Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheits- und/oder Wertdokument enthaltend zumindest
ein Sicherheitsmerkmal welches in definierter räumlicher Position in dem Sicherheits-
und/oder Wertdokument angebracht ist, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes, ein Verfahren zur Verifizierung eines solchen
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes sowie eine Tinte zur Herstellung eines solchen
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes.
Stand der Technik und Hintergrund der Erfindung
[0002] Der Raman-Effekt beruht auf der Streuung von elektromagnetischer Strahlung, insbesondere
Licht, an einem Streuzentrum, wobei zugleich mit der streubedingten Impulsänderung
der gestreuten Strahlung gegenüber der eingestrahlten Strahlung eine Absorption eines
Teiles der eingestrahlten Strahlung durch Anregung von Rotationen oder Schwingungen
des Streuzentrums erfolgt. Dieser Energieübertrag unterscheidet den Raman-Effekt von
der Rayleigh-Streuung, bei welcher kein Energieübertrag stattfindet, sondern ausschließlich
eine streubedingte Impulsänderung. Die physikalischen Zusammenhänge sind beispielsweise
der Literaturstelle
P.W. Atkins, Physikalische Chemie, 2. Auflage, VCH, Weinheim, New York, Basel, Cambridge,
Tokyo, 1996, Seiten 531 ff., oder
Hesse, Meier, Zeeh, Spektroskopische Methoden in der organischen Chemie, 5. Auflage,
Thieme Verlag, Stuttgart, 1995, Seiten 66ff., näher erläutert. Die Raman-Spektroskopie wird insbesondere zur Charakterisierung
organischer Stoffe verwendet, wobei das erhaltene Spektrum spezifisch für den analysierten
Stoff ist. Die Raman-Spektroskopie ist auch zur Charakterisierung der Stoffe einer
Festkörperoberfläche gut geeignet.
[0003] Eine Weiterbildung der Raman-Spektroskopie ist die sogenannte surface-enhanced Raman
Spectroscopy (SERS). Hierbei wird eine Verstärkung des Raman-Signals um einen Faktor
10
6 bis 10
12 dadurch erreicht, dass die Streuzentren in Kontakt mit bestimmten rauhen Metalloberflächen,
typischerweise metallische Nanopartikel, wie Ag-, Au-, oder Cu-Nanopartikel gebracht
werden. Dieser Effekt wird mit der resonanten Anregung von Oberflächen-Plasmonen in
Verbindung gebracht. Eine Übersicht zur elektromagnetischen Theorie der SERS sowie
der verschiedenen Prozesse, die involviert sind, ist beispielsweise der Literaturstelle
M. Moskovits, Journal of Raman Spectroscopy 36:485-496 (2005) entnehmbar.
[0004] Aus den Literaturstellen
WO2000/055586,
WO2001/038858,
US-6,275,285 und
US-2002/0048013 ist ein Raman-Mikroskop zur automatischen Materialuntersuchung von Dokumenten und
Banknoten bekannt. Hierbei wird das Raman-Signal eines Probenbereichs gemessen, welches
aus Tinten oder Substratmaterialien herrührt, analysiert und mit einer Datenbank verglichen.
Dabei werden die normalerweise in einem Dokument anwesenden Substanzen untersucht.
[0005] Aus der Literaturstelle
US-6,995,839 ist ein Scanner-System zur Raman-Untersuchung von Dokumenten bekannt, wobei die normalerweise
in dem Dokument verwendeten Materialien anhand des Raman-Signals identifiziert und
so das Dokument verifiziert wird.
[0006] Aus den Literaturstellen
WO2005/114152 und
US-2005/0255599 ist ein Raman-aktives Markierungssystem auf Basis von Polymeren bekannt, wobei die
Raman-aktive Markierung mittels eines Lesegerätes durch Einstrahlung von elektromagnetischen
Wellen gelöscht werden kann. Aus der Literaturstelle
US-5,935,755 ist ein Raman-Markierungssystem mit aromatischen Molekülen, beispielsweise konjugierten
aromatischen Molekülen, bekannt, welche mittels Xerographie aufgebracht sind.
[0007] Der SERS Effekt wird beispielsweise bei Partikeln verwendet, die in der Literaturstelle
US-2002/0104762 beschrieben sind. Diese sind beispielsweise als Nanobarcodes ausbildbar, wobei die
Partikel als einige
µm lange Stäbchen ausgebildet sind, die aus Schichten verschiedener Materialien aufgebaut
sind und dadurch den Barcode bilden. Bei einer Messung mit hinreichender örtlicher
Auflösung (< 1
µm) kann der Barcode ausgelesen werden. Die Stäbchen können zur Erhöhung der Sensitivität
und der Selektivität mit einem Reporterstoff beschichtet sein, wodurch sich ein intensives
und von der Umgebung unabhängiges Signal bzw. Signalfolge ergibt. Solche Partikel
werden für den Einsatz im Produktschutz diskutiert.
[0008] Im Bereich der forensischen Analytik ist es bekannt, einen mit SERS zu untersuchenden
Stoff mit einer Metall-Kolloid-Lösung zu versetzen, wobei die Kolloidpartikel an dem
Stoff angelagert werden und das SERS Signal induzieren. Es findet dann ein Vergleich
des Signals nach und vor der Behandlung mit der Metall-Kolloid-Lösung statt. Nachteilig
hierbei ist, dass dadurch die Oberfläche des untersuchten Gegenstandes irreversibel
verändert wird, da die Kolloidpartikel praktisch nicht mehr ohne Veränderung des Gegenstandes
entfernt werden können. Zudem wird mit dieser Methode ausschließlich die Oberfläche
des Gegenstandes analysiert.
[0009] Aus der Literaturstelle
US 5,853,464 ist eine Tinte mit SERRS-aktiven Partikeln bekannt. Hierbei sind die Partikel mit
einer Hülle aus einer Reportersubstanz versehen und stehen nicht in direktem Kontakt
mit der Tinte. Die Herstellung solcher umhüllter Partikel ist aufwändig und teuer.
Eine ähnliche Technologie ist in dem Dokument
EP 0806460 A beschrieben.
[0012] Das Dokument
WO 91/11492 A offenbart Partikel im Zusammenhang mit resonanter Raman-Streuung. Eine ähnliche Technologie
ist in dem Dokument
WO 91/11703 A beschrieben. Das Dokument
US 6,259,509 B1 offenbart ein Sicherheitselement unter Nutzung des Raman-Effektes. Das Dokument
EP 0786498 A beschreibt Pigmente mit unterschiedlichen Raman-Spektren.
Technisches Problem der Erfindung
[0013] Der Erfindung liegt das technische Problem zu Grunde, ein Sicherheits- und/oder Wertdokument
anzugeben, welches auf besonders einfache Weise mittels SERS und ohne Veränderung
des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes untersuch- und verifizierbar ist. Der Erfindung
liegt das weitere technische Problem zu Grunde, ein Sicherheits- und/oder Wertdokument
anzugeben, dessen Analysierbarkeit mit SERS nicht auf die Oberfläche beschränkt ist.
Schließlich liegt der Erfindung das technische Problem zu Grunde, ein besonders einfach
und kostengünstig herzustellendes Sicherheits- und/oder Wertdokument abzugeben, welches
mittels SERS verifizierbar ist.
[0014] Grundzüge der Erfindung und bevorzugte Ausführungsformen.
[0015] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung den Gegenstand des Anspruchs
1.
[0016] Der Begriff des Wert- und/oder Sicherheitsdokumentes umfasst im Rahmen der Erfindung
insbesondere Personalausweise, Reisepässe, ID-Karten, Zugangskontrollausweise, Visa,
Steuerzeichen, Tickets, Führerscheine, Kraftfahrzeugpapiere, Banknoten, Schecks, Postwertzeichen,
Kreditkarten, beliebige Chipkarten und Haftetiketten (z.B. zur Produktsicherung).
Solche Sicherheits- und/oder Wertdokumente weisen typischerweise ein Substrat, eine
Druckschicht und optional eine transparente Deckschicht auf. Ein Substrat ist eine
Trägerstruktur, auf welche die Druckschicht mit Informationen, Bildern, Mustern und
dergleichen aufgebracht wird. Ein Substrat kann einschichtig oder mehrschichtig aufgebaut
sein. Als Materialien für ein Substrat bzw. eine Substratschicht kommen alle fachüblichen
Werkstoffe auf Papier- und/oder Kunststoffbasis in Frage.
[0017] Ein Sicherheitsmerkmal ist ein Teilbereich (Fläche oder Volumen) des Sicherheits-
und/oder Wertdokumentes, welcher zur Verifizierung des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes
verwendet werden kann. Dabei kann der Teilbereich strukturlos sein, es kann sich aber
auch um ein Muster handeln. Ein solches Muster kann ein für verschiedene Sicherheits-
und/oder Wertdokumente gleiches Muster sein. Dann ist das Muster für eine Verifizierung
eines Typs von Sicherheits- und/oder Wertdokument geeignet. Beispiele für solche Dokumententyp-spezifische
laterale Muster sind: Siegel, Wappen, regelmäßige oder unregelmäßige Flächenmuster,
wie Linienscharen oder Guillochen, 1D- und 2D-Barcodes. Hierbei kann es sich um sichtbare
oder um unter normalem Licht nicht sichtbare Muster handeln, wobei die nicht sichtbaren
Muster sich von den sichtbaren Mustern dadurch unterscheiden, dass die nicht sichtbaren
Muster erst mittels technischer Hilfsmittel, wie UV-Quelle, sichtbar werden. Das Muster
kann aber auch ein für verschiedene Sicherheits- und/oder Wertdokumente (des gleichen
Dokumententyps) individuelles Muster sein, welches insbesondere für Identinformationen
des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes codiert ist. Für Individualmuster kommen
beispielsweise die folgenden (mustermäßig codierten) Daten in Frage: alphanumerische
Zeichenfolgen, wie beispielsweise Personendatensätze, Teile von Personendatensätze,
wie Namen, Vornamen, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort, und/oder Dokumentendaten,
Teile von Dokumentendaten, wie Seriennummer, Ausgabestelle, Ausgabedatum, Ablaufdatum,
sowie andere Daten, insbesondere digitale Daten, Public Key (im Falle eines Dokumentes
mit auslesbarem Chip oder für Zugriff auf zentrale oder dezentrale Datenbanken) und/oder
Prüfsummen, und biometrische Daten, wie Photo, Fingerabdruck, Venenmuster beispielsweise
der Hand oder eines Fingers, Iris und/oder Retina. Es handelt sich vorzugsweise um
eine das Dokument und/oder den Dokumententräger ein-eindeutig identifizierende Zeichenfolge.
Diese Zeichenfolge kann aber auch eine in dem Dokument nicht anders dargestellte Zeichenfolge
sein. Es können auch mehrere Muster vorgesehen sein, die einander (lateral) überlagern
können und dennoch separat auslesbar sind anhand der detektierten Raman-Spektren.
Es können selbstverständlich aber auch mehrere Muster, die einander nicht (lateral)
überlagern, vorgesehen sein. In beiden Fällen sind insbesondere Kombinationen von
Dokumententyp-spezifischen Mustern und Individualmuster möglich und bevorzugt.
[0018] SERS-aktive Partikel sind Partikel, die bei Kontaktierung der Partikel mit einer
mit Raman-Spektroskopie zu untersuchenden Substanz eine um zumindest 10
3, insbesondere um zumindest 10
5, erhöhte Signalintensität aufweisen, verglichen mit einem Raman-Signal an der Substanz
ohne Kontakt mit SERS-aktiven Partikeln. Hierbei ist wesentlich zu verstehen, dass
die Intensität eines SERS Signals keineswegs eine Funktion der Konzentration oder
Dichte der SERS-aktiven Partikel ist. Wenn auf Grund eines SERS-aktiven Partikels
ein SERS Signal erhalten wird, so führt die Zugabe weiterer SERS-aktiver Partikel
nicht zu einer nennenswerten Erhöhung des SERS-Signals. Hierzu wird ergänzend auf
die Literaturstelle
M. Moskovits, Journal of Raman Spectroscopy 36:485-496 (2005) verwiesen.
[0019] Mit der Erfindung wird erreicht, dass ein für das Sicherheitsmerkmal spezifisches
Raman-Signal mit hoher Signalintensität erhalten werden kann, und zwar ohne das Sicherheits-
und/oder Wertdokument in irgendeiner Weise zuvor präparieren oder sonstwie verändern
zu müssen. Insbesondere bleibt das Sicherheits- und/oder Wertdokument in Verfolg der
Untersuchung des Sicherheitsmerkmales völlig unverändert und weiterhin benutzbar.
Hierdurch kann auch eine wiederholte Untersuchung des Sicherheitsmerkmales bzw. des
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes erfolgen, ohne dass dadurch Veränderungen des
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes eintreten, im Gegensatz zur bekannten Präparation
des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes mit einer kolloidalen Lösung. Hierdurch wird
auch der Aufwand einer Präparation mit der damit verbundenen Wartezeit durch die Erfindung
vermieden. Eine Verifizierung kann schnell und einfach erfolgen. Hinzu kommt, dass
die Positionierung des Sicherheitsmerkmals bzw. dessen Untersuchung nicht auf die
Oberfläche des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes beschränkt ist. Das Sicherheitsmerkmal
kann vielmehr an beliebiger Stelle des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes, auch
im Volumen, angeordnet sein. So kann das Sicherheitsmerkmal im Substrat, in einer
Druckschicht oder einer in der Regel transparenten Deckschicht des Sicherheits- und/oder
Wertdokumentes eingerichtet sein. Hierzu sind die SERS-aktiven Partikel an der für
das Sicherheitsmerkmal gewünschten Stelle bzw. Schicht eingebracht, was unschwer im
Zuge des Herstellungsprozesses des Substrates bzw. einer Druckschicht oder Deckschicht
möglich ist. Das SERS Signal rührt dann von dem die SERS-aktiven Partikel umgebenden
Stoffmatrix, die typischerweise organische Polymere enthält, welche Raman-aktiv sind.
[0020] Vorzugsweise enthalten die SERS-aktiven Partikel metallisches Kupfer, Silber, Gold,
Alkalimetall, und/oder Münzmetall. Es kann sich auch um Legierungen mit einem oder
mehrerer solcher Metalle handelt. Sie können hieraus bestehen, aber auch im Rahmen
von Verbundpartikeln, beispielsweise Kern-Schale-Partikeln, eingerichtet sein. Nicht
abschließende Beispiele hierfür sind: mit den besagten Metallen bzw. Legierungen beschichtete
anorganische Partikel, wie Oxid-Partikel, z.B. aus SiO
2, oder Polymerpartikel.
[0021] Die SERS-aktiven Partikel haben typischerweise ein Volumen im Bereich von 1 nm
3 bis 10
9 nm
3, vorzugsweise von 1 nm
3 bis 10
5 nm
3, höchstvorzugsweise von 1 nm
3 bis 10
3 nm
3, aufweisen. Dabei ist anzumerken, dass es sich bei SERS-aktiven Partikeln typischerweise
um Cluster aus Nanopartikeln (mit einem Volumen bis zu 10
9 nm
3) der betreffenden Metalle handelt.
[0022] Auch wenn die Anzahl der Partikel auf Grund der hiervon unabhängigen Signalintensität
(s.o.) unkritisch ist, ist es bevorzugt, wenn deren Anzahl in der Volumeneinheit des
Sicherheitsmerkmals im Bereich von 10
-6 oder 10
-3 Partikel/
µm
3 bis 10
9 Partikel/
µm
3, insbesondere im Bereich von 10 Partikel/
µm
3 bis 10
6 Partikel/
µm
3, vorzugsweise im Bereich von 10
2 Partikel/
µm
3 bis 10
4 Partikel/
µm
3, liegt.
[0023] Die Partikel haben keine Hüllschicht mit einer Raman-aktiven Substanz, sondern werden
direkt mit einem Polymer einer Polymerschicht oder einer Tinte bzw. Farbe kontaktiert,
wobei dieses Polymer selbst Raman-aktiv ist. Dadurch wird eine einfache und kostengünstige
Herstellung des Sicherheits- und/oder Wertdokuments ermöglicht. Zudem werden anhand
der Raman-Spektren bzw. -Resonanzen Informationen über die Werkstoffe des untersuchten
Sicherheits- und/oder Wertdokuments erhalten, so dass eine Verifizierung (bei orginalgetreuen
Werkstoffen) oder eine Aufdeckung von Fälschungen (bei nicht originalgetreuen Werkstoffen)
leicht erfolgen kann.
[0024] Der Begriff "Raman-aktiv" bedeutet, daß ein für die Polymerschicht bzw. Farbe oder
Tinte spezifisches Raman-Spektrum bzw. eine spezifische Resonanzfrequenz erhalten
wird. Bei einem Raman-aktiven Werkstoff kann es sich beispielsweise um ein synthetisches
organisches Polymer handeln, welches eine oder mehrere funktionelle Gruppen (wie beispielsweise,
aber nicht abschließend Carbonyl, Carboxyl, Hydroxy, Thiol, Ether, Thioether, Nitro,
Nitroso, Sulfonyl, Sulfo, Phospho, Phosphonyl, Amino, etc.) enthält. Es kann sich
bei der funktionellen Gruppe bzw. den funktionellen Gruppen aber auch beispielsweise
um Aromaten, konjugierte Aromaten und Heterozyklen, wie Chinolinyl, Dioxanyl, Furanyl,
Imidazolyl, Indolyl, Morpholinyl, Oxazolyl, Oxiranyl (Ethylenoxid), Piperidinyl, Porphyrinyl,
Purinyl, Pyranyl, Pyrazolyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyrrolyl, Pyrrolidinyl, Tetrahydrofuranyl,
Thiazolyl, Thiazolidinyl, Thiazolinyl, Thiophenyl, Traizinyl, Triazolyl, Trioxanyl,
oder Isoformen solcher Gruppen, substituiert oder unsubstituiert, handeln.
[0025] In Hinblick auf die Anordnung und Ausbildung eines erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmales
bestehen die verschiedensten Möglichkeiten. Es kann einfach oder mehrfach eingerichtet
sein. Bei mehrfacher Einrichtung können die Sicherheitsmerkmale gleich oder verschieden,
bezogen auf das SERS-Signal, sein. Verschiedene Sicherheitsmerkmale werden beispielsweise
dadurch erhalten, dass die SERS-aktiven Partikel in verschiedenen Stoffmatrices des
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes eingebettet sind. Ein erfindungsgemäßes Sicherheitsmerkmal
kann an beliebiger Position des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes angeordnet sein.
So kann es in einem Substrat bzw. einer beliebigen Substratschicht im Falle von mehrschichtigen
Substraten, einer Druckschicht und/oder einer Deckschicht angeordnet sein, i.e. in
beliebiger Tiefe. Die Form des Sicherheitsmerkmales, welche durch die Verteilung der
SERS-aktiven Partikel bestimmt wird, kann beliebig sein. So kann es sich um ein homogenes
Sicherheitsmerkmal handeln, i.e. die Verteilung der SERS-aktiven Partikel ist innerhalb
des Sicherheitsmerkmales homogen. Das Sicherheitsmerkmal kann aber auch ein Muster
bilden, i.e. die Verteilung der SERS-aktiven Partikel ist (typischerweise in lateraler
Richtung, d.h. in Richtungen parallel zu einer Hauptfläche des Sicherheits- und/oder
Wertdokumentes) inhomogen und bildet das Muster. Dann kann durch ortsaufgelöste SERS
nicht nur eine Verifizierung über das SERS-Signal per se, sondern auch über das bestimmte
Muster und dessen Auswertung und Vergleich mit Sollmustern erfolgen. Mehrere Sicherheitsmerkmale
können in verschiedenen Schichten (einschließlich des Substrates) des Sicherheits-
und/oder Wertdokumentes eingerichtet sein, i.e. in verschiedenen Tiefen. Mehrere verschiedene
Sicherheitsmerkmale können einander überlappen und sind durch die unterschiedlichen
SERS-Signale dennoch unterschiedbar. Bei Anordnung überlappender Sicherheitsmerkmale
in verschiedenen Schichten ergeben sich verschiedene Spektren bzw. Signale, sofern
die mit den SERS-aktiven Partikeln in Kontakt stehenden Werkstoffe verschiedene chemische
Strukturen aufweisen. Mehrere Sicherheitsmerkmale können aber auch lateral gegeneinander
verschoben angeordnet sein. Dann können die Sicherheitsmerkmale gleich oder verschieden
sein.
[0026] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes, wobei SERS-aktive Partikel während der Herstellung
des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes darin an einer definierten räumlichen Position
oder an mehreren verschiedenen definierten räumlichen Positionen, lateral oder bezogen
auf die Tiefe bzw. Schicht, eingebracht werden. Bei der Einbringung in eine Druckschicht
ist dies herstellungstechnisch besonders einfach, da dann der verwendeten Tinte oder
Farbe lediglich die SERS-aktiven Partikel beigemischt werden müssen. Dann wird das
Sicherheitsmerkmal durch Druck hergestellt und es lassen sich auch unschwer beliebige
definierte Muster des Sicherheitsmerkmales ausbilden. Als Druckverfahren zur Herstellung
eines solchen Sicherheitsmerkmales kommen die dem Fachmann gut vertrauten Verfahren
des Tief-, Hoch-, Flach-, und Durchdrucks in Frage. Hierzu gehören: Stichtiefdruck,
Rastertiefdruck, Flexodruck, Letterset, Offset oder Siebdruck. Darüber hinaus sind,
Digitaldruckverfahren, wie Thermotransferdruck, Tintenstrahldruck oder Thermosublimationsdruck
geeignet.
[0027] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Verifizierung eines erfindungsgemäßen
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes, wobei das Sicherheitsmerkmal einer SERS Untersuchung
unterworfen wird und das erhaltene SERS-Spektrum bzw. SERS-Signal mit einem Soll-SERS-Spektrum
bzw. einem Soll-SERS-Signal verglichen wird. Das Soll-SERS-Spektrum bzw. Soll-SERS-Signal
kann hierfür in einer Datenbank hinterlegt und Abrufbar sein. Bei Übereinstimmung
ist das untersuchte Sicherheits- und/oder Wertdokument verifiziert, bei Nichtübereinstimmung
ist es als Fälschung erkannt und kann eingezogen bzw. verworfen werden. Zusätzlich
kann eine Verifizierung auch über die detektierte Position des Sicherheitsmerkmales
innerhalb des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes erfolgen, indem eine ortsaufgelöst
SERS Messung durchgeführt und das Sicherheits- und/oder Wertdokument hierbei definiert
ausgerichtet wird. Bei Verifikation mittels örtlicher Auflösung kann an Stelle der
Messung des Spektrums eine ortsaufgelöste Messung bei einer (oder mehreren) festen
(Resonanz-) Frequenz erfolgen, wie dem Fachmann vertraut.
[0028] Im Falle der Messung eines SERS-Spektrums erfolgt die Verifizierung über die stoffliche
Charakterisierung der die SERS-aktiven Partikel umgebenden Substanz. Im Falle der
Messung eines SERS-Signals wird nur die Anwesenheit oder Abwesenheit einer Raman-aktiven
Substanz bei den SERS-aktiven Partikeln bestimmt, was sich beispielsweise bei der
ortsaufgelösten Untersuchung empfiehlt.
[0029] Die SERS Untersuchung kann dabei auch ortsaufgelöst durchgeführt werden, beispielsweise
mittels konfocaler Raman-Mikroskopie. Dies erlaubt es zudem, ein als Muster ausgeführtes
Sicherheitsmerkmal mustermäßig zu erfassen bzw. zu erkennen und mit einem Soll-Muster,
in einer Datenbank hinterlegt oder aus auf oder in dem Sicherheits- und/oder Wertdokument
angebrachten Mustern oder Angaben berechnet oder entnommen, zu vergleichen. Bei Übereinstimmung
auch des Musters ist das untersuchte Sicherheits- und/oder Wertdokument verifiziert,
bei Nichtübereinstimmung ist es - selbst bei per se zutreffenden SERS-Spektren bzw.
-Signalen - als Fälschung erkannt und kann eingezogen bzw. verworfen werden.
[0030] Im Falle der Einrichtung mehrerer verschiedener Sicherheitsmerkmale können diese
jeweils einer SERS Untersuchung unterworfen werden und die erhaltenen SERS-Spektren
bzw. SERS-Signale werden dann mit jeweils den räumlichen Positionen zugeordneten Soll-SERS-Spektren
bzw. -Signalen verglichen. Auch hier kann zusätzlich die vorstehend beschrieben Mustererkennung
bei einem oder mehreren der Sicherheitsmerkmale erfolgen, sofern diese als Muster
ausgebildet sind.
[0031] Die Erfindung betrifft schließlich eine Tinte oder Farbe nach Anspruch 11. Die weiteren
Bestandteile erfindungsgemäßer Tinten bzw. Farben stimmen mit den Bestandteilen von
aus dem Stand der Technik bekannten Tinten und Farben überein und umfassen typischerweise
die fachüblichen weiteren Komponenten von Farben oder Tinten, wie etwa Binder, Penetrationsmittel,
Stellmittel, Biozide, Tenside, Puffersubstanzen, Lösungsmittel (Wasser und/oder organische
Lösungsmittel), Füllstoffe, Pigmente, Farbstoffe, Effektpigmente, Antischaummittel,
Antiabsetzmittel, UV-Stabilisatoren, etc.. Geeignete Farb- und Tintenformulierungen
für verschiedene Druckverfahren sind dem Durchschnittsfachmann aus dem Stand der Technik
wohl bekannt und erfindungsgemäß eingesetzte SERS-aktiven Partikel werden insofern
an Stelle oder zusätzlich zu konventionellen Farbstoffen bzw. Pigmenten beigemischt.
Der Anteil der SERS-aktiven Partikel in der Tinte bzw. Farbe kann beispielsweise im
Bereich von 0,00001 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise von 0,001 bis 10 Gew.-%, höchstvorzugsweise
von 0,001 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Tinte zw. Farbe, betragen.
[0032] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich Ausführungsformen darstellenden
Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1: Einlaminieren von SERS-aktiven Partikeln in zwei Kunststoffschichten.
[0033] Die Figuren 1a und 1b zeigen die Herstellung eines erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmals
zwischen zwei Schichten (Substratschichten oder Substratschicht und Deckschicht).
In der hier beschriebenen Ausführungsform werden SERS-aktiven Partikel 1, beispielsweise
Au-Nanopartikel, ohne weitere Komponenten ausser ggf. einem Lösemittel, in welchem
die SERS-aktiven Partikel 1 suspendiert sind, auf eine erste Raman-aktive Polymerschicht
2 aufgebracht, beispielsweise mittels einer Drucktechnik (Figur 1a). Sodann wird auf
die Seite der ersten Polymerschicht 2 mit den SERS-aktiven Partikeln 1 eine zweite,
optional ebenfalls Raman-aktive, Polymerschicht 3, vorzugsweise aus dem gleichen Polymer,
wie jenes der ersten Polymerschicht 2, aufgelegt. Schließlich werden die erste Polymerschicht
2 und die zweite Polymerschicht 3 miteinander laminiert, beispielsweise durch Verkleben
oder Verschweissen (Figur 1b). Im Falle der Verklebung trägt die erste Polymerschicht
2 und/oder die zweite Polymerschicht 3 eine der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellte
Klebstoffschicht.
[0034] Ein Sicherheits- und/oder Wertdokument, das die dargestellte erste Polymerschicht
2 und zweite Polymerschicht enthält, liefert SERS-Spektren bzw. - Signale auf Grund
der Raman-Aktivität des mit den SERS-aktiven Partikeln kontaktierten Polymerwerkstoffs,
welche also hierfür spezifisch sind. Hieraus sind zwei Informationen zum Zwecke der
Verifizierung erhältlich. Ein SERS-Spektrum liefert zum einen Informationen über den
Polymerwerkstoff. Stimmt das SERS-Spektrum nicht einem SERS-Soll-Spektrum des für
echte Dokumente verwendeten Polymerwerkstoffs überein, so enthält das untersuchte
Sicherheits- und/oder Wertdokument einen Polymerwerkstoff, der von echten Sicherheits-
und/oder Wertdokumenten verschieden ist, wodurch die Fälschung erkannt werden kann.
Zum anderen kann durch ortsaufgelöste Messung eines SERS-Signals nach vorheriger definierter
Ausrichtung des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes die räumliche Anordnung, und
zwar lateral (in Richtungen der Hauptebene der Schichten 2, 3) und/oder bezüglich
der Tiefe (in Richtungen orthogonal zur Hauptebene der Schichten 2, 3) der das Sicherheitsmerkmal
bildenden SERS-aktiven Partikel bestimmt und mit einer Soll-Anordnung verglichen werden.
Beispiel 2: Einlaminieren einer Farbe bzw. Tinte mit SERS-aktiven Partikeln in zwei
Kunststoffschichten.
[0035] Dieses Beispiel entspricht im wesentlichen dem Beispiel 1 mit dem Unterschied, dass
die SERS-aktiven Partikel 1 im Rahmen einer Farbe oder Tinte mit einer Komponente
auf Basis eines synthetischen organischen Polymers, welches unterschiedlich von dem
Polymerwerkstoff der ersten Polymerschicht 2 und der zweiten Polymerschicht 3 ist,
auf die erste Polymerschicht 2 aufgedruckt werden. Hierdurch ist eine Druckschicht
4 gebildet (Fig. 2). Auf diese Druckschicht 4 wird dann die zweite Polymerschicht
3 auflaminiert. Durch diesen Aufbau ist das Sicherheitsmerkmal im Inneren des damit
gebildeten Sicherheits- und/oder Wertdokumentes angeordnet und kann sich nicht abnutzen
bzw. abreiben. Zudem ist eine Manipulation zumindest erschwert.
[0036] In dieser Variante wird ein SERS-Spektrum bzw. SERS-Signal erhalten, welches für
das synthetische Polymer der Farbe bzw. Tinte spezifisch ist, da nur dieses Polymer
mit den SERS-aktiven Partikeln 1 kontaktiert ist.
[0037] Es lassen sich die analogen Informationen gemäß Beispiel 1 erhalten zu Verifikationszwecken.
In einer Weiterbildung dieser Variante enthält das Sicherheits- und/oder Wertdokument
an anderer Position einen Bereich mit der gleichen Farbe bzw. Tinte, wobei jedoch
keine SERS-aktiven Partikel 1 in der Farbe bzw. Tinte enthalten sind, oder eine Farbe
bzw. Tinte mit gleich aussehender Farbe. Dadurch ist visuell nicht ersichtlich, an
welcher Position das Sicherheitsmerkmal eingerichtet ist, was eine Fälschung erschwert.
Zudem kann durch Vergleich von SERS-Signalen bzw. -Spektren, die an Bereichen mit
Tinte bzw. Farbe ohne SERS-aktive Partikel 1 sowie an einem erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmal
gewonnen werden, festgestellt werden, ob eine Nachstellung und/oder Manipulation des
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes durchgeführt wurde.
Beispiel 3: Sicherheits- und/oder Wertdokument mit mehreren Sicherheitsmerkmalen
[0038] Die Figur 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Sicherheits- und/oder Wertdokument, wobei
mehrere Bereiche 6, 7, 8 an verschiedenen Positionen, lateral und bezüglich der Tiefe,
mit SERS-aktiven Partikeln 1 eingerichtet sind. Man erkennt weiterhin, dass im Rahmen
des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes verschiedene Schichten 9, 10, 11, 12 eingerichtet
sind. Im Rahmen der Bereiche 6, 7, 8 können jeweils und unabhängig voneinander die
Varianten der Beispiel 1 bis 3 eingerichtet sein, was der Übersichtlichkeit halber
nicht dargestellt ist.
[0039] Die Bereich 6, 7, 8 bilden dabei ein definiertes dreidimensionales Muster. Eine Mustererkennung
und folglich Verifikation kann mittels beispielsweise konfocaler Raman-Mikroskopie
zweidimensional oder dreidimensional erfolgen. Die Einrichtung eines solchen Musters,
insbesondere dreidimensional erschwert eine
[0040] Nachstellung oder Manipulation des Sicherheits- und/oder Wertdokumentes ganz erheblich.
Zusätzlich oder unabhängig hiervon können auch SERS-Spektren eines Bereiches 6, 7,
8 oder mehrerer Bereiche 6, 7, 8 aufgenommen werden, wodurch eine Verifikation über
die vorstehend erläuterte Charakterisierung des mit den SERS-aktiven Partikeln 1 in
Kontakt stehenden Stoffes erfolgt. Durch eine solche Kombination wird ein extrem hoher
Schutz gegen Nachstellung und Manipulation erhalten.
Beispiel 4: erfindungsgemäße Tinte
[0041] Für den Tintenstrahldruck eines Sicherheitsmerkmales in roter Farbe in einen Pass
werden die folgenden Komponenten miteinander gemischt und homogenisiert:
20,0 Gew.-% Cartasol Rot K-3B flüssig,
40,6 Gew.-% Milchsäure (80 %ig),
19,6 Gew.-% Ethandiol (Ethylenglykol),
1,6 Gew.-% Wasser,
16,7 Gew.-% Ethylenglykol-Monobutylether,
0,2 Gew.-% Parmetol A26,
1,3 Gew.-% Natrium-Lactat Lösung (50%ig).
[0042] Der Gesamtgehalt an Wasser unter Berücksichtigung des mit dem Cartasol mit eingebrachten
Wassers liegt bei 30 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge an Tinte. Durch den Einsatz
von Cartasol ist zudem 1 Gew.-% Essigsäure, bezogen auf die Gesamtmenge an Tinte,
enthalten.
[0043] Der so hergestellten konventionellen Tinte werden 0,001 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
an Tinte, an SERS-aktiven Au-Nanoartikel beigemischt und die Tinte wird homogenisiert.
1. Sicherheits- und/oder Wertdokument enthaltend zumindest ein Sicherheitsmerkmal welches
in definierter räumlicher Position in dem Sicherheits- und/oder Wertdokument angebracht
ist und SERS-aktive Partikel enthält, wobei die SERS-aktiven Partikel keine Hüllschicht
aufweisen und wobei die Partikel in direktem Kontakt sind mit einem Raman-aktiven
Polymer einer Polymerschicht oder einer Druckschicht des Sicherheits- und/oder Wertdokuments.
2. Sicherheits- und/oder Wertdokument nach Anspruch 1, wobei die SERS-aktiven Partikel
metallisches Kupfer, Silber, Gold, Alkalimetall, Münzmetall und/oder Legierungen mit
solchen Metallen enthalten oder hieraus bestehen.
3. Sicherheits- und/oder Wertdokument nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die SERS-aktiven
Partikel ein Volumen im Bereich von 1 nm3 bis 109 nm3, vorzugsweise von 1 nm3 bis 105 nm3, höchstvorzugsweise von 1 nm3 bis 103 nm3, aufweisen.
4. Sicherheits- und/oder Wertdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Anzahl
der Partikel in der Volumeneinheit des Sicherheitsmerkmals im Bereich von 10-6 oder 10-3 Partikel/µm3 bis 109 Partikel/µm3, insbesondere im Bereich von 102 Partikel/µm3 bis 106 Partikel/µm3, vorzugsweise im Bereich von 102 Partikel/µm3 bis 104 Partikel/µm3, liegt.
5. Sicherheits- und/oder Wertdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei mehrere
gleiche oder verschiedene Sicherheitsmerkmale an verschiedenen räumlichen Positionen
in dem Sicherheits- und/oder Wertdokument angeordnet sind.
6. Sicherheits- und/oder Wertdokument nach Anspruch 5, wobei die verschiedenen räumlichen
Positionen verschiedene laterale Positionen und/oder verschiedene Tiefen sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines Sicherheits- und/oder Wertdokumentes nach einem der
Ansprüche 1 bis 6, wobei SERS-aktive Partikel während der Herstellung des Sicherheits-
und/oder Wertdokumentes darin an einer definierten räumlichen Position oder an mehreren
verschiedenen definierten räumlichen Positionen eingebracht werden.
8. Verfahren zur Verifizierung eines Sicherheits- und/oder Wertdokumentes nach einem
der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Sicherheitsmerkmal einer SERS Untersuchung unterworfen
wird und das erhaltene SERS-Spektrum oder SERS-Signal mit einem Soll-SERS-Spektrum
verglichen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die SERS Untersuchung ortsaufgelöst durchgeführt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei mehrere verschiedene Sicherheitsmerkmale einer SERS
Untersuchung unterworfen werden und die erhaltenen SERS-Spektren oder SERS-Signale
mit jeweils den räumlichen Positionen zugeordneten Soll-SERS-Spektren oder-Signalen
verglichen werden.
11. Tinte oder Farbe zur drucktechnischen Herstellung eines Sicherheitsmerkmales eines
Sicherheits- und/oder Wertdokumentes nach einem der Ansprüche 1 bis 6 enthaltend SERS-aktive
Partikel, welche keine Hüllschicht aufweisen, sowie enthaltend ein Raman-aktives Polymer.
1. A security and/or valuable document comprising at least one security feature, which
is disposed in a defined spatial position in the security and/or valuable document
and contains SERS-active particles, wherein the SERS-active particles do not have
an envelope layer and wherein the particles are in direct contact with a Raman-active
polymer of a polymer layer or a printing layer of the security and/or valuable document.
2. The security and/or valuable document according to claim 1, wherein the SERS-active
particles contain metallic copper, silver, gold, alkali metal, coin metal, and/or
alloys containing such metals or consist thereof.
3. The security and/or valuable document according to one of claims 1 or 2, wherein the
SERS-active particles have a volume in the range from 1 nm3 to 109 nm3, preferably from 1 nm3 to 105 nm3, most preferably from 1 nm3 to 103 nm3.
4. The security and/or valuable document according to one of claims 1 to 3, wherein the
number of the particles in the unit volume of the security feature is in the range
from 10-6 or 10-3 particles/µm3 to 109 particles/µm3, in particular in the range from 102 particles/µm3 to 106 particles/µm3, preferably in the range from 102 particles/µm3 to 104 particles/µm3.
5. The security and/or valuable document according to one of claims 1 to 4, wherein a
plurality of identical or different security features are disposed at different spatial
locations in the security and/or valuable document.
6. The security and/or valuable document according to claim 5, wherein the different
spatial positions are different lateral positions and/or different depths.
7. A method for producing a security and/or valuable document according to one of claims
1 to 6, wherein SERS-active particles are introduced during production of the security
and/or valuable document thereinto at a defined spatial location or at several different
defined spatial positions.
8. A method for verifying a security and/or valuable document according to one of claims
1 to 6, wherein the security feature is subjected to a SERS investigation and the
resulting SERS spectrum or SERS signal is compared with a preselected nominal SERS
spectrum.
9. The method according to claim 8, wherein the SERS investigation is carried out in
a spatially resolved manner.
10. The method according to claim 9, wherein a plurality of different security features
are subjected to a SERS investigation, and the resulting SERS spectra or SERS signals
are compared to the preselected nominal SERS spectra or signals as-signed to the respective
spatial positions.
11. An ink or paint for producing a security feature of a security and/or valuable document
according to one of claims 1 to 6 by a printing process containing SERS-active particles
that do not have an envelope layer, and comprising a Raman-active polymer.
1. Document de sécurité et/ou de valeur contenant au moins une caractéristique de sécurité,
qui est disposée dans une position spatiale définie dans le document de sécurité et/ou
de valeur et qui contient des particules actives pour l'exaltation Raman de surface
(SERS), dans lequel les particules actives pour SERS n'ont pas de couche d'enrobage
et dans lequel les particules sont en contact direct avec un polymère actif par l'effet
Raman d'une couche polymérique ou d'une couche d'impression du document de sécurité
et/ou de valeur.
2. Document de sécurité et/ou de valeur selon la revendication 1, dans lequel les particules
actives pour SERS comportent du cuivre métallique, de l'argent métallique, de l'or
métallique, du métal alcalin, du métal de coin, et/ou des alliages comportant de tels
métaux ou consistent en ceux-ci.
3. Document de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications 1 ou 2, dans lequel
les particules actives pour SERS ont un volume compris dans la gamme de 1 nm3 à 109 nm3, de préférence de 1 nm3 à 105 nm3, de préférence la plus haute de 1 nm3 à 103 nm3.
4. Document de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications 1 à 3, dans lequel
le nombre des particules dans l'unité de volume de la caractéristique de sécurité
est compris dans la gamme de 10-6 ou 10-3 particules/µm3 à 109 particules/µm3, en particulier de 102 particules/µm3 à 106 particules/µm3, de préférence de 102 particules/µm3 à 104 particules/µm3.
5. Document de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications 1 à 4, dans lequel
plusieurs caractéristiques de sécurité identiques ou différentes sont disposées à
des locations spatiales différentes dans le document de sécurité et/ou de valeur.
6. Document de sécurité et/ou de valeur selon la revendication 5, dans lequel les locations
spatiales différentes sont des positions latérales différentes et/ou des profondeurs
différentes.
7. Procédé de fabrication d'un document de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications
1 à 6, dans lequel des particules actives pour SERS sont introduites pendant la fabrication
du document de sécurité et/ou de valeur là-dedans à une location spatiale définie
ou à plusieurs positions spatiales définies différentes.
8. Procédé de vérification d'un document de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications
1 à 6, dans lequel la caractéristique de sécurité est soumise à une vérification SERS
et le spectre SERS résultant ou le signal SERS résultant est comparé avec un spectre
SERS de consigne.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel la vérification SERS est réalisée de
façon spatialement résolue.
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel plusieurs caractéristiques de sécurité
différentes sont soumises à une vérification SERS, et les spectres SERS résultants
ou les signaux SERS résultants sont comparés avec les spectres SERS ou les signaux
de consigne associés aux positions spatiales respectives.
11. Encre ou couleur pour la fabrication d'une caractéristique de sécurité d'un document
de sécurité et/ou de valeur selon une des revendications 1 à 6 par un procédé d'impression
comportant des particules actives pour SERS qui n'ont pas de couche d'enrobage, et
comprenant un polymère actif par l'effet Raman.