[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen von Elektrofiltern mit
einer Sprühelektrode und einer konzentrisch die Sprühelektrode umgebenden Mantelelektrode
sowie auf ein Elektrofilter mit einer zentralen Sprühelektrode und einer die Sprühelektrode
konzentrisch umgebenden Mantelelektrode.
[0002] Elektrofilter sind für unterschiedliche Verwendungszwecke in unterschiedlichen Bauformen
bekannt geworden. Neben Plattenfiltern sind vor allen Dingen Rohrfilter bekannt, bei
welchen eine zentrale, zumeist von einem Draht gebildete Sprühelektrode axial in einem
zylindrischen Mantelrohr angeordnet ist, wobei das Mantelrohr in aller Regel konzentrisch
zur Sprühelektrode als entsprechende Abscheidungselektrode konfiguriert ist.
[0003] Aus der
EP 433152 A1 ist es bekannt geworden, einen Reinigungskörper längs der drahtförmigen Sprühelektrode
im Inneren der Mantelelektrode zu verschieben, um Ablagerungen am Mantel der Elektrode
zu beseitigen. Eine derartige Reinigung setzt allerdings voraus, dass der Reinigungskörper,
der über die Länge der Sprühelektrode verfahrbar sein muss, nur dann verfahren wird,
wenn der Filter abgeschaltet wird, wodurch die Filterleistung erheblich beeinträchtigt
wird, während die entsprechende Elektrode gereinigt wird. Es muss somit eine Mehrzahl
von Filtern zyklisch gereinigt werden, um sicherzustellen, dass ein kontinuierlicher
Betrieb möglich bleibt, wodurch die erforderliche Filterleistung aufrecht erhalten
werden kann.
[0004] Aus der
WO 99/59724 ist ein Verfahren zum Reinigen von Elektrofiltern und ein entsprechendes Elektrofilter
mit einer Reinigungsvorrichtung bekannt geworden, bei welchem der Reinigungskörper
lediglich über eine die Korona ausbildende frei endende erste Stufe einer zweistufigen
Sprühelektrode geführt wird, um auf diese Weise Ablagerungen an der frei endenden
ersten Stufe der Sprühelektrode zu beseitigen. Auch diese Ausbildung wird in aller
Regel so betrieben, dass eine Reinigung nur dann vorgenommen wird, wenn der Filter
nicht benötigt wird, wobei eine Reinigung bei laufendem Betrieb bestenfalls unter
Verwendung von Resonanzschwingungen und dann naturgemäß nur über einen überaus kleinen
Bereich einer Elektrode erfolgen kann. Die bei dieser Ausbildung vorgesehene zweistufige
Ausgestaltung der Sprühelektrode ist in erster Linie für den Einsatz in Kraftfahrzeugen
von besonderer Bedeutung, da diese Ausbildung besonders robust und schwingungsunempfindlich
sein soll. Die Reinigung kann aber nur auf einen Bereich vergleichsweise geringer
Baulänge beschränkt werden, sodass nur entsprechend kurzhubige Antriebe des Reinigungskörpers
eingesetzt werden können.
[0005] Bei Feuerungsanlangen, und insbesondere bei Anlagen mit Strohfeuerung oder Holzheizungen,
werden große Mengen an teilweise leitenden Feststoffen in der Gasströmung transportiert,
sodass hier besonders hohe Mengen an Ablagerungen gebildet werden. Um hier den kontinuierlichen
Betrieb sicherzustellen, muss eine Ausbildung geschaffen werden, welche die Reinigung
bei laufendem Filter ermöglicht. Zur Lösung dieser Aufgabe wird nun erfindungsgemäß
ausgehend von einem Verfahren der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass wenigstens
ein zur Sprühelektrode parallel angeordnetes Reinigungselement eingesetzt wird, das
über den Innenumfang der Mantelelektrode durch relative Bewegung des Reinigungselements
und/oder der Mantelektrode um die durch die Sprühelektrode definierte Achse geführt
wird. Dadurch, dass das Reinigungselement beispielsweise von einer langgestreckten
Kratzerschiene oder einer entsprechend langgestreckten Bürste gebildet ist, wird der
freie Durchtrittsquerschnitt des Filters nicht wesentlich beeinträchtigt und es kann
über einen entsprechenden Zeitraum ohne Reinigung die gewünschte Filterwirkung erzielt
werden. Zum Zwecke der Reinigung genügt es nun, die Mantelelektrode oder das Reinigungselement
zur Rotation um die Sprühelektrode anzutreiben, sodass durch Schab- Kratz- der Bürstwirkung
die entsprechende Reinigung der Innenoberfläche der zylinderförmigen Niederschlagselektrode
gewährleistet ist. Bevorzugt ist die Ausbildung hierbei so getroffen, dass die Mantelelektrode
zur Rotation um die Achse angetrieben wird, wobei die bei dieser Rotation aufgenommenen
Ablagerungen entweder über ein axiales Ende der Mantelelektrode und/oder über Durchbrechungen
des Mantels der Mantelektrode ausgetragen werden. Eine derartige Verfahrensweise erlaubt
beliebige Anordnungen des Elektrofilters, wobei insbesondere bei langbauenden, rohrförmigen
Elektrofiltern eine im wesentlichen horizontale Anordnung möglich ist, wenn Durchbrechungen
im Mantel vorgesehen sind. Ein axialer Austrag ist in erster Linie bei geneigter Anordnung
des rohrförmigen Filters vorgesehen, wobei keine Durchbrechungen im Mantel angeordnet
sein müssen.
[0006] Der erfindungsgemäße Elektrofilter mit einer zentralen Sprühelektrode und einer die
Sprühelektrode konzentrisch umgebenden Mantelelektrode ist erfindungsgemäß im wesentlichen
so ausgebildet, dass parallel zur Sprühelektrode wenigstens ein Reinigungselement
angeordnet ist, welches mit dem Innenmantel der Mantelelektrode zusammenwirkt und
dass das oder die Reinigungselement(e) und/oder die Mantelelektrode um die von der
Sprühelektrode gebildete Achse rotierbar gelagert und zur Rotation antreibbar ausgebildet
ist. Durch entsprechende Rotation des Reinigungselements und/oder der Mantelelektrode
kann auf diese Weise der gewünschte Reinigungseffekt erzielt werden, wobei mit Vorteil
die Ausbildung so getroffen ist, dass das Reinigungselement als Schaber oder Kratzer
ausgebildet ist. In besonders bevorzugter Weise ist das Reinigungselement als Bürste
ausgebildet, wobei in diesem Fall zur weiteren Verbesserung der Reinigungswirkung
bevorzugt das Reinigungselement um eine zur zentralen Elektrode parallele Achse rotierbar
und zur Rotation antreibbar gelagert ist. In jedem Fall kann mit Vorteil das Reinigungselement
federnd in Anlage an den Innenmantel der Mantelelektrode gehalten sein.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Elektrofilters ist dieses so ausgebildet,
dass der Mantel der Mantelelektrode über die axiale Länge derselben verteilt eine
radiale Durchbrechung oder eine Mehrzahl von radialen Durchbrechungen aufweist, wobei
zusätzlich oder alternativ die Achse der Mantelelektrode relativ zur Aufstellebene
zur axialen Austragsöffnung hin geneigt angeordnet sein kann.
[0008] Die am Umfang der rohrförmigen Niederschlagselektrode an geordneten Öffnungen können
auch schlitzförmig ausgebildet sein, wobei an der Innenwand die Kratzerschiene feststehend
anliegen kann. Bevorzugt kann hierbei in der Ruhestellung die Drehstellung so gewählt
werden, dass die Öffnungen der Niederschlagselektrode von der Kratzerschiene verdeckt
sind. Lediglich zum Zwecke der Reinigung der Niederschlagselektrode wird diese wenigstens
einmal um ihre eigene Achse zur Rotation an getrieben, wobei die Kratzerschiene den
Belag an der Innenwand der Elektrode abschabt und das Material durch die Öffnungen
oder bei entsprechender Neigung der Achse durch das stirnseitige, tieferliegende Ende
ausgetragen wird. Durch Anordnung von einer Mehrzahl an versetzt angeordneten Lochreihen,
kann über die gesamte Länge des Elektrode Belag ausgetragen werden.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 einen schematischen
Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Elektrofilter, Fig.2 eine Anordnung in Seitenansicht
bei geschnittener Mantelelektrode mit geneigter Achse und Fig.3 eine abgewandelte
Ausbildung mit Durchbrechungen in der Mantelfläche. Bei der Darstellung nach Fig.3
entspricht der Schnitt nach Fig.1 dem Schnitt nach der Linie I/I der Fig.3.
[0010] In Fig.1 ist mit 1 eine rohrförmige zylindrische Niederschlagselektrode bezeichnet.
2 bezeichnet hierbei die zentrale Sprühelektrode, welche gleichzeitig die Rotationsachse
für die rohrförmige Niederschlagselektrode definiert. Die Niederschlagselektrode kann
hierbei im Sinne des Doppelpfeils 4 relativ zu einem feststehenden Schaber 3 im Inneren
der Elektrode zur Rotation angetrieben werden, wobei die Rotationsrichtung 4 jeweils
entsprechend der Anlagestellung des Schabers 3 so gewählt wird, dass der Reinigungseffekt
entsprechend verbessert wird. Die Drehrichtung wird somit entgegen der anliegenden
Kante des Schabers 3 gewählt.
[0011] Bei der Ausbildung nach Fig.2 sind zusätzlich noch die Isolatoren 5 ersichtlich,
über welche die Sprühelektrode 2 in ihrer axialen Position gehalten ist. Bei dieser
Ausbildung ist die Achse, die der Richtung der Sprühelektrode 2 entspricht, zur Bodenebene
geneigt, sodass bei einer Rotation der Mantelelektrode das vom Schaber 3 aufgenommene
Gut in Richtung des Pfeils 6 in axialer Richtung ausgetragen wird.
[0012] Bei der Ausbildung nach Fig.3 sind im Mantel 1 Durchbrechungen 7 ersichtlich, welche
in der Normalstellung vom Schaber 3 abgedeckt sind. Die Niederschlagselektrode 1 wird
hierbei von einem Antriebsmotor 8 zur Rotation angetrieben, wobei mit 9 ein entsprechendes
Lager für die rohrförmige Niederschlagselektrode ersichtlich ist. Eine derartige Ausbildung
kann mehrere Meter lang gewählt werden, sodass bei entsprechender horizontaler Anordnung
auch in niedrig bauenden Räumen eine entsprechende Filterleistung gewährleistet werden
kann.
1. Verfahren zum Reinigen von Elektrofiltern mit einer Sprühelektrode und einer konzentrisch
die Sprühelektrode umgebenden Mantelelektrode, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein zur Sprühelektrode parallel angeordnetes Reinigungselement eingesetzt
wird, das über den Innenumfang der Mantelelektrode durch relative Bewegung des Reinigungselements
und/oder der Mantelelektrode um die durch die Sprühelektrode definierte Achse geführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelelektrode zur Rotation um die Achse angetrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Ablagerungen über ein axiales Ende der Mantelelektrode und/oder über Durchbrechungen
des Mantels der Mantelelektrode ausgetragen werden.
4. Elektrofilter mit einer zentralen Sprühelektrode (2) und einer die Sprühelektrode
konzentrisch umgebenden Mantelelektrode (1), dadurch gekennzeichnet, dass parallel zur Sprühelektrode (2) wenigstens ein Reinigungselement (3) angeordnet ist,
welches mit dem Innenmantel der Mantelelektrode (1) zusammenwirkt und dass das oder
die Reinigungselement(e) (3) und/oder die Mantelelektrode (1) um die von der Sprühelektrode
gebildete Achse (2) rotierbar gelagert und zur Rotation antreibbar ausgebildet ist.
5. Elektrofilter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) als Schaber oder Kratzer ausgebildet ist.
6. Elektrofilter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) als Bürste ausgebildet ist.
7. Elektrofilter nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) federnd in Anlage an den Innenmantel der Mantelelektrode
(1) gehalten ist.
8. Elektrofilter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) um eine zur zentralen Elektrode (2) parallele Achse rotierbar
und zur Rotation antreibbar gelagert ist.
9. Elektrofilter nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel der Mantelelektrode (1) über die axiale Länge derselben verteilt eine
radiale Durchbrechung (7) oder eine Mehrzahl von radialen Durchbrechungen aufweist.
10. Elektrofilter nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (2) der Mantelelektrode (1) relativ zur Aufstellebene zur axialen Austragsöffnung
geneigt angeordnet ist.