[0001] Die Erfindung betrifft ein Frankierverfahren und Postversandsystem mit zentraler
Portoerhebung. Das Postversandsystem umfasst ein Datenzentrum eines Postbeförderers,
ein Datenzentrum eines Betreibers und mindestens ein Frankiergerät. Der Postbeförderer
trans-portiert die vom Frankiergerät frankierten Poststücke zum Briefzentrum. Zweck
der Erfindung ist es, mit einfach aufgebauten Frankiergeräten ein sicheres Postversandsystem
zu schaffen.
Bisher fehlte eine einfache Lösung, die beim Absender entweder einen Personalcomputer
(PC) mit Drucker oder ein spezielles sehr einfach zu bedienendes Frankiergerät voraussetzt,
dabei aber weder eine Online-Verbindung für jede Frankierung noch ein Sicherheitsmodul
erfordert. Eine solche Offline Lösung ohne Sicherheitsmodul wird möglich, wenn die
Postbeförderer die Portoermittlung und -abrechnung im Rahmen ihrer Diensterbringung
vornehmen. Das heißt, während die Postsendungen im Briefzentrum des Postbeförderers
gelesen werden und die Zieladresse ermittelt wird, erhebt eine geeignete Software
das erforderliche Porto für die Postsendung. Sie übermittelt einen Datensatz aus Absender
und Portobetrag an die Kundenkontenverwaltung des Postbeförderers, die ihn auf ein
Kundenkonto des Absenders bucht. Die Abrechnung mit dem Kunden (Absender) kann zeitlich
entkoppelt von der Buchung erfolgen.
[0002] Wir nennen dies Verfahren "zentrale Portoerhebung", weil die erforderlichen Portowerte
zentral in den Briefzentren des Postbeförderers erhoben werden, und nicht, wie bei
der herkömmlichen "dezentralen Portoerhebung", von den Absendern vor Einlieferung
in Postämtern oder Briefkästen.
[0003] Es wurde aus der
DE 38 40 041 A1 eine Anordnung zum Frankieren von Postgut, mit einer Frankiereinrichtung bekannt,
deren Wertdruck durch einen Rechner einer zentralen Verrechnungsstelle abgebucht wird,
mit einem Speicher, dessen Inhalt bei jedem Frankiervorgang erhöht wird und dessen
Inhalt durch den Benutzer der Frankiereinrichtung ablesbar ist. Der Rechner wird nach
Deckungsprüfung zur Abrechnung des Wertdrucks mit einem Giro-Rechner der Postbehörde
verbunden, welcher ein Postgirokonto des Eigentümers der Frankiereinrichtung führt.
Der Giro-Rechner gibt jeden einzelnen Wertdruck nach Deckungsprüfung und Abbuchung
frei.
Das heißt, bevor die Postsendungen zum Briefzentrum des Briefbeförderers befördert
und dort gelesen werden sowie die Zieladresse ermittelt wird, wird das erforderliche
Porto für die Postsendung bestimmt und bezahlt. Bei diesem Postversandsystem mit zentraler
Portoerhebung ist keine nachträgliche Bezahlung der Dienstleistung vorgesehen.
Um sowohl für den Postbeförderer als auch für den Benutzer eine größtmögliche Sicherheit
hinsichtlich der Portoerhebung zu erzielen, ist der Inhalt des als Stückzahl und Summenspeicher
ausgebildeten Speichers durch den Benutzer und durch den Rechner der Verrechnungsstelle
lediglich lesbar und ist die Verbindung des Rechners der Verrechnungsstelle mit der
Frankiereinrichtung als ständig in Betrieb befindliche Standleitung (TEMEX) ausgebildet.
[0004] Für kleine SOHOs (Small Office Home Office) sind am Markt noch immer keine wirklich
angemessenen elektronischen Frankierlösungen erhältlich.
Es gibt online Lösungen, die beim Absender einen PC mit Drucker voraussetzen und bei
jeder Frankierung eine Datenverbindung zum Postage Provider aufbauen.
[0006] In den Postmärkten weltweit ist es bis heute weit verbreitet, die Portogebühren dezentral
am Eingang des postalischen Transportkanals zu erheben, zum Beispiel durch Briefmarkenverkauf
oder Annahme von DV-freigemachten Sendungen in Postämtern und Postagenturen, durch
Frankiermaschinen oder Frankierservicestationen. Für den Absender werden Portogebühren
fällig, wenn die entsprechenden Postwertzeichen zum Beispiel in Form von Briefmarken,
DV-Aufdrucken und Einlieferungslisten, Frankierabdrucken bei Frankiermaschinen und
PC-Frankierlösungen und Frankierservice, usw. bestellt oder geliefert werden.
In dem Maße, wie Postbeförderer dazu übergehen, die bearbeitete Post zwecks Adresserkennung
und Zusatzdienstleistungen wie Sendungsverfolgung automatisiert vollständig zu erfassen,
ergibt sich die Möglichkeit, auch die fälligen Portogebühren erst bei der Bearbeitung
im Briefzentrum zu erheben. Bei diesem Abrechnungsmodell müssen Kunden keine Portogebühren
im Voraus entrichten, sondern erhalten z.B. am Monatsende eine Rechnung über ihre
transportierten Sendungen. Bei Bedarf können Einzeltransportnachweise bestellt werden,
ähnlich wie dies heute für Telekommunikationsrechnungen üblich ist.
Im Fall von Frankiermaschinen bedeutet dieses Abrechnungsmodell, dass keine Guthabennachladungen
mehr nötig sind, sondern dass die Frankiermaschine nur dazu dient, das gewünschte
postalische Produkt zu erfassen und einen entsprechenden Frankierabdruck zu berechnen
und aufzubringen.
Wir nennen dieses Abrechnungsmodell "Zentrale Portoerhebung" im Gegensatz zur bisher
üblichen "Dezentralen Portoerhebung". Zentrale Portoerhebung führt zu einer verzögerten
Zahlungsforderung an den Absender. Dennoch wäre die Bezeichnung "postpay" oder "pay
later" nicht charakteristisch, denn auch bei herkömmlicher dezentraler Portoerhebung
kann zum Beispiel durch Lastschriftverfahren oder Kreditkartenzahlung die effektive
Belastung des Kundenkontos de facto später erfolgen, als die postalische Dienstleistung
erbracht wird.
[0007] Aus dem
US 7,110,576 B2 sind ein System und ein Verfahren zur Authentifikation eines Postabsenders bekannt,
der eine Postsendung unterschreibt. Eine handgeschriebene Unterschrift stellt eine
biometrische Identität des Absenders dar, welche der Absender auf eine Postsendung
aufbringt, indem er eine handschriftliche Unterschrift mithilfe eines Digitalisierstift
leistet. Ein Postbeförderer scannt anschließend die Unterschrift und lässt von einem
zentralen Ferndienst überprüfen, ob die gelesene Unterschrift gültig ist. Bei dem
Ferndienst ist auch der Digitalisierstift ursprünglich mittels Unterschriftenprobe
registriert worden. In einer speziellen Ausprägung schreibt der Digitalisierstift
eine Information in ein Radio Freqency Identity Device (RFID), wobei das RFID-Schildchen
auf der Postsen-dung angebracht ist. Im Ergebnis der Überprüfung des biometrischen
Merkmals auf hinreichende Ähnlichkeit eines vom behaupteten Absender geleisteten biometrischen
Referenzmerkmals erhält der Postbeförderer eine Antwort und bringt das Ergebnis auf
der Postsendung auf, sofern es positiv ist. In nachteiliger Weise erlaubt eine biometrische
Absenderkennung keine eindeutige Gerätekennung. Es ist keinerlei Integritäts-Checksumme
über die Absenderkennung vorgesehen. Außerdem wäre es aufwändig sicherzustellen, dass
in der Postsendung besondere technische Merkmale wie z.B. ein RFID-Tag vorhanden sind.
[0008] Aus der
US 6,801,833 B2 ist ein System zur Identifikation von Postsendungen mittels RFID bekannt. Die Postsendungen
werden in Stapeln gebündelt, die wiederum in Containern zusammengefasst werden, die
selbst in Lieferwagen transportiert werden. Jeder Behälter ist mit einem eigenen RFID-Tag
ausgerüstet, der alle enthaltenen Behälter bzw. Postsendungen auflistet, so dass an
definierten Punkten des Posttransportweges jeder Behälter und jedes Poststück automatisch
erfasst und durch einen Zentralcomputer verfolgt werden kann. Das RFID-Tag kann folgende
Informationsmerkmale tragen: Adressat, Absender, Sendungs-ID, Integritätschecksumme
einer Sendungs-ID, Sendungswert oder verschlüsselter Sendungswert. Dadurch ergibt
sich, dass Postsendungen mit eindeutigen Absenderkennungen markiert werden, jedoch
in anderer Form und zusammen mit anderen Merkmalen als denen der vorliegenden Erfindung.
Der Absender kann eine größere Menge Postsendungen einliefern, indem er gleichzeitig
eine Einlieferungsliste (mailing manifest) bereitstellt. Bei manifest mailing Systemen
ermittelt nicht der Absender, sondern das Einlieferungspostamt den erforderlichen
Portobetrag aufgrund der Einlieferungsliste. Auf den einzelnen Postsendungen muss
daher nur ein Merkmal angebracht sein, das einen Bezug zur zugehörigen Einlieferungsliste
herstellt (permit imprint). In unüblicher Weise ist dazu ein RFID-Tag vorgesehen.
Eine Absender-ID ist nur in der Form als RFID-Informationsmerkmal vorgesehen. Eine
mailing-ID identifiziert das Poststück einzigartig, wobei die mailing-ID aus folgenden
Teilen bestehen kann: Absenderkontonummer, Datum, tray-ID, piece-ID in mailtray, e-mail
Adresse des Absenders, Sendungswert, Sendungskategorie und Postbeförderer. Für die
Kennungen der Postsendungen und aller Behälter kann ein fehlerkorrigierender Code
(CRC) oder eine digitale Signatur oder ein Message Authentication Code (MAC) erwendet
werden. Die Integritätschecks sollen verhindern, dass aufgrund von technischen Fehlern
(fehlerkorrigierender Code) oder betrügerischer Manipulation (digitale Signatur oder
Message Authentication Code) Postsendungen einer falschen Postablage (mail tray) zugeschlagen
oder eine falsche Postablage einer falschen Palette, usw. zugeordnet werden. Auf den
einzelnen Postsendungen muss daher ein RFID-Tag angebracht sein, jedoch ist es bei
der Vielzahl von Absendern schwierig zu sichern, dass für alle die gleichen Bedingenden
herrschen. Das ist kaum möglich, wenn der Absender den RFID-Tag am Poststück anbringt.
Ein falscher Klebstoff kann dazu führen, dass sich ein RFID-Tag ablöst. Für den Absender
ist es nicht ohne weiteres möglich, Informationen aus dem RFID-Tag auszulesen. Um
diese Informationen im RFID-Tag zu speichern, wären beim Absender ein Einsatz von
speziellen Geräten erforderlich.
[0009] Aus dem
US 5,612,889 A ist ein Postverarbeitungssystem mit eindeutiger Poststückautorisierung bekannt, die
vor dem Eintritt eines Poststücks in den Bearbeitungsstrom eines Posttransportdienstes
zugeordnet wird. Auf Postsendungen wird eine eineindeutige Sendungs-ID aufgeprägt,
die als Index in eine Einlieferungsliste dient, die die Zustelladressen aller eingelieferten
Postsendungen enthält. Dadurch wird eine Adresskorrektur auf Basis der Einlieferungslisten
ermöglicht. Eine Einlieferung von Postsendungen wird vorab elektronisch beim Postbeförderer
angemeldet. Dafür erstellt der Absender eine elektronische Einlieferungsliste, die
er kryptographisch gesichert an den Postbeförderer überträgt. Der Briefbeförderer
wertet die Informationen über die erwarteten Postsendungen und ihre Zustelladressen
aus, korrigiert ggfs. Adressen und ermittelt die erforderlichen Portogebühren, und
stellt sie dem Absender anschließend in Rechnung. Der Postbeförderer schickt dem Absender
eine Liste von Sendungs-IDs zurück, die dieser auf seine Postsendungen aufdruckt.
Anschließend liefert der Absender seine Postsendungen beim Briefbeförderer ein. Die
Einlieferungsliste liegt dem Postbeförderer zu diesem Zeitpunkt bereits vor. Die SendungsID
bezeichnet für sich allein keinen Absender, sondern sie ist lediglich ein Index in
einer Einlieferungsliste. Eine Bedeutung erhält diese SendungsID erst in Verbindung
mit der Einlieferungsliste. Die SendungsID ist jedoch keine eindeutige Kennung, die
auf all den Postsendungen eines Frankiergeräts verwendet werden und den Absender identifizieren
kann.
[0010] Aus dem
EP 710 930 B1 ist bekannt, dass den Postsendungen eine eineindeutige SendungsID aufgeprägt wird,
die als Index in eine Einlieferungsliste dient, die die Zustelladressen bzw. destination
ZIP-Codes aller eingelieferten Postsendungen enthält. Ziel ist es hier, die Adresslesung
und -erkennung im Briefzentrum durch einen vorgeschalteten elektronischen Prozess
zu ersetzen. Dabei wird dasselbe Basissystem beschrieben, wie im vorherigen
US 5,612,889 A. Somit trifft hier derselbe Nachteil zu.
[0011] Aus dem
EP 1 058 212 A1 ist ein Verfahren zur Postgutverarbeitung und Postgutverarbeitungssystem bekannt,
mit gestaffelter Postgutverarbeitung. Private Postbeförderer (Carrier), die regional
aufgestellt sind, leiten Postsendungen zu deren Verteilung außerhalb ihrer Geschäftsregion
an einen überregionalen Postbeförderer weiter. Eine Identifikation des Absenders erfolgt
mittels Chipkarte, die der Kunde des privaten Postbeförderers bei sich trägt und in
einen Kartenleser der Postaufgabestation (Briefkasten) einsteckt, wenn der Kunde die
Post aufgibt. Es ist vorgesehen, dass der Kunde einen Beleg über die in einen Briefkasten
eingelegte und zunächst an einen ersten Carrier/Ort zuliefernde Post erhält. Die Chipkarte
dient als Kundenkarte, die bereits eine Identifikationsnummer aufweist. Jedes Postgut
wird mit einer maschinenlesbaren Markierung versehen, die aus einer für jedes Postgut
spezifischen Nummer und weiteren Versanddaten besteht. Der erste Carrier transportiert
die Post von der Postaufgabestation (Briefkasten) zum ersten Ort und frankiert dort
den Brief mit einem Frankierstempel und nimmt eine Abbuchung vom Kundenkonto bei einer
Kundenbank vor sowie liefert den frankierten Brief bei einer Postverteilzentrale eines
zweiten Carriers ein, welcher die Post weiterbefördert. Nach der Markierung des Postguts
wird also eine herkömmliche Frankierung durchgeführt und eine herkömmliche Einlieferungsliste
erzeugt. Der fällige Portobetrag wird ermittelt und erhoben während die Postgüter
eingeliefert werden. Im selben Prozess werden die entsprechenden Markierungen auf
die Postgüter aufgebracht. Die Markierung kann Datum und Uhrzeit der Einlieferung
und außerdem eine Identifizierung des Kunden enthalten, die zuvor von dessen Kundenkarte
in die Aufgabestation eingelesen worden ist. Dieses Verfahren kann als "semi-zentrale
Portoerhebung" bezeichnet werden. Sicherheitsprüfungen zusätzlich zur Sendungskennung
und Absenderkennung wurden jedoch nicht offenbart.
[0012] Bei dezentraler Portoerhebung wird vorausbezahltes elektronisches Geld bzw. Guthaben
in das Frankiergerät geladen. Gelingt es, diese Geldmenge zu manipulieren, so kann
in der Folge unbezahlte postalische Dienstleistung in Anspruch genommen werden. Dies
ist vom geschädigten Postbeförderer schwer erkennbar und noch schwerer zum individuellen
Betrüger rückverfolgbar. Nachteilig ist der erforderliche Aufwand durch Hardware-Sicherheitsmodul
oder eine online Datenverbindung zum Frankieren, welche die betrügerischen Manipulationen
verhindern sollen.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile zu vermeiden und ein Frankierverfahren
und Postversandsystem mit zentraler Portoerhebung zu schaffen und aufzubauen, wobei
mithilfe von einfacher aufgebauten und bedienungsfreundlichen Frankiergeräten dennoch
die Sicherheit des Systems garantiert wird. Das Frankiergerät soll eine manipulationssichere
Gerätekennung auf dem Postgut aufbringen.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch
1 und ein Postversandsystem mit den Merkmalen nach Anspruch 17 gelöst.
[0015] Ausgehend von der Überlegung, dass ein anderes Vertrauensmodell als bei dezentraler
Portoerhebung erforderlich ist, wurde die Sicherheit der Buchungen für Frankiergeräte
trotz deren vereinfachten Bauweise erhöht. Zentral gespeicherte Daten können besser
vor Fälschung geschützt werden. Bei zentraler Portoerhebung benutzt jedes Frankiergerät
eine individuelle Gerätekennung, die auf all seinen Frankierabdrücken eingeprägt ist.
Bei der Registrierung jedes Frankiergeräts assoziiert der Postbeförderer dessen Gerätekennung
mit einem elektronischen Gerätekonto, dem er später alle Portogebühren für Postsendungen
zuordnet, die die entsprechende Gerätekennung tragen. Die Abrechnung mit dem Kunden
kann von der Buchung zeitlich entkoppelt durchgeführt werden. Das Bankkonto des Absenders
wird mit den aufgelaufenen Kosten eines elektronischen Gerätekontos vorzugsweise am
Ende jeder Abrechnungs-periode entsprechend belastet.
[0016] Die zentrale Portoerhebung ermöglicht Frankierlösungen beim Absender, die offline
und ohne Sicherheitsmodul sicher funktionieren können. Die Postsendungen müssen jedoch
eine fälschungssichere Kennung des Absenders bzw. seines Frankiergeräts tragen, damit
die Portokosten den verursachenden Absendern korrekt zugeordnet werden können. Das
wird mittels einer symmetrischen Verschlüsselung von Parametern und mit einem Schlüssel
erreicht, der sich mit jedem Frankierabdruck ändert und welcher im Beförderer-Datenzentrum
synchon gehalten werden kann, ohne dass bei jeder Frankierung eine Kommunikation zwischen
dem Frankiergerät und dem Beförderer-Datenzentrum nötig ist. Vielmehr genügt eine
anfängliche Initialisierung des Frankiergeräts.
[0017] Dabei wird vom Frankiergerät über das Betreiber-Datenzentrum zum Postbeförderer-Datenzentrum
ein geheimer erster Frankierbildschlüssel verschlüsselt übermittelt. Letzterer kann
im Frankiergerät mittels eines privaten Kommunikationsschlüssels verschlüsselt und
im Betreiber-Datenzentrum mittels eines öffentlichen Kommunikationsschlüssels entschlüsselt
werden. Auf prinzipiell dieselbe Weise kann der geheime erste Frankierbildschlüssel
weiter zum Postbeförderer-Datenzentrum verschlüsselt übermittelt werden. Letzteres
verfügt damit über einen aktuell gültigen ersten Frankierbildprüfschlüssel, welcher
dem Absender bzw. seiner Gerätekennung zugeordnet gespeichert wird. Eine Markierung
auf einem Poststück bzw. ein Frankierbild weist mindestens eine Gerätekennung des
Frankiergeräts, eine Schlüsselgenerationsnummer und einen Integritäts-Checkcode auf.
Letzterer erlaubt eine Überprüfung der Integrität von solchen Parametern, wie Gerätekennung
und Schlüsselgenerationsnummer, weil letztere mittels des aktuell gültigen ersten
Frankierbildschlüssels zum Integritäts-Checkcode verschlüsselt werden. Während der
Initialisierung des Frankiergeräts werden die Gerätekennung des Frankiergeräts, die
Schlüsselgenerationsnummer und der erste Frankierbildschlüssel an das Datenzentrum
des Postbeförderers übermittelt.
[0018] Nach einem Frankieren wird im Frankiergerät aus dem ersten bzw. vorher gültigen Frankierbildschlüssel
ein aktuell gültiger zweiter Frankierbildschlüssel erzeugt, welchem ein aktuell gültiger
zweiter Frankierbildprüfschlüssel entspricht, der aber auf der Postbefördererseite
erzeugt wird. Die lokale Schlüsselgenerationsnummer in einem Frankiergerät und deren
lokale Kopie auf Seite des Postbeförderers werden synchron gehalten, um dort aus einem
vorher gültigen Frankierbildprüfschlüssel den aktuell gültigen Frankierbildprüfschlüssel
ableiten zu können.
[0019] Jede Gerätekennung ist eindeutig einem Kundenkonto zugeordnet, dem die verbrauchten
Portogebühren am Ende jeder Abrechnungsperiode in Rechnung gestellt werden. Nach jeder
Frankierung wird die Schlüsselgenerationsnummer im Frankiergerät geändert, wobei ein
schrittweises Verändern der Schlüsselgenerationsnummer um einen festgelegten Zahlenwert
erfolgt. Zum Beispiel wird die Schlüsselgenerationsnummer um eins erhöht. Dann wird
ein nächstgültger kryptographischer Schlüssel aus dem aktuell gültigen kryptographischer
Schlüssel nach einem ersten Algorithmus abgeleitet.
Das Frankiergerät ist mit einer Elektronik zum sicheren Verwalten einer postalischen
Identität ausgestattet und wird zum besseren Unterscheiden von den gewöhnlichen Frankiermaschinen
nachfolgend Postal Identity Management Device (PIMD) genannt.
Vorteilhaft muss nunmehr kein vorausbezahltes elektronisches Geld oder elektronisches
Guthaben in die Frankiergeräte geladen werden. Es gibt daher keine Möglichkeit, vorausbezahlte
elektronische Geldmengen zu manipulieren. Es gibt auch keine Möglichkeit, den Postbeförderer
durch Kopieren von Abdrucken zu betrügen. Es gibt überhaupt keinen Anreiz für einen
Absender, sein eigenes Frankiergerät zu manipulieren. Daher gibt es aus Sicht des
Postbeförderers auch keinen Bedarf, Frankiergeräte gegen Eingriffe ihrer Benutzer
zu schützen, womit auch kein Bedarf nach einem Hardware-Sicherheitsmodul in Frankiergeräten
besteht. Ebensowenig muss eine Online-Verbindung vor oder während des Frankierens
hergestellt werden, außer bei einer Initialisierung des PIMD.
Es gibt allerdings grundsätzlich die Möglichkeit für jeden Absender, eine ungültige
oder falsche Gerätekennung (Geräte-ID) zu verwenden. Wenn es einem Absender gelingt,
eine fremde Gerätekennung zu kapern, so könnte er seine Post auf Kosten des gekaperten
Geräts verschicken.
[0020] Ungültige Geräte-Identitäten sind jedoch von den Briefzentren grundsätzlich erkennbar,
wenn sie online, d.h. bei der Briefsortierung, ausgewertet werden. Nur falsche Gerätekennungen
sind von den Briefzentren grundsätzlich nicht erkennbar, da die wahre Identität des
Absenders nicht bekannt ist. Dies könnte zwar durch eine biometrische Erkennung des
Einlieferers am Briefkasten, etc. erfasst werden, das Frankiergerät wäre dann aber
nicht einfacher aufgebaut. Die Verwendung falscher Gerätekennungen ist daher ohne
zusätzlich Maßnahmen im Einlieferungsprozess nicht erkennbar, und demzufolge ist das
Betrugspotenzial hierfür relativ groß. Eine betrügerische Manipulation der Gerätekennung
kann jedoch durch eine Kombination von folgenden Maßnahmen wesentlich erschwert werden:
- a) Schutz vor Missbrauch der Identifikation des Absender-Frankiergeräts mittels Passwort-Eingabe
via Tastatur oder alternativ mittels RFID-Ausweis, Magnetkarte, Chipkarte, mobiles
Gerät (Handy, Organizer) verbunden über persönliches Netzwerk (Bluetooth, USB, etc.)
auf der Frankiergeräteseite.
- b) Authentikation der Gerätekennung in jedem Frankierabdruck auf der Postbefördererseite,
um die Verwendung falscher Gerätekennungen auszuschließen.
- c) Einmal-Authentikation der Gerätekennung in jedem Frankierabdruck auf der Postbefördererseite,
um die Wiederverwendung kopierter Authentikationen falscher Gerätekennungen auszuschließen.
Es ist vorgesehen, dass jeder kryptographische Frankierbildschlüssel für höchstens
ein Frankierbild verwendet wird, welches abtastbare Informationen, wie die Gerätekennung
des Frankiergeräts, die Schlüsselgenerationsnummer und den Integritäts-Checkcode enthält.
- d) Sicherung der Kommunikations-Verbindung mindestens zum Betreiber-Datenzentrum durch
Verschlüsselung.
- e) Bei Multi-User-Frankiergeräten, zum Beispiel PC-Frankierer, müssen die verschiedenen
Benutzer eines Frankiergeräts gegeneinander geschützt werden. Das kann beim Einsatz
eines PC's mithilfe bekannter Betriebssysteme gelöst werden, die separate Benutzerkonten
verwalten können.
[0021] Da die erste Schlüsselgenerationsnummer zusammen mit dem ersten Frankierbildschlüssel
und der Gerätekennung an ein Datenzentrum des Postbeförderes weiter übermittelt wird,
kann dort eine entfernte Abtastung und Auswertung von zu überprüfenden Frankierbildern
erfolgen, die vom Frankiergerät auf den Poststücken aufgebracht worden sind.
Ein Integritäts-Checkcode wird nach einem zweiten Krypto-Algorithmus mittels des geheimen
kryptographischen Frankierbildschlüssels des Frankiergeräts des Absenders, der Gerätekennung
des Frankiergeräts und der aktuellen Schlüsselgenerationsnummer erzeugt, wobei das
Frankierbild, mindestens die Gerätekennung des Frankiergeräts, die aktuelle Schlüsselgenerationsnummer
und den Integritäts-Checkcode abtastbar enthält.
Im Datenzentrum kann ein Ableiten eines Frankierbildprüfschlüssels, der dem nächsten
geheimen Frankierbildschlüssel entspricht, aus dem ersten Frankierbildschlüssel und
aus der im Frankierbild abtastbaren von jedem weiteren Poststück übermittelten aktuellen
Schlüsselgenerationsnummer nach einem ersten Krypto-Algorithmus erfolgen, wenn für
jedes Frankierbild ein neuer Frankierbildschlüssel aus einem Vorgänger des Frankierbildschlüssels
nach demselben ersten Krypto-Algorithmus abgeleitet wurde.
Es ist vorgesehen, dass ein Auswerten der gescannten Daten mittels eines Prüfablaufs
im Datenzentrum des Postbeförderers, eine Ermittlung der mathematischen Beziehung
der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer zu der Kopie der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer
umfasst. Der Wert der Veränderung gegenüber der Kopie der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer
ergibt sich aus dem Produkt jedes einzelnen Schrittwertes mit der Anzahl an Veränderungen.
Bei einem schrittweisen Verändern der Schlüsselgenerationsnummer um einen festgelegten
Zahlenwert in Vorbereitung eines nachfolgenden Frankierbildschlüssels ergibt sich
die vorgenannte mathematische Beziehung aus der Anzahl der Veränderungen. Ein Frankierbildprüfschlüssel
wird nach dem ersten Krypto-Algorithmus berechnet, wobei der erste Krypto-Algorithmus
so oft angewendet wird, wie durch die mathematische Beziehung vorgegeben wird. Das
Poststück wird einer Aussortierung und die abgetasteten Daten einer Fehlerbehandlung
unterworfen, wenn ein schrittweises Verändern der Schlüsselgenerationsnummer um einen
festgelegten Zahlenwert nicht zum erwarteten Ergebnis führt, d.h. wenn die mathematische
Beziehung der vorgegebenen mathematischen Beziehung nicht entspricht. Das ist zum
Beispiel der Fall, wenn sich die festgestellte mathematische Beziehung nicht aus der
Anzahl der Veränderungen ergibt. Wenn auf die vorgenannte Weise eine Synchronität
zwischen Frankiergerät und Datenzentrum, d.h. sowohl zwischen der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer
und ihrer berechneten Kopie als auch zwischen dem geheimen kryptographischen Frankierbildschlüssel
und dem berechneten Frankierbildprüfschlüssel hergestellt wird, kann ein Vergleichs-Integritäts-Checkcode
im Datenzentrum berechnet werden, um den abgetasteten Integritäts-Checkcode kryptographisch
zu verifizieren. Eine zentrale Portoerhebung wird im Datenzentrum des Postbeförderers
durchgeführt, wenn die Echtheit des Integritäts-Checkcodes nachweislich vorliegt.
Ein Postversandsystem mit zentraler Portoerhebung umfasst ein Briefzentrum und Datenzentrum
eines Postbeförderers, ein Datenzentrum eines Betreibers und eine Vielzahl von Frankiergeräten.
Der Postbeförderer transportiert die vom Frankiergerät frankierten Poststücke in üblicher
Weise zum Briefzentrum. Jedes Frankiergerät steht über eine Kommunikationsverbindung
via Netz und über eine Kommunikationsverbindung bedarfweise in Kontakt mit dem Betreiber-Datenzentrum,
das die Gerätekennung seiner Benutzer registriert und zusätzliche Dienste anbietet.
Jedes Frankiergerät kann Frankierabdrucke auf Briefe und/oder Etiketten für Poststücke
drucken, die anschließend zur weiteren Postbeförderung in das Briefzentrum eingeliefert
werden, welches mit dem Datenzentrum des Postbeförderers kommunikativ verbunden ist.
Das Datenzentrum des Briefzentrums ist via eine Kommunikationsverbindung mit dem Netz
verbunden und kann ebenso mit dem Betreiber-Datenzentrum kommunizieren, wie umgekehrt
das Betreiber-Datenzentrum mit dem Briefzentrum-Datenzentrum. Somit kann im Ergebnis
einer Initialisierung eines Frankiergerätes eine Information vom Frankiergerät via
dem Betreiber-Datenzentrum zum Datenzentrum des Postbeförderers gelangen, obwohl das
Frankiergerät in keine direkte Kommunikation mit dem Datenzentrum des Postbeförderers
eintritt. Durch die vorgenannte Information ist das Datenzentrum des Postbeförderers
zur Auswertung von Informationen des Frankierbildes in der Lage, insbesondere zum
Lesen und Zuordnen der Gerätekennung zu einem Absender und zur Buchung der Portogebühren
für Poststücke desselben Absenders auf ein separates Konto oder zur Fehlerbehandlung.
Es ist vorgesehen, dass das Frankiergerät ein Schlüsselgenerierungsmittel enthält,
das für jedes nächste Frankierbild einen neuen Frankierbildschlüssel generiert.
Weiter sind Kommunikationsmittel vorgesehen, um über die Kommunikationsverbindung
eine Synchronität zwischen Frankiergerät und Datenzentrum bedarfsweise herzustellen.
Es sind Abtastmittel im Briefzentrum und erste Auswertemittel im Datenzentrum eines
Postbeförderers vorgesehen, die kommunikativ miteinander verbunden sind, wobei durch
die ersten Auswertemittel der Absender des Poststückes über eine in einer Datenbank
gespeicherte Zuordnung der Gerätekennung zu einem Absender bestimmt und durch Portzoberechnungsmittel
die Portogebühr ermittelt wird.
Die Auswertemittel im Datenzentrum schließen zweite Mittel zur Sicherheitsüberprüfung
jedes abgetasteten Frankierbildes ein, welche dann, wenn sich zwischen der abgetasteten
Schlüsselgenerationsnummer und ihrer berechneten Kopie und zwischen dem geheimen kryptographischen
Frankierbildschlüssel und dem berechneten Frankier-bildprüfschlüssel Synchronität
herstellen lässt, einen Vergleichs-Integritäts-Checkcode im Datenzentrum berechnet,
um den abgetasteten Integritäts-Checkcode kryptographisch zu verifizieren.
Ein Mittel zur Buchung der Portogebühren für Poststücke desselben Absenders auf ein
separates Konto und ein Mittel zur Fehlerbehandlung ist im Datenzentrum des Postbeförderers
vorgesehen, wobei die zentrale Portoerhebung dann durchgeführt wird, wenn die Echtheit
des Integritäts-Checkcodes nachweislich vorliegt.
[0022] Die zweiten Mittel zur Sicherheitsüberprüfung sind programmiert, so dass eine Ermittlung
der mathematischen Beziehung der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer zu der Kopie
der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer erfolgt, wobei ein Frankierbildprüfschlüssel,
der dem aktuellen nachfolgenden Frankierbildschlüssel des Frankiergeräts entspricht,
nach dem ersten Krypto-Algorithmus erzeugt, wobei letzterer entsprechend der ermittelten
mathematischen Beziehung z-Mal angewendet wird sowie wobei der Frankierbildprüfschlüssel
zusammen mit der Kopie der aktuell verwendeten Schlüsselgenerationsnummer und mit
der Gerätekennung zur Bildung eines Vergleichs-Integritäts-Checkcodes nach dem zweiten
Krypto-Algorithmus verwendet wird.
[0023] Die Erfindung besitzt folgende Vorteile gegenüber Stand der Technik:
- Die beschriebenen Frankiergeräte eines Systems mit zentraler Portoerhebung brauchen
nicht mit einer speziellen Sicherheits-Hardware ausgestattet zu werden. Da das Betrugsrisiko
für Postbeförderer verschwindend gering wäre, können die Zulassungsanforderungen gegenüber
Frankiersystemen mit dezentraler Portoerhebung deutlich reduziert werden. Die beschriebe-nen
Frankiergeräte können deutlich preiswerter hergestellt und in Verkehr gebracht werden,
als Frankiermaschinen mit dezentraler Portoerhebung.
- Frankierabdrucke für zentrale Portoerhebung können sehr einfach gestaltet werden.
Notwendig ist nur die einmal authentisierte Gerätekennung. Weitere Informationen herkömmlicher
Frankierabdrucke wie z.B. Datum, Portowert, Postproduktcode, brauchen nicht im Frankierabdruck
enthalten zu sein, weil sie alle im Wege der zentralen Portoerhebung bestimmt werden
können.
- Eine Kommunikation über ein Kommunikationsnetz ist innerhalb des Postversandsystems
bei Bedarf möglich und muss nicht für jedes Poststück erfolgen.
[0024] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend am Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a,
- Frankiersystem mit unterschiedlichen Varianten an Kommunikationsverbindungen,
- Fig. 1 b,
- Prinzipdarstellung einer bedruckten Briefoberseite,
- Fig. 1 c,
- schematische Darstellung der Abläufe beim Postbeförderer,
- Fig. 2,
- Blockschaltbild eines Frankiergrätes (PIMD's),
- Fig. 3,
- Darstellung der Ebenen des Speicherschutzes eines PIMD's,
- Fig. 4,
- Flussplan bei der Initialisierung eines PIMD's,
- Fig. 5,
- Flussplan beim Wechseln eines Passworts,
- Fig. 6,
- Flussplan beim Berechnen eines Frankierabdrucks,
- Fig. 7,
- Flussplan zur Echtheitsüberprüfung einer Geräte-ID,
- Fig. 8,
- Flussplan beim Senden eines Frankierbildschlüssels des PIMD's an dasPostbeförderer-Datenzentrum.
[0025] Anhand der Fig. 1a wird ein Frankiersystem mit unterschiedlichen Varianten an Kommunikationsverbindungen
zwischen einem Betreiber-Datenzentrum und Frankiergeräten dargestellt. Kleine mobile
Frankiergeräte 10, 10', 10", 10* können mit ihrem Druckermodul Frankierabdrucke erzeugen,
in welche eine Gerätekennung fälschungssicher eingeprägt ist. Solche Frankiergeräte
werden nachfolgend auch als Postal Identity Management Device (PIMD) bezeichnet. Jedes
PIMD steht über eine Kommunikationsverbindung 11, 11', 11", 11* via Netz 18 und eine
Kommunikationsverbindung 19 in Kontakt mit dem Betreiber-Datenzentrum 14. Dort registriert
es die Gerätekennung für seine Benutzer und erhält zusätzliche Dienste angeboten.
Jedes PIMD kann Frankierabdrucke 9.3 auf Briefe 9 und/oder Etiketten für Poststücke
drucken, die anschließend zur weiteren Postbeförderung in ein Briefzentrum-Datenzentrum
7 eingeliefert werden. Das Briefzentrum 7 ist via eine Kommunikationsverbindung 8
mit dem Netz 18 verbunden und kann ebenso mit dem Betreiber-Datenzentrum 14 kommunizieren,
wie umgekehrt das Betreiber-Datenzentrum 14 mit dem Briefzentrum-Datenzentrum 7. Die
Kommunikationsverbindungen 8 und 19 ermöglichen beispielsweise eine Kommunikation
via Internet- oder Telefon-Netz.
[0026] Jedes PIMD steht über das Netz 18 mit dem Betreiber-Datenzentrum 14 in Verbindung.
Zur Sicherung der Kommunikationsverbindung kann eine symmetrische oder asymmetrische
Verschlüsselung verwendet werden. Beispielsweise wird vom Frankiergerät über das Betreiber-Datenzentrum
14 zumPostbeförderer-Datenzentrum 7 ein geheimer erster Schlüssel verschlüsselt übermittelt.
Letzterer kann im Frankiergerät mittels eines privaten Schlüssels verschlüsselt und
im Betreiber-Datenzentrum mittels eines öffentlichen Schlüssels entschlüsselt werden.
Das Betreiber-Datenzentrum 14 kann beispielsweise ebenso über eine durch Verschlüsselung
gesicherte Verbindung via Netz 18 oder über eine - nicht gezeigte - Standleitung mit
demPostbeförderer-Datenzentrum 7 kommunizieren. Dabei ist eine mehr oder weniger unterschiedliche
Technik einsetzbar. Einige Verbindungs-Varianten sind in Fig. 1a dargestellt:
- A) Ein PIMD 10' verbindet sich über ein Funk-WAN 13' (beispielsweise GSM, UMTS Modem)
mit eine Funk-Station 6', welche via der Kommunikationsverbindung 11', Netz 18 und
der Kommunikationsverbindung 19 mit dem Betreiber-Datenzentrum 14 verbindbar ist.
- B) Ein PIMD 10 ist über ein leitungsgestütztes Telefonnetz 11, 18, 19 direkt mit dem
Betreiber-Datenzentrum 14 verbindbar.
- C) Ein PIMD 10" ist über ein Funk-LAN (WiFi) oder Funk Personal Network (Bluetooth)
13" mit einer Funkstation 6" eines PC 12" verbunden, der sich via Kommunikationsverbindung
11" (zum Beispiel Internet), Netz 18 und Kommunikationsverbindung 19 mit dem Betreiber-Datenzentrum
14 verbinden läßt.
- D) Ein PIMD 10* ist über eine Punkt-zu-Punkt Verbindung (USB) 15* mit einem PC 12*
verbunden, der sich via Kommunikationsverbindung 11* (zum Beispiel Internet), Netz
18 und Kommunikationsverbindung 19 mit dem Betreiber-Datenzentrum 14 verbinden läßt.
- E) Die Funktion eines PIMD's ist in den PC 12* integriert. Das kann durch eine entsprechende
Software und/oder Hardware (Einschub nicht dargestellt) geschehen. Der PC 12* steht
einerseits via einer Punkt-zu-Punkt Verbindung (USB) 16* mit einem handelsüblichen
Drucker 17* und andererseits via Kommunikationsverbindung 11* (zum Beispiel Internet),
Netz 18 und Kommunikationsverbindung 19 mit dem Betreiber-Datenzentrum 14 in Kommunikationsverbindung.
[0027] Die grundlegende Arbeitsweise des Systems gliedert sich in die Verfahrensschritte:
- Übermitteln des ersten Frankierbildschlüssels IDAKey1 zur entfernten Auswertung von zu überprüfenden Frankierbildern auf Poststücken,
- Berechnung eines Frankierbilds vor der Erzeugung einer Frankierung, wobei für jedes
Frankierbild ein neuer Frankierbildschlüssel aus einem Vorgänger des Frankierbildschlüssels
nach einem ersten Krypto-Algorithmus abgeleitet und wobei ein Integritäts-Checkcode
M basierend auf dem neuen Frankierbildschlüssel, einer Schlüsselgenerationsnummer
i, einer Gerätekennung g des Frankiergeräts und basierend auf einem zweiten Krypto-Algorithmus erzeugt wird,
wobei das Frankierbild, mindestens die Gerätekennung g des Frankiergeräts, die Schlüsselgenerationsnummer i und dem Integritäts-Checkcode
M aufweist,
- Befördern und Einliefern von Poststücken in ein Briefzentrum des Postbeförderers nach
dem Frankieren, Abtasten und Prüfung von Frankierbildern beim Postbeförderer, wobei
der Integritäts-Checkcode M kryptographisch verifiziert wird, indem ein Vergleichs-Integritäts-Checkcode
zum Vergleich mit dem aufgedruckten Integritäts-Checkcode gebildet wird und wobei
Gebühren zur zentralen Buchung erfaßt werden, welche dem Absender der Poststücke zeitlich
entkoppelt von der Buchung am Ende der Abrechnungsperiode in Rechnung gestellt werden
sowie
- Fehlerbehandlung beim Prüfen.
Berechnung von Frankierabdrucken
[0028] Um eine Frankierung vorzunehmen, bestimmt der Absender in bekannter Weise das erforderliche
Porto und startet die Frankierung mit seinem PIMD. Das PIMD kann eine integrierte
Waage und/oder einen Portorechner enthalten. Das PIMD druckt optionale Klartextinformationen
wie den erforderlichen Portowert, das aktuelle Datum und ggfs. Angaben zur Postsendung
(Produktbezeichnung, etc.)
Das PIMD druckt außerdem eine Markierung, beispielsweise einen maschinenlesbaren Barcode,
der folgende Informationen enthält:
g Eine Geräte-ID (deviceID) ist die Kennung des Frankiergeräts, die zu dessen Identifikation
herangezogen werden kann.
Benutzt ein Kunde mehrere verschiedene Frankiergeräte, so verwendet er verschiedene
eindeutige Gerätekennungen für jedes Frankiergerät. Jede Gerätekennung ist eindeutig
einem Kundenkonto zugeordnet, dem am Ende jeder Abrechnungsperiode (z.B. am Monatsende)
die Umsätze aller zugeordneten Frankiergeräte belastet werden.
i Eine Schlüsselgenerationsnummer.
Ein schrittweises Verändern der Schlüsselgenerationsnummer i kann um irgendeinen festgelegten Zahlenwert h erfolgen. Die Schlüsselgenerationsnummer i wird mit jeder Frankierung um vorzugsweise
den Wert h = 1 erhöht oder verringert. Jeder Schlüsselgenerationsnummer ist eineindeutig ein
kryptographischer Schlüssel IDAKeyi zugeordnet, der zur Berechnung von Integritäts-Checkcodes von Frankierabdrucken (Indicia)
verwendet wird.
M Ein Integritäts-Checkcode.
[0030] Hierbei ist f eine Funktion mit den Parametern
g, i und
IDAKeyi. Vorzugsweise liefert die Funktion f als Ergebnis den String
g ||
i bestehend aus der bitweisen Hintereinanderschreibung der Parameter
g und
i: 
[0031] Bei der Initialisierung eines Frankiergeräts, wird dessen Schlüsselgenerationsnummer
auf Eins gesetzt und ein initialer kryptographischer (erster) Schlüssel
IDAKey1 generiert. Während der anschließenden Registrierung des Frankiergeräts wird die Frankiergerätekennung
g, die erste Schlüsselgenerationsnummer
i = 1 sowie der zugehörige erste kryptographische Schlüssel
IDAKey1 an den Postbeförderer übermittelt. Auf diese Weise erhält der Postbeförderer denselben
geheimen kryptographischen Schlüssel, den das Frankiergerät verwendet.
[0032] Die vom Postbeförderer erhaltenen und in der Folge verwalteten Schlüsselgenerationsnummern
und kryptographischen Schlüssel seien im folgenden mit
j bzw.
IDAKeyj bezeichnet. Ziel ist es, die lokale Generationsnummer
i in einem Frankiergerät und seine lokale Kopie
j auf der Seite des Postbeförderers synchron zu halten. Wie dieses Ziel erreicht wird,
wird anhand der nachfolgend behandelten Verfahrensschritte Prüfung von Frankierabdrucken
und Fehlerbehebung genauer erklärt.
[0033] Nach jeder Frankierung wird die Schlüsselgenerationsnummer i im PIMD um eins erhöht
und ein neuer kryptographischer Schlüssel
IDAKeyi+1 aus dem aktuellen Schlüssel
IDAKeyi nach Formel (3) abgeleitet:

[0035] Für die
i-te Frankierung nach Initialisierung des Frankiergeräts wird die Schlüsselgenerationsnummer
i und der kryptographische Schlüssel
IDAKeyi verwendet. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass jeder kryptographische Schlüssel
für höchstens eine Frankierung verwendet wird.
Prüfen von Frankierungen
[0036] Die frankierten Sendungen werden wie bekannt beim gewünschten Briefbeförderer eingeliefert.
Der Postbeförderer sortiert die Postsendungen, liest automatisch die Frankierabdrucke
einschließlich der enthaltenen Barcodes ein, transportiert anschließend die Postsendungen
zur Zieladresse und liefert sie dort aus. Die vorliegende Erfindung geht davon aus,
dass vor der Sortierung alle Postsendungen gelesen und ihre Barcodes zu annähernd
100 % erkannt und korrekt dekodiert werden können.
[0037] Bei der Lesung der Postsendungen werden die Klartextinformationen ausgewertet und
für die Ermittlung des Portowerts verwendet. In einer Ausführung kann der Portowert
einfach abgelesen werden. In einer zweiten Ausführung kann der aufgedruckte Portowert
stichprobenhaft überprüft werden. In einer dritten Ausführung wird der Portowert gar
nicht gedruckt und gelesen, sondern direkt aus den physischen Parametern (Länge, Breite,
Dicke, Gewicht, Zusatzdienste) der Postsendung im Briefzentrum ermittelt.
[0038] Weiterhin wird bei der Lesung der Inhalt des Barcodes ermittelt, ausgewertet und
wie folgt geprüft:
- (I) Zuerst wird mittels eines ersten Prüfschrittes geprüft, ob die Frankiergerätekennung
g in der Datenbank des Datenzentrums bekannt ist. Ist die Prüfung erfolgreich, so ermittelt
der Postbeförderer aus seiner Datenbank die lokale Kopie j auf der Seite des Postbeförderers der zuletzt gelesenen Schlüsselgenerationsnummer
i und den zugehörigen Frankierbildprüfschlüssel IDAKeyj.
- (II) Anschließend wird mittels eines zweiten Prüfschrittes geprüft, ob die lokale
Kopie J der aktuell gelesenen Schlüsselgenerationsnummer i + x größer bzw. ob i - x kleiner ist, als die letzte von diesem Frankiergerät mit derselben Gerätekennung
g gespeicherte lokale Kopie j der Schlüsselgenerationsnummer i. Ist diese Prüfung erfolgreich, so wird der aktuelle
Frankierbildschlüssel IDAKeyJ berechnet. Im allgemeinen Fall gilt J = j + x für aufsteigende oder J = j - x fallende Schlüsselgenerationsnummern. Aufgrund eines konstanten Schrittwertes h und der Anzahl z der Schritte ergibt sich der Wert x der Veränderung der Schlüsselgenerationsnummer
insgesamt nach der Formel (4) zu:

Bei einem Schrittwert h = 1 und der Anzahl z = 1 der Schritte, d.h. im bevorzugten Normalfall J = j + 1 berechnet man den aktuellen Schlüssel nach folgender Formel (4):

Anderenfalls, muss die Prüfung zum Beispiel bei einem Vorkommen von Abtast- oder Lesefehlern
nicht immer erfolgreich sein. Das betreffende Poststück wird ausgesondert. Das nächstfolgende
Poststück desselben Absenders weist in der aktuell gelesenen Schlüsselgenerationsnummer
eine größere Änderung auf, weil die Anzahl z der Schritte mit dem Schrittwert h = 1 erhöht ist. Folglich wird die obige Rechenvorschrift umgestellt und im Datenzentrum
(J - j ) · 1/ h = z Mal rekursiv angewendet. Das vorgenannte nächstfolgende Poststück desselben Absenders
hat im bevorzugten Normalfall (h = 1) ein Frankierbild mit einer aktuell gelesenen
Schlüsselgenerationsnummer i + 2 und einen aktuellen Frankierbildschlüssel IDAKeyi + 2. Der Wert der lokalen Kopie j muss folglich entsprechend dem Wert x der Veränderung, d.h um x = 2 geändert und
die Formel (5) noch einmal zusammen mit dem zuletzt berechneten Frankierbildprüfschlüssel
für das ausgesonderte Poststück angewendet werden, um einen aktuellen Frankierbildschlüssel
ableiten zu können.
- (III) Danach wird im dritten Prüfschritt der gelesene Integritäts-Checkcode M kryptographisch verifiziert, indem die folgende Gleichung (6) geprüft wird:

Hierbei ist, f eine Funktion mit den Parametern g, J und IDAKeyJ.
Es wird die Funktion ,f, die vorzugsweise eine Zusammenstellung der Parameter g, J zu einer (alphanumerischen) Zahl umfasst, mit dem geheimen Frankierbildschlüssel
IDAKeyJ verschlüsselt, um einen Zahlenwert als Basis der HMAC-Bildung zu erzeugen. Wenn also
vorzugsweise nach der Formel (2) gearbeitet wird, dann ist auch vereinfachend für
die Sicherheitsüberprüfung vorgesehen, dass nach der Gleichung (7) geprüft wird, um
den Integritäts-Checkcode M kryptographisch zu verifizieren:

Ist auch diese Prüfung erfolgreich, so wird der ermittelte Portobetrag dem elektronischen
Gerätekonto zugeschlagen, das der Postbeförderer für dieses Gerät im Datenzentrum
des Briefzentrums führt. Am Ende der Abrechnungsperiode werden alle auf diesem Gerätekonto
aufgelaufenen Gebühren dem betreffenden Kundenkonto belastet.
Fehlerbehandlung mit Fehlerbehebung
[0039] Scheitert die Prüfung mittels des ersten Prüfschrittes (I) so wurde offenbar eine
ungültige Absenderkennung verwendet. Übertragungsfehler wären bereits durch die Fehlerkorrektur
des verwendeten Barcodes kompensiert worden. Es liegt beim jeweiligen Postbeförderer,
für diesen Fall eine Fehlerbehandlung zu definieren. Mögliche Behandlungen sind:
- a) Der Brief wird an den Absender zurückgeschickt.
- b) Die Postbeförderung kann beendet, und der Brief vernichtet werden.
- c) Der Adressat kann informiert und gefragt werden, ob er den Brief auf eigene Rechnung
zugestellt bekommen möchte. Falls das nicht der Wunsch des Adressaten ist, kann wie
unter a) beschrieben verfahren werden.
[0040] Scheitert Prüfung mittels des zweiten Prüfschrittes (II), so liegt entweder ein Replay
Angriff vor, oder die Steuerung des PIMD arbeitet fehlerhaft. In jedem Fall druckt
der Postbeförderer auf der Postsendung die letzte gespeicherte Schlüsselgenerationsnummer
des betreffenden Frankiergeräts auf und schickt diese an den Betreiber des erkannten
Frankiergeräts zurück. Zusätzlich sollte dieser auch auf elektronischem Wege über
die Retour und die aktuelle am Datenzentrum bekannte Schlüsselgenerationsnummer benachrichtigt
werden (e-mail, SMS), damit er in der Zwischenzeit nicht weitere Postsendungen mit
falschen Schlüsselgenerationsnummern frankiert.
[0041] Scheitert die Prüfung mittels des dritten Prüfschrittes (III), so liegt ein fataler
Fehler vor, denn da die Schlüsselgenerationsnummer i des erzeugenden PIMD und deren
Kopie
j im prüfenden Briefzentrum übereinstimmen, d.h. Prüfung (II) war erfolgreich, müssten
die kryptographischen Schlüssel ebenfalls übereinstimmen. In diesem Fehlerfall ist
eine erneute Initialisierung und Registrierung des PIMD zu veranlassen.
[0042] Bevorzugt kann eine neue Initialisierung dadurch geschehen, dass das Datenzentrum
7 des Postbeförderers einen neuen Frankierbildschlüssel
IDAKey*j erzeugt und einen Differenzwert Δ nach folgender Formel (8) ermittelt:

[0043] (XOR bezeichnet die BOOL'sche Operation des bitweisen Exklusiv-ODER). Der Differenzwert
Δ wird anschließend auf die Retoursendung aufdruckt, die an den Absender des Poststückes
zurückgeschickt wird. Der Differenzwert Δ wird zusätzlich auf elektronischem Wege
an das Datenzentrum 14 des Betreibers des erkannten Frankiergeräts übermittelt. Da
der erste Frankierbildschlüssel dem Betreiberdatenzentrum bekannt ist und über Exklusiv-Oder-Funktion
mit dem neuen Frankierbildschlüssel logisch verknüpft ist, kann der neue Frankierbildschlüssel
IDAKey*j ermittelt werden. Der neue Frankierbildschlüssel kann nun auf dem Wege einer gesicherten
Kommunkiation dem betreffenden PIMD zu-geschickt bzw. übermittelt werden. Die bei
der PIMD-Initialisierung erforderlichen Schritte können dementsprechend modifiziert
zur Anwen-dung kommen, dass das PIMD den neuen Frankierbildschlüssel übernimmt.
[0044] Die Fig. 1b zeigt eine Prinzipdarstellung einer bedruckten Briefoberseite mit einem
ersten Feld für die Absenderadresse oder Werbung, mit einem zweiten Feld 9.2 für eine
Markierung im Empfängeradressenfeld und mit einem dritten Feld 9.3 für die Frankierung.
Die vorgenannte Markierung und/oder die Frankierung enthält eine manipulationssichere
Gerätekennung. Selbstverständlich sind die Gerätekennung/Frankierabdrucke in 2D-Barcodes
kodiert ausdruckbar. Die Gerätekennung kann augrund der kleinen Datenmenge auch als
1D-Barcode aufgedruckt werden. Hier eignen sich zum Beispiel GS1-128 (UCC/EAN-128),
oder USPS OneCode. Diese Barcodes sind bei hoher Geschwindigkeit zuverlässig lesbar
und erlauben dem Lesegerät gleichzeitig, eine gewisse Fehlerrate automatisch zu korrigieren.
Sie werden bereits in vielen Postbriefzentren gelesen und erfordern in diesen keine
weiteren Investitionen in Scannertechnologie.
[0045] Alternativ könnten auch OCR-Fonts verwendet werden, um die Gerätekennungen zu drucken
und zu lesen.
Wieviel Information für eine authentisierte Gerätekennung benötigt wird, hängt im
Wesentlichen von der Anzahl der möglichen Absender ab. Bei 4 Byte, die für eine Checksum
benötigt werden und einer Anzahl von x Millionen möglichen Absendern werden mindestens
eine Anzahl von #
I = log
256(x · 10
6)+4 = log
256 (x)+6 · log
256 (10)+4 = log
256 (x)+6,5 Bytes für die Kodierung einer Gerätekennung benötigt. Ein postalischer Markt
von bis zu 17 Millionen Absendern erfordert daher 7 Byte, ein Markt bis zu 4 Milliarden
Absendern 8 Byte und ein Markt bis zu 1,09 Billionen Absendern 9 Byte lange Gerätekennungen.
Insgesamt ca. 1,6 Millionen Frankiermaschinen sind zur Zeit auf dem US-amerikanischen
Markt im Bestand. Eine 7 Byte-Gerätekennung erscheint hier ausreichend zu sein. Wenn
die frankierten Poststücke die entsprechenden Sortieranlagen der postalischen Briefzentren
durchlaufen, werden die Abdrucke gelesen, das aufgedruckte Porto, die Gerätekennung
und weitere Informationen erfasst, überprüft und in einem Datenzentrum des Post Briefzentrums
ausgewertet. Jedem Absender wird anhand dieser Auswertung die für ihn erbrachte postalische
Leistung in Rechnung gestellt.
[0046] Die Fig. 1c zeigt eine schematische Darstellung der Abläufe beim Briefbeförderer.
Nach einer Erzeugung einer Markierung und/oder Frankierung in einem ersten Schritt
1, welche ein Erzeugen einer manipulationssicheren Gerätekennung umfasst, erfolgt
ein Transport des Poststückes. Ein weisser Pfeil gibt die Transportrichtung an.
[0047] Die grundlegende Arbeitsweise im Briefzentrum des Postbeförderers geht von einer
Einlieferung des Poststücks im Briefzentrum in einem zweiten Schritt 2, einer Abtastung
und Auswertung einer Markierung und/oder Frankierbildes in einem dritten Schritt 3,
den weiteren Transport des Poststücks im vierten Schritt 4 und dessen Auslieferung
im fünften Schritt 5 oder dessen Aussortierung im vierten Schritt 4 aus. Die Informationen
aus der abgetasteten Markierung und/oder des Frankierbildes werden im Datenzentrum
des Briefzentrums in einer Auswertungs-Routine 300 zu deren Auswertung weiter verarbeitet.
Die Auswertung in der Routine 300 umfasst mindestens die folgenden Schritte:
301 Dekodierung und Fehlerkorrektur der Information nach dem Abtasten,
302 Ermittlung des Absenders,
303 Ermittlung der Portogebühr,
304 Sicherheitsüberprüfungen,
305 Abfrage nach Verifizierung und
306 Buchung oder
307 Fehlerbehandlung.
[0048] Im Briefzentrum ist ein Abtastmittel und im Datenzentrum eines Postbeförderers ist
ein erstes Auswertemittel vorgesehen, die kommunikativ miteinander verbunden sind,
um im Schritt 301 eine Dekodierung und Fehlerkorrektur der Information nach dem Abtasten,
im Schritt 302 eine Ermittlung des jeweiligen Absenders und im Schritt 303 eine Ermittlung
der Portogebühr durchzuführen. Das erste Auswertemittel umfasst eine Datenbank, die
mit einem Server gekoppelt ist.
[0049] Alternativ kann die Reihenfolge der Schritte 302 und 303 vertauscht oder die beiden
Schritte können nebenläufig ausgeführt werden.
[0050] Dabei ist vorgesehen, dass
- die Ermittlung (302) des jeweiligen Absenders eine Suche nach der Gerätekennung 9 des Frankiergeräts in einer Datenbank des Briefzentrums oder Datenzentrums und nach
der zugehörig gespeicherten Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer umfasst, zu der ein zugehörig
gespeicherter Frankierbildschlüssel existiert,
- die Sicherheitsüberprüfung (304) jedes Frankierbildes, eine Ermittlung der mathematischen
Beziehung der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x zu der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer sowie eine kryptographische Verifizierung
des Integritäts-Checkcodes M umfasst, wobei ein Frankierbildprüfschlüssel IDAKeyJ, welcher dem aktuellen nachfolgenden Frankierbildschlüssel IDAKeyi ∓ x des Frankiergeräts entspricht, nach dem ersten Krypto-Algorithmus erzeugt, wobei
letzterer entsprechend der Ermittlung der mathematischen Beziehung z-Mal angewendet wird sowie wobei der Frankierbildprüfschlüssel IDAKeyJ zusammen mit der Kopie J der aktuell verwendeten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x und mit der Gerätekennung g zur Bildung eines Vergleichs-Integritäts-Checkcodes Mref nach dem zweiten Krypto-Algorithmus verwendet wird.
[0051] Im Datenzentrum sind zweite Mittel zur Sicherheitsüberprüfung jedes abgetasteten
Frankierbildes vorgesehen, vorzugsweise ein Server, der gegen Missbrauch gesichert
ist.
Nach nach einem Durchlaufen der Schritte 301 bis 304 erfolgt eine Abfrage nach einer
Verifizierung der Frankiergerätekennung
g. Wenn nach einem Durchlaufen der Schritte 301 bis 304 eine Verifizierung möglich
ist, dann erfolgt im Schritt 306 eine Buchung der Portogebühr im Rahmen der zentralen
Portoerhebung auf das Konto des im Schritt 302 ermittelten Absenders. Wenn nach einem
Durchlaufen der Schritte 301 bis 304 aber keine Verifizierung möglich ist, dann wird
das im Abfrage-Schritt 305 festgestellt und auf einen Schritt 307 zur Fehlerbehandlung
verzweigt. Das Prüfen von Frankierungen und die drei Prüfschritte wurden oben bereits
erläutert. Im Rahmen der Fehlerbehandlung wird ein Weichensignal erzeugt, um den weiteren
Transport des Poststücks im vierten Schritt 4 zu unterbinden und um statt dessen eine
Aussortierung des Poststücks zu veranlassen. Das Poststück wird zum Empfänger transportiert,
wenn der Adressat (Empfänger) des Poststücks benachrichtigt worden ist und einer Zustellung
zugestimmt hat. Das Poststück kann zum Absender zurücktransportiert werden, wenn der
Absender des Poststücks benachrichtigt worden ist und einer Rücksendung zugestimmt
hat. Andernfalls wird ein nicht zustellbares Poststück vernichtet. Im Rahmen der Zustellung
an den Adressat (Empfänger) des Poststücks erfolgt ebenfaslls eine Buchung, jedoch
auf den Empfängernamen.
Im Rahmen der Fehlerbehandlung können weitere Nachforschungen und auch eine Registrierung
nicht zustellbarer Poststücke erfolgen.
[0052] Ein Blockschaltbild 100 eines Frankiergrätes (PIMD's) ist in der Figur 2 gezeigt.
Das Frankiergerät hat eine Tastatur 112 (keyboard), eine Anzeigeeinheit 114 (LCD)
und ein Druckermodul 116 (printer), die mit einer jeweils zugehörigen Ansteuerelektronik
(keyboard controller 111, display controller 113, printer driver 115) vebunden sind.
Es hat weiterhin einen Prozessor 104 (CPU), eine Speichermanagementeinheit 117 (MMU),
sowie flüchtige und nicht-flüchtigen Speicher (volatile memory 102, 107 und nonvolatile
memory 101, 103) und ein Kommunikations-Interface 109 mit seriellen Ein-/Ausgang zum
Datenaustausch mit einem Betreiber-Datenzentrum. Das Kommunikations-Interface kann
leitungsgebunden (z.B. USB, LAN, etc.) oder drahtlos (z.B. WLAN, GSM, Bluetooth) ausgelegt
sein. Zusätzlich gibt es einen zeitgesteuerten Treiber 108 (Time threshold), der auf
einen flüchtigen Speicher 102 zugreift und einen kryptographisch verschlüsselnden
Treiber 106, der auf einen nicht-flüchtigen Speicher 103 zugreift. Der zeitgesteuerte
Treiber 108 (Time threshold) schreibt in den flüchtigen Speicher 102 (RAM, SD-RAM)
Daten, und löscht diese Daten sobald für eine im Betriebsprogamm eingestellte Zeit
lang (time-out) nicht mehr auf diese Daten zugegriffen wurde. Das Löschen geschieht
durch automatisches Überschreiben der Daten mit vom Treiber zufällig generierten Bytes.
Wird anschließend versucht, die Daten auszulesen, gibt der Treiber nur die zuvor zufällig
eingestellten Daten aus.
[0053] Der kryptographisch verschlüsselnde Treiber 106 schreibt Daten in verschlüsselter
Form in den nicht-flüchtigen Speicher 103 (z.B. Flash), wofür er einen fest einprogrammierten
Schlüssel einer symmetrischen Blockchiffre verwendet. Sollen diese Daten anschließend
wieder ausgelesen werden, so entschlüsselt der Treiber die Daten zuerst mit demselben
fest einprogrammierten Schlüssel.
[0054] Der Programmcode zur Steuerung des Frankiergeräts steht vorzugsweise im Programmspeicher
105 (NV-Memory), zum Beispiel in einem Flash-Speicher, kann aber alternativ auch in
einem EPROM Baustein stehen. Letztere Variante ist preiswert, aber nicht so flexibel,
weil ein Austausch des Betriebsprogramms einen Wechsel des EPROM Bausteins erfordert.
Die Kommunikation innerhalb des Frankiergeräts läuft über einen internen Bus 110 und
wird gesteuert durch die Speichermanagementeinheit 117 (MMU) beim Speichern von Daten.
Der flüchtige Speicher (volatile memory) 107 ist als Arbeitsspeicher vorgesehen.
[0055] Das Kommunikations-Interface 109 kann über ein - mit gezeigtes - internes oder externes
Modem zum Datenaustausch mit einem Betreiber-Datenzentrum verbunden sein oder mit
einem anderen geeigneten Kommunikationsgerät. Die Kommunikationsverbindungen, das
Kommunikationsnetz und die Kommunikationsgeräte an den Enden der Kommunikationsverbindungen
bilden in bekannter Weise die Kommunikationsmittel.
Die vorgenannten Mittel 103 bis 107 bilden ein Schlüsselgenerierungsmittel, das durch
Berechnen für jedes nächste Frankierbild einen neuen Frankierbildschlüssel generiert.
Dabei wird vom unmittelbar vorhergehenden Frankierbildschlüssel ausgegangen. Letzterer
und ein Kommunikationsschlüssel sind beide im nichtflüchtigen Speicher 103 gespeichert.
Die Berechnung wird unter Verwendung eines ersten und zweiten Krypto-Algorithmus vor
dem Frankieren durchgeführt, wobei für ein erstes Frankierbild ein erster Integritäts-Checkcode
basierend auf dem zweiten Krypto-Algorithmus erzeugt wird, wobei für jedes nachfolgende
Frankierbild ein nachfolgender Frankierbildschlüssel aus einem Vorgänger des Frankier-bildschlüssels
nach dem ersten Krypto-Algorithmus abgeleitet und ein Integritäts-Checkcode erzeugt
wird, basierend auf dem nachfolgenden Frankierbildschlüssel, einer Schlüsselgenerationsnummer,
einer Gerätekennung des Frankiergeräts und basierend auf dem zweiten Krypto-Algorithmus.
[0056] Ein PIMD 10 kann mit seinem Betreiber-Datenzentrum 14 gesichert kommunizieren, wofür
üblicherweise ein in beide Richtungen authentisiertes und optional verschlüsseltes
Kommunikationsprotokoll verwendet wird. Übliche Verfahren basieren auf einem Protokoll
für key agreement (Henk C. A. van Tilborg: Encyclopedia of Cryptography and Security;
Springer-Verlag New York, 2005, Seite 325) oder key establishment.
[0057] In der Fig. 3 wird eine Darstellung der Ebenen des Speicherschutzes gezeigt. Nach
Eingabe 200 einer Gerätekennung
g (device-ID) und des aktuellen Passwortes, wird eine erste Routine 201 zum Verarbeiten
der Daten durchlaufen, um ein Passwort durch ein Zufalls und Datenmix (salt & hash)
zu bilden und in einer Datei im nichtflüchtigen Speicher 101 softwaregeschützt intern
zu speichern. Die erste Routine 201 führt somit zu einer Passwortspeicherung auf einer
unteren Ebene des Speicherschutzes. Nach der ersten Routine 201 folgt eine zweite
Routine 202 zum Ableiten eines interen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKey und zu dessen zeitgesteuerten Speicherung in einer
IMDKey-Datei im flüchtigen Speicher 102. Die zweite Routine 202 führt somit zu einer flüchtigen
Speicherung auf einer mittleren Ebene des Speicherschutzes.
Nach der zweiten Routine 202 folgt eine dritte Routine 203 zum Verschlüsseln von Schlüsseln
COMKey und
IDAKey mittels des interen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKey und eine verschlüsselte interne flüchtige Speicherung von Daten im flüchtigen Speicher
103, wobei die Daten die verschlüsselten Schlüssel enthalten. Die dritte Routine 203
führt somit zu einer flüchtigen Speicherung auf einer oberen Ebene des Speicherschutzes.
Das PIMD verwendet vorzugsweise zwei Schlüssel bzw. Schlüsselpaare zur Sicherung seiner
Interaktionen mit Nachbar-Systemen. Für die elektronische Kommunikation mit dem Betreiberdatenzentrum
wird ein Kommunikationsschlüssel
COMKey verwendet. Dies kann ein symmetrischer Schlüssel sein. Alternativ kann ein asymmetrisches
Schlüsselpaar eingesetzt werden. Im Fall eines asymmetrischen Schlüsselpaars bezeichnen
wir den privaten Kommunikationsschlüssel als
COMPrivKey und den öffentlichen Kommunikationsschlüssel als
COMPubKey.
Für die Frankierabdrucke, die von dem betreffenden Postbeförderer im Postbeförderdatenzentrum
bei der Postbeförderung gelesen und ausgewertet werden, wird ein geheimer Frankierbildschlüssel
IDAKey zur Bildung des Integritäts-Checkcode
M verwendet, wobei letzterer beim Frankieren auf das Poststück aufgedruckt wird. Dies
ist vorzugesweise ein symmetrischer Schlüssel.
Beide Schlüssel
COMKey und
IDAKey bzw.
COMPrivKey und
IDAKey sind in einem verschlüsselten internen Speicherbereich, beispielsweise im flüchtigen
Speicher 103, des Postal Identity Management Device (PIMD) abgelegt und werden nur
bei Bedarf entschlüsselt. Nach Gebrauch werden die Klartextkopien beider Schlüssel
sofort gelöscht und die entsprechenden Speicherbereiche mit zufälligen Bitmustern
überschrieben, so dass die Klarschlüssel nicht von Unbefugten ausgelesen werden können.
[0058] Für die Verschlüsselung des geheimen Kommunikationsschlüssels
COMKey bzw. des privaten Kommunikationsschlüssels
COMPrivKey und des geheimen Frankierbildschlüssels
IDAKey wird ein interer Verschlüsselungsschlüssel
IMDKey für eine symmetrische Blockchiffre, zum Beispiel Advanced Encryption Standard (AES),
verwendet. Dieser interne Verschlüsselungsschlüssel
IMDKey wird nicht permanent im Klartext abgespeichert, sondern wird jeweils bei Bedarf aus
dem Passwort algorithmisch abgeleitet. Klartextkopien des internen Verschlüsselungsschlüssel
IMDKey werden temporär im flüchtigen Speicher 102 gehalten (time controlled internal storage)
und dort wieder gelöscht, sobald ihre Verweilzeit (time-out) abgelaufen ist, ohne
dass sie verwendet wurden.
[0059] Für ein neues Passwort wird ein zufälliger Bitstring (salt) generiert (
Henk C. A. van Tilborg: Encyclopedia of Cryptography and Security; Springer-Verlag
New York, 2005, Seite 541). Der zufällige Bitstring wird an das vom Benutzer gewählte Passwort angehängt. Das
Ergebnis wird durch eine Hashfunktion (ebenda, hash function, Seite 256-264) auf einen
Hashwert (zum Beispiel SHA256) abgebildet und aus diesem wird der Frankierbildschlüssel
IDAKey abgeleitet, indem der Hashwert entweder direkt verwendet oder einer Hashfunktion
unterworfen wird. Das Paar aus Salt und Hashwert zu einem Passwort werden anschließend
in der Passwort-Datei indiziert nach Passworten abgespeichert (soft protected internal
memory). Um diesen Speicher gegen unbefugtes Auslesen zu schützen, werden Software-Verschleierungstechniken
eingesetzt, die zum Beispiel einen Datensatz in mehreren Teilen ablegen, die im Speicher
101 an unterschiedlichen Adressen stehen.
[0060] Zu den Hauptprozessen des Betreibens eines PIMD gehören:
- eine Initialisierung (Fig.4) des PIMDs,
- ein Wechseln (Fig.5) eines bestehenden Passworts und
- eine Berechnung (Fig.6) des Frankierabdrucks.
[0061] Zu den Unterprozessen des Betreibens eines PIMD gehören:
- eine Geräte-ID Authentikation (Fig.7),
- ein Senden (Fig.8) von Frankierbildschlüsseln (IDAKey).
[0062] Die Fig. 4 zeigt als Routine 400 einen Flussplan zur Initialisierung eines PIMDs.
Nach dem Start der PIMD Initialisierung im Schritt 401 und einer Eingabe der Geräte-ID
und eines neuen Passworts in das PIMD im Schritt 402 erfolgt im Schritt 403 eine Abfrage
nach neuen Passworten. Bei einer Passworteingabe über die Tastatur des Frankiergerätes
sind beispielsweise die neuen Passworte diejenigen, die doppelt eingegeben wurden.
Bei der erstmaligen Eingabe eines Passwortes via Tastatur muss folglich eine Doppeleingabe
der Passworte erfolgen. Damit soll aber weder ein mehrmaliges Eingeben von gleichen
Passworte ausgeschlossen werden, noch eine einmaliges Eingeben eines Passwortes, wobei
das Frankiergerät auf eine andere Art und Weise erkennen kann, dass eine Routine 400
zur Initialisierung eines PIMDs ablaufen soll. Zum Beispiel erfolgt bei einer ersten
Eingabe eine Eingabe der Art der Routine, die ablaufen soll und in einer zweiten Eingabe
eine Passworteingabe, oder umgekehrt. Alternativ sind andere Varianten der Passworteingabe
als per Hand möglich, vorausgesetzt das Frankiergerät besitzt eine entsprechend angepasste
Schnittstelle. Beispielsweise kann die Passworteingabe via Chipkarte erfolgen, was
voraussetzt dass das Frankiergerät eine Schreib/Leseeinheit für Chipkarten besitzt.
Auch muss dann folglich keine Doppeleingabe der Passworte erfolgen, wenn auf eine
andere Weise festgestellt werden kann, ob beabsichtigt ist, ein bisheriges durch ein
neues aktuelles Passwort zu ersetzen.
Nachfolgend erfolgt im Schritt 404 ein Verarbeiten des Passworts durch einen ansich
bekannten Prozess (salt & hash-Prozess), auf welchen oben bereits in Verbindung mit
Fig.3 hingewiesen wurde. Im Schritt 405 erfolgt ein Einspeichern des neuen Passworts
in einer Passwort-Schlüsseldatei im nicht-flüchtigen Speicher 101. Auf den Schritt
404 folgend wird im Schritt 406 ein neuer Verschlüsselungsschlüssel
IMDKeyk vom neuen Hash-Wert abgeleitet, der im Schritt 404 gebildet wurde. Nach dem Ableiten
des neuen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKeyk im Schritt 406 wird im Schritt 407 der neue Verschlüsselungsschlüssel
IMDKeyk zeitgesteuert intern im flüchtigen Speicher 102 gespeichert. Im auf den Schritt 406
folgenden Schritt 408 kann nun ein Generieren eines neuen Kommunikationsschüssels
COMKey und Frankierbildschlüssels
IDAKey1 erfolgen. Diese beiden Schlüssel werden im darauf folgenden Schritt 409 im Crypto-Treiber
106 zu Daten
Dk1 verschlüsselt, die anschließend im nach folgenden Schritt 410 intern flüchtig gespeichert
werden.
Der Frankierbildschlüssel
IDAKey1 ist ein erster Schlüssel, welcher zur Bildung eines Integritäts-Checkcode M verwendet
wird. Der
COMKey ist ein Kommunikationsschlüssel für die elektronische Kommunikation mit dem Betreiberdatenzentrum.
Ein Verschlüsseln der beiden Schüssel
COMKey und
IDAKey1 erfolgt im Schritt 409 durch Anwendung des neuen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKeyk beim Verschlüsseln nach einem der bekannten Verschlüsselungsalgoritmen, beispielsweise
nach dem Avanced Encryption Standard (AES)-Algorithmus nach Formel (9):

[0063] Nach der im Schritt 410 erfolgten internen Speicherung der Daten
Dk1 der verschlüsselten Schüssel
COMKey und
IDAKey1 wird im nachfolgenden Schritt 411 der Unterprozess gemäß Fig. 8 durchgeführt und
der erste Frankierbildschlüssel
IDAKey1 gesendet. Während der Initialisierung des Frankiergeräts werden außer dem ersten
Frankierbildschlüssel
IDAKey1 auch die Gerätekennung
g des Frankiergeräts und die Schlüsselgenerationsnummer
i an das Datenzentrum des Postbeförderers übermittelt. Im anschließenden Schritt 412
ist die Initialisierung des PIMD vollständig.
[0064] Die Arbeitsweise der Initialisierung eines PIMDs gehört zu den Hauptprozessen und
endet mit der Übermittlung des erzeugten ersten Frankierbildschlüssels
IDAKey1 an den Postbeförderer über ein gesichertes Kommunikationsprotokoll.
[0065] Der Postbeförderer registriert daraufhin das neue Frankiergerät mit dessen Gerätekennung
g, seiner ersten Schlüsselgenerationsnummer
i und dem zugehörigen Frankierbildschlüssel
IDAKeyi, welche zur Bildung eines Integritäts-Checkcode M verwendet werden. Die erste Schlüsselgenerationsnummer
i hat vorzugsweise den Wert 'Eins'.
[0066] Die Fig. 5 zeigt als Routine 500 einen Flussplan beim Wechseln eines Gerätepassworts.
Die Routine 500 des PIMDs führt zur Änderung des Passworts, d.h. zur Aktualisierung
des Passworts des PIMDs. Nach dem Start eines Wechselns des Passworts im ersten Schritt
501 und einer Eingabe der Geräte-ID und des vorherigen Passworts in das PIMD im zweiten
Schritt 502 erfolgt im dritten Schritt 503 eine Echtheitsüberprüfung der Geräte-ID.
Ist die Echtheitsüberprüfung der Geräte-ID fehlgeschlagen, dann wird auf einen vierten
Schritt 504 verzweigt und die Routine 500 endet. Anderenfalls falls die Echtheitsüberprüfung
der Geräte-ID erfolgreich war, dann wird zur Abfrage nach neuen Passworten auf einen
sechsten Schritt 506 verzweigt. Nach einer Eingabe eines neuen Passworts im fünften
Schritt 505, kann im sechsten Schritt 506 eine Abfrage nach dem neu eingegebenen Passwort
erfolgen. Beispielsweise kann bei einer Handeingabe via Tastatur des Frankiergerätes
im fünften Schritt 505 ein neues Passwort doppelt eingegeben werden und im sechsten
Schritt 506 wird nach einer solchen doppelten Eingabe eines neuen Passworts gefragt.
Alternativ kann nach anderen Kriterien festgestellt werden, ob die Eingabe eines neuen
Passwortes beabsichtigt ist.
Der Benutzer kann also ein neues Passwort etablieren, indem er es zweimal identisch
eingibt. Das Frankiergerät kann gegebenenfalls auf eine andere Art und Weise erkennen,
dass eine Routine 500 zum Wechseln des Passworts ablaufen soll. Alternativ sind andere
Varianten der Passworteingabe als per Hand möglich, was voraussetzt, dass das Frankiergerät
eine entsprechend angepasste Schnittstelle besitzt. Mit der Passwort-Eingabe oder
alternativ mittels RFID-Ausweis, Magnetkarte, Chipkarte, mobiles Gerät (Handy, Organizer),
welche über persönliches Netzwerk (Bluetooth, USB, etc.) mit dem Frankiergerät kommunikativ
verbunden werden können, wird ein Missbrauch der Gerätekennung
g des Absender-Frankiergeräts erschwert.
Nachdem die Authentikation der Geräte-ID im dritten Schritt 503 und die Abfrage im
sechsten Schritt 506 erfolgreich war, erfolgt eine Verarbeitung des neuen Passwortes
nach dem sogenannten salt & hash-Prozess in einem siebenten Schritt 507 zu einem neuen
Hash-Wert
Hashk +1. Der vorgenannte Prozess ist identisch mit der ersten Routine 201 zum Verarbeiten
der Daten, die anhand der Darstellung in Fig.3 bereits erläutert wurde bzw. mit dem
vierten Schritt 404 der Routine 400, welche gemäß der Fig.4 durchlaufen wird.
Nach dem salt & hash-Prozess im siebenten Schritt 507 wird das neue Passwort in einer
Passwort- und Schlüsseldatei in einem achten Schritt 508 gespeichert und zum neunten
Schritt 509 weitergesteuert, zur Entnahme von intern gespeicherten Daten
Dk, wobei die Daten die verschlüsselten Schlüssel enthalten. Die verschlüsselte interne
Speicherung der Schlüssel im flüchtigen Speicher 103 erfolgte in Form von Daten
Dk bereits vor der Routine 500 im Schritt 410 (Fig.4) oder 203 (Fig 3). Die entnommenen
Daten
Dk werden mittels des aktiven internen Schlüssels
IMDKeyk zu den beiden in Klartext benötigten Schlüsseln entschlüssselt. Dabei handelt es
sich um den geheimen Frankierbildschlüssel
IDAKeyk und den geheimen Kommunikationsschlüssel
COMKey bzw. privaten Kommunikationsschlüssel
COMPubKey. Auf den neunten Schritt 509 folgend erfolgt im zehnten Schritt 510 ein Ableiten eines
neuen internen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKeyk+1 vom neuen Hash-Wert
Hashk+1, der im siebenten Schritt 507 ermittelt wurde. In einem dem zehnten Schritt 510 nachfolgenden
elften Schritt 511 erfolgt ein Rückverschlüsseln der benötigten Schlüssel mittels
des neuen
IMDKeyk+1, wobei sich die benötigten Schlüssel aus der Entschlüsselung im neunten Schritt 509
ergeben. Die Rückverschlüsselung erfolgt wieder beispielsweise nach dem Advanced Encryption
Standard (AES)-Algorithmus nach der Formel (10) zu den neuen verschlüsselten Daten
Dk+1:

[0067] In einem dem elften Schritt 511 nachfolgenden zwölften Schritt 512 erfolgt dann wieder
eine interne flüchtige Speicherung der neuen verschlüsselten Daten
Dk +1 im flüchtigen Speicher 103. Im Ergebnis des zehnten Schrittes 510 erfolgt außerdem
in einem dreizehnten Schritt 513 eine zeitgesteuerte interne flüchtige Speicherung
des neuen internen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKeyk+1 im flüchtigen Speicher 102. Das Wechseln des Passworts ist im vierzehnten Schritt
514 vollständig.
[0068] Die Fig. 6 zeigt als Routine 600 einen Flussplan zum Berechnen eines Frankierabdrucks.
Die Routine 600 zum Berechnen eines Frankierabdrucks gehört zu den Hauptprozessen.
Nach dem Start einer Bearbeitung der Daten eines Frankierabdrucks im ersten Schritt
601 erfolgt im zweiten Schritt 602 eine Abfrage, ob eine erneute Authentifizierung
der Geräte-ID nötig sei, weil der Zeitablauf der Speicherung des IMDKeys erfolgt ist.
Ist das der Fall, dann kann - in nicht gezeigter Weise - eine Meldung zum Beispiel
via Display erfolgen, welche den Benutzer des Frankiergerätes zu einer Eingabe der
Geräte-ID und des Passwortes auffordert.
Anschließend erfolgt im dritten Schritt 603 eine Eingabe der Geräte-ID und des Passworts
bevor im vierten Schritt 604 ein Unterprozess des Betreibens eines PIMD zwecks einer
Authentifizierung der Geräte-ID abläuft. Ist eine Authentifizierung der Geräte-ID
nicht möglich, dann wird ein Schritt 605 erreicht und eine Meldung zur Anzeige gebracht,
dass die Authentifizierung fehlgeschlagen ist.
Anderenfalls, wenn die Abfrage im zweiten Schritt 602 ergibt, dass eine erneute Authentifizierung
der Geräte-ID unnötig ist oder wenn die Authentifizierung der Geräte-ID im vierten
Schritt 604 erfolgreich war, dann wird auf einen sechsten Schritt 606 verzweigt. Im
sechsten Schritt 606 werden die im flüchtigen Speicher 103 verschlüsselt intern gespeicherten
Daten
Di mittels des aktiven
IMDKeyi zu den Klartextschlüsseln entschlüsselt. Dabei handelt es sich um den geheimen Frankierbildschlüssel
IDAKeyi und den geheimen Kommunikationsschlüssel
COMKeyi bzw. privaten Kommunikationsschlüssel
COMPubKeyi. Nun erfolgt ein Bilden eines Integritäts-Checkcodes M nach der vorgenannten Formel
(1) oder (2).
Nach Eingabe von Frankierdaten und -bilddaten in einem siebenten Schritt 607 erfolgt
in einem achten Schritt 608 eine Verarbeitung der Frankierdaten und -bilddaten zusammen
mit dem Integritäts-Checkcode M, um im Ergebnis der Routine 600 einen einzigartigen
Frankierabdruck zu erzeugen. Auf den achten Schritt 608 folgend, wird in einem neunten
Schritt 609 die Schlüsselgenerationsnummer i für die auf die aktuelle Frankierung
folgende nächste der Frankierung um den Wert Eins erhöht. Nach dem Inkrementieren
im neunten Schritt 609 erfolgt im nachfolgenden zehnten Schritt 610 ein Ableiten eines
nächsten Verschlüsselungsschlüssels
IMDKeyi, ein Verschlüsseln der Schlüssel
IDAKeyi und
COMKeyi mittels des aktiven IMDKey
i und eine verschlüsselte interne Speicherung der Schlüssel
IDAKeyi und
COMKeyi. Im weiteren elften Schritt 611 erfolgt ein Überschreiben der Klarschlüssel und des
Verschlüsselungsschlüssels in den flüchtigen Speichern 102 und 103. Mit einem zwölften
Schritt 612 kann eine Meldung über die Integrität des Checkkodes ausgegeben werden.
Mit dem dreizehnten Schritt 613 ist die Routine 600 zum Berechnen eines Frankierabdrucks
vollständig.
[0069] Die Fig. 7 zeigt als erste Sub-Routine 700 einen Flussplan zur Echtheitsüberprüfung
einer Geräte-ID. Die Sub-Routine 700 gehört zu den Unterprozessen des Betreibens eines
PIMD, die in beiden Hauptprozessen nach Fig. 5 und 6 sowie im Unterprozess nach Fig.
8 benötigt wird. Die beim Durchlaufen der Sub-Routine veranlasste Arbeitsweise des
PIMDs wird im ersten Schritt 701 gestartet und führt zur Geräte-ID-Authentikation.
Nach dem Start erfolgt im zweiten Schritt 702 der ersten Sub-Routine 700 eine Eingabe
der Geräte-ID und des Passworts, wobei dann, wenn die Eingabe im dritten Schritt 703
bestätigt wird, ein vierten Schritt 704 der ersten Sub-Routine 700 erreicht wird,
um eine salt & hash-Verarbeitung des Passworts durchzuführen. Anschließend erfolgt
im sechsten Schritt 706 eine Abfrage, ob ein aktueller Hash-Wert gleich einem Hash-Wert
für die Geräte-ID ist. Dabei wird im siebenten Schritt 707 auf eine Hash-Datenbank
mit einer Liste von Gerätepasswörtern und Benutzernamen zugegriffen, um den Hash-Wert
für die Geräte-ID aufzufinden. Ergibt die Abfrage im sechsten Schritt 706 keine Gleichheit,
dann wird auf einen fünften Schritt 705 verzweigt und eine Meldung ausgegeben, dass
die Authentifizierung fehlgeschlagen sei.
Anderenfalls erfolgt eine Verzweigung auf einen achten Schritt 708 zum Ableiten eines
Verschlüsselungsschlüssels vom aktuellen Hash-Wert. Der Verschlüsselungsschlüssel
wird zeitgesteuert intern gespeichert, bis der Zeitablauf der Speicherung des
IMDKeys eintritt (Schritt 709). Damit ist auch der zehnte Schritt 710 der ersten Sub-Routine
700 erreicht und die Authentikation ist vollständig.
[0070] Die Fig. 8 zeigt als zweite Sub-Routine 800 einen Flussplan beim Senden eines Frankierbildschlüssels
des PIMD's an das Datenzentrum des Postbeförderers. Das Senden von Frankierbildschlüsseln
IDAKey gehört zu den Unterprozessen des Betreibens eines PIMD. Anhand der zweiten Sub-Routine
800 wird die Arbeitsweise der Übermittlung eines
IDAKey eines PIMD näher dargestellt. Diese zweite Sub-Routine wird benötigt, wenn ein PIMD
am Ende seiner Initialisierung seinen
IDAKey an den Postbeförderer übermittelt. Der Unterprozess des Sendens des Schlüssels eines
Frankierabdrucks wird im ersten Schritt 801 gestartet und erreicht einen zweiten Schritt
802 zwecks Abfrage, ob eine erneute Authentifizierung wegen Zeitablauf der Speicherung
des
IDAKey nötig sei. Ist das der Fall, dann kann zum Schritt 804 der zweiten Sub-Routine verzweigt
werden. Unter der Voraussetzung, dass eine Eingabe (Schritt 803) der Geräte-ID und
des Passwortes erfolgt, kann - in der gezeigten Weise - die erste Sub-Routine 700,
d.h. ein Unterprozess nach Fig. 7 zur Geräte-ID-Authentifizierung ablaufen. Anderenfalls
wird zum sechsten Schritt 806 der zweiten Sub-Routine 800 verzweigt, wenn keine erneute
Authentifizierung wegen Zeitablauf der Speicherung des internen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKey nötig ist. Eine erneute Geräte-ID-Authentifizierung wird damit umgangen und im sechsten
Schritt 806 der zweiten Sub-Routine 800 erfolgt ein Entschlüsseln der Daten D mittels
des internen Verschlüsselungsschlüssels
IMDKey zu den Klarschlüsseln
COMKey und
IDAKey1. Im nachfolgenden siebenten Schritt 807 der zweiten Sub-Routine erfolgt ein Verschlüsseln
des ersten Frankierbildschlüssels
IDAKey1 und weiterer Parameter, wie mindestens die Gerätekennung
g des Frankiergeräts und die Schlüsselgenerationsnummer
i, mittels des Kommunikationsschlüssels
COMKey nach der Formel (11):

und ein Senden der Daten
D1 des mit einem Kommunikationsschlüssels
COMKey verschlüsselten Frankierbildschlüssels
IDAKey1 und weiterer Parameter
g und i, welche durch eine mathematische Funktion F miteinander verknüpft worden sind,
wobei die mathematische Funktion F dem Datenzentrum des Postbeförderers bekannt ist.
[0071] Die Daten
D1 werden zum Datenzentrum des Postbeförderers übertragen und dort empfangen und entschlüsselt.
Der Empfang des Frankierbildschlüssels
IDAKey1 und weiterer Parameter
g und
i wird bestätigt.
Im achten Schritt 808 der zweiten Sub-Routine 800 erfolgt ein Empfangen der Empfangsbestätigung
des Kommunikationspartners. Im nachfolgenden neunten Schritt 809 der zweiten Sub-Routine
800 werden die Klarschlüsseln
COMKey und
IDAKey1 mit zufälligen Daten überschrieben. Damit ist der Unterprozess des Sendens des ersten
Frankierbildschlüssels
IDAKey1 im zehnten Schritt 810 der zweiten Sub-Routine 800 vollständig.
Vorzugsweise geht der erste Frankierbildschlüssel
IDAKey1 dem Datenzentrum 7 des Postbeförderers indirekt über das Datenzentrum 14 des Betreibers
bzw. Hersteller des Frankiergeräts zu. Alternativ ist das Datenzentrum 7 des Postbeförderers
der direkte Kommunikationspartner.
[0072] In der vorgenannten Berechnungs-Routine 600 erfolgt nach der Bildung eines Checkcodes
M im Schritt 606 und nach dessen Verarbeitung im Schritt 608 ein Ableiten des nächsten
Frankierbildschlüssels im Schritt 610. Die Reihenfolge kann auch umgedreht werden,
indem zuerst ein Ableiten des nächsten Frankierbildschlüssels erfolgt und dann eine
Bildung eines Checkcodes M und dessen Verarbeitung vorgenommen wird. Bei der Reihenfolge
der Schritte bei einer Überprüfung der Frankierdaten in der Datenzentrale muss natürlich
eine entsprechende Reihenfolge gewählt werden, so dass nach dem Abtasten des Frankierbildes
oder einer Markierung des Poststückes bei der Erzeugung von neuen Frankierbild-schlüsseln
wieder eine Synchronität erreicht wird.
[0073] Die vorgenannte Passwort-Wechsel-Routine 500 kann die Abfrage nach einem neuen Passwort
nach anderen Kriterien erfolgen, als im Ausführungsbeispiel dargestellt wurde. Die
Eingabe des neuen Passwortes selbst kann auf andere Weise erfolgen, als im Ausführungsbeispiel
dargestellt wurde.
[0074] Die vorgenannten Routinen können den für die verschiedenen Länder unterschiedlichen
Postvorschriften angepasst werden und sinngemäß verwendet werden.
[0075] Wenn in den vorgenannten Beispielen von Poststücken, Briefkuverten oder Frankierstreifen
gesprochen wird, dann sollen andere Formen von Druckgütern nicht ausgeschlossen werden.
Vielmehr sollen alle Poststücke mit eingeschlossen sein, die von Frankiervorrichtungen
mit einem Frankierbild versehen werden können. Das Aufbringen eines Frankierbildes
soll ein Aufbringen einer Markierung nicht ausschließen. Das Aufbringen eines Frankierbildes
soll nicht auf ein Bedrucken eines Poststückes beschränkt bleiben, vielmehr sollen
andere Formen des Aufbringens von mindestens einem Frankierbild oder einer Markierung
nicht ausgeschlossen werden.
[0076] Es können weitere andere Ausführungen der Erfindung entwickelt bzw. eingesetzt werden,
die vom gleichen Grundgedanken der Erfindung ausgehen und von den anliegenden Ansprüchen
umfasst werden.
1. Frankierverfahren mit zentraler Portoerhebung im Datenzentrum eines Postbeförderers,
mit Generierung eines ersten Frankierbildschlüssels
IDAKey1 während einer Initialisierung des Frankiergeräts, mit Erzeugung eines Frankierbildes
mittels des Frankiergeräts, und mit einer vom Frankiergerät entfernten Auswertung
des Frankierbildes,
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Übermitteln des ersten Frankierbildschlüssels IDAKey1 zur entfernten Auswertung von zu überprüfenden Frankierbildern auf Poststücken,
- Berechnung eines Frankierbilds vor der Erzeugung einer Frankierung,
wobei für jedes Frankierbild ein neuer Frankierbildschlüssel aus einem Vorgänger des
Frankierbildschlüssels nach einem ersten Krypto-Algorithmus abgeleitet und wobei ein
Integritäts-Checkcode
M basierend auf dem neuen Frankierbildschlüssel, einer Schlüsselgenerationsnummer
i, einer Gerätekennung
g des Frankiergeräts und basierend auf einem zweiten Krypto-Algorithmus erzeugt wird,
wobei das Frankierbild, mindestens die Gerätekennung
g des Frankiergeräts, die Schlüsselgenerationsnummer
i und dem Integritäts-Checkcode
M aufweist,
- Befördern und Einliefern von Poststücken in ein Briefzentrum des Postbeförderers
nach dem Frankieren, Abtasten und Prüfung von Frankierbildern beim Postbeförderer,
wobei der Integritäts-Checkcode M kryptographisch verifiziert wird, indem ein Vergleichs-Integritäts-Checkcode zum
Vergleich mit dem aufgedruckten Integritäts-Checkcode gebildet wird und wobei Gebühren
zur zentralen Buchung erfaßt werden, welche dem Absender der Poststücke zeitlich entkoppelt
von der Buchung am Ende der Abrechnungsperiode in Rechnung gestellt werden sowie
- Fehlerbehandlung beim Prüfen.
2. Verfahren, nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Datenübermittlung mindestens einer Gerätekennung g des Frankiergeräts, einer ersten Schlüsselgenerationsnummer i1 und des ersten Schlüssels IDAKey1 an ein entferntes Datenzentrum des Postbeförderers vor dem Ende der Initialisierung
(400) des Frankiergeräts, und verschlüsselte interne Speicherung des generierten ersten
Frankierbildschlüssels IDAKey1 im flüchtigen Speicher des Frankiergeräts,
oder
Erzeugen eines nach einem ersten Krypto-Algorithmus abgeleiteten Frankierbildschlüssels
IDAKeyi und verschlüsselte interne Speicherung des abgeleiteten Frankierbildschlüssels IDAKeyi,
- Erkennen eines Frankierauftrags durch das Frankiergerät für ein zu bedruckendes Poststück und Start der Berechnung eines
Frankierbildes mit Erzeugen eines Integritäts-Checkcodes M nach einem zweiten Krypto-Algorithmus, wobei das Erzeugen aus der Gerätekennung g des Frankiergeräts, der Schlüsselgenerationsnummer i und des ersten Frankierbildschlüssels IDAKey1 oder eines abgeleiteten Frankierbildschlüssels IDAKeyi erfolgt, wobei der verschlüsselt intern gespeicherte erste Frankierbildschlüssel
oder abgeleitete Frankierbildschlüssel mittels eines Verschlüsselungsschlüssels IMDKey zu einem Klartextschlüssel IDAKey1 oder IDAKeyi entschlüsselt wird,
- Verarbeiten der Frankierbilddaten mit dem Integritäts-Checkcode M,
- Bedrucken des Poststücks mit einem Frankierbild, welches eine Markierung mit mindestens
der Gerätekennung g des Frankiergeräts, der Schlüsselgenerationsnummer i und dem Integritäts-Checkcode M aufweist,
- schrittweises Verändern der Schlüsselgenerationsnummer i um einen festgelegten Zahlenwert
h, Ableiten des nächsten Frankierbildschlüssels IDAKeyi ∓ h aus der aktuellen Schlüsselgenerationsnummer i ∓ h, Verschlüsselung mindestens des nächsten Frankierbildschlüssels IDAKeyi ∓ h und eines Kommunikationsschlüssels COMKey mittels des Verschlüsselungsschlüssels IMDKey und verschlüsselte interne Speicherung des nächsten Frankierbildschlüssels IDAKeyi ∓ h und des Kommunikationsschlüssels COMKey sowie Überschreiben der Klartextschlüssel COMKey und IDAKeyi ∓ h und dessen Vorgängers IDAKeyi im flüchtigen Speicher des Frankiergeräts,
- Transportieren der vom Frankiergerät frankierten Poststücke zum Briefzentrum durch den Postbeförderer,
- Einliefern des Poststücks im Briefzentrum des Postbeförderers und Scannen des Frankierbilds
und Auswerten der gescannten Daten mittels eines Prüfablaufs im Datenzentrum des Postbeförderers,
wobei der gescannte Integritäts-Checkcode
M mit einem aktuellen Schlüssel kryptographisch verifiziert wird,
- zentrale Portoerhebung im Datenzentrum des Postbeförderers, wenn die Echtheit des
Integritäts-Checkcodes M vorliegt, wobei eine Synchronität zwischen Frankiergerät und Datenzentrum hergestellt
wird bzw.
- Durchführung einer Fehlerbehandlungsroutine, wenn die Echtheit des Integritäts-Checkcodes
M nicht nachgewiesen wurde bzw. eine fehlerhafte Gerätekennung g des Frankiergeräts oder fehlerhafte Schlüsselgenerationsnummer i vorliegt.
3. Verfahren, nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, dass die Schlüsselgenerationsnummer i mit jeder Frankierung um den Wert h = 1 erhöht oder verringert wird.
4. Verfahren, nach den Ansprüchen 1 bis 3,
gekennzeichnet dadurch, dass für eine nächste Schlüsselgenerationsnummer i + 1 das Ableiten des nächsten Frankierbildschlüssels
IDAKeyi + 1 aus der aktuellen Schlüsselgenerationsnummer i und dem aktuellen Frankierbildschlüssel
IDAKeyi nach dem ersten Krypto-Algorithmus gemäß der Formel erfolgt:
5. Verfahren, nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch, dass ein hash-basierter Mitteilungs-Authentikationss-Code (HMAC) als erster Krypto-Algorithmus
verwendet wird.
6. Verfahren, nach den Ansprüchen 1 bis 5,
gekennzeichnet dadurch, dass das Erzeugen eines Integritäts-Checkcodes M nach einem zweiten Krypto-Algorithmus
mittels eines geheimen kryptographischen Frankierbildschlüssels
IDAKeyi des Absenders, der Gerätekennung
g des Frankiergeräts und deren aktuellen Schlüsselgenerationsnummer
i nach der Formel:

erfolgt.
7. Verfahren, nach den Ansprüchen 1 bis 5,
gekennzeichnet dadurch, dass das Erzeugen eines Integritäts-Checkcodes M nach einem zweiten Krypto-Algorithmus
mittels eines geheimen kryptographischen Frankierbildschlüssels
IDAKeyi des Absenders, der Gerätekennung
g des Frankiergeräts und deren aktuellen Schlüsselgenerationsnummer i nach der Formel:

erfolgt.
8. Verfahren, nach einem der Ansprüche 1 bis 6 oder 7, gekennzeichnet dadurch, dass ein Auswerten der gescannten Daten mittels eines Prüfablaufs im Datenzentrum des
Postbeförderers, eine Ermittlung der mathematischen Beziehung der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer
i ∓ x zu der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer umfasst, wobei ein aktueller Frankierbildprüfschlüssel
IDAKeyj ∓ h berechnet wird, der dem abgetasteten Frankierbildschlüssels entspricht, wenn die
mathematische Beziehung gleich einer vorgegebenen mathematischen Beziehung J = j + x mit x = h · z ist, wobei sich der Wert x der Veränderung der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer aus dem Produkt jedes einzelnen
Schrittwertes h mit der Anzahl z an Veränderungen ergibt und wobei das Poststück einer Aussortierung
und die abgetasteten Daten einer Fehlerbehandlung unterworfen werden, wenn die mathematische
Beziehung der vorgegebenen mathematischen Beziehung nicht entspricht.
9. Verfahren, nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch, dass das Poststück an den Absender zurückgesandt wird, wenn die mathematische Beziehung
der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x zu der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer der vorgegebenen mathematischen
Beziehung nicht entspricht und wenn der Absender des Poststücks benachrichtigt worden
ist und einer Rücksendung zugestimmt hat.
10. Verfahren, nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch, dass das Poststück zum Empfänger transportiert wird, wenn die mathematische Beziehung
der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x zu der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer der vorgegebenen mathematischen
Beziehung nicht entspricht und wenn der Empfänger des Poststücks benachrichtigt worden
ist und einer Zustellung zugestimmt hat.
11. Verfahren, nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet dadurch, dass die Weiterverarbeitung von abgetasteten Daten beim Postbeförderer in einer Routine
(300) erfolgt, welche eine Dekodierung (301) der abgetasteten Daten, eine Ermittlung
des jeweiligen Absenders (302), eine Ermittlung (303) der jeweiligen Portogebühr,
eine Sicherheitsüberprüfung (304) jedes Frankierbildes und eine zentrale Buchung (306)
der Portogebühr auf ein Konto des Absenders umfasst sowie dass ein Transport (4) und
eine Auslieferung (5) von ordnungsgemäß frankierten Poststücken an die Empfänger oder
Aussonderung von Poststücken im Briefzentrum erfolgt, wenn die Weiterverarbeitung
der abgetasteten Daten in der Routine (300) nicht möglich ist, wobei
- die Ermittlung des jeweiligen Absenders (302) eine Suche nach der Gerätekennung
g des Frankiergeräts in einer Datenbank des Briefzentrums oder Datenzentrums und nach
der zugehörig gespeicherten Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer umfasst, zu der ein zugehörig
gespeicherter Frankierbildschlüssel existiert,
- die Sicherheitsüberprüfung (304) jedes Frankierbildes, eine Ermittlung der mathematischen
Beziehung der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x zu der Kopie j der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer sowie eine kryptographische Verifizierung
des Integritäts-Checkcodes M umfasst, wobei ein Frankierbildprüfschlüssel IDAKeyJ der dem aktuellen nachfolgenden Frankierbildschlüssel IDAKeyi ∓ x des Frankiergeräts entspricht, nach dem ersten Krypto-Algorithmus erzeugt, wobei
letzterer entsprechend der Ermittlung der mathematischen Beziehung z-Mal angewendet wird sowie wobei Frankierbildprüfschlüssel IDAKeyJ zusammen mit der Kopie J der aktuell verwendeten Schlüsselgenerationsnummer i ∓ x und mit der Gerätekennung g zur Bildung eines Vergleichs-Integritäts-Checkcodes Mref nach dem zweiten Krypto-Algorithmus verwendet wird.
12. Verfahren, nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch, dass mindestens durch eine Passworteingabe die Sicherheit der Gerätekennung g gewährleistet wird.
13. Verfahren, nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch, dass vor einem Berechnen eines Frankierbildes die Eingabe des bestehenden Passworts und
der Gerätekennung g und dessen Authentizität abgefragt wird, wenn eine vorbestimmte Zeitdauer zur Speicherung
des internen Verschlüsselungsschlüssels IMDKeyk abgelaufen ist.
14. Verfahren, nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch, dass vor der Berechnung eines Frankierbilds das bestehenden Passwort bedarfsweise gewechselt
wird und vor einem Wechseln des bestehenden Passworts die Eingabe des bestehenden
Passworts und der Gerätekennung g und dessen Authentizität abgefragt wird.
15. Verfahren, nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch, dass die Sicherheit der Gerätekennung
durch eine Kombination von Maßnahmen gewährleistet wird:
a) Passwort-Eingabe via Tastatur oder alternativ mittels RFID-Ausweis, Magnetkarte,
Chipkarte, mobiles Gerät (Handy, Organizer) verbunden über persönliches Netzwerk (Bluetooth,
USB, etc.) auf der Frankiergeräteseite,
b) Authentikation der Gerätekennung in jedem Frankierabdruck auf der Postbefördererseite,
um die Verwendung falscher Gerätekennungen auszuschließen.
c) Einmal-Authentikation der Gerätekennung in jedem Frankierabdruck auf der Postbefördererseite,
um die Wiederverwendung kopierter Authentikationen falscher Gerätekennungen auszuschließen.
d) Sicherung der Kommunikations-Verbindung mindestens zum Betreiber-Datenzentrum durch Verschlüsselung.
e) Verwaltung separate Benutzerkonten durch ein an sich bekanntes Betriebssystem eines Personalcomputers in Verbindung mit dem
Einsatz von Multi-User-Frankiergeräten.
16. Verfahren, nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch, dass über eine gesicherte Kommunikations-Verbindung ein generierter erster Frankierbildschlüssel
IDAKey1 während einer Initialisierung des Frankiergeräts zum Datenzentrum eines Betreibers
und anschließend zum Datenzentrum des Postbeförderers übermittelt wird.
17. Postversandsystem mit zentraler Portoerhebung, mit einem Briefzentrum und einem Datenzentrum
eines Postbeförderers, einem Datenzentrum eines Betreibers von einer Vielzahl an Frankiergeräten,
wobei der Postbeförderer die vom Frankiergerät frankierten Poststücke zum Briefzentrum
transportiert und wobei jedes Frankiergerät über eine Kommunikationsverbindung via
Netz und über eine Kommunikationsverbindung bedarfweise in Kontakt mit dem Betreiber-Datenzentrum
steht, welches die Gerätekennung seiner Benutzer registriert und zusätzliche Dienste
anbietet,
gekennzeichnet dadurch,
- dass das Frankiergerät ein Schlüsselgenerierungsmittel enthält, das für jedes nächste
Frankierbild einen neuen Frankierbildschlüssel generiert,
- dass Kommunikationsmittel vorgesehen sind und über die Kommunikationsverbindung eine Synchronität
zwischen Frankiergerät und Datenzentrum bedarfsweise hergestellt wird,
- dass Abtastmittel im Briefzentrum und erste Auswertemittel im Datenzentrum eines Postbeförderers
vorgesehen sind, die kommunikativ miteinander verbunden sind, wobei durch die ersten
Auswertemittel der Absender des Poststückes über eine in einer Datenbank gespeicherte
Zuordnung der Gerätekennung zu einem Absender bestimmt und durch Portoberechnungsmittel
die Portogebühr ermittelt wird,
- dass die Auswertemittel im Datenzentrum zweite Mittel zur Sicherheitsüberprüfung jedes
abgetasteten Frankierbildes einschließen, welche dann, wenn sich zwischen der abgetasteten
Schlüsselgenerationsnummer und ihrer berechneten Kopie und zwischen dem geheimen kryptographischen
Frankierbildschlüssel und dem berechneten Frankierbildprüfschlüssel Synchronität herstellen
lässt, einen Vergleichs-Integritäts-Checkcode im Datenzentrum berechnen, um den abgetasteten
Integritäts-Checkcode kryptographisch zu verifizieren,
- dass Mittel zur Buchung der Portogebühren für Poststücke desselben Absenders auf ein separates
Konto und zur Fehlerbehandlung im Datenzentrum des Postbeförderers vorgesehen sind,
wobei die zentrale Portoerhebung dann durchgeführt wird, wenn die Echtheit des Integritäts-Checkcodes
nachweislich vorliegt.
18. Postversandsystem, nach dem Anspruch 17, gekennzeichnet dadurch, dass die zweiten Mittel zur Sicherheitsüberprüfung so programmiert sind, dass eine Ermittlung
der mathematischen Beziehung der abgetasteten Schlüsselgenerationsnummer zu der Kopie
der zuletzt verwendeten Schlüsselgenerationsnummer erfolgt, wobei ein Frankierbildprüfschlüssel,
der dem aktuellen nachfolgenden Frankierbildschlüssel des Frankiergeräts entspricht,
nach dem ersten Krypto-Algorithmus erzeugt wird, wobei letzterer entsprechend der
ermittelten mathematischen Beziehung z-Mal angewendet wird sowie wobei der Frankierbildprüfschlüssel
zusammen mit der Kopie der aktuell verwendeten Schlüsselgenerationsnummer und mit
der Gerätekennung zur Bildung eines Vergleichs-Integritäts-Checkcodes nach dem zweiten
Krypto-Algorithmus verwendet wird.
19. Postversandsystem, nach dem Anspruch 17, gekennzeichnet dadurch, dass die Weiterverarbeitung von abgetasteten Daten beim Postbeförderer im Briefzentrum
oder im Datenzentrum des Postbeförderers erfolgt.
20. Postversandsystem, nach dem Anspruch 17, gekennzeichnet dadurch, dass das Schlüsselgenerierungsmittel des Frankiergeräts programmiert sind, eine Berechnung
unter Verwendung eines ersten und zweiten Krypto-Algorithmus vor dem Frankieren durchzuführen,
wobei für ein erstes Frankierbild ein erster Integritäts-Checkcode basierend auf dem
zweiten Krypto-Algorithmus erzeugt wird, wobei für jedes nachfolgende Frankierbild
ein nachfolgender Frankierbildschlüssel aus einem Vorgänger des Frankierbildschlüssels
nach dem ersten Krypto-Algorithmus abgeleitet und ein Integritäts-Checkcode erzeugt
wird, basierend auf dem nachfolgenden Frankierbildschlüssel, einer Schlüsselgenerationsnummer,
einer Gerätekennung des Frankiergeräts und basierend auf dem zweiten Krypto-Algorithmus.
21. Postversandsystem, nach den Ansprüchen 17 bis 19, gekennzeichnet dadurch, dass ein nicht-flüchtiger Speicher (101) für eine Passwortspeicherung auf einer unteren
Ebene des Speicherschutzes, ein flüchtiger Speicher (102) für eine zeitgesteuerte
Speicherung des intenen Verschlüsselungsschlüssels IMDKey in einer IMDKey-Datei auf einer mittleren Ebene des Speicherschutzes sowie dass ein flüchtiger Speicher
(103) für eine verschlüsselte interne flüchtige Speicherung von Daten auf einer oberen
Ebene des Speicherschutzes vorgesehen sind, wobei die Daten im flüchtigen Speicher
(103) den Frankierbildschlüssel IDAKey und den Kommunikationsschlüssel COMKey in verschlüsselter Form enthalten.