[0001] Die Erfindung betrifft eine Wickelhülsenanordnung für eine Rollenwickeleinrichtung
mit mindestens einer ersten Wickelhülse und einer in Axialrichtung benachbarten zweiten
Wickelhülse, wobei jede Wickelhülse am Umfang eine Anlagefläche für eine Materialbahn
sowie ein erstes axiales Ende und ein zweites axiales Ende aufweist.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Wickelhülse für eine derartige Wickelhülsenanordnung
und eine Rollenwickeleinrichtung mit einer derartigen Wickelhülsenanordnung.
[0003] Eine Wickelhülsenanordnung mit den dazugehörigen Wickelhülsen dient dazu, eine Materialbahn,
beispielsweise eine Papierbahn, die in Teilbahnen ankommt, zu Teilbahnrollen aufzuwickeln.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer Papierbahn als Beispiel für eine Materialbahn
beschrieben. Sie ist aber auch bei anderen Materialbahnen anwendbar, die auf ähnliche
Weise gehandhabt werden müssen.
[0004] Eine Papierbahn wird in einer relativ großen Breite von bis zu 10 m produziert. Um
für einen späteren Anwender, beispielsweise eine Druckerei, handhabbar zu sein, muss
sie in schmalere Teilbahnen unterteilt werden. Diese Teilbahnen werden dann in einer
Rollenwickeleinrichtung zu Wickelrollen aufgewickelt. Als Kern für eine derartige
Wickelrolle dient eine Wickelhülse.
[0005] Ein weithin verbreiteter Typ für eine Rollenwickeleinrichtung ist ein so genannter
Doppeltragwalzenwickler, bei dem zwei Tragwalzen mit parallelen Achsen benachbart
zueinander angeordnet sind und ein Wickelbett bilden. Bevor der Wickelvorgang startet,
werden die Wickelhülsen axial hintereinander von einer Stirnseite her in das Wickelbett
eingeschoben. Die Papierbahn wird am Umfang der Wickelhülse festgeklebt und zwar in
der Anlagefläche. Wenn sich dann die Tragwalzen an Drehung versetzen, werden die Wickelhülsen
mitgedreht und ziehen dadurch die Papierbahnen auf sich. Nach der ersten Umdrehung
der Wickelhülse wird die Papierbahn nicht mehr unmittelbar auf die Wickelhülse gelegt,
sondern auf die darunter liegende Lage der Papierbahn. Vielfach verwendet man auch
noch eine Andruckwalze, um die sich bildende Wickelrolle in das Wickelbett zu drücken.
[0006] Wenn die Wickelrollen fertig gestellt sind, werden sie aus dem Wickelbett ausgeworfen,
abtransportiert und verpackt. Dies ist bei Wickelrollen, deren axiale Länge in einem
günstigen Verhältnis zum Durchmesser steht, ohne Weiteres möglich. Kritisch wird dies
bei so genannten "Schmalrollen", also Rollen, aus denen später beispielsweise DIN
A4 Bögen hergestellt werden sollen. Diese Schmalrollen sind nach dem Ausstoßen aus
dem Wickelbett schwierig zu handhaben. Man kann zwar mehrere derartige Wickelrollen
gemeinsam verpacken, so dass sich das Verhältnis von axialer Länge zu Durchmesser
wieder verbessert. Auf dem Weg zwischen der Rollenwickeleinrichtung und der Verpackungseinrichtung
bleibt das Problem der Handhabung jedoch bestehen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Schmalrollen einfach handhaben zu können.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Wickelhülsenanordnung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die erste Wickelhülse am ersten Ende einen axial über die Anlagefläche
vorstehenden Fortsatz aufweist, dessen maximaler Außendurchmesser kleiner ist als
der Außendurchmesser der ersten Wickelhülse im Bereich der Anlagefläche und der in
eine Ausnehmung am Ende der zweiten Wickelhülse hineinragt.
[0009] Als Schmalrollen werden im vorliegenden Fall Rollen angesehen, deren axiale Länge
maximal 0,6 m beträgt und deren Durchmesser größer ist als deren axiale Länge.
[0010] Der Fortsatz an der ersten Wickelhülse, der in die Ausnehmung an der zweiten Wickelhülse
eingreift, stellt sicher, dass die beiden Wickelrollen, die auf diesen beiden Wickelhülsen
aufgewickelt sind, beim Wickeln und vor allem auch beim Ausstoßen aus der Wickeleinrichtung
einen Verbund bilden. Dieser Verbund stellt zunächst sicher, dass die beiden Wickelrollen
koaxial miteinander abrollen. Wenn die beiden Wickelrollen koaxial bleiben, sind ihre
Umfangsflächen parallel. Die Gefahr, dass sie auseinander laufen und danach umfallen,
ist vergleichsweise gering. Zusätzliche Maßnahmen, um einen derartigen Verbund herzustellen,
sind im Grunde nicht erforderlich. Die erste Wickelhülse ist mit dem Fortsatz einstückig
ausgebildet, d.h. man benötigt keine Verbindungselemente, um die erste und die zweite
Wickelhülse miteinander zu verbinden. Das Verbinden der beiden Wickelhülsen erfolgt
praktisch automatisch, wenn die Wickelhülsen axial nebeneinander angeordnet und mit
einem axialen Druck beaufschlagt werden. Ein derartiger Druck ist aber ohnehin erforderlich,
um die Wickelhülsenanordnung von der Stirnseite her in das Wickelbett hinein zu fördern.
[0011] Bevorzugterweise weist der Fortsatz mindestens einen radialen Außenvorsprung auf,
der hinter einen radial nach innen ragenden Innenvorsprung in der Ausnehmung greift.
Mit dieser Ausgestaltung erzeugt man eine Sicherung dagegen, dass sich die beiden
Wickelhülsen und später die beiden darauf gebildeten Wickelrollen in Axialrichtung
voneinander trennen. Natürlich ist eine derartige Trennung möglich, wenn man Kräfte
anwendet, die größer sind als beim Handhaben der Wickelrollen beim Ausstoßen aus der
Wickeleinrichtung und beim Transport von der Wickeleinrichtung zur Rollenpackeinrichtung.
Die Gefahr, dass sich die beiden Wickelrollen ungewollt voneinander lösen, ist damit
deutlich verringert.
[0012] Vorzugsweise ist der Außenvorsprung am äußeren axialen Ende des Fortsatzes angeordnet.
Damit kann man die axiale Länge des Fortsatzes in vollem Umfang nutzen, um die beiden
Wickelhülsen miteinander zu verbinden.
[0013] Auch ist von Vorteil, wenn der Innenvorsprung am äußeren axialen Ende der Ausnehmung
angeordnet ist. Auch die Ausnehmung lässt sich dann in voller axialer Länge für die
Verbindung der beiden Wickelrollen nutzen.
[0014] Bevorzugterweise weisen der Außenvorsprung und/oder der Innenvorsprung eine abgeschrägte
Fläche auf, deren Neigung zum axial äußeren Ende gerichtet ist. Die abgeschrägte Fläche,
die als Konusmantelfläche oder Teil einer Konusmantelfläche ausgebildet ist, erleichtert
es, den Fortsatz in die Ausnehmung einzufädeln. Durch die abgeschrägte Fläche kann
man erreichen, dass der Fortsatz mit Außenvorsprung und/oder der Innenvorsprung beim
Zusammenfügen der beiden Wickelhülsen geringfügig komprimiert werden, so dass der
Außenvorsprung hinter dem Innenvorsprung einrastet und eine Verbindung zwischen den
beiden Wickelhülsen gegeben ist, die nicht ohne Weiteres axial gelöst werden kann.
[0015] Vorzugsweise ist der maximale Außendurchmesser des Außenvorsprungs an den maximalen
Innendurchmesser der Ausnehmung angepasst. Damit kann man zusätzlich einen Reibschluss
zwischen dem Außendurchmesser des Außenvorsprungs und dem Innendurchmesser der Ausnehmung
erzeugen, dass der Zusammenhalt zwischen den beiden Wickelhülsen so weiter verbessert
wird.
[0016] Vorzugsweise weist der Fortsatz eine axiale Länge auf, die an die axiale Länge der
Ausnehmung angepasst ist. Die beiden Elemente, die zum Verbinden der beiden Wickelhülsen
verwendet werden, nämlich Fortsatz und Ausnehmung, sind dann so aneinander angepasst,
dass eine Schubbelastung bestmöglich aufgenommen werden kann.
[0017] Vorzugsweise weist der Innenvorsprung eine axiale Länge auf, die kleiner ist als
ein axialer Abstand zwischen dem Außenvorsprung und der Anlagefläche. Damit ist es
möglich, dass der Innenvorsprung zwischen dem Außenvorsprung und dem Bereich der ersten
Wickelhülse einrastet, an dem die Anlagefläche angeordnet ist. Zwischen den beiden
Wickelhülsen ist dann zwar eine kleine axiale Bewegung möglich, bis der Außenvorsprung
in Anlage an den Innenvorsprung kommt. Diese axiale Bewegungsmöglichkeit kann man
aber ausnutzen, um später die beiden Wickelrollen zu trennen.
[0018] Auch ist von Vorteil, wenn der Außenvorsprung eine axiale Länge aufweist, die kleiner
ist als ein axialer Abstand zwischen dem Innenvorsprung und einem axialen Ende der
Ausnehmung. Der Außenvorsprung kann dann hinter dem Innenvorsprung einrasten, wobei
das Gleiche gilt, wie im Hinblick auf den Innenvorsprung oben ausgeführt.
[0019] Vorzugsweise ist die erste Wickelhülse als Rohr mit einer ersten Wandstärke im Bereich
der Anlagefläche ausgebildet und der Fortsatz weist eine zweite Wandstärke auf, die
im Bereich von 25 bis 50 % der ersten Wandstärke ist. Der Fortsatz ist also zum Einen
stabil genug, um die axiale Verbindung zwischen zwei benachbarten Wickelhülsen sicherzustellen.
Andererseits kann er dann, wenn die beiden Wickelhülsen getrennt werden sollen, zerstört
werden, ohne dass übermäßig große Kräfte notwendig sind. Gegebenenfalls kann man die
beiden Wickelrollen ein Stück weit auseinander ziehen und den Fortsatz dann mit Hilfe
einer Sägeschnur durchtrennen.
[0020] Die Aufgabe wird auch durch eine Wickelhülse für eine derartige Wickelhülsenanordnung
gelöst, die am ersten Ende den Fortsatz und am zweiten Ende die Ausnehmung aufweist.
Die Wickelhülsenanordnung kann dann aus gleich aufgebauten Wickelhülsen gebildet sein,
die einfach in Axialrichtung hintereinander angeordnet werden. Beim Einschieben oder
vor dem Einschieben der Wickelhülsenanordnung in das Wickelbett werden die Fortsätze
in die Ausnehmungen der jeweils benachbarten Wickelhülsen eingeschoben, um den gewünschten
Verbund zu erzielen.
[0021] Die Aufgabe wird auch durch eine Rollenwickeleinrichtung mit einer Wickelhülsenanordnung
gelöst, wie sie oben beschrieben ist. Wenn die Rollenwickeleinrichtung startet, dann
liegt die Wickelhülsenanordnung im Wickelbett als Verbund. Dieser Verbund bleibt auch
aufrecht erhalten, wenn die Rollenwickeleinrichtung startet und die Teilbahnen zu
Wickelrollen aufwickelt. Gegebenenfalls kann man bei einer derartigen Rollenwickeleinrichtung
im Vorhinein bei einigen ersten Wickelhülsen den Fortsatz entfernen oder sogar Wickelhülsen
ohne Fortsatz verwenden, wenn man nur eine beschränkte Anzahl von Wickelrollen als
Verbund zusammenfassen möchte.
[0022] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- zwei benachbart angeordnete Wickelhülsen vor dem Zusammenstecken; und
- Fig. 2
- eine Wickelhülsenanordnung mit zwei Wickelhülsen und sich darauf aufbauenden Wickelrollen.
[0023] Eine Wickelrollenanordnung 1 weist eine erste Wickelhülse 2 und eine zweite Wickelhülse
3 auf, die in Axialrichtung einander benachbart angeordnet sind. Die Wickelhülse 2
weist am Umfang eine Anlagefläche 4 auf, an der eine Materialbahn zur Anlage gebracht
werden kann, wenn diese Materialbahn zu einer Wickelrolle 5 aufgewickelt werden soll.
Die Wickelhülse 2 ist im Übrigen mit einem durchgehenden, hohlzylindrischen Hohlraum
6 versehen. Die Wickelhülse 2 weist ein erstes axiales Ende auf, das in den Figuren
1 und 2 zu sehen ist. An diesem ersten Ende weist die Wickelhülse 2 einen Fortsatz
7 auf, der in Axialrichtung über die Anlagefläche 4 übersteht. Am axial äußeren Ende
weist der Fortsatz einen radial nach außen vorstehenden Vorsprung 8 auf, der dementsprechend
auch als "Außenvorsprung" bezeichnet wird. Der Außenvorsprung 8 kann in Umfangsrichtung
umlaufend und durchgehend ausgebildet sein. Er kann aber auch Unterbrechungen aufweisen.
[0024] Der Außenvorsprung 8 weist eine konisch abgeschrägte Fläche 9 auf.
[0025] Ferner kann der Fortsatz mehrere in Umfangsrichtung verteilt angeordnete Schlitze
10 aufweisen. Dies ist aber nicht unbedingt erforderlich.
[0026] Der Außenvorsprung 8 weist eine axiale Länge a auf, die eine Größenordnung im Bereich
von 1 bis 3 mm hat. Zwischen dem axial inneren Ende des Außenvorsprungs 8 und der
Anlagefläche ergibt sich ein Abstand b, der eine Größenordnung im Bereich von 2 bis
4 mm hat. Der Abstand b ist um etwa 1 mm größer als die axiale Erstreckung des Außenvorsprungs
8. Die Darstellung in der Zeichnung ist hier nicht maßstäblich.
[0027] Die zweite Wickelhülse 3 weist am Umfang ebenfalls eine Anlagefläche 11 auf, auf
der sich eine Wickelrolle 12 bildet, wenn die Wickelhülse 3 gedreht wird.
[0028] Die Wickelhülse 3 ist als Hohlkörper ausgebildet und umgibt einen Hohlraum 13.
[0029] Die Wickelhülse 3 weist ein erstes Ende auf, das in den Figuren 1 und 2 nicht sichtbar
ist. Dieses erste Ende ist genauso ausgebildet wie das erste Ende der ersten Wickelhülse
2. Es kann auch glatt, also ohne die entsprechende Eingriffsgeometrie ausgebildet
sein, wenn die Wickelhülse eine randständige Position einnimmt oder eine Verbindung
zwischen zwei Wickelhülsen an einer bestimmten Position nicht gewünscht ist.
[0030] Ferner weist die Wickelhülse 3 ein zweites Ende mit einer Ausnehmung 14 auf, deren
Innendurchmesser gegenüber dem Innendurchmesser des Hohlraums 13 vergrößert ist. In
die Ausnehmung 14 ragt ein Innenvorsprung 15 radial hinein. Der Innenvorsprung 15
weist eine konisch abgeschrägte Fläche 16 auf. Auch der Innenvorsprung 15 kann umlaufend
geschlossen sein. Er kann auch in Umlaufrichtung unterbrochen sein, wobei die Unterbrechungen
in diesem Fall vorzugsweise genauso groß sind, wie in Umfangsrichtung zusammenhängende
Bereiche des Außenvorsprungs 8. In diesem Fall sollten die Unterbrechungen des Innenvorsprungs
15 etwa genauso groß sein, wie die verbleibenden Bereiche des Innenvorsprungs 15.
[0031] Der Innenvorsprung 15 weist eine axiale Erstreckung c auf, deren Größe im Bereich
von 1 bis 3 mm liegt. Die Ausnehmung 14 weist zwischen dem Innenvorsprung 15 und einem
axialen Ende 18 eine axiale Erstreckung d auf, deren Größe im Bereich von 2 bis 4
mm liegt. Die Darstellung der Figuren 1 und 2 ist diesbezüglich nicht maßgeblich.
Die Entfernung d ist um etwa 1 mm größer als die axiale Erstreckung c.
[0032] Das axial vordere Ende des Außenvorsprungs 8 stimmt mit seinem Außendurchmesser etwa
mit dem Innendurchmesser des axial äußeren Endes des Innenvorsprungs 15 überein. Zweckmäßigerweise
ist der Außenvorsprung 8 hier mit einem geringfügig kleineren Durchmesser versehen,
so dass die beiden Flächen 9, 16 aneinander zur Anlage gebracht werden können. Bei
zunehmendem axialen Druck federt der Fortsatz 7 dann, gegebenenfalls unterstützt durch
die Schlitze 10, radial nach innen ein, so dass der Außenvorsprung 8 hinter dem Innenvorsprung
15 einrasten kann. Der Abstand d in der Ausnehmung 14 ist dabei größer als die axiale
Erstreckung des Außenvorsprungs a, so dass der Außenvorsprung a in der Ausnehmung
ungehindert nach außen federn kann. In gleicher Weise ist die Erstreckung c des Innenvorsprungs
15 größer als die Entfernung b zwischen dem Außenvorsprung 8 und der Anlagefläche
4, so dass, wie dies in Fig. 2 zu erkennen ist, sowohl für den Außenvorsprung 8 als
auch für den Innenvorsprung 15 genügend Platz zur Verfügung steht. In Fig. 2 sind
die Schlitze 10 weggelassen. Ob die Schlitze 10 erforderlich sind, hängt vom Material
der Wickelhülsen 2, 3 ab.
[0033] Der Außenvorsprung 8 weist einen maximalen Außendurchmesser auf, der an den Innendurchmesser
der Ausnehmung 14 angepasst ist. Dadurch ergibt sich ein leichter Reibschluss zwischen
dem Außenvorsprung 8 und der Innenfläche der Ausnehmung 14.
[0034] In ähnlicher Weise weist der Innenvorsprung 15 einen Innendurchmesser auf, der an
den Außendurchmesser des Fortsatzes 7 zwischen dem Außenvorsprung 8 und der Anlagefläche
4 angepasst ist. Der Innenvorsprung 15 liegt also, wie in Fig. 2 dargestellt ist,
am Außendurchmesser des Fortsatzes 7 an. Unter Umständen kann es günstig sein, wenn
bei zusammengesteckten Wickelhülsen 2, 3 der Außenvorsprung 8 und/oder der Innenvorsprung
15 noch etwas komprimiert sind, um die Reibkräfte zu erhöhen.
[0035] Der Fortsatz 7 weist außerhalb des Außenvorsprungs 8 eine Wandstärke auf, die eine
Größenordnung im Bereich von 25 bis 50 % der Wandstärke der Wickelhülse 2 im Bereich
der Anlagefläche ist. Dadurch ist einerseits eine ausreichende Stabilität bei der
Handhabung eines Verbunds aus Wickelhülsen 2, 3 sichergestellt. Andererseits ist dieser
Verbund mit noch vertretbaren Kräften auflösbar, wenn dies erforderlich sein sollte.
[0036] Die erste Wickelhülse 2 weist ein zweites Ende auf, das genauso ausgebildet sein
kann, wie das zweite Ende der Wickelhülse 3.
[0037] Vor dem Beginn des Wickelvorgangs werden die beiden Wickelhülsen 2, 3, wie in Fig.
2 dargestellt, miteinander in Eingriff gebracht. Dieser Eingriff erlaubt aufgrund
der Bemaßung der Vorsprünge 8, 15 und der Abstände b, c eine Beweglichkeit in Axialrichtung
von etwa 1 mm. Die beiden Wickelhülsen 2, 3 bilden damit einen relativ stabilen Verbund.
Sie werden gemeinsam gedreht, so dass sich die Wickelrollen 5, 12 bilden können. Nach
dem Fertigstellen der Wickelrollen 5, 12 werden die beiden Wickelrollen (wenn mehrere
derartige Wickelhülsen 2, 3 in den Verbund aufgenommen sind, können natürlich auch
mehrere Wickelrollen in dem Verbund vorhanden sein) gemeinsam ausgestoßen. Sie laufen
aufgrund der Tatsache, dass der Fortsatz 7 in die Ausnehmung 14 eingesteckt ist, zunächst
koaxial zueinander. Die beiden Vorsprünge 8, 15 verhindern, dass sich die beiden Wickelrollen
5, 12 in axialer Richtung trennen. Somit können auch Wickelrollen gehandhabt werden,
bei denen das Verhältnis von Durchmesser zu axialer Länge ungünstig ist. Wenn derartige
Schmalrollen im Verbund laufen, dann neigen sie weniger stark zum Umkippen.
[0038] Wenn man die Wickelrollen 5, 12 letztendlich getrennt voneinander handhaben möchte,
dann reicht es in vielen Fällen aus, sie in axialer Richtung auseinander zu ziehen.
Hierbei werden die beiden Vorsprünge 8, 15 gegebenenfalls zwar beschädigt. Dies ist
aber unkritisch. Es kann auch der Fall auftreten, dass der Fortsatz 7 an irgendeiner
Stelle abreißt oder bricht. Man kann auch die beiden Wickelrollen 5, 12 um den genannten
Millimeter, der sich durch das Spiel des Außenvorsprungs hinter dem Innenvorsprung
ergibt, (oder eine entsprechende Größe) auseinander ziehen, so dass sich ein Spalt
17 ergibt, durch den man eine Sägeschnur oder ein Sägeblatt führen kann, um den Fortsatz
7 durchzusägen.
[0039] Zum Wickeln einer größeren Anzahl von Schmalrollen 5, 12 kann man nun eine entsprechend
große Anzahl von Wickelhülsen 2, 3 axial zu einem Verband zusammenfügen, indem man
den Fortsatz 7 in die Ausnehmung 14 hineinsteckt. Wenn man einen derartigen Verband
unterbrechen möchte, reicht es aus, vor dem axialen Einschieben der Wickelhülsen 2,
3 in das Wickelbett bei einer oder mehreren Wickelhülsen 2 den Fortsatz 7 zu entfernen.
Dies lässt sich einfach dadurch bewerkstelligen, dass der Fortsatz 7 abgesägt wird.
[0040] Die Geometrien an den beiden Enden der Wickelhülsen 2, 3 lassen sich relativ einfach
durch Drehen oder eine andere spanende Fertigung erzeugen. Die Schlitze 10 können,
wenn sie erforderlich sein sollten, einfach eingesägt werden. Hierbei ist es zweckmäßig,
wenn sich jeweils zwei Schlitze 10 diametral gegenüberstehen.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Wickelrollenanordnung
- 2
- Erste Wickelhülse
- 3
- Zweite Wickelhülse
- 4
- Anlagefläche
- 5
- Wickelrolle
- 6
- Hohlraum
- 7
- Fortsatz
- 8
- Vorsprung
- 9
- Fläche
- 10
- Schlitz
- 11
- Anlagefläche
- 12
- Wickelrolle
- 13
- Hohlraum
- 14
- Ausnehmung
- 15
- Innenvorsprung
- 16
- Fläche
- 17
- Spalt
- 18
- Ende
- a
- Länge
- b
- Abstand
- c
- Erstreckung
- d
- Erstreckung
1. Wickelhülsenanordnung für eine Rollenwickeleinrichtung mit mindestens einer ersten
Wickelhülse und einer in Axialrichtung benachbarten zweiten Wickelhülse, wobei jede
Wickelhülse am Umfang eine Anlagefläche für eine Materialbahn sowie ein erstes axiales
Ende und ein zweites axiales Ende aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Wickelhülse (2) am ersten Ende einen axial über die Anlagefläche (4) vorstehenden
Fortsatz (7) aufweist, dessen maximaler Außendurchmesser kleiner ist als der Außendurchmesser
der ersten Wickelhülse (2) im Bereich der Anlagefläche (4) und der in eine Ausnehmung
(14) am zweiten Ende der zweiten Wickelhülse (3) hineinragt.
2. Wickelhülsenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fortsatz (7) mindestens einen radialen Außenvorsprung (8) aufweist, der hinter
einen radial nach innen ragenden Vorsprung (15) in der Ausnehmung (14) greift.
3. Wickelhülsenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Außenvorsprung (8) am äußeren axialen Ende des Fortsatzes (7) angeordnet ist.
4. Wickelhülsenanordnung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Innenvorsprung (15) am äußeren axialen Ende der Ausnehmung angeordnet ist.
5. Wickelhülsenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Außenvorsprung (8) und/oder der Innenvorsprung (15) eine abgeschrägte Fläche
(9, 16) aufweist, deren Neigung zum axial äußeren Ende gerichtet ist.
6. Wickelhülsenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der maximale Außendurchmesser des Außenvorsprungs (8) an den maximalen Innendurchmesser
der Ausnehmung (14) angepasst ist.
7. Wickelhülsenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fortsatz (7) eine axiale Länge aufweist, die an die axiale Länge der Ausnehmung
(14) angepasst ist.
8. Wickelhülsenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Innenvorsprung (15) eine axiale Länge (c) aufweist, die kleiner ist als ein axialer
Abstand (d) zwischen dem Außenvorsprung (8) und der Anlagefläche (4).
9. Wickelhülsenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Außenvorsprung (8) eine axiale Länge (a) aufweist, die kleiner ist als ein axialer
Abstand (d) zwischen dem Innenvorsprung (15) und einem axialen Ende (18) der Ausnehmung
(14).
10. Wickelhülsenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Wickelhülse (2) als Rohr mit einer ersten Wandstärke im Bereich der Anlagefläche
(4) ausgebildet ist und der Fortsatz (7) eine zweite Wandstärke aufweist, die im Bereich
von 25 bis 50 % der ersten Wandstärke ist.
11. Wickelhülse, die in einer Wickelhülsenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
10 verwendbar ist und die am ersten Ende den Fortsatz (7) und am zweiten Ende die
Ausnehmung (14) aufweist.
12. Rollenwickeleinrichtung mit einer Wickelhülsenanordnung (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 10.