[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationsprägeeinrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, ein Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 10 und
eine Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 11.
[0002] Faltschachteln sind Verpackungen aus Karton oder Wellpappe, in geringem Umfang auch
aus Kunststoff, die je nach Konstruktion während des Faltprozesses an einer oder mehreren
Stellen beleimt werden. Sie werden in der Regel aus einem Zuschnitt produziert. Die
Zuschnitte werden üblicherweise auf einer Bogenstanze ausgestanzt. Der Zuschnitt muss
mindestens an einer Kante verklebt werden. Die gefalteten Schachteln kommen im flachliegenden
Zustand aus der Faltschachtel-Klebemaschine. Das Aufstellen und Befüllen der Schachtel
kann maschinell oder auch manuell erfolgen.
[0003] Neben den Faltungen, die zur Herstellung der Faltschachteln erforderlich sind, werden
als Vorbereitung für den anschließenden Produktionsschritt auch weitere Rilllinien
in der Faltschachtel-Klebemaschine vorgebrochen (vorgefaltet). Dadurch werden das
Aufstellen der Schachtel und das spätere Befüllen erleichtert.
[0004] Dienen die Faltschachteln zur Verpackung von Arzneimitteln, so ist es gesetzlich
vorgeschrieben, die Bezeichnung des Arzneimittels in Blindenschrift (so genannte Braille-Schrift)
auf die Faltschachtel aufzubringen (bspw. durch Prägen).
[0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt die Prägung der Blindenschrift entweder während
des Stanzprozesses in der Bogenstanze bei der Herstellung der Zuschnitte. Dies ist
jedoch aufwendig, da ein Stanzbogen etliche Nutzen, d. h. Zuschnitte enthält und für
jeden Nutzen ein Werkzeugpaar bestehend aus Matrize und Patrize bereitgestellt werden
muss. Oder es kommen Rotationsprägeeinrichtungen mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen
zum Einsatz, welche beispielsweise Teil einer Faltschachtelklebemaschine sein können.
Bekannter weise verfügen derartige Rotationsprägeeinrichtungen über einen gemeinsamen
Antrieb für beide Rotationswerkzeuge. Um die Prägung an der richtigen Position auf
den Faltschachtelzuschnitt aufbringen zu können, müssen die Rotationswerkzeuge relativ
zum Faltschachtelzuschnitt synchronisiert werden. Insbesondere beim Einbringen einer
Blindenschrift in den Faltschachtelzuschnitt muss die Synchronisierung sehr genau
erfolgen. Aufgrund des Massenträgheitsmoments von Matrize, Patrize und Rotationsantrieb
ist die erforderliche Genauigkeit der Synchronisierung nur schwer bis gar nicht zu
erreichen. Weiter nachteilig ist, dass Rotationsprägeeinrichtungen zur besseren Synchronisierung
häufig im Start- / Stopp-Betrieb gefahren werden. D. h. die Rotationsprägewerkzeuge
werden zur Synchronisierung angehalten und nachfolgend wieder neu beschleunigt. Dadurch
wird die Produktionsleistung der Rotationsprägeeinrichtung stark eingeschränkt. Weiter
wird dir Produktionsleistung dadurch eingeschränkt, dass keine Anpassung der Rotationsprägeeinrichtung
an die Größe des zu bearbeitenden Produktes möglich ist.
[0006] Die
EP 1 447 211 A2 zeigt eine Vorrichtung zum Einprägen von Querrillen in Pappe. Die
EP 1 537 920 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Schneiden, Rillen und Prägen von Bogenmaterial, wie Karton,
mit zwei Walzen. Beiden Vorrichtungen ist gemein, dass die Synchronisierung nicht
mit der für Blindenschrift notwendigen Genauigkeit durchgeführt werden kann und dass
keine Anpassung der Vorrichtungen an die Größe des Produktes und den Abstand der Produkte
möglich ist.
[0007] Die
EP 1 398 141 B1 zeigt eine Faltschachtelklebemaschine mit einer Faltstation und einer Schließstation.
Zwischen beiden Stationen befindet sich zusätzlich eine Zwischenstation, welche dazu
dient, die Transportgeschwindigkeit von Faltschachtelschläuchen zu verändern und den
Abstand von aufeinander folgenden Faltschachtelschläuchen zu verringern. Eine Positionierung
der Faltschachtelschläuche relativ zu den Werkzeugen der Schließstation erfolgt dabei
nicht.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Rotationsprägeeinrichtung zu schaffen,
welche die Nachteile des Standes der Technik überwindet und bei gleichzeitig hoher
Prägequalität eine hohe Ausbringung ermöglicht.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Rotationsprägeeinrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen von Anspruch 1.
[0010] Die erfindungsgemäße Rotationsprägeeinrichtung besitzt zwei rotierende Prägewerkzeuge,
angetrieben durch mindestens einen Prägewerkzeugantrieb, zum Einbringen von Prägungen,
insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe, insbesondere Faltschachtelzuschnitte.
Die Prägewerkzeuge werden durch eine mit Stempeln versehene Patrize und eine Matrize
gebildet. Die Matrize dient als Gegenform und ist vorteilhafter weise produktneutral
und besitzt ein gleichmäßiges Lochmuster. In stromaufwärtiger Richtung ist den Prägewerkzeugen
der Rotationsprägeeinrichtung eine Transporteinrichtung zum Transport der Bedruckstoffe
vorgelagert. Die Transporteinrichtung besitzt in vorteilhafter Weise einen von dem
mindestens einen Prägewerkzeugantrieb unabhängigen Antrieb, welcher beispielsweise
als steuerbarer Elektromotor ausgeführt sein kann. Durch die Transporteinrichtung
erfährt ein jeweiliger Bedruckstoff eine Änderung seiner Transportgeschwindigkeit,
wodurch der Bedruckstoff bezüglich seiner Prägeposition relativ zu den Stempeln der
Patrize synchronisiert wird, d.h. die in Transportrichtung gesehen vordere Kante einer
mit einer Prägung zu versehenden Fläche des Bedruckstoffes wird relativ zu dem oder
den beim Prägevorgang zuerst wirksam werdenden Stempeln der Patrize synchronisiert,
also in ihrer Position abgestimmt. Alternativ kann auch die hintere Kante der mit
einer Prägung zu versehenden Fläche relativ zu dem oder den beim Prägevorgang zuletzt
wirksam werdenden Stempeln positioniert werden. Diese Synchronisierung ermöglicht
es in vorteilhafter Weise, dass die Prägewerkzeuge mit einer konstanten Geschwindigkeit
betrieben werden können. Die Synchronisation von Bedruckstoffen und Prägewerkzeugen
erfolgt nicht mehr wie bisher üblich durch eine Anpassung der Rotationsgeschwindigkeiten
der Prägewerkzeuge, sondern möglichst ausschließlich durch eine Anpassung der Transportgeschwindigkeit
in der Transporteinrichtung. Da die Rotationswerkzeuge folglich nicht mehr ständig
beschleunigt und abgebremst werden müssen, können die Rotationswerkzeuge mit einer
höheren Geschwindigkeit betrieben werden. Dadurch wird in vorteilhafter Weise die
Ausbringung der Rotationsprägeeinrichtung wesentlich erhöht.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rotationsprägeeinrichtung
ist der Transporteinrichtung ein Transportsystem vorgelagert, welches beispielsweise
als umlaufendes Förderband ausgeführt ist und welches einen von dem Prägewerkzeugantrieb
und dem Antrieb der Transporteinrichtung abhängigen Antrieb, beispielsweise einen
Elektromotor, besitzt.
[0012] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besitzt die Rotationsprägeeinrichtung
ein Mittel zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Patrize. Dabei kann es
sich beispielsweise um einen Drehgeber oder einen Sensor handeln. Durch dieses Mittel
kann weiter die Position der Stempel der Patrize bestimmt werden. Das vorgelagerte
Transportsystem besitzt mindestens einen Sensor zur Bestimmung der Position eines
transportierten Bedruckstoffes und auch ein Mittel zur Bestimmung der Transportgeschwindigkeit
des transportierten Bedruckstoffes. Bei dem Mittel kann es sich ebenfalls um einen
Drehgeber oder einen Sensor handeln. Der Elektromotor zum Antrieb der Transporteinrichtung,
die Mittel und der Sensor sind über Datenleitungen mit einer Steuereinrichtung verbunden.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Rotationsprägeeinrichtung besitzt die Transporteinrichtung
ein unteres und ein oberes Transportband, zwischen welchen der Bedruckstoff klemmbar
ist. Dadurch kann der Bedruckstoff sicher und definiert geführt und transportiert
werden.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Rotationsprägeeinrichtung werden die Prägewerkzeuge,
die Transporteinrichtung und das vorgelagerte Transportsystem jeweils mit annähernd
konstanten Geschwindigkeiten betrieben. Dadurch wird es bei geringem Steuerungsaufwand
ermöglicht, die Rotationsprägeeinrichtung bei hoher Geschwindigkeit zu betreiben und
dadurch eine hohe Ausbringung der Rotationsprägeeinrichtung zu erlangen.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden die Prägewerkzeuge
und das vorgelagerte Transportsystem mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben.
Die Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung folgt jedoch einem von der Steuereinheit
vorgegebenen Geschwindigkeitsprofil. So kann ein jeweiliger Bedruckstoff beispielsweise
mit der Transportgeschwindigkeit des vorgelagerten Transportsystems übernommen werden,
nachfolgend zur Synchronisation beschleunigt oder abgebremst werden und vor der Übergabe
an die Rotationsprägewerkzeuge auf die Geschwindigkeit von Matrize und Patrize angepasst
werden. Der Bedruckstoff wird dabei schonend transportiert, Kräfte auf den Bogen in
Transportrichtung gering gehalten und Markierungen durch die Bänder der Transporteinrichtung
vermieden.
[0016] Die Erfindung betrifft weiter auch ein Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung.
Die von dem Mittel zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Matrize und der
Position der Stempel der Matrize, dem Sensor zur Bestimmung der Position eines transportierten
Bedruckstoffs im Bereich des vorgelagerten Transportsystems und dem Mittel zur Bestimmung
der Transportgeschwindigkeit des Bedruckstoffs im Transportsystem erfassten Daten
werden von der Steuereinrichtung übernommen. Weiter wird die Prägeposition eines Bedruckstoffes
in die Steuereinrichtung eingegeben. Dabei kann es sich beispielsweise um den Abstand
der Vorderkante einer mit einer Prägung zu versehenden Fläche von der Vorderkante
des Bedruckstoffes handeln, welchen der Maschinenbediener über ein allgemein bekanntes
Interface eingibt. Basierend auf diesen Daten berechnet die Steuereinrichtung die
notwendige Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung zur Synchronisierung
des Bedruckstoffs bezüglich seiner Prägeposition relativ zu den Stempeln der Patrize.
Um die notwendige Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung zu erreichen,
wird der Elektromotor der Transporteinrichtung durch die Steuereinrichtung entsprechend
angesteuert.
[0017] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen verwiesen.
[0018] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert werden.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- den Aufbau einer Faltschachtelklebemaschine mit erfindungsgemäßer Rotationsprägeeinrichtung
- Fig. 2a
- eine erfindungsgemäße Rotationsprägeeinrichtung
- Fig. 2b
- eine Detailansicht einer Patrize
- Fig. 2c
- einen Faltschachtelzuschnitt vor dem Prägen
- Fig. 2d
- einen Faltschachtelzuschnitt nach dem Prägen.
[0019] Fig. 1 zeigt eine Faltschachtelklebemaschine 1 mit einer erfindungsgemäßen Rotationsprägeeinrichtung
10. Faltschachtelzuschnitte 2 werden von einem Anleger in Transportrichtung T durch
die Faltschachtelklebemaschine 1 von einem vorgelagerten Transportsystem 3, einer
Transporteinrichtung 13 durch die Rotationsprägeeinrichtung 10 zu einem Ausleger transportiert.
Die Rotationsprägeeinrichtung 10 besitzt eine Patrize 11 und eine Matrize 12 zum Einbringen
von Prägungen in die Faltschachtelzuschnitte 2. Die Faltschachtelzuschnitte 2 werden
mit einer Kartonteilung A, auch als Abschnittslänge bezeichnet, mit der Geschwindigkeit
vF durch das vorgelagerte Transportsystem 3 transportiert und dann an eine Transporteinrichtung
13 übergeben, welche einen jeweiligen Faltschachtelzuschnitt 2 auf die Geschwindigkeit
vT beschleunigt oder abbremst. Diese Geschwindigkeitsänderung bewirkt eine Synchronisation
des Faltschachtelzuschnitts 2 mit den Prägewerkzeugen 11, 12 (siehe auch Fig. 2b-d),
d.h. die in Transportrichtung T gesehen vordere Kante 211 einer mit einer Prägung
22 zu versehenden Fläche an der Position 21 des Bedruckstoffes 2 wird relativ zu dem
oder den beim Prägevorgang zuerst wirksam werdenden Stempeln 111 der Patrize 11 synchronisiert.
Nachfolgend wird dieser Vorgang als Synchronisation des Bedruckstoffs 2 bezüglich
seiner Prägeposition 21 relativ zu den Stempeln 110 der Patrize 11 bezeichnet.
In der Berührungslinie von Patrize 11 und Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs
besitzt die Patrize 11 die Geschwindigkeit vP. In der Berührungslinie von Matrize
12 mit Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs besitzt die Matrize 12 die
Geschwindigkeit vM. Während des Prägevorgangs haben die Geschwindigkeiten von Matrize
vM, Patrize vP und Faltschachtelzuschnitt denselben Betrag, so dass es zu keinen Relativbewegungen
zwischen Werkzeugen 11, 12 und Faltschachtelzuschnitt 2 kommt und damit Markierungen
des Faltschachtelzuschnitts vermieden werden. Dazu müssen Patrize 11 und Matrize 12
relativ zueinander bezüglich ihrer Geschwindigkeit synchronisiert sein. Weiter müssen
Patrize 11 und Matrize 12 relativ zueinander bezüglich ihrer Winkelposition synchronisiert
sein, d.h. es muss sichergestellt sein, dass die Stempel 110 der Patrize 11 in Löcher
der Matrize 12 eintauchen können. Besitzen Patrize 11 und Matrize 12 jeweils einen
eigenen Prägewerkzeugantrieb so erfolgt die Synchronisation bevorzugt elektronisch.
Werden Patrize 11 und Matrize 12 durch einen gemeinsamen Prägewerkzeugantrieb angetrieben,
so erfolgt die Synchronisation mechanisch, beispielsweise durch Kopplung von Patrize
11 und Matrize 12.
[0020] Fig. 2a zeigt die Rotationsprägeeinrichtung 10. Ein Faltschachtelzuschnitt 2 wird
von einem vorgelagerten Transportsystem 3 in Transportrichtung T transportiert. Bevor
der Faltschachtelzuschnitt 2 das vorgelagerte Transportsystem 3 verlässt wird von
einem Sensor 17 die Position des Faltschachtelzuschnitts 2 bestimmt, beispielsweise
durch die Detektion der Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2. Beispielsweise
wird die Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2 detektiert. Im selben Moment wird
durch einen Drehgeber des Transportsystems 16 die Transportgeschwindigkeit der Faltschachtel
im vorgelagerten Transportsystem bestimmt. Die erfassten Informationen werden über
Datenleitungen an eine Steuereinrichtung 18 weitergeleitet. Von dem vorgelagerten
Transportsystem 3 wird der Faltschachtelzuschnitt 2 an eine Transporteinrichtung 13
übergeben. Die Transporteinrichtung 13 besitzt ein oberes Transportband 131 und ein
unteres Transportband 132. Geklemmt zwischen beiden Transportbändern 131, 132 wird
ein Faltschachtelzuschnitt 2 mit der Geschwindigkeit vT weiter transportiert. Angetrieben
werden die Transportbänder 131, 132 durch mindestens einen Elektromotor 14. Dieser
wird durch die Steuereinrichtung 18 angesteuert. Von der Transporteinrichtung 13 wird
ein jeweiliger Faltschachtelzuschnitt 2 an die Rotationswerkzeuge 11, 12 übergeben
und erfährt durch das Zusammenwirken von Patrize 11 und Matrize 12 eine Prägung. Die
Patrize 11 ist mit einem Drehgeber 15 ausgestattet, welcher zur Erfassung der Drehgeschwindigkeit
der Patrize 11 und zur Erfassung der Position der Stempel 110 (in Fig. 2a nicht dargestellt)
der Patrize 11 dient. Die erfassten Informationen werden über eine Datenleitung an
die Steuereinrichtung 18 weitergeleitet. Die Steuereinrichtung 18 ist mit einem Interface
verbunden, über welches der Maschinenbediener die Prägeposition 21 auf einem Faltschachtelzuschnitt
2 eingeben kann. Basierend auf den bereitgestellten Informationen berechnet die Steuereinrichtung
18 die Sollgeschwindigkeit der Faltschachtel in der Transporteinrichtung so, dass
durch die Transporteinrichtung 13 eine Synchronisation des Faltschachtelzuschnitts
2 relativ zu den Prägewerkzeugen 11, 12 erfolgt.
[0021] In einer alternativen Ausführungsform, welche nicht dargestellt ist, kann sich an
der Position des vorgelagerten Transportsystems 3 alternativ ein Anleger zum Anlegen
von Faltschachtelzuschnitten 2 befinden. Integriert in den Anleger sind dann ebenfalls
ein Sensor 17 und ein Mittel zur Bestimmung der Übergabegeschwindigkeit der Faltschachtelzuschnitte
2 vom Anleger an die Transporteinrichtung 13, analog dem Drehgeber des Transportsystems
16. Die Synchronisation von Prägeposition 21 des Faltschachtelzuschnitts 2 relativ
zu den Stempeln 110 der Patrize 11 erfolgt dabei wie oben beschrieben. An die Rotationsprägeeinrichtung
10 können sich entweder weitere Bearbeitungsstationen mit einem nachfolgenden Ausleger
oder direkt ein Ausleger anschließen.
[0022] In einer weitem nicht dargestellten alternativen Ausführungsform verfügt die Transporteinrichtung
13 über einen Sensor, welcher die Position eines durch die Förderbänder 131 und 132
transportierten Faltschachtelzuschnitts 2 detektiert, beispielsweise durch die Detektion
der Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2. Die Geschwindigkeit des Faltschachtelzuschnitts
2 zum Zeitpunkt der Detektion entspricht der Geschwindigkeit der Förderbänder 131,
132 und ist durch die Ansteuerung des Elektromotors 14 bestimmt und somit bekannt.
Die Position der Stempel 110 der Patrize 11 und die Rotationsgeschwindigkeit der Patrize
11 wird wie oben beschrieben durch einen Drehgeber 15 bestimmt. Diese Informationen
werden jeweils der Steuereinrichtung 18 übermittelt, welche daraus die für die Synchronisation
von Prägeposition 21 des Faltschachtelzuschnitts 2 relativ zu den Stempeln 110 der
Patrize 11 notwendige Beschleunigung der Förderbänder 131 und 132 und damit des Faltschachtelzuschnitts
2 berechnet. Vorteilhaft an dieser Lösung ist, dass alle relevanten Komponenten innerhalb
der Rotationsprägeeinrichtung 10 angeordnet sind und diese als Modul verwendet werden
kann. Damit ist eine Integration in eine Faltschachtelklebemaschine 1 einfach möglich.
[0023] Fig. 2b zeigt ein Detail der Patrize 11, nämlich die Stempel 110 der Patrize. Die
in Rotationsrichtung gesehen vordere Kante 113 wird durch den oder die ersten beim
Prägevorgang wirksam werdenden Stempel 111, die hintere Kante 114 durch den oder die
letzte bei Prägevorgang wirksame Stempel 112 gebildet. Die Matrize 12 (hier nicht
dargestellt) stellt die Negativform der Patrize 11 dar und verfügt über Ausnehmungen,
welche die Stempel 110, 111, 112 der Patrize aufnehmen. In Fig. 2c ist ein Faltschachtelzuschnitt
2 dargestellt, welcher in Transportrichtung T bewegt wird und wobei die Prägeposition
21 einer mit einer Prägung 22 zu versehende Fläche angegeben ist. Die mit einer Prägung
22 zu versehende Fläche wird durch die vordere Kante 211 und die hintere Kante 212
begrenzt. Während des Prägevorgangs wird die Vorderkante der Stempel 113 auf die vordere
Kante der Prägung 211 und die Hinterkante der Stempel 114 auf die hintere Kante der
Prägung 212 abgebildet. Durch die in Fig. 2a dargestellte und obenstehend beschriebene
Rotationsprägeeinrichtung 10 erfolgt eine Synchronisation, d. h. eine Positionierung,
des Faltschachtelzuschnitts 2 mit seiner Prägeposition 21 relativ zu den Stempeln
110 der Patrize 11. Das Ergebnis des Prägevorgangs ist in Fig. 2d dargestellt: Der
Faltschachtelzuschnitt 2 wurde an der ursprünglichen Prägeposition 21 mit einer Prägung
22 versehen.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Faltschachtelklebemaschine
- 2
- Faltschachtelzuschnitt
- 3
- vorgelagertes Transportsystem
- 10
- Rotationsprägeeinrichtung
- 11
- Patrize
- 12
- Matrize
- 13
- Transporteinrichtung
- 14
- Elektromotor
- 15
- Drehgeber Patrize
- 16
- Drehgeber Transportsystem
- 17
- Sensor
- 18
- Steuereinrichtung
- 21
- Prägeposition
- 22
- Prägung
- 110
- Stempel der Patrize
- 111
- erster Stempel
- 112
- letzter Stempel
- 113
- Vorderkante der Stempel
- 114
- Hinterkante der Stempel
- 131
- oberes Transportband
- 132
- unteres Transportband
- 211
- vordere Kante der mit einer Prägung zu versehenden Fläche
- 212
- hintere Kante der mit einer Prägung zu versehenden Fläche
- vP
- Geschwindigkeit Patrize
- vM
- Geschwindigkeit Matrize
- vF
- Geschwindigkeit Faltschachtel im Transportsystem
- vT
- Geschwindigkeit Faltschachtel in der Transporteinrichtung
- A
- Kartonteilung
1. Rotationsprägeeinrichtung (10) mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen, gebildet durch
eine Patrize (11) mit Stempeln (110) und eine Matrize (12), mit mindestens einem Prägewerkzeugantrieb
zum Einbringen von Prägungen (22), insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe (2),
insbesondere Faltschachtelzuschnitte,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) eine Transporteinrichtung (13) zum Transport der
Bedruckstoffe (2) besitzt, welche den Prägewerkzeugen (11, 12) vorgelagert ist und
einen von dem mindestens einen Prägewerkzeugantrieb unabhängigen Antrieb (14) besitzt,
und dass durch eine Änderung der Transportgeschwindigkeit (vT) der Transporteinrichtung
(13) der Bedruckstoff (2) bezüglich seiner Prägeposition (21), hinsichtlich der vorderen
Kante (211) oder der hinteren Kante (212) der mit einer Prägung zu versehenden Fläche,
relativ zu dem ersten (111) oder dem letzten (112) beim Prägevorgang wirksam werdenden
Stempel synchronisiert wird.
2. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Transporteinrichtung (13) der Rotationsprägeeinrichtung (10) ein Transportsystem
(3) vorgelagert ist, welches einen von dem Prägewerkzeugantrieb und dem Antrieb der
Transporteinrichtung unabhängigen Antrieb besitzt.
3. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Antrieb der Transporteinrichtung (13) durch einen Elektromotor (14) gebildet
wird.
4. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) ein Mittel (15) zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit
der Patrize (11) und der Position der Stempel (110) der Patrize (11) besitzt und dass
das vorgelagerte Transportsystem (3) mindestens einen Sensor (17) zur Bestimmung der
Position eines transportierten Bedruckstoffes und ein Mittel (16) zur Bestimmung der
Transportgeschwindigkeit (vF) des Bedruckstoffes (2) besitzt.
5. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei den Mitteln (15, 16) um Drehgeber oder Sensoren handelt.
6. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (15, 16), Sensor (17) und Elektromotor (14) über Datenleitungen mit einer
Steuereinrichtung (18) verbunden sind.
7. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transporteinrichtung (13) ein unteres (132) und ein oberes (131) Transportband
besitzt, zwischen welchen der Bedruckstoff (2) klemmbar ist.
8. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass Prägewerkzeuge (11, 12), Transporteinrichtung (13) und vorgelagertes Transportsystem
(3) mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben werden.
9. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass Prägewerkzeuge (11, 12) und vorgelagertes Transportsystem (3) mit annähernd konstanten
Geschwindigkeiten betrieben werden und dass die Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung
(vT) einem von der Steuereinheit (18) vorgegebenen Geschwindigkeitsprofil folgt.
10. Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 6-9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die von den Mitteln (15, 16) und dem Sensor (17) erfassten Daten von der Steuereinrichtung
(18) übernommen werden, die Prägeposition (21) eines Bedruckstoffes (2) in die Steuereinrichtung
(18) eingegeben wird, die Steuereinrichtung (18) die notwendige Transportgeschwindigkeit
(vT) der Transporteinrichtung (13) zur Synchronisierung des Bedruckstoffes (2) bezüglich
seiner Prägeposition (21) relativ zu den Stempeln (110) der Patrize (11) berechnet
und den Elektromotor (14) der Transporteinrichtung (13) entsprechend ansteuert.
11. Faltschachtelklebemaschine (1) mit einer Rotationsprägeeinrichtung (10) nach einem
der Ansprüche 1 bis 9.