[0001] Die Erfindung betrifft ein Ruder für Schiffe, umfassend ein Ruderblatt, welches eine
Nasenleiste und eine Endleiste aufweist, wobei das Ruderblatt zwei übereinander liegende
Ruderblattabschnitte aufweist, deren Nasenleistenabschnitte und/oder Endleistenabschnitte
derart zueinander versetzt sind, dass der eine Nasenleistenabschnitt und/oder Endleistenabschnitt
nach Backbord oder Steuerbord und der andere Nasenleistenabschnitt und/oder Endleistenabschnitt
nach Steuerbord oder Backbord versetzt sind, und dass der eine vordere Nasenleistenabschnitt
und/oder Endleistenabschnitt eine backbordseitige Versatzfläche aufweist, die über
den anderen vorderen Nasenleistenabschnitt und/oder den anderen Endleistenabschnitt
vorsteht und der andere vordere Nasenleistenabschnitt und/oder Endleistenabschnitt
eine steuerbordseitige Versatzfläche aufweist, die über den einen vorderen Nasenleistenabschnitt
und/oder Endleistenabschnitt vorsteht.
[0002] Derartige Ruder sind aus dem Stand der Technik bekannt und werden häufig auch als
twistierte Ruder ("twisted rudder") bezeichnet. Im Allgemeinen ist bei derartigen
Rudern das Ruderblatt in eine obere und eine untere Hälfte bzw. einen oberen und einen
unteren Ruderblattabschnitt entlang einer Schnittebene, die bei einem eingebauten
Ruder normalerweise im Wesentlichen horizontal ausgerichtet ist, geteilt. Bei einigen
Ausführungsformen, beispielsweise bei twistierten Rudern mit Horn, kann die Trennlinie
zwischen den beiden Ruderblattabschnitten in einer Profilansicht auch nicht-geradlinig,
beispielsweise abgestuft ausgebildet sein. Die beiden Ruderabschnitte sind anliegend
aneinander angeordnet und fest miteinander verbunden. Jeder Ruderblattabschnitt umfasst
einen Nasenleistenabschnitt und einen Endleistenabschnitt. Die vorderen Nasenleistenbereiche
bzw. (-abschnitte) der beiden Ruderabschnitte sind gegeneinander versetzt bzw. verdreht
angeordnet, wohingegen die beiden Seitenwandflächen der jeweiligen Ruderblattabschnitte
in eine einzige, durchgehende Endleiste zusammenlaufen. Der Versatz bzw. die Twistierung
des Ruderblattes tritt daher bei diesen Ausführungsformen nur im vorderen Bereich,
der dem Propeller zugewandt ist, auf. Darüber hinaus sind auch mehrfach twistierte
Ruder bekannt, bei denen die vordere Nasenleiste in drei oder mehr Abschnitte unterteilt
ist, wobei ein Abschnitt in Bezug auf seine benachbarten Abschnitte jeweils versetzt
angeordnet ist. Ferner gibt es auch bekannte Ausführungsformen, bei denen die dem
Propeller abgewandten Endleistenabschnitte der einzelnen Ruderblattabschnitte gegeneinander
versetzt angeordnet sind. Die gegenüberliegenden, dem Propeller zugewandten Nasenleistenabschnitte
laufen dahingegen bei dieser Ausführungsform in eine durchgehende, einzige Leiste
zusammen. Weiterhin sind auch Ausführungen möglich, bei denen sowohl die Ruderblattabschnitte
der Nasenleite als auch der Endleiste gegeneinander versetzt sind, wobei bei dieser
Ausführungsform typischerweise die Nasen- und die Endleiste eines Ruderblattabschnittes
zu verschiedenen Seiten, d. h. die eine Leiste nach steuerbord und die andere Leiste
nach backbord, versetzt sind.
[0003] Im in einem Schiff eingebauten Zustand ist das Ruderblatt einem auf einer antreibbaren
Propellerachse angeordneten und mit dem Schiffskörper verbundenen Propeller zugeordnet,
wobei das Ruderblatt in Fahrtrichtung des Schiffs hinter dem Propeller angeordnet
ist und das Ruderblatt derart angeordnet ist, dass die (vordere) Nasenleiste dem Propeller
zugewandt und die (hintere) Endleiste dem Propeller abgewandt ist. Ferner umfasst
das Ruder normalerweise zusätzlich zum Ruderblatt ein Ruderkoker und einen Ruderschaft.
[0004] Die Angabe, dass die Ruderblattabschnitte übereinanderliegend angeordnet sind, bezieht
sich auf den eingebauten Zustand des Ruderblattes, in dem üblicherweise ein Abschnitt
über dem anderen angeordnet ist. Allgemein gesprochen sind die beiden Ruderblattabschnitte
daher anliegend aneinander angeordnet. Durch die versetzte Anordnung der vorderen
Nasenleisten zueinander, entsteht an jeder vorderen Nasenleiste in dem Bereich, in
dem die beiden Nasenleisten aneinander anliegen, jeweils eine Versatzfläche, die,
normalerweise seitlich, jeweils über die andere vordere Nasenleiste vor- bzw. hinwegsteht.
Somit ergibt sich im Übergangsbereich zwischen den beiden vorderen Nasenleisten zu
jeder Seite eine (90°-) Kante, die in eine der Versatzflächen mündet. Auf der Innenseite
der Versatzflächen entsteht eine weitere (90°-)Kante.
[0005] Die Fig. 7 und 8 zeigen Beispiele von aus dem Stand der Technik bekannten, twistierten
Rudern mit zueinander versetzten Nasenleisten(abschnitten). Das Ruderblatt 100 weist
jeweils zwei übereinanderliegende Ruderblattabschnitte 10, 20 auf, wobei die vorderen
Nasenleistenabschnitte 11, 21 derart versetzt sind, dass die eine Nasenleiste (bzw.
Nasenleistenabschnitt) 11 nach Backbord BB und die andere Nasenleiste (bzw. Nasenleistenabschnitt)
21 nach Steuerbord SB versetzt sind. Die beiden Seitenwandflächen 100a, 100b des Ruderblattes
100 bzw. beider Ruderblattabschnitte 10, 20 laufen in eine einzige, durchgehende Endleiste
30 zusammen. Da die beiden vorderen Nasenleisten 11, 21 beim twistierten Ruder versetzt
zueinander anzuordnen sind, muss immer jeweils eine Nasenleiste nach Steuerbord und
die andere nach Backbord versetzt sein. Durch die versetzte Anordnung ergibt sich
im Bereich des Überganges zwischen den Nasenleisten 11, 21 an jeder Ruderblattseite
jeweils eine Versatzfläche 18. Die in Fig. 8 dargestellte Versatzfläche 18 wird von
demjenigen Teil der Unterseite der oberen Nasenleiste 11 gebildet, der über die untere
Nasenleiste 21 hinwegsteht. Die auf der gegenüberliegenden Seite vorhandene Versatzfläche
(hier nicht dargestellt) wird entsprechend von demjenigen Teil der Oberseite der unteren
Nasenleiste 21 gebildet, der über die obere Nasenleiste 11 hinwegsteht.
[0006] Figur 9 zeigt ein weiteres Beispiel eines aus dem Stand der Technik bekannten, twistierten
Ruders, bei dem die beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 des Ruderblattes 100 im Bereich
ihrer Endleistenabschnitte 30a, 30b zueinander versetzt sind. Die dem Propeller im
eingebauten Zustand zugewandte vordere Nasenleiste 11 ist hingegen durchgehend ausgebildet.
Durch die versetzte Anordnung ergibt sich auch bei dieser Ausführungsform auf jeder
Ruderseite eine Versatzfläche 18, wobei die Versatzflächen 18 zwischen den Übergängen
der Endleisten (-abschnitte) 30a, 30b ausgebildet sind. Die in Figur 9 dargestellte
Versatzfläche 18 wird von demjenigen Teil der Oberseite der unteren Endleiste 30b
gebildet, der über die obere Endleiste 30a seitlich hinwegsteht.
[0007] Der Vorteil derartiger, twistierter Ruder mit zwei spiegelverkehrten Querschnittsprofilen
besteht zum einen in der Verhinderung der Dampfblasenbildung und zum anderen in der
Verhinderung von Erosionserscheinungen am Ruder, die durch Kavitationsbildung bei
schnellen Schiffen mit hochbelasteten Propellern auftreten. Ferner trägt die spezielle
Ausgestaltung des Ruderblattes zu einer Senkung des Treibstoffverbrauches bei. Neben
einem erheblichen Kavitationsschutz ist somit auch eine Verbesserung des Wirkungsgrades
gegeben. Ferner wird eine gravierende Gewichtseinsparung erreicht. Insbesondere können
diese Verbesserungen dadurch erzeugt werden, dass durch die versetzte Anordnung der
vorderen Nasenleisten der beiden Ruderblattabschnitte eine Anpassung an den Drall
im Propellerstrahl erfolgt.
[0008] Bei derartigen Rudern kann es aufgrund der versetzten Anordnung der vorderen Nasenleisten
bzw. der hinteren Endleisten und der dadurch hervorgerufenen kantigen Übergänge zwischen
den Leisten der einzelnen Ruderblattabschnitte zu einer Verwirbelung der Strömung
kommen, wodurch u. a. die Kavitationsgefahr erhöht wird. Ferner kann es trotz der
Ausrichtung der einzelnen vorderen Nasenleisten bzw. der hinteren Endleisten im Hinblick
auf den Drall des Propellerstrahles, insbesondere im Übergangsbereich zwischen den
Leisten, zu Strömungsablösungen kommen.
[0009] Ferner ist es aus dem Stand der Technik bekannt, Costa-Birnen an Rudern vorzusehen.
Costa-Birnen sind relativ große birnen- bzw. zeppelinartige Körper, die an Ruderblättern
vorgesehen werden. Costa-Birnen sind grundsätzlich bekannt und werden manchmal auch
als Propulsionsbirne bezeichnet. Sie sind in Verlängerung der Propeller(wellen)achse
im Bereich des Ruderblattes vorgesehen und stehen vom Ruderblatt in Richtung des Propellers
deutlich vor und über das Ruderblatt hinweg.
[0010] Insbesondere stehen Costa-Birnen so weit vom Ruderblatt vor, dass sie (annähernd)
an der Propellernabe zur Anlage kommen. Der Abstand zwischen Costa-Birne und Propeller
bzw. Propellernabe soll im Allgemeinen möglichst gering sein, so dass möglichst der
gesamte vom Propeller erzeugte Wasserstrom außen an der Costa-Birne entlang und nicht
zwischen Costa-Birne und Propellernabe strömt.
[0011] Durch diese Verlängerung des Gesamtprofils der Nabe wird erreicht, dass nur eine
geringe Verwirbelung des abströmenden Wassers entsteht. Nachteilig hierbei ist jedoch,
dass die Costa-Birne einen starken Einfluss auf das Propulsionsverhalten des Schiffes
ausübt. Wird sie an einem bestehenden twistierten Ruder vorgesehen, beeinflusst sie
das Propulsionsverhalten negativ und muss speziell auf das Propulsionssystem des Schiffes
angepasst werden, was aufwendige und kostenspielige Tests und Versuche mit sich bringt.
Findet eine solche Anpassung nicht statt, wird durch die Vorsehung der Costa-Birne
der Treibstoffverbrauch des Schiffes drastisch erhöht.
[0012] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Schiffsruder anzugeben, bei dem
Erosionserscheinungen am Ruder durch Kavitationsbildung, insbesondere beim Einsatz
schnellerer Schiffe mit hochbelasteten Propellern, weitestgehend vermieden werden
und mit dem der Treibstoffverbrauch gesenkt bzw. niedrig gehalten wird.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Ruder gemäß den Merkmalen des Anspruches 1.
[0014] Hiernach ist bei einem eingangs bezeichneten Ruder im Bereich jeder Versatzfläche
bzw. des Übergangsbereiches zwischen den beiden, vorderen Nasenleisten und/oder Endleisten
ein Strömungskörper bzw. ein Formkörper vorgesehen. Ferner ist der Strömungs- oder
auch Formkörper zum einen derart ausgebildet, dass er bezüglich seiner Ausmaße bzw.
physikalischen Ausdehnung auf den Bereich der Versatzflächen bzw. des Übergangsbereiches
zwischen den beiden Nasenleisten und/oder Endleisten beschränkt ist. Mit anderen Worten
ist der Strömungskörper derart dimensioniert, dass er nur lokal im Bereich der Versatzflächen
vorhanden ist und nicht bzw. nur in einem geringen Ausmaß in andere Bereiche des Ruders
hineinragt oder über dieses vorsteht. Somit ist der Strömungskörper bezüglich seiner
Größe bzw. Form an die Versatzfläche bzw. den Übergangsbereich der beiden Nasenleisten
und/oder Endleisten angepasst. Mit anderen Worten ist er passgenau ausgebildet. Insbesondere
steht der Strömungskörper nicht, wie beispielsweise eine Costa-Birne, großflächig
über das Ruderblatt vor. Somit wird das erfindungsgemäße Ruder unter Ausschluss einer
Costa- bzw. Propulsionsbirne gebildet bzw. hergestellt. Es ist somit kein Propulsionsruder
(Ruder mit Costa-Birne). Insbesondere muss daher der Strömungs- bzw. Formkörper nicht
auf der Propellerwellenachse liegen, wie dies bei der Costa-Birne zwingend erforderlich
ist. Der Strömungs- bzw. Formkörper kann im Gegenteil ohne Weiteres gegenüber der
Propellerwellenachse, insbesondere nach oben oder unten (im eingebauten Zustand des
Ruders), versetzt angeordnet sein.
[0015] Auch ist der Strömungskörper, im Gegensatz zur Costa-Birne, beabstandet zur Propellernabe
angeordnet, da er nicht oder nicht wesentlich über die vordere Nasenleiste vorsteht.
[0016] Ferner ist der Strömungskörper derart ausgebildet, dass er die Versatzflächen bzw.
den Übergangsbereich zwischen den beiden, vorderen Nasenleisten und/oder Endleisten
im Wesentlichen abdeckt. Der Strömungskörper liegt also im Bereich der Versatzflächen
am Ruderblatt an und deckt diese ab, so dass das Wasser am Strömungskörper anstatt
an den Versatzflächen entlangströmt. Dadurch wird die Gefahr einer Strömungsverwirbelung
gesenkt. Der Strömungs- bzw. Formkörper bzw. die Wandungen des Formkörpers bilden
somit eine seitliche Überbrückung bzw. Abdeckung des Übergangsbereiches zwischen dem
oberen und dem unteren Ruderblattabschnitt. Der Begriff "Abdecken"ist vorliegend derart
zu verstehen, dass der Strömungskörper die Versatzflächen zumindest weitestgehend
abdeckt.
[0017] Vorteilhaft bei einem solchen Ruder ist, dass durch einen nur lokal im Bereich der
Versatzflächen ausgebildeten, die Versatzflächen abdeckenden Strömungskörper die Gefahr
eines Abreißens der Strömung vermindert werden kann, wobei der Strömungskörper gleichzeitig
durch seine relativ geringen Abmessungen keinen Einfluss auf das Propulsionsverhalten
des Schiffes nimmt. Hierdurch stellt sich ein "propulsionsneutraler Effekt" ein. Ferner
sind die Strömungskörper auch ohne Weiteres an bereits existierenden Rudern anbringbar,
ohne dass aufwendige Tests durchgeführt werden müssen und dadurch hohe Kosten entstehen.
Somit eignet sich die vorliegende Erfindung sowohl für Neubauten als auch für bestehende
Ruder zum Nachrüsten. Ferner wird die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Verwirbelungen
bzw. Turbulenzen im Übergangsbereich verringert.
[0018] Grundsätzlich kann der Strömungskörper aus jedem aus dem Stand der Technik bekannten
und hierfür geeigneten Material hergestellt sein. Zweckmäßigerweise ist der Strömungskörper
aus Schmiedeeisen hergestellt.
[0019] Auch kann die vorliegende Erfindung bei mehrfach twistierten Rudern zum Einsatz kommen,
wobei dann in jedem Übergangsbereich zwischen den einzelnen Abschnitten der vorderen
Nasenleiste und/oder der hinteren Endleiste jeweils mindestens ein Strömungskörper
vorzusehen ist.
[0020] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0021] Bevorzugterweise wird die Form des Strömungskörpers derart gestaltet, dass der Strömungskörper
das Ruderprofil im Bereich der Versatzflächen strömungstechnisch schließt. Mit anderen
Worten bildet der Strömungskörper einen die Strömung leitenden Übergang von einer
Nasenleiste bzw. Endleiste zur anderen. Somit bietet der Strömungskörper eine Strömungsleitfläche
für ein abrissfreies Strömen der Strömung von einer Nasenleiste bzw. Endleiste zur
anderen.
[0022] Der im Bereich der Versatzflächen auf das Ruder aufgesetzte Strömungskörper bildet
einen Übergang für die Strömung zwischen den beiden, gegeneinander versetzten, vorderen
Nasenleisten bzw. Endleisten. Insbesondere ist es bevorzugt, dass der Übergang im
Wesentlichen kantenlos bzw. stufenlos ausgebildet ist. Unter dem Begriff "kantenlos"
ist im vorliegenden Zusammenhang zu verstehen, dass der Übergang keine stark abgesetzten,
vorstehenden Kanten aufweist, wie dies bei einem normalen twistierten Ruder ohne Strömungskörper
im Bereich der Versatzflächen der Fall ist. Dort sind jeweils am Rande der Versatzflächen
abgesetzte (90°-)Kanten vorhanden. Ein im wesentlicher kantenloser Übergang kann beispielsweise
durch einen abgerundet ausgebildeten Strömungskörper bzw. einen abgerundeten Übergang
zwischen den Ruderblattabschnitten erreicht werden. Auch könnte der Strömungskörper
als im Wesentlichen schräge Leitfläche ausgebildet sein, die von der Außenkante einer
Versatzfläche schräg zur anderen, vorderen Nasenleiste bzw. hinteren Endleiste verläuft,
so dass die Kantenbereiche zwischen Ruderblatt und Strömungskörper weniger stark ausgeprägt
sind. Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Verwirbelungen weiter
reduziert.
[0023] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung schließt der Strömungskörper
im Wesentlich bündig mit wenigstens einer der vorderen Nasenleisten bzw. hinteren
Endleisten ab. Hierdurch wird die geschlossene Ausbildung des Ruderprofils weiter
verbessert und es wird sichergestellt, dass sich der Strömungskörper nicht negativ
auf das Propulsionssystem bzw. -verhalten des Schiffes auswirkt. "Im Wesentlichen
bündig" bedeutet in diesem Zusammenhang beispielsweise, dass der Strömungskörper die
Nasenleiste bzw. Endleiste an ihrer dem Propeller zugewandten Seite zwar umgreift,
dabei jedoch nur geringfügig oder gar nicht über die Leisten vorsteht.
[0024] Auch ist es bevorzugt, dass der Strömungskörper maximal 10%, bevorzugt maximal 7%,
besonders bevorzugt maximal 5% der mittleren Profillänge des Ruderblattes 100 über
die Nasenleiste oder die Endleiste hinaus vorsteht. Hierdurch wird erreicht, dass
der Strömungskörper nur einen geringfügigen Vorstand gegenüber dem Ruderblatt aufweist
und somit das Propulsionsverhalten nicht, wie bei einer Costa-Birne, negativ beeinflusst
wird. Costa-Birnen stehen sehr viel länger, im Allgemeinen mit einer Länge von 20%
und mehr der mittleren Profillänge des Ruderblatts, über das Ruderblatt hervor.
[0025] In ähnlicher Weise ist es ferner bevorzugt, dass die (maximale) Länge des Strömungskörpers
im Wesentlichen der Länge der Versatzfläche und/oder die maximale Breite des Strömungskörpers
der größten Profildicke des Ruders, insbesondere der größten Profildicke des Ruders
im Übergangsbereich zwischen den beiden Ruderabschnitten, entspricht. Die Länge des
Strömungskörpers ist somit in etwa gleich der Länge der Versatzfläche und die Breite
des Strömungskörpers ist kleiner/gleich der größten Profildicke des Ruders. Hierdurch
wird erreicht, dass der Strömungskörper nicht oder nur geringfügig über das eigentliche
Ruderprofil hinaus vorsteht, so wie dies beispielsweise bei einer Costa-Birne der
Fall ist und das Propulsionsverhalten negativ beeinflusst wird. Bevorzugt beträgt
die Länge des Strömungskörpers
1/
5 bis ½, besonders bevorzugt ¼ bis
1/
3, der Länge des Ruderblattes. Ferner beträgt die Höhe eines Strömungskörpers bevorzugt
1/
10 bis ¼, besonders bevorzugt ⅛ bis
1/
6 der Höhe des Ruderblattes.
[0026] Zum Schaffen eines optimalen Strömungsüberganges zwischen den beiden versetzten Leisten
ist es bevorzugt, die Strömungskörper abgerundet auszubilden. Hierfür kann der Strömungskörper
beispielsweise eine kugel- bzw. halbkugelförmige Form oder auch nur eine leicht abgerundete
Form aufweisen. Grundsätzlich kann nur ein einziger Strömungskörper vorgesehen sein,
der für beide Versatzflächenbereiche eine Strömungsleitfläche bildet, bzw. beide Versatzflächenbereiche
abdeckt. Somit ist bei dieser Ausführungsform der Strömungskörper derart ausgebildet,
dass er in beiden Versatzflächenbereiche bzw. beiden Seitenbereichen des Übergangsbereiches
zwischen den beiden Nasenleisten bzw. Endleisten angeordnet ist. Der Strömungskörper
kann dabei sowohl einstückig als auch mehrstückig vorgesehen sein. Besonders bevorzugt
ist es, wenn der Strömungskörper bei dieser Ausführungsform kugel-, tropfen-, linsen-,
zylinder- und/oder torpedoförmig ausgebildet ist. Grundsätzlich ist auch eine Kombination
verschiedener Grundformen, beispielsweise ein zylindrischer Grundkörper mit einem
halbkugelförmigen Endbereich, möglich. Vorteilhafterweise wird ein Strömungskörper
mit einer derartigen Form aus wenigstens zwei Einzelteilen bestehen, die jeweils auf
einer Ruderblattseite im Bereich eines Versatzflächenbereiches angeordnet sind und
zusammen einen geschlossenen Strömungskörper formen. Aus beiden Einzelteilen zusammen
mit dem dazwischen liegenden Ruderblattbereich ergibt sich dann die Gesamtform des
Körpers, beispielsweise zylindrisch, tropfenförmig, etc. Derartige Strömungsprofile
sind strömungstechnisch besonders optimal.
[0027] In einer anderen, alternativen Ausführungsform sind zwei Strömungskörper vorgesehen,
wobei jeder in jeweils einem Versatzflächenbereich angeordnet ist. Besonders bevorzugt
sind derartige Strömungskörper in der Art einer schiefen Ebene bzw. Fläche mit Bezug
auf die Ruderblattseitenwand ausgebildet und verlaufen schräg von der Außenkante der
Versatzfläche einer Nasenleiste bzw. Endleiste zur anderen vorderen Nasenleiste bzw.
Endleiste. Gegebenenfalls kann der Strömungskörper in den Übergangsbereichen zum Ruderblatt
abgerundet ausgebildet sein. Derartige Strömungs- bzw. Formkörper können insbesondere
in der Art eines, ggf. abgerundet ausgebildeten, Seitenbleches ausgebildet sein.
[0028] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung nimmt die Größe der
Querschnittsfläche des Ruderblattes vom oberen Bereich des Ruderblattes zum unteren
Bereich des Ruderblattes ab.
[0029] Ferner sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass der obere Ruderblattabschnitt
des Ruderblattes ein Querschnittsprofil aufweist, das von einer sich von der vorderen
Nasenleiste bis zur rückwärtigen Endleiste erstrecken und sich bis zu einer größten
Profildicke konisch sich erweiternden vorderen Fläche sowie einer sich an die vordere
Fläche anschließenden und sich zur rückwärtigen Endleiste konisch sich verjüngenden
rückwärtigen Fläche gebildet wird, wobei die beiden von einer in Längsrichtung des
Ruderblattes verlaufenden Mittellinie gebildeten vorderen Flächenabschnitte unterschiedliche
Größen aufweisen, von denen der größere Flächenabschnitt backbordseitig liegend ist
und der kleinere Flächenabschnitt steuerbordseitig liegend ist, wobei die beiden von
der Mittellinie im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils gebildeten Flächenabschnitte
gleich ausgebildet sind, und dass der untere Ruderblattabschnitt des Ruderblattes
ein Querschnittsprofil aufweist, das von einer sich von der vorderen Nasenleiste bis
zur rückwärtigen Endleiste erstreckenden und sich zu einer größten Profildicke konisch
sich erweiternden vorderen Fläche sowie einer sich an die vordere Fläche anschließenden
und sich zur rückwärtigen Fläche gebildet wird, wobei die beiden von einer in Längsrichtung
des Ruderblattes verlaufenden Mittellinie gebildeten vorderen Flächenabschnitte unterschiedliche
Größen aufweisen, von denen der größere Flächenabschnitt steuerbordseitig liegend
ist und der kleinere Flächenabschnitt backbordseitig liegend ist, wobei die beiden
von der Mittellinie im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils gebildeten Flächenabschnitte
gleich ausgebildet sind, so dass die dem Propeller zugeordnete Nasenleiste des oberen
Ruderblattabschnittes backbordseitig der Mittellinie und die Nasenleiste des unteren
Ruderblattabschnittes steuerbordseitig der Mittellinie liegend ist.
[0030] Ferner ist es bevorzugt, dass die beiden dem Propeller zugekehrten Querschnittsflächenabschnitte
des Querschnittsprofils des oberen Ruderblattabschnittes Randbereiche mit einem flachen
Bogenverlauf und mit einem stark gewölbten Bogenverlauf und die beiden dem Propeller
abgekehrten Querschnittsflächenabschnitte des Querschnittsprofils des oberen Ruderblattabschnittes
tangential verlaufende Randbereiche aufweisen, wobei der Querschnittsflächenabschnitt
mit seinem Randbereich mit stark gewölbtem Bogenverlauf steuerbordseitig liegend ist,
und die beiden propellerseitigen Querschnittsflächenabschnitte des Querschnittsprofils
des unteren Ruderblattabschnittes Randbereiche mit einem flachen Bogenverlauf und
mit einem stark gewölbten Bogenverlauf aufweisen, wobei die beiden dem Propeller abgekehrten
Querschnittsflächenabschnitte des Querschnittsprofils des unteren Ruderblattabschnittes
tangential verlaufende Randbereiche aufweisen, wobei der Querschnittsflächenabschnitt
mit seinem Randbereich mit stark gewölbtem Bogenverlauf backbordseitig liegend ist,
so dass backbordseitig und steuerbordseitig die beidseitigen Randbereiche des oberen
Ruderblattabschnittes und des unteren Ruderblattabschnittes im Bereich der größten
Profildicken einen nach außen gewölbten, konvexen Bogenverlauf mit unterschiedlichen
Bogenradien aufweisen, so dass in Richtung der Nasenleisten verlaufende konisch sich
verjüngende Randbereiche der Querschnittsprofile ausgebildet sind.
[0031] Ferner ist es zweckmäßig, dass die dem Propeller zugekehrten Nasenleisten ein abgerundetes
Profil aufweisen. Passend hierzu ist es bevorzugt, dass der Strömungskörper mindestens
im Bereich der vorderen, dem Propeller zugewandten Ruderseite ebenfalls abgerundet
ausgebildet ist.
[0032] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Ruder derart ausgebildet,
dass ein Ruderkokerlager als Kragträger mit einer mittigen Innenlängsbohrung zur Aufnahme
eines Ruderschaftes für das Ruderblatt vorgesehen ist und bis in das mit dem Ruderschaftende
verbundene Ruderblatt hineinreichend ausgebildet ist, wobei zur Lagerung des Ruderschaftes
ein Lager in der Innenlängsbohrung des Ruderkokerlagers angeordnet ist, das mit seinem
freien Ende in eine Ausnehmung, Einziehung o. dgl. in dem Ruderblatt hineinreicht,
wobei der Ruderschaft in seinem Endbereich mit einem Abschnitt aus dem Ruderkokerlager
herausgeführt und mit dem Ende dieses Abschnittes mit dem Ruderblatt verbunden ist,
wobei keine Lagerung zwischen dem Ruderblatt und dem Ruderkokerlager vorgesehen ist
und wobei die Verbindung des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt oberhalb der Propellerwellenmitte
liegt, wobei das Innenlager für die Lagerung des Ruderschaftes in dem Ruderkokerlager
im Endbereich des Ruderkokerlagers angeordnet ist.
[0033] Der Vorteil, der sich bei einem derartig ausgebildetes Ruder ergibt, bei dem der
Ruderschaft im Endbereich des Ruderkokerlagers mittels eines Lagers gelagert ist,
wobei die Verbindung des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt oberhalb der Propellerwellenmitte
liegend ist, ohne dass es hierbei eines weiteren Lagers für das Ruderblatt an der
Außenwandfläche des Ruderkokerlagers bedarf, besteht darin, dass für das Auswechseln
der Propellerwelle der Ruderschaft nach der Abnahme des Ruderblattes aus dem Ruderkokerlager
nicht mehr herausgezogen zu werden braucht, da die Verbindung des Ruderschaftes mit
dem Ruderblatt oberhalb der Propellerwellenmitte liegt. Hinzukommt, dass das Ruderblatt
des Ruders ein sehr schlankes Profil aufweisen kann.
[0034] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1a bis 1d
- verschiedene perspektivische Ansichten einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 2a bis 2d
- verschiedene perspektivische Ansichten einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 3
- ein Ruderblatt gemäß einem der Fig. 1a bis 1d oder Fig. 2a bis 2d mit eingezeichneten
Querschnittsformen im oberen und im unteren Ruderblattabschnitt,
- Fig. 3a
- eine Ansicht von oben auf das Querschnittsprofil des oberen Ruderblattabschnittes
des Ruders aus Fig. 3,
- Fig. 3b
- eine Ansicht von oben auf das Querschnittsprofil des unteren Ruderblattabschnittes
des Ruders aus Fig. 3,
- Fig. 4
- die Ruderanordnung mit in einem Ruderkokerlager gelagerten Ruderschaft und einem oberhalb
der Propellerwellemitte liegenden Befestigungspunkt des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt,
- Fig. 5
- einen senkrechten Schnitt durch die Lageranordnung aus Fig. 4,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung zwischen Ruderschaft und Ruderkoker,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht eines twistierten Ruders aus dem Stand der Technik,
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren aus dem Stand der Technik bekannten twistierten
Ruders, und
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht noch eines weiteren aus dem Stand der Technik bekannten
twistierten Ruders.
[0035] Bei den im Folgenden dargestellten verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung
sind gleiche Bestandteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0036] Die Fig. 1a bis 1 d zeigen perspektivische Ansichten einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Ruders schräg von vorne, von vorne, von der Seite sowie von unten. Die Figuren zeigen
jeweils ein Ruder 100, welches aus einem oberen und einem unteren Ruderblattabschnitt
10, 20 besteht. Der obere Ruderblattabschnitt 10 weist jeweils eine obere, vordere
Nasenleiste 11 und der untere Ruderblattabschnitt eine untere, vordere Nasenleiste
21 auf, wobei die Nasenleisten 11, 21 gegeneinander versetzt bzw. verdreht sind. Insbesondere
ist dies in Fig. 1 b zu erkennen. Die obere Nasenleiste 11 ist dabei nach Backbord
und die untere Nasenleiste 21 nach Steuerbord versetzt. Im Übergangsbereich 40 zwischen
der oberen Nasenleiste 11 und der unteren Nasenleiste 21 ist ein Strömungskörper 41
vorgesehen. Der Strömungskörper 41 besteht aus Schmiedeeisen und ist im Wesentlichen
tropfenförmig ausgebildet, wobei er im Wesentlichen bündig mit der oberen Nasenleiste
11 in Bezug auf die dem Propeller zugewandte Seite des Ruders 100 abschließt. Auf
die durch den Versatz der beiden Nasenleisten 11, 21 entstehenden Versatzflächen ist
der diese abdeckende, tropfenförmige Strömungskörper 41 aufgesetzt. Somit entsteht
im Übergangsbereich 40 ein abgerundeter Übergang zwischen den beiden Nasenleisten
11, 21 und das Ruderprofil ist strömungstechnisch geschlossen. Der abgestufte, kantige
Übergang zwischen den beiden Profilen 11, 21 im Bereich der Versatzflächen ist durch
den Strömungskörper 11 abgedeckt, so dass die Versatzflächen in den Fig. 1 a bis 1
d nicht erkennbar sind. In Fig. 1 b ist ferner erkennbar, dass die Breite des Strömungskörpers
41 etwas geringer ist als die maximale Breite des Ruderblattes 100.
[0037] Die Strömung kann an dem abgerundeten Übergang, bzw. an der durch den Strömungskörper
41 zur Verfügung gestellten Strömungsleitfläche entlang strömen, ohne dass es zu Verwirbelungen,
einem Strömungsabriss o. dgl. kommt. Der tropfenförmige Strömungskörper 41 weist einen
vorderen, halbkugelförmigen Bereich auf, der beide Nasenleisten 11, 21 an ihrem dem
Propeller zugewandten Bereich umfasst bzw. umgreift. Dabei steht er nicht oder nur
unwesentlich über die Nasenleisten 11, 21 vor. Der hintere Teil des Strömungskörpers
41 läuft kegelstumpfartig zusammen.
[0038] Die Fig. 2a bis 2d zeigen ähnliche Darstellungen einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung. Im Gegensatz zur Ausführungsform in den Fig.1a bis 1 d sind im Übergangsbereich
40 zwei Strömungskörper 41 a, 41 b angeordnet, wobei jeder Strömungskörper jeweils
einer Versatzfläche einer Nasenleiste 11, 21 zugeordnet ist. Die Strömungskörper 41
a, 41 b bilden Leitflächen, die schräg, im Bezug auf eine Vertikalachse, von der Außenkante
einer vorderen Nasenleiste zur anderen vorderen Nasenleiste verlaufen. Im vorderen,
dem Propeller zugewandten Bereich sind sie abgerundet ausgebildet. Die Strömungskörper
41 a, 41 b können beispielsweise aus mehreren Lagen Schmiedeeisen bestehen, die im
Übergangsbereich 40 auf das Ruderblatt 100 aufgesetzt sind. Durch die Strömungskörper
41 a, 41 b wird das Profil des Ruderblattes 100 strömungstechnisch geschlossen.
[0039] Fig. 3 zeigt eine weitere Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Ruders, wobei dort
eine obere, eine untere sowie eine mittlere Querschnittsfläche, die sich im Übergangsbereich
zwischen den beiden Ruderblattabschnitten 20, 21 befindet, eingezeichnet sind. Die
Strömungskörper 41, die im Übergangsbereich zwischen den Nasenleisten 11, 21 angeordnet
sind, sind der Übersicht halber bei den Fig. 3, 3a und 3b weggelassen. Die obere Nasenleiste
11 ist nach Backbord und die andere, untere Nasenleiste 21 nach Steuerbord versetzt.
Die beiden Seitenwandflächen 100a, 100b des Ruderblattes 100 laufen in einer dem Propeller
abgewandten Endleiste 30 zusammen. Der obere und der untere Ruderblattabschnitt 10,
20 des Ruderblattes 100 sind dabei wie folgt ausgebildet:
[0040] Der obere Ruderblattabschnitt 10 weist gemäß Fig. 3a ein Querschnittsprofil 12 auf,
das von einer sich von der vorderen Nasenleiste 11 bis zu einer größten Profildicke
13 konisch sich erweiternden vorderen Fläche 14 gebildet wird. An diese vordere Fläche
14 schließt sich eine zur Endleiste 30 erstreckende rückwärtige Fläche 15 an, die
sich bis zur Endleiste 30 verjüngt. Die vordere Fläche 14 wird von einer in Längsrichtung
des Ruderblattes 100 verlaufende Mittellinie M1 in zwei Flächenabschnitte 14a, 14b
unterteilt, die unterschiedliche Größen aufweisen.
[0041] Der größere Flächenabschnitt 14a liegt dabei backbordseitig und der kleinere Flächenabschnitt
14b ist der Steuerbordseite zugekehrt. Die rückwärtige Fläche 15 wird ebenfalls von
der Mittellinie M1 in zwei Flächenabschnitte 15a, 15b unterteilt. Hier sind die beiden
Flächenabschnitte 15a, 15b gleich groß und weisen gleiche Formen auf.
[0042] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte 14a, 14b des Querschnittsprofils 12
des oberen Ruderblattabschnittes 10 weisen Randbereiche 16, 16a mit einem flachen
Bogenverlauf 16'a auf, wobei die beiden dem Propeller 220 abgekehrten Flächen 15a,
15b des Querschnittsprofils 12 des oberen Ruderblattabschnittes 10 tangential verlaufende
Randbereiche 17, 17a aufweisen.
[0043] Der Flächenabschnitt 14b mit dem Randbereich 16a mit stark gewölbtem Bogenverlauf
16'a ist steuerbordseitig liegend.
[0044] Der untere Ruderblattabschnitt 20 weist gemäß Fig. 3b ein spiegelverkehrtes Querschnittsprofil
22 auf. Dieses Querschnittsprofil 20 erstreckt sich von einer sich von der vorderen
Nasenleiste 21 bis zur Endleiste 30 und zwar bis zu einer größten Profildicke 23 konisch
sich erweiternden Fläche. An diese vordere Fläche 24 schließt sich eine zur Endleiste
30 erstreckende Fläche 25 an, die sich zu der Endleiste 30 verjüngt. Die vordere Fläche
24 wird von einer in Längsrichtung des Ruderblattes 100 verlaufende Mittellinie M2
in zwei Flächenabschnitte 24a, 24b unterteilt, die unterschiedliche Größen aufweisen.
Der größere Flächenabschnitt 24b liegt dabei steuerbordseitig und der kleiner Flächenabschnitt
24a ist der Backbordseite zugekehrt. Die rückwärtige Fläche 25 wird ebenfalls von
der Mittellinie M2 in zwei Flächenabschnitte 25a, 25b aufgeteilt. Hier sind die beiden
Flächenabschnitte 25a, 25b gleich groß und weisen gleiche Formen auf.
[0045] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte 24a, 24b des Querschnittsprofils 22
des oberen Ruderblattabschnittes 20 weisen Randbereiche 26, 26a mit einem flachen
Bogenverlauf 26' und einem gewölbten Bogenverlauf 26'a auf, wobei die beiden dem Propeller
220 abgekehrten Flächen 25a, 25b des Querschnittsprofils 22 des unteren Ruderblattabschnittes
20 tangential verlaufende Randbereiche 27, 27a aufweisen.
[0046] Der Flächenabschnitt 24b mit dem Randbereich 26'a mit stark gewölbtem Bogenverlauf
26'a ist backbordseitig liegend.
[0047] Die Ausgestaltung und Anordnung der beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 erbringt,
dass die dem Propeller 220 zugeordnete Nasenleiste 11 des oberen Ruderblattabschnittes
10 backbordseitig zur Mittellinie M1 und die Nasenleiste 21 des unteren Ruderblattabschnittes
20 steuerbordseitig zur Mittellinie M2 liegend sind, wobei die beiden Ruderblattabschnitte
10, 20 im rückwärtigen Bereich des Ruderblattes 100 in einer Endleiste 30 zusammengeführt
sind.
[0048] Nach den Fig. 3, 3a, 3b sind die beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 des Ruderblattes
100 mit ihren Querschnittsprofilen 12, 22 derart zueinander angeordnet, dass die Seitenwandabschnitte
des Ruderblattes, die im Bereich der stark gekrümmten Bogenverläufe 16'a und 26'a
der Flächenabschnitte 14b und 24b steuerbordseitig und backbordseitig liegen, dann
dem Flächenabschnitt 14b des Querschnittsprofils 12 der Steuerbordseite und der Flächenabschnitt
24b des Querschnittsprofils 22 der Backbordseite zugekehrt sind, so dass die Nasenleisten
11, 21 der beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 backbordseitig und steuerbordseitig
liegen.
[0049] Das Ruder kann auch derart ausgestaltet sein, dass die beiden Ruderblattabschnitte
10, 20 des Ruderblattes 100 mit ihren Querschnittsprofilen 12, 22 derart zueinander
angeordnet sind, dass die Seitenwandabschnitte des Ruderblattes, die im Bereich der
stark gekrümmten Bogenverläufe 16'a und 26'a der Flächenabschnitte 14b und 24b backbordseitig
und steuerbordseitig liegen, wobei dann der Flächenabschnitt 14b des Querschnittsprofils
12 der Backbordseite und der Flächenabschnitt 24b des Querschnittsprofils 22 der Steuerbordseite
zugekehrt sind, so dass die Nasenleisten 11, 21 der beiden Ruderblattabschnitte 10,
20 steuerbordseitig und backbordseitig liegen.
[0050] Bei der in Fig. 4 dargestellten Ruderausgestaltung ist mit 110 ein Schiffskörper,
mit 120 ein Ruderkokerlager, mit 100 ein Ruderblatt und mit 140 ein Ruderschaft bezeichnet.
Dem Ruderblatt 100 ist ein Propeller 220 zugeordnet. Das in Fig. 4 dargestellte Ruderblatt
ist ebenfalls twistiert, was in der Seitendarstellung nicht erkennbar ist. Ferner
ist der Strömungskörper zwischen den versetzten vorderen Nasenleisten der Übersicht
halber bei der Darstellung in Fig. 4 weggelassen.
[0051] Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch die Lageranordnung des Ruderlagers aus Fig.
4 und Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung einer Lageranordnung zwischen dem
Ruderschaft und dem Ruderkoker. Das Ruderkokerlager 120 ist als Kragträger mit einer
mittigen Innenlängsbohrung 125 zur Aufnahme des Ruderschaftes 140 für das Ruderblatt
100 versehen. Außerdem ist das Ruderkokerlager 120 bis an das mit dem Ruderschaftende
verbundene Ruderblatt 100 hinreichend ausgebildet. In seiner Innenbohrung 125 weist
das Ruderkokerlager 120 ein Lager 150 zur Lagerung des Ruderschaftes 140 auf, wobei
vorzugsweise dieses Lager 150 im unteren Endbereich 120b des Ruderkokerlagers 120
angeordnet ist. Der Ruderschaft 140 ist mit seinem Ende 140b mit seinem freien Abschnitt
145 aus dem Ruderkokerlager 120 herausgeführt. Das freie untere Ende dieses verlängerten
Abschnittes 145 des Ruderschaftes 140 ist mit dem Ruderblatt 100 bei 170 fest verbunden,
wobei jedoch auch hier eine Verbindung vorgesehen ist, deren Lösen des Ruderblattes
100 von dem Ruderschaft 140 ermöglicht, wenn die Propellerwelle ausgetauscht werden
soll. Die Verbindung des Ruderschaftes 140 im Bereich 170 mit dem Ruderblatt 100 liegt
dabei oberhalb der Propellerwellenmitte 225, so dass für den Ausbau der Propellerwelle
lediglich das Ruderblatt 100 von dem Ruderschaft 140 abgenommen werden muss, während
dagegen ein Herausnehmen des Ruderschaftes 140 aus dem Ruderkokerlager 120 nicht erforderlich
ist, da sowohl das freie untere Ende 120b des Ruderkokerlagers 120 als auch das freie
untere Ende des Ruderschaftes 140 oberhalb der Propellerwellenmitte liegen. Bei den
in den Fig. 4 bis 6 gezeigten Ausführungsformen ist nur ein einziges Innenlager 150
für die Lagerung des Ruderschaftes 140 und dem Ruderkokerlager 120 vorgesehen; ein
weiteres Lager für das Ruderblatt 100 an der Außenwand des Ruderkokerlagers 120 entfällt.
Zur Aufnahme des freien unteren Endes 120b des Ruderkokerlagers 120 ist das Ruderblatt
100 mit einer bei 160 angedeuteten Einziehung bzw. Ausnehmung versehen.
[0052] Bei dem Ruder ist das Ruderkokerlager 120 als Kragträger mit einer mittigen Innenlängsbohrung
125 zur Aufnahme des Ruderschaftes 140 für das Ruderblatt 100 versehen. Des Weiteren
ist das Ruderkokerlager 120 bis in das in dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt
100 hineinreichend ausgebildet und weist in seiner Innenbohrung 125 ein Lager 150
zur Lagerung des Ruderschaftes 140 in dem Ruderkokerlager 120 auf. Mit seinem freien
Ende 120b ist das Ruderkokerlager 120 in einer Ausnehmung oder Einziehung 160 in dem
Ruderblatt 100 hineinreichend, wobei der Ruderschaft 140 in seinem Endbereich 140b
mit einem Abschnitt 145 aus dem Ruderkokerlager 120 herausgeführt ist. Mit dem freien
Ende dieses verlängerten Abschnittes 145 ist der Ruderschaft 140 mit dem Ruderblatt
100 verbunden, wobei die Verbindung des Ruderschaftes 140 mit dem Ruderblatt 100 oberhalb
der Propellerwellenmitte 225 liegend ist. Im Endbereich 120b des Ruderkokerlagers
120 ist vorzugsweise das Innenlager 150 vorgesehen.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 100
- Ruderblatt
- 100a, 100b
- Seitenwandfläche
- 10
- oberer Ruderblattabschnitt
- 11
- obere, vordere Nasenleiste/Nasenleistenabschnitt
- 12
- Querschnittsprofil
- 13
- größte Profildicke
- 14
- vordere Fläche
- 15
- rückwärtige Fläche
- 14a, 14b
- Flächenabschnitte
- 15a, 15b
- Flächenabschnitte
- 16, 16a
- Randbereich
- 17, 17a
- Randbereich
- 18
- Versatzfläche
- 20
- unterer Ruderblattabschnitt
- 21
- untere, vordere Nasenleiste/Nasenleistenabschnitt
- 22
- Querschnittsprofil
- 23
- größte Profildicke
- 24
- vordere Fläche
- 24a, 24b
- Flächenabschnitte
- 25
- rückwärtige Fläche
- 25a, 25b
- Flächenabschnitte
- 26,26a
- Randbereich
- 27, 27a
- Randbereich
- 30
- Endleiste
- 30a, 30b
- Endleistenabschnitt
- 40
- Übergangsbereich
- 41
- Strömungskörper
- 110
- Schiffskörper
- 120
- Ruderkokerlager
- 120b
- freies Ende
- 125
- Innenlängsbohrung
- 135
- Flosse
- 140
- Ruderschaft
- 140b
- Ende Ruderschaft
- 145
- Abschnitt Ruderschaft
- 150
- Lager
- 155
- Einziehung
- 220
- Propeller
- 225
- Propellerwellenmitte
- BB
- Backbord
- SB
- Steuerbord
- M1, M2
- Mittellinie
1. Ruder für Schiffe, umfassend ein Ruderblatt (100), welches eine Nasenleiste (11, 21)
und eine Endleiste aufweist, wobei das Ruderblatt (100) zwei übereinander liegende
Ruderblattabschnitte (10, 20) aufweist, deren Nasenleistenabschnitte (11, 21) und/oder
Endleistenabschnitte (30a, 30b) derart zueinander versetzt sind, dass der eine Nasenleistenabschnitt
(11) und/oder Endleistenabschnitt (30a) nach Backbord oder Steuerbord und der andere
Nasenleistenabschnitt (21) und/oder Endleistenabschnitt (30b) nach Steuerbord oder
Backbord versetzt sind, und dass der eine Nasenleistenabschnitt (11) und/oder der
eine Endleistenabschnitt (30a) eine backbordseitige Versatzfläche (18) aufweist, die
über den anderen Nasenleistenabschnitt (21) und/oder den anderen Endleistenabschnitt
(30b) vorsteht und der andere Nasenleistenabschnitt (21) und/oder der andere Endleistenabschnitt
(30b) eine steuerbordseitige Versatzfläche (18) aufweist, die über den einen Nasenleistenabschnitt
(11) und/oder den einen Endleistenabschnitt (30a) vorsteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich jeder Versatzfläche (18) ein bezüglich seiner Ausmaße an die Ausmaße der
Versatzflächen (18) angepasst ausgebildeter Strömungskörper (41) vorgesehen ist, der
die Versatzflächen (18) abdeckt.
2. Ruder gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) derart ausgebildet ist, dass er eine Strömungsleitfläche
für die Strömung bildet.
3. Ruder gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) derart ausgebildet, dass er einen im Wesentlichen kantenlosen
Übergang zwischen den beiden Nasenleistenabschnitten (11, 21) und/oder Endleistenabschnitten
in dem Bereich der Versatzflächen (18) bildet.
4. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) im Wesentlichen bündig mit wenigstens einem der Nasenleistenabschnitte
(11,21) und/oder Endleistenabschnitte (30a, 30b) abschließt.
5. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der maximale Vorstand des Störmungskörpers (41) über die Nasenleiste (11, 21) und/oder
Endleiste (30) hinaus 10%, bevorzugt 7%, besonders bevorzugt 5% der mittleren Profillänge
des Ruderblatts (100) beträgt.
6. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Länge des Strömungskörpers (41) im Wesentlichen der Länge der Versatzflächen
(18) entspricht.
7. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die maximale Breite des Strömungskörpers (41) der größten Profildicke des Ruders,
insbesondere der größten Profildicke (13) des Ruders im Übergangsbereich (40) zwischen
den beiden Ruderabschnitten (10, 20), entspricht.
8. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) abgerundet ausgebildet ist.
9. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein einziger Strömungskörper (41) vorgesehen ist, der für beide Versatzflächenbereiche
eine Strömungsleitfläche bildet.
10. Ruder gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) kugel-, tropfen- und/oder torpedoförmig ausgebildet ist.
11. Ruder gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich jeder Versatzfläche (18) jeweils ein Strömungskörper (41) angeordnet ist.
12. Ruder gemäß Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungskörper (41) in der Art einer schiefen Ebene ausgebildet ist und schräg
von der Außenkante der Versatzfläche (18) einer vorderen Nasenleiste (11, 21) und/oder
Endleiste (30a, 30b) zur anderen vorderen Nasenleiste (11, 21) und/oder Endleiste
(30a, 30b) verläuft.
13. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Größe der Querschnittsfläche vom oberen Bereich des Ruderblattes (100) zum unteren
Bereich des Ruderblattes abnimmt.
14. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der obere Ruderblattabschnitt (10) ein Querschnittsprofil (12) aufweist, das von
a.) einer sich von der dem Propeller (220) zugekehrten Nasenleiste (11) in Richtung
der Endleiste (30) bis zu einer größten Profildicke (13) konisch sich erweiternden
dem Propeller (220) zugekehrten Querschnittsfläche (14) sowie
a1.) einer sich an die Querschnittsfläche (14) anschließenden und sich zu der Endleiste
(30) konisch sich verjüngenden Querschnittsfläche (15) gebildet wird, wobei
a2.) die beiden von einer in Längsrichtung des Ruderblattes (100) verlaufenden Mittellinie
(M1) gebildeten, dem Propeller (220) zugekehrten Querschnittsflächenabschnitte (14a;
14b) unterschiedliche Größen aufweisen,
a3.) von denen der größere Querschnittsflächenabschnitt (14a) backbordseitig liegend
ist,
a4.) und der kleinere Querschnittsflächenabschnitt (14b) steuerbordseitig liegend
ist, wobei
a5.) die beiden von der Mittellinie (M1) in dem dem Propeller (220) abgekehrten Bereich
des Querschnittsprofils (12) gebildeten Querschnittsflächenabschnitte (15a, 15b) gleich
ausgebildet sind,
und
dass der untere Ruderblattabschnitt (20) ein Querschnittsprofil aufweist, das von
b.) einer sich von der dem Propeller (220) zugekehrten Nasenleiste (21) in Richtung
der Endleiste (30) zu einer größten Profildicke (23) konisch sich erweiternden dem
Propeller (220) zugekehrten Querschnittsfläche (24) sowie
b1.) einer sich an die Querschnittsfläche (24) anschließenden und sich zur Endleiste
(30) konisch sich verjüngenden Querschnittsfläche (25) gebildet wird, wobei
b2.) die beiden von einer in Längsrichtung des Ruderblattes (100) verlaufenden Mittellinie
(M2) gebildeten vorderen Querschnittsflächenabschnitte (24a, 24b) unterschiedliche
Größen aufweisen,
b3.) von denen die größere Querschnittsfläche (24b) steuerbordseitig liegend ist und
b4.) die kleinere Querschnittsfläche (24a) backbordseitig liegend ist, wobei
b5.) die beiden von der Mittellinie (M2) in dem dem Propeller (220) abgekehrten Bereich
des Querschnittsprofils (22) gebildeten Querschnittsflächenabschnitte (25a, 25b) gleich
ausgebildet sind, wobei die Querschnittsfläche (14a, 14b, 15a, 15b) des oberen Ruderblattabschnittes
(10) größer ist als die Querschnittsfläche (24a, 24b, 25a, 25b) des unteren Ruderblattabschnittes
(20).
15. Ruder gemäß Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden dem Propeller (220) zugekehrten Querschnittsflächenabschnitte (14a, 14b)
des Querschnittsprofils (12) des oberen Ruderblattabschnittes (10) Randbereiche (16,
16a) mit einem flachen Bogenverlauf (16') und mit einem stark gewölbten Bogenverlauf
(16'a) und die beiden dem Propeller (220) abgekehrten Querschnittsflächenabschnitte
(15a, 15b) des Querschnittsprofils (12) des oberen Ruderblattabschnittes (10) tangential
verlaufende Randbereiche (17, 17a) aufweisen, wobei der Querschnittsflächenabschnitt
(14b) mit seinem Randbereich (16a) mit stark gewölbtem Bogenverlauf (16'a) steuerbordseitig
liegend ist, und die beiden propellerseitigen Querschnittsflächenabschnitte (24a,
24b) des Querschnittsprofils (22) des unteren Ruderblattabschnittes (20) Randbereiche
(26, 26a) mit einem flachen Bogenverlauf (26') und mit einem stark gewölbten Bogenverlauf
(26'a) aufweisen, wobei die beiden dem Propeller (220) abgekehrten Querschnittsflächenabschnitte
(25a, 25b) des Querschnittsprofils (22) des unteren Ruderblattabschnittes (20) tangential
verlaufende Randbereiche (27, 27a) aufweisen, wobei der Querschnittsflächenabschnitt
(24b) mit seinem Randbereich (26a) mit stark gewölbtem Bogenverlauf (26'a) backbordseitig
liegend ist, so dass backbordseitig und steuerbordseitig die beidseitigen Randbereiche
(16', 17, 16'a, 17a; 26a, 27a, 26', 27) des oberen Ruderblattabschnittes (10) und
des unteren Ruderblattabschnittes (20) im Bereich der größten Profildicken (13; 23)
einen nach außen gewölbten, konvexen Bogenverlauf mit unterschiedlichen Bogenradien
aufweisen, so dass in Richtung der Nasenleisten (11; 21; 30) verlaufende konisch sich
verjüngende Randbereiche (16, 17; 16a, 17a und 26, 27; 26a, 27a) der Querschnittsprofile
ausgebildet sind.
16. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die dem Propeller (220) zugekehrten Nasenleistenabschnitte (11, 21) ein abgerundetes
Profil aufweisen.
17. Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Ruderkokerlager (120) als Kragträger mit einer mittigen Innenlängsbohrung (125)
zur Aufnahme eines Ruderschaftes (140) für das Ruderblatt (100) vorgesehen ist und
bis in das mit dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt (100) hineinreichend ausgebildet
ist, wobei zur Lagerung des Ruderschaftes (140) ein Lager (150) in der Innenlängsbohrung
(125) des Ruderkokerlagers (120) angeordnet ist, das mit seinem freien Ende (120b)
in eine Ausnehmung, Einziehung o. dgl. (160) in dem Ruderblatt (100) hineinreicht,
wobei der Ruderschaft (140) in seinem Endbereich (140b) mit einem Abschnitt (145)
aus dem Ruderkokerlager (120) herausgeführt und mit dem Ende dieses Abschnittes (145)
mit dem Ruderblatt (100) verbunden ist, wobei keine Lagerung zwischen dem Ruderblatt
(100) und dem Ruderkokerlager (120) vorgesehen ist und wobei die Verbindung des Ruderschaftes
(140) mit dem Ruderblatt (100) oberhalb der Propellerwellenmitte (200) liegt, wobei
das Innenlager (150) für die Lagerung des Ruderschaftes (140) in dem Ruderkokerlager
(120) im Endbereich des Ruderkokerlagers (120) angeordnet ist.
18. Schiff,
dadurch gekennzeichnet,
dass es ein Ruder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche umfasst.