Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Bearbeitungsvorrichtung, insbesondere Bearbeitungszentrum
zur Bearbeitung von Werkstücken, die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen,
Kunststoff oder dergleichen bestehen, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Stand der Technik
[0002] Bearbeitungsvorrichtungen der eingangs genannten Art kommen im Bereich der Holzbearbeitung
in unterschiedlichsten Ausgestaltungen zum Einsatz.
[0003] So offenbart beispielsweise die
DE 195 18 965 A eine Bearbeitungsvorrichtung zur Bearbeitung von Werkstücken, die beispielsweise
aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen können, mit einem
Spanntisch, einem entlang des Spanntisches verfahrbaren Ausleger und entlang des Auslegers
verfahrbaren Spindeleinheiten zur Aufnahme von Bearbeitungswerkzeugen oder Bearbeitungsaggregaten.
[0004] Darüber hinaus hat die Firma Biesse eine gattungsgemäße Bearbeitungsvorrichtung unter
der Bezeichnung "Uniwin" vorgestellt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass eine spezielle
Beschickungseinrichtung zum Zuführen oder Entnehmen von Werkstücken zu bzw. von einer
Aufspanneinrichtung vorgesehen ist. Hierdurch lässt sich zumindest theoretisch Personal
einsparen, da das Beschicken der Bearbeitungsvorrichtung zumindest teilweise automatisiert
und nicht mehr manuell erfolgen kann. Allerdings hat sich gezeigt, dass insbesondere
bei integrierten Fertigungsanlagen ein Bedarf an einer erhöhten Leistung bzw. einem
erhöhten Durchsatz derartiger Bearbeitungsvorrichtungen besteht, dem jeder vom Stand
der Technik, wie beispielsweise der Biesse "Uniwin" trotz der zusätzlichen Beschickungseinrichtung
nicht begegnet werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine zügige und effiziente Bearbeitung
der Werkstücke bei einfacher Konstruktion der Bearbeitungsvorrichtung zu ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bearbeitungsvorrichtung mit den Merkmalen
von Anspruch 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, mit einer geringen Anzahl an zusätzlichen
Bauteilen eine überproportionale Steigerung der Bearbeitungsleistung zu erzielen.
Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass bei einer gattungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung
ferner mindestens eine zweite Bearbeitungseinheit vorgesehen wird, die derart angeordnet
und eingerichtet ist, um in der Beschickungseinrichtung befindliche Werkstücke zu
bearbeiten.
[0008] Auf diese Weise kann die bereits vorhandene Beschickungseinrichtung eine Zusatzfunktion
erfüllen, nämlich auch als Spann- oder zumundest Halteeinrichtung für eine Bearbeitung
durch die zweite Bearbeitungseinheit zu dienen. Hierdurch ergibt sich ein erheblicher
Synergieeffekt, der trotz sehr einfacher Konstruktion der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung
eine deutliche Leistungssteigerung bewirkt.
[0009] Dieser Synergieeffekt ist besonders ausgeprägt, wenn die zweite Bearbeitungseinheit
eine Bearbeitung während der Hauptzeit der mindestens einen ersten Bearbeitungseinheit
ausführen kann, sodass die Bearbeitungsvorgänge zumindest teilweise parallelisiert
werden können und sich eine erhebliche Zeiteinsparung bzw. Leistungssteigerung ergibt.
Vor diesem Hintergrund ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass
die Beschickungseinrichtung und die zweite Bearbeitungseinheit eingerichtet sind,
simultan zu einem Betrieb der mindestens einen ersten Bearbeitungseinrichtung betrieben
zu werden.
[0010] Darüber hinaus ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die zweite
Bearbeitungseinheit in einer Draufsicht zumindest abschnittsweise außerhalb der Aufspanneinrichtung
bzw. eines Verfahrbereichs der Aufspanneinrichtung vorgesehen ist. Hierdurch lassen
sich die Bearbeitungsvorgänge der mindestens einen ersten und der zweiten Bearbeitungseinheit
für praktisch alle Bearbeitungssituationen parallelisieren, und es ergibt sich ein
störungsfreier und sicherer Bearbeitungsbetrieb mit hoher Leistung.
[0011] Die zweite Bearbeitungseinheit kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auf unterschiedlichste
Art und Weise ausgestaltet sein. Im einfachsten Falle kann die zweite Bearbeitungseinheit
beispielsweise durch ein stationäres, spanabhebendes Werkzeug wie eine Säge, einen
Fräser oder dergleichen gebildet sein. Um jedoch eine besonders hohe Bandbreite an
Bearbeitungsvorgängen bei weiterhin einfacher Konstruktion zu ermöglichen, ist gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die zweite Bearbeitungseinheit
translatorisch und/oder rotatorisch verfahrbar ist.
[0012] Alternativ oder zusätzlich ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
dass die Beschickungseinrichtung als Ganzes oder teilweise senkrecht zu einer Beschickungsrichtung
verfahrbar angeordnet ist. Hierdurch kann die Beschickungseinrichtung erneut eine
Doppelfunktion erfüllen, nämlich einerseits eine Verfahrbewegung während einer Bearbeitung
durch die zweite Bearbeitungseinheit ermöglichen und darüber hinaus auch eine Verfahrbewegung
beim Ablegen oder Aufnehmen von Werkstücken ermöglichen.
[0013] Die Ausgestaltung der Beschickungseinrichtung kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung
auf vielfältige Weise variiert werden. Um jedoch bei einer einfachen Konstruktion
eine hohe Variabilität der Beschickungseinrichtung zu ermöglichen, ist gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass diese mindestens ein Greifelement aufweist,
das zumindest in einer Beschickungsrichtung verfahrbar angeordnet ist. Hierdurch können
einzelne oder - bei mehreren Greifelementen - mehrere Werkstücke in beliebigen Positionen
aufgenommen und abgelegt werden. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Beschickungseinrichtung
mindestens einen verfahrbaren Schlitten aufweist, an dem bevorzugt mindestens ein
Greifelement angeordnet ist. Um die Leistung der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung
weiter zu erhöhen, ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die
Beschickungseinrichtung eingerichtet ist, auch mehrere Werkstücke gleichzeitig aufzunehmen.
Hierdurch kann nicht nur der Beschickungsvorgang beschleunigt werden, sondern es können
auch während der Hauptzeit der ersten Bearbeitungseinheit mehrere Werkstücke durch
die zweite Bearbeitungseinheit bearbeitet werden, sodass sich eine noch weitgehendere
Parallelisierung von Bearbeitungsvorgängen ergibt.
[0014] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass die Beschickungseinrichtung
Ausrichtmittel aufweist, und zwar insbesondere mindestens eine Anschlagfläche. Hierdurch
ergeben sich erneut zwei wesentliche Vorteile gegenüber dem Stand der Technik.
[0015] Einerseits kann nämlich auf ein separates Ausrichten der Werkstücke im Bereich der
Aufspanneinrichtung verzichtet werden. Andererseits wird hierdurch auch eine präzise
und verschnittarme Bearbeitung der Werkstücke im Bereich der zweiten Bearbeitungseinheit
ermöglicht. Daher ist es besonders bevorzugt, dass die Bearbeitungsvorrichtung ferner
eine Überprüfungseinrichtung zum Überprüfen der Ausrichtung der von der Beschickungseinrichtung
aufgenommenen Werkstücke aufweist. Hierdurch wird die Bearbeitungsqualität der Werkstücke
weiter erhöht und gleichzeitig ermöglicht, dass mit einfachen Ausrichtmitteln bearbeitet
werden kann. Ferner kann hierdurch auch eine hauptzeitrelevante Überprüfung der Ausrichtung
im Bereich der Aufspanneinrichtung verzichtet werden, wodurch die Bearbeitungskapazität
erhöht wird.
[0016] Obgleich die einzelnen Werkstücke im Rahmen der Erfindung auch manuell in die Beschickungseinrichtung
eingelegt werden können, ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass
sie ferner eine Bereitstellungseinrichtung aufweist, die eingerichtet ist, Werkstücke
an die Beschickungseinrichtung zu übergeben. Hierdurch kann der Bearbeitungsprozess
weitgehend ohne Bedienpersonal ausgeführt werden bzw. die erfindungsgemäße Bearbeitungsvorrichtung
kann in eine komplexe Fertigungsstraße eingebunden werden, sodass die Bereitstellungseinrichtung
die Werkstücke beispielsweise in einer vorgelagerten Maschine übernimmt und in der
erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung weitergibt. Dabei ist es besonders bevorzugt,
dass die Bereitstellungseinrichtung die Werkstücke direkt an die Ausrichtmittel der
Beschickungseinrichtung übergibt, sodass kein separater Ausrichtvorgang erforderlich
ist.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass die Bearbeitungsvorrichtung
eine Puffereinrichtung, insbesondere einen Fächerspeicher aufweist. Hierdurch kann
die Bearbeitungsvorrichtung zuverlässig mit Werkstücken versorgt werden, sodass sich
ein kontinuierlicher und störungsfreier Betrieb mit geringem Personalaufwand ergibt.
Auch ist eine Puffereinrichtung vorteilhaft, um die erfindungsgemäße Bearbeitungsvorrichtung
in eine Fertigungsanlage einzubinden bzw. mit vorgelagerten Maschinen zu verknüpfen.
[0018] Schließlich ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die Bearbeitungsvorrichtung
ferner eine Übergabeeinrichtung, insbesondere Hubeinrichtung aufweist, um Werkstücke
von der Puffereinrichtung zu der Bereitstellungseinrichtung zu übergeben. Auf diese
Weise erhält man ein hochgradig variables und leistungsfähiges Werkstückversorgungssystem
das auch höchste Anforderungen an einen effizienten Teilabschluss erfüllen kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0019]
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Perspektivansicht einer Bearbeitungsvorrichtung als Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- zeigt schematisch eine vergrößerte Teilansicht von Fig. 1 im Bereich einer zweiten
Bearbeitungseinheit;
- Fig. 3
- zeigt schematisch eine vergrößerte Teilansicht von Fig. 1 im Bereich einer Beschickungs-
und Bereitstellungseinrichtung;
- Fig.
- 4 zeigt schematisch eine Perspektivansicht einer Bearbeitungsvorrichtung gemäß einer
zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0020] Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
[0021] Ein Bearbeitungszentrum 1 als bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in den
Figuren 1 bis 3 schematisch dargestellt. Das Bearbeitungszentrum 1 dient in der vorliegenden
Ausführungsform zur Bearbeitung von Werkstücken 2, die zumindest teilweise aus Holz,
Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen, wie beispielsweise Fenster-
oder Türrahmen bzw. sonstige in der Bau- oder Möbelindustrie verwendete Bauteile.
Es ist jedoch zu beachten, dass die vorliegende Erfindung nicht hierauf beschränkt
ist, sondern auf die Bearbeitung unterschiedlichster Werkstücke Anwendung finden kann.
[0022] Wie in Fig. 1 am besten zu erkennen ist, besitzt das Bearbeitungszentrum 1 einen
Spanntisch 10 zum Aufspannen der zu bearbeitenden Werkstücke 2, der in der vorliegenden
Ausführungsform als verfahrbarer Spanntisch ausgebildet ist. Dabei ist der Verfahrweg
des Spanntisches 10 derart ausgelegt, dass dieser in den Bereich unterhalb eines Portals
20 bzw. aus diesem Bereich herausfahren kann. Es ist jedoch zu beachten, dass anstelle
des Spanntisches 10 auch das Portal 20 oder gegebenenfalls auch beide Einrichtungen
verfahrbar sein können. Ferner ist zu beachten, dass anstelle eines Portals auch andere
geeignete Führungseinrichtungen zum Einsatz kommen können, wie beispielsweise Ausleger
oder dergleichen.
[0023] An dem Portal 20 sind in der vorliegenden Ausführungsform zwei Spindeleinheiten 30
angeordnet, die entlang des Portals 20 verfahrbar sind. Die Spindeleinheiten 30 können
über Werkzeugwechsler 32 (von denen in Fig. 1 nur einer gezeigt ist) mit Bearbeitungswerkzeugen
und/oder Bearbeitungsaggregaten versorgt werden.
[0024] Darüber hinaus umfasst das Bearbeitungszentrum 1 eine Beschickungseinrichtung 40,
die in der vorliegenden Ausführungsform zum Zuführen von Werkstücken 2 zu dem Spanntisch
10 ausgelegt ist. Die Ausgestaltung der Beschickungseinrichtung 40 ist in den Figuren
2 und 3 näher gezeigt. In der vorliegenden Ausführungsform weist die Beschickungseinrichtung
40 eine Mehrzahl von Greifelementen 42 auf, die jeweils zwei Spannbacken besitzen,
zwischen denen die Werkstücke gespannt werden können (in den Figuren ist jeweils nur
ein Greifelement 42 gezeigt). Die Spannelemente 42 sind über einen geeigneten Antrieb,
der in der vorliegenden Ausführungsform durch einen elektromotorisch betriebenen Riemen
oder dergleichen gebildet sein kann, entlang eines Schlittens 44 in Beschickungsrichtung
verfahrbar. Der Schlitten 44 wiederum ist zusammen mit den Greifeinrichtungen 42 entlang
eines Portals 48 verfahrbar, das sich ebenfalls in Beschickungsrichtung erstreckt.
Darüber hinaus kann der Schlitten 44 auch senkrecht zur Beschickungsrichtung (in vertikaler
Richtung) verfahrbar angeordnet sein.
[0025] Durch die Anordnung mehrerer, unabhängig voneinander verfahrbarer und betätigbarer
Greifeinrichtungen 42 besitzt die Beschickungseinrichtung eine hohe Flexibilität und
ist in der Lage, auch mehrere Werkstücke 2 gleichzeitig bzw. auch zu unterschiedlichen
Zeitpunkten aufzunehmen. Dabei ermöglicht die Beschickungseinrichtung 40 auch ein
Ausrichten der jeweiligen Werktücke 2. Zu diesem Zweck sind die Greifelemente 42 jeweils
mit einer Anschlagfläche 46 versehen, deren Position als Referenzmaß dient.
[0026] Weiterhin besitzt das erfindungsgemäße Bearbeitungszentrum 1 eine zweite Bearbeitungseinheit
50, die derart angeordnet und eingerichtet ist, um in der Beschickungseinrichtung
40 befindliche Werkstücke 2 zu bearbeiten. Wie in Fig. 1 am besten zu erkennen ist,
befindet sich die zweite Bearbeitungseinheit 50 in der vorliegenden Ausführungsform
seitlich neben dem Spanntisch 10 sowie seitlich bzw. vor dem Portal 48 der Beschickungseinrichtung
40. Die genaue Anordnung und Ausgestaltung der zweiten Bearbeitungseinheit 50 ist
in Fig. 2 vergrößert dargestellt. Es ist zu erkennen, dass die zweite Bearbeitungseinheit
50 in der vorliegenden Ausführungsform als Sägeaggregat mit einem Sägeblatt 52 ausgestaltet
ist. Mittels dieses Sägeblatts können verschiedene Bearbeitungen an den jeweiligen,
in der Beschickungseinrichtung 41 gehaltenen Werkstücke 2 ausgeführt werden, und es
kann auch ein Ablängen bzw. Aufteilen der jeweiligen Werkstücke in mehrere Werkstücke
erfolgen.
[0027] Dabei sind die zweite Bearbeitungseinheit 50 und die Beschickungseinrichtung 40 derart
ausgelegt, dass sie simultan zu einem Betrieb der übrigen Hauptkomponenten des Bearbeitungszentrums
1 arbeiten können, insbesondere simultan zu einem Verfahrbetrieb des Spanntisches
10 sowie einem Bearbeitungsbetrieb der Bearbeitungsspindeln 30.
[0028] Obgleich in den Figuren nicht näher gezeigt, ist das Sägeaggregat 50 in der vorliegenden
Ausführungsform vertikal verfahrbar und kann somit problemlos zugestellt werden, um
einen Sägeschnitt oder dergleichen an den in der Beschickungseinrichtung 40 gehaltenen
bzw. geförderten Werkstücken 2 vorzunehmen. Dies erfolgt unter Mitwirkung der Beschickungseinrichtung
40 derart, dass die Beschickungseinrichtung 40 durch Verfahren des Schlittens 44 die
Werkstücke 2 in eine geeignete Position oberhalb des Sägeaggregats 50 verfährt, um
anschließend einen Sägeschnitt auszuführen.
[0029] Um die Beschickungseinrichtung 40 mit Werkstücken 2 zu versorgen, umfasst das erfindungsgemäße
Bearbeitungszentrum 1 ferner eine Bereitstellungseinrichtung 60, die in der vorliegenden
Ausführungsform durch eine Mehrzahl tischartig angeordneter Förderriemen 62 gebildet
ist. Diese sind derart angeordnet, um Werkstücke 2 sukzessive in die jeweiligen Greifeinrichtungen
42 zu fördern, und zwar derart, dass die Werkstücke 2 mit der Anschlagfläche 46 in
Anlage kommen und somit ausgerichtet werden.
[0030] Unterhalb der Bereitstellungseinrichtung 60 ist eine Übergabeeinrichtung 80 angeordnet,
die in der vorliegenden Ausführungsform als Scherenhubtisch ausgebildet ist. Auf diesem
Scherenhubtisch 80 kann eine Puffereinrichtung 70 für Werkstücke 2 abgestellt werden,
wobei die Puffereinrichtung 70 in der vorliegenden Ausführungsform durch einen Etagenspeicher
gebildet ist, der einen Grundrahmen 72 aufweist, an welchem mehrere sich horizontal
erstreckende "Zinken" 74 angeordnet sind. Auf den Zinken 74 sind die Werkstücke 2
abgelegt, sodass die Werkstücke 2 in mehreren Lagen übereinander in dem Fächerspeicher
70abgelegt sind. Dabei erstrecken sich die Zinken 74 parallel zu den Förderriemen
62, und zwar im Bereich von Zwischenräumen zwischen benachbarten Förderriemen 62.
Auf diese Weise kann der Fächerspeicher 70 mittels des Scherenhubtisches 80 heruntergetaktet
werden, sodass sukzessive jeweils eine Lage von Werkstücken 2 auf den Förderriemen
62 abgelegt und mittels dieser zu der Beschickungseinrichtung 40 zugeführt werden
kann.
[0031] Nun wird ein beispielhafter Betrieb des erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrums 1
beschrieben. Die über den Fächerspeicher 70 mittels des Scherenhubtisches 80 auf den
Förderriemen 62 der Bereitstellungseinrichtung 60 bereitgestellten Werkstücke werden
durch die Förderriemen 62 zu der Beschickungseinrichtung 40 hingefahren. Sukzessive
werden Werkstücke 2 von der Bereitstellungseinrichtung 60 zu den Greifelementen 42
der Beschickungseinrichtung 40 derart übergeben, dass die Werkstücke 2 an der Anschlagfläche
46 der Greifelemente 42 anliegen und hierdurch ausgerichtet werden. Zuvor werden die
jeweiligen Greifelemente 42 (von denen in den Figuren nur eines gezeigt ist) entlang
der Schlittens 44 in geeignete Positionen verfahren, sodass sie die jeweiligen Werkstücke
sicher aufnehmen können. Anschließend wird der Schlitten 44 entlang des Portals 48
in Beschickungsrichtung (vgl. Pfeil "A" in Fig. 3) verfahren. Dabei wird der Schlitten
44 derart verfahren, dass sich ein in einem Greifelement 42 gehaltenes Werkstück 2
in einer gewünschten Position oberhalb des Sägeaggregats 50 befindet. In dieser Position
wird der Schlitten 44 angehalten, sodass nun das Sägeaggregat 50 durch einen Hub in
Vertikalrichtung einen Sägeschnitt ausführen kann. Dieser Vorgang kann sich entsprechend
der gewünschten Bearbeitungen an den jeweiligen Werkstücken 2 wiederholen. Simultan
zu diesem kombinierten Beschickungs- und Bearbeitungsvorgang findet eine Bearbeitung
von Werkstücken durch die Spindeleinheit 30 an auf dem Spanntisch 10 gehaltenen Werkstücken
2 statt. Dabei führt üblicherweise zunächst die dem Betrachter in Fig. 1 zugewandte
Spindeleinheit 30 eine Bearbeitung an auf dem Spanntisch 10 gehaltenen Werkstücken
aus. Daraufhin übergibt der Spanntisch 10 diese Werkstücke an den in Fig. 1 gezeigten,
zweiten Spanntisch 10', woraufhin die vom Betrachter abgewandte Spindeleinheit 30
in Fig. 1 eine entsprechende Bearbeitung an den auf dem Spanntisch 10' gehaltenen
Werkstücken ausführt.
[0032] Der somit freigewordene Spanntisch 10 kann dann zurück in seine in Fig. 1 gezeigte
Ausgangsposition fahren und steht für die Beschickung mit Werkstücken durch die Beschickungseinrichtung
40 bereit. Zu diesem Zweck verfährt der Schlitten 44 der Beschickungseinrichtung 40
in den Bereich oberhalb des Spanntisches 10 derart, dass die Werkstücke 2 neben den
Spannelementen 12 angeordnet sind. Nun kann der Spanntisch 10 derart verfahren werden,
dass die Spannelemente 12 die jeweiligen Werkstücke 2 greifen können. Anschließend
können die Greifelemente 42 der Beschickungseinrichtung 44 die Werkstücke freigeben,
woraufhin der Spanntisch 10 wegfährt und der Schlitten 44 der Beschickungseinrichtung
40 aus dem Bereich oberhalb des Spanntisches 10 herausgefahren werden kann.
[0033] Nun kann der Spanntisch wieder in den Bereich unterhalb der Spindeleinheit 30 verfahren
werden, die entsprechende Bearbeitungen an den Werkstücken 2 auf dem Spanntisch 10
ausführt. Gleichzeitig verfährt der Schlitten 44 der Beschickungseinrichtung 40 zurück
in seine Ausgangsposition und kann unmittelbar wieder mit Werkstücken 2 beladen werden.
Ab hier wiederholt sich der oben beschriebene Vorgang kontinuierlich.
[0034] Eine Bearbeitungsanlage 1 als zweite bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist in Fig. 4 schematisch dargestellt. Diese Bearbeitungsanlage basiert
auf demselben Grundprinzip wie das Bearbeitungszentrum der ersten Ausführungsform,
obgleich der konkrete Aufbau unterschiedlich ist. Bei der in Fig. 4 gezeigten Anlage
werden die Werkstücke 2 in einer Durchlaufrichtung gefördert, um im Bereich eines
Aufspanntisches 10 und eines darüber angeordneten Bearbeitungsportals 20 bearbeitet
zu werden. In dieser Ausführungsform ist Bearbeitungstisch 10 fest, und das Portal
20 ist oberhalb des Tisches 10 verfahrbar. Obgleich in Fig. 4 nicht gezeigt, sind
an dem Portal 20 wiederum Bearbeitungseinheiten angeordnet, beispielsweise Spindeleinheiten
oder dergleichen.
[0035] Dem Aufspanntisch 10 vorgelagert ist eine Beschickungseinrichtung 40, die in der
vorliegenden Ausführungsform durch einen in Durchlaufrichtung verfahrbaren Schlitten
44 gebildet ist. Unterhalb des Schlittens 44 befindet sich eine Rollenbahn 60, die
als Bereitstellungseinrichtung für die jeweiligen Werkstücke dient. An dem Schlitten
44 sind Greifelemente 42 angeordnet, mittels derer Werkstücke von der Bereitstellungseinrichtung
60 aufgenommen und auf dem Spanntisch 10 abgelegt werden können.
[0036] Im Bereich des Verfahrweges des Schlittens 44 ist darüber hinaus eine zweite Bearbeitungseinheit
50 angeordnet, die in der vorliegenden Ausführungsform als Fräsaggregat ausgebildet
ist. Dabei ist das Fräsaggregat in der vorliegenden Ausführungsform quer zur Durchlaufrichtung
verfahrbar und kann eine Fräsbearbeitung an den Werkstücken 2 ausführen, die mittels
des Schlittens 44 gehalten bzw. gefördert werden. Dabei entspricht der Betrieb der
in Fig. 4 gezeigten Bearbeitungsanlage 1 prinzipiell demjenigen des oben beschriebenen
Bearbeitungszentrums 1.
[0037] Obgleich in den obigen Ausführungsformen nur eine einzelne Beschickungseinrichtung
gezeigt ist, können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch mehrere Beschickungseinrichtungen
vorgesehen sein, beispielsweise eine zum Zuführen von Werkstücken und eine zum Entnehmen
von Werkstücken. Dabei kann erfindungsgemäß jeder Beschickungseinrichtung mindestens
eine Bearbeitungseinheit zugeordnet sein. Hierdurch ergibt sich eine noch zügigere
und effizientere Bearbeitung der Werkstücke.
1. Bearbeitungsvorrichtung (1), insbesondere Bearbeitungszentrum zur Bearbeitung von
Werkstücken (2), die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff
oder dergleichen bestehen, mit:
einer Aufspanneinrichtung (10) zum Aufspannen der zu bearbeitenden Werkstücke,
einer bevorzugt balkenförmigen Führungseinrichtung (20), die sich zumindest abschnittsweise
über die Aufspanneinrichtung (10) erstreckt, wobei die Aufspanneinrichtung (10) und
die Führungseinrichtung (20) in zumindest einer ersten Richtung in Bezug zueinander
verfahrbar sind,
mindestens einer ersten Bearbeitungseinheit (30), insbesondere Spindeleinheit, die
an der Führungseinrichtung (20) in zumindest einer zweiten Richtung verfahrbar angeordnet
ist, und
mindestens einer Beschickungseinrichtung (40) zum Zuführen und/oder Entnehmen von
Werkstücken (2) zu bzw. von der Aufspanneinrichtung (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bearbeitungsvorrichtung (1) ferner mindestens eine zweite Bearbeitungseinheit
(50) aufweist, die bevorzugt derart angeordnet und eingerichtet ist, um in der Beschickungseinrichtung
(40) befindliche Werkstücke (2) zu bearbeiten.
2. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungseinrichtung (40) und die zweite Bearbeitungseinheit (50) eingerichtet
sind, simultan zu einem Betrieb der mindestens einen ersten Bearbeitungseinheit (30)
betrieben zu werden.
3. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bearbeitungseinheit (50) in einer Draufsicht zumindest abschnittsweise
außerhalb der Aufspanneinrichtung (10) bzw. eines Verfahrbereichs der Aufspanneinrichtung
(10) vorgesehen ist.
4. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bearbeitungseinheit (50) translatorisch und/oder rotatorisch verfahrbar
ist.
5. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungseinrichtung (40) mindestens ein Greifelement (42) aufweist, das zumindest
in einer Beschickungsrichtung verfahrbar angeordnet ist.
6. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungsrichtung (40) als Ganzes oder teilweise senkrecht zu einer Beschickungsrichtung
verfahrbar angeordnet ist.
7. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungseinrichtung (40) mindestens einen verfahrbaren Schlitten (44) aufweist,
an dem bevorzugt mindestens ein vorzugsweise frei positionierbares Greifelement (42)
angeordnet ist.
8. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungseinrichtung (40) eingerichtet ist, auch mehrere Werkstücke (2) gleichzeitig
aufzunehmen.
9. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungseinrichtung (40) Ausrichtmittel (46), insbesondere mindestens eine
Anschlagfläche aufweist.
10. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner eine Überprüfungseinrichtung zum Überprüfen der Ausrichtung der von der
Beschickungseinrichtung aufgenommenen Werkstücke aufweist.
11. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner eine Bereitstellungseinrichtung (60) aufweist, die eingerichtet ist, Werkstücke
(2) an die Beschickungseinrichtung (40) zu übergeben.
12. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass Bereitstellungseinrichtung (60) eingerichtet ist, Werkstücke (2) an die Ausrichtmittel
(46) der Beschickungseinrichtung (40) zu übergeben.
13. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner eine Puffereinrichtung (70), insbesondere einen Fächerspeicher aufweist.
14. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner eine Übergabeeinrichtung (80), insbesondere Hubeinrichtung aufweist, um
Werkstücke (2) von der Puffereinrichtung (70) zu der Bereitstellungseinrichtung (60)
zu übergeben.