[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Gravur von Druckzylindern
für den Verpackungsdruck und ähnliche Druckanwendungen in einer elektronischen Graviermaschine,
bei dem ein Gravierorgan zu druckende Elemente, insbesondere aus Näpfchen, in den
Druckzylinder graviert, und das Gravierorgan zur flächenhaften Gravur eine Vorschubbewegung
parallel zur Längsachse eines Druckzylinders ausführt, wobei zur Verkürzung der Gravierzeit
dann, wenn ein Druckbild oder Layout für einen jeweiligen Druckzylinder in mindestens
zwei in Axialrichtung nebeneinander liegende Gravierstränge unterteilbar ist, jedem
Gravierstrang ein Gravierorgan zuordbar ist.
[0002] Aus der
DE-C-25 087 34 ist eine elektronische Graviermaschine zur Gravur von Druckzylindern bekannt. Ein
Gravierorgan mit einem durch ein Graviersteuersignal gesteuerten Gravierstichel als
Schneidwerkzeug bewegt sich in axialer Richtung an einem rotierenden Druckzylinder
entlang. Der Gravierstichel schneidet gravierlinienweise in einem Gravurraster angeordnete
Näpfchen in die Mantelfläche des Druckzylinders. Das Graviersteuersignal wird durch
Überlagerung eines periodischen Rastersignals mit Bildsignalwerten gewonnen, welche
die zu gravierenden Tonwerte repräsentieren. Während das Rastersignal eine oszillierende
Hubbewegung des Gravierstichels zur Gravur der in dem Gravurraster angeordneten Näpfchen
bewirkt, bestimmen die Bildsignalwerte entsprechend den zu gravierenden Tonwerten
die geometrischen Abmessungen der Näpfchen. Erfindungsgemäß könnten als Gravierorgane
auch Lasergravierwerkzeuge in Betracht kommen. Statt Tiefdruckzylinder mit Näpfchen
könnten erfindungsgemäß auch zylindrische Flexodruckformen graviert werden.
[0003] Für den Magazindruck werden auf einem Druckzylinder meistens die verschiedenen Druckseiten
eines Druckauftrags auf axial nebeneinander liegenden streifenförmigen Zylinderbereichen,
Gravierstränge genannt, mit jeweils einem Gravierorgan gleichzeitig graviert.
[0004] Für den Verpackungsdruck und für ähnliche Druckanwendungen wie zum Beispiel den Dekor-
oder Tapetendruck ist es jedoch, wie zum Beispiel aus der
DE 199 47 397 A1 bekannt, gängige Praxis, einen Druckzylinder in einem Gravierstrang mit nur einem
Gravierorgan zu gravieren. Diese Vorgehensweise hat jedoch den Nachteil, dass sich
bei der Gravur von großen, insbesondere langen Druckzylindern lange Gravierzeiten
ergeben, die bis zu mehrere Stunden betragen können. Der Vorteil besteht demgegenüber
darin, dass keine sichtbaren Nahtstellen im Gravurbild entstehen, für die das menschliche
Auge sehr empfindlich ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Gravur von Druckzylinder für den Verpackungsdruck und ähnliche Druckanwendungen derart
zu verbessern, dass die zur Gravur der Druckzylinder benötigten Zeiten verkürzt werden,
ohne dass sichtbare Nahtstellen im Gravurbild entstehen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass von der zur Gravur des jeweiligen
Druckzylinders vorgesehenen Graviermaschine oder einer dieser zugeordneten oder zuordbaren
elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung wenigstens eine Stranggrenze zwischen
Graviersträngen in wenigstens einen ungraviert bleibenden Weißbereich zwischen zu
druckende Elemente selbsttätig gelegt wird.
[0007] In der
DE 100 10 904 A1 ist schon grundsätzlich vorgeschlagen worden, auch für den Verpackungsdruck vorhandene
Weißbereiche für eine Naht zwischen den Gravurbereichen zweier Gravierorgane zu nutzen,
was dort jedoch noch in umständlicher Weise manuell erfolgen sollte. Ökonomisch wird
diese grundsätzliche Idee erst durch die vorliegende Erfindung, bei der die Graviermaschine
bzw. ihre Workstation nicht nur die Gravierorgane automatisch positioniert, sondern
auch die Festlegung des Verlaufes einer Stranggrenze nach einer automatischen Abfrage
der vorhandenen Weißbereiche und vorzugsweise nach einer automatischen Überprüfung
der dadurch gegebenen Zeitersparnis automatisch durchführt. Vorzugsweise soll sich
der dabei zu berücksichtigende, jeweilige Weißbereich mindestens in einer Breite einer
Gravierlinie um den Umfang des Druckzylinders erstrecken, jedoch ist es erfindungsgemäß
mit Vorteil auch möglich, über den Umfang und oder die Längserstreckung des Druckzylinders
verteilte, gegebenenfalls auch unterschiedlich breite und / oder lange Weißbereiche
in ökonomischer Weise erfindungsgemäß für eine ökonomischere, zeitsparende Gravur
mit wahlweise mehreren Gravierorganen zu nutzen. Die Gravierorgane können gleicher
oder unterschiedlicher Art sein, insbesondere mechanisch und / oder mit elektromagnetischer
Strahlung arbeiten.
[0008] Mit besonderem Vorteil ist erfindungsgemäß eine automatische Festlegung der Stranggrenze
dadurch möglich, dass eine Schnellvorschubinformation genutzt wird, die für ein schnelleres
Überfahren eines Weißbereiches durch ein Gravierorgan hinterlegt ist. Schnellvorschubinformationen
werden für breitere Weißbereiche hinterlegt, bei denen die Anzahl von Gravierspuren
des Weißbereichs eine vorbestimmte Anzahl übersteigt. Diese Anzahl wird zweckmäßig
so gewählt, dass die durch den Schnellvorschub erzielte Zeiteinsparung den erforderliche
Aufwand für die Festlegung eines Weißbereichs als Schnellvorschubbereich und für die
Erstellung und Hinterlegung der Schnellvorschubinformationen rechtfertigt.
[0009] Informationen über Weißbereiche einer zu gravierenden Form stehen einer Graviermaschine
heute in der Regel bereits vor der Gravur zur Verfügung. Sie dienen bisher zum einen
zur Steuerung des automatischen Überfahrens eines Weißbereiches mit einer höheren
als der Graviergeschwindigkeit zum Zwecke der Gravierzeitersparnis, zum anderen zur
Ermittlung der zu erwartenden Gravierzeit.
[0010] Informationen über Weißbereiche können auf verschiedene Weise ermittelt werden: In
einem Vorstufensystem während der Erzeugung der Gravurdaten, in einem separaten Rechenlauf
auf einer entsprechenden Workstation oder auf der Graviermaschine selber. Das Gravurformat
wird der Graviermaschine dabei explizit durch manuelle Eingabe oder per digitaler
Auftragstasche in einem sogenannten "Jobticket" mitgeteilt. Aus diesen vorgenannten
Angaben ermittelt die Graviermaschine dann erfindungsgemäß selbsttätig die ideale
Stranggrenze zwischen zwei Graviersträngen sowie die Ausbildung bzw. den Verlauf dieser
Gravierstränge.
[0011] Bei eine mit zwei Gravierorganen bestückbaren Graviermaschine wird die Stranggrenze
vorzugsweise in einen in der Mitte des Druckzylinders befindlichen Weißbereich gelegt,
zum Beispiel wenn die Anzahl der nebeneinander auf dem Druckzylinder angeordneten,
durch Weißbereiche bzw. Schnellvorschubbereiche getrennten Gravierelemente gerade
ist und sich dadurch einer der Weißbereiche etwa in der axialen Mitte des Druckzylinders
befindet. Ansonsten wird die Stranggrenze zweckmäßig so nahe wie möglich bei der axialen
Mitte des Druckzylinders angeordnet damit für die Gravur der von den beiden Gravierorganen
zu gravierenden Gravierstränge jeweils etwa dieselbe Zeit benötigt wird.
[0012] Sofern keine geeignete Stranggrenze festzulegen sein sollte bzw. die zu erwartende
Gravurzeitersparnis dem Voreinstellungswert einer minimalen Gravurzeitersparnis unterschritten
würde, wird der Druckzylinder auch erfindungsgemäß vorzugsweise nur mit einem Gravierorgan
graviert. Entsprechend wird also erfindungsgemäß vorzugsweise die Entscheidung, ob
und gegebenenfalls wo eine Stranggrenze festgelegt wird, von der Bedingung abhängig
gemacht, welche Zeitersparnis die Einteilung in Gravierstränge und die Verwendung
mehrerer Gravierorgane tatsächlich ergibt. Diese Zeitersparnis wird zweckmäßig von
der Graviermaschine oder der elektronischen Datenverarbeitung auf der Grundlage der
Gravurdaten, der Informationen über die Weißbereiche bzw. der Schnellvorschubinformationen
berechnet.
[0013] Eine Stranggrenze ist vorzugsweise dann ideal wenn die folgenden drei Bedingungen
erfüllt sind:
- 1. Stranggrenze liegt in einem Weißbereich.
- 2. Die Stranggrenze liegt möglichst nahe zur axialen Mitte der Gravur positioniert.
- 3. Die absolute Gravierzeitersparnis ist größer als ein Wert, der in einer Gerätevoreinstellung
hinterlegt wurde.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann ein Zylinderlayout erfindungsgemäß durch
Positionieren der zu gravierenden Elemente in einer Workstation unter Sichtkontrolle
auf einem Monitor gestaltet werden und in der Gestaltung des Zylinderlayouts die Stranggrenzen
in Erscheinung treten.
[0015] Die Gravierorgane werden bevorzugt vor der Gravur auf durch die Stranggrenzen vorgegebene
axiale Gravierstartpunkte positioniert.
[0016] Für eine Vorrichtung zur Gravur von Druckzylindern für den Verpackungsdruck und ähnliche
Druckanwendungen, in der ein Gravierorgan zu druckende Elemente in Form von Näpfchen
in den Druckzylinder graviert und zur flächenhaften Gravur eine Vorschubbewegung parallel
zur Längsachse eines Druckzylinders ausführt, wobei zur Verkürzung der Gravierzeit
dann, wenn ein Druckbild oder Layout für einen jeweiligen Druckzylinder in mindestens
zwei in Axialrichtung nebeneinander liegende Gravierstränge unterteilbar ist, jedem
Gravierstrang ein Gravierorgan zuordbar ist, die sich in selbständiger Lösung der
gestellten Aufgabe erfindungsgemäß dadurch auszeichnet, dass von der zur Gravur des
jeweiligen Druckzylinders vorgesehenen Graviervorrichtung oder einer dieser zugeordneten
oder zuordbaren elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung wenigstens eine Stranggrenze
zwischen Graviersträngen in wenigstens einen ungraviert bleibenden Weißbereich zwischen
zu druckende Elemente selbsttätig festlegbar sind, wird auch selbständiger Schutz
beansprucht.
[0017] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich zudem bevorzugt dadurch aus, dass
wenigstens zwei Gravierorgane auf unabhängig voneinander in Axialrichtung eines Druckzylinders
bewegbaren Supporten oder Wagen angeordnet sind.
[0018] Dabei können die Gravierorgane oder deren Supporte oder deren Wagen vorzugsweise
mit wenigstens einem Linearantrieb bewegbar werden.
[0019] Die Gravierorgane können, wie bereits im Vorhergehenden erwähnt, insbesondere Gravierstichel
und / oder Lasergravierwerkzeuge aufweisen.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 5 näher erläutert, wobei die
Figuren 1 bis 3 der weiter oben zitierten
DE 100 10 904 A1 entnommen sind. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann im wesentlichen gegenüber dieser
bekannten Vorrichtung äußerlich unverändert bleiben, jedoch ändert sich erfindungsgemäß
das mit dieser Vorrichtung durchzuführende Verfahren erfindungsgemäß und / oder die
mehr interne Ausbildung und / oder Einrichtung der Vorrichtung, insbesondere die Programmierung
oder sonstige Vorbereitung einer Workstation.
Es zeigen:
[0021]
- Fig. 1
- ein prinzipielles Blockschaltbild einer Graviermaschine für Druckzylinder,
- Fig.2
- ein Zylinderlayout mit Layoutbereichen,
- Fig. 3
- ein Beispiel für einen Gravurablauf,
- Fig. 4
- ein erfindungsgemäß mit einer Stranggrenze versehenes Zylinderlayout für einen Verpackungsdruck
und
- Fig. 5
- ein Monitorbild zur erfindungsgemäßen Optimierung der Gravierzeit.
[0022] Fig. 1 zeigt ein prinzipielles Blockschaltbild einer Graviermaschine mit einem Druckzylinder
1, der von einem Zylinderantrieb 2 rotatorisch angetrieben wird.
[0023] Auf dem Druckzylinder 1 soll eine Druckform 3 für den Verpackungsdruck oder ähnliche
Druckanwendungen graviert werden. Die Druckform 3 besteht aus einer Vielzahl von zu
gravierenden Elementen 4, nachfolgend Gravierelemente genannt, deren Zusammenstellung
und Lage innerhalb der Druckform 3 durch ein vor der Gravur erstelltes Zylinderlayout
definiert sind.
[0024] Zur Reduzierung der Gravierzeit wird vorgeschlagen, die Druckform 3 in mehrere, vorzugsweise
im Wesentlichen in Umfangsrichtung verlaufende Gravierstränge, im Ausführungsbeispiel
in zwei Gravierstränge A, B, zu unterteilen und jeden Gravierstrang A, B mit einem
separaten Gravierorgan 5
A, 5
B zu gravieren. Die Unterteilung der Druckform 3 in die Gravierstränge A, B erfolgt
dabei in bevorzugter Weise anhand des Zylinderlayouts automatisch bzw. selbsttätig
durch die Graviermaschine selbst derart, dass die Stranggrenzen zwischen den Gravierelementen
4 verlaufen und ein vorzugsweise jedes Gravierelement 4 eines Gravierstrangs A, B
durch das Gravierorgan 5
A, 5
B des betreffenden Gravierstrangs A, B vollständig graviert wird, um einerseits Gravierzeit
zu sparen und andererseits durch mechanische Toleranzen der Gravierorgane 5 bedingte,
sichtbar Nähte in einem Gravierelement 4 zu vermeiden.
[0025] Die Gravierorgane 5
A, 5
B sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel auf einzelnen Graviersupporten 6
A, 6
B montiert, die auf einem Gravierwagen 7 in Achsrichtung des Druckzylinders 1 auf axiale
Gravierstartpunkte SP
A und SP
B verschiebbar und dort arretierbar sind. Der Gravierwagen 7 ist mittels einer Spindel
8 und eines Gravierwagenantriebs 9 axial an dem Druckzylinder 1 entlang bewegbar,
vorzugsweise könnte stattdessen wenigstens ein Linearantrieb verwendet werden. Die
Graviersupporte 6
A, 6
B können auf dem Gravierwagen 7 mittels manuell betätigter Feinantrieben oder mittels
motorischer Antriebe axial positioniert werden, was ebenfalls durch einen Linearantrieb
oder durch den Linearantrieb erfindungsgemäß auch eleganter erfolgen kann. Der gemeinsame
Gravierwagen 7 kann vorzugsweise entfallen, indem die einzelnen Graviersupporte 6
A, 6
B, beispielsweise über lösbare Mutternsegmente direkt mit der Spindel 8 gekoppelt werden,
und jedenfalls selbst als unabhängige Gravierwagen 7 ausgebildet werden, was die Flexibilität
der erfindungsgemäßen Vorrichtung erhöht, wobei ebenfalls bevorzugt ein oder mehrere
Linearantriebe stattdessen eingesetzt werden könnten.
[0026] Jedes Gravierorgan 5
A, 5
B schneidet mit seinem Gravierstichel oder Laserwerkzeug 10
A, 10
B gravierlinienweise in einem Gravurraster angeordnete Näpfchen oder sonstige druckende
Elemente in die Mantelfläche des rotierenden Druckzylinders 1, während sich der jeweilige
Gravierwagen 7 mit den Gravierorganen 5
A, 5
B axial an dem Druckzylinder 1 entlang bewegt.
[0027] Die Gravur erfolgt beispielsweise auf einzelnen, kreisförmig in Umfangsrichtung um
den Druckzylinder 1 verlaufenden Gravierlinien, wobei der Gravierwagen 7 jeweils nach
der Gravur einer Gravierlinie einen axialen Vorschubschritt zur nächsten Gravierlinie
ausführt. Ein derartiges Gravierverfahren ist beispielsweise in der
US-PS 4,013,829 beschrieben. Alternativ kann die Gravur auch in einer helixförmig um den Druckzylinder
1 verlaufenden Gravierlinie erfolgen. In diesem Fall bewegt sich der Gravierwagen
7 während der Gravur kontinuierlich an dem Druckzylinder 1 entlang.
[0028] Die Gravierstichel 10
A, 10
B der Gravierorgane 5
A, 5
B werden durch Graviersteuersignale GS
A und GS
B gesteuert. Die Graviersteuersignale GS
A und GS
B werden in Gravierverstärkern 11
A, 11
B aus der Überlagerung eines periodischen Rastersignals R auf einer Leitung 12 mit
Bildsignalwerten B
A und B
B auf Leitungen 13
A, 13
B gebildet, welche die Tonwerte der zu gravierenden Näpfchen zwischen "Licht" (Weiß)
und "Tiefe" (Schwarz) repräsentiert. Während das periodische Rastersignal R eine vibrierende
Hubbewegung der Gravierstichel 10A, 10B zur Gravur der in dem Gravurraster angeordneten
Näpfchen bewirkt, bestimmen die Bildsignalwerte B
A und B
B entsprechend den zu gravierenden Tonwerten die geometrischen Abmessungen der gravierten
Näpfchen.
[0029] Die analogen Bildsignale B
A und B
B werden in D/A-Wandlern 14
A, 14
B aus Gravurdaten GD
A und GD
B der zu gravierenden Druckform 3 gewonnen, die in Gravurdatenspeichern 15
A, 15
B gespeichert sind, und aus diesen Gravierlinie für Gravierlinie ausgelesen und den
D/A-Wandlern 14A, 14B über Datenleitungen 16
A, 16
B zugeführt werden. Dabei ist jedem Gravierort für ein Näpfchen im Gravurraster ein
Gravurdatum von mindestens einem Byte zugeordnet, welches unter anderem den zu gravierenden
Tonwert zwischen "Licht" (GD = 161) und "Tiefe" (GD = 1) enthält.
[0030] Die Gravierorte im Gravurraster sind durch Ortskoordinaten (x, y) eines dem Druckzylinder
1 zugeordneten XY-Koordinatensystems definiert, dessen Y-Achse in Umfangsrichtung
des Druckzylinders 1 (Gravierrichtung) und deren X-Achse in Achsrichtung des Druckzylinders
1 (Vorschubrichtung) orientiert sind. Ein mit dem Druckzylinder 1 mechanisch gekoppelter
Positionsgeber 17 erzeugt die y-Ortskoordinaten und der Gravierwagenantrieb 9 die
entsprechenden x-Ortskoordinaten der Gravierorte auf dem Druckzylinder 1. Die Ortskoordinaten
(x, y) werden über Leitungen 18, 19 einem Graviersteuerwerk 20 zugeführt, das die
Gravurabläufe steuert.
[0031] Das Graviersteuerwerk 20 erzeugt aus den Ortskoordinaten (x, y) Leseadressen und
entsprechende Lesetaktfolgen, die über Datenleitungen 21
A, 21
B den Gravurdatenspeichern 15
A, 15
B zugeführt werden. In dem Graviersteuerwerk 20 werden außerdem das Rastersignal R
auf der Leitung 12 und diverse Steuersignale zur Steuerung des Zylinderantriebs 2
und des Gravierwagenantriebs 9 gewonnen.
[0032] Das Zylinderlayout der zu gravierenden Druckform 3 wird beispielsweise von einem
Bediener off-line in einer Workstation 22 durch manuelles Positionieren der Gravierelemente
4 mittels eines Cursors oder durch Eingabe von Positionskoordinaten unter Sichtkontrolle
an einem Kontrollmonitor 23 gestaltet und bildpunktweise in Form von Layoutdaten in
der Workstation 22 gespeichert.
[0033] Bei bzw. nach der Gestaltung des Zylinderlayouts werden erfindungsgemäß auch zwischen
den Gravierelementen 4 verlaufende Stranggrenzen im Zylinderlayout, im Ausführungsbeispiel
eine Stranggrenze, automatisch von der Workstation 22 (siehe dazu auch Fi. 5 und 6)
festgelegt, welche die zu gravierende Druckform 3 in Gravierstränge (A, B) und das
Zylinderlayout in zugehörigen Layoutbereiche unterteilen.
[0034] Bei der Festlegung der Stranggrenzen werden in zweckmäßiger Weise die Abmessungen
des Druckzylinders 1, die möglichen axialen Vorschubwege der Gravierorgane 5
A, 5
B bzw. der mögliche axiale Vorschubweg der Gravierwagens 7 und gegebenenfalls auch
noch der Abstand der Gravierorgane 5
A, 5
B oder Gravierwagen 7 voneinander berücksichtigt. Die festgelegten Stranggrenzen werden
in den Layoutdaten entsprechend markiert.
[0035] Vor oder nach Festlegung der Stranggrenzen werden in der Workstation 22 die zur Gravur
der einzelnen Gravierstränge (A, B) benötigten Gravurdaten GD
A und GD
B Gravierlinie für Gravierlinie aus den Gravurdaten (GD*) der einzelnen Gravierelemente
4 anhand der im Zylinderlayout definierten Layoutbereiche zusammengestellt. Die Gravurdaten
(GD*) der Gravierelemente 4 werden beispielsweise durch Abtastung von Vorlagen mit
einem Scanner und/oder durch Montage der einzelnen Vorlagen in einer Bildverarbeitungsanlage
gewonnen.
[0036] Bei der Erzeugung der Gravurdaten GD einer Gravierlinie werden denjenigen Gravierlinienabschnitten,
die zu Gravierelementen 4 gehören, die Gravurdaten GD dieser Gravierelemente 4 zugeordnet,
während "leeren" Gravierlinienabschnitten W (Fig. 5) beispielsweise den Tonwert "Superweiß"
repräsentierende Gravurdaten (GD > 161) zugeordnet werden, wobei ein Gravierstichel
10
A, 10
B bei der Gravur eines Tonwertes "Superweiß" nicht die Mantelfläche des Druckzylinders
1 berührt und somit kein Näpfchen graviert. Alternativ zur Gravur eines "Superweiß"
bei "leeren" Gravierlinienabschnitten können die Gravierorgane 5
A, 5
B oder die Gravierstichel 10
A, 10
B auch durch geeignete Steuersignale von der Mantelfläche des Druckzylinders 1 abgehoben
werden.
[0037] Die in der Workstation 22 generierten Gravurdaten GD
A und GD
B werden über Datenleitungen 24
A, 24
B in die entsprechenden Gravurdatenspeicher 15
A, 15
B transferiert. Beim Transfer der Gravurdaten GD
A und GD
B werden gleichzeitig Positionsdaten PD, wie beispielsweise die x-Ortskoordinaten der
Gravierstartpunkte SP
A und SP
B in den Graviersträngen A, B, über eine Datenleitung 25 an das Steuerwerk 20 übermittelt
und dort gespeichert.
[0038] Fig. 2 zeigt zur Verdeutlichung ein Zylinderlayout 26, das durch eine Stranggrenze
27 in zwei Layoutbereiche 26
A, 26
B unterteilt ist. Dargestellt ist außerdem eine Gravierlinie 28, die sich aus einem
zu den Gravierelementen 4* gehörenden Gravierlinienabschnitten 28' und aus "leeren"
Gravierlinienabschnitten 28" zusammensetzt.
[0039] Ein Beispiel für einen Gravierablauf wird nachfolgend anhand der Fig. 3 näher erläutert.
[0040] Fig. 3 zeigt ein Beispiel für einen Gravierablauf. Dargestellt ist der Druckzylinder
1 mit der zu gravierenden Druckform 3, die sich aus den Gravierelementen 4 zusammensetzt
und die beiden Gravierstränge A, B, die durch die Stranggrenze 27 voneinander getrennt
sind.
[0041] Zunächst werden die Gravierorgane 5
A, 5
B auf den Gravierstartpunkten SP
A und SP
B der Gravierstränge A, B positioniert. Im dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt
die Positionierung durch axiales Verschieben der Graviersupporte 6
A, 6
B auf dem oder mit den Gravierwagen 7. Die Positionierung der Gravierorgane 5
A, 5
B auf die Gravierstartpunkte SP kann anhand der in der Workstation 22 erzeigten Positionsdaten
PD, gesteuert vom Graviersteuerwerk 20, automatisch erfolgen.
[0042] Nach der Positionierung der Gravierorgane 5
A, 5
B wird die Gravur der Gravierstränge A, B durchgeführt. Die Gravierorgane 5
A, 5
B mit dem festen Abstand d zueinander werden aus der Startstellung in X-Richtung am
Druckzylinder 1 entlang bewegt. Das erste Gravierorgan 5
A graviert den ersten Gravierstrang A vom Gravierstartpunkt SP
A bis zum Punkt P
A1. Das zweite Gravierorgan 5
B graviert den zweiten Gravierstrang B vom Gravierstartpunkt SP
B bis zum Punkt P
B und bewegt sich dabei vom Gravierstartpunkt SP
B bis zum Punkt P
B, während sich das erste Gravierorgan 5
A bei einem festen Abstand d der Gravierorgane 5
A, 5
B voneinander vom Gravierstartpunkt SP
A bis zum Punkt P
A2 bewegt. Durch bevorzugte separate Vorschubantriebe und / oder Steuerungen für die
Gravierorgane 5
A, 5
B kann auf einfache Weise dafür gesorgt werden, dass sich die Gravierorgane ökonomisch
unabhängig voneinander bewegen, gegebenenfalls zeitweilig vielleicht auch einmal eine
Parkposition einnehmen, und auch die Vorschubbewegungen der Gravierorgane 5
A, 5
B mit der Gravur enden.
[0043] In den beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde die Druckform direkt auf den Druckzylinder
graviert. Es liegt im Rahmen der Erfindung die Druckform auch auf Druckplatten zu
gravieren, die auf einen Druckzylinder aufgespannt sind.
[0044] Fig. 4 zeigt ein zweites Beispiel eines Zylinderlayout für den Verpackungsdruck.
Es sind Verpackungsvorderseiten als Elemente 4 vorgesehen. In einem Weißbereich W
zwischen Elementen 4 ist eine Stranggrenze 24 zwischen Stränge A und B gelegt worden.
Die Stranggrenze 24 ist in der axialen Mitte des Zylinderlayouts positioniert worden,
so dass zur Gravur der beiden Gravierstränge A und B beiderseits der Stranggrenze
24 mittels der beiden Gravierorgane 5
A, 5
B von jedem Gravierorgan 5
A bzw. 5
B etwa die gleiche Zeit benötigt wird. Mit Pfeilen S ist angedeuteten worden, dass
in der Graviermaschine für die Weißbereiche W entsprechende Schnellvorschubinformationen
S hinterlegt worden sind, um die Weißbereiche W schnell zu überfahren.
[0045] Fig. 5 zeigt beispielhaft ein Monitorbild zur erfindungsgemäßen Optimierung der Gravierzeit
auf einem Monitor 23. Insbesondere sind auf dem Monitorbild in den Zeile 2 bis 5 die
jeweiligen Gravierzeiten für die Elemente 4 zu erkennen, die sich bei Verwendung eines
einzigen Gravierorgans bzw. bei Verwendung von zwei Gravierorganen 5
A, 5
B in Abhängigkeit von der Positionierung des Stranggrenze 24 ergeben. Wie man sieht,
sind die Zeitunterschiede erheblich, und damit auch die mögliche Zeiteinsparung. Die
Weißbereiche sind in Fig. 5 als grau hinterlegte Bereiche dargestellt, während die
Gravierelemente hell dargestellt sind.
1. Verfahren zur Gravur von Druckzylindern für den Verpackungs-, Dekor- oder Tapetendruck
in einer mit wenigstens zwei Gravierorganen bestückbaren elektronischen Graviermaschine,
wobei jedes Gravierorgan zu druckende Elemente, insbesondere aus Näpfchen, in den
Druckzylinder graviert und zur flächenhaften Gravur eine Vorschubbewegung parallel
zur Längsachse eines Druckzylinders ausführt, wobei zur Verkürzung der Gravierzeit
ein Druckbild oder Layout für einen jeweiligen Druckzylinder in mindestens zwei in
Axialrichtung nebeneinander liegende Gravierstränge unterteilt und jedem Gravierstrang
ein Gravierorgan zugeordnet wird, und wobei von der zur Gravur des jeweiligen Druckzylinders
vorgesehenen Graviermaschine oder einer dieser zugeordneten elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung
wenigstens eine Stranggrenze zwischen Graviersträngen selbsttätig in wenigstens einen
ungraviert bleibenden Weißbereich zwischen den zu druckenden Elementen gelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Weißbereich sich mindestens in einer Breite einer Gravierlinie um den Umfang
des Druckzylinders erstreckt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Festlegung der Stranggrenze eine Schnellvorschubinformation genutzt wird, die
für ein schnelleres Überfahren eines Weißbereiches durch ein Gravierorgan hinterlegt
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die hinterlegte Schnellvorschubinformation ein schnelleres Überfahren eines Weißbereiches
nur dann vorsieht, wenn der Weißbereich eine vorbestimmte Mindestbreite besitzt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Gravurdaten in einem Jobticket hinterlegt werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entscheidung, ob und gegebenenfalls wo eine Stranggrenze festgelegt wird, von
der Bedingung abhängig gemacht wird, welche Zeitersparnis die Einteilung in Gravierstränge
und die Verwendung mehrerer Gravierorgane tatsächlich ergibt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitersparnis berechnet wird, indem die für eine Gravur des Druckzylinders mit
einem einzigen Gravierorgan benötigte Zeit mit der für eine Gravur der nebeneinander
liegenden Gravierstränge mit mehreren Gravierorganen benötigten Zeit verglichen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stranggrenze in einen Weißbereich in oder nahe der axialen Mitte des Druckzylinders
gelegt wird, um das Druckbild oder Layout in zwei in Axialrichtung nebeneinander liegende
Gravierstränge zu unterteilen, und dass die für die Gravur des Druckzylinders mit
einem einzigen Gravierorgan benötigte Zeit mit der für die Gravur der beiden nebeneinander
liegenden Gravierstränge mit zwei Gravierorganen benötigten Zeit verglichen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zylinderlayout durch Positionieren der zu gravierenden Elemente in einer Workstation
unter Sichtkontrolle auf einem Monitor gestaltet wird und in der Gestaltung des Zylinderlayouts
die Stranggrenzen in Erscheinung treten.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das die Gravierorgane vor der Gravur auf durch die Stranggrenzen vorgegebene axiale
Gravierstartpunkte positioniert werden.
11. Vorrichtung zur Gravur von Druckzylindern für den Verpackungs-, Dekor- oder Tapetendruck,
mit einer mit wenigstens zwei Gravierorganen bestückbaren Graviermaschine und einer
elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung, wobei die Gravierorgane imstande sind,
zu druckende Elemente in Form von Näpfchen in den Druckzylinder zu gravieren und zur
flächenhaften Gravur eine Vorschubbewegung parallel zur Längsachse eines Druckzylinders
auszuführen, wobei zur Verkürzung der Gravierzeit ein Druckbild oder Layout für einen
jeweiligen Druckzylinder in mindestens zwei in Axialrichtung nebeneinander liegende
Gravierstränge unterteilbar ist und sich jedem Gravierstrang eines der Gravierorgane
zuordnen lässt, und wobei die Graviermaschine oder die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung
wenigstens eine Stranggrenze zwischen Graviersträngen selbsttätig in wenigstens einen
ungraviert bleibenden Weißbereich zwischen den zu druckenden Elementen legt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Gravierorgane auf unabhängig voneinander in Axialrichtung eines Druckzylinders
bewegbaren Supporten oder Wagen angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravierorgane oder deren Supporte oder deren Wagen mit wenigstens einem Linearantrieb
bewegbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravierorgane Gravierstichel und / oder Lasergravierwerkzeuge aufweisen.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Graviermaschine oder die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung zur Festlegung
der Stranggrenze eine für ein schnelleres Überfahren eines Weißbereiches durch ein
Gravierorgan hinterlegte Schnellvorschubinformation nutzt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Graviermaschine oder die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung die Zeitersparnis
berechnet, die eine Einteilung in Gravierstränge und die Verwendung mehrerer Gravierorgane
tatsächlich ergibt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Graviermaschine oder die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung eine Stranggrenze
festlegt, wenn die berechnete Zeitersparnis eine vorbestimmte Zeitdauer übersteigt.