[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zarge für den Einbau eines Fensters oder einer
Tür in einer Gebäudewand, bestehend aus vier an ihren Enden zu einem Rahmen verbundenen
Holmen.
[0002] Bekannte Zargen der vorgenannten Art für den Einbau in Kellerwände sind beispielsweise
aus
DE 197 13 823 C2 bekannt. Sie bestehen aus stranggepressten Kunststoffprofilen, die in der Kellerwandschalung
fixiert und mit Beton umgossen werden. Nach Fertigstellung der Kellerbetonwände kann
in einer solchen Zarge der passend bemessene Blendrahmen eines Kellerfensters montiert
werden.
[0003] Obgleich Zargen dieser Art durch doppelwandige Ausführung unter Bildung von Hohlkammern
gewisse Wärmedämmeigenschaften aufweisen, die für den Kellerbereich ausreichend sein
mögen, bleiben für den Einsatz solcher Zargen im oberirdischen Hochbau Wünsche bezüglich
der Wärmedämmeigenschaften offen, insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen
Vorschriften über die Verbesserung der Wärmedämmung von Gebäuden.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Zarge der eingangs genannten
Art anzugeben, die für den Einsatz auch im gemauerten Hochbau geeignet ist und verbesserte
Wärmedämmeigenschaften aufweist, die Kältebrücken weitestgehend vermeiden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Weitere Merkmale und Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf in den Zeichnungen dargestellte
Ausführungsbeispiele einer Zarge näher erläutert.
- Fig. 1
- ist eine Querschnittsansicht durch den Fußholm einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Zarge, die in Mauerwerk eingebaut ist und einen Holm eines Blendrahmens aufnimmt;
- Fig. 2
- ist eine Querschnittsansicht durch den Fußholm einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Zarge, die in Mauerwerk eingebaut ist und einen Holm eines Blendrahmens aufnimmt;
und
- Fig. 3
- ist eine Querschnittsansicht durch den Fußholm der Zarge aus Fig. 2 in einer anderen
Umgebung.
[0008] Fig. 1 zeigt den unteren Holm 2 oder Fußholm der erfindungsgemäßen Zarge im Querschnitt.
Die übrigen drei Holme, welche zusammen mit dem ersten Holm 2 einen Rahmen mit einer
Öffnung 4 zum Einbau eines Fenster oder einer Tür bilden, sind nicht dargestellt.
[0009] Der Holm 2 der Zarge besteht aus einem Grundkörper 6 aus einem formstabilen, wärmedämmenden,
feuchtigkeitsresistenten Hartschaum, insbesondere einem solchen auf PUR-Basis, wie
man ihn aus Abfallstoffen der Dämmstoffindustrie gewinnen kann. Die auf dem Markt
befindlichen Hartschäume, insbesondere solche, die aus Kunststoff auf PUR-Basis hergestellt
sind, haben eine ausreichende Festigkeit, um den Blendrahmen eines Fenster oder einer
Tür stabil abzustützen. Der Hartschaum weist einen Wärmedämmkoeffizienten λ von kleiner
oder gleich 0,09 W/m
2K auf, aber nicht unter 0,02 W/m
2K. Dieser Grundkörper 6 kann einstückig hergestellt sein, aber auch aus mehreren Hartschaumplatten
unterschiedlicher Größe hergestellt sein, die aneinandergefügt und fest miteinander
verbunden, beispielsweise verklebt sind, oder über eine Zwischenlage verbunden sind,
wie in der Zeichnung gezeigt ist. Wie weiter unten unter Bezugnahme auf Fig. 2 und
3 näher erläutert wird, kann der Grundkörper 6 auch zweiteilig ausgestaltet und von
einem anderen Element der Zarge vollständig unterbrochen sein. Die Dicke des Grundkörpers
liegt üblicherweise zwischen 20 mm und 70 mm und kann über die Länge des Holms 2 variieren.
[0010] Der Holm 2 weist auf seiner Oberseite 8, genauer gesagt auf der Seite, die der Öffnung
4 zugewandt ist, eine Ausnehmung bzw. Stufe 10 auf, die als Anschlag für einen Blendrahmen
12 eines Fensters oder einer Tür dienen soll.
[0011] Außerhalb der Ausnehmung 10 in Richtung Wandaußenseite ist die Oberseite 8 des Holms
2 von einer Außenverkleidung 14, beispielsweise einer Faserzementplatte und/oder einer
üblichen Fensterbankverkleidung, bedeckt. Zwischen dieser Außenverkleidung 14 und
dem Grundkörper 6 ist ein Dämmkern 15 angeordnet, der mindestens so gute Dämmeigenschaften
wie der Grundkörper 6 aufweist und lediglich isolierende, aber keine tragende Funktion
hat. Beispielsweise kann der Dämmkern 15 als geschäumter, vorgefertigter Keil ausgestaltet
sein.
[0012] Innerhalb der Ausnehmung 10 in Richtung Wandinnenseite ist die Oberseite 8 des Holms
2 von einer Innenverkleidung 16, beispielsweise einer Kunststoffschale, bedeckt.
[0013] Die Ausnehmung 10 bildet an ihrer Außenseite eine Stoßstufe 11 für den Blendrahmen
12, die im dargestellten Beispiel bis zu einer bestimmten Höhe von einer Schicht 18
aus PU-Dichtmasse bedeckt ist. Die Ausnehmung 10 ist in ihrem Bodenbereich vorzugsweise
mit einem Dichtband 20 aus geschlossenzelligem Schaumstoff oder einer ähnlichen Abdichtung
versehen, auf die der Blendrahmen 12 aufgesetzt wird.
[0014] An der Unterseite 28, d.h. an der Seite des Holms 2, die dem Mauerwerk 22 zugewandt
ist, weist der Grundkörper 6 eine Aussparung 25 auf, die zur Aufnahme eines Dämmkörpers
24 dient. Die Aussparung 25 definiert hier eine Stufe im Grundkörper 6, in welche
der Dämmkörper 24 eingelegt werden kann. Der Dämmkörper 24 ist aus einem hochdämmenden
Material mit einem Wärmedämmkoeffizienten λ von kleiner oder gleich 0,02 W/m
2K, vorzugsweise kleiner oder gleich 0,008 W/m
2K, mehr bevorzugt kleiner oder gleich 0,004 W/m
2K. Besonders geeignet sind in diesem Zusammenhang Vakuumdämmplatten, die allerdings
auch besonders druckempfindlich sind. Der Dämmkörper 24 ist in diesem Beispielsfall
quaderförmig ausgestaltet und kann auf verschiedene Arten in der Zarge angeordnet
werden. Im vorliegenden Beispielsfall ist der Dämmkörper 24 dem Bereich der Ausnehmung
10 für den Blendrahmen 12 gegenüberliegend angeordnet und in Längsrichtung des Holms
2 ausgerichtet. An den beiden Seiten des Dämmkörpers 24, wo dieser nicht vom Hartschaum
des Grundkörpers 6 umgeben ist, ist eine formstabile Schutzschicht 26 zum Schutz des
Dämmkörpers 24 angeordnet. Im dargestellten Beispielsfall umgibt die Schutzschicht
26 zwei Seiten des Dämmkörpers 24. Üblicherweise bedeckt die formstabile Schutzschicht
26 aber auch zumindest Teile des Grundkörpers 6 im Bereich der Unterseite 28 des Holmes
2.
[0015] Die formstabile Schutzschicht 26 kann aus verschiedenen formstabilen Materialien
gebildet sein, beispielsweise aus Faserzement, Blech, hochgepresstem Papier mit einem
Anteil an Kunstharz oder einem glasfaserverstärkten Kunststoff. Die Schutzschicht
26 ist üblicherweise zwischen 3 und 7 mm dick.
[0016] Angrenzend an die Schutzschicht 26 kann ein Stützwinkel 32 angeordnet sein, welcher
mit der Zarge verschraubt ist und mit seinem anderen Schenkel fest mit dem Mauerwerk
verbunden ist. Ebenfalls kann im Bereich unterhalb der Zarge eine Dämmplatte 30 von
10 bis 20 cm Dicke angeordnet sein, wenn die Anforderungen eines Niedrigenergiehauses
bestehen.
[0017] Der in Richtung der Wandinnenseite verlaufende Abschnitt der Zarge ist an seinem
unteren Ende mittels eines Klebemörtels 34 mit dem Mauerwerk 22 verbunden, wobei zwischen
Grundkörper 6 und Mauerwerk 22 ein Dichtschaum 36 zur weiteren Dämmung eingebracht
ist. Hier sind vielfältige Konstruktions- und Verbindungsmöglichkeiten denkbar. Auf
der Wandaußenseite ist üblicherweise Putz 38 aufgebracht.
[0018] Die in Fig. 2 und 3 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform
gemäß Fig. 1 dadurch, dass der Dämmkörper 24 angrenzend an die Ausnehmung 10 für den
Blendrahmen 12 in Richtung der Wandinnenseite angeordnet ist und sich in Querrichtung
des Holms 2 von der Oberseite 8 zur Unterseite 28 erstreckt. Die Schutzschicht 26
überdeckt dabei lediglich eine Seite des Dämmkörpers 24, während der zweigeteilte
Grundkörper 6 den Dämmkörper 24 zwischen sich aufnimmt.
[0019] In Fig. 3 ist anstelle des Stützwinkels 32 beispielhaft ein Aramidgewebe 40 zur Arretierung
der Zarge vorgesehen. Ebenso könnte eine Justierschablone zur Montage verwendet werden.
[0020] Die genaue Anordnung des Dämmkörpers 24 in der Aussparung 25 des Grundkörpers 6 kann
je nach Anwendungsbereich unterschiedlich sein. Hierfür gibt es die verschiedensten
Möglichkeiten, solange die jeweils geforderten Wärmedämmeigenschaften einhalten werden.
In jedem Fall ist es wichtig, dass die Schutzschicht 26 zum Schutz des Dämmkörpers
24 vorhanden ist und diesen an mindestens einer Seite bedeckt. Dadurch wird eine formstabile
und besonders hochwertige Dämmzarge geschaffen, die als tragendes Element im Mauerwerk
verwendet werden kann, besonders robust ist und gleichzeitig sehr gute Wärmedämmeigenschaften
besitzt.
[0021] Beim Einbauen der Zarge in ein im Entstehen befindliches Gebäude kann eine Justierschablone
auf dem Boden des Bauwerks bzw. auf einer halb gemauerten Mauer an der vorgesehenen
Stelle befestigt werden. Dann kann die Zarge auf die Justierschablone aufgesetzt werden,
wobei Spalte zwischen Zarge und Mauerwerk beim Vermauern sogleich mit Mörtel gefüllt
werden und auf diese Weise ein hervorragender Anschluss der Zarge an das Mauerwerk
erzielt werden kann.
[0022] Die erfindungsgemäße Zarge hat neben den oben erwähnten noch weitere Vorteile. Die
erfindungsgemäße Systemlösung vermeidet Schall- und Wärmebrücken an den kritischen
Fugen zwischen Mauerwerk und Blendrahmen. Die Befestigung ist in allen Stufen der
Montage einfach und sicher. Die Zarge bildet auf ihrer Wandinnenseite zugleich eine
Fensterbank bzw. Türschwelle aus. Der dichte Anschluss des Blendrahmens 12 an der
Stoßstufe 11 macht die Konstruktion auch für sehr hohe Drücke wasserdicht. Alle frei
liegenden Flächen sind malerfertig. Eine bauseitige Rolladenkastenmontage auf der
Zarge ist ebenfalls möglich.
1. Zarge mit mehreren miteinander verbundenen Holmen (2), die eine Öffnung (4) für den
Einbau eines Fensters oder einer Tür in einer Gebäudewand definieren, wobei jeder
Holm (2) eine der Öffnung (4) zugewandte Oberseite (8) und eine der Öffnung (4) abgewandte
Unterseite (28) aufweist, wobei jeder Holm (2) einen Grundkörper (6) aus einem formstabilen
Hartschaum mit einem Wärmedämmkoeffizienten (λ) von kleiner oder gleich 0,09 W/m2K sowie einen Dämmkörper (24) aus einem hochdämmenden Material mit einem Wärmedämmkoeffizienten
(λ) von kleiner oder gleich 0,02 W/m2K aufweist, und wobei jeder Holm (2) im Bereich seiner Unterseite (28) eine formstabile
Schutzschicht (26) zum Schutz des Dämmkörpers (24) aufweist.
2. Zarge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) in eine Aussparung (25) des Grundkörpers (6) eingesetzt ist.
3. Zarge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) als eine Vakuumdämmplatte ausgebildet ist.
4. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) quaderförmig ist.
5. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die formstabile Schutzschicht (26) mindestens eine nicht vom Hartschaum umgebene
Seite des Dämmkörpers (24) bedeckt.
6. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) aus einem hochdämmenden Material mit einem Wärmedämmkoeffizienten
(λ) von kleiner oder gleich 0,008 W/m2K, vorzugsweise kleiner oder gleich 0,004 W/m2K, gebildet ist.
7. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die formstabile Schutzschicht (26) auch zumindest Teile des Grundkörpers (6) im Bereich
der Unterseite (28) des Holmes (2) bedeckt.
8. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die formstabile Schutzschicht (26) aus Faserzement, Blech oder einem anderen geeigneten
Hartmaterial besteht.
9. Zarge nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die formstabile Schutzschicht (26) aus hochgepresstem Papier mit einem Anteil an
Kunstharz besteht.
10. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) im Bereich unterhalb der Ausnehmung (10) für den Blendrahmen
(12) angeordnet und in Längsrichtung des jeweiligen Holms (2) ausgerichtet ist.
11. Zarge nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmkörper (24) angrenzend an die Ausnehmung (10) für den Blendrahmen (12) in
Richtung der Wandinnenseite angeordnet und sich in Querrichtung des Holms (2) von
der Oberseite (8) zur Unterseite (28) erstreckt.
12. Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (6) an der Oberseite (8) des Holmes (2) außerhalb einer Ausnehmung
(10), die zur Aufnahme eines Blendrahmens (12) eines Fensters oder einer Tür vorgesehen
ist, in Richtung der Wandaußenseite von einem Dämmkern (15) und einer darüber angeordneten
Außenverkleidung (14) bedeckt ist.
13. Zarge nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Holm (2) an seiner Oberseite im Bereich einer Stoßstufe (11) für die Einfügung
des Blendrahmens (12) eine Dichtmasse (18) aufweist.
14. Wandaufbau mit einer Zarge nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einer angrenzend
an einen Abschnitt der Unterseite (28) mindestens eines Holmes (2) der Zarge angeordneten
Dämmplatte (30).
15. Wandaufbau nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei zumindest einem Holm (2) der Zarge ein Stützwinkel (32) an der formstabilen Schutzschicht
(26) anliegt.