[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bürogerät zur Bearbeitung von Blattgut mit
einer Unterlage zur Aufnahme des Blattguts, mindestens einem Anschlag zur lagegenauen
Positionierung des Blattguts sowie minsestens einer Stanzvorrichtung, wobei Unterlage
und Stanzvorrichtung komplementäre Eingriffselemente zur reproduzierbaren Positionierung
der Stanzvorrichtung in verschiedenen Stanzpositionen im Bereich des Anschlages aufweisen.
[0002] Bürogeräte der oben genannten Art sind beispielsweise aus der
DE 3 227 301 C2 bekannt. Sie dienen der Lochung von Papierblattgut meist im DIN A4-Format. Ungelochte
Papierbögen werden meist gelocht, indem sie zunächst in eine zweilagige Anordnung
gefaltet und dann in einen Locher eingelegt und anschließend gelocht werden. Dazu
wird häufig zunächst die Mitte des gefalteten Blattes ermittelt und anschließend an
einer Positionierungsmarkierung des Lochers angelegt. Alternativ ist ein solcher Locher
mit einer seitlich angebrachten Schiene versehen, an der die untere Kante des zu lochenden
Papierbogens zur Positionierung des Blattes im Locher angelegt wird. Soll nun der
Papierbogen auch noch auf ein bestimmtes Maß beschnitten werden, so ist es notwendig,
das zur Lochung bereits ausgerichtete Blattgut aus dem Locher wieder zu entfernen,
in ein separates Bürogerät mit einer Schneideinrichtung einzulegen und ein weiteres
Mal entlang einer Schneidkante der Schneideinrichtung auszurichten.
[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bürogerät der eingangs genannten
Art bereitzustellen, welches die Handhabung vereinfacht, indem es die notwendigen
Arbeitsschritte verringert.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Bürogerät mindestens
eine Schneideinrichtung zum Schneiden des Blattguts aufweist. Mit anderen Worten ermöglicht
die Kombination von Stanzvorrichtung und Schneideinrichtung in einem Bürogerät, dass
das zu bearbeitende Blattgut nur ein einziges Mal ausgerichtet werden muss, um anschließend
auf reproduzierbare Art sowohl gelocht als auch auf ein bestimmtes Maß geschnitten
werden zu können.
[0005] Dabei kann die Schneideinrichtung als Hebelschneideinrichtung, Rollenschneideinrichtung
oder als Klingenschneider ausgebildet sein. Natürlich ist es auch möglich, bei Vorsehen
mehrerer Schneideinrichtungen vorzusehen und dabei eine Kombination aus Hebel- und
Rollenschneideinrichtung anzubringen. Natürlich ist es auch möglich, mehrere Schneideinrichtungen
vorzusehen und dabei eine Kombination aus Hebel-, Klingen- und Rollenschneideinrichtung
anzubringen.
[0006] In einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist neben der Schneideinrichtung
ein Niederhalter zum Anpressen des Blattgutes auf die Blattgutauflage anzuordnen,
wobei der Niederhalter zwischen einer angehobenen Ausgangsstellung und einer in Richtung
auf die Unterlage versetzten Pressstellung bewegbar ist. Ein solcher Niederhalter
ist beispielsweise in der
EP 1 754 578 A1 beschrieben, auf die hiermit vollumfänglich Bezug genommen wird.
[0007] Um das Blattgut mit parallel verlaufenden Kanten versehen zu können, ist es zweckmäßig,
die Schneideinrichtung an dem Bürogerät parallel zum Anschlag auszurichten.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Schneideinrichtung oder eine
weitere Schneideinrichtung senkrecht zum Anschlag ausgerichtet, um das Blattgut auch
in einem rechten Winkel zur Anschlagkante beschneiden zu können, ohne dazu das Blattgut
aus dem Bürogerät zunächst entfernen und anschließend erneut einlegen zu müssen.
[0009] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgeschlagen, dass die Schneideinrichtung
parallel zum Anschlag verschieblich geführt ist, so dass ein Abstand zwischen Lochung
und Schneidkante einstellbar ist. Dieser Abstand legt die Kantenlänge des zu beschneidenden
Blattgutes fest, wenn das Blattgut zwischen den Arbeitsschritten nicht mehr in dem
Bürogerät verschoben werden soll. Eine solche Einstellung des Abstandes zwischen Anschlag
und Schneidkante und damit einer Kantenlänge des Blattgutes kann auch erfolgen, indem
der Anschlag parallel zur Schneideinrichtung verschieblich geführt ist.
[0010] Für den Fall, dass die zu beschneidende Blattkante nicht parallel zur am Anschlag
befindlichen Kante auszubilden ist sondern in einem bestimmten Winkel dazu, kann in
einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung die Schneideinrichtung
in einem über einen Verstellmechanismus einstellbaren und veränderbaren Winkel relativ
zum Anschlag ausgerichtet werden.
[0011] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist wie beispielsweise in der
EP 1 475 201 B1 beschrieben, auf welche hiermit vollumfänglich Bezug genommen wird, vorgesehen, dass
die Schneideinrichtung aus einer unteren Schneidstellung in eine obere Ausgangsstellung
anhebbar und von dieser wieder in die Schneidstellung bringbar ist. Dabei kann der
Spalt zwischen Unterlage und Schneideinrichtung von den Stirnseiten der Schneideinrichtung
her unzugänglich ausgebildet sein. Dadurch wird ermöglicht, die Vertikalbewegung des
Scheibenmessers der Schneideinrichtung nicht durch einen an der Schneideinrichtung
vorgesehenen Messerwagen durchzuführen, sondern mittels der Schneideinrichtung selbst
zu bewirken, indem die Schneideinrichtung für das Durchschieben des Schneidgutes zunächst
angehoben und dann in die Schneidstellung, in der das Scheibenmesser auf der Unterlage
aufliegt, abzusenken. Auf diese Weise ist die Handhabung des Schneidvorgangs wesentlich
einfacher und führt zu sauberen Schnitten. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit,
dass der Spalt zwischen Schneideinrichtung und Unterlage von den Stirnseiten der Führungsschiene
unzugänglich ist, also dort abgedeckt ist, so dass es in diesem Bereich nicht möglich
ist, dass Finger der Bedienungsperson in den Spalt gelangen und beim Absenken der
Führungsschiene eingeklemmt werden.
[0012] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgeschlagen, dass die Führungsschiene
im Bereich ihrer Stirnseiten vertikal verschieblich geführt ist, so dass sie parallel
zur Unterlage angehoben und abgesenkt werden kann, Und zwar vorzugsweise um nicht
mehr als 20 mm, noch bevorzugter um 12 mm. Alternativ dazu kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass die Schneideinrichtung im Bereich einer Stirnseite um eine horizontale
Achse verschwenkbar gelagert ist, und zwar maximal um einen Winkel von 10°, vorzugsweise
4 bis 5°.
[0013] Die Schneideinrichtung kann so aufgehängt sein, dass sie ohne Betätigung die Schneidstellung
einnimmt, bei der das Scheibenmesser auf der Unterlage aufsitzt. Für das Durchschieben
des Blattgutes durch den Spalt zwischen Schneideinrichtung und Unterlage kann die
Schneideinrichtung von Hand angehoben werden. Alternativ dazu besteht jedoch auch
die Möglichkeit, dass die Schneideinrichtung ohne Betätigung mittels einer Feder in
der Ausgangsstellung gehalten ist. Dies erleichtert das Durchschieben des Blattgutes
durch den Spalt, erfordert allerdings das Niederdrücken der Führungsschiene für den
Schneidvorgang. Gleichwohl gelingt auch mit dieser Ausführungsform ein sauberer Schnitt,
weil das Niederdrücken der Führungsschiene mit der einen Hand und die Verschiebung
des Messerwagens mit der anderen Hand erfolgen kann, was in der Handhabung deutlich
einfacher ist als bei den bekannten Rollenschneideinrichtungen, bei denen der Messerwagen
niedergedrückt und gleichzeitig verschoben werden muss.
[0014] Nach der Erfindung ist des weiteren vorgesehen, dass die Führungsschiene in ihrem
bzw. ihren höhenbeweglichen Ende(n) mit einer Blockiereinrichtung bzw. Blockiereinrichtungen
in der Schneidstellung festlegbar ist. Auf diese Weise ist die Führungsschiene für
den Schneidvorgang fixiert und kann sich nicht selbsttätig bewegen bzw. muss nicht
während des Schneidvorgangs niedergedrückt werden, wenn dem eine Feder entgegensetzt.
Dies erleichtert die Bedienung des Schneidgeräts.
[0015] Die bzw. jede Blockiereinrichtung ist vorzugsweise als Schnappeinrichtung ausgebildet,
in die die Schneideinrichtung bei der Bewegung in die Schneidstellung selbsttätig
und entriegelbar einschnappt, so dass die Fixierung der Führungsschiene in der Schneidstellung
nicht mit zusätzlichen Handhabungen verbunden ist. Lediglich für den Entriegelungsvorgang
nach dem Schneidvorgang ist eine Betätigung der Schnappeinrichtung zwecks deren Entriegelung
notwendig. Hierzu kann die Schnappeinrichtung einen Betätigungsschieber aufweisen,
der an günstiger Stelle angebracht ist.
[0016] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, die komplementären Eingriffselemente
des Bürogeräts als separates Bauteil in einer Art Schablone auszubilden, die dann
in eine in dem Bürogerät ausgebildete Halterung einsetzbar ist. Dies hat den Vorteil,
dass für den Fall, dass ein anderes Lochmuster bei der Lochung des Blattgutes oder
der Einsatz einer anderen Stanzvorrichtung insbesondere mit anderen geometrischen
Abmessungen gewünscht ist, die Schablone einfach ausgetauscht und durch eine andere
Schablone mit einem anderen Lochmuster ersetzt werden kann.
[0017] Um das Blattgut auf ein bestimmtes Maß beschneiden zu können, ist in einer vorteilhaften
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zur Bestimmung der Abmessung des Blattguts
eine Meßeinrichtung an dem Bürogerät vorgesehen.
[0018] Die Meßeinrichtung kann durch ein Lineal oder ein Meßrad mit Längenanzeige realisiert
sein. Das Lineal kann ausklappbar an dem Bürogerät befestigt sein, wodurch eine besonders
platzsparende Aufbewahrung des Bürogerätes und eine vereinfachte Handhabung beispielsweise
bei einem Transport des Bürogerätes erreicht wird.
[0019] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die Meßeinrichtung
relativ zum Anschlag verschiebbar gelagert. Dadurch wird es möglich, die Meßeinrichtung
mit dem Startpunkt ihrer Skalierung an dem verwendeten Format des Blattgutes auszurichten,
was ein umständliches Umrechnen des Skalenwertes zur Ermittlung der durch Verschiebung
erhaltenen Länge der Kante senkrecht zur Schneideinrichtung verhindert.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist zur reproduzierbaren
Positionierung des Blattgutes in dem Bürogerät mindestens ein Seitenanschlag an der
Unterlage des Bürogerätes angeordnet. Dieser Seitenanschlag kann in seiner Position
festgelegt oder verschieblich ausgeführt sein. Eine Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung sieht vor, zwei Seitenanschläge der rechts und links von dem einzuführenden
Blattgut auszubilden und derart miteinander zu koppeln, dass bei Einführung des Blattgutes
dieses in einer festen Position zentriert in dem Bürogerät angeordnet ist. Natürlich
ist es auch möglich, beide Seitenanschläge verschieblich auszuführen und gegebenenfalls
in den verschiedenen Positionen anschließend zu fixieren, um anschließend das Blattgut
in reproduzierbarer Weise in das Bürogerät einzulegen.
[0021] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels veranschaulicht.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht eines erfindungsgemäßen Bürogeräts mit eingeklapptem Lineal;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung des Bürogeräts gemäß Figur 1 mit einem Locher;
- Figur 3
- eine Darstellung des Lochungsvorgangs; und
- Figur 4
- eine Darstellung des Schneidvorganges.
[0022] Das in Figur 1 dargestellte Bürogerät 1 weist eine im wesentlichen rechteckige Unterlage
2 auf. An der in dieser Ansicht oberen Längsseite des Bürogeräts 1 ist ein Anschlag
3a zur lagegenauen Positionierung des Blattguts 4 in dem Bürogerät 1 angeordnet. Eine
weitere Positionierung wird durch verschiebbar angeordneten Seitenanschläge 3b bereitgestellt.
Die Unterlage 2 ist in ihrem Randbereich mit sieben Aussparungen 5 versehen, in die
eine Stanzvorrichtung 6 zur Stanzung des Blattgutes 4 wie in Figur 2 und 3 gezeigt
einsetzbar ist.
[0023] Die Aussparungen 5 sind so geformt, dass sie zur Stanzvorrichtung 6 komplementär
ausgebildete Eingriffselemente zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung
6 in verschiedenen Stanzpositionen bilden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind
die Aussparungen 5 genau so dimensioniert, dass ein vorderer Endabschnitt 7 der in
der Figur 2 gezeigten Stanzvorrichtung 6 so in sie eingesetzt werden kann, dass der
Endabschnitt 7 eine Aussparung 5 im eingesetzten Zustand vollständig ausfüllt.
[0024] Unterhalb des Anschlages 3a ist eine Schneideinrichtung 8 zum Beschneiden des Blattgutes
an dem Bürogerät 1 vorgesehen. Die Schneideinrichtung 8 ist in diesem Ausführungsbeispiel
als Rollenschneideinrichtung ausgebildet. An der in dieser Ansicht unteren Längsseite
des Bürogeräts 1 ist eine ausklappbare Meßeinrichtung 9 in Form eines Lineals angeordnet,
an der ein zweiter Anschlag 10 zur genaueren Ausrichtung des Blattgutes 4 beispielsweise
bei Einstellung einer bestimmten Kantenlänge ausgebildet ist.
[0025] Zur Einbringung einer Stanzung wird das Blattgut 4 in das Bürogerät 1, wie in Figur
3 gezeigt, eingelegt, wobei eine Kante bzw. ein Rand des Blattgutes 4 gegen die Anschläge
3a, 3b, 10 geschoben wird und daran zur Anlage kommt. In dieser Position bleiben Randabschnitte
des Blattgutes 4, die sich über den Aussparungen 5 befinden, frei zugänglich, so dass
die Randabschnitte des Blattgutes 4 mittels der Stanzvorrichtung 6 in diesen Bereichen
bearbeitet werden können.
[0026] In der Unterlage 2 ist ferner eine Führungsschiene 11 für die Schneideinrichtung
8 ausgebildet, um die Schneideinrichtung 8 parallel zum Anschlag 3a verschieben zu
können und so einen Abstand zwischen Anschlag 3a und Schneideinrichtung 8 verändern
zu können. Dadurch wird es möglich, die Länge der Kante senkrecht zu der sich am Anschlag
3a befindlichen Kante des Blattguts 4 durch Verstellen der Schneideinrichtung 8 einzustellen
und den Schneidvorgang durchzuführen, ohne dazu das Blattgut 4 innerhalb des Bürogeräts
1 bewegen zu müssen.
[0027] Die Figuren 3 und 4 veranschaulichen die einzelnen durch das Bürogerät 1 durchführbaren
Bearbeitungsschritte zur Bearbeitung des Blattguts 4. Zunächst wird zum Lochen das
Blattgut 4 hier in Form eines Papierbogens in das Bürogerät 1 eingelegt und soweit
eingeschoben, bis der Papierbogen an dem Anschlag 3a bzw. 3b zur Anlage kommt. Anschließend
wird die Stanzvorrichtung 6 in eine erste Aussparung 5 eingesetzt, um einen freiliegenden
Randabschnitt des Papierbogens 4 mit einer Stanzung zu versehen.
[0028] Gemäß Figur 3 erfolgt die Lochung des Blattguts 4 von links nach rechts. Im einzelnen
wird dazu ein freiliegender Kantenabschnitt des Papierbogens 4 in einen Schlitz 12
(Figur 2) der Stanzvorrichtung 6 eingeschoben, wenn der vordere Endabschnitt 7 der
Stanzvorrichtung 6 durch Einsetzen in die Aussparung 5 positioniert wird. Dann wird
ein Hebel 13 der Stanzvorrichtung 6 niedergedrückt, wodurch ein nicht näher dargestelltes
Stanzelement der Stanzvorrichtung 6 den freiliegenden Randabschnitt des Papierbogens
4 durchdringt, so dass eine Lochung 14 in dem Papierbogen erzeugt wird. Der vordere
Endabschnitt 7 der Stanzvorrichtung 6 wird dann aus der ersten Aussparung 5 in die
folgende Aussparung 5 eingesetzt, um einen weiteren freiliegenden Randabschnitt des
Papierbogens 4, der oberhalb dieser Aussparung 5 freiliegt, in gleicher Weise zu lochen.
Dabei beträgt die maximale Anzahl an reproduzierbaren Lochungen 14 der Anzahl der
vorgesehenen Aussparungen 5.
[0029] Der Schneidvorgang ist in Figur 4 schematisch dargestellt. Um das in das Bürogerät
1 eingelegte Blattgut 4 beschneiden zu können, wird es zunächst an den Anschlägen
3a, 3b zur Anlage gebracht und damit in dem Bürogerät 1 ausgerichtet. Die Rollenschneideinrichtung
8 weist eine Führungsschiene 15 auf, die sich im Abstand zur Unterlage 2 parallel
zum Anschlag 3 erstreckt. Auf der Führungsschiene 15 ist ein Messerwagen 16 in Richtung
der Längsachse der Führungsschiene 15 verschieblich geführt. Er kann von Hand hin-
und hergeschoben werden. An dem Messerwagen 16 ist ein hier durch ein Messergehäuse
verdecktes Scheibenmesser um eine horizontale, sich quer zur Längsachse der Führungsschiene
15 erstreckende Achse drehbar gelagert. Das Scheibenmesser steht unten über das Messergehäuse
vor. Die Schneideinrichtung 8 ist in diesem Ausführungsbeispiel vertikal verschieblich
geführt und um 12 mm anhebbar, um das Einsetzen des Blattguts 4 in einen Spalt zwischen
Führungsschiene 15 und Unterlage 2 zu vereinfachen.
[0030] Um die Länge des Kantenbereichs des Blattgutes 4 senkrecht zur Schneidrichtung 8
festlegen zu können, ohne dazu eine weitere Verschiebung des Blattguts 4 innerhalb
des Bürogerätes 1 durchführen zu müssen, sind in diesem Ausführungsbeispiel weitere
Führungsschienen 16 senkrecht zur Ausrichtung des Anschlages 3 bzw. der Führungsschiene
15 der Schneideinrichtung 8 in der Unterlage 2 ausgebildet, die es ermöglichen, die
Schneideinrichtung 8 parallel zum Anschlag 3 zu verschieben und dadurch den Abstand
zwischen Anschlag 3 und Schneideinrichtung 8 in reproduzierbarer Weise einzustellen.
[0031] In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine weitere Anschlagkante 10 an dem
ausklappbaren Lineal 9 vorgesehen, wodurch es möglich wird, dass das Blattgut 4 mit
parallel zueinander ausgerichteten Kantenbereichen beschnitten werden kann, ohne dazu
im Kontakt mit dem Anschlag 3 stehen zu müssen. Dadurch wird erreicht, dass die zu
wählende Länge der Kantenbereiche senkrecht zum Anschlag 3 noch flexibler gewählt
werden kann. Auf dem ausklappbaren Lineal 9 ist eine Skalierung 17 in Zentimetern
vorgesehen. Um nun eine bestimmte Länge beschnittenen Blattgutes 4 einstellen zu können
und diese Länge auch leicht ohne Umrechnungsschritte von dem Lineal 9 ablesen zu können,
ist das Lineal 9 senkrecht zur Ausrichtung des Schneideinrichtung 9 verschieblich
gelagert, so dass die Skalierung 17 mit ihrem Startwert an den Kantenbereich des Blattgutes
4 geschoben werden kann. Zum Schneiden des Blattgutes 4 wird der Messerwagen 16 unter
leichtem Druck innerhalb der Führungsschiene 15 verschoben, wobei das nicht dargestellte
darunter befindliche Scheibenmesser eine Drehbewegung ausführt und dabei das Blattgut
schneidet. Übrig bleiben das auf der Unterlage 2 ruhende, beschnittene Blattgutteil
und das abgeschnittene Blattgutteil.
1. Bürogerät (1) zur Bearbeitung von Blattgut (4) mit einer Unterlage (2) zur Aufnahme
des Blattguts (4), mindestens einem Anschlag (3a) zur lagegenauen Positionierung des
Blattguts (4) sowie mit einer Stanzvorrichtung (6), wobei Unterlage (2) und Stanzvorrichtung
(6) komplementäre Eingriffselemente (5) zur reproduzierbaren Positionierung der Stanzvorrichtung
(6) in verschiedenen Stanzpositionen im Bereich des Anschlages (3a) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürogerät (1) mindestens eine Schneideinrichtung (8) zum Beschneiden des Blattguts
(4) aufweist.
2. Bürogerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) eine Hebelschneideinrichtung oder eine Rollenschneideinrichtung
oder ein Klingenschneider ist.
3. Bürogerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu der Schneideinrichtung (8) ein Niederhalter zum Anpressen des Blattgutes
auf die Unterlage (2) angeordnet ist, wobei der Niederhalter zwischen einer angehobenen
Ausgangsstellung und einer in Richtung auf die Blattgutauflage versetzten Pressstellung
bewegbar ist.
4. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) parallel oder senkrecht zum Anschlag (3a) ausgerichtet
ist, insbesondere dass die Schneideinrichtung (8) senkrecht zum Anschlag (3a) ausgerichtet
ist.
5. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) parallel zum Anschlag (3a) und/oder der Anschlag (3a)
parallel zur Schneideinrichtung (8) verschieblich geführt ist.
6. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) in einem über einen Verstellmechanismus veränderbaren
Winkel relativ zum Anschlag (3a) ausrichtbar ist.
7. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) aus einer unteren Schneidstellung insbesondere um 5 bis
20 mm in eine obere Stellung anhebbar und von dieser in die Schneidstellung absenkbar
ist.
8. Schneidgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) von den Stirnseiten der Schneideinrichtung (8) unzugänglich
ist.
9. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) im Bereich ihrer Stirnseiten vertikal verschieblich geführt
ist.
10. Bürogerät (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (8) an ihrem bzw. ihren höhenbeweglichen Ende(n) mittels einer
Blockiereinrichtung bzw. mittels Blockiereinrichtungen in der Schneidstellung festlegbar
ist, die insbesondere als Schnappeinrichtung ausgebildet ist, in die die Schneideinrichtung
(8) bei der Bewegung in die Schneidstellung selbsttätig und entriegelbar einschnappt.
11. Bürogerät (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnappeinrichtung einen Betätigungsschieber aufweist, über den die Schnappeinrichtung
entriegelbar ist.
12. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die komplementären Eingriffselemente (5) in einer Schablone ausgebildet sind, die
in eine in dem Bürogerät (1) ausgebildete Halterung einsetzbar ist.
13. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Bestimmung der Abmessungen des Blattguts (4) eine Messeinrichtung (9) aufweist,
die insbesondere ein insbesondere ausklappbar an dem Bürogerät (1) befestigtes Lineal
oder ein Messrad mit Längenanzeige ist.
14. Bürogerät (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (9) relativ zum Anschlag (3) verschiebbar geführt ist.
15. Bürogerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Positionierung des Blattgutes (4) mindestens ein Seitenanschlag (3b) an der Unterlage
(2) angeordnet ist, der insbesondere verschiebbar an der Unterlage (2) angeordnet
ist.