[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung eines Spülprogramms
bei dem mittels einer Umwälzpumpe Spülflüssigkeit in einem Kreislauf zirkuliert, wobei
die Umwälzpumpe mindestens ein hydrodynamisches Gleitlager aufweist. Solche Spülprogramme
werden insbesondere bei Geschirrspülem verwendet.
[0002] Es ist bekannt, bei Geschirrspülem Umwälzpumpen einzusetzen, die ein hydrodynamisch
geschmiertes Gleitlager besitzen. Ein solches Gleitlager ist in den Figuren 1A und
1B dargestellt. Ein Gleitlager 1 umfasst eine meist horizontal angeordnete Lagerhülse
2, in der eine drehbare Welle 3 angeordnet ist. In Figur 1A befindet sich die Welle
3 in einem Betriebszustand, bei dem allseitig ein gewisser Abstand zu der Hülse 2
vorhanden ist und daher nur Flüssigkeitsreibung auftritt. Die Mittelachse M1 der Hülse
2 und die Mittelachse M2 der Welle 3 sind dabei vertikal und horizontal versetzt zueinander
angeordnet.
[0003] Wird die Umwälzpumpe abgeschaltet läuft die Welle 3 auf den Boden der Hülse 2 auf,
wie dies in Figur 1B dargestellt ist. Die Mittelachse M2 der Welle 3 befindet sich
unterhalb der Mittelachse M1 der Hülse 2. Wird die Welle 3 nun bewegt, tritt eine
Reibung zwischen der Welle 3 und der Hülse 2 auf.
[0004] In Figur 2 sind die verschiedenen Reibungszustände im Verhältnis zur Drehzahl der
Welle 3 dargestellt. Aus dem Ruhezustand tritt bei einer Drehung der Welle 3 fast
ausschließlich eine Reibung wie bei trockenlaufähnlichen Zuständen auf, was zu einem
erheblichen Verschleiß führt. Je stärker die Welle 3 gedreht wird, desto größer wird
der Einfluss der Flüssigkeit, die innerhalb der Hülse 2 angeordnet ist. Zunächst tritt
eine Mischreibung auf, bevor bei einer Übergangsdrehzahl n
ü nur noch eine Flüssigkeitsreibung auftritt und keine Trockenreibung mehr. Daher ist
die Reibung im Bereich der Übergangsdrehzahl n
ü sehr gering. Meist wird als Drehzahl für ein hydrodynamisches Gleitlager eine Drehzahl
n
1 verwendet, die höher als die Übergangsdrehzahl n
ü ist, um nicht in den Bereich der Mischreibung zu kommen und somit ein geringer Verschleiß
gewährleistet ist.
[0005] In Figur 3 ist der Ablauf eines Spülprogramms einer Geschirrspülmaschine nach dem
Stand der Technik gezeigt. In einem ersten Programmabschnitt dreht die Umwälzpumpe
mit einer Drehzahl n
1 und fördert somit einen Volumenstrom V
1, so dass zirkulierende Spülflüssigkeit das Geschirr reinigen kann. Nach dem Ende
des ersten Programmabschnittes wird die Umwälzpumpe abgeschaltet und die Spülflüssigkeit
gewechselt. Anschließend wird die Umwälzpumpe mit dem hydrodynamischen Gleitlager
wieder angefahren und ein zweiter Programmabschnitt läuft ab. Dies kann sich mehrfach
wiederholen, bis das Spülprogramm abgeschlossen ist. Durch das häufige Anfahren der
Umwälzpumpe tritt in dem Drehbereich bis zur Übergangsdrehzahl ein gewisser Lagerverschleiß
auf, der die Lebensdauer des Lagers entscheidend beeinflusst. Wenn das Lager der Umwälzpumpe
defekt ist, müssen erhebliche Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden.
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Durchführung eines
Spülprogramms zu schaffen, bei dem der Verschleiß einer Umwälzpumpe mit einem hydrodynamischen
Gleitlager minimiert ist.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß wird bei dem Verfahren zunächst eine Umwälzpumpe auf eine Betriebsdrehzahl
hochgefahren und nach Ablauf eines Programmabschnittes wird die Drehzahl der Umwälzpumpe
auf eine Drehzahl abgesenkt, bei der an dem hydrodynamischen Gleitlager noch eine
Flüssigkeitsreibung vorhanden ist. Bei abgesenkter Drehzahl wird dann ein Wasserwechsel
durchgeführt, bevor die Umwälzpumpe wieder auf eine Betriebsdrehzahl hochgefahren
wird. Diese Schritte können sich so oft wie nötig während eines Spülprogramms wiederholen,
bevor die Umwälzpumpe endgültig abgeschaltet wird. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
entfällt somit das vollständige Herunterfahren der Umwälzpumpe während des Spülprogramms,
da sie nur noch zu Beginn des Spülprogramms hochgefahren und am Ende abgeschaltet
wird. Während des Spülprogramms wird die Umwälzpumpe entweder bei einer Betriebsdrehzahl
zur Förderung einer bestimmten Menge an Spülflüssigkeit oder einer abgesenkten Drehzahl
mit Flüssigkeitsreibung gehalten. Dadurch tritt während des gesamten Spülprogramms
nur zu Beginn und am Ende eine Mischreibung aus Flüssigkeitsreibung und Feststoffreibung
auf, so dass die Lebensdauer des hydrodynamischen Gleitlagers erheblich verlängert
wird. Denn die kritischen Drehzahlbereiche werden nur beim Anfahren und beim Abstellen
durchlaufen und nicht mehr mehrfach während eines Spülprogramms. Dies erhöht die Lebensdauer
der Umwälzpumpe und der Geschirrspülmaschine erheblich.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die Drehzahl der Umwälzpumpe
beim Absenken auf eine Drehzahl kurz oberhalb der Übergangsdrehzahl gehalten, so dass
man sich noch relativ sicher im Bereich der Flüssigkeitsreibung befindet. Beispielsweise
kann die Drehzahl der Umwälzpumpe im abgesenkten Zustand zwischen 2 % bis 10 % über
der Übergangsdrehzahl liegen.
[0010] Beim Absenken kann die geförderte Wassermenge weniger als die Hälfte, vorzugsweise
weniger als 30 % der Wassermenge betragen, die bei Betriebsdrehzahl gefördert wird.
Es ist natürlich auch möglich, dass bei abgesenkter Drehzahl die Spülflüssigkeit nur
gerührt aber nicht gefördert wird. Auch Bypassleitungen können eingesetzt werden,
um eine Förderung von Spülflüssigkeit bei abgesenkter Drehzahl zu vermeiden.
[0011] Für das Betreiben eines Spülprogramms wird die Drehzahl der Umwälzpumpe vorzugsweise
mindestens dreimal abgesenkt. Dadurch kann der Vorteil der Erfindung betreffend die
längere Lebensdauer besonders effektiv genutzt werden.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer graphischen Darstellung noch im Detail
erläutert. Bei den Figuren zeigen:
- Figuren 1A und 1B
- zwei schematische Ansichten eines hydrodynamischen Gleitlagers;
- Figur 2
- eine graphische Darstellung der Reibungszustände bei einer hydrodynamischen Gleitlagerung;
- Figur 3
- eine schematische Ansicht des Ablaufes eines Spülprogramms nach dem Stand der Technik,
und
- Figur 4
- eine schematische Ansicht eines Ablaufes eines Spülprogramms gemäß der Erfindung.
[0013] In Figur 4 ist ein Verfahren zur Durchführung eines Spülprogramms schematisch dargestellt,
wobei die einzelnen Programmabschnitte über die Zeit dargestellt sind. Dabei ist sowohl
die Drehzahl einer Umwälzpumpe zum Zirkulieren von Spülflüssigkeit als auch die geförderte
Menge an Spülflüssigkeit dargestellt, wobei sich Fördermenge und Drehzahl natürlich
proportional zueinander verhalten.
[0014] Zu Beginn eines Spülprogramms wird eine Umwälzpumpe mit mindestens einem hydrodynamischen
Gleitlager auf eine Betriebsdrehzahl n
1 hochgefahren, wodurch ein Volumenstrom V
1 einer Spülflüssigkeit gefördert wird. Nachdem der erste Programmabschnitt beendet
wird, fährt die Umwälzpumpe nur noch eine abgesenkte Drehzahl n
A, die oberhalb einer Übergangsdrehzahl liegt, also im Bereich einer reinen Flüssigkeitsreibung
für das hydrodynamische Gleitlager liegt. Der geförderte Volumenstrom V
A bei abgesenkter Drehzahl kann gegen Null gehen, was bedeutet, dass die verbleibende
Spülflüssigkeit nur gerührt wird, aber keine Zirkulation in einer Geschirrspülmaschine
mehr stattfindet. Es ist natürlich möglich, auch noch einen geringen Volumenstrom
bei abgesenkter Drehzahl zu fördern. Während der abgesenkten Zeit wird die Spülflüssigkeit
gewechselt.
[0015] Anschließend wird in einem zweiten Programmabschnitt die Umwälzpumpe auf eine Betriebsdrehzahl
n
2 gebracht, wodurch der Volumenstrom V
2 gefördert wird. Anschließend wird nach Ablauf des zweiten Programmabschnittes die
Drehzahl der Umwälzpumpe wieder auf eine abgesenkte Drehzahl n
A gefahren, wobei das Anfahren und Absenken der Umwälzpumpe je nach Spülprogramm so
oft vorgenommen werden kann, bis schließlich die Umwälzpumpe abgestellt werden soll.
[0016] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird nach Start des Spülprogramms die Umwälzpumpe
immer oberhalb der Übergangsdrehzahl gefahren, so dass der Verschleiß an dem hydrodynamischen
Gleitlager äußerst gering ist. Während des Wasserwechsels der Spülflüssigkeit wird
die Umwälzpumpe nicht abgeschaltet, sondern nur mit der abgesenkten Drehzahl betrieben,
was den Lagerverschleiß sehr gering hält.
[0017] Die Übergangsdrehzahl n
ü kann je nach Wahl der Reibzahlen der Hülse 2 und der Welle 3 sowie der Lagergeometrie
beeinflusst werden. Die Übergangsdrehzahl n
ü befindet sich vorzugsweise in einem Bereich von 300 bis 500 min
-1, so dass die abgesenkte Drehzahl beispielsweise in einem Bereich von 700 bis 1000
min
-1 liegen kann.
1. Verfahren zur Durchführung eines Spülprogramms bei dem mittels einer Umwälzpumpe Spülflüssigkeit
in einem Kreislauf zirkuliert, wobei die Umwälzpumpe mindestens ein hydrodynamisches
Gleitlager (1) aufweist, mit den folgenden Schritten:
a) Einschalten und Hochfahren der Umwälzpumpe auf eine Betriebsdrehzahl (n1);
b) Absenken der Drehzahl der Umwälzpumpe auf eine Drehzahl (nA), bei der an dem hydrodynamischen Gleitlager noch eine Flüssigkeitsreibung vorhanden
ist;
c) Durchführen eines Wasserwechsels bei abgesenkter Drehzahl;
d) Erhöhen der Drehzahl auf eine Betriebsdrehzahl (n2);
e) Wiederholen der Schritte b) bis d) so oft wie nötig, und
f) Abschalten der Umwälzpumpe.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl der Umwälzpumpe im Schritt b) auf kurz oberhalb der Übergangsdrehzahl
(nü) abgesenkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die geförderte Wassermenge (VA) bei abgesenkter Drehzahl (nA) weniger als die Hälfte, vorzugsweise weniger als 30% als bei der Betriebsdrehzahl
beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Absenken der Drehzahl während eines Spülprogramms mindestens drei Mal erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels der Umwälzpumpe eine Spülflüssigkeit einer Geschirrspülmaschine umgewälzt
wird.