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EP 2 058 622 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.05.2013 Patentblatt 2013/20 |
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Anmeldetag: 10.10.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Wärmeschutzhülle für ein Waffenrohr
Heat jacket for a gun barrel
Enveloppe thermique pour un canon d'arme
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
09.11.2007 DE 102007053949
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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13.05.2009 Patentblatt 2009/20 |
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Patentinhaber: Rheinmetall Waffe Munition GmbH |
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29345 Unterlüss (DE) |
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Erfinder: |
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- Bohnsack, Eckehard, Dr.
29320 Hermannsburg (DE)
- Schlenkert, Gert
40233 Düsseldorf (DE)
- Tekin, Alexander
29229 Celle (DE)
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Vertreter: Dietrich, Barbara |
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Thul Patentanwaltsgesellschaft mbH
Rheinmetall Platz 1 40476 Düsseldorf 40476 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 033 770 DE-A1- 4 400 512 US-A- 4 762 048
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WO-A1-2007/017226 DE-A1- 19 904 417
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Wärmeschutzhülle für ein Waffenrohr, insbesondere für
ein Kanonenrohr, wobei die Wärmeschutzhülle eine das Waffenrohr umgebende Metallhülle
umfasst.
[0002] Waffenrohre, insbesondere lange, schlanke Kanonenrohre, verbiegen sich bei Temperaturunterschieden
an der Oberfläche, was zur Verminderung der Treffgenauigkeit führt. Derartige Temperaturunterschiede
kommen beispielsweise dadurch zustande, dass die Sonne einseitig auf das kalte Waffenrohr
scheint oder kalter Wind ein warmes Rohr einseitig anbläst.
[0003] Zur Vermeidung einer entsprechenden ungleichmäßigen Erwärmung des Waffenrohres ist
es beispielsweise aus der
DE-A-19 18 422 bekannt, das Waffenrohr mit einer Wärmeschutzhülle zu versehen. Diese besteht im
Wesentlichen aus einer das Waffenrohr in geringem Abstand umgebenden Metallhülle.
Dabei dient die ruhende Luftschicht zwischen dem Rohr und der Metallhülle als Wärmeisolator.
[0004] Wie sich in der Praxis allerdings gezeigt hat, bildet sich bei einem warm geschossenen
Waffenrohr zwischen der Rohroberfläche und der Metallhülle eine Luftkonvektion aus,
die dazu führt, dass die Waffenrohrunterseite stärker abkühlt als die Rohroberseite.
Diese Temperaturunterschiede führen zu einem nicht gewünschten Rohrverzug, der durch
den die jeweilige Waffe bedienenden Richtschützen aufwendig kompensiert werden muss.
[0005] Die
DE 199 04 417 A betrifft ein Waffenrohr, welches ein Selenrohr und eine dieses Rohr umschließende
Rohrschutzhülle umfasst. Vorgeschlagen wird eine unsymmetrische Wärmeübertragung vom
Seelenrohr nach außen durch die gezielte Beeinflussung der Übertragungsmechanismen:
Wärmestrahlung, Konvektion und Wärmeleitung, so dass beim Schießen die Temperatur
des Seelenrohres ausgeglichen wird. Durch entsprechende Maßnahmen wird dafür gesorgt,
dass im oberen Rohrbereich gezielt ein höherer Wärmeübertrag vom Seelenrohr nach außen
erfolgt als im unteren Rohrbereich. Dieses wird durch eine exzentrische Anordnung
von Seelenrohr und Rohrschutzhülle zueinander und/oder durch die Einbringung von unsymmetrischen
Zwischenschichten zwischen Seelenrohr und Rohrschutzhülle und/oder andere konstruktive
Maßnahmen zur Erreichung unsymmetrischer Wärmeübertragungen realisiert.
[0006] Die
WO 2007/017226 A1 beschäftigt sich mit einer Kühlanordnung bei Handfeuerwaffen. Hierbei ist die Innenseite
der Wärmeschutzhülle mit einer wärmereflektierenden Beschichtung und / oder die Außenseite
mit einer die Wärmeabgabe erhöhenden Beschichtung versehen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wärmeschutzhülle für Waffenrohre zu
offenbaren, mit der auf einfache und kostengünstige Weise eine ungleichmäßige Erwärmung
der Oberfläche des jeweiligen Waffenrohres innerhalb der Wärmeschutzhülle vermieden
wird.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0009] Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, an der dem unteren Bereich
des Waffenrohres gegenüberliegenden inneren Oberfläche der Metallhülle einen zusätzlichen,
Wärmestrahlen besonders gut reflektierenden Bereich vorzusehen, so dass bei Erwärmung
des Waffenrohres die Temperaturunterschiede zwischen der Ober- und Unterseite des
Waffenrohres mindestens teilweise kompensiert werden.
[0010] Hierzu wird auf der der Unterseite des Waffenrohres zugewandten inneren Oberfläche
der Metallhülle eine mit der Metallhülle kraftschlüssig verbundene und Infrarotlicht
gut reflektierende Reflexionsfolie angeordnet. Die Folie sollte bevorzugt einen Reflexionsgrad
im IR- Bereich (schwarzer Strahler bei ca. 293K) von >/= 80% aufweisen.
[0011] Der beklebte Bereich der Rohrschutzhülle hängt von diversen Randbedingungen ab. Als
besonders vorteilhaft bzw. ausreichend hat sich ergeben, wenn die gesamte untere Hälfte
der Rohrschutzhülle beklebt ist.
[0012] Bereits vorhandene Waffenrohre, welche mit herkömmlichen Wärmeschutzhüllen versehen
sind, können auf einfache Weise umgerüstet werden. Hierzu ist es lediglich erforderlich,
dass die Reflexionsfolien auf die jeweils untere Hälfte der vorhandenen Metallhüllen
aufgeklebt werden.
[0013] Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn es sich bei den Reflexionsfolien
um kunststoffkaschierte Aluminiumfolien handelt. Derartige Folien haben neben guten
Reflexionseigenschaften im Infrarotbereich auch gute Klebe-, Verarbeitungs- und Umweltbeständigkeitseigenschaften.
Bewährt hat sich eine PVC- Kaschierung. Möglich sind aber auch Polyethylen oder Polypropylenkaschierungen,
die eine geringe Dämpfung im benötigten IR- Bereich besitzen.
[0014] Als bevorzugte Materialien der Reflexionsfolie werden Gold und Aluminium favorisiert,
wobei auch andere Metalle möglich sind.
[0015] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig.1
- den Längsschnitt eines Teilbereiches eines Kanonenrohres mit erfindungsgemäßer Wärmeschutzhülle,
- Fig.2
- einen Querschnitt durch die in Fig.1 dargestellte Anordnung entlang der dort mit II-II
bezeichneten Schnittlinie.
[0016] In den Fig.1 und 2 ist mit 1 ein großkalibriges Kanonenrohr eines Panzers bezeichnet,
welches in an sich bekannter Weise von einer Wärmeschutzhülle 2 umgeben ist. Die Wärmeschutzhülle
2 umfasst eine Metallhülle 3 (z.B. aus Aluminium) und eine Wärmestrahlen gut reflektierende
Reflexionsfolie 4.
[0017] Die Reflexionsfolie 4 besteht aus einer kunststoffkaschierten Aluminiumfolie, die
lediglich auf der der Unterseite 5 des Kanonenrohres 1 zugewandten inneren Oberfläche
6 der Metallhülle 3 vorgesehen und mit der Metallhülle 3 verklebt ist.
[0018] Wird nun das Kanonenrohr 1 bestimmungsgemäß verwendet, so beginnt es sich, in Abhängigkeit
von der Schussfolge, zu erwärmen. Die dabei abgegebene Wärmestrahlung (IR-Strahlung)
wird von der Wärmeschutzhülle 2 teilweise reflektiert und gelangt wiederum zur äußeren
Oberfläche des Kanonenrohres 1. Da von der Reflexionsfolie 4 mehr Wärmestrahlung reflektiert
wird als von der restlichen Oberfläche der Metallhülle 3, erfolgt eine Temperaturkompensation
der durch die Luftkonvektion bedingten geringeren Erwärmung der Unterseite 5 des Kanonenrohres
1.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Waffenrohr, Kanonenrohr
- 2
- Wärmeschutzhülle
- 3
- Metallhülle
- 4
- Reflexionsfolie
- 5
- Unterseite
- 6
- innere Oberfläche
1. Wärmeschutzhülle für ein Waffenrohr (1), insbesondere für ein Kanonenrohr, wobei die
Wärmeschutzhülle (2) eine das Waffenrohr (1) umgebende Metallhülle (3) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Unterseite (5) des Waffenrohres (1) zugewandten inneren Oberfläche (6)
der Metallhülle (3) eine mit der Metallhülle (3) kraftschlüssig verbundene und Infrarotlicht
gut reflektierende Reflexionsfolie (4) angeordnet ist.
2. Wärmeschutzhülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Reflexionsfolie (4) um eine kunststoffkaschierte Aluminiumfolie oder
Goldfolie handelt.
3. Wärmeschutzhülle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (4) bevorzugt einen Reflexionsgrad im IR- Bereich (schwarzer Strahler bei
ca. 293K) von >/= 80% aufweist.
4. Wärmeschutzhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Kaschierung um eine PVC- Kaschierung, Polyethylen oder Polypropylenkaschierung
handelt.
5. Wärmeschutzhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte untere Hälfte der Schutzhülle beklebt ist.
1. Heat jacket for a gun barrel (1), especially for a barrel of a cannon, the heat jacket
(2) comprising a metal jacket (3) surrounding the gun barrel (1), characterized in that a reflective film (4) that is frictionally connected to the metal jacket (3) and
is a good reflector of infrared light is arranged on the inner surface (6) of the
metal jacket (3) that is facing the underside (5) of the gun barrel (1).
2. Heat jacket according to Claim 1, characterized in that the reflective film (4) is a plastic-coated aluminium foil or gold foil.
3. Heat jacket according to Claim 1 or 2, characterized in that the film (4) preferably has a reflectance in the IR range (black body at about 293
K) of >/= 80%.
4. Heat jacket according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the coating is a PVC coating, polyethylene or polypropylene coating.
5. Heat jacket according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the entire lower half of the jacket is covered with the film.
1. Enveloppe thermique pour un canon d'arme (1), en particulier pour un tube de canon,
dans laquelle l'enveloppe thermique (2) comprend une enveloppe métallique (3) entourant
le canon d'arme (1), caractérisée en ce qu'un film réfléchissant (4) qui réfléchit bien la lumière infrarouge et qui est assemblé
par force à l'enveloppe métallique (3) est disposé sur la surface intérieure (6) de
l'enveloppe métallique (3) tournée vers le côté inférieur (5) du canon d'arme (1).
2. Enveloppe thermique selon la revendication 1, caractérisée en ce que le film réfléchissant (4) est un film d'aluminium ou un film d'or doublé de matière
plastique.
3. Enveloppe thermique selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le film (4) présente de préférence un degré de réflexion dans le domaine IR (émetteur
noir à environ 293K) ≥ 80 %.
4. Enveloppe thermique selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la doublure est une doublure en PVC, en polyéthylène ou en polypropylène.
5. Enveloppe thermique selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que toute la moitié inférieure de l'enveloppe est collée.

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