[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern von flächigen Gegenständen,
insbesondere von in einer Schuppenformation anfallenden Druckereiprodukten, gemäss
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art ist beispielsweise aus den Patentschriften
CH 617 408 und
US 4,201,377 bekannt. Einem Zuförderer ist ein in einem Winkel zu diesem verlaufender Wegförderer
nachgeschaltet. Der Auslauf des Zuförderers ist an einer Seite des Wegförderers angeordnet
und im Abstand vom Auslauf des Zuförderers ist oberhalb des Wegförderers diesem wenigstens
ein umlaufendes Umlenkorgan zugeordnet, das mit dem Wegförderer einen in Zuförderrichtung
des Zuförderers sich verjüngenden und gleichsinnig zur Wegförderrichtung des Wegförderers
förderwirksamen Förderspalt bildet. Die Vorrichtung ist besonders zum Fördern von
in einem Schuppenstrom anfallenden Druckereiprodukten geeignet, da der Schuppenstrom
erhalten bleibt, während nur die Orientierung der einzelnen Druckereiprodukte im Schuppenstrom
ändert.
[0003] Weiter ist aus der
EP 0 718 226 A eine Zuführ-Umlenkvorrichtung für zu mindest teilweise gefaltete Zeitungen und Magazine
bekannt, bei der die Zuführrichtung der Zeitungen um 90° umgelenkt wird. Die Vorrichtung
weist ein Paar Stoppzylinder und ein Paar Beschleunigungszylinder auf, die im Wesentlichen
in einer Ebene, jedoch mit einem Winkel von 90° zueinander liegen. Sie sind mit sektorförmigen
Ansätzen versehen, um die Zeitung beziehungsweise das Magazin dazwischen gepresst
zu halten wenn die Ansätze beider Zylinder der Zylinderpaare sich auf einer Linie
zwischen den Mittelachsen befinden. Mittels der Stoppzylinder wird die jeweilige Zeitung
beziehungsweise das Magazin durch gesteuerte Verzögerung der Zylinder derart arretiert
beziehungsweise gestoppt, dass kein Rutschen der Zeitungen zwischen dem Paar Stoppzylinder
erfolgt. Das Paar Beschleunigungszylinder ergreift den in Zuführrichtung gesehen seitlichen
Rand der Zeitung beziehungsweise des Magazins in dem Moment, in dem die Zeitung beziehungsweise
das Magazin mittels dem Paar Stoppzylinder gestoppt ist. Diese Zuführ-Umlenkvorrichtung
ist ausschliesslich für die Verarbeitung von in einem Abstand hintereinander anfallenden
Zeitungen beziehungsweise Magazinen geeignet.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die gattungsgemässe Vorrichtung derart
weiterzubilden, dass die anfallenden Gegenstände getaktet umgelenkt werden.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
gelöst. Ein Umlenkorgan und ein mit diesem zusammen wirkenden weiteres Umlenkorgan
bilden einen Durchlassspalt, durch welchen hindurch der jeweilige zugeführte Gegenstand
mit seiner vorauslaufenden Kante gegen einen Anschlag förderbar ist. Dies stellt sicher,
dass der Gegenstand eine definierte Lage einnimmt. Synchronisiert zum Takt des Zuförderers
bilden die beiden Umlenkorgane für den jeweiligen am Anschlag anliegenden Gegenstand
einen Förderspalt, um diesen dem Wegförderer zuzuführen. Die Gegenstände werden somit
im Takt des Zuförderers umgelenkt und dem Wegförderer zugeführt. Da die Umlenkorgane
den jeweiligen Gegenstand in einem an die vorauslaufende Kante angrenzenden Randabschnitt
erfassen, ist die Förderung und getaktete Umlenkung von in einer Schuppenformation
anfallenden Gegenständen, insbesondere Druckereiprodukten, ermöglicht.
[0006] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung gehen aus den abhängigen
Patentansprüchen hervor.
[0007] Die Erfindung wird anhand in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher
beschrieben. Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- in Draufsicht eine erfindungsgemässe Vorrichtung, bei welcher ein Zuförderer und ein
Wegförderer in einem rechten Winkle zueinander verlaufen;
- Fig. 2
- in Draufsicht eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, bei
welcher der Zuförderer und der Wegförderer in einem Winkel von ungleich 90° zueinander
angeordnet sind;
- Fig. 3
- in Seitenansicht und teilweise geschnitten den als teleskopierbarer Bandförderer ausgebildeten
Zuförderer und eine Umlenkeinrichtung; und
- Fig. 4
- in Ansicht die Umlenkeinrichtung und einen Teil des Wegförderers.
[0008] Figur 1 zeigt in Draufsicht eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung
während des Betriebs. Sie weist einen Zuförderer 10 auf, welcher dazu bestimmt ist,
flächige Gegenstände 12, im vorliegenden Fall Druckereiprodukte wie beispielsweise
Zeitungen, Zeitschriften oder dergleichen, in Zuförderrichtung Z einer Umlenkeinrichtung
14 zuzuführen. Die Gegenstände 12 sind in einer Schuppenformation S angeordnet, in
welcher die Gegenstände 12 auf dem jeweils vorauslaufenden Gegenstand schuppenartig
aufliegen und die in Zuführrichtung Z vorauslaufende Kante 16 der Gegenstände wenigstens
annähernd rechtwinklig zur Zuförderrichtung Z verläuft. Der Abstand K zwischen den
vorauslaufenden Kanten 16 aufeinander folgender Gegenstände 12 ist wenigstens annähernd
konstant, sodass bei einer bestimmten Fördergeschwindigkeit v1 des Zuförderers 10
pro Arbeitstakt jeweils ein Gegenstand 12 der Umlenkeinrichtung 14 zugeführt wird.
Der Zuförderer 10 ist kontinuierlich angetrieben und speist die Umlenkeinrichtung
14 getaktet mit Gegenständen 12.
[0009] Die Umlenkeinrichtung 14 weist einen durch eine Anschlagleiste 18 gebildeten Anschlag
20 für die vorauslaufende Kante 16 der Gegenstände 12 auf. Die Anschlagleiste 18 verläuft
rechtwinklig zur Zuförderrichtung Z und somit wenigstens annähernd parallel zur vorauslaufenden
Kante 16 der zugeführten Gegenstände 12 und ist in einem Abstand A zum Auslauf 22
des Zuförderers 10 angeordnet, welcher mindestens gleich gross ist wie die in Zuförderrichtung
Z gemessene Ausdehnung (Länge) L der Gegenstände. Vorzugsweise ist der Abstand A beispielsweise
um 5 bis 10% grösser als die Ausdehnung L.
[0010] Weiter weist die Umlenkeinrichtung 14 zwei Umlenkorganpaare 24, 24' auf, welche -
in Zuförderrichtung Z gesehen - in einem Abstand B vom Auslauf 22 und stromaufwärts
der Anschlagleiste 18 angeordnet sind. Der Abstand B ist vorzugsweise etwas kleiner
als die Ausdehnung L der Gegenstände 12.
[0011] Jedes Umlenkorganpaar 24, 24' weist zwei in vertikaler Richtung übereinander angeordnete
scheibenartige Umlenkorgane 26, 26' auf, welche um parallel zur Zuförderrichtung Z
und somit rechtwinklig zur vorauslaufenden Kante 16 der Gegenstände 12 verlaufende
Drehachsen 28 drehbar gelagert sind. Wie dies weiter unten zu beschreiben ist, bilden
die Umlenkorgane 26, 26' jedes Umlenkpaars 24, 24', abgestimmt auf den Takt der vom
Zuförderer 10 zugeführten Gegenstände 12 und ausgehend von einem Durchlassspalt, einen
gleichsinnig mit der Wegförderrichtung W eines Wegförderers 30 wirksamen Förderspalt.
Der Zuförderer 10 und der Wegförderer 30 sind in einem Winkel α von 90° zueinander
angeordnet, sodass die Zuförderrichtung Z und die Wegförderrichtung W in einem rechten
Winkel zueinander verlaufen. Der Einlauf 32 des Wegförderers 30 befindet sich, in
Wegförderrichtung W gesehen, stromabwärts der Umlenkeinrichtung 14 und in einem derartigen
Abstand zur dem Wegförderer 30 zugewandten Seitenkante 34 der in Zuförderrichtung
Z der Umlenkeinrichtung 14 zugeführten Gegenstände 12, dass diese ohne Einwirkung
der Umlenkeinrichtung 14 nicht vom Wegförderer 30 beeinflusst werden.
[0012] Sowohl der Zuförderer 10 als auch der Wegförderer 30 ist als Bandförderer ausgebildet,
mit welchem beim Auslauf 22 beziehungsweise Einlauf 32 zwei Gewichtsrollen 36 zusammenwirken.
[0013] Die im Arbeitstakt der Umlenkeinrichtung 14 zugeführten Gegenstände 12 werden nach
dem Anschlagen am Anschlag 20 mittels den Umlenkorganpaaren 24, 24' umgelenkt und
in Wegförderrichtung W dem Wegförderer 30 zugeführt, wobei die Gegenstände 12 eine
zu sich parallele Lage beibehalten. Durch die Umlenkung wird somit die Seitenkante
34 zur vorauslaufende Kante. Da der Wegförderer 30 kontinuierlich und mit einer auf
die Zufördergeschwindigkeit v1 abgestimmten Wegfördergeschwindigkeit v2 angetrieben
ist und die Gegenstände 12 mittels der Umlenkeinrichtung 14 getaktet umgelenkt werden,
wird ein wiederum regelmässiger, getakteter Schuppenstrom S' gebildet.
[0014] Mit dem gestrichelten Pfeil W' ist angedeutet, dass der Wegförderer 30, in Zuförderrichtung
Z gesehen, auf der andern Seite angeordnet sein kann, um die umgelenkten Gegenstände
12 in Wegförderrichtung W' wegzufördern, die der Wegförderrichtung W entgegengesetzt
ist. Selbstverständlich werden dazu die Drehrichtungen der Umlenkorgane 26 umgekehrt.
Es ist auch denkbar, zwei Wegförderer 30 vorzusehen, wovon der eine in Wegförderrichtung
W und der andere in Wegförderrichtung W' wirksam ist. Dies ermöglich, je nach Wirkrichtung
der Umlenkeinrichtung 14, ein Wegfördern der umgelenkten Gegenstände 12 in Wegförderrichtung
W oder W'.
[0015] Bei den mit ausgezogenen Linien gezeigten Gegenständen 12 ist die Ausdehnung L grösser
als die Breite gemessen rechtwinklig zur Zuförderrichtung Z. Es ist jedoch auch möglich,
rechteckige Gegenstände 12 zu verarbeiten, deren Ausdehnung L kleiner ist als die
Breite, wie dies mit den strichpunktierten Druckereiprodukten 12' angedeutet ist.
Für die Anpassung an die zu verarbeitenden Formate der Gegenstände 12 sind die Abstände
A, B zwischen dem Auslauf 22 des Zuförderers 10 und dem Anschlag 20 beziehungsweise
den Umlenkorganen 26 einstellbar.
[0016] Figur 2 zeigt in gleicher Darstellung wie Figur 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung,
bei welcher der Winkel α' beziehungsweise α'' zwischen der Zuförderrichtung Z und
der Wegförderrichtung W, W' kleiner beziehungsweise grösser ist als 90°. Die flächigen
Gegenstände 12 werden wiederum mittels des Zuförderers 10 in einer Schuppenformation
S getaktet der Umlenkeinrichtung 14 zugeführt. Die vorauslaufende Kante 16 der Gegenstände
12 ist parallel zur Wegförderrichtung W beziehungsweise Wegförderrichtung W' und parallel
zur Anschlagleiste 18 orientiert; sie schliesst somit mit der Zuförderrichtung Z ebenfalls
einen Winkel ein, welcher den Winkel α' beziehungsweise α'' entspricht. Die Gegenstände
12 werden somit in einer Art "Diagonalschuppe" S gefördert, wobei die einander entsprechenden
Ecken der flächigen Gegenstände 12 auf Geraden liegen, welche in Zuförderrichtung
Z verlaufen. Durch die Umlenkung wird aus der "Diagonalschuppe" eine normaler Schuppenstrom
S' gebildet, bei welchem wiederum die frühere Seitenkante 34 zur vorauslaufenden Kante
wird, welche rechtwinklig zur Wegförderrichtung W verläuft. Neben der Schrägstellung
der Umlenkeinrichtung 14 bezüglich der Zuförderrichtung Z ist auch ihr Abstand zum
Auslauf 22 des Zuförderers 10 entsprechend einzustellen.
[0017] Auch bei der in Figur 2 gezeigten Ausführungsformen sind der Zuförderer 10 und Wegförderer
30 vorzugsweise als Bandförderer ausgebildet. Um den bezüglich der Zuführrichtung
Z beziehungsweise Wegförderrichtung W schräg verlaufenden Auslauf 22 beziehungsweise
Einlauf 32 zu ermöglichen, kann das Band der Bandförderer durch parallel verlaufende
Bändchen 38, 38' gebildet sein, welche um entsprechend der Schrägstellung in Zuförderrichtung
Z beziehungsweise Wegförderrichtung W versetzt gelagerte Umlenkwalzen geführt sind.
Dieser Versatz ist anhand der entsprechend gelagerten und mit dem Bändchen 38, 38'
zusammen wirkenden Gewichtsrollen 36 ersichtlich. Im Übrigen ist die in der Figur
2 gezeigte Vorrichtung gleich ausgebildet und funktioniert auf die gleiche Art und
Weise, wie die Ausführungsform in Figur 1.
[0018] Der als Bandförderer ausgebildete Zuförderer 10 weist vorzugsweise zwei oder mehr
parallel geführte Bändchen 38 auf, wovon in Figur 3 eines sichtbar ist. Dieses ist
am, in Zuförderrichtung Z gesehen, stromaufwärts liegenden Ende des Zuförderers 10
um eine an einem Maschinengestell 40 drehbar gelagerte und mittels eines Elektromotors
42 angetriebene Antriebswalze 44 geführt. Von der Antriebswalze 44 verläuft das Bändchen
38 in Zuführrichtung Z, das aktive Trum 46 bildend, zu einer beim Auslauf 22 angeordneten
Auslaufwalze 48 und um ca. 180° um diese herum. Anschliessend ist das Bändchen 38
S-förmig um eine erste Ausgleichswalze 50 und zweite Ausgleichswalze 52 geführt. Von
dieser verläuft das Bändchen 38 zu einer Umlenkwalze 54, welche sicherstellt, dass
das Bändchen mit einem grossen Umschliessungswinkel an der Antriebswalze 44 anliegt.
Während die Antriebswalze 44, die zweite Ausgleichswalze 52 und die Umlenkwalze 54
am Maschinengestell 40 ortsfest gelagert sind, sind die Auslaufwalze 48 und die erste
Ausgleichswalze 50 an einem Schlitten 56 frei drehbar gelagert, welcher am Maschinengestell
40 in und entgegen der Zuführrichtung Z verschiebbar angeordnet ist. Der Zuförderer
10 ist in der in der Figur 3 gezeigten Ausführungsform als teleskopierbarer Bandförderer
ausgebildet, um die Lage des Auslaufs 22 relativ Umlenkeinrichtung 14 in Abhängigkeit
der Ausdehnung L der zu verarbeitenden flächigen Gegenstände 12 einstellen zu können.
[0019] Die mit dem Bändchen 38 im Bereich der Auslaufwalzen 48 zusammen wirkenden Gewichtsrollen
36 sind je am freien Ende eines Hebels 58 frei drehbar gelagert, welcher andernends
an einer Lagerachse 60 frei schwenkbar angeordnet ist. Die Lagerachse 60 überspannt
den Zuförderer 10 und ist beidseitig an einem vom Schlitten 56 nach oben abstehenden
Schild 62 befestigt.
[0020] Die Gewichtsrollen 36 wälzen sich auf der Oberseite der Gegenstände 12 ab und stellen
sicher, dass diese bis zur Freigabe beim Auslauf 22 ohne Schlupf vom Zuförderer 10
transportiert werden.
[0021] Zwischen dem Zuförderer 10 und der Umlenkeinrichtung 14 erstreckt sich horizontal
ein Stützblech 64, welches eine stationäre Auflagefläche 64' für die Gegenstände 12
bildet. Damit die Reibung zwischen dem vom Zuförderer 10 freigegebenen sowie der Umlenkeinrichtung
14 zugeführten Gegenstand 12 - dieser liegt in Figur 3 flächig auf dem Stützblech
64 auf - und dem nachfolgenden Gegenstand 12 minimal gehalten werden kann, befindet
sich die Auflagefläche 64' vorzugsweise in einem Abstand unterhalb des Auslaufs 22,
sodass sich dort im Förderweg eine fallende Stufe bildet. Diese hilft auch, die Reibung
der Gegenstände 12 mit dem Stützblech 64 gering zu halten, damit der jeweils am Auslauf
22 freigegebene Gegenstand 12 sicher mit seiner vorauslaufenden Kante 16 an der den
Anschlag 20 bildenden Anschlagleiste 18 zur Anlage gelangt. Dies wird auch vom jeweils
folgenden, aufliegenden Gegenstand 12 unterstützt; dank der Schuppenformation S wird
auch ein Wegbewegen der Gegenstände 12 vom Anschlag 20 entgegen der Zuförderrichtung
Z verhindert.
[0022] Im dem Zuförderer 10 zugewandeten Endbereich, weist das Stützblech 64 Ausnehmungen
66 auf, in welche hinein der Schlitten 56 mit den Auslaufwalzen 48 teleskopieren kann.
Weitere Ausnehmungen am Stützblech 64 sind bei der Umlenkeinrichtung 14 vorgesehen,
um ein Hindurchgreifen der jeweils untenliegenden weiteren Umlenkorgane 26' der beiden
Umlenkorganpaare 24, 24' zu ermöglichen.
[0023] Wie dies insbesondere aus der Figur 4 hervorgeht, weist jedes der Umlenkorganpaare
24, 24' ein oberes Umlenkorgan 26 und ein unteres weiteres Umlenkorgan 26' auf. Die
Umlenkorgane 26 und weiteren Umlenkorgane 26' sind als kreisrunde Förderscheiben 68
ausgebildet, wobei an diesen zwei diametral gegenüber liegende Segmente ausgenommen
sind.
[0024] Im gezeigten Beispiel und in Ansicht gesehen, sind die beiden oben liegenden Umlenkorgane
26 im Uhrzeigersinn und die unteren weiteren Umlenkorgane 26 im Gegenuhrzeigersinn
angetrieben. Der Antrieb erfolgt kontinuierlich und synchron mittels eines weiteren
Elektromotors 42'. In der in Figur 4 mit strichpunktierten Linien angedeuteten Drehlage
bilden die Umlenkorganpaare 24, 24' einen Durchlassspalt 70. In der mit ausgezogenen
Linien gezeigten Drehlage, bilden sie einen wesentlich engeren Förderspalt 72, in
welchem der jeweils mit seiner vorauslaufenden Kante 16 am Anschlag 20 anliegende
Gegenstand 12 vorzugsweise schlupffrei in einem an die vorauslaufende Kante 16 angrenzenden
Randabschnitt 74 - siehe auch Figur 1 - erfasst und gehalten wird.
[0025] Um eine möglichst grosse Reibung zwischen den zylindermantelabschnittförmigen förderaktiven
Flächen 76 der Förderscheibe 68 zu erhalten, weisen, im in Figur 4 gezeigten Ausführungsbeispiel,
die untenliegenden Förderscheiben 68 mantelseitig einen relativ weichen Belag 78 mit
einem bezüglich der zu fördernden Gegenstände 12 hohen Reibungskoeffizienten auf.
In bevorzugter Weise ist der Belag 78 relativ dick und der den Belag 78 tragende Teil
der Förderscheibe 68 im Durchmesser entsprechend kleiner ausgebildet. Dies garantiert
einen sicheren Halt der Gegenstände 12 im Förderspalt 72 und gleichzeitig einen ruhigen
Lauf der Vorrichtung. Die unterschiedliche Dicke der gebildeten Schuppenformation
S' kann geräuscharm und ohne Beschädigung der Gegenstände 12 aufgenommen werden.
[0026] Die Umlenkorgane 26 und weiteren Umlenkorgane 26' sind je stirnseitig an einer, koaxial
zur betreffenden Drehachse 28 angeordneten, Antriebswelle 80 befestigt, welche ihrerseits
an einem Lagerschild 82 des Maschinengestells 40 befestigten Lagern 84 parallelachsig
gelagert sind (siehe auch Fig. 3). Auf den Antriebswellen 80 sitzen drehfest Antriebsräder
86, um welche Antriebsriemen 88 geführt sind. Diese sind direkt beziehungsweise über
ein Umkehrgetriebe mit dem weiteren Elektromotor 42' verbunden.
[0027] Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Anschlagleiste 18 am Stützblech
64 befestigt und, in Zuführrichtung Z gesehen, stromabwärts der Umlenkorgane 26 beziehungsweise
der betreffenden Förderscheiben 68 sowie zwischen diesen und einer von den Antriebswellen
80 durchgriffenen Schutzwand 90 des Maschinengestells 40 angeordnet ist. Der Förderspalt
72 ist in Wegförderrichtung W des Wegförderers 30 wirksam.
[0028] Der Wegförderer 30 ist in bevorzugter Weise gleich ausgebildet wie der Zuförderer
10 und vom weiteren Elektromotor 42' angetrieben. In der Figur 4 sind vom Wegförderer
30 der besseren Übersichtlichkeit halber, nur eine der Auslaufwalze 48 des Zuförderers
10 entsprechende, am Schlitten des Wegförderers 30 frei drehbar gelagerte Einlaufwalze
48', um welche ein Bändchen 38' geführt ist, sowie die betreffende mit diesem Bändchen
38' zusammen wirkende Gewichtsrolle 36 dargestellt. Selbstverständlich sind die Bändchen
38', verglichen mit dem Zuförderer 10, beim Wegförderer 30 in entgegengesetzter Richtung
W und kontinuierlich mit der Wegfördergeschwindigkeit v2 angetrieben. Die Elektromotoren
42, 42' sind, in bekannter Art und Weise, in der gewünschten Phasenlage miteinander
synchronisiert.
[0029] Oberhalb des Stützbleches 64 kann, wie Fig. 3 zeigt, ein Einlaufblech 92 angeordnet
sein, welches zusammen mit dem Stützblech 64 einen sich verengenden Einlaufspalt für
die der Umlenkeinrichtung 14 zuzuführenden Gegenstände 12 bildet. Weiter weist das
Stützblech 64 den Ausnehmungen 66 entsprechend weitere Ausnehmungen für den Wegförderer
30 auf.
[0030] In Figur 4 ist mit β der Drehwinkel bezeichnet, über welchem ein Umlenkorganpaar
24, 24' jeweils den Förderspalt 72 für den umzulenkenden und dem Wegförderrichtung
30 zuzuführenden Gegenstand 12 bildet. Die Umfangsgeschwindigkeit der Umlenkorgane
26, weiteren Umlenkorgane 26' beziehungsweise Förderscheiben 68 entspricht der Fördergeschwindigkeit
v2 des Wegförderers 30. Die Funktionsweise der Vorrichtung ist wie folgt:
[0031] Die flächigen Gegenstände 12 werden in einer regelmässigen Schuppenformation S mittels
des Zuförderers 10 im Maschinentakt der Umlenkeinrichtung 14 zugeführt. Innerhalb
eines Maschinentakts machen die Umlenkorgane 26 und weiteren Umlenkorgane 26' eine
Drehung um 180° in den in der Figur 4 mit Pfeilen angedeuteten Drehrichtungen. Während
die Umlenkorgane 26 und weiteren Umlenkorgane 26' den Durchlassspalt 70 bilden, wird
jeweils ein Gegenstand 12 mit seiner vorauslaufenden Kante 16 voraus, zwischen dem
Umlenkorganen 26 und weiteren Umlenkorganen 26' hindurch bewegt, bis er mit seiner
vorauslaufenden Kante 16 am durch die Anschlagleiste 18 gebildeten Anschlag 20 zur
Anlage gelangt und zum Stillstand gebremst wird. Die Phasenlage der Umlenkorgane 26
und weiteren Umlenkorgane 26' relativ zum Zuförderer 10 wird derart eingestellt, dass
der Förderspalt 72 möglichst zu dem Zeitpunkt gebildet wird, zudem der betreffende
Gegenstand 12 am Anschlag 12 zur Anlage gelangt. Sobald der Förderspalt 72 gebildet
ist, wird der Gegenstand 12 sehr rasch auf die Fördergeschwindigkeit des Wegförderers
30 beschleunigt und in Wegförderrichtung W getaktet diesem zugeführt.
[0032] Es ist auch denkbar, an den Förderscheiben 68 jeweils nur ein einziges Segment auszunehmen.
In diesem Fall müssen jedoch die Umlenkorgane 26 und weiteren Umlenkorgane 26' in
jedem Maschinentakt eine vollständige Drehung ausführen was bedeutet, dass der Durchmesser
der Förderscheiben 68 halb so gross gewählt werden muss, wie bei der Ausführungsform
gemäss der Figur 4.
[0033] Weiter ist es denkbar, die unten liegenden Förderscheiben 68 der weiteren Umlenkorgane
26' als Vollscheiben, ohne weggetrennte Segmente, auszubilden und die Förderscheiben
68 der oben liegenden Umlenkorgane 26 mit ein oder zwei weggetrennten Segmenten auszubilden.
[0034] Es sei erwähnt, dass es auch möglich ist, die Förderscheiben 68 sowohl der Umlenkorgane
26 als auch der weiteren Umlenkorgane 26' als Vollscheiben auszubilden und Förderscheiben
68 der Umlenkorganpaare 24, 24', im Maschinentakt, aufeinander zu und voneinander
wegzubewegen, um bei kleinstem Abstand den Förderspalt und bei gegenüber diesem vergrösserten
Abstand den Durchlassspalt zu bilden.
[0035] Die erfindungsgemässe Vorrichtung funktioniert auch mit einem einzigen Umlenkorganpaar.
[0036] Es ist auch möglich, alle Förderscheiben 68 mit einem weichelastischen Belag 78 zu
versehen.
[0037] Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung lassen sich neben Zeitungen, Zeitschriften
und dergleichen auch im Schuppenstrom anfallende Einzelbogen und andere flächige Gegenstände
verarbeiten. Die Gegenstände 12 können auch vereinzelt, mit einem gegenseitigen Abstand,
zugefördert und umgelenkt werden. Dabei ist das vereinzelte Wegfördern und die Bildung
eines Schuppenstromes S' möglich. Unter flächigem Gegenstand sei auch ein Gegenstand
verstanden, welcher aus zwei oder mehr aufeinander angeordneten Teilen besteht. Falls
diese unterschiedliche Formate aufweisen, liegen deren vorauslaufenden Kanten vorzugsweise
beieinander.
1. Vorrichtung zum Fördern von flächigen Gegenständen (12), insbesondere von in einer
Schuppenformation (S) anfallenden Druckereiprodukten, mit einem Zuförderer (10), einem
im Winkel (α, α', α'') zu dessen Zuförderrichtung (Z) verlaufenden Wegförderer (30)
und wenigstens einem im Abstand (B) vom Auslauf (22) des Zuförderers (10) angeordneten,
umlaufend gelagerten Umlenkorgan (26) zum Bilden eines gleichsinnig mit der Wegförderrichtung
(W) des Wegförderers (30) wirksamen Förderspalts (72), gekennzeichnet durch ein umlaufend gelagertes weiteres Umlenkorgan (26'), welches zusammen mit dem Umlenkorgan
(26), synchron zum Takt der zugeförderten Gegenstände (12) und ausgehend von einem
Durchlassspalt (70), den Förderspalt (72) und dann wieder den Durchlassspalt (70)
bildet, und einem in Zuförderrichtung (Z) stromabwärts des Durchlassspalts (70) angeordneten
Anschlag (20) für die in Zuförderrichtung (Z) vorauslaufende Kante (16) des jeweiligen
Gegenstandes (12).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkorgan (26) und weitere Umlenkorgan (26') kontinuierlich angetrieben sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkorgan (26) und das weitere Umlenkorgan (26') als Förderscheiben (68) ausgebildet
sind und wenigstens an einer der Förderscheiben (68), zum Bilden des Durchlassspalts
(70), ein Segment ausgenommen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder Förderscheibe (68) zwei einander diametral gegenüberliegende Segmente ausgenommen
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens das Umlenkorgan (26) oder weitere Umlenkorgan (26') mantelseitig mit einen
weichelastischen Belag (78) versehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A) zwischen dem Auslauf (22) des Zuförderers (10) und dem Anschlag (20)
wenigstens der in Zuführrichtung (Z) gemessenen Ausdehnung (L) der Gegenstände (12)
entspricht.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuförderer (10) und der Wegförderer (30) als teleskopierbare Bandförderer ausgebildet
sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Paare (24, 24') von Umlenkorgan (26) und weiterem Umlenkorgan (26') in Wegförderrichtung
(W) hintereinander angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Auslauf (22) des Zuförderers (10) und den Umlenkorganen (26, 26') eine
stationäre Auflagefläche (64') für die Gegenstände (12) vorhanden ist.
10. Verfahren zum Fördern von flächigen Gegenständen (12), insbesondere von in einer Schuppenformation
(S) anfallenden Druckereiprodukten, bei welchem die Gegenstände (12) mittels eines
Zuförderers (10) in Zuförderrichtung (Z) einem vom Auslauf (22) des Zuförderers (10)
im Abstand (B) angeordneten Umlenkorgan (26) zugeführt und mittels des, der Bildung
eines gleichsinnig mit der Wegförderrichtung (W) eines im Winkel (α, α', α'') zum
Zuförderer (10) verlaufenden Wegförderers (30) wirksamen Förderspalts (72) dienenden
Umlenkorgans (26) umgelenkt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände (12) mit ihrer in Zuförderrichtung (Z) vorauslaufenden Kante (10),
durch einen vom Umlenkorgan (26) und einem weiteren Umlenkorgan (26') gebildeten Durchlassspalt
(70) hindurch, gegen einen Anschlag (20) gefördert und dann mittels dem, synchron
zum Takt der zugeförderten Gegenstände (12) den Förderspalt (72) bildenden Umlenkorgan
(26) und weiteren Umlenkorgan (26') in einem an die vorauslaufende Kante (16) angrenzenden
Randabschnitt (74) erfasst und dem Wegförderer (30) zugeführt werden.