[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Türantrieb zur Anordnung an einem Türblatt,
einem Türrahmen, einem Türsturz, einer Wand oder dergleichen, mit wenigstens einer
Montageplatte, auf der der Aufbau des Türantriebs angeordnet ist. Ferner ist die vorliegende
Erfindung auch auf ein Montageverfahren für den erfindungsgemäßen Türantrieb gerichtet.
[0002] Die häufig auch als Türöffner oder Türschließer bezeichneten Antriebe für Gebäudetüren
werden meist oberseitig des Türblattes oder im Bodenbereich angrenzend an den Türstock
angeordnet oder eingelassen, und können entweder nur mit einem Federkraftspeicher,
elektromotorisch, elektrohydraulisch oder vollautomatisch ausgeführt sein. Bei vollautomatisch
ausgeführten Türantrieben werden diese meist zur Öffnung der Tür mittels eines Tastschalters
oder eines Bewegungsmelders aktiviert und dienen sowohl zur Ausführung des Öffnungsvorganges
als auch des meist zeitverzögerten Schließvorganges des Türblattes. Ferner sind Türöffner
bekannt, die mit einem Stromversorgungsnetzwerk des Gebäudes verbunden sind, um einen
Bestandteil der Sicherheitseinrichtungen und insbesondere der Feuerschutzeinrichtungen
zu bilden und zentral aktiviert werden zu können. Insbesondere bei öffentlichen Gebäuden
sowie im Infrastrukturbereich größerer Gebäude, die durch größere Personenzahlen frequentiert
werden, sind vollautomatische Türschließer weit verbreitet.
[0003] Zur Anbringung des Türantriebes weist dieser eine Montageplatte auf, die mittels
einer Verschraubung oder jeder sonstigen bekannten Verbindungselemente mit dem Türsturz,
der Wand oder dem Türrahmen verbunden wird. Nach dem Montieren der Montageplatte an
der Wand oder dem Türrahmen wird der eigentliche Türantrieb auf der Montageplatte
montiert. Diese weist zur Montage des Türantriebes vorgefertigte Gewindebohrungen
oder Durchgangslöcher für Verschraubungen auf, um den Türantrieb über die Montageplatte
fest mit der Wand oder dem Türrahmen zu verbinden.
[0004] Eine gattungsgemäße Montageplatte für einen Türschließer ist aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2005 000 543 U1 bekannt. Die Montageplatte ist für einen Türschließer ausgeführt und kann auf einem
stabilen Untergrund befestigt werden. Auf der Montageseite sind der Aufbau des Türschließers
sowie eine zugeordnete Abdeckung montierbar, wobei Montageplatten für Türöffner, Türschließer
oder Türantriebe mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad ähnlich ausgeführt sind.
[0005] Die Montage des Türantriebes auf der Montageplatte muss häufig in einer unergonomischen
Arbeitsposition ausgeführt werden. Hierzu sind Überkopf-Arbeiten notwendig, wobei
ein Türantrieb mit einem hohen Automatisierungsgrad ein erhebliches Eigengewicht aufweist.
Hinzu kommt, dass auch innerhalb eines Gebäudes eine Vielzahl von verschiedenen Türantrieben
montiert werden müssen, die an die jeweilige Einsatzstelle der zu betätigenden Tür
angepasst sein muss. Neben unterschiedlichen Ausführungsformen hinsichtlich des Automatisierungsgrads
vom einfachen Türöffner/-schließer über einen elektrischen Türöffner bis zu einem
vollautomatisierten Türantrieb mit einer Öffnungssensorik müssen unterschiedlich dimensionierte
Türöffner eingesetzt werden, welche für unterschiedlich ausgeführte Türen verschieden
große Öffnungsmomente bereitstellen müssen. Daraus ergibt sich eine erhebliche Variantenvielfalt
verschiedener Türöffner und zugeordneter Systeme, die zumeist unterschiedlich ausgeführte
Montageplatten aufweisen.
[0006] In Abhängigkeit der Ausführungsform des Türantriebs sind Montageplatten bekannt,
auf die der jeweilige Türantrieb vor der Montage an der Wand oder dem Türrahmen montiert
werden muss, so dass bei einer Vielzahl von Türöffnern innerhalb eines Gebäudes eine
genaue und vorhergehende Bestimmung der jeweiligen Türantriebe für die zugeordneten
zu betätigenden Türen erforderlich ist. Ferner ist bei vormontierten Türantrieben
zur Endmontage am Türrahmen oder an der Wand neben dem großen Gewicht und den damit
hervorgerufenen Schwierigkeiten der Montage eine spätere Änderung der Spezifikationen
des Türantriebes an der jeweiligen Einsatzstelle nicht mehr möglich.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Türantrieb zu schaffen,
welcher die Probleme des vorgenannten Standes der Technik überwindet und eine vereinfachte
Montage mit einer erhöhten Flexibilität hinsichtlich der Spezifikationen des Türantriebs
ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Türantrieb gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1 in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass der Aufbau des Türantriebes
modulartig ausgeführt ist und wenigstens ein Anschlussmodul, ein Antriebsmodul und
ein Hauptmodul aufweist, die mittels zugeordneter Rastmittel mit der Montageplatte
verrastbar sind.
[0010] Mit dem erfindungsgemäßen Aufbau aus verschiedenen Modulen kann erreicht werden,
dass zunächst die Montageplatte am Türrahmen oder an der Wand befestigt werden kann
und der Türantrieb erst anschließend auf flexible Weise hinsichtlich der erforderlichen
Spezifikationen konfektioniert wird. Hierzu sind den verschiedenen Modulen Rastmittel
zugeordnet, so dass das Anschlussmodul, das Antriebsmodul sowie das Hauptmodul mit
der Montageplatte einzeln oder gemeinsam verrastet werden können. Die Verrastung kann
so ausgeführt sein, dass diese auch ein erneutes Lösen der einzelnen Module von der
Montageplatte erlaubt. Die mit der Montage des Türantriebes beschäftigte Person kann
nach einem Baukastensystem die einzelnen Module entweder gleichzeitig oder zeitlich
aufeinander folgend auf der Montageplatte durch die Rastmittel aufklipsen, so dass
die Module bereits durch die Rastmittel auf der Montageplatte gehalten werden. Folglich
ergibt sich eine erhebliche Vereinfachung des Montagevorganges, da die mit der Montage
beschäftigte Person nicht den Türantrieb einerseits halten und andererseits mit einem
Werkzeug auf der Montageplatte verschrauben muss. Auch eine mögliche Anpassung des
Türantriebes an einen gegebenen Bauraum kann ohne vorherige Bereitstellung eines spezifischen
Türantriebes mittels des geschaffenen Baukastensystems auch noch während oder nach
der Montage vorgenommen werden.
[0011] Vorteilhafterweise sind zwischen dem Anschlussmodul, dem Antriebsmodul und/oder dem
Hauptmodul Rastmittel vorgesehen, um ebenfalls eine Verrastung der Module untereinander
zu ermöglichen. Damit kann der Aufbau des Türantriebes, d. h. eine somit gebildete
Antriebseinheit, bereits vor der Verrastung mit der Montageplatte komplettiert werden,
so dass auf vereinfachte Weise eine nach der Verrastung folgende Herstellung der elektrischen
Verbindungen der Module untereinander erfolgen kann. Nach der Vorkonfektionierung
des Aufbaues wird dieser durch die vorgenannten Rastmittel auf der Montageplatte verrastet.
Die Verrastung der einzelnen Module sowohl untereinander als auch mit der Montageplatte
bietet einen erheblichen Zeitgewinn bei der Montage, da eine umständliche Verschraubung
zumindest bei der Vorfertigung des Aufbaues unterbleiben kann. Die Antriebseinheit
kann somit in einem Werk, d. h. bei einer Produktion, komplettiert werden und daraufhin
einer Endkontrolle und ggf. Funktionsprüfung unterzogen werden. Dies muss also nicht
vor Ort, beispielsweise auf einer Baustelle, erfolgen.
[0012] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Rastmittel kann durch schwanenhalsförmige Rasthaken
gebildet werden, die zum Eingriff in eine gegenüberliegende Rastöffnung ausgeführt
sind. Die schwanenhalsförmigen Rasthaken sind dabei vorzugsweise an der Montageplatte
angeordnet, wohingegen die Rastöffnungen an den Modulen ausgebildet sind. Das Zusammenwirken
der schwanenhalsförmigen Rasthaken und der an diese angepassten Rastöffnungen geschieht
nach dem bekannten Schnappverbinder-Prinzip, so dass eine formschlüssige Verbindung
zwischen den Modulen untereinander sowie zwischen den Modulen und der Montageplatte
erzeugt wird. Die Position der Rasthaken können so vorgesehen werden, dass diese manuell
zugänglich sind, um durch ein Betätigen der Rasthaken gegen die Einschnapprichtung
ein erneutes Lösen der Module von der Montageplatte oder der Module untereinander
zu erreichen. Die Rasthaken können an der Montageplatte angeformt sein, so dass diese
einteilig mit dem Körper der Montageplatte ausgeführt sind. Die Montageplatte kann
beispielsweise aus einem Kunststoff-Spritzgussmaterial hergestellt sein, so dass die
Rasthaken an dem Körper der Montageplatte angespritzt sind. Bei einer Ausführungsform
der Montageplatte aus einem Blechmaterial besteht die Möglichkeit, die Rasthaken durch
Stanz-Biegeoperationen aus dem Material der Montageplatte herauszuformen, so dass
diese auch bei der Blechvariante der Montageplatte einstückig mit dieser ausgebildet
sind. Ferner können Rasthaken vorgesehen sein, welche als Einzelteil mit der Montageplatte
durch bekannte Verbindungstechniken verbunden sind. Die Rastöffnungen sind an den
Modulen ausgebildet, welche mit der Position auf der Ebene der Montageplatte übereinstimmen.
Die Rastöffnungen weisen wenigstens eine Rastkante auf, gegen die der schwanenhalsförmige
Rasthaken nach dem Einschnappen zur formschlüssigen Anlage gebracht wird.
[0013] Auch ist eine kinematische Umkehr in einer weiteren Ausführungsform denkbar, in der
Rastmittel als Rasthaken vorgesehen sind, die an den jeweiligen Modulen angeordnet
sind, so dass die Rastöffnungen in der Montageplatte eingebracht sind. Folglich erfolgt
das Verrasten der Module mit der Montageplatte auf gleiche Weise, wobei für jedes
einzelne Modul ein oder mehrere Rastmittel vorgesehen sein können.
[0014] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Türantriebes sieht vor, dass zwischen
den Modulen und der Montageplatte jeweils zugeordnete Schraubenverbindungen vorgesehen
sind, welche Schrauben aufweisen, die mittels einer Verliersicherung am jeweiligen
Modul verliersicher angeordnet sind. Die Verliersicherungen können hülsenförmig über
den Schraubenschaft aufgesteckt werden, nachdem die Schrauben durch vorbereitete Schraubenlöcher
innerhalb der Module eingesteckt worden sind. Die Anbringung der Schrauben und den
zugeordneten Verliersicherungen erfolgt vor der Verrastung der Module auf der Montageplatte,
so dass die für die Verschraubung erforderlichen Schrauben nach dem Verrasten der
Module auf der Montageplatte bereits zur Verschraubung mit der Montageplatte an der
vorgesehenen Verbindungsstelle vorhanden sind. Diese fluchten mit den in der Montageplatte
eingebrachten Gewindebohrungen derart, dass nach dem Verrasten der Module auf der
Montageplatte die Schrauben lediglich mit einem Schraubendreher oder ähnlichem Werkzeug,
einem Inbusschlüssel oder einem Akkuschrauber verschraubt werden müssen. Dies kann
auf einfache und ergonomische Weise erfolgen, ohne dass die Person bei der Montage
den Aufbau des Türantriebes manuell halten muss. Nach dem Festziehen der Schrauben
ist die mechanische Montage abgeschlossen, wobei lediglich optional eine elektrische
Verbindung mit dem Stromversorgungsnetzwerk des Gebäudes erforderlich ist und eine
dem Türantrieb zugeordnete Abdeckhaube aufgesteckt wird.
[0015] Zur Schaffung eines elektrischen Kontaktes zwischen einem Stromversorgungsnetzwerk
oder einem Steuerungsnetzwerk eines Gebäudes und dem Türantrieb weist das Anschlussmodul
wenigstens eine Steckverbindung auf. Damit dient das Anschlussmodul zur Herstellung
der elektrischen Kontakte zwischen dem Stromversorgungsnetzwerk des Gebäudes und dem
Türantrieb, wobei über die Steckverbindung sowohl eine allgemeine Stromversorgung
als auch eine Signalverbindung zwischen einem Steuerungsnetzwerk des Gebäudes und
dem Türantrieb herstellbar ist.
[0016] Das Antriebsmodul umfasst wenigstens ein Getriebe und einen Motor, wobei die Energieversorgung
des Motors über das Hauptmodul erfolgen kann. Alternativ erfolgt die Energieversorgung
direkt aus dem vorgenannten Stromversorgungsnetzwerk, d. h. ohne zwischengeschaltetes
Hauptmodul. Das Antriebsmodul selbst kann hinsichtlich des Getriebes und des Motors
ebenfalls modulartig ausgeführt sein, wobei die Module untereinander über eine einheitliche
Schnittstelle verbindbar und/oder austauschbar sind. Der Antrieb kann als elektromotorischer,
hydraulischer, elektrohydraulischer und/oder pneumatischer Antrieb ausgebildet sein
oder gemäß anderen bekannten Wirkprinzipien ausgebildet sein. Ferner kann das Antriebsmodul
einen Federkraftspeicher aufweisen, der während des Öffnungsvorganges der Tür mittels
eines Federelementes eine potenzielle Energie speichert, durch die der anschließende
Schließvorgang der Tür ausgeführt werden kann. Der Federkraftspeicher kann ebenfalls
über das Getriebe mit dem Türblatt zusammenwirken. Durch den modularen Aufbau des
Antriebsmoduls kann ferner die Bauart des Motors ausgewählt werden, ohne die Bauart
des Getriebes zu ändern, sofern die Schnittstelle zwischen dem Motor und dem Getriebe
gemäß des Baukastenprinzips gleichartig ausgeführt wird.
[0017] Das Hauptmodul weist wenigstens ein Schaltnetzteil oder Transformator, eine Schaltereinheit
und eine Hauptleiterplatte auf, so dass das Hauptmodul die elektrische Leistungs-
und Steuerungseinheit des Türantriebes bildet. Das Hauptmodul ist mit einem Trägerkörper
ausgebildet, in den das Schaltnetzteil oder der Transformator, die Schaltereinheit
und die Hauptleiterplatte modulartig aufnehmbar sind. Folglich ist auch das Hauptmodul
gemäß den jeweiligen Spezifikationen des Türantriebes anpassbar, in dem die jeweiligen
Ausführungsformen des Schaltnetzteils oder der Schaltereinheit in den Trägerkörper
eingebracht werden. Auch die Hauptleiterplatte kann gemäß den Spezifikationen des
Türantriebes angepasst werden, bzw. es kann eine zugeordnete Hauptleiterplatte einfach
auf den Trägerkörper aufgebracht werden, ohne diesen zur Bildung des Hauptmoduls entsprechend
anzupassen oder auszuwählen. Daraus ergibt sich ein Türantrieb, welcher im Wesentlichen
aus den genannten drei Modulen, nämlich dem Anschlussmodul, dem Antriebsmodul und
dem Hauptmodul, gebildet ist. Diese Module sind ferner untermodulartig ausgeführt,
indem sie aus den genannten Komponenten wie dem Getriebe, dem Motor, dem Federkraftspeicher,
dem Schaltnetzteil, der Schaltereinheit und/oder der Hauptleiterplatte aufgebaut werden.
Im Ergebnis ergibt sich ein hochflexibles System, um einen Türantrieb zu bilden, der
hinsichtlich der erforderlichen Spezifikationen auf einfachste Weise dem jeweiligen
Einsatzzweck oder -ort auch noch während der Montage angepasst werden kann.
[0018] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Montageverfahren für einen Türantrieb,
das die folgenden Montageschritte aufweist: Anbringen der Montageplatte am Türrahmen,
am Türsturz, an der Wand oder dergleichen. Daraufhin erfolgt ein Aufstecken des Anschlussmoduls,
des Antriebsmoduls und des Hauptmoduls auf der Montageplatte, wobei die Module mittels
der Rastmittel auf der Montageplatte gehalten werden. Abschließend erfolgt das Verschrauben
der Module mit der Montageplatte mittels zugeordneter Schrauben. Weiterführend kann
vorgesehen sein, dass die Module vor dem Aufstecken auf die Montageplatte mittels
weiterer Rastmittel untereinander verrastet werden. Das Verfahren kann mit der Herstellung
der elektrischen Verbindungen zum Stromversorgungsnetzwerk des Gebäudes sowie dem
Aufbringen einer Abdeckhaube auf dem Türantrieb abgeschlossen werden.
[0019] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung anhand der Figuren näher
dargestellt.
Es zeigen:
[0020]
- Figur 1:
- eine perspektivische Ansicht eines Türantriebs, der aus einem Anschlussmodul, einem
Antriebsmodul sowie einem Hauptmodul gebildet ist, wobei die Module auf einer Montageplatte
aufgebracht sind;
- Figur 2:
- eine perspektivische Ansicht des Hauptmoduls, das einen Trägerrahmen aufweist, in
den mehrere Komponenten eingebracht sind;
- Figur 3:
- eine Ansicht der Montageplatte des Türantriebes ohne den Aufbau des Türantriebes;
- Figur 4:
- eine perspektivische Ansicht des Anschlussmoduls, in dem die Steckverbindung gezeigt
ist;
- Figur 5:
- eine perspektivische Ansicht des Antriebsmoduls mit einem Motor sowie einem Getriebe,
an welches Antriebsmodul das Anschlussmodul angeklipst ist und
- Figur 6:
- eine perspektivische Ansicht des Hauptmoduls, an dem die Anordnung der Verschraubung
dargestellt ist.
[0021] In Figur 1 ist ein modular aufgebauter Türantrieb 1 gemäß der vorliegenden Erfindung
perspektivisch ohne Haube oder Gehäuse dargestellt. Auf einer Montageplatte 2 sind
mehrere Module angeordnet, welche ein Anschlussmodul 3, ein Antriebsmodul 4 sowie
ein Hauptmodul 5 umfassen. Die Module 3, 4 und 5 sind mit mehreren Rastmitteln 6 auf
der Montageplatte 2 gehalten, wobei auch eine Verklipsung der Module 3, 4 und 5 untereinander
durch Rastmittel 7 dargestellt ist.
[0022] Die Module 3, 4 und 5 bestehen aus verschiedenen Einzelkomponenten, wobei das Hauptmodul
5 aus einem Trägerkörper 18 gebildet ist, in dem ein Schaltnetzteil 15 sowie eine
Hauptleiterplatte 17 eingebracht sind. Endseitig sind am Trägerkörper 18 Schaltereinheiten
16 angeordnet, welche manuell bedient werden können.
[0023] Das Antriebsmodul 4 besteht im Wesentlichen aus einem Getriebe 13 sowie einem Motor
14, wobei das Rastmittel 7 beispielhaft zwischen dem Antriebsmodul 4 und dem Hauptmodul
5 dargestellt ist. Endseitig am Antriebsmodul 4 ist das Anschlussmodul 3 aufgeklipst,
wobei die Verbindung zwischen dem Anschlussmodul 3 und dem Antriebsmodul 4 ebenfalls
durch Rastmittel ermöglicht ist.
[0024] In Figur 2 ist das Hauptmodul 5 dargestellt, welches im Wesentlichen aus dem Trägerkörper
18 besteht, in den das Schaltnetzteil 15, die Schaltereinheiten 16 sowie die Hauptleiterplatte
17 angebracht sind. Die zur Herstellung der Rastverbindung notwendigen Rastöffnungen
9 sind am Trägerkörper 18 eingebracht, in die die Rasthaken 8 der Montageplatte einhaken
können. Endseitig sind am Trägerkörper 18 die Rastmittel 7 angeformt, um eine Rastverbindung
mit dem Antriebsmodul 4 herzustellen.
[0025] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Montageplatte 2, welche eine Versteifungsstruktur
23 aufweist, und die aus einem Blechmaterial oder einem Kunststoff-Spritzgussmaterial
hergestellt sein kann. An der Montageplatte 2 sind mehrere Rasthaken 8 angeformt,
welche in einer jeweils gegenüberliegenden, paarweise gewählten Position auf der Montageplatte
2 aufgebracht sind. Die Rasthaken 8 dienen zur Verrastung sowohl des Antriebsmoduls
4 als auch des Hauptmoduls 5 (siehe hierzu Figur 1), wobei auch eine Verrastung des
Anschlussmoduls 3 möglich ist.
[0026] Zur Verschraubung der Module 3, 4 und 5 weist die Montageplatte 2 mehrere Gewindebohrungen
22 auf, welche Ansenkungen umfassen, um ein einfacheres Einführen der Schrauben in
die Gewindebohrungen 22 zu ermöglichen. Ferner weist die Montageplatte 2 eine Vielzahl
von weiteren Bohrungen und geometrischen Ausgestaltungen auf, welche beispielsweise
zur Halterung einer Haube dienen, die abschließend über den Aufbau des Türantriebes
aufgesetzt wird.
[0027] Figur 4 zeigt eine perspektivische Ansicht des Anschlussmoduls 3, indem eine Steckverbindung
12 eingebracht ist. Die Steckverbindung 12 umfasst mehrere Kabelklemmeinrichtungen
und ermöglicht durch die modulartige Ausführung den Einsatz an verschiedenen Türantrieben.
Ein Anschlussmodulgehäuse 21 des Anschlussmoduls 3 ist aus einem Kunststoff-Spritzgussbauteil
gebildet, wobei die Steckverbindung 12 auf einer Leiterplatte innerhalb des Anschlussmodulgehäuses
21 aufgebracht und auf dieser gehalten ist.
[0028] Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht des Antriebsmoduls 4, an dem das Anschlussmodul
3 angeklipst ist. Das Antriebsmodul 4 ist im Wesentlichen aus dem Getriebe 13 und
dem Motor 14 gebildet, wobei sich aus dem Gehäuse des Getriebes 13 eine Abtriebs-
bzw. Schließerwelle 20 heraus erstreckt, an der ein Gestänge oder dergleichen angeordnet
wird, um eine Wirkverbindung mit einem Türblatt zu bilden bzw. herzustellen. Der Motor
14 ist abtriebsseitig am Getriebe 13 angeflanscht, wobei das gesamte Antriebsmodul
4 eine länglich ausgebildete Struktur aufweist, welche, abgesehen von der Schließerwelle
20, nicht über Abmaße einer Flanschseite hinausragt, die mit der Montageplatte 2 zur
Anlage gebracht wird. Folglich kann eine Haube über den Aufbau des Türantriebs 1 aufgesetzt
werden, die an die Füllmaße bzw. Volumina der Module angepasst ist.
[0029] Figur 6 zeigt eine Ansicht des Hauptmoduls 5, wobei im Wesentlichen der Trägerkörper
18 dargestellt ist, an dem das Schaltnetzteil 15, die Schaltereinheiten 16 sowie die
Hauptleiterplatte 17 angebracht sind. Das Schaltnetzteil 15 weist ein Metallgehäuse
auf, welches eine Schlitzstruktur besitzt, um eine Konvektion von Luft zur Kühlung
zu erreichen. Die Hauptleiterplatte 17 ist oberseitig auf dem Trägerkörper 18 aufgebracht,
wobei die Schaltereinheiten 16 endseitig angeordnet sind, und von einem Bediener beispielsweise
zum Ein- und Ausschalten des Türantriebes bedient werden können. Zur Montage des Hauptmoduls
5 auf der Montageplatte sind Schrauben 10 vorgesehen, die mittels einer Verliersicherung
11 innerhalb einer Schraubenbohrung im Trägerkörper 18 gehalten sind. Die Verliersicherungen
11 erstrecken sich hülsenförmig um den Gewindeschaft der Schrauben 10 und verhindern
ein Herausfallen der Schrauben 10 aus der jeweiligen Schraubenbohrung. Die Verliersicherungen
11 stehen jeweils mit einer verliersicher zu haltenden Schraube 10 derart in Berührungskontakt,
dass die jeweilige Schraube allein aufgrund einer Reibung zwischen Schraube 10 und
Verliersicherung 11 gehalten ist und damit an einem Herausfallen gehindert wird. Die
Schraubenbohrungen sind auf der Seite des Trägerkörpers 18 angeordnet, die mit der
Montageplatte 2 in Kontakt gebracht wird. Damit die Schrauben 10, welche vorzugsweise
als Innensechskantschrauben ausgeführt sind, mit einem Werkzeug bedient werden können,
weist der Trägerkörper 18 an den erforderlichen Stellen einen Werkzeugkanal 24 auf,
durch den beispielsweise ein Inbusschlüssel hindurchgeführt werden kann.
[0030] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsform. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, die Rastmittel 6, die eine
Schnappverbindung der Module 3, 4 und 5 mit der Montageplatte 2 ermöglichen, mit den
Verliersicherungen 11 der Schrauben 10 einteilig auszuführen. Die Verliersicherungen
11 können derart vorteilhaft als Klipsverbindung weitergebildet werden, dass die gezeigten
Rasthaken 8, die mit den Rastöffnungen 9 zusammenwirken, entfallen können. Beispielsweise
können die Verliersicherungen 11 eine Außenkontur aufweisen, welche eine ringförmige
Rastkontur besitzt, so dass die Module 3, 4 und 5 auf der Montageplatte 2 durch die
Verliersicherungen 11 aufgeklipst werden können, und die Verliersicherungen 11 zugleich
die Schrauben 10 halten. Die Verliersicherungen 11 können einzeln ausgebildet oder
an dem jeweiligen Modul 3, 4 oder 5 bzw. am Trägerkörper 18 materialeinheitlich angeformt
sein.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Türantrieb
- 2
- Montageplatte
- 3
- Anschlussmodul
- 4
- Antriebsmodul
- 5
- Hauptmodul
- 6
- Rastmittel
- 7
- Rastmittel
- 8
- Rasthaken
- 9
- Rastöffnung
- 10
- Schraube
- 11
- Verliersicherung
- 12
- Steckverbindung
- 13
- Getriebe
- 14
- Motor
- 15
- Schaltnetzteil
- 16
- Schaltereinheit
- 17
- Hauptleiterplatte
- 18
- Trägerkörper
- 19
- Federkraftspeicher
- 20
- Schließerwelle
- 21
- Anschlussmodulgehäuse
- 22
- Gewindebohrung
- 23
- Versteifungsstruktur
1. Türantrieb (1) zur Anordnung an einem Türblatt, einem Türrahmen, einem Türsturz, einer
Wand oder dergleichen, mit wenigstens einer Montageplatte (2), auf der der Aufbau
des Türantriebs (1) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufbau modulartig ausgeführt ist und wenigstens ein Anschlussmodul (3), ein Antriebsmodul
(4) und ein Hauptmodul (5) aufweist, die mittels zugeordneter Rastmittel (6) mit der
Montageplatte (2) verrastbar sind.
2. Türantrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Anschlussmodul (3), dem Antriebsmodul (4) und/oder dem Hauptmodul (5)
Rastmittel (7) vorgesehen sind, um eine Verrastung der Module (3, 4, 5) untereinander
zu ermöglichen.
3. Türantrieb (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastmittel (6, 7) einen schwanenhalsförmigen Rasthaken (8) aufweisen, der zum
Eingriff in eine gegenüberliegende Rastöffnung (9) ausgeführt ist.
4. Türantrieb (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die schwanenhalsförmigen Rasthaken (8) an der Montageplatte (2) und die Rastöffnungen
(9) an den Modulen (3, 4, 5) ausgebildet sind.
5. Türantrieb (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Modulen (3, 4, 5) und der Montageplatte (2) jeweils zugeordnete Schraubenverbindungen
vorgesehen sind, welche Schrauben (10) aufweisen, die mittels einer Verliersicherung
(11) am jeweiligen Modul (3, 4, 5) verliersicher angeordnet sind.
6. Türantrieb (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsmodul (4) wenigstens aus einem Getriebe (13) und einem Motor (14) gebildet
ist.
7. Türantrieb (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlussmodul (3) wenigstens eine Steckverbindung (12) aufweist, um einen elektrischen
Kontakt zwischen einem Stromversorgungsnetzwerk eines Gebäudes und dem Türantrieb
(1) zu schaffen.
8. Türantrieb (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Energieversorgung des Motors (14) über das Hauptmodul (5) erfolgt.
9. Türantrieb (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (13) und der Motor (14) modulartig ausgeführt sind, wobei die Module
untereinander verbindbar und/oder austauschbar sind und ein elektromotorisches, hydraulisches,
elektrohydraulisches oder pneumatisches Antriebsmodul (4) bilden.
10. Türantrieb (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptmodul (5) ein Schaltnetzteil (15) oder einen Transformator, eine Schaltereinheit
(16) und eine Hauptleiterplatte (17) aufweist, sodass das Hauptmodul (5) die elektrische
Leistungs- und Steuerungseinheit des Türantriebs (1) bildet.
11. Türantrieb (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptmodul (5) einen Trägerkörper (18) aufweist, in dem das Schaltnetzteil (15)
oder der Transformator, die Schaltereinheit (16) und die Hauptleiterplatte (17) modulartig
aufnehmbar sind.
12. Montageverfahren für einen Türantrieb (1), der nach einem der vorgenannten Ansprüche
1 bis 11 ausgebildet ist, wobei das Verfahren wenigstens die folgenden Montageschritte
aufweist:
i. Anbringen der Montageplatte (2) an dem Türrahmen, dem Türsturz, der Wand oder dergleichen,
ii. Aufstecken des Anschlussmoduls (3), des Antriebsmoduls (4) und des Hauptmoduls
(5) auf der Montageplatte (2), wobei die Module (3, 4, 5) mittels der Rastmittel (6,
7) auf der Montageplatte (2) gehalten werden,
iii. Verschrauben der Module (3, 4, 5) mit der Montageplatte (2) mittels Schrauben
(10) nach Anspruch 5.
13. Montageverfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Module (3, 4, 5) vor dem Aufstecken auf die Montageplatte (2) mittels der Rastmittel
(7) untereinander verrastet werden.