(19)
(11) EP 2 060 372 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.05.2009  Patentblatt  2009/21

(21) Anmeldenummer: 08019493.9

(22) Anmeldetag:  07.11.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 9/00(2006.01)
B26D 1/20(2006.01)
B26F 1/36(2006.01)
B26D 7/01(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 14.11.2007 DE 202007015981 U

(71) Anmelder: Monolith GmbH Bürosysteme
45127 Essen (DE)

(72) Erfinder:
  • Loibl, Bernd
    79771 Klettgau (DE)

(74) Vertreter: Paul, Dieter-Alfred et al
Paul & Albrecht Patentanwaltssozietät Hellersbergstrasse 18
41460 Neuss
41460 Neuss (DE)

   


(54) Bürogerät zur Bearbeitung von Blattgut


(57) Die Erfindung betrifft ein Bürogerät (1) zur Bearbeitung von Blattgut (4) mit einer Unterlage (2) zur Aufnahme des Blattguts (4), mindestens einem Anschlag (3a) zur lagegenauen Positionierung des Blattguts (4) sowie mit einer Stanzvorrichtung (6), wobei Unterlage (2) und Stanzvorrichtung (6) komplementäre Eingriffselemente (5) zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung (6) in verschiedenen Stanzpositionen im Bereich des Anschlages (3a) aufweisen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass das Bürogerät (1) mindestens eine Schneideinrichtung (8) zum Beschneiden des Blattguts (4) aufweist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bürogerät zur Bearbeitung von Blattgut mit einer Unterlage zur Aufnahme des Blattguts, mindestens einem Anschlag zur lagegenauen Positionierung des Blattguts sowie minsestens einer Stanzvorrichtung, wobei Unterlage und Stanzvorrichtung komplementäre Eingriffselemente zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung in verschiedenen Stanzpositionen im Bereich des Anschlages aufweisen.

[0002] Bürogeräte der oben genannten Art sind beispielsweise aus der DE 3 227 301 C2 bekannt. Sie dienen der Lochung von Papierblattgut meist im DIN A4-Format. Ungelochte Papierbögen werden meist gelocht, indem sie zunächst in eine zweilagige Anordnung gefaltet und dann in einen Locher eingelegt und anschließend gelocht werden. Dazu wird häufig zunächst die Mitte des gefalteten Blattes ermittelt und anschließend an einer Positionierungsmarkierung des Lochers angelegt. Alternativ ist ein solcher Locher mit einer seitlich angebrachten Schiene versehen, an der die untere Kante des zu lochenden Papierbogens zur Positionierung des Blattes im Locher angelegt wird. Soll nun der Papierbogen auch noch auf ein bestimmtes Maß beschnitten werden, so ist es notwendig, das zur Lochung bereits ausgerichtete Blattgut aus dem Locher wieder zu entfernen, in ein separates Bürogerät mit einer Schneideinrichtung einzulegen und ein weiteres Mal entlang einer Schneidkante der Schneideinrichtung auszurichten.

[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bürogerät der eingangs genannten Art bereitzustellen, welches die Handhabung vereinfacht, indem es die notwendigen Arbeitsschritte verringert.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Bürogerät mindestens eine Schneideinrichtung zum Schneiden des Blattguts aufweist. Mit anderen Worten ermöglicht die Kombination von Stanzvorrichtung und Schneideinrichtung in einem Bürogerät, dass das zu bearbeitende Blattgut nur ein einziges Mal ausgerichtet werden muss, um anschließend auf reproduzierbare Art sowohl gelocht als auch auf ein bestimmtes Maß geschnitten werden zu können.

[0005] Dabei kann die Schneideinrichtung als Hebelschneideinrichtung, Rollenschneideinrichtung oder als Klingenschneider ausgebildet sein. Natürlich ist es auch möglich, bei Vorsehen mehrerer Schneideinrichtungen vorzusehen und dabei eine Kombination aus Hebel- und Rollenschneideinrichtung anzubringen. Natürlich ist es auch möglich, mehrere Schneideinrichtungen vorzusehen und dabei eine Kombination aus Hebel-, Klingen- und Rollenschneideinrichtung anzubringen.

[0006] In einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist neben der Schneideinrichtung ein Niederhalter zum Anpressen des Blattgutes auf die Blattgutauflage anzuordnen, wobei der Niederhalter zwischen einer angehobenen Ausgangsstellung und einer in Richtung auf die Unterlage versetzten Pressstellung bewegbar ist. Ein solcher Niederhalter ist beispielsweise in der EP 1 754 578 A1 beschrieben, auf die hiermit vollumfänglich Bezug genommen wird.

[0007] Um das Blattgut mit parallel verlaufenden Kanten versehen zu können, ist es zweckmäßig, die Schneideinrichtung an dem Bürogerät parallel zum Anschlag auszurichten.

[0008] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Schneideinrichtung oder eine weitere Schneideinrichtung senkrecht zum Anschlag ausgerichtet, um das Blattgut auch in einem rechten Winkel zur Anschlagkante beschneiden zu können, ohne dazu das Blattgut aus dem Bürogerät zunächst entfernen und anschließend erneut einlegen zu müssen.

[0009] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgeschlagen, dass die Schneideinrichtung parallel zum Anschlag verschieblich geführt ist, so dass ein Abstand zwischen Lochung und Schneidkante einstellbar ist. Dieser Abstand legt die Kantenlänge des zu beschneidenden Blattgutes fest, wenn das Blattgut zwischen den Arbeitsschritten nicht mehr in dem Bürogerät verschoben werden soll. Eine solche Einstellung des Abstandes zwischen Anschlag und Schneidkante und damit einer Kantenlänge des Blattgutes kann auch erfolgen, indem der Anschlag parallel zur Schneideinrichtung verschieblich geführt ist.

[0010] Für den Fall, dass die zu beschneidende Blattkante nicht parallel zur am Anschlag befindlichen Kante auszubilden ist sondern in einem bestimmten Winkel dazu, kann in einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung die Schneideinrichtung in einem über einen Verstellmechanismus einstellbaren und veränderbaren Winkel relativ zum Anschlag ausgerichtet werden.

[0011] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist wie beispielsweise in der EP 1 475 201 B1 beschrieben, auf welche hiermit vollumfänglich Bezug genommen wird, vorgesehen, dass die Schneideinrichtung aus einer unteren Schneidstellung in eine obere Ausgangsstellung anhebbar und von dieser wieder in die Schneidstellung bringbar ist. Dabei kann der Spalt zwischen Unterlage und Schneideinrichtung von den Stirnseiten der Schneideinrichtung her unzugänglich ausgebildet sein. Dadurch wird ermöglicht, die Vertikalbewegung des Scheibenmessers der Schneideinrichtung nicht durch einen an der Schneideinrichtung vorgesehenen Messerwagen durchzuführen, sondern mittels der Schneideinrichtung selbst zu bewirken, indem die Schneideinrichtung für das Durchschieben des Schneidgutes zunächst angehoben und dann in die Schneidstellung, in der das Scheibenmesser auf der Unterlage aufliegt, abzusenken. Auf diese Weise ist die Handhabung des Schneidvorgangs wesentlich einfacher und führt zu sauberen Schnitten. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass der Spalt zwischen Schneideinrichtung und Unterlage von den Stirnseiten der Führungsschiene unzugänglich ist, also dort abgedeckt ist, so dass es in diesem Bereich nicht möglich ist, dass Finger der Bedienungsperson in den Spalt gelangen und beim Absenken der Führungsschiene eingeklemmt werden.

[0012] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgeschlagen, dass die Führungsschiene im Bereich ihrer Stirnseiten vertikal verschieblich geführt ist, so dass sie parallel zur Unterlage angehoben und abgesenkt werden kann, Und zwar vorzugsweise um nicht mehr als 20 mm, noch bevorzugter um 12 mm. Alternativ dazu kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Schneideinrichtung im Bereich einer Stirnseite um eine horizontale Achse verschwenkbar gelagert ist, und zwar maximal um einen Winkel von 10°, vorzugsweise 4 bis 5°.

[0013] Die Schneideinrichtung kann so aufgehängt sein, dass sie ohne Betätigung die Schneidstellung einnimmt, bei der das Scheibenmesser auf der Unterlage aufsitzt. Für das Durchschieben des Blattgutes durch den Spalt zwischen Schneideinrichtung und Unterlage kann die Schneideinrichtung von Hand angehoben werden. Alternativ dazu besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Schneideinrichtung ohne Betätigung mittels einer Feder in der Ausgangsstellung gehalten ist. Dies erleichtert das Durchschieben des Blattgutes durch den Spalt, erfordert allerdings das Niederdrücken der Führungsschiene für den Schneidvorgang. Gleichwohl gelingt auch mit dieser Ausführungsform ein sauberer Schnitt, weil das Niederdrücken der Führungsschiene mit der einen Hand und die Verschiebung des Messerwagens mit der anderen Hand erfolgen kann, was in der Handhabung deutlich einfacher ist als bei den bekannten Rollenschneideinrichtungen, bei denen der Messerwagen niedergedrückt und gleichzeitig verschoben werden muss.

[0014] Nach der Erfindung ist des weiteren vorgesehen, dass die Führungsschiene in ihrem bzw. ihren höhenbeweglichen Ende(n) mit einer Blockiereinrichtung bzw. Blockiereinrichtungen in der Schneidstellung festlegbar ist. Auf diese Weise ist die Führungsschiene für den Schneidvorgang fixiert und kann sich nicht selbsttätig bewegen bzw. muss nicht während des Schneidvorgangs niedergedrückt werden, wenn dem eine Feder entgegensetzt. Dies erleichtert die Bedienung des Schneidgeräts.

[0015] Die bzw. jede Blockiereinrichtung ist vorzugsweise als Schnappeinrichtung ausgebildet, in die die Schneideinrichtung bei der Bewegung in die Schneidstellung selbsttätig und entriegelbar einschnappt, so dass die Fixierung der Führungsschiene in der Schneidstellung nicht mit zusätzlichen Handhabungen verbunden ist. Lediglich für den Entriegelungsvorgang nach dem Schneidvorgang ist eine Betätigung der Schnappeinrichtung zwecks deren Entriegelung notwendig. Hierzu kann die Schnappeinrichtung einen Betätigungsschieber aufweisen, der an günstiger Stelle angebracht ist.

[0016] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, die komplementären Eingriffselemente des Bürogeräts als separates Bauteil in einer Art Schablone auszubilden, die dann in eine in dem Bürogerät ausgebildete Halterung einsetzbar ist. Dies hat den Vorteil, dass für den Fall, dass ein anderes Lochmuster bei der Lochung des Blattgutes oder der Einsatz einer anderen Stanzvorrichtung insbesondere mit anderen geometrischen Abmessungen gewünscht ist, die Schablone einfach ausgetauscht und durch eine andere Schablone mit einem anderen Lochmuster ersetzt werden kann.

[0017] Um das Blattgut auf ein bestimmtes Maß beschneiden zu können, ist in einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zur Bestimmung der Abmessung des Blattguts eine Meßeinrichtung an dem Bürogerät vorgesehen.

[0018] Die Meßeinrichtung kann durch ein Lineal oder ein Meßrad mit Längenanzeige realisiert sein. Das Lineal kann ausklappbar an dem Bürogerät befestigt sein, wodurch eine besonders platzsparende Aufbewahrung des Bürogerätes und eine vereinfachte Handhabung beispielsweise bei einem Transport des Bürogerätes erreicht wird.

[0019] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die Meßeinrichtung relativ zum Anschlag verschiebbar gelagert. Dadurch wird es möglich, die Meßeinrichtung mit dem Startpunkt ihrer Skalierung an dem verwendeten Format des Blattgutes auszurichten, was ein umständliches Umrechnen des Skalenwertes zur Ermittlung der durch Verschiebung erhaltenen Länge der Kante senkrecht zur Schneideinrichtung verhindert.

[0020] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist zur reproduzierbaren Positionierung des Blattgutes in dem Bürogerät mindestens ein Seitenanschlag an der Unterlage des Bürogerätes angeordnet. Dieser Seitenanschlag kann in seiner Position festgelegt oder verschieblich ausgeführt sein. Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor, zwei Seitenanschläge der rechts und links von dem einzuführenden Blattgut auszubilden und derart miteinander zu koppeln, dass bei Einführung des Blattgutes dieses in einer festen Position zentriert in dem Bürogerät angeordnet ist. Natürlich ist es auch möglich, beide Seitenanschläge verschieblich auszuführen und gegebenenfalls in den verschiedenen Positionen anschließend zu fixieren, um anschließend das Blattgut in reproduzierbarer Weise in das Bürogerät einzulegen.

[0021] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels veranschaulicht. Es zeigen:
Figur 1
eine Draufsicht eines erfindungsgemäßen Bürogeräts mit eingeklapptem Lineal;
Figur 2
eine perspektivische Darstellung des Bürogeräts gemäß Figur 1 mit einem Locher;
Figur 3
eine Darstellung des Lochungsvorgangs; und
Figur 4
eine Darstellung des Schneidvorganges.


[0022] Das in Figur 1 dargestellte Bürogerät 1 weist eine im wesentlichen rechteckige Unterlage 2 auf. An der in dieser Ansicht oberen Längsseite des Bürogeräts 1 ist ein Anschlag 3a zur lagegenauen Positionierung des Blattguts 4 in dem Bürogerät 1 angeordnet. Eine weitere Positionierung wird durch verschiebbar angeordneten Seitenanschläge 3b bereitgestellt. Die Unterlage 2 ist in ihrem Randbereich mit sieben Aussparungen 5 versehen, in die eine Stanzvorrichtung 6 zur Stanzung des Blattgutes 4 wie in Figur 2 und 3 gezeigt einsetzbar ist.

[0023] Die Aussparungen 5 sind so geformt, dass sie zur Stanzvorrichtung 6 komplementär ausgebildete Eingriffselemente zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung 6 in verschiedenen Stanzpositionen bilden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Aussparungen 5 genau so dimensioniert, dass ein vorderer Endabschnitt 7 der in der Figur 2 gezeigten Stanzvorrichtung 6 so in sie eingesetzt werden kann, dass der Endabschnitt 7 eine Aussparung 5 im eingesetzten Zustand vollständig ausfüllt.

[0024] Unterhalb des Anschlages 3a ist eine Schneideinrichtung 8 zum Beschneiden des Blattgutes an dem Bürogerät 1 vorgesehen. Die Schneideinrichtung 8 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Rollenschneideinrichtung ausgebildet. An der in dieser Ansicht unteren Längsseite des Bürogeräts 1 ist eine ausklappbare Meßeinrichtung 9 in Form eines Lineals angeordnet, an der ein zweiter Anschlag 10 zur genaueren Ausrichtung des Blattgutes 4 beispielsweise bei Einstellung einer bestimmten Kantenlänge ausgebildet ist.

[0025] Zur Einbringung einer Stanzung wird das Blattgut 4 in das Bürogerät 1, wie in Figur 3 gezeigt, eingelegt, wobei eine Kante bzw. ein Rand des Blattgutes 4 gegen die Anschläge 3a, 3b, 10 geschoben wird und daran zur Anlage kommt. In dieser Position bleiben Randabschnitte des Blattgutes 4, die sich über den Aussparungen 5 befinden, frei zugänglich, so dass die Randabschnitte des Blattgutes 4 mittels der Stanzvorrichtung 6 in diesen Bereichen bearbeitet werden können.

[0026] In der Unterlage 2 ist ferner eine Führungsschiene 11 für die Schneideinrichtung 8 ausgebildet, um die Schneideinrichtung 8 parallel zum Anschlag 3a verschieben zu können und so einen Abstand zwischen Anschlag 3a und Schneideinrichtung 8 verändern zu können. Dadurch wird es möglich, die Länge der Kante senkrecht zu der sich am Anschlag 3a befindlichen Kante des Blattguts 4 durch Verstellen der Schneideinrichtung 8 einzustellen und den Schneidvorgang durchzuführen, ohne dazu das Blattgut 4 innerhalb des Bürogeräts 1 bewegen zu müssen.

[0027] Die Figuren 3 und 4 veranschaulichen die einzelnen durch das Bürogerät 1 durchführbaren Bearbeitungsschritte zur Bearbeitung des Blattguts 4. Zunächst wird zum Lochen das Blattgut 4 hier in Form eines Papierbogens in das Bürogerät 1 eingelegt und soweit eingeschoben, bis der Papierbogen an dem Anschlag 3a bzw. 3b zur Anlage kommt. Anschließend wird die Stanzvorrichtung 6 in eine erste Aussparung 5 eingesetzt, um einen freiliegenden Randabschnitt des Papierbogens 4 mit einer Stanzung zu versehen.

[0028] Gemäß Figur 3 erfolgt die Lochung des Blattguts 4 von links nach rechts. Im einzelnen wird dazu ein freiliegender Kantenabschnitt des Papierbogens 4 in einen Schlitz 12 (Figur 2) der Stanzvorrichtung 6 eingeschoben, wenn der vordere Endabschnitt 7 der Stanzvorrichtung 6 durch Einsetzen in die Aussparung 5 positioniert wird. Dann wird ein Hebel 13 der Stanzvorrichtung 6 niedergedrückt, wodurch ein nicht näher dargestelltes Stanzelement der Stanzvorrichtung 6 den freiliegenden Randabschnitt des Papierbogens 4 durchdringt, so dass eine Lochung 14 in dem Papierbogen erzeugt wird. Der vordere Endabschnitt 7 der Stanzvorrichtung 6 wird dann aus der ersten Aussparung 5 in die folgende Aussparung 5 eingesetzt, um einen weiteren freiliegenden Randabschnitt des Papierbogens 4, der oberhalb dieser Aussparung 5 freiliegt, in gleicher Weise zu lochen. Dabei beträgt die maximale Anzahl an reproduzierbaren Lochungen 14 der Anzahl der vorgesehenen Aussparungen 5.

[0029] Der Schneidvorgang ist in Figur 4 schematisch dargestellt. Um das in das Bürogerät 1 eingelegte Blattgut 4 beschneiden zu können, wird es zunächst an den Anschlägen 3a, 3b zur Anlage gebracht und damit in dem Bürogerät 1 ausgerichtet. Die Rollenschneideinrichtung 8 weist eine Führungsschiene 15 auf, die sich im Abstand zur Unterlage 2 parallel zum Anschlag 3 erstreckt. Auf der Führungsschiene 15 ist ein Messerwagen 16 in Richtung der Längsachse der Führungsschiene 15 verschieblich geführt. Er kann von Hand hin- und hergeschoben werden. An dem Messerwagen 16 ist ein hier durch ein Messergehäuse verdecktes Scheibenmesser um eine horizontale, sich quer zur Längsachse der Führungsschiene 15 erstreckende Achse drehbar gelagert. Das Scheibenmesser steht unten über das Messergehäuse vor. Die Schneideinrichtung 8 ist in diesem Ausführungsbeispiel vertikal verschieblich geführt und um 12 mm anhebbar, um das Einsetzen des Blattguts 4 in einen Spalt zwischen Führungsschiene 15 und Unterlage 2 zu vereinfachen.

[0030] Um die Länge des Kantenbereichs des Blattgutes 4 senkrecht zur Schneidrichtung 8 festlegen zu können, ohne dazu eine weitere Verschiebung des Blattguts 4 innerhalb des Bürogerätes 1 durchführen zu müssen, sind in diesem Ausführungsbeispiel weitere Führungsschienen 16 senkrecht zur Ausrichtung des Anschlages 3 bzw. der Führungsschiene 15 der Schneideinrichtung 8 in der Unterlage 2 ausgebildet, die es ermöglichen, die Schneideinrichtung 8 parallel zum Anschlag 3 zu verschieben und dadurch den Abstand zwischen Anschlag 3 und Schneideinrichtung 8 in reproduzierbarer Weise einzustellen.

[0031] In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine weitere Anschlagkante 10 an dem ausklappbaren Lineal 9 vorgesehen, wodurch es möglich wird, dass das Blattgut 4 mit parallel zueinander ausgerichteten Kantenbereichen beschnitten werden kann, ohne dazu im Kontakt mit dem Anschlag 3 stehen zu müssen. Dadurch wird erreicht, dass die zu wählende Länge der Kantenbereiche senkrecht zum Anschlag 3 noch flexibler gewählt werden kann. Auf dem ausklappbaren Lineal 9 ist eine Skalierung 17 in Zentimetern vorgesehen. Um nun eine bestimmte Länge beschnittenen Blattgutes 4 einstellen zu können und diese Länge auch leicht ohne Umrechnungsschritte von dem Lineal 9 ablesen zu können, ist das Lineal 9 senkrecht zur Ausrichtung des Schneideinrichtung 9 verschieblich gelagert, so dass die Skalierung 17 mit ihrem Startwert an den Kantenbereich des Blattgutes 4 geschoben werden kann. Zum Schneiden des Blattgutes 4 wird der Messerwagen 16 unter leichtem Druck innerhalb der Führungsschiene 15 verschoben, wobei das nicht dargestellte darunter befindliche Scheibenmesser eine Drehbewegung ausführt und dabei das Blattgut schneidet. Übrig bleiben das auf der Unterlage 2 ruhende, beschnittene Blattgutteil und das abgeschnittene Blattgutteil.


Ansprüche

1. Bürogerät (1) zur Bearbeitung von Blattgut (4) mit einer Unterlage (2) zur Aufnahme des Blattguts (4), mindestens einem Anschlag (3a) zur lagegenauen Positionierung des Blattguts (4) sowie mit einer Stanzvorrichtung (6), wobei Unterlage (2) und Stanzvorrichtung (6) komplementäre Eingriffselemente (5) zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung (6) in verschiedenen Stanzpositionen im Bereich des Anschlages (3a) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürogerät (1) mindestens eine Schneideinrichtung (8) zum Beschneiden des Blattguts (4) aufweist.
 
2. Bürogerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) eine Hebelschneideinrichtung oder eine Rollenschneideinrichtung oder ein Klingenschneider ist.
 
3. Bürogerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu der Schneideinrichtung (8) ein Niederhalter zum Anpressen des Blattgutes auf die Unterlage (2) angeordnet ist, wobei der Niederhalter zwischen einer angehobenen Ausgangsstellung und einer in Richtung auf die Blattgutauflage versetzten Pressstellung bewegbar ist.
 
4. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) parallel oder senkrecht zum Anschlag (3a) ausgerichtet ist, insbesondere dass die Schneideinrichtung (8) senkrecht zum Anschlag (3a) ausgerichtet ist.
 
5. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) parallel zum Anschlag (3a) und/oder der Anschlag (3a) parallel zur Schneideinrichtung (8) verschieblich geführt ist.
 
6. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) in einem über einen Verstellmechanismus veränderbaren Winkel relativ zum Anschlag (3a) ausrichtbar ist.
 
7. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) aus einer unteren Schneidstellung insbesondere um 5 bis 20 mm in eine obere Stellung anhebbar und von dieser in die Schneidstellung absenkbar ist.
 
8. Schneidgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) von den Stirnseiten der Schneideinrichtung (8) unzugänglich ist.
 
9. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) im Bereich ihrer Stirnseiten vertikal verschieblich geführt ist.
 
10. Bürogerät (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) an ihrem bzw. ihren höhenbeweglichen Ende(n) mittels einer Blockiereinrichtung bzw. mittels Blockiereinrichtungen in der Schneidstellung festlegbar ist, die insbesondere als Schnappeinrichtung ausgebildet ist, in die die Schneideinrichtung (8) bei der Bewegung in die Schneidstellung selbsttätig und entriegelbar einschnappt.
 
11. Bürogerät (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnappeinrichtung einen Betätigungsschieber aufweist, über den die Schnappeinrichtung entriegelbar ist.
 
12. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die komplementären Eingriffselemente (5) in einer Schablone ausgebildet sind, die in eine in dem Bürogerät (1) ausgebildete Halterung einsetzbar ist.
 
13. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Bestimmung der Abmessungen des Blattguts (4) eine Messeinrichtung (9) aufweist, die insbesondere ein insbesondere ausklappbar an dem Bürogerät (1) befestigtes Lineal oder ein Messrad mit Längenanzeige ist.
 
14. Bürogerät (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (9) relativ zum Anschlag (3) verschiebbar geführt ist.
 
15. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Positionierung des Blattgutes (4) mindestens ein Seitenanschlag (3b) an der Unterlage (2) angeordnet ist, der insbesondere verschiebbar an der Unterlage (2) angeordnet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente