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EP 2 060 340 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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20.05.2009 Patentblatt 2009/21 |
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Anmeldetag: 06.11.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA HR MK RS |
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Anmelder: Georg Fischer Automotive AG |
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8201 Schaffhausen (DE) |
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Erfinder: |
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- Hauke, Wilhelm
78250, Tengen-Blumenfeld (DE)
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Vertreter: Weiss, Wolfgang |
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Georg Fischer AG
Patentabteilung
Amsler-Laffon-Strasse 9 8201 Schaffhausen 8201 Schaffhausen (CH) |
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Vorrichtung und Verfahren zum Niederdruckgiessen von Metallschmelzen |
(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Niederdruckgiessen
von Metallschmelzen mit einem Vergiessofen (1), einem Zuführkanal (2) für die Metallschmelze
(3), einem Kanal (4) in Richtung zur Giessform (5) und einer Zuführung (6) zur gasförmigen
Druckbeaufschlagung, wobei zwischen der Giessform (5) und dem Kanal (4) ein Zwischenbehälter
(7) angeordnet ist und wobei in dem Zwischenbehälter (7) ein Zugang (8) für die Zugabe
eines Impfmittels (9) vorgesehen ist.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Niederdruckgiessen von Metallschmelzen
mit einem Vergiessofen, einem Zuführkanal für die Schmelze, einem Kanal in Richtung
zur Giessform und einer Zuführung zur gasförmigen Druckbeaufschlagung.
[0002] Beim Niederdruckgiessen wird durch eine gasförmige Druckbeaufschlagung der metallischen
Schmelze in einem Ofen die Schmelze über ein Steigrohr entgegen der Schwerkraft in
einen Giesshohlraum gefördert.
[0003] Schmelzen, die aus Gründen der Keimbildung vor dem Vergiessen Zuschlagstoffe oder
Impfmittel erhalten, werden beim Giessen mittels Schwerkraft vor dem Eintritt in die
Form im Giessstrahl, in der Giesspfanne und/oder in der Form selbst behandelt.
[0004] Nach dem Stand der Technik können beim Niederdruckgiessen stückige Impfmiftel im
Bereich des Formeneingusses eingelegt werden, um während der Formfüllung in Lösung
zu gehen. Der damit häufig verbundene Nachteil besteht insbesondere darin, dass keine
zufriedenstellende Verteilung des Impfmittels in der Metallschmelze in der Giessform
erfolgt. Unterschiedliche Konzentrationen des Impfmittels in der Schmelze können zu
erheblichen Abweichungen der gewünschten Eigenschaften führen der Gussstücke führen.
Diese bekannte Technik erfordert eine sorgfältige Einstellung der Zusammensetzung
und des Lösungsverhaltens des Impfmittels.
[0005] Um diese Nachteile zu minimieren besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Vorrichtung
und ein Verfahren zum Niederdruckgiessen so anzuwenden, dass die Schmelze in einem
Zwischenbehälter, vor der eigentlichen Formfüllung, bereits mit einer gleichmässig
verteilten Impfmittelmenge vorliegt.
[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass zwischen der Giessform und
dem Kanal ein Zwischenbehälter angeordnet ist, wobei in dem Zwischenbehälter ein Zugang
für die Zugabe eines Impfmittels vorgesehen ist.
[0007] Durch die Möglichkeit eines separaten Zugangs für die Zugabe eines Impfmittels in
einen Zwischenbehälter zwischen dem Vergiessofen und der Giessform wird eine einfache
Möglichkeit geboten, eine genau eingestellte Impfmittelmenge zum gewünschten Zeitpunkt
zuzuführen.
[0008] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform weist der Zwischenbehälter im Innern eine
Überlaufwand auf. In vorteilhafter Weise hat es sich gezeigt, dass bei Eingabe des
Impfmittels vor der Zwischenwand eine optimale Verteilung des Impfmittels in der Schmelze
insbesondere durch die Strömung erreicht wird.
[0009] Weitere mögliche Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt.
[0011] Die Fig. 1 zeigt eine Schnittansicht eines Ofens.
[0012] Der Vergiessofen 1 weist einen Zuführkanal 2 für die Befüllung mit Metallschmelze
3 auf. Der Zuführkanal 2 ist mit einem Deckel 14 verschliessbar. Am Vergiessofen 1
ist zur Beaufschlagung der Schmelze mit Gasdruck eine Zuführung 6 vorgesehen. Weiterhin
ist an dem Vergiessofen 1 ein Kanal 4 angebracht, an dem sich direkt der Zwischenbehälter
7 anschliesst. Oberhalb des Zwischenbehälters 7 ist die Giessform 5 angeordnet, die
mit dem Steigrohr 13 über die Öffnung 11 mit dem Zwischenbehälter 7 verbunden ist.
An den Zugang 8 im Zwischenbehälter 7 ist ein rohrförmiger Ansatz 15 zur Zugabe des
Impfmittels 9 angebracht. Im Innern des Zwischenbehälters 7 ist eine Überlaufwand
10 für die Schmelze 3 vorgesehen, die kurz hinter dem Ende des Kanals 4 angeordnet
ist.
[0013] Der Giessvorgang läuft wie folgt ab:
[0014] Zunächst wird der Vergiessofen 1 über den Zuführkanal 2 mit Metallschmelze 3 befüllt.
Nach dem Befüllen des Vergiessofens 1 wird der Zuführkanal 2 mittels eines Deckels
14 gasdicht verschlossen. Die Drücke p1, p2 und p3 entsprechen dem Atmosphärendruck.
Zum Eisentransport in den Zwischenbehälter wird die Kammer 16 mit einem gasförmigen
Medium druckbeaufschlagt. Der Druck p1 ist grösser als die Drücke p2 und p3. Die Schmelze
beginnt über den Kanal 4 und die Überlaufwand 10 in den Zwischenbehälter 7 zu fliessen.
Gleichzeitig wird über den rohrförmigen Ansatz 15 das Impfmittel 9 zugegeben. In der
Fig. 1 ist die Zugabeöffnung zwischen der Überlaufwand 10 und der Giessform 5 angeordnet.
Ebenso denkbar ist es, das Impfmittel 9 im Bereich 17, d.h. vor der Überlaufwand 10
zuzugeben. Infolge der Strömung der Metallschmelze 3 wird das Impfmittel 9 homogen
mit der Metallschmelze 3 vermischt. Um die Giessform 5 zu füllen, muss der zu der
Höhe ΔH korrespondierende Druck p2 aufgebaut werden.
[0015] Nach der Formfüllung wird p2 soweit abgesenkt, dass die ausserhalb der Giessform
befindliche Schmelze zurück in den Zwischenbehälter 7 fliessen kann.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Vergiessofen
- 2
- Zuführkanal
- 3
- Metallschmelze
- 4
- Kanal
- 5
- Giessform
- 6
- Zuführung
- 7
- Zwischenhehälter
- 8
- Zugang
- 9
- Impfmittel
- 10
- Überlaufwand
- 11
- Öffnung
- 12
- entfällt
- 13
- Steigrohr
- 14
- Deckel
- 15
- Ansatz
- 16
- Kammer
- 17
- Bereich
- p1
- Fülldruck
- p2
- Druck p3 Druck
- ΔH
- Höhe
1. Vorrichtung zum Niederdruckgiessen von Metallschmelzen mit einem Vergiessofen (1),
einem Zuführkanal (2) für die Metallschmelze (3), einem Kanal (4) in Richtung zur
Giessform (5) und einer Zuführung (6) zur gasförmigen Druckbeaufschlagung, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Giessform (5) und dem Kanal (4) ein Zwischenbehälter (7) angeordnet
ist, wobei in dem Zwischenbehälter (7) ein Zugang (8) für die Zugabe eines Impfmittels
(9) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Zwischenbehälter (7) eine Überlaufwand (10) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugang (8) für das Impfmittel (9) vor der Überlaufwand (10) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenbehälter (7) eine Öffnung (11) aufweist, wobei im Inneren des Zwischenbehälters
an der Öffnung (11) ein Steigrohr (13) angeordnet ist und oberhalb der Öffnung (11)
mit dieser direkt die Giessform (5) verbunden ist.
5. Verfahren zum Niederdruckgiessen von Metallschmelzen nach mindestens einem der vorherigen
Vorrichtungsansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Impfmittel (9) in die sich in dem zwischen dem Vergiessofen (1) und der Giessform
(5) angeordneten Zwischenbehälter (7) befindliche Metallschmelze (3) zugegeben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Impfmittel (9) als Granulat zugegeben wird.
