[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder, insbesondere für ein Einsteckschloss
mit einem in einem Gehäuse drehbaren Kern, mit einem mit dem Kern verbindbaren Schließbart
und mit einem elektronisch aktivierbaren Sperrmechanismus und mit einem Fach zur Aufnahme
einer elektrischen Speicherzelle für den elektronisch aktivierbaren Sperrmechanismus.
[0002] Solche Schließzylinder werden in Türen heutiger Wohn-oder Büroräumen häufig eingesetzt
und sind beispielsweise aus der
EP 1 079 051 B1 bekannt. Bei diesem Schließzylinder ist der elektronisch aktivierbare Sperrmechanismus
im Gehäuse angeordnet und ermöglicht eine wahlweise Blockierung oder Freigabe der
Bewegung des Kerns. Der Kern ist dabei ständig mit dem Schließbart verbunden. Die
Ansteuerung des Sperrmechanismus kann über eine nahezu beliebig gestaltete Zutrittskontrollanlage,
beispielsweise über einen Transponderchip, einen Magnetstreifen oder eine Personenerkennung
erfolgen. Der Schließzylinder ist als Knaufzylinder ausgebildet und weist eine, in
einem der Knaufe angeordnete Batterie als elektrische Speicherzelle auf. Der Raum
für die Batterie ist in dem Knauf jedoch begrenzt, so dass die Batterie bei einem
besonders häufig benutzten Schließzylinder einer stark frequentierten Tür nur eine
sehr kurze Lebensdauer hat.
[0003] Bei einem schlüsselbetätigten Schließzylinder ist die elektrische Speicherzelle in
der Regel in dem Gehäuse angeordnet, dessen Länge von dem Türblatt begrenzt ist, in
dem der Schließzylinder montiert ist. Das Gehäuse weist beispielsweise ein häufig
als Hahnprofil bezeichnetes Normprofil auf, um in die Tür oder das Einsteckschloss
eingeführt zu werden. Hierdurch ist der Bauraum für die elektrische Speicherzelle
besonders stark eingeschränkt, so dass die elektrische Speicherzelle nur eine sehr
begrenzte Anzahl an Betätigungszyklen ermöglicht.
[0004] Daher ist es aus der
EP 1 256 671 A2 bereits bekannt, bei einem schlüsselbetätigten Schließzylinder die elektrische Speicherzelle
in einer den Schließzylinder umgebenden Rosette anzuordnen. Dies erfordert jedoch
einen hohen baulichen Aufwand zur Kontaktierung des meist aus Metall gefertigten Schließzylinders
mit der häufig ebenfalls aus Metall gefertigten Rosette. Die Kontaktierung der Rosette
mit dem Schließzylinder ist zudem störungsanfällig. Zudem erfordert diese Gestaltung
speziell zur Aufnahme der Speicherzelle angepasste Rosetten. Dies wird jedoch als
Störung empfunden, da bei Büro- und Wohnräumen an jedem Schließzylinder die gleiche
Rosette vorgesehen ist.
[0005] Aus der
EP 1 703 042 A1 ist eine Rosette für einen elektromechanischen Schließzylinder bekannt geworden,
bei dem wesentliche Teile der Zugangskontrollelektronik und eine Energiequelle in
der Rosette angeordnet sind. Diese Rosette erfordert ebenfalls eine aufwändige und
störungsanfällige Kontaktierung mit dem Schließzylinder.
[0006] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass er einen möglichst großen Bauraum für den elektrischen
Energiespeicher hat und besonders einfach aufgebaut ist.
[0007] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Gehäuse in einem von
dem Schließbart beabstandeten Bereich eine Profilerweiterung zur Aufnahme der elektrischen
Speicherzelle hat.
[0008] Durch diese Gestaltung kehrt die Erfindung ab von dem Grundsatz, einen einheitlichen
Außenquerschnitt des Gehäuses des Schließzylinders zu erzeugen. Damit erhält der erfindungsgemäße
Schließzylinder Bauraum, um auch besonders große elektrische Speicherzellen einzusetzen.
Der erfindungsgemäße Schließzylinder bildet zusammen mit dem besonders großen elektrischen
Speicherzellen eine vormontierte Einheit, welche gemeinsam an der das Einsteckschloss
aufweisenden Tür montiert werden kann. Eine aufwändige Verbindung des fertig montierten
Schließzylinders mit elektrischen Leitungen eines Stromnetzes oder Kontakten einer
Rosette wird dank der Erfindung vermieden. Der erfindungsgemäße Schließzylinder ist
damit besonders einfach aufgebaut und lässt sich einfach montieren. In der Profilerweiterung
können zudem zusätzliche Elektronikbauteile angeordnet sein.
[0009] Die Montage des erfindungsgemäßen Schließzylinders in einer ein handelsübliches Einsteckschloss
aufweisenden Tür gestaltet sich besonders einfach, wenn das Gehäuse einen sich von
einem Ende bis über den Bereich des Schließbartes erstreckenden Profilabschnitt mit
Normprofil des Einsteckschlosses hat und wenn sich die Profilerweiterung an dem Profilabschnitt
mit dem Normprofil anschließt. Durch diese Gestaltung lässt sich der erfindungsgemäße
Schließzylinder einfach mit dem den Profilabschnitt mit Normprofil aufweisenden Ende
in die Tür und das Einsteckschloss einführen. Das Normprofil ist beispielsweise ein
so genanntes Hahnprofil und ermöglicht eine passgenaue Aufnahme des Schließzylinders
in handelsüblichen Einsteckschlössern. Eine Nacharbeit an dem handelsüblichen Einsteckschloss
ist dank der Erfindung nicht erforderlich. Wenn die Profilerweiterung bis in den Bereich
der Tür hineinragt, wird vor der Montage die Aufnahme in der Tür verbreitert. Alternativ
dazu kann die Profilerweiterung auch auf der Oberfläche des Türblattes aufliegen oder
von einer auf dem Türblatt aufliegenden Blende überdeckt werden. Der erfindungsgemäße
Schließzylinder kann daher auch in Rohrrahmentüren eingesetzt werden.
[0010] Das Gehäuse könnte einstückig gefertigt werden. Der erfindungsgemäße Schließzylinder
ermöglicht jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung eine
einfache Anpassung an den räumlichen Bedarf der elektrischen Speicherzelle, wenn die
Profilerweiterung und der Profilabschnitt mit dem Normprofil aneinander liegende Flansche
für ihre Verbindung aufweisen. Durch diese Gestaltung kann die Profilerweiterung auch
ersetzt werden durch ein Gehäuseteil mit einem kleineren Profil oder einem Normprofil,
wenn nur ein geringer Strombedarf für den Schließmechanismus benötigt wird. Dank der
Erfindung lässt sich der erfindungsgemäße Schließzylinder hierdurch einfach auch in
der Länge auf die Abmessungen des vorgesehenen Einsatzortes anpassen.
[0011] Die Profilerweiterung könnte beispielsweise eine Lagerung des Profilabschnitts mit
dem Normprofil umgreifen. Der erfindungsgemäße Schließzylinder gestaltet sich jedoch
konstruktiv besonders einfach, wenn die Profilerweiterung eine Lagerung für einen
Teilbereich des Kerns aufweist. Hierdurch ist sichergestellt, dass die Profilerweiterung
ein integraler Bestandteil des erfindungsgemäßen Schließzylinders ist und Merkmale
des Gehäuses aufweist. Der erfindungsgemäße Schließzylinder benötigt damit nur besonders
wenige Bauteile.
[0012] Zur Integration von Bauteilen des elektronisch aktivierbaren Sperrmechanismus trägt
es gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn die Profilerweiterung
eine Antenne zum Empfang von Signalen eines Transponders eines zum Schließen berechtigten
Schlüssels hat.
[0013] Die Zusammenstellung des erfindungsgemäßen Schließzylinders auf die vorgesehene Baulänge
gestaltet sich besonders einfach, wenn der Kern ein innerhalb des Profilabschnitts
mit dem Normprofil gelagertes erstes Kernteil und ein innerhalb der Profilerweiterung
gelagertes zweites Kernteil hat und wenn die Kernteile drehfest miteinander verbunden
sind.
[0014] Ein unberechtigter Zugriff auf die elektrische Speicherzelle lässt sich gemäß einer
anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn die Profilerweiterung
eine zur Stirnseite hin weisende Abdeckung zur Überdeckung des Fachs der elektrischen
Speicherzelle hat und wenn die Abdeckung von der der Stirnseite abgewandten Seite
verschraubt ist. Durch diese Gestaltung erfolgt der Zugriff auf die Speicherzelle
nach der Entfernung der Abdeckung. Da die Verschraubung der Abdeckung jedoch nur von
der der Stirnseite abgewandten Seite und damit von der Seite des Einsteckschlosses
her zugänglich ist, ist vor dem Zugriff auf die elektrische Speicherzelle zunächst
der erfindungsgemäße Schließzylinder zu demontieren.
[0015] In der Regel weisen Schließzylinder eine zur Montage an einer Türaußenseite vorgesehene
A-Seite und eine zur Montage an einer Türinnenseite vorgesehene B-Seite auf. Bei solchen
Schließzylindern hat die A-Seite häufig Stahlstifte oder dergleichen als Bohrschutzelemente
zur Verhinderung eines Aufbohrens. Bei eine A- und eine B-Seite aufweisenden Schließzylindern
lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung eine Manipulation
an der elektrischen Speicherzelle einfach vermeiden, wenn die Profilerweiterung auf
einem von Bohrschutzelementen zur Verhinderung eines Aufbohrens abgewandten Ende des
Gehäuses angeordnet ist. Hierdurch ist das Fach mit der elektrischen Speicherzelle
in der B-Seite des Schließzylinders angeordnet. Da diese Seite in der Regel an der
Türinnenseite montiert wird, ist die elektrische Speicherzelle zuverlässig vor niedrigen
Außentemperaturen geschützt.
[0016] Die Montage des erfindungsgemäßen Schließzylinders gestaltet sich besonders einfach,
wenn der das Normprofil aufweisende Profilabschnitt und die Profilerweiterung miteinander
verschraubt, vernietet oder verstiftet sind.
[0017] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- perspektivisch einen erfindungsgemäßen Schließzylinder mit angrenzenden Bauteilen
einer Tür,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schließzylinders aus Figur 1,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Schließzylinder aus Figur 1.
[0018] Figur 1 zeigt einen Schließzylinder 1 mit einem in einem Gehäuse 2 drehbaren Kern
3 und mit einem mit dem Kern 3 verbundenen Schließbart 4. Das Gehäuse 2 weist einen
sich von einem Ende bis über den Bereich des Schließbartes 4 erstreckenden Profilabschnitt
5 mit einem als Hahnprofil ausgebildeten Normprofil und eine am anderem Ende angeordnete
Profilerweiterung 6 auf. Weiterhin ist in der Zeichnung strichpunktiert ein Einsteckschloss
7 und ein Türblatt 8 zur Aufnahme des Einsteckschlosses 7 und des Schließzylinders
1 angedeutet. Der Schließbart 4 des Schließzylinders 1 befindet sich in dem Einsteckschloss
7. Die Enden des Schließzylinders 1 sind von auf dem Türblatt 8 befestigten Blenden
9, 10 umgeben. Der Schließzylinder 1 lässt sich mit dem das Normprofil aufweisenden
Profilabschnitt 5 voran in das Einsteckschloss 7 einführen und in dem Türblatt 8 auf
allgemein bekannte Art verschrauben.
[0019] Figur 2 zeigt zur Verdeutlichung den Schließzylinder 1 aus Figur 1 in einer Ansicht
von dem das Normprofil aufweisenden Profilabschnitt 5. Hierbei ist zu erkennen, dass
die Profilerweiterung 6 des Gehäuses 2 des Schließzylinders 1 den das Normprofil aufweisenden
Profilabschnitt 5 an jeder Stelle überragt.
[0020] Figur 3 zeigt in einer Schnittdarstellung durch den Schließzylinder 1, dass der Kern
3 an seinen Enden jeweils einen Schließkanal 11, 12 zur Einführung eines nicht dargestellten
Schlüssels hat. Hierfür hat der Kern 3 zwei drehfest miteinander verbundene Kernteile
13, 14. Ein elektronisch aktivierbarer Sperrmechanismus 15 ist in dem Gehäuse 2 angeordnet
und erzeugt wahlweise eine Blockierung oder Freigabe der Bewegung des Kerns 3. Neben
dem Sperrmechanismus 15 ist eine Steuerelektronik 16 angeordnet. Diese Steuerelektronik
16 ist mit an den Stirnseiten des Schließzylinders 1 angeordneten Antennen 17, 18
verbunden. Diese Antennen 17, 18 empfangen Signale von Transpondern im Schlüssel.
Anhand der Signale der Transponder ermittelt die Steuerelektronik 16 eine Freigabeberechtigung
zum Schließen des Schließzylinders 1. In der Profilerweiterung 6 ist ein Fach 19 mit
einer elektrischen Speicherzelle 20 angeordnet. Die elektrische Speicherzelle 20 ist
elektrisch mit der Steuerelektronik 16 verbunden und versorgt diese mit elektrischem
Strom. Die Profilerweiterung 6 weist eine Abdeckung 21 für das Fach 19 mit der elektrischen
Speicherzelle 20 auf, welche von der Seite des Schließbartes 4 her mit einer Schraube
22 verschraubt ist. Damit ist die Speicherzelle 20 erst nach der Demontage des Schließzylinders
1 aus dem in Figur 1 dargestellten Türblatt 8 zugänglich.
[0021] Der das Normprofil aufweisende Profilabschnitt 5 und die Profilerweiterung 6 des
Gehäuses 2 weisen jeweils Flansche 23, 24 auf, über die sie miteinander verbunden
sind. Die Profilerweiterung 6 und der das Normprofil aufweisende Profilabschnitt 5
haben jeweils Lagerungen 25, 26 für die Kernteile 13, 14 des Kerns 3. Weiterhin zeigt
Figur 3, dass die Profilerweiterung 6 Bohrungen 27 zur Verstiftung, Verschraubung
oder Vernietung mit dem das Normprofil aufweisenden Profilabschnitt 5 hat. Der das
Normprofil aufweisende Profilabschnitt 5 hat auf seinem, der Profilerweiterung 6 abgewandten
Ende Bohrschutzelemente 28 zum Schutz vor einem Aufbohren.
1. Schließzylinder, insbesondere für ein Einsteckschloss mit einem in einem Gehäuse drehbaren
Kern, mit einem mit dem Kern verbindbaren Schließbart und mit einem elektronisch aktivierbaren
Sperrmechanismus und mit einem Fach zur Aufnahme einer elektrischen Speicherzelle
für den elektronisch aktivierbaren Sperrmechanismus, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) in einem von dem Schließbart (4) beabstandeten Bereich eine Profilerweiterung
(6) zur Aufnahme der elektrischen Speicherzelle (20) hat.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) einen sich von einem Ende bis über den Bereich des Schließbartes
(4) erstreckenden Profilabschnitt (5) mit Normprofil des Einsteckschlosses (7) hat
und dass sich die Profilerweiterung (6) an dem Profilabschnitt (5) mit dem Normprofil
anschließt.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilerweiterung (6) und der Profilabschnitt (5) mit dem Normprofil aneinander
liegende Flansche (23, 24) für ihre Verbindung aufweisen.
4. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilerweiterung (6) eine Lagerung (26) für einen Teilbereich des Kerns (3)
aufweist.
5. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilerweiterung (6) eine Antenne (18) zum Empfang von Signalen eines Transponders
eines zum Schließen berechtigten Schlüssels hat.
6. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (3) ein innerhalb des Profilabschnitts (5) mit dem Normprofil gelagertes
erstes Kernteil (13), und ein innerhalb der Profilerweiterung (6) gelagertes zweites
Kernteil (14) hat und dass die Kernteile (13, 14) drehfest miteinander verbunden sind.
7. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilerweiterung (6) eine zur Stirnseite hin weisende Abdeckung (21) zur Überdeckung
des Fachs (19) der elektrischen Speicherzelle (20) hat und dass die Abdeckung (21)
von der der Stirnseite abgewandten Seite verschraubt ist.
8. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilerweiterung (6) auf einem von Bohrschutzelementen (28) zur Verhinderung
eines Aufbohrens abgewandten Ende des Gehäuses (2) angeordnet ist.
9. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der das Normprofil aufweisende Profilabschnitt (5) und die Profilerweiterung (6)
miteinander verschraubt, vernietet oder verstiftet sind.