(57) Die Erfindung betrifft einen Röntgenstrahlung absorbierenden Mineralguss. Der Erfindung
liegt die Aufgabe zugrunde, einen gießbaren Konstruktionswerkstoff mit genügend Eigensteifigkeit
und Strahlenschutzfunktion bereitzustellen, der eine integrative Konstruktionsbauweise
zulässt. Weiterhin ist angestrebt, dass ein einfach zu fügender Konstruktionswerkstoff
mit Strahlenschutzfunktion bereitgestellt wird und auf Blei im Strahlenschutz verzichtet
werden kann. Gelöst wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch Mineralguss mit einer
ersten Komponente, die wenigstens ein Harz aufweist, mit einem Anteil von 0,1 bis
15 Gew.-%, mit einer zweiten Komponente, die wenigstens einen Härter aufweist, mit
einem Anteil von 0,1 bis 15 Gew.-%, mit einer dritten Komponente, die wenigstens einen
Füllstoff aufweist, mit einem Anteil von 50 bis 99 Gew.-%, wobei die dritte Komponente
einen Röntgenstrahlen absorbierenden Stoff von feiner bis grobe Körnung aufweist.
[0001] Die Erfindung betrifft einen Röntgenstrahlung absorbierenden Mineralguss.
[0002] Zur Abschirmung von Röntgenstrahlung werden gemäß Stand der Technik verschiedene
Materialien zur Abschirmung von Strahlung eingesetzt. Darunter befinden sich hauptsächlich
die in der DIN 54113 genannten Werkstoffe wie Blei, Barytbeton etc..
[0003] Derzeit werden die Gehäuse in der industriellen, elektronischen und medizinischen
Röntgendiagnostik hauptsächlich in Sandwichbauweise wie z.B. aus Stahl/Blei/Stahl
oder ähnlichen Materialien gefertigt, die beispielsweise in einem zusätzlichen Stahlrahmen
integriert sind und zusammengefügt werden. Verbesserungsbedarf besteht hierbei hinsichtlich
fehlender Passgenauigkeit der einzelnen Bauteile zueinander, die mit nachträglichem
Bleieintrag abgedichtet werden müssen. Zusätzliche Gerüste für Strahlenquelle, Objektträger,
Manipulator und Detektor sind nötig und müssen zusätzlich integriert werden.
[0004] Die Hauptanwendungen mit Hämatit, Magnetit und Baryt sind im Bereich des Betonbaus
zur Abschirmung von Strahlungen zu finden. Die Fertigung von Strahlenschutzwänden/-böden
oder Füllungen wie in
DE 103 14 855 A1 beschrieben basieren auf der Verfestigung mit herkömmlichen Zement und Wasser. Hier
ist das Verhältnis der Masse zur Absorption relativ groß.
[0005] Eigensteife Konstruktionen wie in Patentschrift
DE 36 170 91 A1 werden oft mit Stahlarmierungen ausgeführt und müssen im Nachhinein noch mit Blei
zusätzlich ausgekleidet werden um den gewünschten Strahlenschutz zu erhalten.
[0006] Ein System auf Polymerbasis das bei Raumtemperaturen aushärtet und vor Ort vergossen
werden kann, wird in
DD 27 11 93 A1 beschrieben, jedoch werden hier Füllstoffe < 83µ verwendet, die zusammen mit dem
Bindersystem oft eine unzureichende Eigensteifigkeit als Konstruktionswerkstoff aufweisen.
[0007] Die oben genannten Werkstoffe besitzen den Nachteil, dass diese nicht die nötigen
Festigkeiten für eine eigene Konstruktion aufbringen oder das das Verhältnis der Masse
zur Absorption relativ groß ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gießbaren Konstruktionswerkstoff
mit genügend Eigensteifigkeit und Strahlenschutzfunktion bereitzustellen, der eine
integrative Konstruktionsbauweise zulässt. Weiterhin ist angestrebt, dass ein einfach
herzustellender und zu fügender Konstruktionswerkstoff mit Strahlenschutzfunktion
bereitgestellt wird und auf Blei als Strahlenschutzwerkstoff verzichtet werden kann.
Weiterhin soll im Zusammenhang mit immer schnelleren Analysenmethoden und den damit
höheren Geschwindigkeiten, mit denen die zu prüfenden Bauteile die Diagnosegeräte
durchlaufen, die dabei verursachten Schwingungen gedämpft werden.
[0009] Gelöst wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch einen Mineralguss mit einer ersten
Komponente, die wenigstens ein Harz aufweist, mit einem Anteil von 0,1 bis 15 Gew.-%,
mit einer zweiten Komponente, die wenigstens einen Härter aufweist, mit einem Antell
von 0,1 bis 15 Gew.-%, und mit einer dritten Komponente, die wenigstens einen Füllstoff
aufweist, mit einem Anteil von 50 bis 99 Gew.-%, wobei die dritte Komponente mindestens
einen Röntgenstrahlen absorbierenden Stoff aufweist. Die Körnung kann feiner bis grob
sein.
[0010] Vorteilhaft dabei ist, dass dieser Werkstoff eine hinreichende Strahlenschutzfunktion
aufweist und ein optimiertes Masse/Absorptionsverhältnis besitzt. Vorteilhaft ist
auch, dass die Erfindung einen alternativen Werkstoff aufgezeigt, der die Substitution
von Blei unter gewissen konstruktiven Bedingungen ermöglicht. Die Erfindung weist
weiterhin sehr gute Eigenschaften zur Herstellung von eigensteifen Strahlenschutzbauteilen
und -komponenten auf. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen
der erfindungsgemäße Konstruktionswerkstoff Mineralguss als elektrischer Isolator
mit Strahlenschutzfunktion und als schwingungsdämpfender und/oder lärmdämpfender Konstruktionswerkstoff
mit Strahlenschutzfunktion einsetzbar ist.
[0011] Vorteilhaft ist es weiterhin, eigensteife Werkstücke in einem Guss herstellen, wobei
die Herstellung kalt- oder heißhärtend erfolgen kann. Durch diese Möglichkeit des
Herstellungsverfahrens in einem Guss reduzieren sich evt. Monatagearbeiten aber vor
allem werden möglich Undichtigkeitsstellen durch den Wegfall des Zusammenfügens von
Einzelbauteilen minimiert. Weiterhin ist ein Verguss vor Ort möglich. Die Werkstücke
aus dem hergestellten erfindungsgemäßen Material sind ohne weiteres einfach mechanisch
bearbeitbar.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0013] Eine vortellhalte Lösung der Erfindung sieht vor, dass die erste Komponente einen
Anteil von 1 bis 10 %, bevorzugt 5 bis 8 % aufweist und dass es sich bevorzugt bei
dem Harz der ersten Komponente um ein PUR-, Epoxid-, Polyester-, Vinylester-, und/oder
ein Methacrylatharz. handelt.
[0014] Weiterhin ist es eine vorteilhafte Lehre der Erfindung, dass die zweite Komponente
einen Anteil von 0,5 bis 10 %, bevorzugt 1 bis 5 % aufweist und dass es sich bevorzugt
bei dem Härter der zweiten Komponente um ein Isocyanat, Anhydrid, Amin und/oder Polyamin
handelt.
[0015] Weiterhin ist vorteilhaft, dass entweder die erste, zweite oder dritte Komponente
ein Benetzungsmittel aufweist. Dadurch wird der Verbund und die Anhaftung mit dem
Matrixbildenden Material verbessert.
[0016] Eine weitere Lehre der Erfindung sieht vor, dass die dritte Komponente einen Anteil
von 60 bis 97 %, bevorzugt 85 bis 95 % aufweist. Ein Bestandteil der dritten Komponente
ist bevorzugt Quarz, Basalt, Granit, Diabas, Kreide und/oder ein Thixotropierungsmittel.
Mit den Aggregaten wird die mechanische Festigkeit des Mineralgusses erhöht. Das Thixotropierungsmittel
sorgt dafür, dass die Stoffe der dritten Komponente gleichmäßig im Werkstoff verteilt
bleiben
[0017] Weiterhin ist es eine vorteilhafte Lehre der Erfindung, dass der Röntgenstrahlen
absorbierenden Stoff Hämatit (Fe
2O
3), Baryt (BaSO
4), Wismut (Bi), Blei (Pb) und/oder Magnetit (Fe
3O
4) ist, wobei Baryt oder Hämatit besonders bevorzugt werden. Mit diesen Stoffen wird
die Strahlenschutzleistung des Mineralgusses herbeigeführt. Eine weitere Lehre der
Erfindung sieht vor, dass der absorbierende Stoff ein Korngrößenspektrum von 0 bis
32 mm bevorzugt 0 bis 16 mm aufweist. Diese Korngröße wirkt sich positiv auf die Strahlenschutzeigenschaft
sowie die Elgenstelfigkeit des erfindungsgemäßen Werkstoffes aus. Zusätzlich sehen
bevorzugte Ausführungsformen vor, dass der absorbierende Stoff ein Korngrößenspektrum
von 0 bis 5 mm, bevorzugt 0 bis 2 mm aufweist.
[0018] Zusätzlich hat sich vorteilhaft herausgestellt, dass der Hämatit oder Baryt ein weiteres
Korngrößenspektrum von 0 bis 500 µm, bevorzugt 0 bis 100 µm aufweist. Diese Feinstkornfraktion
bildet in Verbindung mit dem Polymer der ersten und zweiten Komponente die Matrix
des Mineralgusses und erhöht die Strahlenabsorptionsfähigkeit durch eine verbesserte
Packungsdichte.
[0019] Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen zuvor dargestellten
Mineralgusses für das Herstellen von Röntgenstrahlung absorbierenden formeigenen Bauteilen,
bevorzugt Wand- Decken- Bodenelemente und Verschlusssysteme für Strahlenschutz- oder
Linearbeschleunigungsbunker, Gestelle und/oder Komponenten für Röntgeninspektionssystemen
wie beispielsweise Diagnoseapparate und Röntgengeräte für die Bereiche Medizin, Sensorik,
Elektronik, Material- und Naturwissenschaften sowie der Industrie. Eine weitere Anwendung
ist das Füllen von Röntgenstrahl absorbierenden Bauteilen in verlorenen Formen wie
z.B. Stahlschweißkonstruktionen, verschiedenen Kunststoffformen etc.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsformen eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0021] Eine erste erfindungsgemäße Ausführung des erfindungsgemäßen Mineralgusses weist
als erste Komponente ein PUR-Harz mit einem Benetzungsmittel mit insgesamt 2 bis 5
Gew-% auf. Als zweite Komponente wird ein Isocyanathärter mit insgesamt 2 bis 5 Gew-%
verwendet. Die dritte Komponente besteht aus einer ersten Hämatitfraktion mit einem
Korngrößenspektrum von 0,1 bis 6 mm und einem Gewichtanteil von 70-80 Gew-% und aus
einer zweiten Hämatitfraktion als Matrixbilder mit einem Korngrößenspektrum von 0
bis 100 µm und einem Gewichtsanteil von 10-15 Gew-%. Weiterhin wird ein Thixotropierungsmittel
zugegeben.
[0022] Eine zweite erfindungsgemäße Ausführung des erfindungsgemäßen Mineralgusses weist
als erste Komponente ein Epoxidharz mit einem Benetzungsmittel mit insgesamt 6 bis
9 Gew-% auf. Als zweite Komponente wird ein Epoxidharzhärter 1 bis 4 Gew-% verwendet.
Die dritte Komponente besteht aus einer ersten Hämatitfraktion mit einem Korngrößenspektrum
von 0,1 bis 6 mm und einem Gewichtanteil von 30-50 Gew-% und aus einer zweiten Hämatitfraktion
als Matrixbilder mit einem Korngrößenspektrum von 0 bis 100 µm und einem Gewichtsanteil
von 5-15 Gew-%. Weiterhin wird ein Thixotropierungsmittel zugegeben. Weiterhin wird
Quarz und ein Eruptivgestein, beispielsweise Rhyolith, mit einem Korngrößenspektrum
von 5 bis 16 mm mit einem Gewichtsanteil von 30 bis 50 Gew-% hinzugefügt.
[0023] Eine dritte erfindungsgemäße Ausführung des erfindungsgemäßen Mineralgusses weist
als erste Komponente ein Epoxidharz mit einem Benetzungsmittel mit insgesamt 6 bis
9 Gew-% auf. Als zweite Komponente wird ein Epoxidharzhärter 1 bis 4 Gew-% verwendet.
Die dritte Komponente besteht aus einer ersten Barytfraktion mit einem Korngrößenspektrum
von 0 bis 16 mm und einem Gewichtsanteil von 60 bis 85 Gew-% und aus einer zweiten
Barytfraktion als Matrixbilder mit einem Korngrößenspektrum von 0 bis 100 µm und einem
Gewichtsanteil von 5-15 Gew-%. Weiterhin ist eine Hämatitfraktion mit 0 bis 15 Gew-%
vorgesehen mit einem Korngrößenspektrum von 0 bis 6 mm. Weiterhin wird ein Thixotropierungsmittel
zugegeben.
[0024] Eine vierte erfindungsgemäße Ausführung des erfindungsgemäßen Mineralgusses weist
als erste Komponente ein Epoxidharz mit einem Benetzungsmittel mit insgesamt 6 bis
9 Gew-% auf. Als zweite Komponente wird ein Epoxidharzhärter 1 bis 4 Gew-% verwendet.
Die dritte Komponente besteht aus einer ersten Barytfraktion mit einem Korngrößenspektrum
von 0 bis 16 mm und einem Gewichtsanteil von 40 bis 85 Gew-% und aus einer zweiten
Barytfraktion als Matrixbilder mit einem Korngrößenspektrum von 0 bis 100 µm und einem
Gewichtsanteil von 5-15 Gew-%. Weiterhin wird ein Thixotropierungsmittel zugegeben.
[0025] Zusätzlich wird Quarz und ein Eruptivgestein mit einem Korngrößenspektrum von 5 bis
16 mm mit einem Gewichtanteil von 30 bis 60 Gew-% hinzugefügt.
1. Mineralguss mit einer ersten Komponente, die wenigstens ein Harz aufweist, mit einem
Anteil von 0,1 bis 15 Gew.-%, mit einer zweiten Komponente, die wenigstens einen Härter
aufweist, mit einem Anteil von 0,1 bis 15 Gew.-%, mit einer dritten Komponente, die
wenigstens einen Füllstoff aufweist, mit einem Anteil von 50 bis 99 Gew.-%, wobei
die dritte Komponente mindestens einen Röntgenstrahlen absorbierenden Stoff aufweist
2. Mineralguss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Komponente einen Anteil von 1 bis 10 %, bevorzugt 5 bis 8 % aufweist.
3. Mineralguss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Komponente einen Anteil von 0,5 bis 10 %, bevorzugt 1 bis 5 % aufweist.
4. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Komponente einen Anteil von 60 bis 97%, bevorzugt 85 bis 95 % aufweist.
5. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Komponente als Bestandteil Quarz, Basalt, Granit, Diabas, Kreide und/oder
ein Thixotropierungsmittel aufweist.
6. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Röntgenstrahlen absorbierenden Stoff Baryt (BaSO4), Hämatit (Fe2O3), Wismut (Bi), Blei (Pb) und/oder Magnetit (Fe3O4) ist.
7. Mineralguss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der absorbierende Stoff ein Korngrößenspektrum von 0 bis 32 mm bevorzugt 0 bis 16
mm aufweist.
8. Mineralguss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der absorbierende Stoff ein Korngrößenspektrum von 0 bis 5 mm bevorzugt 0 bis 2 mm
aufweist
9. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der absorbierende Stoff ein Komgrößenspektrum von 0 bis 500 µm, bevorzugt 0 bis 100
µm aufweist.
10. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Harz ein PUR-, Epoxid-, Polyester-, Vinylester-, und/oder ein Methacrylatharz
ist.
11. Mineralguss nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Härter der zweiten Komponente um ein Isocyanat, Anhydrid, Amin und/oder
Polyamin handelt.
12. Verwendung eines Mineralgusses nach einem der Ansprüche 1 bis 11 für das Herstellen
von Röntgenstrahlung absorbierenden Bauteilen, bevorzugt Wand-, Decken-, Bodenelemente
und Verschlusssysteme für Strahlenschutz- oder Linearbeschleunigungsbunker, Gestelle
und/oder Komponenten für Röntgeninspektionssystemen wie beispielsweise Diagnoseapparate
und Röntgengeräte für die Bereiche Medizin, Sensorik, Elektronik, Material- und Naturwissenschaften
sowie der Industrie.
13. Verwendung eines Mineralgusses nach einem der Ansprüche 1 bis 11 für das Verfüllen
in verlorenen Formen wie z.B. Stahlschweißkonstruktionen, verschiedenen Kunststoffformen
etc.