[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Öffner mit einem Funktionsteil zum Entfernen
von Verschlüssen, die eine unter Druck stehende Flüssigkeit verschließen.
Stand der Technik
[0002] Flaschenöffner oder auch Kapselheber, die sich dazu eignen, Flaschen mit kronenförmigem
Verschluss zu öffnen, sind hinlänglich bekannt. Mit einer stark ausgebildeten Kante
und Gegenkante ist ein impulsartiges Öffnen des Verschlusses möglich, wobei ein Öffnungsgeräusch
entsteht. Dabei wird der Flaschenhals mit einer Hand unterhalb des Kronenkorkens umschlossen
und die stark und kantig ausgebildete Kante des Öffners am unteren Rand des Kronenkorkens
angesetzt. Der Öffner wird nun mit der Gegenkante auf den oberen Bereich des Kronenkorkens
impulsartig bewegt und mit Hilfe der durch die Kante und Gegenkante erzeugten Hebelwirkung
wird der Kronenkorken ruckartig entfernt. Enthält die Flasche eine unter Druck stehende
Flüssigkeit, insbesondere Kohlensäure enthaltende Flüssigkeiten, entsteht bei Entfernen
des Kronenkorkens ein lautes Öffnungsgeräusch.
Aufgabenstellung und Lösung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Attraktivität von Flaschenöffnern zu
erhöhen.
[0004] Die Aufgabe wird durch die Merkmale von Patentspruch 1 gelöst. Der wesentliche Aspekt
der Erfindung besteht darin, dass der Öffner mit einem Funktionsteil zum Entfernen
von Verschlüssen ausgestattet ist, die eine unter Druck stehende Flüssigkeit verschließen.
Der Öffner umfasst einen im Bereich des Funktionsteils angeordneten Detektor zum Erfassen
des Öffnungsgeräusches, ein Messmodul zur Messung des Öffnungsgeräusches und zum Bilden
eines Messsignals und eine Anzeigeinheit zur Anzeige des Messergebnisses.
[0005] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Öffners besteht darin, dass durch die Messung und
Anzeige des Öffnungsgeräusches die Attraktivität von Öffner, insbesondere Flaschenöffnern,
erhöht wird, in dem mit Hilfe dieses Merkmals zusätzlich zu anderen optischen Bewertungen
die Qualität der in der Flasche enthaltenen Flüssigkeit bestimmt werden kann. Da bei
langzeitig gelagerten Flaschen der Druck in den Flaschen nachlässt und Luft in die
Flaschen gelangen kann, kann durch die Geräuschmessung die Qualität der Flüssigkeit
bestimmt werden.
[0006] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Öffners besteht darin, dass ein nach Anspruch
3 ausgelegtes elektrisches Messmodul (5) derart eingestellt werden kann, dass vom
Detektor (8) übermittelte Audiosignale gefiltert und verstärkt werden können, so dass
die Messung an ein spezifisches Behältnis angepasst werden kann. Dadurch kann der
zu erreichende angezeigte Maximalwert nach Anspruch 9 nur mit einem bestimmten Behältnis
erreicht werden, was die Markenbindung des Öffners zu einem festgelegten Behältnis
steigert.
[0007] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Öffners besteht darin, dass durch die
vorgenannte Kalibrierung des Messsignals eine objektive Messung des erzeugten Öffnungsgeräusches
erfolgt. Dadurch sind die erreichten Werte vergleichbar und können in einer Wettbewerbssituation
zur Einstufungsermittlung herangezogen werden.
[0008] Vorteilhafter Weise kann der Öffner 11 in seiner Größe und formalen Ausprägung alternativ
bereits bekannte Gegenstände nachbilden. So kann der Öffner in einer bevorzugten Form
die Umrisse eines Feuerzeugs oder eines Textmarkers aufweisen. Ebenfalls denkbar ist
die Integration des beschriebenen Öffners in ein bereits existierendes Gerät wie beispielsweise
ein Feuerzeug, ein Kugelschreiber oder auch ein Mobiltelefon. Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen wenn der Öffner in einer Größe ausgebildet ist, welche die Mitführung in
Taschen oder Bekleidungsstücken erlaubt. Es sind vielfältige weitere Formen möglich
bei denen der Nutzer beispielsweise den Verschluss mit nur einer Hand öffnen kann.
Ausführungsbeispiele
[0009] Im Folgenden wird eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung rein exemplarisch
anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Dabei zeigen
- Fig.1
- eine schematische Darstellung eines Öffners in der Draufsicht mit einer möglichen
Anordnung der Funktionsteile,
- Fig.2
- eine schematische Darstellung des Öffners in der Explosionsansicht mit einer möglichen
Ausformung der Schaltung,
- Fig.3
- eine schematische Darstellung des Öffners in einer Seitenansicht und eine mögliche
Verschlussform im Anschnitt mit einem Schiebeschalter (13),
- Fig.4
- eine schematische Darstellung des Öffners in einer weiteren möglichen Ausformung der
Anzeigeeinheit mit einer LED-Reihe sowie zwei Elektroden 7 zur Schaltung,
- Fig.5
- eine schematische Darstellung des Öffners in einer weiteren möglichen Ausformung der
Anzeigeeinheit als Zeiger/Skala System (15) sowie einer möglichen Energieversorgungseinheit
in Form einer Solarzelle und des Schaltelements in Form eines Berührungssensors.
[0010] Fig.1 (Draufsicht) und Fig.2 (Explosionsansicht) zeigen schematisch einen möglichen
Aufbau eines Öffners 11. Der Öffner 11 ist durch eine Platine 3 mit einer darauf befindlichen
Energieversorgungseinheit 2, ein Messmodul 5 und eine Anzeigeeinheit 4, hier in Form
eines Displays dargestellt, gebildet. Ein mit dieser Platine 3 verbundener Detektor
8, der zum Beispiel als Kondensatormikrophon 8 ausgebildet sein kann, befindet sich
in unmittelbarer Nähe einer Funktionseinheit 6 welche zum Öffnen eines Verschlusses
10 dienen kann. Die elektrischen Komponenten des Öffners 11 werden beispielsweise
durch den Kontakt der beiden Elektroden (7) über einen metallischen Verschluss 10
mit Energie versorgt bzw. aktiviert. Die Runde Öffnung (17) in der Handhabe dient
wie bei anderen Geräten dieser Größe der Befestigung an einem Schlüsselring oder ähnlichen
Befestigungsmitteln, wie einer Kette oder einem Band.
[0011] Die Messung wird dadurch initialisiert, dass mit dem Funktionsteil (6) der Kronenkorken
(10) von beispielsweise einer Flasche F entfernt wird, bei der der Kronenkorken durch
eine beispielsweise kohlensäurehaltige Flüssigkeit unter Druck steht. Durch das Entfernen
des Kronenkorkens wird der Druck abgebaut und ein Öffnungsgeräusch entsteht, das vom
Kondensatormikrofon (8) detektiert wird und als ein elektrisches Audiosignal der Auswerteeinheit
(5) zugeführt wird - nicht dargestellt. Das Audiosignal löst im Messmodul (5) den
Messvorgang aus und der Pegel des Audiosignals wird gemessen, wozu das Messmodul (5)
für eine Pegelmessung ausgebildet ist. Das gemessene Audiosignal wird für eine Anzeige
aufbereitet und als Anzeigesignal an die Anzeigeeinheit (4) weitergeleitet. Das Anzeigesignal
wird auf der Anzeigeeinheit (4) entsprechend aktivierter Einstellungen angezeigt.
[0012] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der dabei angezeigte Wert dem bei der
Messung erreichten Maximum des Schalldrucks entspricht, wobei der entsprechende Algorithmus
für Berechnung des Wertes in der Auswerteinheit (4) realisiert ist. Für die Einstellungen
oder Aktivierungen können Schaltelemente oder Touch Screen Felder auf der Anzeigeeinheit
(4) oder den Drucksensoren vorgesehen werden, wobei derartige Schaltelemente auch
in die Energiezuführung von der Energieversorgungseinheit (2) - beispielsweise als
Batterie oder Solarelement ausgestaltet - eingefügt werden können.
[0013] Beispielhaft ist in Figur 3 ein auf Fig.1 und Fig.2 basierender Öffner 11 dargestellt,
bei dem als Schaltelement ein Schiebeschlater 13 vorgesehen ist, mit dessen Hilfe
die Einstellungen bzw. Aktivierungen vorgenommen werden können. Der Schiebeschlater
13 ist an der dem Funktionselement 6 gegenüberliegenden Bereich des Öffners 11 angeordnet,
um entsprechende Einstellungen oder Aktivierungen vorzunehmen.
[0014] Fig. 4 zeigt bei einem nach Fig.1 und Fig.2 ausgebildeten Öffner 11 eine Ausgestaltung
mit einer Anzeigeeinheit, die als eine Reihe von LED- Dioden 12 ausgestaltet ist,
wobei die Reihe von LED- Dioden 12 in Längsrichtung des Öffners 11 angeordnet ist.
Als Schaltelement für die Aktivierung sind zwei Elektroden 7 im Bereich des Funktionselementes
6 angebracht.
[0015] Die Energiezufuhr kann dabei auch über die Elektroden 7 gesteuert werden, wobei die
Energie von der Energieversorgungseinheit 2 über eine Elektrode 7 via den metallischen
Kronenkorken 10 und die zweite Elektrode 7 zum Messmodul 5 und Anzeigeeinheit 4 sowie
dem Kondensatormikrofon 8 gelangt.
[0016] Fig.5 zeigt einen ebenfalls hinsichtlich seiner Ausgestaltung einen Fig.1 und Fig.2
gemäßen Öffner 11, bei dem als Energieversorgung eine Solarzelle 14 vorgesehen ist.
Die Solarzelle 14 ist vorteilhaft in die Oberseite des Öffners 11 integriert und somit
wird bei üblicher Ablage des Öffners 11, d.h. Oberseite zeigt nach oben, in der Solarzelle
14 bei Lichteinstrahlung Energie erzeugt und beispielsweise ein als Akkumulator oder
als Speicherkondensator ausgestalteter Energiespeicher geladen. Gemäß Fig. 5 ist die
Anzeigeeinheit 4 durch ein Zeiger/Skala- System 15 realisiert. Das Zeiger/Skala- System
15 ist beispielsweise in einem LCD- Anzeigemodul realisiert, wobei die Skala halbkreis-
oder linienförmig und der Zeiger pfeilförmig, punktförmig oder balkenförmig ausgestaltet
sein kann. Auch kann eine Information - beispielweise eine oder mehrere nicht dargestellte
farbige Markierungen oder Bereiche - vorgesehen werden, mit denen auf die Qualität
der Flüssigkeit in der jeweils geöffneten Flasche hingewiesen werden kann.
[0017] Als Schaltelement ist gemäß Fig.5 ein Berührungssensor 16 vorgesehen, der beispielsweise
an der Oberseite des Öffners 11 angeordnet ist. Hierbei können durch einfache Berührungen
des Berührungssensors 16 die Einstellungen der Anzeige und des Messmoduls 5 und der
Anzeigeinheit 4 vorgenommen werden.
[0018] Die in Fig.1 bis Fig.5 dargestellt Kante 6 des Öffners 11 wird unter den Kronenkorken
10 geschoben und mit einem Ruck in Richtung Kronenkorken 10 wird der Kronenkorken
10 von der Flasche F entfernt, wobei das Öffnungsgeräusch entsteht. Alternativ kann
auch eine bekannte Konstruktion von Öffnern verwendet werden, bei denen eine Kante
und eine Gegenkante vorgesehen ist, wobei die Kante und Gegenkante starr in einer
Ebene liegend miteinander verbunden sind und eine Verlängerung zur Bildung eines Griffs
angefügt ist - nicht dargestellt. Hierbei wird die Kannte unter den Rand des Kronenkorken
10 geschoben und die Gegenkante auf dem flachen Bereich des Kronenkorkens 10 angesetzt.
Durch eine ebenfalls ruckartige Bewegung mit dem Griff des Öffners in Richtung weg
von der Flasche F wird unterstützt durch Hebelwirkung mit dem Griff der Kronkorken
10 entfernt, wobei das Öffnungsgeräusch entsteht, sofern sich in der Flasche eine
beispielsweise kohlensäurehaltige Flüssigkeit befindet, durch die der Kronkorken 10
bei nicht geöffneter Flasche F unter Druck steht.
[0019] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel begrenzt, sondern kann bei allen
Öffner mit unterschiedlichsten Ausgestaltungen eingesetzt werden, bei denen beim Öffnen
des mit einem Verschluss versehenen Behältnis ein Öffnungsgeräusch entsteht, das gemessen
werden soll und zusätzlich auch zur Beurteilung der Qualität der in dem Behältnis
befindlichen Flüssigkeit herangezogen werden kann.
1. Öffner mit einem Funktionsteil (6) zum Entfernen von Verschlüssen (10), die eine unter
Druck stehende Flüssigkeit verschließen,
- mit einem im Bereich des Funktionsteils (6) angeordneten Detektor (8) zum Erfassen
des Öffnungsgeräusches,
- mit einem Messmodul (5) zur Messung des Öffnungsgeräusches und zum Bilden eines
Messergebnisses, und
- mit einer Anzeigeinheit (4) zur Anzeige des Messergebnisses.
2. Öffner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem als Kronkorken ausgebildetem Verschluss (10) das Funktionsteil (6) zum
Entfernen des Kronkorkens (10) als eine Kante (6) oder als eine mit einer Gegenkante
starr verbundenen Kante ausgebildet ist.
3. Öffner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Detektor (8) als Mikrofon zum Erfassen des Öffnungsgeräusches und zum Bilden
eines Audiosignals ausgebildet ist, dass das Messmodul (5) als elektrisches Messmodul
zum Messen des vom Detektor (8) übermittelten Audiosignals und zum Erzeugen eines
den Pegel und/oder die Dauer des Audiosignals anzeigendes, elektrisches Messsignal
ausgebildet ist, und dass die Anzeigeeinheit (4) zur Anzeige des elektrischen Messsignals
ausgebildet ist.
4. Öffner nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass eine elektrische Energieversorgungseinheit (2) durch ein Schaltelement an den Detektor
(8), das Messmodul (5) und die Anzeigeeinheit (4) gesteuert wird.
5. Öffner nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement
- als Schiebeschalter (13), oder
- als durch einen Drucksensor aktivierbaren Schalter oder
- als Drucktaster (9), oder
- als durch einen Berührungssensor (16) aktivierbaren Schalter ausgebildet ist.
6. Öffner nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem metallisch ausgestalteten Verschluss (10) eine elektrische Energieversorgung
von der metallisch realisierten Kante (7) über den Verschluss (10) und die metallisch
realisierte Gegenkante (7b) an den Detektor (8), das Messmodul (5) und die Anzeigeeinheit
(4)gesteuert wird.
7. Öffner nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
das die Anzeigeeinheit (4)
- als eine LCD- Anzeigeeinheit oder
- als eine LED- Anzeigeeinheit oder
- als eine LED- Anordnung (12) oder
- als eine LCD- Anordnung oder
- als Zeiger/Skala System (15)
ausgebildet ist, wobei die Anzeigeeinheit ein oder mehrfarbig realisiert ist und/oder
eine Skalierung aufweisen.
8. Öffner nach einem der vorhergehenden Ansprüch
e, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Energieversorgungseinheit (2) als
- Batterie, oder
- Akkumulator, oder
- Solarzelle (14)
ausgebildet ist.
9. Öffner nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinheit (5) einen Speicher zur Speicherung
- der Messergebnisse und/oder
- maximaler oder minimaler Messergebnisse und/oder
- die Anzahl der Messungen oder Messergebnisse und/oder
- die Dauer einer Messung
und zur Weitergabe an die Anzeigeeinheit (4) aufweist.
10. Öffner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Öffner bei flaschenförmigen Behältern mit Kohlensäure angereicherten Getränken
als Flaschenöffner ausgebildet ist, der zum Öffnen der insbesondere als Kronenkorken
ausgestalteten Verschlüssen (10) vorgesehen ist.
11. Öffner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Öffner (11) mit anderen Funktionselementen kombiniert wird.