[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufrichten eines zumindest aus einem Teleskopausleger
bestehenden Hauptauslegers eines Fahrzeugkrans mit einem Spitzenausleger, der über
Abspannböcke und Abspannstangen abgespannt wird, und mit einer räumlichen Auslegerabspannung.
[0002] Häufig werden sehr hohe Hubhöhen und Ausladungen benötigt. Diese gehen über die Reichweiten
von Teleskopkranen hinaus. Auch aufgrund von möglichen Störkanten werden in derartigen
Fällen auf dem Teleskopausleger Spitzenausleger montiert. Die Spitzenausleger können
dabei sehr große Längen erreichen, die sogar die Länge des Hauptauslegers selbst bei
weitem überragen können. Derartige Spitzenausleger können aus einer Wippspitze oder
einer festen Spitze bestehen. Bei Verwendung entsprechend langer Spitzenausleger ist
das Vorsehen von Abspannböcken und Abspannstangen, die vom Abspannbock zur Spitze
des Spitzenauslegers gehen, obligatorisch.
[0003] Bei hohen Störkanten werden Hubhöhen von bis zu 170 m erreicht. Bei derartig langen
Auslegersystemen wird zur Stabilisierung regelmäßig eine räumliche Abspannung am Teleskopausleger
eingesetzt. Das
DE 102 005 049 606 offenbart ein derartiges Teleskopauslegersystem. Aus der
DE 20 2004 017 771 U1 ist bereits eine exzentrische Befestigung der Abspannung an der Hauptauslegerspitze
bekannt geworden, die ebenfalls bei Systemen mit derartig hohen Hubhöhen eingesetzt
wird.
[0004] Große Teleskopkrane werden derzeit häufig so ausgelegt, daß sie mit räumlicher Abspannung
betrieben werden können. Somit erreichen sie in bestimmten Betriebsstellungen (beispielsweise
bei steilem Aufrichten des Hauptauslegers) die höchsten Lastmomente nur mit gespannter
räumlicher Abspannung. Gerade diese Betriebsstellung liegt bei Einsatz eines Auslegersystems,
das aus einem Hauptausleger mit angesetztem Spitzenausleger besteht, häufig vor. Ohne
die gespannte räumliche Abspannung ist die Gesamtstabilität des Hauptauslegers stark
reduziert. Zu beachten ist hier, daß sich die räumliche Abspannung ausschließlich
über den Hauptausleger und eine gegebenenfalls vorhandene Hauptauslegerverlängerung
erstreckt. Der Spitzenausleger dagegen ist in der Wippebene von Abspannstangen und
gegebenenfalls bei besonderer Länge von zusätzlichen Zwischenabspannungen gehalten.
[0005] Bei der Montage derartig großer Teleskopkrane wird der Spitzenausleger üblicherweise
ohne das Fußstück vollständig montiert. Das Kopfstück liegt auf einem Wagen auf, über
welchen es auf dem Untergrund rollen kann.
[0006] Zum anderen wird der Teleskopausleger mit den Teleskopauslegerverlängerungen und
den Adapterstücken verbunden. Die räumliche Abspannung wird montiert, aber noch nicht
gespannt. Es kann hier auch eine exzentrische Befestigung der Abspannstangen am äußeren
Ende des Hauptauslegers entsprechend der
DE 20 2004 017 771 U1 erfolgen.
[0007] Das Fußstück des Spitzenauslegers und die Abspannböcke werden am Hauptausleger befestigt.
Die Abspannstangen werden auf dem Spitzenausleger abgelegt und mit dem Ende des Kopfstücks
des Spitzenauslegers und einem Abspannbock verbunden. Das Fußstück des Spitzenauslegers,
die Abspannböcke und die Abspannstangen bilden zusammen eine Transporteinheit. In
den Abspannstangen ist ein Element vorgesehen, das mit dem Ende des Fußstücks des
Spitzenauslegers verbindbar ist. Da zum Demontieren des Gesamtauslegers die Verbindung
zwischen den Abspannstangen und dem Fußstück benötigt wird, ist diese Verbindung beim
erneuten montieren vorhanden und braucht somit nicht erneut hergestellt werden. Das
Fußstück des Spitzenauslegers wird mit dem montierten Spitzenausleger in den oberen
Verbolzpunkten verbunden.
[0008] Um anschließend die unteren Bolzen stecken zu können, wird über die Abspannstangen
eine Verbindung zwischen Abspannbock und dem Fußstück des Spitzenauslegers hergestellt.
Über die zugehörige Verstellwinde können nun die Abspannböcke gewippt werden. Hierdurch
wird das Fußstück angehoben, bis das Fußstück des Spitzenauslegers mit dem vormontierten
Spitzenausleger verbunden werden kann.
[0009] Im Anschluß daran wird die Verbindung der Abspannstange mit dem Fußstück des Spitzenauslegers
wieder getrennt und die normale Verbindung vom A-Bock zum Wippspitzenende mit den
Abspannstangen hergestellt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Teleskopausleger des Hauptauslegers
noch nicht auf Betriebslänge ausgefahren.
[0010] Nun wird der einteleskopierte Hauptausleger in eine steile Stellung aufgerichtet,
wobei das äußere Ende des Spitzenauslegers am Boden auf dem Wagen aufliegt. Hierzu
kann der Spitzenausleger um die Anlenkpunkte am Hauptausleger verschwenken. Hierdurch
wird das vom Spitzenausleger hervorgerufene Moment gering gehalten und vorteilhaft
die Lagerreibung im Teleskop verkleinert. Zu diesem Zeitpunkt ist aber das äußere
Ende des Auslegersystems frei und weist keinerlei Lagerung auf. Die gesamte Führung
des langen Auslegersystems wird durch den Hauptausleger geleistet.
[0011] Darauf wird der Hauptausleger auf die gewünschte Länge austeleskopiert. Hierzu ist
der zu teleskopierende Auslegerschuß jeweils mit dem Teleskopzylinder zu verbolzen.
Nach dem Ausschieben erfolgt das Verbolzen der jeweiligen Teleskopschüsse, wobei die
Verbindung des Ausschubzylinders mit den Teleskopschüssen gelöst wird. Abschließend
wird die räumliche Abspannung gespannt. Das Auslegersystem erreicht nunmehr seine
maximale Traglast.
[0012] Die größte Belastung für das kleinste Teleskopprofil tritt bei der Montage des Spitzenauslegers
in etwa horizontaler Lage auf. Hier lastet das gesamte Fußgewicht des Spitzenauslegers
(zuzüglich der Abspannböcke, Teleskopauslegerverlängerung und entsprechenden Adapterstücken)
mit dem großen Hebelarm (z. B. Länge der Teleskopauslegerverlängerung zuzüglich entsprechender
Adapterstücke und des Fußstücks des Spitzenauslegers) auf dem Querschnitt des kleinsten
Teleskopschusses. Auch wenn dieser eingefahren ist, bildet er dennoch das schwächste
Glied im Hauptausleger. Durch dieses schwächste Glied werden die maximal zulässigen
Längen des Auslegersystems, speziell die Länge des Spitzenauslegers durch die bei
diesem Montagevorgang auftretenden Kräfte und Momente begrenzt.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Aufrichten eines Kranauslegers
zu schaffen, das derart weitergebildet ist, daß vergleichsweise größere Auslegersysteme
montiert und aufgerichtet werden können.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den zentralen Aufrichtschritten
des Anspruchs 1 gelöst. Das vorbekannte Verfahren wird erfindungsgemäß nunmehr dahingehend
geändert, daß der Hauptausleger vor dem Verbinden mit dem Spitzenausleger mittels
der räumlichen Abspannung abgespannt wird. Dieser Schritt entlastet den kleinsten
Teleskopschuß, da durch die Abspannung das Moment auf diesem Querschnitt deutlich
reduziert wird. Hierdurch wird der kleinste Teleskopschuß entlastet, was wiederum
dazu führt, daß vergleichweise längere Auslegersysteme ohne Vergrößerung des Teleskopschußquerschnittes
aufgerichtet werden können.
[0015] Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch
anschließenden Unteransprüchen.
[0016] Demnach werden beim Aufbau des Krans zunächst die Abspannböcke und das isolierte
Fußstück des Spitzenauslegers an den Hauptausleger angebracht.
[0017] Vorteilhaft kann anschließend die räumliche Abspannung montiert und gespannt werden,
um das isolierte Fußstück des Spitzenauslegers mit dem Spitzenausleger zu verbinden,
wobei der Spitzenausleger auf einem oder mehreren Wagen verfahrbar gelagert ist.
[0018] Somit kann der Hauptausleger durch die gespannte räumliche Abspannung höher belastet
werden.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird anschließend der Hauptausleger
steil gestellt und nach Lösung der räumlichen Abspannung auf die gewünschte Länge
austeleskopiert. In dieser Lage wird der Hauptausleger nicht mehr so stark belastet,
so daß in dieser Stellung die räumliche Abspannung wieder gelöst werden kann. Das
angelenkte Ende des Spitzenauslegers wird mit angehoben und das äußere Ende des Spitzenauslegers
rollt auf dem mindestens einen Wagen frei nach.
[0020] Nach Ausfahren des Hauptauslegers auf die gewünschte Länge werden vorteilhaft die
Teleskopschüsse des Hauptauslegers miteinander verbolzt. Anschließend wird vorteilhaft
die räumliche Abspannung wieder gespannt, bevor der Spitzenausleger aufgerichtet wird.
Hierdurch kann die Stabilität des Hauptauslegers während des Aufrichtens des Spitzenauslegers
wesentlich verbessert werden. Diese Verfahrensschritte sind Gegenstand einer parallelen
Patentanmeldung der Anmelderin, die mit gleicher Priorität als deutsche Patentanmeldung
hinterlegt wurde. Auf diese Ausführungen wird hier inhaltlich Bezug genommen.
[0021] Bei den langen Auslegersystemen, wie sie im vorliegenden Verfahren zum Aufrichten
des Kranauslegers zur Anwendung kommen, wird die maximal aufrichtbare Auslegerlänge
häufig von der Leistungsfähigkeit des mindestens einen Wippzylinders begrenzt. Dabei
ist zu berücksichtigen, daß das Aufrichten von Auslegersystemen ein Montagevorgang
ist, der nicht unter die Richtlinien zum Betrieb von Kranen fällt. Die Überwachungssysteme
zur Vermeidung von Überlast sind während der Monatage nicht aktiv. Um während der
Monate den Wippzylinder zu unterstützen und eine Überlast des Wippzylinders zu verhindern
wird gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ein Hilfskran
eingesetzt der das Aufrichten des Hauptauslegers mittels der hierfür vorgesehenen
Wippzylinder unterstützt. Dabei bringt der Hilfskran während des Aufrichtevorgangs
an einer definierten Stelle eine weitere Hubkraft in das Auslegersystem ein. Hierdurch
wird der mindestens eine Wippzylinder des zu montierenden Krans entlastet.
[0022] Vorteilhaft wird der Hilfskran an mindestens einem am Hauptausleger angeordneten
Poller angeschlagen. Der Poller ist in seiner Form so ausgeführt, daß ein selbsttätiges
Aus- und Einhängen der Anschlagseite möglich ist.
[0023] Durch den Aufwippvorgang verkleinert sich der Hebelarm der jeweils im Auslegersystem
vorhandenen Lasten. Wesentlicher ist aber noch die Verbesserung der Geometrie- und
Hebelverhältnisse am Wippzylinder selbst. So kann der Hilfskran nach Erreichen eines
definierten Auslegerwinkels wieder vom Ausleger getrennt werden.
[0024] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird mit dem Hubseil
während des Aufrichtens ein Hilfsseil verbunden, welches von einer Hilfswinde abläuft
und von dieser mit einem definierten Zug beaufschlagt wird.
[0025] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1 bis 11:
- einen Fahrzeugkran mit Teleskopausleger in den unterschied- lichen erfindungsgemäßen
Montagesituationen,
- Figuren 12 und 13:
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der während der Montage angreifenden
Kräfte und
- Figuren 14 und 15:
- eine perspektivische Darstellung eines Teils des Hauptausle- gers.
[0026] Anhand der Figuren 1 bis 11 kann das erfindungsgemäße Verfahren zum Aufrichten eines
Kranauslegers 10 eines Fahrkrans 5 erläutert werden. Der Kranausleger 10 gemäß der
hier dargestellten Ausführungsform besteht aus einem Teleskopausleger 12, einer Teleskopauslegerverlängerung
14 und einem Adapterstück 16, die zusammen den Hauptausleger 18 bilden, sowie einen
angesetzten Spitzenausleger 20, der ein demontierbares Fußstück 22 umfasst. Wie in
den Figuren hier nicht näher dargestellt ist, wird der Spitzenausleger 20 ohne das
Fußstück 22 zunächst vollständig montiert, wobei das Kopfstück des Spitzenauslegers
20 auf einem Wagen 24 aufliegt.
[0027] Der Teleskopausleger 12, wird, wie in Figur 1 dargestellt, mit der Teleskopauslegerverlängerung
14 und dem Adapterstück 16 verbunden. Die räumliche Abspannung 26 wird montiert, aber
noch nicht gespannt. Das Fußstück 22 und die Abspannböcke 28, 30 werden am Hauptausleger
18 befestigt. Die Abspannstangen 32 zwischen dem Abspannbock 30 und dem Ende des Fußstücks
sind bereits vorhanden. Sie werden auf dem Spitzenausleger abgelegt. Schließlich wird
eine Verbindung zwischen den zur Transporteinheit gehörenden Abspannstangen und dem
äußeren Ende des Spitzenauslegers (Kopfstück) hergestellt. Das Fußstück 22 des Spitzenauslegers
20 wird mit dem montierten Spitzenausleger 20 in den oberen Verbolzpunkten 34 verbunden
(vgl. bis Figur 5).
[0028] Um jetzt die unteren Bolzen stecken zu können, wird über die Abspannstangen 32 eine
Verbindung zwischen dem Abspannbock 30 und dem Fußstück 22 des Spitzenauslegers hergestellt.
Über eine Verstellwinde können nun die Abspannböcke 28 und 30 gewippt werden. Hierdurch
wird das Fußstück 22 angehoben, bis das Fußstück 22 des Spitzenauslegers mit dem vormontierten
Spitzenausleger 20 in den unteren Verbolzpunkten verbunden werden kann.
[0029] Im Anschluß daran wird die Verbindung der Abspannstangen mit dem Fußstück des Spitzenauslegers
wieder getrennt.
[0030] Entscheidend ist es, daß wie in Figur 5 dargestellt, die räumliche Abspannung 26
gespannt ist, bevor die Hauptbelastung während des Schließens des Spitzenauslegers
20 auf den Hauptausleger 18 einwirkt. Durch das Spannen der räumlichen Abspannung
des Hauptauslegers wird der kleinste Querschnitt des Hauptauslegers entlastet.
[0031] Erst nach dem Spannen der räumlichen Abspannung 26 wird, wie in Figur 6 dargestellt,
der Spitzenausleger 20 vollständig angeschlossen, das heißt die unteren Bolzen werden
gesteckt. Somit erhöht sich das Fußgewicht des Spitzenauslegers, das der Hauptausleger
aufzunehmen hat.
[0032] Anschließend wird nun der Hauptausleger 18 steil gestellt. Hierzu ist zunächst ein
Wippzylinder 36 vorgesehen. Um diesen Wippzylinder zu unterstützen wird dieser während
des Aufrichtens des Hauptauslegers 18 von einem hier nicht näher dargestellten Hilfskran
unterstützt (vgl. Hubkraft in Pfeilrichtung F gemäß der Figuren 7 und 8).
[0033] In beiden Kranführerkabinen wird hier die aufgenommene Last angezeigt. Der Fahrer
des Hilfskrans bringt gemäß seiner Anzeige in der Kranführerkabine eine in definierten
Bereichen liegende Kraft in den Ausleger 18 des Hauptkrans während des Aufricht- und
Ablegevorgangs ein. In der Kranführerkabine des Hauptkrans wird die Auslastung des
Wippzylinders angezeigt, teilweise auch überwacht und im zulässigen Bereich gehalten.
Die hier anhand des Aufrichtens des Krans vorgegebene Arbeitsweise wird umgekehrt
während des Ablegens des Krans durchgeführt.
[0034] Eine andauernde Kommunikation zwischen den Kranführern ist zu gewährleisten. Während
des Aufrichtens kann auch eine gemeinsame Steuerung die Bewegung des Hubzylinders
36 einerseits und den Hub des hier nicht näher dargestellten Hilfskrans andererseits
koordinieren.
[0035] Der Druck des Wippzylinders 36 des Hauptkrans wird vorteilhaft angezeigt. Der Druck
wird (nur beim Ablegen des Auslegersystems) auch gegen einen festgelegten Grenzwert
überwacht. Hierdurch ist das Anfahren der Wippstellung, bei der die Unterstützung
des Hilfskranes benötigt wird, vereinfacht. Der Kranfahrer schwenkt den Spitzenausleger
ab, damit er wieder die Führung und Entlastung über den Wagen am Kopfstück des Spitzenauslegers
erhält. Nach dem vollständigen Einteleskopieren des Hauptauslegers wippt der Kranführer
den Hauptausleger ab, bis die Bewegung von der Überlastüberwachung des Wippzylinders
gestoppt wird. Jetzt wird das Seil am Haken des Hilfskrans an einem speziellen Poller
50, der entsprechend der Figuren 14 und 15 an einer Teleskopauslegerverlängerung 14
des Hauptauslegers seitlich angeordnet ist, eingehakt. Der spezielle Poller 50 kann
beidseitig der Teleskopauslegerverlängerung 14 angeordnet sein. Hier ist eine Angabe
der Kraft, mit welcher der Hilfskran zu unterstützen hat, vorgesehen. Hierzu dient
das Schild 52. Diese Angabe kann vom Fahrer des Hilfskrans erkannt werden.
[0036] Durch den Aufwippvorgang verkleinert sich der Hebelarm der jeweils im Auslegersystem
vorhandenen Lasten. Viel wesentlicher ist aber das Verbessern der Geometrie- und Hebelverhältnisse
am Wippzylinder 36. So kann der Hilfskran nach Erreichen eines definierten Auslegerwinkels
wieder vom Ausleger getrennt werden.
[0037] Durch die Unterstützung des Hilfskrans kann zusätzlich zur räumlichen Abspannung
auch der Querschnitt des kleinsten Teleskopschusses im Hauptausleger entlastet werden.
[0038] Gemäß Figur 8 sind am Abspannbock 30 Abspannstangen 33 angeordnet, die mit dem Kopf
des Spitzenauslegers 20 verbunden sind.
[0039] Gemäß Figur 9 hat der Hauptausleger 18 seine aufgerichtete Position erreicht. In
dieser Position kann die räumliche Abspannung 26 wieder gelöst werden. Anschließend
wird der Teleskopausleger 12 des Hauptauslegers 18 austeleskopiert, bis er seine gewünschte
Länge erreicht hat, wie dies in Figur 10 gezeigt ist. Nach entsprechendem Verbolzen
der einzelnen Teleskopschüsse des Teleskopauslegers 12 wird die räumliche Abspannung
26 wieder gespannt.
[0040] Anhand der Figuren 12 und 13 wird schematisch dargestellt, welche Vorteile darin
bestehen, daß der Teleskopzylinder erst in aufgerichteter Position ausgefahren wird.
Die hier auf den Teleskopausleger 12 wirkenden Kräfte und Momente sind wesentlich
geringer (vgl. Figur 13) als bei einem Austeleskopieren in horizontaler Stellung (vgl.
Figur 12). Mit G1, G2, G3 und G4 sind jeweils die wirkenden Gewichtskräfte der einzelnen
an den Teleskopausleger angesetzten Bestandteile angegeben.
[0041] Der Spitzenausleger 20 wird somit erst nach entsprechendem Austeleskopieren des Hauptauslegers
18 und nach entsprechender räumlicher Abspannung des Hauptauslegers 18 aufgerichtet,
wobei die aufgerichtete Position in Figur 11 gezeigt ist.
[0042] Vorteilhaft können also mit dem vorliegenden Verfahren längere Auslegersysteme selbständig
aufgerichtet werden. Die Rüstzeiten reduzieren sich und es werden größere Hubhöhen
auch bei vorhandenen Störkanten erreicht. Selbstverständlich erfolgt der Abbau der
Krane in umgekehrter Reihenfolge.
1. Verfahren zum Aufrichten eines zumindest aus einem Teleskopausleger (12) bestehenden
Hauptauslegers (18) eines Fahrzeugkrans (5) mit einem Spitzenausleger (20) der über
Abspannböcke (30) und Abspannstangen (32) abgespannt wird, und mit einer räumlichen
Auslegerabspannung (26)
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hauptausleger (18) vor dem vollständigen Verbinden mit dem Spitzenausleger (20)
mittels der räumlichen Abspannung (26) abgespannt wird.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Abspannböcke (30) und das isolierte Fußstück (22) des Spitzenauslegers 20 an
den Hauptausleger (18) angebracht werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die räumliche Abspannung (26) montiert und gespannt wird, um das isolierte Fußstück
(22) des Spitzenauslegers (20) mit dem Spitzenausleger (20) zu verbinden, wobei der
Spitzenausleger (20) auf einem oder mehreren Wagen (24) verfahrbar gelagert ist.
4. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptausleger (18) steil gestellt wird und nach Lösung der räumlichen Abspannung
(26) auf die gewünschte Länge austeleskopiert wird, so daß das angelenkte Ende des
Spitzenauslegers (20) mit angehoben wird nd das äußere Ende des Spitzenauslegers (20)
auf dem mindestens einen Wagen (24) frei nachrollt.
5. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Teleskopschüsse des Hauptauslegers (18) miteinander verbolzt werden und daß die
räumliche Abspannung (26) wieder gespannt wird, bevor der Spitzenausleger (20) aufgerichtet
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hilfskran das Aufrichten des Hauptauslegers (18) mittels der hierfür vorgesehenen
Wippzylinder (36) unterstützt.
7. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfskran an mindestens einem am Hauptausleger (18) angeordneten Poller (50)
eingehakt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Hubseil während des Aufrichtens ein Hilfsseil verbunden wird, welches von
einer Hilfswinde abläuft und von dieser mit einem definierten Zug beaufschlagt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Hilfswinde auf das Hilfsseil ausgeübte Zug über ein überdruckventil begrenzt
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die maximal mögliche Aufwickelgeschwindigkeit des Hilfsseils und die Hilfswinde über
eine Steuerung begrenzt ist.
1. A method for erecting a main boom (18) of a truck crane (5), which at least consists
of a telescopic boom (12), with a fly jib (20) which is braced via bracing trestles
(30) and bracing rods (32), and with a spatial boom bracing (26),
characterized in
that the main boom (18) is braced by means of the spatial bracing (26) before being completely
connected with the fly jib (20).
2. The method according to the preceding claim, characterized in that the bracing trestles (30) and the isolated foot piece (22) of the fly jib (20) are
mounted to the main boom (18).
3. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the spatial bracing (26) is mounted and tensioned, in order to connect the isolated
foot piece (22) of the fly jib (20) with the fly jib (20), wherein the fly jib (20)
is movably mounted on one or more carriages (24).
4. The method according to the preceding claim, characterized in that the main boom (18) is brought into a steep position and upon releasing the spatial
bracing (26) is telescoped out to the desired length, so that the pivotally mounted
end of the fly jib (20) is also lifted and the outer end of the of the fly jib (20)
is rolling freely on the at least one carriage (24).
5. The method according to the preceding claim, characterized in that the telescopic stages of the main boom (18) are bolted to each other and that the
spatial bracing (26) is tensioned again, before the fly jib (20) is erected.
6. The method according to any of the preceding claims, characterized in that an auxiliary crane supports erecting the main boom (18) by means of the luffing cylinders
(36) provided for this purpose.
7. The method according to the preceding claim, characterized in that the auxiliary crane is hooked in on at least one bollard (50) arranged at the main
boom (18).
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that during erection an auxiliary cable is connected with the hoisting cable, which is
unwound from an auxiliary winch and on which a defined tension is applied by the same.
9. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the tension exerted by the auxiliary winch on the auxiliary cable is limited by a
pressure relief valve.
10. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the maximum possible winding speed of the auxiliary cable and the auxiliary winch
is limited by a controller.
1. Procédé de montage d'une flèche principale (18), formée par au moins une flèche télescopique
(12), d'une grue automotrice (5), avec une fléchette (20) qui est haubanée par des
supports de haubanage (30) et des tiges de haubanage (32), et avec un élément de haubanage
(26) spatial pour la flèche,
caractérisé en ce que la flèche principale (18) est haubanée par l'élément de haubanage (26) spatial avant
l'assemblage complet avec la fléchette (20).
2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que les supports de haubanage (30) et le pied (22) isolé de la fléchette (20) sont montés
sur la flèche principale (18).
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de haubanage (26) spatial est monté et tendu pour assembler à la fléchette
(20) le pied (22) isolé de la fléchette (20), ladite fléchette (20) étant logée mobile
sur un ou plusieurs chariots (24).
4. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la flèche principale (18) est dressée avec une forte pente et est amenée par déploiement
télescopique à la longueur souhaitée après la désolidarisation de l'élément de haubanage
(26) spatial, de telle sorte que l'extrémité articulée de la fléchette (20) est relevée
conjointement et l'extrémité extérieure de la fléchette (20) suit en roulant librement
sur ledit au moins un chariot (24).
5. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que les tronçons télescopiques de la flèche principale (18) sont boulonnés les uns aux
autres et en ce que l'élément de haubanage (26) spatial est à nouveau tendu avant que la fléchette (20)
soit redressée.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une grue auxiliaire aide au relevage de la flèche principale (18) au moyen des vérins
de relevage (36) prévus à cet effet.
7. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la grue auxiliaire est accrochée à au moins un bitton (50) disposé sur la flèche
principale (18).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pendant le relevage, un câble auxiliaire est relié au câble de levage et se déroule
sur un treuil auxiliaire et est sollicité par celui-ci avec une traction définie.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la traction exercée par le treuil auxiliaire sur le câble auxiliaire est limitée
par une soupape de sûreté.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de déroulement possible au maximum du câble auxiliaire et du treuil auxiliaire
est limitée par une commande.