus geführt ist.
[0022] Mit dem Spannkopf 2 ist ein Antrieb 6 verbunden. Dieser weist eine axial hin und
her verstellbare Stange 7 auf. Eine Kniehebelanordnung 8 verbindet die Stange 7 mit
der Welle 4 und damit dem Spannarm 3. Die Kniehebelanordnung weist einen Hebel 9 und
einen Hebel 10 auf. Der Hebel 9 ist mit seinem einen Ende drehfest mit der Welle 4
verbunden und es ist am andere Ende des Hebels 9 der Hebel 10 mittels einer Achse
11 schwenkbar angelenkt. Das andere Ende des Hebels 10 ist mittels einer Achse 12
schwenkbar mit einer Gabel 13 der Stange 7 angelenkt. Diese Gabel 13 ist in Längserstreckung
der Kniehebelspannvorrichtung 1 im Gehäuse 5 des Spannkopfes 2 axial geführt. Mit
dem der Kniehebelanordnung 8 abgewandten Ende der Gabel 13 ist ein gleichfalls Bestandteil
der Stange 7 bildender Gewindebolzen 14 mittels einer Achse 15, somit schwenkbar verbunden.
Funktionell bilden die Gabel 13 und der Gewindebolzen 14 ein erstes Stangenteil. Der
Gewindebolzen 14 ist in eine Gewindehülse 16 eingeschraubt, die mit einem in diese
eingesteckten Zapfen 17 fest verbunden ist. Funktionell bilden die Gewindehülse 16
und der Zapfen 17 ein zweites Stangenteil. Der Zapfen 17 ist fest mit einem als Kolben
18 ausgebildeten, linear verstellbaren Stellteil des Antriebs 6 verbunden. Dieser
Kolben 18 ist radial zum Gehäuse 19 des Antriebs 6 abgedichtet. Der mit dem Spannkopf
2 verbundene Deckel 20 des Gehäuses 19 sowie der Boden 21 des Gehäuses 19 sind mit
Anschlüssen 22 für Druckluftzufuhr und Druckluftabfuhr versehen, so dass bei entsprechender
Regelung der Kolben 18 zwecks Verstellbarkeit der Stange 7 hin und her verfahren werden
kann.
[0023] Die Veränderung der Länge der Stange 7 erfolgt durch Drehen von Zapfen 17 und Gewindehülse
16 relativ zum drehfest angeordneten Gewindebolzen 14. Hierzu weist der Boden 21 auf
seiner dem Spannkopf 2 abgewandten Seite eine Öffnung 23 auf, durch die der Zapfen
17 und damit die Gewindehülse 16 mittels eines Außensechskantwerkzeuges drehbar ist.
Konkret ist bei in die Endposition gegen den Boden 21 verfahrenem Kolben 18 ein in
der Öffnung 23 verschieblich gelagertes Stellteil 24 mit einem Vorsprung 25, der als
Außensechskant ausgebildet ist, in eine Ausnehmung 26, die als Innensechskant ausgebildet
ist, einfahrbar, wobei das Stellteil auf seinem der Stange 7 abgewandten Ende eine
Ausnehmung 27, die einen Innensechskant aufweist, zur Aufnahme des nicht dargestellten
Werkzeuges. Über das Werkzeug wird damit die Drehbewegung in das Stellteil 24 eingeleitet
und aufgrund des Formschlusses zwischen Stellteil 24 und Zapfen 17 in dieser Position
das Drehmoment in den Zapfen 17 und die Gewindehülse 16 eingeleitet. Beim Verfahren
des Kolbens 18 von dem Boden 21 weg gelangt der Zapfen 17 außer Eingriff mit dem Stellteil
24. Ein Zurückfahren des Stellteils 24 erfolgt beispielsweise, in nicht gezeigter
Art und Weise, durch Beaufschlagung des Stellteils 24 auf seiner dem Zapfen 17 zugewandten
Seite mit Druckluft.
[0024] Der Spannkopf 2 ist mit einer Abfrageeinheit 28 versehen, die ihrerseits eine erste
Abfrageeinrichtung 29 zur Erfassung der Klemmposition des Spannarms 3, der ein Werkstück
klemmt und eine zweie Abfrageeinrichtung 30 zur Erfassung der anderen geöffneten Endstellung
des Spannarms 3 aufweist. Mit der ersten Abfrageeinrichtung 29 wirkt in der Klemmposition
des Spannarms 3 ein erstes Schaltelement 31 zusammen, das auf der der Abfrageeinrichtung
29 zugewandten Seite fest mit dem ersten Stangenteil, konkret der Gabel 13 verbunden
ist. Mit der zweite Abfrageeinrichtung 30 wirkt ein zweites Schaltelement 32 in der
Offnungsendstellung des Spannarms 3 zusammen. Dieses Schaltelement 32, das gleichfalls
in Richtung der Abfrageeinheit 28 orientiert ist, weist einen in Achsrichtung der
Stange 7 zum Boden 31 hin gerichteten Ansatz 33 auf sowie einen mit dem Ansatz 33
verbundenen Ringabschnitt 34. Dieser ist im Bereich des der Kniehebelanordnung 8 zugewandten
Endes der Gewindehülse 16 axial festgelegt, aber frei drehbar in der.Gewindehülse
16 gelagert. Um zu gewährleisten, dass das zweite Schaltelement 32 sich nicht bezüglich
des Gehäuses 5 des Spannkopfes 2 verdrehen kann, weist das Gehäuse 5 ebene Führungen
für den Ansatz 33 des zweiten Schaltelements 32 auf. Beim Verändern der Länge der
Stange 7 bewegt sich das Schaltelement 32 somit ausschließlich linear auf das Schaltelement
31 zu oder von diesem weg.
[0025] Weist die Stange 7 eine minimale Länge auf, ist demnach der Gewindebolzen 14 vollständig
in die Gewindehülse 16 eingeschraubt, nimmt bei den gezeigten Ausführungsbeispielen,
wie den Figuren 5 und 6 bzw. 11 und 12 zu entnehmen ist, das zweite Schaltelement
32 bezüglich des ersten Schaltelementes 31 eine solche Position ein, dass die beiden
Schaltelemente 31, 32 sich überlappen. Ist der Gewindebolzen 14 entgegen teilweise
aus der Gewindehülse 16 herausgeschraubt, wie es in den anderen Figuren veranschaulicht
ist, ergibt sich ein Abstand zwischen den beiden Schaltelementen 31 und 32.
[0026] Nachfolgend wird auf die unterschiedlichen Details der beiden Ausführungsformen eingegangen:
[0027] Bei der Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 6 handelt es sich um pneumatisch wirkende
Abfrageeinrichtungen 29 und 30. Die jeweilige Abfrageeinrichtung 29 bzw. 30 weist
eine mittels der Schaltelemente 31 bzw. 32 kontaktierbare Rolle 36 auf, die in einem
um eine Achse 37 schwenkbaren Hebel 38 gelagert ist, wobei dieser Hebel unter Einwirkung
einer nicht dargestellten Feder ein Pneumatikventil 39 kontaktiert. Wirkt das jeweilige
Schaltelement 31 bzw. 32 mit der Rolle 36 zusammen, wird aufgrund der erfolgten Verschwenkung
des Hebels 38 das Pneumatikventil 39 betätigt und damit über die dazugehörige Pneumatiksteuerung
die Position des Schaltelements 31 bzw. 32 und demzufolge die Position des Spannarms
30 abgefragt.
[0028] Damit die beiden Schaltelemente 31 und 32 die überlappende Position einnehmen können
bzw. bei entsprechender konstruktiver Gestaltung grundsätzlich auch über diese Position
hinaus verfahren werden könnten, ist das erste Schaltteil 31 im wesentlichen plattenförmig
ausgebildet, wobei die Platte in der Querschnittsebene A-A gemäß Figur 2 orientiert
und mit der Bezugsziffer 40 bezeichnet ist. Das zweite Schaltelement 32 ist im wesentlichen
U-förmig ausgebildet, mit den beiden Schenkeln 41. Bei maximal ineinander geschraubten
Stangenteilen ist die Platte 40 des ersten Schaltelements 31 zwischen die beiden Schenkel
41 des zweiten Schaltelements 32 eingefahren.
[0029] Die Figuren 1 und 2 zeigen die Kniehebelspannvorrichtung bei teilweise aus der Gewindehülse
16 herausgeschraubtem Gewindebolzen 14 in der gegen den Boden 31 bewegten Endstellung
des Kolbens 8, in der das zweite Schaltelement 32 die zweite Abfrageeinrichtung 30,
konkret deren Rolle kontaktiert und damit das zugeordnete Pneumatikventil 39 betätigt.
[0030] Diese Stellung entspricht der Öffnungsposition des Spannarms 3.
[0031] Bei Beaufschlagen des Anschlusses 22 im Boden 21 mit Druckluft und Abführen von Druckluft
aus dem Deckel 20 über den dortigen Anschluss 22 wird der Kolben 18 in Richtung des
Spannkopfes 2 bewegt und es gelangt das zweite Schaltelement 32 außer Kontakt mit
der zweiten Abfrageeinrichtung 30. Die Endstellung des Kolbens 18, die aufgrund der
gewählten Länge der Stange 7 eine im wesentlichen mittlere Stellung des Kolbens 18
im Gehäuse 19 darstellt, ergibt sich bei Kontaktierung der Rolle 36 der ersten Abfrageeinrichtung
29 durch das erste Schaltelement 31, wie es in den Figuren 3 und 4 gezeigt ist. Diese
Endstellung entspricht der Klemmposition des Spannarms 3.
[0032] Die Figuren 5 und 6 veranschaulichen, entsprechend der Klemmposition gemäß der Figuren
4 und 5, die Situation, wenn der Gewindebolzen 14 vollständig in die Gewindehülse
16 eingeschraubt ist. In diesem Fall kann der Kolben 18 eine Bewegung vom Boden 21
bis zum Deckel 20 vollführen, womit sich ein größerer Schwenkwinkel des Spannarms
3 zwischen Öffnungsposition und Klemmposition ergibt. In der Öffnungsposition kontaktieren
die Schenkel 41 des zweiten Schaltelements 32 die Rolle 36 der zweiten Abfrageeinrichtung
30. In der in den Figuren 5 und 6 gezeigten Klemmposition kontaktiert die Platte 40
des ersten Schaltelements 31 die Rolle 36 der ersten Abfrageeinrichtung 29.
[0033] Bei relativ kurzem Hub des Kolbens 18 ist bei der Kniehebelspannvorrichtung eine
stufenlose Öffnungswinkeleinstellung von 0° bis 135° möglich.
[0034] Die Modifikation der zweiten Ausführungsform nach den Figuren 7 und 12 bezieht sich
darauf, dass statt einer pneumatisch wirkenden Abfrageeinheit 28 eine Abfrageeinheit
28 vorgesehen ist, die elektronische Abfrageeinrichtungen 29 bzw. 30 oder Abfrageeinrichtungen
29, 30 aufweist, die als optische Leser wirksam sind. Diese wirken mit den beiden
Schaltelementen 31 und 32 zusammen, die Platten 40 und 41 aufweisen.
1. Kniehebelspannvorrichtung (1), insbesondere zur Verwendung im Karosseriebau der Kraftfahrzeug-Industrie,
mit einem Spannkopf (2), einem im Spannkopf (2) schwenkbar gelagerten Spannarm (3),
einem Antrieb (6), der mit dem Spannkopf (2) verbunden ist und eine axial hin und
her verstellbare Stange (7) aufweist, einer Kniehebelanordnung (8) zum Verbinden von
Stange (7) und Spannarm (3), wobei die Stange (7) ein erstes Stangenteil (13, 14),
das schwenkbar mit der Kniehebelanordnung (8) verbunden ist, und ein zweites Stangenteil
(16, 17), das in einem linear verstellbaren Stellteil (18) des Antriebs (6) gelagert
ist, aufweist, wobei die beiden Stangenteile (13, 14; 16, 17) ineinandergeschraubt
und längenveränderlich sind, wobei das erste Stangenteil (13, 14) einen Abschnitt
mit Außengewinde und das zweite Stangenteil (16, 17) einen Abschnitt mit Innengewinde
aufweist, wobei ferner das erste Stangenteil (13, 14) ein erstes Schaltelement (31)
aufnimmt und der Spannkopf (2) mit einer ersten Abfrageeinrichtung (29) zur Erfassung
einer Endstellung des ersten Schaltelements (31) versehen ist und das zweite Stangenteil
(16, 17) ein zweites Schaltelement (32) aufnimmt und der Spannkopf (2) mit einer zweiten
Abfrageeinrichtung (30) zur Erfassung einer Endstellung des zweiten Schaltelements
(32) versehen ist, sowie die beiden Schaltelemente (31, 32) beim hin und her Verstellen
der Stange (7) linear bewegt werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (6) auf seiner dem Spannkopf (2) abgewandten Seite eine Öffnung (23)
aufweist, durch die, zwecks Längenveränderung der Stange (7), das zweite Stangenteil
(16, 17) um seine Längsachse relativ zum Gehäuse (19) des Antriebs (6) drehbar ist,
sowie die beiden Schaltelemente (31, 32) linear im Gehäuse (5) des Spannkopfs (2)
verfahrbar sind, wobei das zweite Schaltelement (32) relativ zum zweiten Stangenteil
(16, 17) um die Längsachse des zweiten Stangenteils (16, 17) drehbar und in diesem
axial festgelegt gelagert ist, wobei bei maximal ineinander geschraubten Stangenteilen
(13, 14; 16, 17) die beiden Schaltelemente (31, 32) zumindest eine überlappende Stellung
einnehmen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Schaltelement (32) linear geführt ist, insbesondere im Gehäuse (5) des
Spannkopfes (2) linear geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Schaltelement (31) starr mit dem ersten Stangenteil (13, 14) verbunden
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Schaltelement (32) beim Verstellen der Stangenteile (13, 14; 16, 17) in
deren maximal ineinander geschraubte Stellung das erste Schaltelement (31) überfährt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schaltelement (31) im wesentlichen plattenförmig und das andere Schaltelement
(32) im wesentlichen U-förmig ausgebildet ist, derart, dass bei maximal ineinander
geschraubten Stangenteilen (13, 14; 16, 17) das plattenförmige Schaltelement (31)
in das U-förmig gestaltete Schaltelement (32) eingefahren ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Schaltelement (31, 32) als Fahne ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Abfrageeinrichtung (29, 30) einen mittels des jeweiligen Schaltelements
(31, 32) schwenkbaren oder kippbaren Schalter (36, 37, 38) aufweist, vorzugsweise
einen Endschalter, insbesondere einen pneumatischen Endschalter aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Abfrageeinrichtung (29, 30) einen mittels des jeweiligen Schaltelements
(31, 32) betätigbaren elektronischen Endschalter oder optischen Leser aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Abfrageeinrichtung (29) dem Erfassen der Spannstellung des Spannarms (3)
und die zweite Abfrageeinrichtung (30) dem Erfassen der Öffnungsstellung des Spannarms
(3) dient.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stangenteil (13, 14) eine Gabel (13) und einen Gewindebolzen (14) aufweist,
insbesondere eine schwenkbar mit dem Gewindebolzen (14) verbundene Gabel (13) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabel (13) das erste Schaltelement (31) aufnimmt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Stangenteil (16, 17) und das Stellteil (18) des Antriebs (6) eine Baueinheit
bilden oder axial festgelegt, drehbar oder nicht drehbar, im Stellteil (18) des Antriebs
(6) gelagert ist.