[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anzeigevorrichtung für Bedruckstoffe verarbeitende
Maschinen mit relativ zu einem Bedruckstoff angeordneten Komponenten.
[0002] In Bedruckstoffe verarbeitenden Maschinen wie Druckmaschinen oder Falzmaschinen zur
Druckweiterverarbeitung werden die Bedruckstoffe als Bogen oder Bahnen durch verschiedene
Bearbeitungswerke der Maschine transportiert. Solche Bearbeitungswerke sind in Druckmaschinen
die Druckwerke und in Falzmaschinen verschiedene Falzeinrichtungen. Bei diesen Bearbeitungswerken
ist es wichtig, dass die Bedruckstoffe entsprechend positionsgenau durch die Maschine
transportiert und verarbeitet werden. Insbesondere bei Druckmaschinen ist diese Positionsgenauigkeit
wichtig, da im Mehrfarbendruck auf einem Bedruckstoff die verschiedenen Farbauszüge
registergenau exakt übereinander gedruckt werden müssen. Es ist daher wichtig zu wissen,
in welcher Position relativ zu Zylindern in einem Druckwerk die Bedruckstoffe transportiert
werden, wobei über Registerverstelleinrichtungen die relative Lage zwischen Bedruckstoff
und Zylindern im Druckwerk angepasst werden kann. Dazu kommt noch, dass die relative
Lage des Druckbildes zu dem Bedruckstoff über Passer ebenfalls verändert werden kann.
Um eine optimale Druckqualität zu erhalten, müssen diese relativen Lagen wie Register
und Passer vom Drucker regelmäßig überprüft werden. Zur Überprüfung von Passer und
Register gibt es entsprechende Messeinrichtungen, welche jedoch lediglich im Nachhinein
feststellen können, dass Positionsabweichungen aufgetreten sind. Es wäre daher für
den Drucker von Vorteil, wenn er bereits beim Einstellen der Maschine die Auswirkung
von Verstellungen an Komponenten in der Druckmaschine auf die relative Lage zum Bedruckstoff
überprüfen könnte.
[0003] Aus der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2005 001 417 A1 ist eine Projektionseinrichtung mit einer Projektionsfläche bekannt, welche es erlaubt,
Bilder auf einen bedruckten Bogen zu projizieren. Auf diese Art und Weise ist es möglich,
Änderungen, welche der Drucker im Druckprozess vornimmt, über eine entsprechende Projektion
auf den Bedruckstoff zu simulieren. Verstellt der Drucker z. B. einzelne Werte für
die Öffnung von Farbzonen in den Farbwerken einer Offsetdruckmaschine, so kann er
sich die vorgenommenen Änderungen am Druckbild in einer Simulation durch Überlagerung
eines projizierten Druckbildes auf dem realen Druckbild anzeigen lassen. Diese Überlagerung
wird in einem Rechner berechnet und über einen Projektor auf den Druckbogen projiziert.
Die so projizierten Änderungen kann der Drucker problemlos wieder zurücknehmen, wenn
sie nicht seinen Anforderungen genügen. Auf diese Art und Weise kann Makulatur erspart
werden, welche sonst bei falsch vorgenommen Einstellungen zwangsläufig anfällt, da
diese falschen Einstellungen erst hinterher durch Inaugenscheinnahme oder entsprechende
Messgeräte festgestellt werden kann.
[0004] Die Projektionseinrichtung aus der Anmeldung
DE 10 2005 001 417 A1 hat jedoch den Nachteil, dass damit nur Veränderungen auf einem Druckbogen simuliert
werden können. Es ist jedoch nicht möglich, Änderungen der Einstellungen in einer
Druckmaschine hinsichtlich der Komponenten der Druckmaschine z. B. beim Bogentransport
im Verhältnis zu der relativen Lage eines Druckbogens oder des Druckbildes auf dem
Druckbogen zu simulieren und darzustellen.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anzeigevorrichtung für Bedruckstoffe
verarbeitende Maschinen mit relativ zu einem Bedruckstoff angeordneten Komponenten
zu schaffen, welche eine Überprüfung der relativen Lage von Druckbild und/oder Bedruckstoff
zu den Komponenten ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Patentansprüche 1 und 12 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den Zeichnungen zu entnehmen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Anzeigevorrichtung so eingerichtet, dass
Veränderungen der Relativlage der Komponenten der Maschine auf der Anzeigevorrichtung
in Bezug auf das Druckbild und/oder den Bedruckstoff durch Überlagerung angezeigt
werden. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die relative Lage des Druckbildes und/oder
des Bedruckstoffs insbesondere zu Transportkomponenten in einer Druckmaschine für
die Druckqualität von großer Wichtigkeit. Verändert der Drucker nun Einstellungen
in der Druckmaschine z. B. hinsichtlich der Register- oder Passergenauigkeit, so kann
er durch die vorliegende Erfindung die Auswirkungen dieser Einstellungen auf einen
Druckbogen oder das Druckbild über die Anzeigevorrichtung erkennen. Dazu werden das
Druckbild und/oder der Bedruckstoff und die betroffenen Komponenten der Maschine in
einer überlagerten Darstellung auf einem Bildschirm angezeigt. Die überlagerte Darstellung
wird in einem Rechner der Maschine berechnet, welcher zum einen die Eingabebefehle
des Druckers entgegen nimmt und dem zum anderen die Einstellungen an der Druckmaschine
bekannt sind. Die Einstellungen können z.B. über Sensoren erfasst werden und an den
Maschinenrechner übertragen werden. Zusätzlich sind dem Rechner das Druckbild, die
relative Lage des Druckbildes zum gerade verwendeten Bedruckstoff, das Format des
gerade verwendeten Bedruckstoffs und die relative Lage des Bedruckstoffs in der Maschine
bekannt. Diese Informationen können für den eingerichteten oder einen zukünftigen
Druckauftrag bekannt sein. Diese Daten verarbeitet der Rechner für den jeweiligen
Druckauftrag, um sie dann in einer Überlagerung auf einem Bildschirm dem Drucker anzeigen
zu können.
[0007] Zu den verstellbaren Komponenten in Bedruckstoffe verarbeitenden Maschinen zählen
insbesondere die Bogenbremsen im Ausleger. Wenn die Bogenbremsen nicht so eingestellt
werden, dass sie lediglich die druckfreien Bereiche des Druckbildes oder Bedruckstoffs
berühren, so hinterlassen die Bogenbremsen Spuren auf dem Bedruckstoff bzw. der Bogen
legt auf der Bogenbremse Farbe ab. Dies führt zwangsläufig zur Makulatur und zu zusätzlichen
Reinigungsarbeiten in der Druckmaschine. Durch die überlagerte Darstellung der Bogenbremsen
und des Druckbildes und/oder des Bedruckstoffs auf dem Bildschirm kann der Drucker
nun genau die Position der Bogenbremsen im Hinblick auf die druckfreien Bereiche des
Druckbildes erkennen und die Bogenbremsen gezielt so einstellen, dass sie sich in
den druckfreien Bereichen befinden.
[0008] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Komponenten
der Maschine Lüfter oder Lüftergruppen in einer Druckmaschine sind. Zum Bogentransport
weisen Bogendruckmaschinen eine Vielzahl von Lüftern oder Lüftergruppen auf, welche
den Bogen definiert durch die Bogendruckmaschine transportieren. Lüfter finden sich
im Ausleger, in der Verbindung zwischen Ausleger und letztem Druckwerk, innerhalb
der Druckwerke und im Bereich von Wendeeinrichtungen. Dabei wirken auf einen Bogen
zugleich immer mehrere Lüfter ein, wobei die Lüfter nicht notwendigerweise mit der
gleichen Luftmenge arbeiten müssen. Zur Optimierung des Transports werden die Lüfter
vielmehr über entsprechende Profile eingestellt, so dass z. B. die am Rand der Gruppe
angeordneten Lüfter geringere Luftmengen erzeugen als die in der Mitte der Gruppe
angeordneten Lüfter. Diese Einstellungen der Lüfter sind jedoch vom Druckformat und
vom Druckbild des gerade verarbeitenden Bogens abhängig. Durch die überlagerte Darstellung
des Druckbildes und/oder des Bedruckstoffs und der Lüfter oder Lüftergruppen in der
Druckmaschine ist es nun möglich, eine unmittelbare örtliche Zuordnung der Lüfter
zum Bedruckstoff oder Druckbild für den Drucker erkennbar zu machen. Auf diese Art
und Weise kann der Drucker auf einen Blick sehen, welche Lüfter oder Lüftergruppen
er verstellen muss, um gezielt bestimmte Bereiche des Bedruckstoffs mit Luft zu beaufschlagen.
[0009] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Komponenten
Ziehmarken, Vordermarken oder Seitenmarken in einer Druckmaschine sind. Auch bei diesen
Komponenten kommt es auf die Relativlage von Bedruckstoff und Komponente an, welche
sich der Drucker durch die überlagerte Darstellung auf einem Bildschirm anzeigen lassen
kann. Weitere Komponenten, welche sich für eine entsprechende überlagerte Darstellung
eignen sind die Bogengreifer zum Transport von Bedruckstoffen in Bedruckstoffe verarbeitenden
Maschinen. Durch Einstellungen der Position der Ziehmarke und /oder des Ziehwegs lässt
sich die optimale Position der Bogenkanten in den Greifern bestimmen. In diesem Fall
werden die Bogen relativ zu den Greifern bewegt, ähnliches geschieht bei der Registerverstellung,
auch hier werden die Bogen über Seitenregister zu den Bogengreifern positioniert.
[0010] Wenn die Komponenten in Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine verstellbar sind, so
können diese über Bedienelemente verstellt werden. Diese Bedienelemente können um
die Anzeigeeinrichtung verteilt angeordnet sein, sie können aber auch auf der Anzeigevorrichtung
selbst angeordnet sein, z. B. wenn diese als Touchscreen ausgebildet ist, so dass
der Drucker Veränderungen der Einstellung über bloßes Berühren der entsprechenden
Orte auf der Anzeigeeinrichtung vornehmen kann. Werden z. B. die Bogenbremsen verstellt,
so braucht der Drucker bei einer Touchscreen-Bedienung lediglich die Bogenbremsen
mit einem Finger zu berühren und dann entweder nach rechts oder links zu ziehen. So
hat der Drucker auch bei der Verstellung sofort immer die Auswirkungen der Verstellung
auf den Bedruckstoff oder das Druckbild im Auge, da die Bogenbremsen und Bedruckstoff
oder Druckbild immer in überlagerter Darstellung auf der Anzeigevorrichtung für ihn
sichtbar sind.
[0011] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass die Anzeigevorrichtung einen Bildschirm
zur Darstellung des Druckbildes und/oder Bedruckstoffs wenigstens in Originalgröße
aufweist. Die Darstellung des Bedruckstoffs oder Druckbildes in Originalgröße erlaubt
eine besonders gute Beurteilung des angezeigten Bildes durch den Drucker, da hier
dieselben Proportionen vorliegen wie sie bei einem ausgedruckten und auf einem Prüfpult
abgelegten Bedruckstoff vorherrschen. In diesem Fall ist es von Vorteil, wenn die
Anzeigevorrichtung aus einem großen Flachbildschirm besteht, welcher eine hohe Auflösung
bevorzugt wenigstens 1920 x 1080 Pixel HDTV-Auflösung aufweist. Bei einer solch hochauflösenden
Darstellung können auch kleinste Änderungen der Einstellungen und Auswirkungen auf
die Relativlage der Komponenten zum Bedruckstoff oder Druckbild auf der Anzeigevorrichtung
sichtbar gemacht werden. Wenn der Bildschirm an der Rückwand einer Anzeigevorrichtung
eines Prüfpultes mit Bogenauflage angebracht ist, so befindet sich zwischen dem Bildschirm
und dem Drucker noch der Druckbogen. Aufgrund der Entfernung des Druckers zum Bildschirm
kann es in diesem Fall sogar sinnvoll sein, wenn der Bildschirm größer ist als der
dargestellte Bedruckstoff, so dass der Drucker Details aus der Entfernung besser erkennen
kann. Dagegen bietet eine Darstellung im Maßstab 1:1 den großen Vorteil, dass das
auf dem Bildschirm angezeigte Bild direkt im selben Maßstab mit dem auf dem Auflagepult
davor liegenden Bogen verglichen werden kann.
[0012] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist außerdem vorgesehen, dass auf dem
Bedruckstoff und/oder Druckbild durch eine Analyse des Druckbildes druckfreie Stellen
als Einstellungsvorschlag mittels eines Rechners berechnet und als Einstellungsvorschlag
auf dem Bedruckstoff und/oder Druckbild markiert angezeigt werden. In diesem Fall
analysiert der Rechner zunächst das digitalisierte Druckbild, auf welches er durch
Vorstufendaten zugreifen kann. Der Inhalt des Druckbildes ist bei einem elektronischen
Workflow außerdem meist in den elektronischen Auftragsdaten, welche über ein Netzwerk
der beteiligten Maschinen und der Druckvorstufe ausgetauscht werden können, vorhanden.
Da die druckfreien Stellen weiß bleiben, können diese vom Rechner zuverlässig erkannt
werden. Somit sind dem Rechner die exakten Positionen der druckfreien Stellen auf
dem Bedruckstoff bekannt. Da die relative Lage des Druckbildes zum Bedruckstoff von
den Einstellungen der Druckmaschine abhängt, sollte der Rechner außerdem Zugriff auf
die Einstellungen der Druckmaschine haben, um auch diese berücksichtigen zu können.
In diesem Fall kann der Rechner die druckfreien Stellen perfekt ermitteln und diese
dann auf der Anzeigevorrichtung dem Drucker anzeigen. Die Anzeige kann durch eine
entsprechende Markierung auf dem angezeigten Bedruckstoff und/oder Druckbild erfolgen.
So können z. B. die druckfreien Stellen rot umrandet werden. Auf diese Art und Weise
wird es dem Drucker ermöglicht, z. B. die Bogenbremsen gezielt in die druckfreien
angezeigten Bereiche auf der Anzeigevorrichtung zu verstellen.
[0013] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Einstellung der verstellbaren Komponenten durch den Rechner automatisch auf die
ermittelten druckfreien Stellen im Druckbild und/oder Bedruckstoff abgestimmt wird.
Wenn der Rechner die druckfreien Stellen ermittelt hat, so kann er die Einstellungen
der entsprechenden Komponenten wie Bogenbremsen auch automatisch vornehmen. In diesem
Fall kann vorgesehen sein, dass der Drucker die automatische Einstellung durch den
Rechner noch durch ein Quittiersignal über eine Taste neben oder auf der Anzeigevorrichtung
bestätigt.
[0014] Es kann zudem vorgesehen sein, dass wenigstens ein weiterer Bildschirm vorhanden
ist, welcher den Bedruckstoff und/oder das Druckbild anzeigt und/oder zur Entgegennahme
von Bedienbefehlen eingerichtet ist. Bei einer Touchscreen-Bedienung muss der Bildschirm
in Reichweite des Druckers sein. Ist der Bildschirm an der Rückwand eines Bedienpultes
angebracht, so ist es für den Drucker schwer, diesen mit den Händen zu erreichen.
Desweiteren sind Touchscreens nur in relativ kleinen Größen verfügbar, so dass bei
großen hochauflösenden Bildschirmen eine Touchscreen-Bedienung nicht möglich ist.
In diesem Fall kann ein zweiter kleinerer Bildschirm vorhanden sein, welcher als Touchscreen
ausgebildet ist und insbesondere zur Entgegennahme von Bedienbefehlen eingerichtet
ist. So kann dann der Drucker die Bedienbefehle über den Touchscreen eingeben, und
er bekommt die Auswirkungen auf dem großen Bildschirm angezeigt. Zusätzlich kann er
die Auswirkungen aber auch auf dem kleineren Bildschirm, dem Touchscreen, angezeigt
bekommen, wenn dort ebenfalls der Bedruckstoff und/oder das Druckbild in einer Überlagerung
mit den entsprechenden Komponenten der Maschine angezeigt wird.
[0015] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Druckmaschine mit einem Bedienpult mit großem Bildschirm zur Darstellung der
Überlagerung von Bedruckstoff/Druckbild und Maschinenkomponenten,
- Fig. 2:
- den großen Bildschirm des Bedienpultes mit der Darstellung der relativen Lage von
Bedruckstoff/Druckbild und Bogenbremsen im Ausleger einer Druckmaschine und
- Fig. 3:
- den großen Bildschirm mit einer Überlagerung des Bedruckstoffs/Druckbildes mit Lüftern
im Ausleger einer Druckmaschine.
[0016] Figur 1 zeigt ein Bedienpult 1, welches verschiedene Bedieneinrichtungen aufweist,
mit denen eine Bogendruckmaschine 2 gesteuert wird. Das Bedienpult 1 weist einen Steuerungsrechner
15 auf sowie einen großen Bildschirm 10, welcher das gleiche Format aufweist, wie
ein bogenförmiger Bedruckstoff 9 im Bogenformat 75 cm x 105 cm. Auf diese Art und
Weise ist es möglich, Bogen 9 bis zur Formatgröße 105 im Maßstab 1:1 auf dem großen
Bildschirm 10 darzustellen. Für eine detaillierte und originalgetreue Widergabe der
Bogen auf dem großen Bildschirm 10 weist dieser eine HDTV Auflösung von 1920 x 1080
Bildpunkten auf. Der große Bildschirm 10 ist an der Rückwand des Bedienpults 1 montiert,
so dass davor auf einem Auflagepult ein realer Bedruckstoff 9 abgelegt werden kann.
Auf diese Art und Weise hat der Drucker den Bogen 9 und den auf dem großen Bildschirm
10 angezeigten Bogen gleichzeitig im Blickfeld. Weiterhin weist das Bedienpult 1 einen
Touchscreen 11 auf, mit welchem Einstellungen an der Druckmaschine 2 vorgenommen werden
können. Der Touchscreen 11 ist an den Steuerungsrechner 15 angeschlossen, welcher
wiederum mit Steuerungskomponenten der Druckmaschine 2 über eine Kommunikationsverbindung
3 in Verbindung steht.
[0017] Die Druckmaschine 2 in Figur 1 weist beispielhaft zwei Druckwerke 4 auf, welche über
einen Transportzylinder 16 miteinander verbunden sind. Eingangs des ersten Druckwerks
4 verfügt die Druckmaschine 2 über einen Bogenanleger 6, welcher mittels eines Saugkopfs
einem Anlegerstapel 7 bogenförmige Bedruckstoffe 9 entnimmt und dem ersten Druckwerk
4 zuführt. Zwischen Anleger 6 und erstem Druckwerk 4 werden die Bogen über Ziehmarken
18 seitlich ausgerichtet. Ausgangs des zweiten Druckwerks 4 befindet sich der Bogenausleger
5, welcher die fertig bedruckten Bogen 9 auf einem Auslegerstapel 8 ablegt. Auf dem
Transportzylinder 16 in der Druckmaschine 2 werden die bogenförmigen Bedruckstoffe
9 während des Transports mittels Bogengreifern 17 gehalten. Im Ausleger 5 befinden
sich die in Figur 2 dargestellten Bogenbremsen 12. Die Lage der Bogenbremsen 12 ist
über den Touchscreen 11 des Bedienpultes 1 einstellbar. Auf dem großen Bildschirm
10 lässt sich dann die relative Lage der Bogenbremsen 12 oder anderer Komponenten
zu dem bogenförmigen Bedruckstoff 9 und/oder dem Druckbild 13 auf dem Bedruckstoff
9 darstellen. Dazu werden die angezeigten Bogenbremsen 12 dem Druckbild 13 des Bedruckstoffs
9 überlagert.
[0018] Die Überlagerung der Bogenbremsen 12 und des Druckbilds 13 auf dem großen Bildschirm
10 ist in Figur 2 gezeigt. Damit die Bogenbremsen 12 auf dem fertig bedruckten Bogen
9 keine Spuren hinterlassen, was zur Makulatur führen würde, müssen die Bogenbremsen
12 in ihrer Position in Bezug auf das Druckbild 13 auf dem Bedruckstoff 9 derart eingestellt
werden, dass sie sich in den druckfreien Bereichen des Druckbilds 13 befinden. Um
die relative Lage der Bogenbremsen 12 zu dem Druckbild 13 auf dem Bedruckstoff 9 zu
visualisieren, wird die Lage der Bogenbremsen 12 im Ausleger 5 der Druckmaschine 2
über Sensoren erfasst und an den Steuerungsrechner 15 übertragen. Im Steuerungsrechner
15 ist außerdem eine digitale Druckvorlage des aktuellen Druckauftrags mit dem Druckbild
13 abgespeichert, oder der Steuerungsrechner 15 hat Zugriff über ein nicht gezeigtes
Netzwerk auf entsprechende digitale Daten der Druckvorstufe. Der Steuerungsrechner
15 berechnet dann aus den Einstellungen der Bogenbremsen 12 und den digitalen Daten
des Druckbilds 13 ein überlagertes halbtransparentes Bild, welches auf dem großen
Bildschirm 10 angezeigt wird. Zusätzlich kann dieses Bild auch noch auf dem kleinen
Touchscreen 11 der Figur 1 angezeigt werden. Verstellt der Drucker nun die Lage der
Bogenbremsen 12 der Druckmaschine 2, so werden diese Verstellungen an den Steuerungsrechner
15 zurückgemeldet, welcher sofort ein neues überlagertes Bild berechnet und auf dem
großen Bildschirm 10 anzeigt. Auf diese Art und Weise kann der Drucker auf einen Blick
erkennen, wie sich seine Einstellungsänderungen auf die relative Lage der Bogenbremsen
12 zum Druckbild 13 auswirken.
[0019] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung ist in Figur 3 abgebildet. In diesem Fall
handelt es sich nicht um in der Lage verstellbare Komponenten einer Druckmaschine
2, sondern um Lüfter 14 im Ausleger 5 der Druckmaschine 2. Die Lüfter 14 sind stationär
angeordnet und dienen dazu mit einem geregelten Luftstrom im Ausleger 5 ankommende
Bogen 9 auf den Auslegerstapel 8 nach der Freigabe der Greifertransportketten abzulegen.
Die Position des Bedruckstoffs 9 zu den Lüftern 14 im Ausleger 5 ist jedoch vom gerade
verwendeten Format abhängig. Wenn nicht das maximale Format in der Druckmaschine 2
verarbeitet wird, so bleiben die Lüfter 14 am Rand des gezeigten Bogens 9 unbedeckt.
Diese unbedeckten Lüfter 14 kann dann das Bedienpersonal auf dem großen Bildschirm
10 erkennen, da auch hier die Umrisse des kleineren Bogenformats 9 relativ zu den
Lüftern 14 dargestellt werden. Zu diesem Zweck wird eine Überlagerung des tatsächlich
verwendeten Bedruckstoffformats mit dem Druckbild 13 und dessen relative Lage in der
Maschine zu den im Ausleger 5 angeordneten Lüftern 14 auf dem Bildschirm 10 angezeigt.
Wenn der Drucker den Luftstrom einzelner Lüfter 14 verändert, so hat er hier die unmittelbare
Zuordnung des Ortes der Lüfters 14 zum Ort des Bedruckstoffs 9 im Blick, so dass ersichtlich
ist, auf welchen Ort des Bedruckstoffs 9 der betroffene Lüfter 14 einwirkt.
[0020] Bei der Anzeige des Bogens 9 können außerdem die verschiedenen Produktionsarten Schöndruck,
Schön- und Widerdruck sowie zusätzlich das Umschlagen oder Umstülpen berücksichtigt
werden, so dass immer das Druckbild 13 angezeigt wird, das gerade mit der Bogenbremse
12 in Berührung kommt. Desweiteren kann der Drucker über entsprechende Menüs am Touchscreen
11 nicht nur auf den aktuellen Druckauftrag zugreifen sondern auch auf zukünftige
Druckaufträge und so schon die Einstellungen etwaiger anderer Formate während des
noch laufenden Druckauftrags vornehmen und im Steuerungsrechner 15 abspeichern. Beim
späteren Abarbeiten des entsprechenden Druckauftrags müssen dann die bereits vorgenommenen
Einstellungen nur noch aus dem Speicher des Steuerungsrechners 15 abgerufen werden.
[0021] Neben den in den Figuren 2 und 3 gezeigten Beispielen sind noch weitere Anwendungsmöglichkeiten
in der Druckmaschine 2 möglich. Insbesondere kann die Lage des Bogens 9 und/oder die
Lage des Druckbildes 13 zu den Greifern 17 auf dem Transportzylinder 16 auf dem großen
Bildschirm 10 angezeigt werden. Desweiteren weisen Ausleger 5 meist Pudereinrichtungen
auf, mit denen ein Verkleben der auf dem Auslegerstapel 8 abgelegten fertig bedruckten
Bogen 9 verhindert wird. So kann auch die Puderverteilung und der Wirkbereich der
Puderdüsen im Ausleger 5 über Breite und Länge in Bezug auf den Bedruckstoff 9 oder
das Druckbild 13 auf dem großen Bildschirm 10 angezeigt werden. Die Darstellung der
Puderverteilung kann auch in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit erfolgen, in diesem
Fall ändert sich die Darstellung der Puderverteilung auf dem Bildschirm 10 bei sich
ändernder Druckgeschwindigkeit. Desweiteren ist die Darstellung der Farbverteilung
und das Ergebnis des Einfluss der seitlichen Verreibung in den Farbwerken der Druckwerke
4 in der Druckmaschine 2 auf dem großen Bildschirm 10 darstellbar. Allen Ausführungsformen
ist gemeinsam, dass die relative Lage des Bedruckstoffs 9 und/oder des Druckbildes
13 zu den entsprechenden Komponenten in der Druckmaschine 2 für den Drucker auf einen
Blick zu erkennen ist. Dies sorgt für eine sichere und bequeme Bedienung der Druckmaschine
2.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Bedienpult
- 2
- Druckmaschine
- 3
- Kommunikationsverbindung
- 4
- Druckwerk
- 5
- Ausleger
- 6
- Anleger
- 7
- Anlegerstapel
- 8
- Auslegerstapel
- 9
- Bogen
- 10
- großer Bildschirm
- 11
- Touchscreen
- 12
- Bogenbremsen
- 13
- Druckbild
- 14
- Lüfter im Ausleger
- 15
- Steuerungsrechner
- 16
- Transportzylinder
- 17
- Bogengreifer
- 18
- Ziehmarken
1. Anzeigevorrichtung (1) für Bedruckstoffe verarbeitende Maschinen (2) mit relativ zu
einem Bedruckstoff (9) angeordneten Komponenten (12, 14, 16, 17, 18),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Relativlage der Komponenten (12, 14, 16, 17, 18) der Maschine auf der Anzeigevorrichtung
(1) in Bezug auf das Druckbild (13) und/oder den Bedruckstoff (9) durch eine Überlagerung
der Komponenten mit dem Druckbild (13) und/oder dem Bedruckstoff (9) angezeigt wird.
2. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponenten (12, 18) der Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (2) verstellbar
sind.
3. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckbild (13) und/oder der Bedruckstoff (9) relativ zu den Komponenten (12,
18) der Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (2) verstellbar sind.
4. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die verstellbaren Komponenten Bogenbremsen (12) in einem Ausleger (8) sind.
5. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponenten der Maschine Lüfter (14) oder Lüftergruppen in einer Druckmaschine
(2) sind.
6. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponenten Ziehmarken (18), Vordermarken oder Seitenmarken in einer Druckmaschine
(2) sind.
7. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponenten Bogengreifer (17) zum Transport von Bedruckstoffen (9) in der Bedruckstoffe
verarbeitenden Maschine (2) sind.
8. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die verstellbaren Komponenten (12, 18) der Maschine über Bedienelemente (11) verstellbar
sind.
9. Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzeigevorrichtung (1) einen Bildschirm (10) zur Darstellung des Druckbildes
(13) und/oder Bedruckstoffes (9) wenigstens in Originalgröße aufweist.
10. Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Bedruckstoff (9) und/oder Druckbild (13) durch eine Analyse des Druckbildes
(13) druckfreie Stellen als Einstellungsvorschlag mittels eines Rechners (15) berechnet
und als Einstellungsvorschlag auf dem Bedruckstoff (9) und/oder Druckbild (13) markiert
angezeigt werden.
11. Anzeigevorrichtung (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstellung der verstellbaren Komponenten (12, 18) durch den Rechner (15) automatisch
auf die ermittelten druckfreien Stellen im Druckbild (13) und/oder Bedruckstoff (9)
abgestimmt wird.
12. Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein weiterer Bildschirm (11) vorhanden ist, welcher den Bedruckstoff (9)
und/oder das Druckbild (13) anzeigt und/oder zur Entgegennahme von Bedienbefehlen
eingerichtet ist.
13. Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Druckbild (13) und /oder dem Bedruckstoff (9) die Verteilung von Puder im Ausleger
(5) einer Druckmaschine (2) überlagert wird.
14. Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Druckbild (13) und /oder dem Bedruckstoff (9) die Farbverteilung als Ergebnis
des Einflusses der seitlichen Verreibung im Farbwerk der Druckwerke (4) in der Druckmaschine
(2) überlagert wird.
15. Druckmaschine (2) mit einer Anzeigevorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.