[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Nutzung der Abwärme eines
Computersystems mit einer Mehrzahl von Prozessoren.
[0002] Heutige Computersysteme, zum Beispiel die so genannten Serverfarmen, können bereits
bis zu einigen tausend Prozessoren aufweisen. Angesichts einer zunehmenden Nachfrage
an Netzwerkdiensten ist absehbar, dass die Anzahl der Prozessoren in zukünftigen Systemen
weiter steigen wird. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der einzelnen Prozessoren
steigt zudem auch deren Bedarf an elektrischer Leistung. Dieses resultiert zusammengenommen
zum Einen in einem enormen Primärenergiebedarf (Energieverbrauch) großer Computersysteme
und zum Anderen in einer großen anfallenden Wärmemenge, die durch geeignete Kühlvorrichtungen
aus dem Computersystem transportiert werden muss. Häufig wird für den Abtransport
der Wärme aus dem Computersystem weitere Primärenergie benötigt, zum Beispiel durch
den Einsatz von Kompressorklimaanlagen zur Klimatisierung der Räume, in denen das
Computersystem aufgestellt ist. Andererseits ist bekannt, die für das Computersystem
eingesetzte Primärenergie zumindest teilweise wieder zu verwerten, zum Beispiel in
dem die Abwärme über Wärmetauscher in ein Heizungssystem oder ein System zur Warmwasserbereitung
eingekoppelt wird. Unter der Voraussetzung, dass Bedarf an Heizungswärme oder Warmwasser
besteht, kann so der Gesamtenergiebedarf von Computersystem und angrenzendem Bürogebäude
verringert werden.
[0003] US 2005/132724 A1 beschreibt ein Verfahren zur Reduzierung des Energieverbrauchs zur Reduzierung des
Energieverbrauchs in einem Multi-Effekt-Absorptions-System. Das Multi-Effekt-Absorptions-System
weist einen primären Generator für einen primären Desorptionsprozess und einen sekundären
Generator für einen sekundären Desorptionsprozess auf. Bei dem Verfahren wird Wärme
auf den primären Generator von einer primären Wärmequelle für die primäre Desorption
bereitgestellt. Wärme erzeugende Geräte werden mit dem Multi-Effekt-Absorptionssystem
gekühlt, wobei die erzeugte Wärme gesammelt und in einem sekundäre Generator zur Verwendung
in einem sekundären Desorptionsprozess transferiert wird, wodurch die Menge an Wärme,
die von der primären Wärmequelle benötigt wird, und der Energieverbrauch des Absorptionssystems
verringert wird.
[0004] DE 103 50 358 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit
einem Lüfter, einem Luftkanal und einem Wärmetauscher, wobei die der Lüfter von einem
Computer oder elektrischem Gerät erwärmte Abluft über den Luftkanal dem Wärmetauscher
zuführt, wobei der Wärmetauscher einen Eingangsanschluss und einen Ausgangsanschluss
aufweist, durch die der Wärmetauscher über ein Medium durchströmbar ist, welches sich
durch die zugeführte erwärmte Abluft erwärmt.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und ein System zu schaffen, mit
denen die Abwärme eines Computersystems mit einer Mehrzahl von Prozessoren auf vielfältige
Art mit hohem Wirkungsgrad genutzt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Weiterbildungen
und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den jeweiligen abhängigen Patentansprüchen
angegeben.
[0007] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur
Nutzung der Abwärme eines Computersystems mit einer Mehrzahl von Prozessoren mit den
folgenden Schritten gelöst: Es werden Arbeitsaufträge im Computersystem derart mittels
eines Schedulers an die Prozessoren verteilt, dass Prozessoren einer ersten Gruppe
von Prozessoren mit hoher Auslastung betrieben werden und Prozessoren einer zweiten
Gruppe von Prozessoren mit nur geringer Auslastung betrieben werden. Die Abwärme der
Prozessoren wird an eine Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme übertragen.
[0008] Bei der Erfindung wird ausgenutzt, dass sich Abwärme umso effizienter nutzen lässt,
je höher das Temperaturniveau ist, auf dem diese Abwärme zur Verfügung steht. Beispielsweise
ergibt sich bei einer Nutzung der Abwärme durch einen thermodynamischen Kreisprozesses
gemäß Carnot ein maximaler Wirkungsgrad von η = 1 - Th / Tk. Dabei gibt Th das Temperaturniveau
an, mit dem die Abwärme zur Verfügung steht und Tk das Temperaturniveau, auf das ein
Arbeitsmittel in dem thermodynamischen Kreisprozess durch ein Kühlvorrichtung heruntergekühlt
wird. Eine wirtschaftliche Kühlmethode ist dabei üblicherweise an die Temperatur der
Umgebungsluft oder die Temperatur eines Kaltwasserzuflusses gebunden, so dass für
den Wert von Tk nur eine geringe Variationsmöglichkeit gegeben ist. Erfindungsgemäß
wird ein hoher Wirkungsgrad η dadurch erzielt, dass die Temperatur Th, mit der die
Abwärme vom Computersystem abgeführt wird, soweit wie möglich erhöht wird.
[0009] Gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung wird ein hohes Temperaturniveau für die Abwärme
dadurch erreicht, dass Arbeitsaufträge in Computersystemen so auf verschiedene Prozessoren
verteilt werden, dass mindestens zwei Gruppen von Prozessoren gebildet werden, wobei
die Prozessoren der ersten Gruppe mit hoher Auslastung betrieben werden.
[0010] Die aufgenommene elektrische Leistung eines Prozessors hängt von der Spannung und
der Taktfrequenz, mit der der Prozessor betrieben wird, ab. Weiterhin nimmt die aufgenommene
elektrische Leistung mit der Auslastung des Prozessors zu, da die von einem nicht
voll ausgelasteten Prozessor ausgeführten Null-Operationen zu einer geringeren Stromaufnahme
des Prozessors führen, als andere Operationen. Die Temperatur, die sich an einem Prozessor
einstellt, resultiert aus der aufgenommenen elektrischen Leistung sowie der pro Zeiteinheit
abgeführten Wärmemenge (Kühlleistung). Bei gegebener Wärmeabfuhr steigt folglich mit
wachsender Auslastung der Prozessoren der ersten Gruppe deren Temperatur.
[0011] Die zweite Gruppe von Prozessoren wird dagegen mit einer möglichst geringen Auslastung
betrieben, so dass sie möglichst wenig Energie benötigen. Zusätzlich ist es in einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung möglich, die Taktfrequenz und die Spannung,
mit der diese Prozessoren betrieben werden, gegenüber dem Normalbetrieb herunterzusetzen,
um ihre Leistungsaufnahme weiter zu senken. Im Gegensatz zur üblichen Art und Weise,
Arbeitsaufträge innerhalb eines Computersystems möglichst gleichmäßig auf die Prozessoren
zu verteilen, wird erfindungsgemäß folglich eine möglichst inhomogene Verteilung der
Arbeitsaufträge auf die Prozessoren der ersten und der zweiten Gruppe von Prozessoren
angestrebt.
[0012] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur
Nutzung der Abwärme eines Computersystems mit einer Mehrzahl von Prozessoren mit den
folgenden Schritten gelöst: Die Abwärme von den Prozessoren wird durch eine Kühlvorrichtung
abgeführt, wobei die von den Prozessoren jeweils abgeführte Wärmemenge derart von
der Kühlvorrichtung geregelt wird, dass der Prozessor an Temperatur annimmt, die größer
ist als eine vorgegebene Mindesttemperatur. Die Abwärme der Prozessoren wird wiederum
an eine Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme übertragen.
[0013] Gemäß der Ausgestaltung der Erfindung wird ein hohes Temperaturniveau für die Abwärme
der einzelnen Prozessoren erreicht, indem die Abfuhr der Abwärme von den Prozessoren
durch die Kühlvorrichtung so beschränkt wird, dass sich bei gegebener Auslastung und
der dabei aufgenommenen elektrischen Leistung mindestens eine vorgegebene Mindesttemperatur
einstellt. Wird die Mindesttemperatur ausreichend hoch gewählt, kann eine effiziente
Nutzung der Abwärme erfolgen. Bevorzugt kann die Mindesttemperatur, angegeben in °C,
beispielsweise mehr als 80% der für die Prozessoren zulässigen Maximaltemperatur,
angegeben in °C, betragen. Damit kann ein Temperaturniveau der Abwärme von 70° bis
100° C erreicht werden, ohne dass es zu Fehlfunktionen der Prozessoren oder zu einer
Verkürzung ihrer Lebensdauer kommt.
[0014] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein System gelöst,
das ein Computersystem mit einer Mehrzahl von Prozessoren, eine Kühlvorrichtung zum
Abführen der Abwärme mindestens eines Teils der Prozessoren und eine Vorrichtung zur
Nutzbarmachung der Abwärme der Prozessoren aufweist. Das System ist dabei zur Durchführung
einer der zuvor genannten Verfahren eingerichtet. Die Vorteile des dritten Aspekt
entsprechen denen des ersten und zweiten Aspekts. Die Erfindung wird im Folgenden
anhand von Ausführungsbeispielen mit Hilfe von den Figuren 1 und 2 näher erläutert.
Bei Figur 3 handelt es sich nicht um eine Ausführungsform der Erfindung, sondern um
ein Beispiel, das das Verständnis der Erfindung erleicht.
[0015] Es zeigen:
Figur 1 ein Computersystem mit einer Mehrzahl von Prozessoren und einer Kühlvorrichtung
zur Nutzbarmachung der Abwärme der Prozessoren.
Figur 2 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Verteilen von Aufgaben an Prozessoren
eines Computersystems und
Figur 3 einer Kühlvorrichtung zur Nutzbarmachung der Abwärme von Prozessoren eines
Computersystems.
[0016] Figur 1 zeigt schematisch ein Computersystem 1, das in mehreren Serverschränken 2
eine Mehrzahl von Servern mit jeweils einem oder mehreren Prozessoren 3 aufweist.
Weiterhin ist im Computersystem ein Scheduler 6 zur Verteilung von Aufgaben an die
Prozessoren 3 des Computersystems 1 vorgesehen. Der Scheduler 4 ist über ein Verwaltungsnetzwerk
7 mit den Prozessoren des Computersystems 1 verbunden. Jeder Serverschrank 2 ist über
einen Kühlmittelzulauf 4 und einem Kühlmittelablauf 5 an einen Kühlmittelkreislauf
10 mit Kühlmittelpumpe 11, Ventilen 12 und einem Wärmetauscher 13 angebunden. Der
Wärmetauscher 13 koppelt den Kühlmittelkreislauf 10 thermisch an einen Nutzkreislauf
14. Darüber hinaus ist ein weiterer Kühlmittelkreislauf 20 vorgesehen, der ebenfalls
mit den Serverschränken 2 verbunden ist. Der weitere Kühlmittelkreislauf 20 weist
eine weitere Kühlmittelpumpe 21, weitere Ventile 22 und einen weiteren Wärmetauscher
23 auf, über den der weitere Kühlmittelkreislauf 20 thermisch an einen weiteren Nutzkreislauf
24 gekoppelt ist. Zur Steuerung sind die Ventile 12 und die weiteren Ventile 22 mit
dem Scheduler 6 verbunden.
[0017] Das in Figur 1 gezeigte Computersystem 1 stellt beispielhaft eine so genannte Serverfarm
oder einen Teil einer Serverfarm dar. Anstelle der Serverschränke 2, auch Serverracks
genannt, kann das Computersystems 1 bezüglich der Verbindung an die Kühlmittelkreisläufe
10, 20 auch in andere Untereinheiten unterteilt sein, zum Beispiel in einzelne Computer,
Server oder die Prozessoren 3. Das im Folgenden beschriebene Verfahren kann mit einer
solchen Unterteilung analog auch auf andere Computersysteme mit einer Mehrzahl von
Prozessoren als Serverfarmen übertragen werden.
[0018] Zur Kühlung der Prozessoren 3 ist eine Kühlvorrichtung mit einer Flüssigkeitskühlung
vorgesehen. Jeder Serverschrank 2 weist zu diesem Zweck den Kühlmittelzulauf 4 und
den Kühlmittelablauf 5 auf, über die das Kühlmittel, beispielsweise Wasser, der Flüssigkeitskühlung
den Prozessoren 3 zugeführt beziehungsweise von diesen abgeführt wird.
[0019] Innerhalb der Serverschränke 2 sind nicht dargestellt Wärmetauscher vorgesehen, die
die Abwärme der Prozessoren 3 aufnehmen und auf das Kühlmittel übertragen. Zur besseren
Unterscheidbarkeit von den Wärmetauschern 13 und 23 werden die Wärmetauscher, die
die Abwärme der Prozessoren 3 aufnehmen, im Folgenden als Wärmeaufnehmer bezeichnet.
Diese Wärmeaufnehmer können dabei entweder direkt thermisch mit den Prozessoren 3
gekoppelt sein oder auch über ein wärmeleitendes Element, beispielsweise ein Wärmerohr
(Heat-Pipe). Es ist denkbar, für jeden Prozessor 3 einen Wärmeaufnehmer vorzusehen
oder auch jeweils eine Gruppe von Prozessoren 3, beispielsweise alle Prozessoren 3
eines Servers, thermisch mit einem Wärmeaufnehmer zu verbinden. Bevorzugt sind alle
Wärmeaufnehmer eines Serverschranks 2 bezüglich des Kühlmitteldurchflusses parallel
angeordnet. In Einzelfällen, zum Beispiel wenn zu einem Prozessor 3 aus Redundanzgründen
ein Ersatzprozessor vorgesehen ist und der Prozessor 3 und sein Ersatzprozessor üblicherweise
nicht gleichzeitig betrieben werden, ist auch eine Serienverschaltung der Wärmeaufnehmer
dieser Prozessoren 3 denkbar.
[0020] Über die Ventile 12 beziehungsweise die weiteren Ventile 22 kann der Kühlmittelablauf
5 eines jeden Serverschranks 2 entweder mit dem Kühlmittelkreislauf 10 oder dem weiteren
Kühlmittelkreislauf 20 verbunden werden. Die von den Prozessoren 3 eines jeden Serverschranks
2 erzeugte und vom Kühlmittel aufgenommene Abwärme kann somit entweder dem Wärmetauscher
13 oder dem weiteren Wärmetauscher 23 zugeführt werden. Im Ausführungsbeispiel erfolgt
der Rücklauf des Kühlmittels von dem Wärmetauscher 13 und dem weiteren Wärmetauscher
23 gemeinsam über die Kühlmittelpumpe 11 zu den Zuläufen 4 der Serverschränke 2. Es
ist alternativ ebenfalls möglich, für jeden Kühlmittelkreislauf 10, 20 eine Kühlmittelpumpe
vorzusehen und analog zu den Ventilen 12 und den weiteren Ventilen 22 im Ablaufzweig
des Kühlmittels von den Serverschränken 2 solche Ventile auch im Zulaufzweig vorzusehen.
[0021] In den Wärmetauschern 13 beziehungsweise 23 wird die Abwärme der Prozessoren 3 zur
Nutzbarmachung in die Nutzkreisläufe 14 beziehungsweise 24 übertragen. Die Nutzkreisläufe
14, 24 können dabei zum Beispiel Wasserkreisläufe eines Heizsystems oder einer Warmwasseraufbereitung
sein. Ebenfalls ist denkbar, dass die Nutzkreisläufe 14, 24 Arbeitsmittelkreisläufe
eines thermodynamischen Kreisprozesses sind. Beispielsweise kann eine Absorptionskältemaschine
durch diesen Kreisprozess angetrieben werden, wobei die auf diese Weise aus der Abwärme
der Prozessoren 3 erzeugte Kühlleistung zur Klimatisierung der Räume, in denen das
Computersystem 1 untergebracht ist, eingesetzt werden. Auch ist denkbar, in dem thermodynamischen
Kreisprozess die Abwärme der Prozessoren 3 zur Dampferzeugung und nachfolgenden Umsetzung
der Wärmeenergie in mechanische Energie in einer Dampfturbine einzusetzen. Die von
einem mit der Dampfturbine gekoppelten Generator erzeugte elektrische Energie kann
zur teilweisen Deckung des Primärenergiebedarfs des Computersystems 1 eingesetzt werden.
Zur Umsetzung der Abwärme der Prozessoren 3 in mechanische Energie eignet sich insbesondere
der so genannte Kalina-Prozess, bei dem durch Einsatz eines Ammoniak-Wasser-Gemisches
als Arbeitsmittel des Kreisprozesses eine Dampferzeugung bereits auf relativ niedrigem
Temperaturniveau möglich ist.
[0022] Aufgabe des Schedulers 6 ist es, im Computersystem 1 auszuführende Arbeitsaufgaben,
auch Tasks, Jobs oder Prozesse genannt, an die einzelnen Prozessoren 3 zu verteilen.
Der Scheduler 6 kann dabei auf einem eigens für Verwaltungszwecke vorgesehenen Computer
innerhalb des Computersystems 1 ausgeführt werden. Es ist aber auch denkbar, dass
die Aufgaben des Schedulers 6 von einem der Prozessoren 3 der Server des Computersystems
1 zentral oder von mehreren der Prozessoren 3 dezentral übernommen wird.
[0023] Der Scheduler 6 ist dazu eingerichtet, anfallende Arbeitsaufträge so an die Prozessoren
3 zu verteilen, dass ein Teil der Prozessoren 3 mit einer möglichst hohen Auslastung
betrieben wird, während ein anderer Teil der Prozessoren 3 mit einer möglichst geringen
Auslastung betrieben wird.
[0024] Figur 2 zeigt in einem Flussdiagramm ein stark vereinfachtes Ausführungsbeispiel
eines Arbeitsverfahrens für den Scheduler 6, mit dem eine solche möglichst große Ungleichverteilung
in der Arbeitsbelastung der Prozessoren 3 des Computersystems 1 erreicht wird.
[0025] In einem ersten Schritt S1 nimmt der Scheduler 6 einen neuen Arbeitsauftrag entgegen.
Beispielhaft verfüge das Computersystem 1 über eine Anzahl N von Prozessoren 3. Die
einzelnen Prozessoren 3 sind aufsteigend so durchnummeriert, dass den Prozessoren
3 der einzelnen Serverschränke 2 zusammenhängende Nummernblöcke zugeordnet sind. In
einem Schritt S2 wird eine Variable n zum Indizieren der einzelnen Prozessoren 3 auf
den Anfangswert 1 gesetzt. Im nachfolgenden Schritt S3 wird die Auslastung des Prozessors
3, dem die Nummer n zugeordnet ist überprüft. In Figur 3 ist dieser Prozessor 3 als
Pn bezeichnet. Falls die Auslastung des Prozessors mit der Nummer n kleiner ist als
eine vorgegebene Auslastung A, wird der Auftrag diesem Prozessor 3 mit der Nummer
n zur Ausführung übertragen. Das Verfahren verzweigt danach wieder zu Schritt S1 zur
Entgegennahme neuer Arbeitsaufträge. Wurde in Schritt S3 dagegen festgestellt, dass
die Auslastung des Prozessors mit der Nummer n bereits oberhalb der vorgegebenen Auslastung
liegt, wird im Schritt S5 die Indizierungsvariable n um 1 erhöht und auf den Wert
1 gesetzt, falls n nach dem Inkrementieren größer als N sein sollte. Danach wird Schritt
S3 mit dem neuen Wert der Indizierungsvariable n wiederholt.
[0026] Durch das Verfahren werden die Prozessoren 3 in zwei Gruppen von Prozessoren unterteilt,
von denen die Prozessoren 3 der ersten Gruppe mit einer Auslastung größer A betrieben
werden, wohingegen die Prozessoren der zweiten Gruppe nur gering oder gar nicht ausgelastet
werden. Wenn n* den Wert angibt, bei dem in Schritt S4 der letzte Arbeitsauftrag an
den Prozessor mit der Nummer n* übertragen wurde, werden folglich die Prozessoren
mit den Nummern 1 bis n*-1 mit einer Auslastung größer A betrieben und bilden die
erste Gruppe, wohingegen die die Prozessoren mit den Nummern n* bis N mit einer nur
geringen Auslastung betrieben werden und die zweite Gruppe bilden. Die Grenze n* verschiebt
sich dabei dynamisch mit dem anfallenden Arbeitsvolumen.
[0027] In alternativen Ausgestaltungen des Verfahrens kann vorgesehen sein, die Nummerierung
der Prozessoren 3 beziehungsweise die Reihenfolge, in der die Auslastung der Prozessoren
abgefragt wird, von Zeit zu Zeit so zu ändern, dass nicht immer die gleichen Prozessoren
3 zuerst der ersten Gruppe zugeordnet werden. Auf diese Weise wird erreicht, dass
die Prozessoren 3 gemittelt über ihre Lebensdauer gleichmäßig ausgelastet werden.
Weiterhin ist es denkbar, dass die tatsächliche Temperatur eines Prozessors in das
Verteilungsverfahren mit einfließt.
[0028] Zur Einsparung von Primärenergie können die Prozessoren 3 der zweiten Gruppe mit
gegenüber dem Normalbetrieb verminderter Spannung und verminderter Taktfrequenz betrieben
werden. Bestimmte Prozesse, die in dem Computersystem 1 ausgeführt werden, werden
grundsätzlich auf jedem Prozessor 3 ablaufen müssen, zum Beispiel Prozesse zur internen
Verwaltung der Server, zur Aufrechterhaltung der Arbeitsbereitschaft der Server oder
zum Bereitstellen eines Betriebssystems auf jedem Server. Diese Prozesse führen zu
einer Grundlast auch der Prozessoren 3 der zweiten Gruppe.
[0029] Vorteilhaft kann diese Grundlast verringert werden, indem das Computersystem 1 ganz
oder teilweise mit Computern betrieben wird, die virtuelle Maschinen bereitstellen.
Auf Computern mit virtuellen Maschinen, oft auch als virtuelle Maschinensysteme bezeichnet,
können verschiedene Anwender Aufgaben unabhängig und getrennt voneinander bearbeiten.
In virtuelle Maschinensystemen werden die gemeinsam genutzten Hardwareressourcen eines
Computers oder Computersystems auf mehrere virtuelle Umgebungen, die so genannten
virtuelle Maschinen, aufgeteilt. Für den oder die Anwender stellen sich die virtuellen
Maschinen als eigenständige, unabhängige Einheiten dar. Unabhängig bedeutet in diesem
Zusammenhang, dass auf den einzelnen virtuellen Maschinen unterschiedliche Betriebssysteme
mit verschiedensten Applikationen, Programmen oder Skripten ausgeführt werden können.
Die virtuellen Maschinen sind dabei gegeneinander abgeschottet, so dass ein Zugriff
von einer virtuellen Maschine auf die von einer anderen virtuellen Maschine genutzten
Ressourcen (zum Beispiel Speicherbereich) nicht möglich ist.
[0030] Falls ein Anwender nicht die gesamte Rechenleistung eines Computers, zum Beispiel
eines Servers, beansprucht, können die Anwendungen des Anwenders auf einer virtuellen
Maschine ausgeführt werden. Mehrere solcher Anwender können sich dann einen mehrere
virtuelle Maschinen aufweisenden Server teilen, ohne dass dies für die Anwender zu
Qualitäts- oder Sicherheitsbeeinträchtigungen für ihre Anwendungen führt. Bei Unterauslastung
einer Serverfarm (oder allgemein eines Computersystems mit mehreren Prozessoren 3)
können so für die verschiedenen Anwender abgeschottete Arbeitsumgebungen (zum Beispiel
Betriebssysteme) bereitgestellt werden, die jedoch auf weniger Servern (oder allgemeiner
Computern beziehungsweise Prozessoren 3) ausgeführt werden können, als abgeschottete
Arbeitsumgebungen vorhanden sind. Die vom Computersystem zu erbringende Arbeitsleistung
kann auf wenige Prozessoren (die Prozessoren 3 der ersten Gruppe) konzentriert werden.
Die nicht benötigten Prozessoren (die Prozessoren 3 der zweiten Gruppe) können dann
ganz abgeschaltet werden oder in einen nur wenig Strom verbrauchenden Zustand versetzt
werden. Die zur Bereitstellung der Betriebssysteme insgesamt notwendige Leistungsaufnahme
des Computersystems kann so verringert werden.
[0031] Auch ist es möglich, ein virtuelles Maschinensystem einzurichten, das sich der Rechenleistung
einer variablen Zahl von Computersystemen bedient und diese wiederum einer ebenso
variablen Zahl von Anwendern in jeweils abgeschotteten Arbeitsumgebungen bereitstellt.
In einem solchen Fall kann jedem Anwender im Rahmen der insgesamt verfügbaren Arbeitsleistung
des Computersystems jederzeit eine beliebige Arbeitsleistung bereitgestellt werden.
Gleichzeitig können wiederum alle nicht in Anspruch genommenen Prozessoren (die Prozessoren
3 der zweiten Gruppe) abgeschaltet werden.
[0032] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 steuert der Scheduler 6 als eine weitere Aufgabe
die Ventile 12 und die weiteren Ventile 22. Jeweils eines der Ventile 12 und der weiteren
Ventile 22, die einem Serverschrank 2 zugeordnet sind, ist dabei geöffnet während
das andere geschlossen ist. Abhängig von der Auslastung des Computersystems 1 werden
nun solche Serverschränke 2, bei denen alle Prozessoren 3 zur ersten Gruppe der Prozessoren
mit hoher Auslastung gehören, an den Kühlmittelkreislauf 10 angebunden und alle anderen
Serverschränke 2 an den weiteren Kühlmittelkreislauf 20.
[0033] Entsprechend der Trennung der Prozessoren 3 in die erste Gruppe von hoch ausgelasteten
Prozessoren 3 und die zweite Gruppe von nur gering ausgelasteten Prozessoren 3 wird
sich für die Serverschränke 2, bei denen alle Prozessoren 3 mit hoher Auslastung betrieben
werden, eine hohe Temperatur des Kühlmittels im Kühlmittelablauf 5 einstellen. Dementsprechend
steht im Nutzkreislauf 14 Abwärme auf einem hohen Temperaturniveau zur Verführung,
wohingegen im Nutzkreislauf 24 Abwärme auf einem niedrigeren Temperaturniveau bereitsteht.
[0034] Die Abwärme auf niedrigerem Temperaturniveau im Nutzkreislauf 24 kann für solche
Anwendungen eingesetzt werden, bei denen eine niedrige Temperatur ausreichend ist,
beispielsweise zu Heizzwecken oder zur Warmwasserbereitung. In einer alternativen
Ausgestaltung kann auch vorgesehen sein, dass die auf niedrigem Temperaturniveau anfallende
Abwärme verworfen wird, zum Beispiel indem sie an die Umluft abgegeben wird.
[0035] Dagegen kann die auf hohem Temperaturniveau bereitstehende Abwärme vorteilhaft und
effizient im Nutzkreislauf 14 für solche Prozesse genutzt werden, die eines entsprechend
hohen Temperaturniveaus bedürfen oder deren Wirkungsgrad mit steigender Temperatur
ansteigt. Dieses sind insbesondere thermodynamische Kreisprozesse zum Betrieb einer
Wärmekraftmaschine zur Stromerzeugung oder zum Betrieb einer Absorptionskältemaschine.
Durch die Verteilung der Arbeitsaufträge innerhalb des Computersystems 1 kann auf
hohem Temperaturniveau entstehende Abwärme vorteilhaft getrennt von Abwärme auf einem
niedrigeren Temperaturniveau verarbeitet werden. Da der Wirkungsgrad der Umwandlung
von Abwärme in andere, besser nutzbare Energieformen von dem Temperaturniveau der
Abwärme abhängt, ist auf diese Weise eine effiziente Nutzung der Abwärme möglich.
[0036] Als Alternative zur Steuerung der Ventile 12 und der weiteren Ventile 22 durch den
Scheduler 6 kann eine Steuerung auch abhängig von der Temperatur des Kühlmittels am
Kühlmittelablauf 7 eines jeden Serverschranks 2 (beziehungsweise allgemeiner am Kühlmittelablauf
einer jeden Untereinheit des Computersystems) erfolgen.
[0037] Figur 3 zeigt eine Kühlvorrichtung für Prozessoren 3 eines Computersystems 1, das
ebenfalls geeignet ist, die Abwärme der Prozessoren 3 auf einem hohen Temperaturniveau
bereitzustellen.
[0038] Jeder Prozessor 3 steht in direktem Wärmekontakt mit einem Wärmetauscher 35, dem
jeweils ein Regelventil 32 vorgeschaltet. Die Wärmeaufnehmer 35 und zugeordnete Regelventile
32 sind parallel in einem Kühlmittelkreislauf 30 angeordnet, der zudem eine Kühlmittelpumpe
31 und einen Wärmetauscher 33 aufweist. Über den Wärmetauscher 33 ist der Kühlmittelkreislauf
30 thermisch mit einem Nutzkreislauf 34 gekoppelt.
[0039] Die sich an einem der Prozessoren 3 einstellende Temperatur ergibt sich aus dem Gleichgewicht
zwischen umgesetzter elektrischer Leistung im Prozessor 3 und der durch den Wärmeaufnehmer
35 von dem Prozessor 3 aufgenommenen und durch den Kühlmittelkreislauf 30 abgeführten
Wärmemenge. Die Regelventile regulieren den Durchfluss des Kühlmittels durch den entsprechenden
zugeordneten Wärmeaufnehmer 35 und beeinflussen damit die von dem Prozessor 3 abgeführte
Wärmemenge. Die Regelventile 32 werden dabei durch einen Regelkreis abhängig von der
Temperatur des Wärmeaufnehmers 35 geregelt. Dabei ist der Regelkreis beispielsweise
so eingerichtet, dass unterhalb einer vorgegebenen Mindesttemperatur kein oder nur
ein sehr geringer Kühlmitteldurchfluss erfolgt und dass bei einer vorgegebenen Maximaltemperatur
der maximal mögliche Kühlmitteldurchfluss erreicht wird. Auf diese Weise stellt sich
unabhängig von der im Prozessor 3 in Abwärme umgesetzten elektrischen Leistung eine
Temperatur am Wärmeaufnehmer 35 ein, die zwischen der vorgegebenen Mindest- und der
vorgegebenen Maximaltemperatur liegt. Die vorgegebene Maximaltemperatur ist dabei
sinnvollerweise so zu wählen, dass Herstellervorgaben für die Maximaltemperatur des
Prozessors, bei der der Prozessor weder Beschädigung erfährt, noch eine erhöhte Fehlerwarte
zeigt, nicht übersteigt. Die vorgegebene Mindesttemperatur kann dagegen so hoch gewählt
werden, dass Abwärme auf einem wirtschaftlich effizient ausnutzbaren Temperaturniveau
am Wärmetauscher 33 und damit im Nutzkreislauf 34 bereitsteht. Beispielsweise kann
die Mindesttemperatur 80 % der am Prozessor maximal erlaubten Temperatur betragen,
wobei sich die Prozentangabe auf eine Temperaturangabe in °C (Grad Celsius) bezieht.
[0040] Der Wärmeaufnehmer 35 entspricht in seinen Abmessungen und der Position von Befestigungselementen
bevorzugt der Vorgabe des Prozessorherstellers für Kühlkörper für diesen Prozessor.
Das Regelventil 32 kann dabei in den Wärmeaufnehmer integriert sein und mechanisch,
zum Beispiel durch ein Bimetallelement, temperaturabhängig betätigt werden. Auf diese
Weise entsteht ein kompaktes Flüssigkeitskühlelement für einen Prozessor.
[0041] Alternativ zu dem in dem Ausführungsbeispiel der Figur 3 gezeigten Regelkreis, bei
dem die Temperatur des Wärmeaufnehmers 35 als Ist-Wert der Regelung einsetzt wird,
kann eine Temperaturregelung auch auf Basis der Temperatur des Prozessors 3 erfolgen.
Die Temperatur von Prozessoren wird üblicherweise vom Prozessor selbst in digitaler
Form bereitgestellt und kann so auf einfache Weise zur Steuerung eines elektrisch
betätigen Regelventils 32 eingesetzt werden.
[0042] Weiterhin ist es möglich, zur Kühlung der Prozessoren einen thermodynamischen Kreisprozess
vorzusehen, bei dem in den Wärmeaufnehmer 35 direkt ein Arbeitsmittel verdampft wird
oder bei dem ein Verdampfer thermisch mit dem Wärmetauscher 33 gekoppelt ist. Aufgrund
der hohen latenten Verdampfungswärme von Flüssigkeiten nimmt der Wärmeaufnehmer 35
oberhalb der Verdampfungstemperatur eine mit der Temperatur sprunghaft ansteigende
Wärmemenge auf. Durch den hochgradig nichtlinearen Verlauf der aufgenommenen Wärmemenge
in Abhängigkeit der Temperatur entsteht eine sich selbst auf die Verdampfungstemperatur
regelnde Kühlvorrichtung.
[0043] Merkmale der gezeigten Ausführungsbeispiele können auch miteinander kombiniert eingesetzt
werden, beispielsweise indem das in Figur 2 dargestellte Verfahren zum Verteilen der
Arbeitsaufträge mit einer Kühlvorrichtung wie in Figur 3 angegeben kombiniert wird.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Computersystem
- 2
- Serverschrank
- 3
- Prozessor
- 4
- Kühlmittelzulauf
- 5
- Kühlmittelablauf
- 6
- Scheduler
- 7
- Verwaltungsnetzwerk
- 10, 20, 30
- Kühlmittelkreislauf
- 11, 31
- Kühlmittelpumpe
- 12, 22
- Ventil
- 13, 23, 33
- Wärmetauscher
- 14, 24, 34
- Nutzkreislauf
- 32
- Regelventil
- 35
- Wärmeaufnehmer
1. Verfahren zur Nutzung der Abwärme eines Computersystems (1) mit einer Mehrzahl von
Prozessoren (3), mit den folgenden Schritten:
- Verteilen von Arbeitsaufträgen im Computersystem (1) an die Prozessoren (3) mittels
eines Schedulers (6) derart, dass Prozessoren (3) einer ersten Gruppe von Prozessoren
(3) mit möglichst hoher Auslastung betrieben werden und Prozessoren (3) einer zweiten
Gruppe von Prozessoren (3) mit möglichst geringer Auslastung betrieben werden und
- Übertragen der Abwärme der Prozessoren (3) der ersten und zweiten Gruppen an zwei
verschiedene Kühlmittelkreisläufe (10, 20) mittels vom Scheduler (6) gesteuerter Ventile
(12, 22) zur Nutzung der Abwärme.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem nur Abwärme von Prozessoren (3) der ersten Gruppe
an die Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme übertragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem eine weitere Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme
vorgesehen ist, wobei die Abwärme der Prozessoren (3) des Computersystems (1), die
ihre Abwärme nicht an die Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme übertragen, an die weitere
Vorrichtung zur Nutzung der Abwärme übertragen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Prozessoren (3) der zweiten
Gruppe von Prozessoren (3) in einem Modus mit geringerer Spannung und/oder geringerer
Taktfrequenz als im Modus des normalen Betriebs betrieben werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem die Abwärme von den Prozessoren
(3) durch eine Kühlvorrichtung abgeführt wird, wobei die von den Prozessoren (3) jeweils
abgeführte Wärmemenge derart von der Kühlvorrichtung geregelt wird, dass der Prozessor
(3) eine Temperatur annimmt, die größer ist als eine vorgegebene Mindesttemperatur.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die von den Prozessoren (3) des
Computersystems (1) erzeugte Abwärme zumindest teilweise in ein Heizungssystem und/oder
ein System zur Bereitstellung von Warmwasser übertragen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die von den Prozessoren (3) des
Computersystems (1) erzeugte Abwärme zumindest teilweise einem thermodynamischen Kreisprozess
zugeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die von den Prozessoren (3) des Computersystems
(1) erzeugte Abwärme eine Wärmekraftmaschine antreibt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem in dem thermodynamischen Kreisprozess durch die
von den Prozessoren (3) des Computersystems (1) erzeugte Abwärme ein Arbeitsmittel
verdampft wird und das Arbeitsmittel in einer Dampfturbine unter Abgabe von mechanischer
Leistung entspannt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei dem der thermodynamische Kreisprozess
ein Kalina-Prozess ist.
11. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die von den Prozessoren (3) des Computersystems
(1) erzeugte Abwärme eine Absorptionskältemaschine antreibt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei dem eine Vielzahl von Verdampfern
zum Verdampfen des Arbeitsmittels vorgesehen ist, die jeweils in unmittelbarem thermischen
Kontakt mit wenigstens einem Prozessor (3) stehen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei dem eine Vielzahl von Wärmeaufnehmern
(35) vorgesehen ist, die jeweils in unmittelbarem thermischen Kontakt mit wenigstens
einem Prozessor (3) stehen, und ein mit den Wärmeaufnehmern über ein zirkulierendes
Kühlmittel thermisch gekoppelter Wärmetauscher (13, 23, 33) vorgesehen ist, der in
unmittelbaren thermischen Kontakt mit einem Verdampfer zum Verdampfen des Arbeitsmittels
steht und bei die von den Prozessoren (3) abgegebene Abwärme über die Wärmeaufnehmer
(35), das Kühlmittel und den Wärmetauscher (13, 23, 33) auf den Verdampfer übertragen
wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem auf zumindest einem Teil der
Prozessoren (3) des Computersystems (1) ein virtuelles Maschinensystem ausgeführt
wird.
15. System umfassend
- ein Computersystem (1) mit einer Mehrzahl von Prozessoren (3),
- ein Kühlvorrichtung zum Abführen der Abwärme mindestens eines Teils der Prozessoren
(3) und
- einer Vorrichtung zur Nutzbarmachung der Abwärme der Prozessoren (3),
dadurch gekennzeichnet, dass das System zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-14 geeignet
ist.
1. Method of using the waste heat from a computer system (1) having a plurality of processors
(3), comprising the following steps:
- distributing tasks in the computer system (1) to the processors (3) by means of
a scheduler (6) in such a way that processors (3) of a first group of processors (3)
are operated with the highest possible utilization level and processors (3) of a second
group of processors (3) are operated with the lowest possible utilization, and
- transferring the waste heat from the processors (3) of the first and second groups
to two different coolant circuits (10, 20) by means of valves (12, 22) which are controlled
by the scheduler (6) for the purpose of using the waste heat.
2. Method according to Claim 1, in which only waste heat from processors (3) of the first
group is transferred to the apparatus for using waste heat.
3. Method according to Claim 2, in which a further apparatus for using waste heat is
provided, wherein the waste heat from the processors (3) of the computer system (1)
which do not transfer their waste heat to the apparatus for using waste heat is transferred
to the further apparatus for using waste heat.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, in which the processors (3) of the second
group of processors (3) are operated in a mode with a lower voltage and/or lower clock
frequency than in the mode of normal operation.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, in which the waste heat from the processors
(3) is dissipated by a cooling apparatus, wherein the quantity of heat which is dissipated
by the processors (3) in each case is controlled by the cooling apparatus in such
a way that the processor (3) assumes a temperature which is greater than a predefined
minimum temperature.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, in which the waste heat which is generated
by the processors (3) of the computer system (1) is transferred at least partially
to a heating system and/or a system for providing hot water.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, in which the waste heat which is generated
by the processors (3) of the computer system (1) is supplied at least partially to
a thermodynamic cycle.
8. Method according to Claim 7, in which the waste heat which is generated by the processors
(3) of the computer system (1) drives a thermal power machine.
9. Method according to Claim 8, in which a working medium is evaporated in the thermodynamic
cycle by the waste heat which is generated in the processors (3) of the computer system
(1), and the working medium is expanded in a steam turbine with the output of mechanical
power.
10. Method according to one of Claims 7 to 9, in which the thermodynamic cycle is a Kalina
process.
11. Method according to Claim 7, in which the waste heat which is generated by the processors
(3) of the computer system (1) drives an absorption refrigeration machine.
12. Method according to one of Claims 7 to 11, in which a large number of evaporators
for evaporating the working medium is provided, the said evaporators each being in
direct thermal contact with at least one processor (3).
13. Method according to one of Claims 7 to 11, in which a large number of heat absorbers
(35) is provided, the said heat absorbers each being in direct thermal contact with
at least one processor (3), and a heat exchanger (13, 23, 33) is provided, the said
heat exchanger being thermally coupled to the heat absorbers by means of a circulating
coolant and being in direct thermal contact with an evaporator for evaporating the
working medium, and in which method the waste heat which is given off by the processors
(3) is transferred to the evaporator by means of the heat absorbers (35), the coolant
and the heat exchanger (13, 23, 33).
14. Method according to one of Claims 1 to 13, in which a virtual machine system is realized
on at least some of the processors (3) of the computer system (1).
15. System comprising
- a computer system (1) having a plurality of processors (3),
- a cooling apparatus for dissipating the waste heat from at least some of the processors
(3), and
- an apparatus for making use of the waste heat from the processors (3),
characterized in that the system is suitable for carrying out a method according to one of Claims 1-14.
1. Procédé d'utilisation de la chaleur dégagée par un système informatique (1) doté de
plusieurs processeurs (3), le procédé présentant les étapes suivantes :
répartition des tâches de travail entre les processeurs (3) du système informatique
(1) au moyen d'un programmateur (6) de telle sorte que les processeurs (3) d'un premier
groupe de processeur (3) soient utilisés à la charge la plus élevée possible et que
le processeur (3) d'un deuxième groupe de processeur (3) soient utilisés à la plus
petite charge possible et
transfert de la chaleur dégagée par les processeurs (3) du premier et du deuxième
groupe dans deux circuits différents (10, 20) de fluide de refroidissement au moyen
de soupapes (12, 22) commandées par le programmateur (6), en vue de récupérer la chaleur
dégagée.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel seule la chaleur dégagée par les processeurs
(3) du premier groupe est transférée au dispositif de récupération de la chaleur dégagée.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel un deuxième dispositif de récupération
de la chaleur dégagée est prévu, la chaleur dégagée par les processeurs (3) du système
informatique (1) qui ne transmettent pas la chaleur qu'ils dégagent au dispositif
de récupération de la chaleur dégagée est transmise à l'autre dispositif de récupération
de la chaleur dégagée.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel les processeurs (3) du deuxième
groupe de processeur (3) sont utilisés dans un mode à tension plus basse et/ou à fréquence
d'horloge plus basse que dans le mode de fonctionnement normal.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel la chaleur dégagée par les
processeurs (3) est évacuée par un dispositif de refroidissement et la quantité de
chaleur évacuée de chacun des processeurs (3) est régulée par le dispositif de refroidissement
de telle sorte que le processeur (3) prenne une température supérieure à une température
minimale prédéterminée.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel la chaleur dégagée par les
processeurs (3) du système informatique (1) est transférée au moins en partie dans
un système de chauffage et/ou un système de préparation d'eau chaude.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel la chaleur produite par
les processeurs (3) du système informatique (1) est apportée au moins en partie à
un processus à cycle thermodynamique.
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel la chaleur produite par les processeurs
(3) du système informatique (1) entraîne une machine thermique.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel un fluide de travail est évaporé dans
le processus à cycle thermodynamique par la chaleur produite par le processeur (3)
du système informatique (1) et dans lequel le fluide de travail est détendu dans une
turbine à vapeur en délivrant de l'énergie mécanique.
10. Procédé selon l'une des revendications 7 à 9, dans lequel le processus à cycle thermodynamique
est un processus de Kalina.
11. Procédé selon la revendication 7, dans lequel la chaleur produite par les processeurs
(3) du système informatique (1) entraîne une machine frigorifique à absorption.
12. Procédé selon l'une des revendications 7 à 11, dans lequel plusieurs évaporateurs
servant à évaporer le fluide de travail et qui sont chacun en contact thermique direct
avec au moins un processeur (3) sont prévus.
13. Procédé selon l'une des revendications 7 à 11, dans lequel plusieurs accepteurs de
chaleur (35) sont prévus et sont chacun en contact thermique direct avec au moins
un processeur (3), et un échangeur de chaleur (13, 23, 33) raccordé thermiquement
aux accepteurs de chaleur par l'intermédiaire d'un fluide de refroidissement en circulation
et en contact direct avec un évaporateur destiné à évaporer le fluide de travail est
prévu, et dans lequel la chaleur dégagée par les processeurs (3) est transférée à
l'évaporateur par l'intermédiaire de l'accepteur de chaleur (35), du fluide de refroidissement
et des échangeurs de chaleur (13, 23, 33).
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13, dans lequel un système de machine virtuelle
est exécuté sur au moins une partie des processeurs (3) du système informatique (1).
15. Système comprenant :
un système informatique (1) doté de plusieurs processeurs (3),
un dispositif de refroidissement qui évacue la chaleur d'au moins une partie des processeurs
(3) et
un dispositif d'utilisation de la chaleur dégagée par les processeurs (3),
caractérisé en ce que
le système convient pour exécuter un procédé selon l'une des revendications 1 à 14.