[0001] Die vorliegende Erfindung stellt ein Fensteranschlussband zum Abdichten der Fuge
zwischen Gebäudeöffnungsrand und einem Fensterstock oder Fensterrahmen dar. Sie betrifft
das Fachgebiet des Bauwesens, insbesondere Verbindungen von Rahmenbauteilen mit umliegendem
Mauerwerk. Das Fensteranschlussband stellt dabei eine Dampfbremse dar und soll ein
Entstehen und Eindringen von Feuchte in das Mauerwerk oder die umliegende Dämmschicht
verhindern, andererseits aber durch Tauniederschlag gebildete Feuchte sicher aus dem
Fugenbereich austragen und die Wärmedämmung in der Fuge trocken halten. Das Fensteranschlussband
dient dem Abdichten gegen Wasser, Schlagregen, Zugluft und Staub sowie zur Wärme/Kälte-Isolation
und zur Schalldämmung.
Stand der Technik
[0002] Eine Vielzahl von Dichtungs- und Fensterbänder ist am Markt zu finden. Die Grundmaterialien
sind Kautschuk (EPDM) oder Moosgummi, PVC, PTFE, PUR, CR (Zellkautschuk), VMQ (Zellkautschuk),
PE (als Folie oder geschäumt), Silikon, Vinyl und Gummi. Dabei kann zwischen fester,
geschlossenzelliger, gemischtzelliger oder offenzelliger Qualität unterschieden werden.
Daneben sind Dampfsperren in Form von Metallfolienbändern (Aluminiumfolie, Kupferfolie)
im Einsatz.
[0003] Je nach Form unterscheidet man Hohl- und Vollprofilbänder, einseitig offene Leistenprofile
mit oder ohne Schaumstofffüllung. Es gibt Kronenprofilbänder oder Wulstschläuche.
Die Bänder haben unterschiedliche Wasserdampfdiffusionswiderstände. So gibt es diffusionsdichte
Folienbändern oder diffusionsoffene Vinylbänder.
[0004] Die Fixierung erfolgt über Klemmleisten, Dichtleisten, Keder oder durch Kleber. Als
Kleber sind Kautschuk, Gummiharzkleber, Acrylatkleber und Silikonkleber im Einsatz.
Diese werden vor Ort aufgebracht oder sind auf selbstklebenden Bändern bereits appliziert
zum Beispiel durch Kaschieren oder Tränken. Sie können aber auch selbst einen Teil
der Funktion des Bandes darstellen, wie bei bestimmten Butyldichtungsbändern.
[0005] Vliese, Wollfilzpappen, Glasfasernetze oder Kunststoffgitter und Gewebe, beispielsweise
Gazegitter finden als weitere Lage in den Bändern Verwendung um Wasser, Wind und Staub
abzuhalten, Wasserdampf jedoch durch zu lassen oder auch um bessere Haftung für den
Klebstoff zu bieten, Flächentreue zu gewährleisten oder als Putzträger zu dienen.
Die Klebeschicht kann einseitig oder beidseitig aufgetragen sein oder als doppelseitig
wirkender Klebstreifen aufgebracht sein. Darüber hinaus werden manche Dichtungsbänder
vorkomprimiert, um die Volumenbeständigkeit zu verbessern und das Einbringen in Fugen
zu erleichtern.
[0006] Zu erwähnen sind zunächst zwei Gebrauchsmuster
DE 296 05 456 U und
DE 297 15 660 U, welche bandartige Verbindungselemente mit Klebeverbindbarkeit zu den Bauteilen darstellen.
Ersteres dient der Feuchtsperre wobei Butylkautschuk die isolierende und zugleich
klebende Wirkung aufweist. Das zweite Gebrauchsmuster beinhaltet zudem einen dampfdiffusionsoffenen
Abschnitt.
[0007] Ein weiteres diffusionsdichtes Verbindungselement mit auslösbarer Verlängerungsreserve
ist in
DE 101 08 437 vorgestellt, wodurch Beschädigungen an unelastischen Folien bei mechanischen Beanspruchungen
durch Ausdehnungen im Mauerwerk vermieden werden sollen. Dieses ist mit einer zweiten
Folienlage ohne Breitenreserve versehen und weist eine Sollreiß-Stelle auf.
[0008] Ein bandartiges Verbindungselement ist auch in
DE 10 2004 012 473 offenbart. Dieses Verbindungselement weist als Verlängerungsreserve eine elastische
einlagige dampfdiffusionsoffene oder dampfdiffusionsgeschlossene Dehnungsfolie auf
und kann auch als Kombielement geschaffen sein. Dann sind zwei Abschnitte unterschiedlicher
Dampfdiffusionsdichte durch einen mittigen Anhaftbereich verbunden. Dadurch kann ähnlich
wie auch das bandartige Verbindungselement in
EP 1 221 524 A2 eine Abdichtung des Fensterrahmens mit unterschiedlicher Diffusion gegenüber dem
äußeren Mauerwerk und dem Innenraum erreicht werden. In letzterem Dokument ist die
Verlängerungsreserve durch eine Querfaltung (Kellerfaltung) gebildet wodurch ein Streckvorrat
entsteht um Rissbildung zu vermeiden. Der dampfdiffusionsoffene Bandabschnitt ist
mit einem am Längsrand seitlich befindlichem Haftstreifen am äußeren Mauerwerk zu
befestigen und über einen in Bandmitte angebrachten Klebestreifen mit dem Fensterrahmen
verbindbar. Dieser Abschnitt verbindet biegeschlaff Außenwand und Fensterrahmen. Feuchte
durch Wasserdampf wird nach außen geleitet. Gegen Zugluft, Kälte, Wasser, Lärm oder
Staub wirkt dieser Abschnitt aber abdichtend. Ein zweiter Abschnitt dieses bandartigen
Verbindungselementes reicht vom dem Klebestreifen in Bandmitte zum zweiten Längsrand,
wo ebenfalls ein Haftstreifen zum Ankleben an ein inneres Mauerwerk aufgebracht ist.
Dieser zweite Teilbereich ist dampfdiffusionsgeschlossen ausgebildet, wodurch eine
gute Abdichtung der Rauminnenseite erfolgt und kein Wasserdampf in den sensiblen Zwischenbereich
aus dem Innenraum eindringen kann. Schädigung des Mauerwerks aufgrund kondensierenden
Wasserdampfs an kälteren Schichten, daraus resultierender Baufeuchte und Schimmelbildung
wird effektvoll vermieden. Dies gilt jedoch nur für den Fall, dass die Temperatur
und Luftfeuchtigkeit des Innenraumes höher ist als außen, wie es vorwiegend in der
kühleren Jahreszeit der Fall ist. Durch den Einsatz guter Dämmung und Klimaanlagen
wird jedoch in der wärmeren Jahreszeit eine Situation geschaffen, in welcher feuchtschwüle
Außenluft am kühleren Spalt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk kondensiert und die
Feuchtigkeit als Staunässe längere Zeit schädigend auf die Bausubstanz einwirken kann.
Die Reihenfolge der Bandabschnitte müsste je nach Jahreszeit umgekehrt werden, was
aber aufgrund der Verbauung logischerweise nicht geht.
Aufgabe der Erfindung
[0009] Gesucht wurde folglich ein Fensteranschlussband, welches den klimatischen Schwankungen
zwischen den Jahreszeiten aber auch den Tageszeiten, wetterbedingt oder aufgrund unterschiedlicher
Phasen der Fertigung eines Gebäudes (Errichtung, Dämmung, Verputzen, Fenstereinbau,
Abdichtung) entgegenkommt. Wärme soll im Sommer möglichst nicht oder nur langsam eindringen.
Kälte und Zugluft soll vermieden werden, Staub und Nässeeintrag sollen verhindert
werden. Gleichzeitig soll die Entstehung von Tauwasser durch kondensierende Luftfeuchte
aus Wasserdampf von welcher Seite auch immer reduziert werden und Dampf wirkungsvoll
in die Umgebungsluft abgeführt werden.
[0010] Letzteres insbesondere auch bei umgekehrten Bedingungen, wo kalte und trockene Luft
im inneren eines Gebäudes ist, und Wasserdampf auch aus der Fuge in den Innenraum
abgegeben werden darf und soll. Das Fensteranschlussband soll Schäden durch Staufeuchte
und Schimmeibildung verhindern. Gesundheitliche Gefahren durch Pilzsporen sollen unterbunden
werden.
Das Schutzbegehren
[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Fensteranschlussband mit einer Breite von 30mm
bis 1000mm zum Abdichten der Umlauffuge zwischen Gebäudeöffnungsrand und einem Fensterstock
oder Fensterrahmen vorgeschlagen, wobei das Band in Breitenrichtung zwei diffusionsvariable
Zonen aufweist. Dabei sind über die Breite des Bandes mindestens drei Zonen zur Verklebung
vorgesehen.
[0012] Die erste diffusionsvariable Zone beinhaltet flächiges Material, welches je nach
Feuchtigkeitsgehalt diffusionsoffen bis hoch diffusionshemmend wirkt, in der Fuge
gebildet aus Fensterstock bzw. Fensterrrahmen und Mauerwerk auf der dem Innenraum
zugewandten Seite und somit gegenüber dem darin befindlichem Dämm- und Einschäummaterial.
Die zweite diffusionsvariable Zone beinhaltet weiteres flächiges Material mit gleichen
Eigenschaften in derselben Fuge, aber zwischen Fensterstock bzw. Fensterrahmen auf
der dem Außenraum zugewandten Seite.
[0013] Dadurch entsteht eine zweistufige variable Dampfdurchlässigkeit, des fenstertiefen
Spaltes, wobei drei Zonen mit Außenluft, Zwischenluft und Innenluft, unterschiedlicher
Temperatur und Feuchtigkeitsgehaltes durch die diffusionsvariablen Materialien voneinander
getrennt. Verklebungen dienen der Verbindung der Randseiten des Fensteranschlussbandes
mit dem Gebäudeöffnungsrand innen und außen einerseits, und der Verbindung der Verklebungs-Zone
im mittleren Breitenabschnitt mit der Außenseite des Fensterstockes bzw. Fensterrahmens
andererseits.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn die beiden diffusionsvariablen Zonen bei gleicher Temperatur
und Luftfeuchtigkeit dieselbe wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke s
d aufweisen. Dabei ist dessen Wert zweckmäßig durch die verwendeten Materialien und
Zusammensetzung der Bandschichten innerhalb des Bereiches von 0,01m bis 250m eingestellt.
In diesem Fall können die beiden Zonen einen über die gesamte Breite konstanten Aufbau
aufweisen. Auf die mittlere Zone des Bandes kann zusätzlich der Klebestreifen für
die Montage am Fensterstock oder Fensterrahmen fixiert werden.
[0015] Andererseits kann es bei bestimmten Umgebungsbedingungen von Vorteil sein, die beiden
diffusionsvariablen Zonen bei gleicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit unterschiedlicher
wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke s
d1, s
d2 zu gestalten. Die beiden Werte sind durch die unterschiedliche Materialien und/oder
Zusammensetzungen der Breitenabschnitte einer oder mehrerer Bandschichten innerhalb
des Bereiches von 0,01m bis 250m eingestellt.
[0016] Zum Enreichen der gewünschten Dampfdiffusionswiderstandswertebereiche werden die
diffusionsvariablen Zonen aus einer oder mehreren Materiallagen aus Polyolefinen oder
Polyamid, auch kombiniert, gebildet. Das Fensteranschlussband kann an diesen Zonen
mindestens 0,05 mm bis maximal 8 mm dick sein.
[0017] Die diffusionsvariablen Zonen können Vliese aus Polypropylen und/oder Polyester zur
Armierung eingebunden haben. Sie können ein Gewebe vorzugsweise ein Drehergewebe,
Gelege, Geflechte oder Gitter oder im Falle der Verwendung mehrerer Lagen auch Kombinationen
davon zur Stabilisierung beinhalten oder eine Glasarmierung aufweisen.
[0018] Eine feuchteregulierende Folienhaut beispielsweise aus Polyethylencopolymer kann
ebenfalls zur Optimierung der Diffusionsveränderlichkeit dienen.
[0019] Die Klebezonen sind entweder bereits mit einer selbstklebende Schicht und/oder aufkaschierte
Klebestreifen beispielsweise aus Acrylat, Butyl oder Poymerklebstoff versehen, oder
dafür applizierbar gestaltet. Zum Transportschutz der Klebestellen kann ein abzichbarer
Schutzpapierstreifen vorzugsweise ein Silikonpapier zur leicht entfernbaren Abdeckung
derselben aufgebracht sein.
[0020] Zur Lagerung und zu Transportzwecken ist es vorteilhaft das Fensteranschlussband
in Rollenform zu wickeln, wobei verschnittarm jedoch zumindest eine Länge vorhanden
sein muss, welche größer ist als Umfangsweg mindestens eines zu dichtenden Fensterstockes
oder Fensterrahmens. Durch die Wicklung kann zudem mitunter auch die Zahl der Schutzpapierstreifen
reduziert werden.
[0021] Die Erfindung wird anhand beiliegender Figuren näher beschrieben. Es zeigen:
Fig.1 ein Fensteranschlussband nach dem Stand der Technik in der Einbauphase eines Fensters
in eine Gebäudeöffnung und dessen Klebefixierungen am Fensterrahmen und am Mauerwerk
im Schnitt quer zur Längsrichtung des Bandes vor Anbringung von Wärmedämmung und Putz.
Fig.2 zeigt den Querschnitt eines Bandes (in Breitenrichtung) gemäß dem Stand der Technik
vor dem Anbringen an einen Rahmenbauteil.
Fig.3 zeigt das Fensteranschlussband 1 mit zwei diffusionsvariablen Zonen 2,3 und drei mit Klebestreifen versehenden Zonen 4,5,6 in einer typischen Anwendung nach dem Einbau.
Fig.4 zeigt eine einfache Ausführung des Fensteranschlussbandes 1, für eine Anwendung gemäß Fig.3 inn Schnitt vor der Verklebung.
Fig.5 zeigt das Beispiel aus Fig.4 mit Schutzabdeckungen 14 für die Klebestreifen.
Fig.6 zeigt eine Grobdarstellung einer teilentrollten Fensteranschlussbandrolle 16 mit dem Querschnitt aus Fig.5.
Fig.7 bis Fig. 12 zeigen weitere Beispiele möglicher Bandaufbauten insbesondere mögliche Positionen
der Klebestreifen 9 oder Klebeschichten 15.
[0022] Vergleicht man bestehende Lösungen
Fig.1 zur Abdichtung und Verbindung der Fenstereinbaufuge mit der vorgestellten Lösung,
so zeigt sich die Innovation im Wesentlichen in der Kombination der Materialien. Weit
verbreitet sind bandförmige diffusionsdichte Folien (Dampfsperren) aus Metall, welche
auf der Gebäudeinnenseite zum Einsatz kommen. Diese werden mit verschiedenen Klebemitteln
entweder auf der Baustelle vor dem Einbau versehen, oder sie werden schon fertig mit
Klebe-Beschichtungen oder kaschierten Klebestreifen geliefert.
[0023] Daneben existieren diffusionsoffene Bänder aus verschiedenen Vliesen, welche entweder
randseitig selbstklebend sind oder mit Klebemitteln ausgestattet werden. In
Fig.1 und
Fig.2 ist ein Beispiel für eine Kombination aus einem diffusionsoffenem Bandteil
10 und einem diffusionsgeschlossenen Bandteil
11 gemäß dem Stand der Technik gezeigt. Bei ungünstigen Verhältnissen im Sommer dringt
feuchte warme Luft durch die diffusionsoffene Zone in den Spalt ein und kühlt aufgrund
einer künstlichen Klimatisierung des Innenraumes (trockene kühlere Raumluft) ab. dadurch
kondensiert die Luftfeuchte und schädigt die inneren Mauerwerkteile durch kumulierende
Staunässe, ermöglicht infolge Schimmelbildung und somit gesundheitliche Belastungen.
Die gewünschte Diffusionsrichtung vom Mauerwerk zur Außenluft ist nicht in allen Klimaverhältnissen
gegeben. (Das Einbahnprinzip wirkt umgekehrt.)
[0024] Besser ist die Situation bei der erfindungsgemäßen Verwendung von diffusions-variablen
Bandmaterialien sowohl für die raumzugewandte Seite 2 als auch für die der Außenluft
zugewandten Seite
3 gemäß
Fig.3. Eine Diffusion findet umso leichter statt je trockener die jeweilige Folie ist. Im
Winter ist die Außenluft trocken bis mittelfeucht und kalt. Durch die Erwärmung an
der Abdeckbereich
3 trocknet sie noch mehr ab und reduziert auch den Feuchtigkeitsgehalt der dortigen
Dampfbremse, wodurch eine hohe Diffusionsfähigkeit resultiert. Eventuell vorhandene
Feuchte in der Fuge wird wirkungsvoll ausgetragen. Durch die Heizung im Innenraum,
steigt die Luftfeuchte aufgrund Verdunstung von Wasser an Pflanzen und von Schweiß
sowie Atemluft im Winter innen an. Beim Lüften wird mittelfeuchte Luft in den Raum
eingebracht und über die Heizung erwärmt und trocknet dadurch ab. Raumbefeuchter dienen
deshalb häufig um das Raumklima angenehmer zu gestalten. Hat der Innenraum eine mittlere
Feuchte so kann bei Abkühlung an einer schlecht gedämmten Fuge Tau-Nässe gebildet
werden, deshalb wird der Luftaustausch nach innen durch die Zone 2 gedämmt. Die bei
großer Feuchtigkeitszunahme an dieser Stelle verursachte Erhöhung des Wasserdampfdiffusionswiderstandes
wirkt effektiv gegen einem weiteren Eindringen und Kondensieren von Luftfeuchte im
Spaltbereich. Diese Funktionalität war auch durch die herkömmliche Anordnung gemäß
Fig.1 im Winter gegeben.
[0025] Im Sommer oder an lauen Wintertagen kann eine andere Situation eintreten. Feuchte
Außenluft durch schwüle Wettersituation oder regnerisches Wetter diffundiert durch
die diffusionsoffene Außendichtung
10, kühlt dort und kondensiert ungewollt (
Fig.1
.). Wird jedoch eine diffusionsvariable Folie in der Zone
3 eingesetzt, so bewirkt die zunehmende Feuchtigkeit sofort ein Zunehmen des Wasserdampfdiffusionswiderstandes
wodurch weiterer Feuchteeintrag in den Fugenbereich unweigerlich verhindert wird.
Bei hoher Trockenheit aufgrund von Heizung oder Klimaanlagen im Innenraum wird im
Gegensatz zu Dampfbremsen der Einsatz von diffusionsvariablem Material in Zone
2 eine Ausdiffundierung der Feuchte in Richtung zum Innenraum ermöglicht. Je nach klimatischer
Lage und geografischer Ausrichtung können die erforderlichen optimalen Grundwerte
s
d1, s
d2 variieren. Eine diesbezügliche werkseitige Einstellung bringt optimale Verhältnisse.
[0026] Die werkseitigen Parameter sind: die Wasserdampf-Durchlässigkeit bei definierter
Luftfeuchtigkeit, die feuchtevariable Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke bei definierter
Luftfeuchtigkeit und Temperatur, die Abhängigkeitsfunktion, welche eine nichtlineare
Zu/ oder Abnahme des Grundwertes bei Änderung der Luftfeuchte beschreibt.
[0027] Das neue Fensteranschlussband bewirkt bei unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit und
Temperatur unterschiedliche Dampfdurchlässigkeit. Der jeweils trockenere und zumeist
auch niedriger temperiert Bandabschnitt stellt den dampfdiffusionsoffenen Bereich
dar. Der feuchtere Abschnitt und meist auch wärmere Abschnitt stellt den dampfdiffusionshemmenden
Bereich dar.
[0028] In
Fig. 4 ist der Schnitt durch das Fensteranschlussband 1 gezeigt. Die funktionell unterschiedlichen
Zonen
2,3,4,5,6 sind gezeigt. Dabei dienen die Zonen
2,3 der variablen Wasserdampfhemmung mit diffusionsvariablen Materialien
12 und
12' und die Zonen
4,5,6 der Verklebung mit den Bauteilen
7,8 wie in
Fig.3 gezeigt. Mauerwerk oder Gebäudeöffnungsbegrenzung 7 wird mit je einem Klebestreifen
9 auf Zonen
4 und
5 mit dem Bandbreitenrand von Band
1 verbunden, ein weiterer Klebestreifen
9 auf der Zone 6 verbindet den breitseitigen Bandmittenbereich mit dem Rahmen
8 eines Fensters, welcher meist eine Profilvertiefung aufweist.
[0029] Durch Aufbringung von Schutzabdeckungen
14, wie in
Fig. 5 im Schnitt dargestellt wird ein ungewolltes Verkleben bei Lagerung und Transport
vermieden. Die Transportform erfolgt zweckmäßig in Rollenform
16 wie in
Fig.6 verbildlicht. Je nach Anwendungsfall können Bandbereiche in den Zonen 2,3 gleich
oder verschieden gefertigt sein. Das Band kann zumindest eine über die Breite durchgehende
gleiche Schicht aufweisen. Es kann zwei unterschiedliche Abschnitte mit unterschiedlichen
Schichten aufweisen. Maximal vier Schichten der Materialien
12 und
12' können Träger von Klebestreifen oder Klebstoffschichten sein. Ein aufkaschierte Klebstreifen
an der Stosskante zwischen Material 12 und 12' kann zu Überbrückung und Verbindung
dienen (
Fig.4-6).
[0030] Die Möglichkeiten der Bandgestaltung sind vielseitig. Diese kann nach den Bauerfordernissen
optimal erfolgen. So kann das Band getrennt von Klebemitteln angeboten sein, wobei
die zugehörigen Klebezonen
4,5,6 in der Produktbeschreibung oder auf dem Produkt dem Anwender bekannt gemacht werden.
Die Zonen
2-6 können auch identisch ausgeführt sein wenn eine für die Klebung geeignete Oberflächenschicht
das diffusionsvariable Material bilden. Jede der Klebezonen
4,5,6 können mit einem Klebestreifen
9 an der Bandoberseite oder an der Bandunterseite, die Klebezonen
4,5 auch beidseitig mit Klebestreifen versehen sein (
Fig.4,
Fig.7-10).
[0031] Die Klebezonen
4,5,6 können mit einer das Band ganz oder die Breitseite teilweise bedeckenden Klebeschicht
15 an der Bandoberseite oder an der Bandunterseite oder beidseitig versehen sein (
Fig.11-14).
[0032] Es kann eine Seite oder ein Bandbreitenteil eine Klebeschicht aufweisen und die andere
Seite oder die Klebezone in der anderen Bandbreitenhälfte mit mindestens einem Klebeband
versehen sein (
Fig.15-19). Einzelne Klebestreifen oder Klebeschichten können auch weggelassen werden,
wenn Baustellenseitig andere Montagemöglichkeiten existieren.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Fensteranschlussband
- 2
- innere diffusionsvariable Zone
- 3
- äußere diffusionsvariable Zone
- 4
- Klebezone für die Mauerwerk-Innenseite
- 5
- Klebezone für das Mauerwerk-Außenseite
- 6
- Klebezone für den Fensterstock oder Fensterrahmen
- 7
- Mauer bzw. Gebäudeöffnungs-Begenzung
- 8
- Fensterrahmen, Fensterstock
- 9
- Klebestreiffen
- 10
- diffusionsoffenes flexibles Material (Dampfbremse mit niedrigem sd-Wert <0,5m)
- 11
- diffusionsdichtes flexibles Material (Dampfsperre mit hohem sd-Wert > 1500 m, z.B. Aluminiumfolie)
- 12
- feuchtevariables diffusionsoffenes bis diffusionshemmendes Material sd-Wert (0,01 m bis 250m)
- 13
- Dämmschaum (PUR)
- 14
- Schutzpapierstreifen
- 15
- Klebeschicht
- 16
- Fensteranschlussband-Rolle
1. Fensteranschlussband (1) mit einer Breite von 30mm bis 1000mm zum Abdichten der Umlauffuge zwischen Gebäudeöffnungsrand
und einem Fensterstock oder Fensterrahmen dadurch gekennzeichnet, dass das Band in Breitenrichtung eine erste diffusionsvariable Zone (2) aus flächigem Material aufweist, welches in Abhängigkeit seines Feuchtigkeitsgehaltes
diffusionsoffen bis hoch diffusionshemmend wirkt, und eine zweite diffusionsvariable
Zone (3) aufweist, welche aus flächigem Material gebildet ebenfalls in Abhängigkeit seines
Feuchtigkeitsgehaltes diffusionsoffen bis hoch diffusionshemmend wirkt und über die
Breite des Bandes mindestens drei Zonen (4,5,6) zur Verklebung vorgesehen sind, wobei die Klebezone (6) des Bandes vorgesehen ist, eine dauerhafte Klebeverbindung mit dem Fensterstock
oder dem Fensterrahmen herzustellen und die beiden anderen Klebezonen (4,5) dazu vorgesehen sind, eine dauerhafte Klebeverbindung mit dem Gebäudeinnenraum näher
gelegenen Teil des Gebäudeöffnungsrandes einerseits und mit dem der Gebäudeaußenseite
näheren Teil des Gebäudeöffnungsrandes andererseits eine dauerhafte Klebeverbindung
herzustellen.
2. Fensteranschlussband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden diffusions-variablen Zonen (2,3) bei gleicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit dieselbe wasserdampfdiffusions-äquivalente
Luftschichtdicke sd aufweisen, wobei dessen Wert durch die verwendeten Materialien und Zusammensetzung
einer oder mehrerer Bandschichten innerhalb des Bereiches von sd = 0,01m bis sd = 250m eingestellt ist.
3. Fensteranschlussband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden diffusions-variablen Zonen (2,3) bei gleicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit unterschiedliche wasserdampf-diffusionsäquivalente
Luftschichtdicke sd1 und sd2 aufweisen, wobei die beiden Werte durch unterschiedliche Materialien und/oder -Zusammensetzungen
zweier Breitenabschnitte mit einer oder mehreren Bandschichten innerhalb des Bereiches
von sd1,2 = 0,01m bis sd1,2 = 250m eingestellt sind.
4. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandbreitenabschnitte in den diffusionsvariablen Zonen (2,3) eine Stärke von 0,05 mm bis 8 mm aufweisen, und aus einer, mehreren oder kombinierten
Materiallagen aus Polyolefinen oder Polyamid gebildet sind.
5. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsvariablen Zonen ein Vlies aus Polypropylen oder Polyester oder mehrere
Vliese aus Polypropylen, Polyester oder Kombinationen davon zur Armierung beinhalten.
6. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsvariablen Zonen mindestens ein Gewebe, Gelege, Geflecht oder ein Gitter
beinhalten.
7. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsvariablen Zonen mindestens eine Glasarmierung beinhalten.
8. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsvariablen Zonen mindestens eine feuchteregulierende Folienhaut aus
Polyethylen-copolymer beinhalten.
9. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebezonen mit einer selbstklebende Schicht (15) und/oder aufkaschierte Klebestreifen (9) beispielsweise aus Acrylat, Butyl oder Poymerklebstoff versehen sind, welche für
Lagerung und Transport mit einem abziehbaren Schutzpapierstreifen (14) abgedeckt sind.
10. Fensteranschlussband nach einem der Ansprüche von 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Lagerung und Transportzwecken in Rollenform (16) gewickelt eine Länge aufweist, welche größer ist, als der Umfangsweg mindestens
eines Fensterstockes oder Fensterrahmens.