[0001] Die Erfindung bezeichnet eine zumindest teilweise schlagende Handwerkzeugmaschine,
insbesondere einen Meisselhammer oder Kombihammer, mit einem kontaktlosen Handschalter
im Seitenhandgriff.
[0002] Bei Elektrohandwerkzeugmaschinen, welche bedingt durch ihre zweckentsprechende Benutzung
sowohl hohen Staubbelastungen als auch starken Vibrationen ausgesetzt sind, unterliegen
mechanische Kontaktschalter einem hohen Verschleiss.
[0003] Nach der
US5014793 wird eine Elektrohandwerkzeugmaschine über einen Handschalter gesteuert, dessen Betätigungsmittel
mechanisch Piezosensoren zur Ansteuerung eines Leistungsschalters betätigt. Die Drucksensoren
sind notwendigerweise mit dem Betätigungsmittel in mechanischem Kontakt, wodurch Vibrationen
auf das Betätigungsmittel übertragbar sind.
[0004] Nach der
DE19942156 weist ein Kombihammer einen kontaktlosen Drehschalter auf, dem über ein versetzbares
Schaltgestänge mit einem Permanentmagneten ein Hall-Sensorschalter steuerbar zugeordnet
ist. Da sowohl der Hall-Sensorschalter als auch das Drehbetätigungsmittel mit demselben
Gehäuse verbunden ist, treten keine relativen Vibrationen auf, die den Schaltvorgang
stören könnten.
[0005] Nach der
DE10259569 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse vibrierenden
Baugruppe einen kontaktlosen elektrischen Handschalter mit einem Betätigungsmittel
im vibrationsentkoppelten Haupthandgriff und einem Sensorschalter auf, wobei der Sensorschalter
vibrationsfrei mit einem quer zur Vibrationsachse schwenkbaren Schaltmittelträger
mit einem Permanentmagneten verbunden ist, der über ein längs der Vibrationsachse
begrenzt axial bewegliches Schwenkübertragungsmittel vom Betätigungsmittel händisch
steuerbar ist. Diese Lösung ist auf einen quer auskragenden vibrationsentkoppelten
Seitenhandgriff nicht anwendbar.
[0006] Nach der
JP200279477 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse vibrierenden
Baugruppe zwei quer auskragende, vibrationsentkoppelt um einen Griffdrehpunkt drehschwenkbare,
Seitenhandgriffe auf, wobei an einem Seitenhandgriff ein Handschalter mit einem axial
betätigbaren Betätigungsmittel angeordnet ist.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Realisierung eines vibrationsunempfindlichen
kontaktlosen elektrischen Handschalters im Seitenhandgriff.
[0008] So weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse in
Vibration versetzbaren Baugruppe und zumindest einem quer auskragenden, vibrationsentkoppelt
um einen Griffdrehpunkt drehschwenkbaren, Seitenhandgriff einen kontaktlosen elektrischen
Handschalter mit einem im Seitenhandgriff angeordneten Betätigungsmittel auf, das
über ein, ein Schaltmittel aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge mit zumindest
einem in der Baugruppe nahe dem Griffdrehpunkt angeordneten Sensorschalter schaltend
verbunden ist, wobei das Schaltgestänge am Seitenhandgriff drehschwenkbar an einem
Schaltdrehpunkt gelagert ist, der vom Griffdrehpunkt von der Vibrationsachse weg beabstandet
ist.
[0009] Durch den mittels des Schaltdrehpunktes im drehschwenkbaren Seitenhandgriff ausgebildeten
Hebelmechanismus bewirkt nur eine axiale Betätigung des Betätigungsmittels eine zum
Schalten hinreichend grosse Versetzung des Schaltmittels bezüglich des Sensorschalters,
eine axiale Verschwenkung des gesamten Seitenhandgriffs hingegen nicht.
[0010] Vorteilhaft ist der Schaltdrehpunkt im mittleren Drittel zwischen dem Griffdrehpunkt
und dem Betätigungsmittel angeordnet, wodurch die Versetzung des Betätigungsmittels
betragsweise etwa der Versetzung des Schaltmittels entspricht.
[0011] Vorteilhaft ist der Sensorschalter als HALL-Sensorschalter und das Schaltmittel als
Permanentmagnet ausgebildet, wodurch ein robuster und staubunempfindlicher kontaktloser
elektrischer Handschalter realisiert ist.
[0012] Vorteilhaft sind dem Schaltmittel zwei Sensorschalter zugeordnet, die vom Schaltmittel
beidseitig quer zur Schaltrichtung beabstandet sind, wodurch in Verbindung mit einer
entsprechenden Schaltlogik ein redundates Schaltsystem realisiert ist.
[0013] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
- Fig. 1
- als Meisselhammer
- Fig. 2
- als Einzelheit im Längsschnitt in oberer Schwenkposition ohne Betätigung
- Fig. 3
- als Einzelheit des Sensorschalters im Längsschnitt
- Fig. 4
- als Einzelheit im Längsschnitt in oberer Schwenkposition mit Betätigung
- Fig. 5
- als Einzelheit im Längsschnitt in unterer Schwenkposition mit Betätigung
- Fig. 6
- als Versetzungsschema in Versetzungsebene
[0014] Nach Fig. 1 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine 1 mit einer längs einer Vibrationsachse
A vibrierenden Baugruppe 2 zwei quer auskragende, vibrationsentkoppelt um je einen
Griffdrehpunkt G drehschwenkbare, Seitenhandgriffe 3 auf, von denen einer ein händisch
axial betätigtes Betätigungsmittel 5 eines kontaktlosen elektrischen Handschalters
4 (Fig. 2) aufweist.
[0015] Nach Fig. 2 ist bei dem Handschalter 4 das im Seitenhandgriff 3 angeordnete Betätigungsmittel
5 über ein, ein Schaltmittel 6 aufweisendes, versetzbares Schaltgestänge 7 mit einem,
in der Baugruppe 2 nahe dem Griffdrehpunkt G angeordneten, Sensorschalter 8 schaltend
verbunden. Das Schaltgestänge 7 ist im Seitenhandgriff 3 in einem Schaltdrehpunkt
S drehschwenkbar gelagert, der quer zur Vibrationsachse A im mittleren Drittel zwischen
dem Griffdrehpunkt G und dem Betätigungsmittel 5 angeordnet ist.
[0016] Nach Fig. 3 ist der Sensorschalter 8 als integrierter HALL-Sensorschalter und das
Schaltmittel 6 als Permanentmagnet ausgebildet, der in dem Schaltgestänge 7 eingelassen
ist. Dem Schaltmittel 6 sind zwei Sensorschalter 8 zugeordnet, die vom Schaltmittel
6 beidseitig quer zur Schwenkbewegung des Schaltgestänges 7 beabstandet sind.
[0017] Nach Fig. 6 bewirkt bei einer Schwenkbewegung des Schaltgestänges 7 (nur einmalig
dargestellt) mit dem Schaltmittel 6 (in verschiedenen Grenzversetzungen dargestellt)
bezüglich des Sensorschalters 8 mit dem Einschaltbereich E nur eine axiale Betätigung
B des Betätigungsmittels 4 (Fig. 2) eine zum Einschalten hinreichend grosse Versetzung,
wobei allein die axiale Verschwenkung V des Seitenhandgriffs 3 (Fig. 4, 5) keine zum
Ausschalten (Fig. 2) notwendige Versetzung des Schaltmittels 6 aus dem Einschaltbereich
E heraus bewirkt.
1. Elektrohandwerkzeugmaschine mit einer längs einer Vibrationsachse (A) in Vibration
versetzbaren Baugruppe (2), mit zumindest einem quer auskragenden, vibrationsentkoppelt
um einen Griffdrehpunkt (G) drehschwenkbaren, Seitenhandgriff (3) und mit einem Handschalter
(4) mit einem im Seitenhandgriff (3) angeordneten Betätigungsmittel (5), dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (5) über ein, ein Schaltmittel (6) aufweisendes, versetzbares
Schaltgestänge (7) mit zumindest einem in der Baugruppe (2) nahe dem Griffdrehpunkt
(G) angeordneten Sensorschalter (8) schaltend verbunden ist, wobei das Schaltgestänge
(7) am Seitenhandgriff (3) drehschwenkbar an einem Schaltdrehpunkt (S) gelagert ist,
der vom Griffdrehpunkt (G) von der Vibrationsachse (A) weg beabstandet ist.
2. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltdrehpunkt (S) im mittleren Drittel zwischen dem Griffdrehpunkt (G) und
dem Betätigungsmittel (5) angeordnet ist.
3. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorschalter (8) als HALL-Sensorschalter und das Schaltmittel (6) als Permanentmagnet
ausgebildet ist.
4. Elektrohandwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schaltmittel (6) zwei Sensorschalter (8) zugeordnet sind, die vom Schaltmittel
(6) beidseitig quer zur Schaltrichtung beabstandet sind.