[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Streckwerke für Spinnereimaschinen weisen üblicherweise Oberwalzen-Trag- und Belastungsarme
auf, bei denen die Oberwalzen vorzugsweise einzeln mittels federnd elastischer Belastungselemente
belastbar sind. Zum Erlangen günstiger Betriebsbedingungen kann der Belastungsdruck
an den einzelnen Oberwalzen eingestellt und so an die jeweiligen Spinnbedingungen
angepasst werden.
[0003] Ein derartiger Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm ist aus der
DE 42 43 292 C1 bekannt. Der Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm weist Halteeinrichtungen zur Aufnahme
von Oberwalzen auf, wobei die einzelnen Halteeinrichtungen durch Federkräfte einer
Schraubendruckfeder belastet werden, um die Oberwalzen mit einer vorgebbaren Kraft
gegen korrespondierende Unterwalzen des Streckwerkes zu pressen. Die Druckeinstellung
zur Anpassung an verschiedene Belastungsstufen der Oberwalzen an der Halteeinrichtung
erfolgt durch einen zu betätigenden Schaltexzenter, über den die Vorspannung der jeweiligen
Schraubendruckfeder einstellbar ist.
[0004] Als nachteilig erweist sich, dass die aus einem zu einer Spirale aufgewickelten Federdraht
gefertigten Schraubendruckfedern fertigungsbedingt trotz des Abschleifens der horizontal
auslaufenden Drahtenden keine ebenen Aufstandsflächen aufweisen. Somit ist es beim
Einbau in das Streckwerk erforderlich, die Schraubendruckfeder gerichtet einzubauen,
um eine Schräglage sowie ein Verkanten der Schraubendruckfeder gegenüber den Aufstandsflächen
der Haltereinrichtung zu vermeiden. Dies führt zu einem entsprechend erhöhtem Aufwand
bei der Montage des Streckwerks.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm
derart weiterzuentwickeln, dass eine Vereinfachung der Montage erreicht wird.
[0006] Dies wird erfindungsgemäß durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Gemäß Anspruch 1 wird vorgeschlagen, dass die Druckfeder als Kunststoffformteil ausgeführt
ist. Ein wesentlicher Vorteil der als Kunststoffformteil ausgeführten Druckfeder besteht
in der vielfältigen Formgebung, die bei der Herstellung der Druckfeder aus Kunststoff
erreichbar ist, wodurch die Druckfeder an den jeweiligen Einbauraum anpassbar ist.
Des Weiteren weist die als Kunststoffformteil ausgebildete Druckfeder gegenüber Federn
aus Metall den Vorteil des geringeren Gewichts, die einfache Herstellbarkeit, vorhandene
Dämpfungseigenschaften des Kunststoffes sowie eine saubere Handhabung auf. Zur Vereinfachung
des Einbaus weist die Druckfeder zwei zueinander parallele Aufstandsflächen auf, die
plan ausgeführt sind und die der Aufnahme der vom Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm
aufgebrachten Druckkräfte dienen.
[0009] Vorzugsweise können die Druckfedern der Oberwalzen unterschiedliche Außenkonturen
aufweisen. Somit können die Druckfedern in einfacher Weise an die räumlichen Gegebenheiten
des Einbauraumes im Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm angepasst werden.
[0010] Des Weiteren können die Druckfedern voneinander abweichende axiale Ausdehnungen aufweisen.
Ebenso können die Druckfedern unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Insbesondere
können die Druckfedern unterschiedliche Elastizitätsmodule aufweisen. Somit lassen
sich die auf Eingangswalze, Mittelwalze oder Ausgangswalze aufzubringenden Druckkräfte
variabel voreinstellen. Unterschiedliche axiale Ausdehnungen der Druckfedern lassen
sich bei der Verwendung des gleichen Kunststoffes zur Herstellung der Druckfedern
für die Eingangswalze, Mittelwalze oder Ausgangswalze aufeinander abstimmen, indem
die Höhe oder die Durchmesser der Druckfedern variieren.
[0011] Insbesondere können die Druckfedern zylinderförmig ausgeführt sein. Hierzu können
die Druckfedern einen kreiszylinderförmigen Querschnitt aufweisen, ebenso wie einen
quadratischen oder quaderförmigen Querschnitt.
[0012] Weiterhin können die Druckfedern an ihren Stirnflächen mit Ausnehmungen versehen
sein. Diese dienen der einfachen Anordnung und Befestigung am Oberwalzen-Trag- und
Belastungsarm, indem beispielsweise zylinderförmige Stifte oder Schrauben abschnittsweise
in die Druckfedern hineinragen.
[0013] Alternativ können die Druckfedern auch hohlzylindrisch ausgebildet sein.
[0014] Vorteilhafterweise kann eine oder mehrere der Druckfedern mehrteilig ausgeführt sein.
Hierzu kann die Druckfeder in Belastungsrichtung einen mehrschichtigen Aufbau aufweisen,
der auf der Verwendung von Kunststoffen mit unterschiedlichen Dämpfungscharakteristiken
beruht, die aufeinander aufgesetzt werden und so eine Druckfeder mit bestimmten Dämpfungseigenschaften
bildet.
[0015] Bevorzugt können die Druckfedern jeweils unterschiedliche Farben aufweisen. Die unterschiedliche
Färbung der einzelnen Druckfedern orientiert sich an ihrer Zuordnung zu den Halteinrichtungen
der Eingangswalze, Mittelwalze und Ausgangswalze. Dies vereinfacht bei der Montage
den Einbau von in ihrer Form gleichartigen Druckfedern im Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm.
Die jeweilige Zuordnung der Druckfedern erfolgt an Hand einer festlegbaren Farbkodierung.
[0016] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen darstellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Teilschnittansicht eines Oberwalzen-Trag- und Belastungsarmes;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht einer Druckfeder;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht einer hohlzylindrischen Druckfeder;
- Fig. 4
- eine mehrteilige Druckfeder.
[0018] Die Darstellung in Fig. 1 zeigt eine Teilschnittansicht eines Oberwalzen-Trag- und
Belastungsarmes 1 eines Spinnmaschinen-Streckwerkes mit verstellbaren Belastungselementen
für Oberwalzen 7, 8, 9. Der Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm 1 ist schwenkbar in
einer an einer ortsfesten Tragstange 2 gehaltenen Stütze 3 gelagert und über einen
nicht dargestellten Bedienungshebel betätigbar. Die Belastungselemente umfassen Lenker
4, 5, 6 für die jeweils als Ausgangswalze 7, als Mittelwalze 8 und als Eingangswalze
9 angeordneten Oberwalzen. Die Oberwalzen des Streckwerkes sind als Zwillingswalzen
ausgebildet und mit ihren Achsen in den Aufnahmen der Lenker 4, 5, 6 gelagert. Die
Lenker 4, 5, 6 werden durch federnd elastische Druckfedern 11, 12, 13 in geschlossener
Position des Oberwalzen-Trag- und Belastungsarmes 1 belastet.
[0019] Die Druckfedern 11, 12, 13 bestehen aus Kunststoff und sind im Wesentlichen zylinderförmig
ausgebildet. Die als Kunststoffformteile ausgebildeten Druckfedern 11, 12, 13 weisen
zueinander parallele ebene Aufstandsflächen auf, die einen ungerichteten Einbau in
den Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm 1 ermöglichen. Die Eigenschaften der Druckfedern
11, 12, 13 werden maßgeblich durch den Elastizitätsmodul, also somit durch das Kunststoffmaterial
aus dem sie hergestellt werden, bestimmt. Entsprechend der aufzubringenden Belastung
auf den jeweiligen Lenker 4, 5, 6 können die jeweiligen Druckfedern 11, 12, 13 aus
verschiedenen Kunststoffen bestehen oder voneinander abweichende Konturen, Durchmesser
oder axiale Ausdehnungen in Belastungsrichtung aufweisen.
[0020] Die Darstellung in Fig. 2 zeigt die Druckfeder 13, welche eine im Wesentlichen tonnenförmige
Kontur aufweist. An den Stirnflächen sind Ausnehmungen 15 vorgesehen, die der Aufnahme
von Bolzen oder Schrauben zur Befestigung am Lenker 4 beziehungsweise am Oberwalzen-Trag-
und Belastungsarm 1 dienen.
[0021] Denkbar ist aber auch ein mehrschichtiger Aufbau der Druckfedern 11, 12, 13, wenn
in Belastungsrichtung mehrere Segmente 11a, 11b hintereinander angeordnet werden,
die aus verschiedenen Kunststoffen bestehen und die Druckfedern 11, 12, 13 ausbilden,
wie am Beispiel der Druckfeder 11 in Fig. 4 dargestellt. Um bei gleicher Formgebung
und gleichen Abmessungen der Druckfedern 11, 12, 13 dennoch den richtigen Einbau respektive
die richtige Zuordnung zu den Oberwalzen zu gewährleisten, können die Druckfedern
11, 12, 13 unterschiedliche Farben aufweisen, die die Dämpfungseigenschaften charakterisieren.
[0022] Weiterhin zeigt Fig. 3 eine Schnittansicht einer hohlzylindrischen Druckfeder 12.
Bei dieser Ausführungsform der Druckfeder 12 kann auf die Aufnehmungen 15 verzichtet
werden.
1. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) mit Lenkern (4, 5, 6) zur Aufnahme von Oberwalzen
(7, 8, 9) an einem Streckwerk, wobei den Halteeinrichtungen (4, 5, 6) eine federnd
elastische Druckfeder (11, 12, 13) zur Belastung der zugehörigen Oberwalze (7, 8,
9) zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckfeder (11, 12, 13) als Kunststoffformteil ausgeführt ist.
2. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) der Oberwalzen (7, 8, 9) unterschiedliche Außenkonturen
aufweisen.
3. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) voneinander abweichende axiale Ausdehnungen aufweisen.
4. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) unterschiedliche Durchmesser aufweisen.
5. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) unterschiedliche Elastizitätsmodule aufweisen.
6. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) zylinderförmig ausgeführt sind.
7. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) an ihren Stirnflächen mit Ausnehmungen (15) versehen
sind.
8. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) hohlzylindrisch ausgebildet sind.
9. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere der Druckfedern (11, 12, 13) mehrteilig ausgeführt ist.
10. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfeder (11, 12, 13) in Belastungsrichtung einen mehrschichtigen Aufbau (11a,
11b) aufweist.
11. Oberwalzen-Trag- und Belastungsarm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (11, 12, 13) jeweils unterschiedliche Farben aufweisen.