(19)
(11) EP 2 058 089 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.05.2009  Patentblatt  2009/20

(21) Anmeldenummer: 08104844.9

(22) Anmeldetag:  23.07.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25F 5/02(2006.01)
B25D 17/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 09.11.2007 DE 102007000454

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Hammerstingl, Stefan
    81375 München (DE)
  • Cecchin, Holger
    82178 Puchheim (DE)
  • Kraus, Dieter
    86830 Schwabmünchen (DE)
  • Augustin, Johann
    81739 München (DE)
  • Plank, Uto
    85354 Freising (DE)

(74) Vertreter: Wildi, Roland 
Hilti Aktiengesellschaft, Corporate Intellectual Property, Feldkircherstrasse 100, Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) Schlagende Handwerkzeugmaschine mit kontaktlosen Handschalter im Seitenhandgriff


(57) Eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse (A) in Vibration versetzbaren Baugruppe (2), mit zumindest einem quer auskragenden, vibrationsentkoppelt um einen Griffdrehpunkt (G) drehschwenkbaren, Seitenhandgriff (3), und mit einem Handschalter (4) mit einem im Seitenhandgriff (3) angeordneten Betätigungsmittel (5), dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (5) über ein, ein Schaltmittel (6) aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge (7) mit zumindest einem in der Baugruppe (2) nahe dem Griffdrehpunkt (G) angeordneten Sensorschalter (8) schaltend verbunden ist, wobei das Schaltgestänge (7) am Seitenhandgriff (3) drehschwenkbar an einem Schaltdrehpunkt (S) gelagert ist, der vom Griffdrehpunkt (G) von der Vibrationsachse (A) weg beabstandet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezeichnet eine zumindest teilweise schlagende Handwerkzeugmaschine, insbesondere einen Meisselhammer oder Kombihammer, mit einem kontaktlosen Handschalter im Seitenhandgriff.

[0002] Bei Elektrohandwerkzeugmaschinen, welche bedingt durch ihre zweckentsprechende Benutzung sowohl hohen Staubbelastungen als auch starken Vibrationen ausgesetzt sind, unterliegen mechanische Kontaktschalter einem hohen Verschleiss.

[0003] Nach der US5014793 wird eine Elektrohandwerkzeugmaschine über einen Handschalter gesteuert, dessen Betätigungsmittel mechanisch Piezosensoren zur Ansteuerung eines Leistungsschalters betätigt. Die Drucksensoren sind notwendigerweise mit dem Betätigungsmittel in mechanischem Kontakt, wodurch Vibrationen auf das Betätigungsmittel übertragbar sind.

[0004] Nach der DE19942156 weist ein Kombihammer einen kontaktlosen Drehschalter auf, dem über ein versetzbares Schaltgestänge mit einem Permanentmagneten ein Hall-Sensorschalter steuerbar zugeordnet ist. Da sowohl der Hall-Sensorschalter als auch das Drehbetätigungsmittel mit demselben Gehäuse verbunden ist, treten keine relativen Vibrationen auf, die den Schaltvorgang stören könnten.

[0005] Nach der DE10259569 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse vibrierenden Baugruppe einen kontaktlosen elektrischen Handschalter mit einem Betätigungsmittel im vibrationsentkoppelten Haupthandgriff und einem Sensorschalter auf, wobei der Sensorschalter vibrationsfrei mit einem quer zur Vibrationsachse schwenkbaren Schaltmittelträger mit einem Permanentmagneten verbunden ist, der über ein längs der Vibrationsachse begrenzt axial bewegliches Schwenkübertragungsmittel vom Betätigungsmittel händisch steuerbar ist. Diese Lösung ist auf einen quer auskragenden vibrationsentkoppelten Seitenhandgriff nicht anwendbar.

[0006] Nach der JP200279477 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse vibrierenden Baugruppe zwei quer auskragende, vibrationsentkoppelt um einen Griffdrehpunkt drehschwenkbare, Seitenhandgriffe auf, wobei an einem Seitenhandgriff ein Handschalter mit einem axial betätigbaren Betätigungsmittel angeordnet ist.

[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Realisierung eines vibrationsunempfindlichen kontaktlosen elektrischen Handschalters im Seitenhandgriff.

[0008] So weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse in Vibration versetzbaren Baugruppe und zumindest einem quer auskragenden, vibrationsentkoppelt um einen Griffdrehpunkt drehschwenkbaren, Seitenhandgriff einen kontaktlosen elektrischen Handschalter mit einem im Seitenhandgriff angeordneten Betätigungsmittel auf, das über ein, ein Schaltmittel aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge mit zumindest einem in der Baugruppe nahe dem Griffdrehpunkt angeordneten Sensorschalter schaltend verbunden ist, wobei das Schaltgestänge am Seitenhandgriff drehschwenkbar an einem Schaltdrehpunkt gelagert ist, der vom Griffdrehpunkt von der Vibrationsachse weg beabstandet ist.

[0009] Durch den mittels des Schaltdrehpunktes im drehschwenkbaren Seitenhandgriff ausgebildeten Hebelmechanismus bewirkt nur eine axiale Betätigung des Betätigungsmittels eine zum Schalten hinreichend grosse Versetzung des Schaltmittels bezüglich des Sensorschalters, eine axiale Verschwenkung des gesamten Seitenhandgriffs hingegen nicht.

[0010] Vorteilhaft ist der Schaltdrehpunkt im mittleren Drittel zwischen dem Griffdrehpunkt und dem Betätigungsmittel angeordnet, wodurch die Versetzung des Betätigungsmittels betragsweise etwa der Versetzung des Schaltmittels entspricht.

[0011] Vorteilhaft ist der Sensorschalter als HALL-Sensorschalter und das Schaltmittel als Permanentmagnet ausgebildet, wodurch ein robuster und staubunempfindlicher kontaktloser elektrischer Handschalter realisiert ist.

[0012] Vorteilhaft sind dem Schaltmittel zwei Sensorschalter zugeordnet, die vom Schaltmittel beidseitig quer zur Schaltrichtung beabstandet sind, wodurch in Verbindung mit einer entsprechenden Schaltlogik ein redundates Schaltsystem realisiert ist.

[0013] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert mit:
Fig. 1
als Meisselhammer
Fig. 2
als Einzelheit im Längsschnitt in oberer Schwenkposition ohne Betätigung
Fig. 3
als Einzelheit des Sensorschalters im Längsschnitt
Fig. 4
als Einzelheit im Längsschnitt in oberer Schwenkposition mit Betätigung
Fig. 5
als Einzelheit im Längsschnitt in unterer Schwenkposition mit Betätigung
Fig. 6
als Versetzungsschema in Versetzungsebene


[0014] Nach Fig. 1 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine 1 mit einer längs einer Vibrationsachse A vibrierenden Baugruppe 2 zwei quer auskragende, vibrationsentkoppelt um je einen Griffdrehpunkt G drehschwenkbare, Seitenhandgriffe 3 auf, von denen einer ein händisch axial betätigtes Betätigungsmittel 5 eines kontaktlosen elektrischen Handschalters 4 (Fig. 2) aufweist.

[0015] Nach Fig. 2 ist bei dem Handschalter 4 das im Seitenhandgriff 3 angeordnete Betätigungsmittel 5 über ein, ein Schaltmittel 6 aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge 7 mit einem, in der Baugruppe 2 nahe dem Griffdrehpunkt G angeordneten, Sensorschalter 8 schaltend verbunden. Das Schaltgestänge 7 ist im Seitenhandgriff 3 in einem Schaltdrehpunkt S drehschwenkbar gelagert, der quer zur Vibrationsachse A im mittleren Drittel zwischen dem Griffdrehpunkt G und dem Betätigungsmittel 5 angeordnet ist.

[0016] Nach Fig. 3 ist der Sensorschalter 8 als integrierter HALL-Sensorschalter und das Schaltmittel 6 als Permanentmagnet ausgebildet, der in dem Schaltgestänge 7 eingelassen ist. Dem Schaltmittel 6 sind zwei Sensorschalter 8 zugeordnet, die vom Schaltmittel 6 beidseitig quer zur Schwenkbewegung des Schaltgestänges 7 beabstandet sind.

[0017] Nach Fig. 6 bewirkt bei einer Schwenkbewegung des Schaltgestänges 7 (nur einmalig dargestellt) mit dem Schaltmittel 6 (in verschiedenen Grenzversetzungen dargestellt) bezüglich des Sensorschalters 8 mit dem Einschaltbereich E nur eine axiale Betätigung B des Betätigungsmittels 4 (Fig. 2) eine zum Einschalten hinreichend grosse Versetzung, wobei allein die axiale Verschwenkung V des Seitenhandgriffs 3 (Fig. 4, 5) keine zum Ausschalten (Fig. 2) notwendige Versetzung des Schaltmittels 6 aus dem Einschaltbereich E heraus bewirkt.


Ansprüche

1. Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse (A) in Vibration versetzbaren Baugruppe (2), mit zumindest einem quer auskragenden, vibrationsentkoppelt um einen Griffdrehpunkt (G) drehschwenkbaren, Seitenhandgriff (3) und mit einem Handschalter (4) mit einem im Seitenhandgriff (3) angeordneten Betätigungsmittel (5), dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (5) über ein, ein Schaltmittel (6) aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge (7) mit zumindest einem in der Baugruppe (2) nahe dem Griffdrehpunkt (G) angeordneten Sensorschalter (8) schaltend verbunden ist, wobei das Schaltgestänge (7) am Seitenhandgriff (3) drehschwenkbar an einem Schaltdrehpunkt (S) gelagert ist, der vom Griffdrehpunkt (G) von der Vibrationsachse (A) weg beabstandet ist.
 
2. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltdrehpunkt (S) im mittleren Drittel zwischen dem Griffdrehpunkt (G) und dem Betätigungsmittel (5) angeordnet ist.
 
3. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorschalter (8) als HALL-Sensorschalter und das Schaltmittel (6) als Permanentmagnet ausgebildet ist.
 
4. Elektrohandwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schaltmittel (6) zwei Sensorschalter (8) zugeordnet sind, die vom Schaltmittel (6) beidseitig quer zur Schaltrichtung beabstandet sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente