[0001] Die Erfindung betrifft ein System zum Bedrucken von Bedruckstoffbahnen.
[0002] Zum Bedrucken von Bedruckstoffbahnen sind verschiedene Systeme bekannt, die nach
unterschiedlichen Druckprinzipien arbeiten. Die vorliegende Erfindung bezieht sich
auf solche Systeme, die nach dem Tiefdruckprinzip arbeiten.
[0003] Bei diesem Druckprinzip werden meist mit einer metallischen Oberfläche versehene
Druckzylinder eingesetzt, in die das Druckmotiv eingearbeitet ist. In der heutigen
Zeit werden dazu mittels Laserstrahlen Vertiefungen, die später die Farbe transportieren,
in die Oberflächen der Zylinder eingebracht. Diese Zylinder werden als Formzylinder
bezeichnet.
[0004] Beim Druckvorgang tauchen diese Formzylinder in eine Farbwanne ein und nehmen so
die auf den Bedruckstoff aufzutragende Farbe auf. Die Farbe auf den nicht bildgebenden
Bereichen des Zylinders wird dabei von einer Rakelvorrichtung abgenommen. Der Bedruckstoff,
welcher auf einer als Presseur bezeichneten Gegenlage läuft, nimmt die Farbe dann
direkt von dem Formzylinder ab. In der Regel sind in einer Tiefdruckmaschine mehrere
einzelne Tiefdruckwerke vorgesehen, um einen Mehrfarbendruck zu ermöglichen.
[0005] Ist nach der Abarbeitung eines Druckauftrages das Druckmotiv zu wechseln, so ist
es aus der Patentanmeldung
DE 100 21 398 A1 bekannt, den Formzylinder, welcher sich während des Druckvorgangs auf Lagerrollen
abstützt, in radialer Richtung aus dem Tiefdruckwerk zu entnehmen. Das Maschinengestell
des Tiefdruckwerks weist dazu entsprechende Ausnehmungen auf. Auf umgekehrtem Wege
kann dem Druckwerk ein neuer Formzylinder zugeführt werden.
[0006] Da derartige Formzylinder, die als Ganzes für verschiedene Druckaufträge vorgehalten
werden, sehr teuer sind, hat es in der jüngeren Vergangenheit Tendenzen gegeben, die
Formzylinder mehrteilig auszuführen und die einzelnen Bestandteile leicht trennbar
zu gestalten. So bestehen solche Formzylinder oft aus einem Zylinderdorn, auf die
eine Zylinderhülse aufbringbar ist, wobei letztere das eigentliche Druckmotiv trägt.
Daher brauchen für die verschiedenen Druckmotive nur noch die Zylinderhülsen vorgehalten
zu werden, während ein Zylinderdorn für verschiedene Druckaufträge herangezogen werden
kann. Zylinderhülsen und Zylinderdorne müssen vor dem Rüsten des Tiefdruckwerks zu
einem Formzylinder montiert werden, um in das Tiefdruckwerk eingebracht werden zu
können.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein System vorzuschlagen, bei dem
der Motivwechsel einfacher durchführbar ist.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0010] Demnach umfasst ein erfindungsgemäßes System zumindest einen Formzylinder mit endseitigen
Lagerzapfen, der in radialer Richtung in das Tiefdruckwerk eingesetzt werden kann.
Weiterhin umfasst das System aber auch zumindest einen Zylinderdorn, der anstelle
des Formzylinders in das Druckwerk eingebracht werden kann. Auf diesen in dem Druckwerk
befindlichen Dorn sind dann verschiedene Zylinderhülsen in axialer Richtung des Zylinderdornes
aufbringbar, ohne dass der Zylinderdorn aus dem Druckwerk entnommen werden muss. Damit
kann also durch einfaches Austauschen der Zylinderhülsen das Druckmotiv geändert werden,
oder wahlweise, wenn das Druckmotiv in einen Formzylinder mit endseitigen Lagerzapfen
eingebracht ist, durch das Ersetzen des Formzylinders oder des Zylinderdorns durch
den neuen Formzylinder. Auf diese Weise bietet das Druckwerk die Möglichkeit, den
Motivwechsel so einfach wie möglich zu gestalten, wobei die Möglichkeit gegeben ist,
bekannte Formzylinder, die oft über Jahre hinweg für wiederkehrende Druckaufträge
vorgehalten werden, weiterhin einzusetzen. Der Formzylinder oder der anstelle dessen
in das Druckwerk eingebrachte Zylinderdorn sind dabei mit einem Antrieb des Tiefdruckwerks
drehfest verbindbar, so dass der Antrieb das zur Rotation notwendige Drehmoment auf
die Zylinder übertragen kann. Der Antrieb, der also als Drehantrieb für den Formzylinder
oder den Zylinderdorn dient, umfasst dabei einen Rotor und einen Stator, wobei die
Zylinder mit dem Rotor drehfest verbunden sind und der Stator sich über eine geeignete
Drehmomentstütze beispielsweise an zumindest einem Seitengestell des Tiefdruckwerks
abstützt. Mit der vorliegenden Erfindung wird auch die Möglichkeit geschaffen, die
Tiefdruckmaschine flexibel einzusetzen. Für qualitativ hochwertige Produkte werden
häufig herkömmliche Formzylinder verwendet, die in der Regel eine hohe Festigkeit
aufweisen. Für Produkte, die möglichst kostengünstig hergestellt werden sollen, bitten
sich Zylinderdorne mit Zylinderhülsen. Beide Zylinderarten können erfindungsgemäß
in einem Tiefdruckwerk eingesetzt werden. Dieses Tiefdruckwerk ist entsprechend hinsichtlich
seiner technischen Eigenschaften ausgestaltet, wie im Folgenden ausgeführt wird.
[0011] Vorteilhaft ist es dabei, wenn der Antrieb des Tiefdruckwerks in axialer Richtung
des betreffenden Zylinders verschiebbar ist. Dazu kann der Stator auf Schienen geführt
sein, welche mit dem Seitengestell verbunden sein können. Der Rotor, der über geeignete
Drehlager im oder am Stator drehbar, aber axial unverschieblich gelagert ist, ist
über eine geeignete Kupplung mit den Zapfen des Formzylinders oder des Zylinderdornes
verbunden. Zum Austausch des Formzylinders oder des Zylinderdornes muss also nur die
Kupplung gelöst werden und der Antrieb so weit in axialer Richtung verschoben werden,
bis der Zapfen des Zylinders frei liegt, so dass der Formzylinder oder der Zylinderdorn
in radialer Richtung aus dem Druckwerk entnommen werden kann. Alternativ kann der
Rotor axial innerhalb des Stators verschiebbar sein. Der Stator muss dann nicht verschiebbar
sein, sondern kann fest, beispielsweise mit dem Tiefdruckwerksgestell, verbunden sein.
Zum An- bzw. Abkoppeln des Formzylinders oder des Zylinderdorns braucht nun lediglich
der Rotor verschoben zu werden.
[0012] Auf dem dem Antrieb gegenüber liegenden Ende des Formzylinders oder des Zylinderdorns
kann in einer vorteilhaften Ausführungsform ein Abfanglager angeordnet sein, welches
ebenfalls in axialer Richtung verschiebbar ist. Mit diesem auf einen Lagerzapfen aufschiebbares
und ein Drehlager umfassendes Abfanglager kann der Zylinder während des Druckvorganges
unterstützt werden. Dieses Abfanglager kann zudem in radialer Richtung des Zylinders
verschoben oder verschwenkt werden, um ein axiales Abziehen der Zylinderhülse von
dem Zylinderdorn zu ermöglichen.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind Haltemittel vorgesehen,
die den Formzylinder oder den Zylinderdorn in einer Position halten, in der seine
Achse mit den Achsen des Abfanglagers und/oder des Antriebs fluchtet, wenn Abfanglager
und/oder Antrieb noch nicht oder nicht mehr in Kontakt mit dem Formzylinder oder dem
Zylinderdorn stehen oder den Formzylinder oder den Zylinderdorn noch nicht oder nicht
mehr fest halten. Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine Transportvorrichtung den
betreffenden Zylinder an das Druckwerk zur Montage übergibt oder kurz bevor die Transportvorrichtung
den Zylinder übernimmt. Selbstverständlich kann die Übergabe- oder Übernahmeposition
sich von der mit dem Abfanglager oder dem Antrieb fluchtenden Position unterscheiden.
Wichtig ist dann, dass die Haltemittel den Zylinder in eine fluchtende Position verbringen
können. Als fluchtende Position wird diejenige Position verstanden, in der die Drehachsen
des Antriebs, speziell die Drehachse des Rotors, mit der Drehachse des Formzylinders
oder des Zylinderdorns fluchtet.
[0014] Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung
und den Ansprüchen hervor.
[0015] Die einzelnen Figuren zeigen:
- Fig. 1a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk während der Montage eines Formzylinders.
- Fig. 1b
- Ansicht des Schnitts A-A in Fig. 1 a
- Fig. 2a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk nach der Montage eines Formzylinders.
- Fig. 2b
- Ansicht des Schnitts B-B in Fig. 1 a
- Fig. 3a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk während der Montage eines Zylinderdorns.
- Fig. 3b
- Ansicht des Schnitts C-C in Fig. 3a
- Fig. 4a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk während der Montage einer Zylinderhülse.
- Fig. 4b
- Ansicht des Schnitts D-D in Fig. 4a
- Fig. 5a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk nach dem vollständigen Aufschieben einer Zylinderhülse.
- Fig. 5b
- Ansicht des Schnitts E-E in Fig. 5a
- Fig. 6a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk, bei dem Haltearm und Festlegehebel an die Zylinderhülse
angelegt sind.
- Fig. 6b
- Ansicht des Schnitts F-F in Fig. 6a
- Fig. 7a
- Seitenansicht auf ein Druckwerk, bei dem Haltearm und Festlegehebel an die Zylinderhülse
angelegt sind und das Abfanglager verschoben ist.
- Fig. 7b
- Ansicht des Schnitts G-G in Fig. 7a
- Fig. 7c
- Ansicht des Schnitts H-H in Fig. 7a
- Fig. 8
- Seitenansicht auf ein Druckwerk, bei dem der Zylinderdorn verschoben ist.
- Fig. 9
- Seitenansicht auf ein Druckwerk, bei dem der Zylinderdorn wieder in die Ausgangsstellung
gemäß Fig. 7 gebracht wurde.
- Fig. 8
- Seitenansicht auf ein Druckwerk, aus dem die Zylinderhülse entfernt wurde.
[0016] Die Figuren 1 a und 1 b zeigen einen Formzylinder 2, welcher zum Zweck der Montage
in dem Druckwerk 1 gehalten wird. Der Formzylinder 2 umfasst dabei einen zylindrischen
Druckbereich 3, in dessen metallische Oberfläche das Druckmotiv eingraviert ist. Über
eine oder mehrere Ringstufen geht der Formzylinder 2 in Lagerzapfen 4 und 5 über.
Die Lagerzapfen 4 und 5 ragen seitlich über die Seitengestellwände 6 und 7 des Druckwerks
1 hinaus, welches aus diesem Grunde über schlitzartige Einkerbungen 8 verfügt, so
dass der Formzylinder 2 in radialer Richtung, die durch den Doppelpfeil R angedeutet
ist, in das Druckwerk 1 eingeführt werden kann. Die in die Seitengestellwand 7 eingebrachte
Einkerbung 8 ist größer dimensioniert als die in der Seitengestellwand 6. Das Einführen
des Formzylinders 2 oder auch des Zylinderdorns kann mittels einer geeigneten Transport-
und/oder Transfereinrichtung erfolgen, mit welcher der Formzylinder 2 oder der Zylinderdorn
zum Tiefdruckwerk transportiert werden kann und/oder der Zylinder 2 oder der Dorn
dem Druckwerk zugeführt werden kann. Ist der Formzylinder in Richtung R in das Tiefdruckwerk
eingeführt worden, so kann im Bereich der Enden des Formzylinders je ein Haltearm
9 in Kontakt mit dem Formzylinder gebracht werden. Jeder Haltearm 9 wird dazu von
unten an den den Formzylinder heran gebracht. Ist dies erfolgt, kann die Transport-
und/oder Transfereinrichtung den Formzylinder freigeben, da er nun von den Haltearmen
gehalten wird.
[0017] In der in der Fig. 1a dargestellten Situation wird der Formzylinder 2 durch die als
Haltearme 9 ausgebildeten Haltemittel in dem Druckwerk 1 gehalten, wobei die Achsen
des Formzylinders 2, des in dem Lagergehäuse 10 befindlichen Drehlagers 11 und des
Antriebs 12 fluchten. Die Haltearme 9 weisen Vertiefungen 13 auf, in die Abschnitte
des Formzylinders 2 eingelegt sind, so dass dieser nicht von den Haltearmen 9 herunterrollen
kann. Zu diesem Zweck sind auch Festlegehebel 14 vorgesehen, die ebenfalls Vertiefungen
15 aufweisen. Die Haltearme 9 und die Festlegehebel 14 sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
um an den Seitengestellwänden 6 und 7 angreifenden Drehpunkte schwenkbar gelagert.
Die Haltearme 9 und Festlegehebel 14 können jedoch grundsätzlich an anderen Bauteilen
des Druckwerks 1 angebracht sein oder sogar an einer nicht mit dem Druckwerk in Verbindung
stehenden Einrichtung. So ist es denkbar, dass die nicht gezeigte, aber oben erwähnte
Transport- und/oder Transfereinrichtung Halteelemente wie etwa Haltearme 9 und Festlegehebel
14 umfasst. Im Rahmen der Erfindung ist zudem eine andere Bewegungsmöglichkeit der
Haltearme un der Festlegehebel abgesehen von dem Schwenkbewegung denkbar. So ist eine
einfach, laterale Verfahrmöglichkeit denkbar.
[0018] Je ein Haltearm 9 und ein Festlegehebel 14 werden von einem Antrieb verschwenkt.
Ein solcher Antrieb, der in den Figuren als Kolbenzylindereinheit 17 dargestellt ist,
wirkt auf nicht näher dargestellte Weise auf die vorgenannten Bauteile. Die Bewegung
eines Haltearms 9 und des ihm zugeordneten Festlegehebels 14 können durch geeignete
Mittel, etwa getriebliche Mittel, miteinander gekoppelt sein, um ein gleichmäßiges
Erfassen des Formzylinders zu ermöglichen.
[0019] Die Haltearme 9 und die Festlegehebel 14 sind an den einander zugewandten Seiten
der Seitengestellwände angelenkt, aber derartig positioniert, dass sie den Formzylinder
außerhalb des druckempfindlichen Druckbereichs 3 erfassen. Zumindest eine Kombination
aus einem Haltearm 9 und einem Festlegehebel 14 ist so dimensioniert, dass sie dem
Kippmoment des Formzylinders dauerhaft entgegenwirken, wenn dieser nur von einer Haltearm-/Festlegehebel-Kombination
und dem am gleichen Seitenwandgestell angeordneten Antrieb oder Lager gehalten wird.
[0020] In der in der Fig. 1 a dargestellten Situation brauchen nur noch das Lager 11 und
der Antrieb 12 axial in Richtung auf die Lagerzapfen 4 und 5 aufgeschoben zu werden.
[0021] Nach dem Aufschieben des Lagers 11 und des Antriebs können die Haltearme 9 und die
Festlegemittel 14 von dem Formzylinder gelöst und entfernt werden. Nun wird der Druckvorgang
ermöglicht. Diese Situation ist in den Figuren 2a und 2b dargestellt.
[0022] Die Figuren 3a und 3b zeigen eine den Figuren 1 a und 1 b analoge Situation, in der
jedoch statt eines Formzylinder ein Zylinderdorn 18 in das Druckwerk verbracht wurde.
Der Zylinderdorn 18 wird von den bereits oben beschriebenen Haltearmen 9 und Festlegehebel
14 gehalten. Im Unterschied zur in der Fig. 1 a dargestellten Situation ist nun das
Lagergehäuse 10 nicht nur in axialer Richtung, sondern auch in radialer Richtung bewegt
worden. Auf diese Weise gibt das Lagergehäuse den Weg frei, um die Druckzylinderhülse
19 nachträglich auf den Zylinderdorn 18 aufschieben zu können. Es ist selbstverständlich
möglich, den Zylinderdorn bereits mit einer Hülse auszustatten, welche für den ersten
Druckauftrag in das Druckwerk eingesetzt benötigt wird. Zur Montage der Hülse 19 bei
einem bereit in das Druckwerk eingebrachten Dorn sind jedoch weitere Schritte notwendig,
die anhand der Figuren 4a und 4b erläutert werden.
[0023] In den Figuren 4a und 4b ist zu erkennen, dass der Antrieb 12 bereits auf den Lagerzapfen
4 aufgeschoben und an diesen angekuppelt wurde. Danach können die Haltearme 9 und
die Festlegehebel 14 von dem Zylinderdorn 18 gelöst werden, so dass die Zylinderhülse
19 durch die Seitengestellwand 7 hindurch auf den Zylinderdorn 18 aufgeschoben werden
kann. Zwischen der Innenoberfläche der Zylinderhülse 19 und der Außenoberfläche des
Zylinderdorns 18 kann Druckluft eingeblasen werden, die den Zylinderdorn zur Verringerung
der Reibungskräfte leicht dehnt. Der Rotor des Antriebs 12 stützt sich dabei mit mindestens
zwei Drehlagern an dem Stator bzw. dem Antriebsgehäuse ab, damit durch den in dieser
Situation nur einendig gehaltenen Zylinderdorn verursachten Hebelkräfte abgefangen
werden können. Alternativ dazu kann auch im Prinzip der dem Seitengestell 6 zugeordnete
Haltearm 9 den Zylinderdorn 18 halten. In diesem Fall kommt der Antriebsmotor auch
mit einem einzigen Drehlager aus.
[0024] Die Figuren 5a und 5b zeigen den Zylinderdorn 18 mit vollständig aufgeschobener Zylinderhülse
19. Der Bereich des Zylinderdorns 18, welcher die Zylinderhülse 19 aufnimmt, wird
im Folgenden als Hülsenaufnahmeabschnitt 20 bezeichnet. Der Zylinderdorn 18 kann mit
so genannten Dehnspannhülsen ausgestattet sein, die ein Festlegen der Zylinderhülse
auf dem Dorn 18 ermöglichen. In der dargestellten Situation haben der der Seitengestellwand
7 zugeordnete Haltearm 9 und der Festlegehebel 14 wieder das dem Abfanglager 11 zugewandte
Ende des Zylinderdorns 18 erfasst und dieses so weit angehoben, dass die Achse des
Dorns 18 wieder mit der Achse des Lagers 11 fluchtet. Dieser Schritt ist notwendig,
da es sich nicht vermeiden lässt, dass sich der nur einendig gehaltene Dorn 18 an
seinem freien Ende ein wenig absenkt. Der Haltearm 9 ist also in der Lage, das entsprechende
Ende des Zylinderdorns 18 wieder anzuheben. Auch das Lagergehäuse 10 wurde wieder
radial bewegt, so dass die Achsen des Zylinderdorns 18 und des Lagers 11 wieder fluchten.
Danach kann das Lagergehäuse wieder axial verschoben werden, so dass das Lager 11
den Lagerzapfen 5 umfasst und der Haltearm 9 und Festlegehebel 14 entfernt werden.
Diese dadurch entstandene Situation ist in den Figuren 6a und 6b dargestellt. Der
Zylinder, bestehend aus Dorn 18 und Hülse 19, ist nun druckbereit.
[0025] Die Figuren 7a, 7b und 7c zeigen ein in axialer und radialer Richtung verschobenes
Lagergehäuse 10. Die der Seitengestellwand 6 zugeordnete Haltearm 9 und Festlegehebel
14 sind soweit zusammengefahren, dass zwischen ihnen noch ein Abstand verbleibt, der
größer als der Außendurchmesser des Zylinderaufnahmeabschnitts 20 ist, aber kleiner
als der Außendurchmesser der Zylinderhülse 19 (siehe Figur 7c). Auf diese Weise werden
Haltearm 9 und Festlegehebel 14 in die Bereiche der Stirnseite 21 der Zylinderhülse
21 gefahren. Wird nun der Antrieb 12 in axialer Richtung A verschoben, ohne dass der
Lagerzapfen 4 abgekoppelt wird, wird der Zylinderdorn 18 ein Stück weit aus der Hülse
19 herausgezogen, die durch den Haltearm 9 und den Festlegehebel 14 in ihrer Position
verbleibt. Diese Situation ist in der Fig. 8 dargestellt. Der Haltearm 9 und der Festlegehebel
sind dazu mit Dämpfungsstücken 22 belegt, die eine Beschädigung der Zylinderhülse
19 vermeiden. Wenn nun der Antrieb 12 wieder in die entgegen gesetzte Richtung verschoben
wird, gelangt der Zylinderdorn 18 wieder in seine Ausgangsstellung zurück, die Zylinderhülse
19 ist jedoch gegenüber der Ausgangsstellung zur Seitengestellwand 7 verschoben (siehe
Figur 9). In dieser Position kann die Hülse nun vom Bedienpersonal ergriffen und in
axialer Richtung aus dem Druckwerk entfernt werden (Figur 10).
| Bezugszeichenliste |
| 1 |
Druckwerk |
| 2 |
Formzylinder |
| 3 |
zylindrischer Druckbereich |
| 4 |
Lagerzapfen |
| 5 |
Lagerzapfen |
| 6 |
Seitengestellwand |
| 7 |
Seitengestellwand |
| 8 |
schlitzartige Einkerbung |
| 9 |
Haltearm |
| 10 |
Lagergehäuse |
| 11 |
Drehlager |
| 12 |
Antrieb |
| 13 |
Vertiefung |
| 14 |
Festlegehebel |
| 15 |
Vertiefung |
| 16 |
Stift |
| 17 |
Kolbenzylindereinheit |
| 18 |
Zylinderdorn |
| 19 |
Hülse |
| 20 |
Zylinderaufnahmeabschnitt |
| 21 |
Stirnseite der Zylinderhülse |
| 22 |
Dämpfungsstück |
| A |
axiale Richtung |
| R |
Doppelpfeil zur Andeutung der radialen Richtung |
1. System zum Bedrucken einer Bedruckstoffbahn, umfassend:
• zumindest ein Tiefdruckwerk (1),
• zumindest einen Formzylinder (2) mit endseitigen Lagerzapfen (4,5)
• zumindest einen Zylinderdorn (18), welcher ausgestaltet ist, um Zylinderhülsen (19),
welche Druckmotive tragen, aufzunehmen, ohne dass der Zylinderdorn (18) aus dem Tiefdruckwerk
(1) entnommen werden muss,
• wobei der Formzylinder (2) oder der Zylinderdorn (18) in das Tiefdruckwerk einbringbar
ist und mit einem Antrieb des Tlefdruckwerkes drehfest verbindbar ist,
• wobei der Formzylinder oder der Zylinderdorn mittels Haltearmen (9) und Festlegehebeln
(14) in fluchtender Position mit dem Antrieb haltbar ist,
• wobei Haltearme (9) und Festlegehebel (14) an den einander zugewandten Seiten der
Seitengestellwände (6,7) angelenkt sind.
2. System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Antrieb (12) des Tiefdruckwerks (1) in axialer Richtung des Formzylinders (2)
beziehungsweise des Zylinderdorns (18) verschiebbar ist.
3. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
am Tiefdruckwerk (1) ein Abfanglager (10) vorgesehen ist, mit welchem ein endseitiger
Lagerzapfen (4,5) des Formzylinders (2) oder ein axiales Ende des Zylinderdornes (18)
lagerbar ist und welches (18) sowohl in axialer Richtung als auch in radialer Richtung
des Zylinders (2) beziehungsweise des Dornes (18) bewegbar ist.
4. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Haltemittel (9) vorgesehen sind, mit welchen der Formzylinder (2) beziehungsweise
der Zylinderdorn (18) in einer mit den Achsen des Antriebes (12) und/oder des Abfanglagers
(10) fluchtenden Position haltbar sind.
5. System nach dem vorstehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedem Haltemittel (9) ein schwenkbares Festlegemittel (14) zugeordnet ist, mit welchem
der Formzylinder (2) oder der Zylinderdorn (18) an das Haltemittel (9) andrückbar
ist.
6. System nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Haltemittel (9) und/oder jedes Festlegemittel (14) mittels einer Antriebseinheit
(12) bewegbar ist.
7. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderdorn (18) auch axial unverschieblich an dem Antrieb (12) befestigt ist,
und
dass das eine Haltemittel (9) an die Stirnseite einer auf dem Zylinderdorn montierten
Zylinderhülse (19) anlegbar ist, so dass bei axialer Verschiebung des Zylinderdornes
(18) die Zylinderhülse (19) relativ zum Zylinderdorn (18) verschiebbar ist.
8. Verfahren zum Ausrüsten eines Tiefdruckwerks (1) mit einem Druckmotiv, welches auf
eine Bedruckstoffbahn aufgebracht wird, bei dem
• ein Zylinderdorn (18), welcher ausgestaltet ist, um Zylinderhülsen (19), welche
Druckmotive tragen, aufzunehmen, ohne dass der Zylinderdorn (18) aus dem Tiefdruckwerk
(1) entnommen werden muss,
• wobei ein Formzylinder (2) mit endseitigem Lagerzapfen oder der Zylinderdorn (18)
in das Tiefdruckwerk eingebracht wird und mit einem Rotationsantrieb des Tiefdruckwerkes
drehfest verbunden wird,
• wobei der Formzylinder oder der Zylinderdorn mittels Haltearmen (9) und Festlegehebeln
(14), die (9,14) an den einander zugewandten Seiten der Seitengestellwände (6,7) angelenkt
sind, in fluchtender Position mit dem Rotationsantrieb gehalten wird.
1. System for printing a printing-material web, comprising:
• at least one gravure printing unit (1),
• at least one forme cylinder (2) with end-side bearing journals (4, 5),
• at least one cylinder mandrel (18) which is configured to receive cylinder sleeves
(19) which carry printing motifs, without the cylinder mandrel (18) having to be removed
from the gravure printing unit (1),
• it being possible for the forme cylinder (2) or the cylinder mandrel (18) to be
introduced into the gravure printing unit and to be connected fixedly to a drive of
the gravure printing unit so as to rotate with it,
• it being possible for the forme cylinder or the cylinder mandrel to be held in an
aligned position with the drive by means of holding arms (9) and fixing levers (14),
• the holding arms (9) and fixing levers (14) being articulated on those sides of
the side frame walls (6, 7) which face one another.
2. System according to Claim 1, characterized in that the drive (12) of the gravure printing unit (1) can be displaced in the axial direction
of the forme cylinder (2) or the cylinder mandrel (18).
3. System according to one of the preceding claims, characterized in that a supporting bearing (10) is provided on the gravure printing unit (1), by way of
which supporting bearing (10) an end-side bearing journal (4, 5) of the forme cylinder
(2) or an axial end of the cylinder mandrel (18) can be mounted, and which supporting
bearing (10) can be moved both in the axial direction and in the radial direction
of the cylinder (2) or the mandrel (18).
4. System according to one of the preceding claims, characterized in that holding means (9) are provided, by way of which the forme cylinder (2) or the cylinder
mandrel (18) can be held in an aligned position with the axes of the drive (12) and/or
of the supporting bearing (10).
5. System according to the preceding claim, characterized in that each holding means (9) is assigned a pivotable fixing means (14), by way of which
the forme cylinder (2) or the cylinder mandrel (18) can be pressed onto the holding
means (9).
6. System according to either of the two preceding claims, characterized in that each holding means (9) and/or each fixing means (14) can be moved by means of a drive
unit (12).
7. System according to one of the preceding claims, characterized in that the cylinder mandrel (18) is also fastened axially non-displaceably to the drive
(12), and in that one holding means (9) can be placed onto the end side of a cylinder sleeve (19) which
is mounted on the cylinder mandrel, with the result that the cylinder sleeve (19)
can be displaced relative to the cylinder mandrel (18) in the case of an axial displacement
of the cylinder mandrel (18).
8. Method for flitting a gravure printing unit (1) with a printing motif which is applied
to a printing-material web, in which method
• a cylinder mandrel (18), which is configured to receive cylinder sleeves (19) which
carry printing motifs, without it being necessary for the cylinder mandrel (18) to
be removed from the gravure printing unit (1),
• a forme cylinder (2), with an end-side bearing journal, or the cylinder mandrel
(18) being introduced into the gravure printing unit and being connected fixedly to
a rotational drive of the gravure printing unit so as to rotate with it,
• the forme cylinder or the cylinder mandrel being held in an aligned position with
the rotational drive by means of holding arms (9) and fixing levers (14) which (9,
14) are articulated on those sides of the side frame walls (6, 7) which face one another.
1. Système d'impression d'une bande de matériau à imprimer, comprenant :
- au moins une machine d'héliogravure (1),
- au moins un cylindre de formage (2) avec des tourillons de palier (4, 5) aux extrémités,
- au moins un mandrin de cylindre (18) qui est configuré pour recevoir des douilles
cylindriques (19) qui portent des motifs d'impression sans que le mandrin de cylindre
(18) ne doive être retiré de la machine d'héliogravure (1),
- le cylindre de formage (2) ou le mandrin de cylindre (18) pouvant être introduit
dans la machine d'héliogravure et pouvant être connecté de manière solidaire en rotation
à un entraînement de la machine d'héliogravure,
- le cylindre de formage ou le mandrin de cylindre pouvant être retenu au moyen de
bras de retenue (9) et de leviers de fixation (14) dans une position en affleurement
avec l'entraînement,
- des bras de retenue (9) et des leviers de fixation (14) étant articulés aux côtés
des parois latérales de bâti (6, 7) tournés l'un vers l'autre.
2. Système selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'entraînement (12) de la machine d'héliogravure (1) peut être déplacé dans la direction
axiale du cylindre de formage (2) ou du mandrin de cylindre (18).
3. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'un palier de réception (10) est prévu sur la machine d'héliogravure (1), avec lequel
un tourillon de palier d'extrémité (4, 5) du cylindre de formage (2) ou une extrémité
axiale du mandrin de cylindre (18) peut être supporté(e) et lequel (10) peut être
déplacé à la fois dans la direction axiale et dans la direction radiale du cylindre
(2), respectivement du mandrin (18).
4. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
des moyens de retenue (9) sont prévus, avec lesquels le cylindre de formage (2) ou
le mandrin de cylindre (18) peuvent être retenus dans une position en affleurement
avec les axes de l'entraînement (12) et/ou du palier de réception (10).
5. Système selon la revendication précédente,
caractérisé en ce
qu'à chaque moyen de retenue (9) est associé un moyen de fixation pivotant (14) avec
lequel le cylindre de formage (2) ou le mandrin de cylindre (18) peut être pressé
contre le moyen de retenue (9).
6. Système selon l'une quelconque des deux revendications précédentes,
caractérisé en ce que
chaque moyen de retenue (9) et/ou chaque moyen de fixation (14) peut être déplacé
au moyen d'une unité d'entraînement (12).
7. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le mandrin de cylindre (18) est également fixé de manière immobile axialement sur
l'entraînement (12), et
en ce que l'un des moyens de retenue (9) peut être appliqué au côté frontal d'une douille cylindrique
(19) montée sur le mandrin de cylindre, de sorte que lors du déplacement axial du
mandrin de cylindre (18), la douille cylindrique (19) puisse être déplacée par rapport
au mandrin de cylindre (18).
8. Procédé pour munir une machine d'héliogravure (1) d'un motif d'impression qui est
appliqué sur une bande de matériau à imprimer, dans lequel
- un mandrin de cylindre (18) est configuré pour recevoir des douilles cylindriques
(19) qui portent des motifs d'impression sans que le mandrin de cylindre (18) ne doive
être retiré de la machine d'héliogravure (1),
- un cylindre de formage (2) avec des tourillons de palier aux extrémités ou le mandrin
de cylindre (18) étant introduit dans la machine d'héliogravure et étant connecté
de manière solidaire en rotation à un entraînement en rotation de la machine d'héliogravure,
- le cylindre de formage ou le mandrin de cylindre étant retenu dans une position
en affleurement avec l'entraînement en rotation au moyen de bras de retenue (9) et
de leviers de fixation (14), lesquels (9, 14) sont articulés aux côtés des parois
latérales de bâti (6, 7) tournés l'un vers l'autre.