[0001] Die Erfindung betrifft eine Linearantriebsvorrichtung, mit einer eine Längserstreckung
aufweisenden Basisstruktur und einem daran linear verschiebbar gelagerten Schlitten,
wobei die Basisstruktur zwei in Parallelausrichtung mit Querabstand längsseits nebeneinander
angeordnete, als eigenständige Komponenten eingegliederte Führungsprofilteile aufweist,
die mittels einer zwischen ihnen angeordneten gesonderten Zwischenstruktur starr miteinander
verbunden sind und die jeweils mindestens eine längsverlaufende Führungsschiene zur
verschiebbaren Lagerung des den Querabstand überbrückenden Schlittens tragen, wobei
der Schlitten mit Linearantriebsmitteln in Antriebsverbindung steht, die zumindest
teilweise in einem Gehäuseprofilteil der Basisstruktur aufgenommen sind.
[0002] Eine aus der DE 20 2006 013 135 U1 bekannte Linearantriebsvorrichtung dieser Art
enthält zwei zueinander parallele Führungsprofilteile, die durch eine zwischen ihnen
angeordnete Zwischenstruktur starr miteinander verbunden sind. Die Zwischenstruktur
gibt einen Querabstand der Führungsprofilteile vor, wobei Letztere jeweils mit einer
Führungsschiene ausgestattet sind und wobei an den beiden Führungsschienen ein den
Querabstand überbrückender Schlitten angeordnet ist. Die Führungsprofilteile und die
Zwischenstruktur sind jeweils als eigenständige Komponenten in die Basisstruktur eingegliedert
und durch Klemmvorrichtungen aneinander befestigt. Mindestens eines der Führungsprofilteile
hat eine Doppelfunktion, indem es auch als Gehäuseprofilteil fungiert, das Linearantriebsmittel
aufnimmt, die mit dem Schlitten in Antriebsverbindung stehen. Nachteilig bei dieser
Anordnung ist, dass sich eine symmetrische Einleitung der Antriebskräfte in den Schlitten
nur verwirklichen lässt, wenn beide Führungsprofilteile als mit Linearantriebsmitteln
ausgestattete Gehäuseprofilteile ausgebildet sind. Beschränken sich die Linearantriebsmittel
auf eines der Führungsprofilteile, erfolgt eine asymmetrische Krafteinleitung, was
bei Auftreten hoher Beschleunigungskräfte oder beim Transport schwerer Massen Probleme
bereiten kann.
[0003] Eine symmetrische Krafteinleitung in den zu verlagernden Schlitten ist bei einer
Linearantriebsvorrichtung der in der
DE 198 40 876 B4 beschriebenen Art möglich. Eine solche Linearantriebsvorrichtung wird auch im einleitenden
Teil der
DE 20 2006 013 135 U1 diskutiert. Die Basisstruktur enthält hier ein einstückiges U-förmiges Profilelement,
dessen Schenkel jeweils eine Führungsschiene tragen. Der an den Führungsschienen gelagerte
Schlitten wird von einem gesonderten Linearantrieb angetrieben, der zwischen den beiden
Schenkeln am Quersteg des U-förmigen Profilelementes befestigt ist. Allerdings besteht
hier die Problematik, dass man bei der Herstellung des U-förmigen Profilelementes
an fertigungstechnische Grenzen stößt, wenn zur Aufnahme hoher Lasten oder Momente
entsprechend große Querabmessungen erforderlich sind. Die bei der Strangpressherstellung
von Profilteilen eingesetzten Presswerke stoßen hier leicht an die Grenzen ihrer Verarbeitungskapazität.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Linearantriebsvorrichtung zu
schaffen, die sich auch bei einer Auslegung für hohe Lasten noch relativ einfach herstellen
lässt.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, dass das mindestens eine Gehäuseprofilteil
als zusätzlich zu den beiden Führungsprofilteilen vorhandene eigenständige Komponente
in die Basisstruktur eingegliedert ist und einen sich zwischen den beiden Führungsprofilteilen
parallel zu diesen erstreckenden tragenden Bestandteil der Zwischenstruktur bildet,
derart, dass die Führungsprofilteile ohne direkte Verbindung unter Zwischenschaltung
des mindestens einen Gehäuseprofilteils aneinander befestigt sind.
[0006] Bei dieser Linearantriebsvorrichtung greift man zur Realisierung der Basisstruktur
wie im Falle der
DE 202006013135 U1 auf eigenständige Führungsprofilteile zurück, die durch eine Zwischenstruktur aneinander
befestigt werden. Hinzu kommt aber, dass nun das mindestens eine mit den Linearantriebsmitteln
ausgestattete Gehäuseprofilteil als Komponente der Zwischenstruktur ausgeführt ist
und mithin zwischen den beiden Führungsprofilteilen sitzt. Dies erleichtert eine Einleitung
der Schubkraft auf den Schlitten in dem zwischen den beiden Führungsschienen liegenden
Bereich und begünstigt bei entsprechender Anordnung insbesondere auch eine symmetrische
Krafteinleitung. Es kommt hinzu, dass die beiden Führungsprofilteile nicht wie die
Schenkel des U-förmigen Profilelementes der
DE 19840876 B4 einstückig miteinander verbunden sind, sondern als gesonderte Komponenten installiert
werden, wobei das mindestens eine Gehäuseprofilteil als tragendes Verbindungsglied
zwischen den Führungsprofilteilen fungiert. Die beiden Führungsprofilteile können
folglich vor dem Zusammenbau der Basisstruktur als Einzelkomponenten mit kleineren
Querschnittsabmessungen gefertigt werden, als dies bei dem integralen U-förmigen Profilelement
der
DE 19840876 B4 der Fall ist. Mit anderen Worten besteht die Möglichkeit, Linearantriebsvorrichtungen
selbst großer Querabmessungen durch die Addition mehrerer im Querschnitt kleinerer
Profilteile zu realisieren.
[0007] Es besteht auch eine hohe Flexibilität bei der Fertigung der Linearantriebsvorrichtung.
Man kann beim Zusammenbau der Basisstruktur alternativ auf unterschiedliche Typen
von Gehäuseprofilteilen zurückgreifen, um unterschiedliche Typen von Linearantriebsmitteln
einbauen zu können, entsprechend den Erfordernissen des jeweiligen Nutzers. Es besteht
ferner die Möglichkeit, mehr als nur ein mit Linearantriebsmitteln ausgestattetes
Gehäuseprofilteil zwischen die beiden Führungsprofilteile einzugliedern, um die auf
den Schlitten ausübbaren Antriebskräfte zu verstärken oder besser zu verteilen, oder
auch um einen Hybridantrieb zu realisieren, bei dem die Vorteile unterschiedlicher
Linearantriebskonzepte miteinander kombiniert werden.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0009] Wie schon erwähnt, kann die Zwischenstruktur über nur ein einziges Gehäuseprofilteil
für Linearantriebsmittel verfügen. Dieses kann dann direkt an einem oder beiden es
flankierenden Führungsprofilteilen befestigt sein. Ist ein größerer Querabstand zwischen
den Führungsprofilteilen gewünscht, kann zwischen das Gehäuseprofilteil und eines
oder beide Führungsprofilteile bei Bedarf noch mindestens ein Verbreiterungsprofilteil
eingegliedert werden. Je mehr die Führungsprofilteile zueinander beabstandet sind,
desto größer ist auch der Querabstand der daran angeordneten Führungsschienen, sodass
der Schlitten in der Lage ist, höhere Kippmomente aufzunehmen.
[0010] Wie ebenfalls schon angedeutet, kann die Zwischenstruktur mehrere in Parallelausrichtung
längsseits nebeneinander angeordnete Gehäuseprofilteile für Linearantriebsmittel aufweisen.
Besonders vorteilhaft ist eine Ausstattung der Zwischenstruktur mit zwei solchen Gehäuseprofilteilen,
um insgesamt zwei Linearantriebe innerhalb der Linearantriebsvorrichtung realisieren
zu können.
[0011] Die mehreren Gehäuseprofilteile können direkt oder unter Zwischenschaltung mindestens
eines Verbreitungsprofilteils aneinander befestigt sein. Ebenso können die den Führungsprofilteilen
jeweils benachbarten Führungsprofilteile entweder direkt oder unter Zwischenschaltung
mindestens eines Verbreiterungsprofilteils am betreffenden Führungsprofilteil befestigt
sein.
[0012] Um innerhalb einer Linearantriebsvorrichtung mehrere parallelgeschaltete Linearantriebe
zu erhalten, können mehrere, unterschiedliche Querschnittsgestaltungen aufweisende
Gehäuseprofilteile vorhanden sein, die mit untereinander verschiedenen Typen von Linearantriebsmitteln
ausgestattet sind. Auf diese Weise können innerhalb einer Linearantriebsvorrichtung
beispielsweise wenigstens zwei Linearantriebe aus der Gruppe Zahnriemen-Linearantrieb,
fluidbetätigter Linearantrieb und Linearmotor kombiniert werden. Auch wenn die Linearantriebsvorrichtung
mit nur einem einzigen Linearantrieb ausgestattet werden soll, lässt sich beim Zusammensetzen
der Basisstruktur durch entsprechende Auswahl eines dieser Antriebstypen eine variable
Fertigung realisieren.
[0013] Die einzelnen Profilteile können auf unterschiedliche Art aneinander befestigt werden.
Als besonders vorteilhaft wird eine Befestigungsart angesehen, bei der an den Profilteilen
Hakenstrukturen ausgebildet sind, die ineinander eingreifen, um einen Formschluss
zu generieren. Aneinander angrenzende Bereiche der benachbarten Profilteile können
dann beispielsweise verklebt oder verschweißt werden, oder man verformt die Hakenstrukturen
durch Rollieren oder sonstige umformende Maßnahmen, um eine feste Verbindung zu erhalten.
Besonders zweckmäßig erscheint ein gegenseitiges Verspannen der ineinander eingreifenden
Hakenstrukturen durch Applizieren eines aushärtenden Montageschaumes in von mehreren
Profilteilen gemeinsam begrenzten Hohlräumen, wobei der Schaumstoff aufgrund seiner
beim Aushärten stattfindenden Volumenvergrößerung die erforderliche Spannkraft liefert.
[0014] Prinzipiell wäre es auch denkbar, die diversen Profilteile direkt miteinander zu
verschrauben oder zu vernieten. Abgesehen von der auf einen Montageschaum zurückgreifenden
Verbindungsart können die Komponenten auch ohne sich verhakende Hakenstrukturen aneinander
befestigt werden.
[0015] Die erfindungsgemäße Linearantriebsvorrichtung lässt sich bei Bedarf sehr einfach
auf der Basis eines Baukastensystems realisieren. Das Baukastensystem enthält die
Führungsprofilteile, mehrere unterschiedliche Arten von zur Ausstattung mit Linearantriebsmitteln
vorgesehene Gehäuseprofilteile und bei Bedarf auch noch Verbreiterungsprofilteile.
Aus diesen Profilteilen können dann Linearantriebsvorrichtungen spezifisch zusammengestellt
werden, die sich in ihren Antriebskonzepten und/oder in ihren Baubreiten voneinander
unterscheiden. Mit einer nur geringen Anzahl von Standardkomponenten kann auf diese
Weise sehr kostengünstig ein umfangreiches Produktprogramm bereitgestellt werden.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigen:
- Figur 1
- eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäß aufgebauten Linearantriebsvorrichtung
in einer perspektivischen Darstellung, wobei ein Abschlussdeckel der Basisstruktur
abgenommen gezeigt ist, um die Querschnittsgestaltung der Basisstruktur deutlich zu
machen,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Anordnung aus Figur 1 gemäß Schnittlinie II-II ohne Abbildung
des rückseitig angeflanschten Antriebsmotors,
- Figur 3
- ein Baukastensystem zur Realisierung der in Figuren 1 und 2 abgebildeten und alternativ
auch anderer Varianten der Linearantriebsvorrichtung,
- Figur 4
- einen Querschnitt entsprechend Figur 2 durch eine weitere Ausführungsform der Linearantriebsvorrichtung,
bei der ein einziges Gehäuseprofilteil mit beiden Führungsprofilteilen mittels Verbreiterungs
profilteilen verbunden ist, und
- Figur 5
- eine weitere Ausführungsform der Linearantriebsvorrichtung in einer der Figur 2 entsprechenden
Darstellungsweise, wobei sich die Zwischenstruktur aus mehreren unterschiedlichen
Gehäuseprofilteilen und mehreren Verbreiterungsprofilteilen zusammensetzt.
[0017] Die in ihrer Gesamtheit mit Bezugsziffer 1 bezeichnete Linearantriebsvorrichtung
verfügt bei allen Ausführungsbeispielen über einen Grundkörper 2 mit einer eine Längserstreckung
aufweisenden, vorzugsweise plattenförmigen Basisstruktur 3 und zwei stirnseitig an
der Basisstruktur 3 befestigten ersten und zweiten Abschlussdeckeln 4, 5. Die Längsachse
der Basisstruktur 3 ist mit Bezugsziffer 6 bezeichnet, die mit der Plattenebene zusammenfallende
Hauptausdehnungsebene der Basisstruktur 3 mit Bezugsziffer 7. Die Basisstruktur 3
besitzt außerdem eine zu der Hauptausdehnungsebene 7 rechtwinkelige Hochachse 8 und
eine in der Hauptausdehnungsebene 7 liegende, zur Längsachse 6 und zur Hochachse 8
rechtwinkelige Querachse 12.
[0018] An der Basisstruktur 3 ist in linear verschiebbar geführter Weise ein Schlitten 13
gelagert. Er kann zu einer durch einen Doppelpfeil angedeuteten Linearbewegung 14
relativ zu der Basisstruktur 3 und in Achsrichtung der Längsachse 6 angetrieben werden.
An ihm angeordnete Befestigungsmittel 15, beispielsweise Befestigungslöcher, ermöglichen
das Befestigen einer zu bewegenden Last, beispielsweise eine Komponente einer Maschine
oder eines Handhabungsgerätes.
[0019] Die Linearbewegung 14 kann durch mindestens einen in die Basisstruktur 3 integrierten
Linearantrieb 16 hervorgerufen werden. Die Ausführungsformen der Figuren 1 bis 4 sind
mit nur einem Linearantrieb 16 ausgestattet, die Ausführungsform der Figur 5 enthält
zwei Linearantriebe 16.
[0020] Je nach Bauart des Linearantriebes 16 wird elektrische Energie oder Fluidkraft als
Antriebskraft eingesetzt. Der Linearantrieb 16 gemäß Figuren 1 und 2 wird elektrisch
betätigt. Man erkennt einen an den ersten Abschlussdeckel 4 angeflanschten elektrischen
Antriebsmotor 17.
[0021] Die Basisstruktur 3 setzt sich aus einer Mehrzahl längsseits aneinandergesetzter
und zu einer starren Einheit verbundener Profilteile unterschiedlicher Art zusammen.
Diese Profilteile werden einzeln hergestellt und dann zur Bildung der Basisstruktur
aneinandergesetzt und durch geeignete Befestigungsmaßnahmen fest miteinander verbunden.
Es wird sich in der Regel um eine unlösbare Befestigung handeln, wenngleich prinzipiell
auch eine lösbare Befestigung denkbar wäre. Jedenfalls setzt sich die Basisstruktur
3 aus ursprünglich gesonderten Profilteilen zusammen, die erst nachträglich, beim
Zusammenbau der Basisstruktur 3, zu einem starren Verbund zusammengefügt werden.
[0022] Entsprechend ihren unterschiedlichen Funktionen sind die in der Basisstruktur 3 der
verschiedenen Ausführungsformen der Linearantriebsvorrichtung 1 enthaltenen Profilteile
unterschiedlich benannt. Hierbei handelt es sich um zwei Führungsprofilteile 18 und
mindestens ein Gehäuseprofilteil 19 sowie, optional, mindestens ein Verbreiterungsprofilteil
20. Alle diese Profilteile 18, 19, 20 verfügen über eine lineare Erstreckung und sind
parallel zu der Längsachse 6 ausgerichtet. Zweckmäßigerweise verfügen sie alle über
die gleiche Länge.
[0023] Hergestellt werden die diversen Profilteile 18, 19, 20 insbesondere durch Strangpressen.
Hierdurch lässt sich eine über die gesamte Länge durchgängige konstante Querschnittsform
realisieren. Außerdem können sehr einfach axial durchgehende Hohlräume 23 darin ausgebildet
werden, um Material einzusparen und das Gewicht gering zu halten. Man hat auch die
Möglichkeit, wie bei den Führungsprofilteilen 18 gezeigt, an der Außenfläche eine
oder mehrere längsverlaufende Befestigungsnuten 24 auszubilden, die nutzbar sind,
um die Linearantriebsvorrichtung 1 an einer Tragstruktur oder an einer anderen Linearantriebsvorrichtung
lösbar zu befestigen.
[0024] Allen Ausführungsbeispielen gemeinsam sind zwei Führungsprofilteile 18, die parallel
zueinander angeordnet und mit einem Querabstand längsseits nebeneinander angeordnet
sind.
[0025] Sie definieren die beiden äußeren Randbereiche der Basisstruktur 3.
[0026] In dem zwischen den beiden Führungsprofilteilen 18 liegenden Zwischenraum ist eine
insgesamt mit Bezugsziffer 25 bezeichnete Zwischenstruktur 25 angeordnet, die das
mindestens eine Gehäuseprofilteil 19 und, sofern vorhanden, das mindestens eine Verbreiterungsprofilteil
20 in sich vereinigt und die als Bindeglied zwischen den beiden Führungsprofilteilen
18 fungiert, um diese starr miteinander zu verbinden.
[0027] Der Schlitten 13 ist an den beiden Führungsprofilteilen 18 gelagert. Hierzu trägt
jedes Führungsprofilteil 18 mindestens eine und bevorzugt genau eine sich in Achsrichtung
der Längsachse 6, bevorzugt über die gesamte Länge des Führungsprofilteils 18, erstreckende
Führungsschiene 26, mit der der Schlitten 13 jeweils in Führungseingriff steht. Die
Führungsschienen 26 sind fest an den Führungsprofilteilen 18 fixiert, beispielsweise
indem sie in einer am Außenumfang des Führungsprofilteils 18 ausgebildeten Haltenut
27 gehalten sind. Exemplarisch handelt es sich bei den Führungsschienen 26 um bezüglich
der Führungsprofilteile 18 gesonderte Komponenten, sie könnten jedoch auch einstückig
mit dem zugeordneten Führungsprofilteil 18 ausgebildet sein.
[0028] Die beiden Führungsschienen 26 sind zweckmäßigerweise an der gleichen Seite der Basisstruktur
3 angeordnet. Beim Ausführungsbeispiel befinden sie sich an einer der beiden zu der
Hauptausdehnungsebene 7 parallelen großflächigen Hauptflächen 28 der Basisstruktur
3, an der auch der Schlitten 13 angeordnet ist. Der bevorzugt im Wesentlichen plattenförmige
Schlitten 13 überbrückt den Querabstand beziehungsweise Zwischenraum zwischen den
beiden Führungsprofilteilen 18, wobei sich in Achsrichtung der Querachse 12 zumindest
teilweise eine Überlappung mit beiden Führungsprofilteilen 18 ergibt. Der Schlitten
13 greift insbesondere über die beiden Führungsschienen 26 hinweg, mit denen er zur
Ausführung der Linearbewegung 14 verschiebbar in Eingriff steht. Der Schlitten 13
kann hierzu mit geeigneten Gleitführungsmitteln oder Wälzführungsmitteln 29 ausgestattet
sein.
[0029] Die Führungsprofilteile 18 und das mindestens eine Gehäuseprofilteil 19 sind gemeinsam
in der Hauptausdehnungsebene 7 angeordnet. Es ist insbesondere vorgesehen, dass das
mindestens eine Gehäuseprofilteil 19 ausschließlich in dem Zwischenbereich zwischen
den beiden Führungsprofilteilen 18 aufgenommen ist und diese in Achsrichtung der Hochachse
8 nicht überragt.
[0030] Das Gehäuseprofilteil 19 verfügt über einen oder mehrere axial durchgehende Hohlkammern
32, in denen zumindest Bestandteile von Linearantriebsmitteln 33 untergebracht sind,
die zu einem Linearantrieb 16 gehören oder diesen bilden. Die Linearantriebsmittel
33 enthalten mindestens eine Koppeleinrichtung 34, über die sie mechanisch oder bei
Bedarf auch berührungslos magnetisch mit dem Schlitten 13 in Antriebsverbindung stehen.
Bei allen Ausführungsbeispielen ist eine mechanische Kopplung vorgesehen, wobei die
Koppeleinrichtung 34 durch einen Schlitz in der Wandung des Gehäuseprofilteils 19
hindurchragt, um an der der Basisstruktur 3 zugewandten Unterseite des Schlittens
13 anzugreifen.
[0031] Bei den in Figuren 1, 2 und 4 gezeigten Ausführungsbeispielen sind die in dem dort
einzigen Gehäuseprofilteil 19 angeordneten Linearantriebsmittel 33 als Zahnriemen-Antriebsmittel
33a ausgebildet. Sie enthalten einen Zahnriemen, der um in den beiden Abschlussdeckeln
4, 5 drehbar gelagerte, in der Zeichnung nicht weiter dargestellte Zahnräder umläuft,
von denen das im ersten Abschlussdeckel 4 angeordnete mit dem Antriebsmotor 17 gekoppelt
ist. Bei entsprechender Ansteuerung des Antriebsmotors 17 läuft der Zahnriemen in
der einen oder anderen Richtung um und nimmt hierbei den an den Führungsschienen 26
entlanglaufenden Schlitten 13 in der einen oder anderen Richtung mit.
[0032] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 5 enthält die Zwischenstruktur 25 zur Definition
zweier Linearantriebe 16 zwei Gehäuseprofilteile 19. Bei dem in Figur 5 links liegenden
Gehäuseprofilteil 19 sind die Linearantriebsmittel 33 wiederum als Zahnriemen-Antriebsmittel
33a ausgebildet, während sie bei dem rechts liegenden Gehäuseprofilteil 19 von fluidaktivierbaren
Antriebsmitteln 33b gebildet sind. Letzteres bedeutet, dass sie einen unter Abdichtung
in der bevorzugt zylindrischen Hohlkammer 32 verschiebbar geführten Kolben aufweisen,
der axial von beiden Seiten her über in mindestens einem der Abschlussdeckel 4,5 ausgebildete
Fluidkanäle mit einem Antriebsfluid beaufschlagbar ist, um ihn linear zu bewegen.
Die an ihm angreifende Koppeleinrichtung 34 durchgreift einen Längsschlitz in der
Wandung des Gehäuseprofilteils 19 und greift an dem Schlitten 13 an. Der hierdurch
definierte Linearantrieb 16 ist folglich von der Bauart eines sogenannten Schlitzzylinders,
während im anderen Fall die Bauart eines Zahnriemen-Linearantriebes vorliegt.
[0033] Sowohl bei elektrischer als auch bei fluidbetätigter Bauart können die Linearantriebsmittel
33 zur Realisierung anderer Typen von Linearantrieben 16 auch andersartig ausgebildet
sein. So könnte zur Bildung eines magnetisch gekoppelten fluidbetätigten Linearantriebes
der Kolben der fluidaktivierbaren Antriebsmittel 33b auch berührungslos über eine
Magneteinrichtung antriebsmäßig mit dem Schlitten 13 gekoppelt sein. In Bezug auf
einen elektrisch betätigten Linearantrieb 16 zeigt die Figur 3 exemplarisch noch eine
Alternative mit Spindeltrieb-Antriebsmitteln 33c, bei denen in dem Hohlraum 32 eine
elektrisch in Rotation versetzbare Gewindespindel angeordnet ist, auf der eine mit
der Koppeleinrichtung 34 verbundene Mutter sitzt, die sich bei Rotation der Gewindespindel
axial verlagert.
[0034] Durch Verwendung entsprechend angepasster Gehäuseprofilteile 19 und Linearantriebsmittel
33 können auch noch andere Arten von Linearantrieben realisiert werden, was in Figur
3 durch ein Fragezeichen angedeutet ist. Beispielsweise könnten die Linearantriebsmittel
33 als Linearantriebmotor-Antriebsmittel ausgeführt sein, die Bestandteile eines landläufig
als Linearmotor bezeichneten elektrodynamischen Lineardirektantriebes ausgeführt sind.
[0035] Allen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, dass das Gehäuseprofilteil 19 unmittelbar
das Gehäuse des zugeordneten Linearantriebes 16 bildet. Es wäre allerdings auch eine
Ausführungsform denkbar, bei der ein Linearantrieb einschließlich seines Gehäuses
in dem Gehäuseprofilteil 19 untergebracht ist, sodass das Gehäuseprofilteil 19 quasi
als Außengehäuse fungiert. Man könnte sich vorstellen, das Gehäuseprofilteil 19 mit
einer längs durchgehenden Hohlkammer 32 zu versehen, in die dann ein funktionsfertiger
fluidbetätigter oder elektrisch betätigter Linearantrieb eingesetzt wird. Bevorzugt
wird allerdings die aus den Ausführungsbeispielen ersichtliche Variante, bei der das
Gehäuseprofilteil 19 ohne zwischengefügtes weiteres Gehäuse unmittelbar die beweglichen
Komponenten der Linearantriebsmittel 33 aufnimmt.
[0036] Bisher lässt sich zusammenfassen, dass das mindestens eine Gehäuseprofilteil 19 als
zusätzlich zu den beiden Führungsprofilteilen 18 vorhandene, eigenständige Komponente
in die Basisstruktur 3 eingegliedert ist. Es bildet einen sich zwischen den beiden
Führungsprofilteilen 18 parallel zu diesen erstreckenden tragenden Bestandteil der
Zwischenstruktur 25. Durch die Zwischenstruktur 25 sind die beiden außen liegenden
Führungsprofilteile 18 ohne direkte Verbindung unter Zwischenschaltung mindestens
eines Gehäuseprofilteils 19 aneinander befestigt.
[0037] Die beiden Führungsprofilteile 18 verfügen zweckmäßigerweise über eine identische
Querschnittsform und sind lediglich spiegelbildlich angeordnet. Sie können daher mit
dem gleichen Werkzeug gefertigt werden, sodass Toleranzabweichungen keine Rolle spielen.
[0038] Die Figur 3 verdeutlicht anhand einer Matrix die Möglichkeiten einer sehr variablen
Herstellung unterschiedlich ausgestatteter Linearantriebsvorrichtungen 1 auf der Basis
eines Baukastensystems 35. Das Baukastensystem 35 enthält in einer beliebigen Anzahl
die beiden Führungsprofilteile 18 sowie eine beliebige Anzahl zur Realisierung unterschiedlicher
Typen von Linearantrieben 16 geeigneter unterschiedlicher Gehäuseprofilteile 19. Daraus
können dann die in der rechten Bildhälfte der Figur 3 exemplarisch abgebildeten Linearantriebsvorrichtungen
1 generiert werden, die sich durch im Querschnitt abweichend gestaltete Gehäuseprofilteile
19 voneinander unterscheiden. In dieser vereinfachten Darstellung sind die Führungsschienen
26 und der Schlitten 13 nur bei der rechts oben abgebildeten Linearantriebsvorrichtung
1 angedeutet.
[0039] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2, das dem in der Matrix der Figur
3 oben rechts abgebildeten Ausführungsbeispiel entspricht, setzt sich die Zwischenstruktur
25 aus ausschließlich einem einzigen Gehäuseprofilteil 19 zusammen.
[0040] Dieses einzige Gehäuseprofilteil 19 ist an seinen in Richtung der Querachse 12 orientierten
beiden Längsseiten jeweils direkt an dem dort befindlichen Führungsprofilteil 18 befestigt.
Die Basisstruktur 3 setzt sich folglich aus einer Profilteilkette bestehend aus zwei
Führungsprofilteilen 18 und einem dazwischen angeordneten Gehäuseprofilteil 19 zusammen.
[0041] Auch beim Ausführungsbeispiel der Figur 4 umfasst die Zwischenstruktur 25 nur ein
einziges Gehäuseprofilteil 19. Allerdings umfasst die Zwischenstruktur 25 hier zur
Vergrößerung des Querabstandes zwischen den beiden Führungsprofilteilen 18 zusätzlich
noch mehrere Verbreiterungsprofilteile 20. Zwischen dem Gehäuseprofilteil 19 und jedem
Führungsprofilteil 18 sind zwei voneinander unabhängige, sich quer zu der Hauptausdehnungsebene
7 und mithin in der Richtung der Hochachse 8 mit Abstand gegenüberliegende Verbreiterungsprofilteile
20 eingegliedert, die insbesondere über eine identische Querschnittsgestaltung verfügen.
Sie sind exemplarisch plattenförmig ausgebildet, wobei sie mit ihrem einen längsverlaufenden
Randabschnitt am Gehäuseprofilteil 19 und mit ihrem entgegengesetzten längsverlaufenden
Randabschnitt am zugeordneten Führungsprofilteil 18 befestigt sind.
[0042] Alternativ wäre es auch möglich, anstelle der sich jeweils paarweise gegenüberliegenden
mehreren Verbreiterungsprofilteile 20 jeweils nur ein einziges Verbreiterungsprofilteil
vorzusehen. Dieses kann man sich beispielsweise in der Art vorstellen, dass die vorhandenen
Verbreiterungsprofilteile 20 durch einen oder mehrere Verbindungsstege starr miteinander
verbunden sind.
[0043] Bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 2 und 4 ist das einzige Gehäuseprofilteil
19 in Achsrichtung der Querachse 12 mittig zwischen den beiden Führungsprofilteilen
18 angeordnet. Dies ermöglicht eine zentrale Verbindung zwischen den Linearantriebsmitteln
33 und dem Schlitten 13 zu Gunsten einer symmetrischen Einleitung der Antriebskräfte.
[0044] Durch Verwendung unterschiedlich breiter Verbreiterungsprofilteile 20 können unterschiedliche
Querabstände zwischen den Führungsprofilteilen 18 vorgegeben werden. Dadurch lässt
sich die Linearantriebsvorrichtung 1 in Bezug auf die kompensierbaren Momentbelastungen
optimal auslegen.
[0045] Die beidseits des Gehäuseprofilteils 19 angeordneten Verbreiterungsprofilteile 20
können eine unterschiedliche Breite in Richtung der Querachse 12 aufweisen. Dadurch
kann für spezielle Anwendungsfälle ein unterschiedlicher Abstand zwischen dem Gehäuseprofilteil
19 und den beiden Führungsprofilteilen 18 verwirklicht werden.
[0046] Es besteht auch die Möglichkeit, nur zwischen einem der Führungsprofilteile 18 und
dem Gehäuseprofilteil 19 mindestens ein Verbreiterungsprofilteil 20 anzuordnen und
zwischen dem Gehäuseprofilteil 19 und dem anderen Führungsprofilteil 18 eine direkte
Befestigung vorzusehen.
[0047] Wie schon erwähnt, kann die Zwischenstruktur 25 auch mehrere in Parallelausrichtung
längsseits nebeneinander angeordnete Gehäuseprofilteile 19 aufweisen. In diesem Zusammenhang
zeigt die Figur 5 eine Variante mit zwei solchen Gehäuseprofilteilen 19.
[0048] Im Falle der Figur 5 sind beide Gehäuseprofilteile 19 im Bereich ihrer vom jeweils
anderen Gehäuseprofilteil 19 abgewandten Längsseite direkt an dem hier gegenüberliegenden
Führungsprofilteil 18 befestigt. Die Befestigung zwischen den beiden Gehäuseprofilteilen
19 selbst erfolgt indirekt über wiederum ein Paar vergleichbar der Figur 4 eingegliederter
Verbreiterungsprofilteile 20. Allerdings wäre es auch möglich, die beiden Gehäuseprofilteile
19 an den einander zugewandten Längsseiten direkt aneinander zu befestigen, wenn ein
möglichst geringer Querabstand zwischen diesen beiden Komponenten angestrebt ist.
[0049] An dieser Stelle sei in Bezug auf das in Figur 3 abgebildete Baukastensystem 35 erwähnt,
dass dieses Baukastensystem 35 selbstverständlich auch noch eine geeignete Anzahl
von Verbreiterungsprofilteilen 20 aufweisen kann. Diese Verbreiterungsprofilteile
20 können zur Vergrößerung der Variabilität zum Teil voneinander abweichende Querschnittsformen
und insbesondere Breitenabmessungen aufweisen. Durch Kombination mit den anderen Komponenten
können auf diese Weise Linearantriebsvorrichtungen 1 realisiert werden, die sich in
ihrer Breite und auch in der Platzierung oder Anzahl der Gehäuseprofilteile 19 voneinander
unterscheiden.
[0050] Wie aus Figur 5 ersichtlich ist, können nicht nur identisch ausgebildete Gehäuseprofilteile
19 in ein und dieselbe Zwischenstruktur 25 integriert werden, sondern auch unterschiedlich
gestaltete. Diese können dann mit unterschiedlichen Typen von Linearantriebsmitteln
33 ausgestattet werden, um unterschiedliche Typen von Linearantrieben 16 zu erhalten.
Dies ermöglicht die Realisierung von Hybrid-Linearantriebsvorrichtungen, die in sich
unterschiedliche Antriebskonzepte vereinigen, um variablere Antriebsmöglichkeiten
für den Schlitten 13 zu erhalten.
[0051] Die für die gegenseitige Befestigung der Profilteile 18, 19, 20 vorhandenen Befestigungsmaßnahmen
sind zweckmäßigerweise unabhängig vom Typ des Profilteils identischer Art. Dadurch
ist die variable Kombinierbarkeit unter den einzelnen Profilteilen 18, 19, 20 auf
besonders komfortable Weise gewährleistet.
[0052] Die zur gegenseitigen Befestigung unmittelbar benachbarter Profilteile 18, 19, 20
getroffenen Maßnahmen umfassen bei allen Ausführungsbeispielen an den Profilteilen
18, 19, 20 ausgebildete Hakenstrukturen 36, die sich in Längsrichtung des jeweiligen
Profilteils 18, 19, 20 bevorzugt über dessen gesamte Länge erstrecken und die derart
ineinander eingreifen, dass die miteinander verhakten Profilteile 18, 19, 20 sowohl
in Achsrichtung der Querachse 12 als auch in Achsrichtung der Hochachse 8 aneinander
abgestützt sind und dadurch eine Lagefixierung stattfindet.
[0053] Die Hakenstrukturen 36 sind zweckmäßigerweise als im Querschnitt L-förmige Fortsätze
ausgebildet, mit einem von einem Kernbestandteil 39 des jeweiligen Profilteils 18,
19, 20 in Achsrichtung der Querachse 12 wegragenden ersten L-Schenkel 37 und einem
davon in Achsrichtung der Hochachse 8 wegragenden zweiten L-Schenkel 38. Im ineinander
eingreifenden Zustand der Hakenstrukturen 36 zweier Profilteile hintergreifen sich
die beiderseitigen zweiten L-Schenkel 38 zur Vorgabe der Relativposition in der Richtung
der Querachse 12, und es stützt sich der jeweils zweite L-Schenkel 38 mit seiner Stirnfläche
an der Seitenfläche des ersten L-Schenkels 37 der anderen Hakenstruktur 36 ab, um
die Relativposition in Richtung der Hochachse 8 zu fixieren.
[0054] Zur Fixierung am jeweils benachbarten Profilteil enthält beim Ausführungsbeispiel
jedes Führungsprofilteil 18 und jedes Gehäuseprofilteil 19 zwei in Richtung der Hochachse
8 beabstandet zueinander angeordnete Hakenstrukturen 36, sodass jedes dieser Profilteile
18, 19 mittels zweier Hakenstrukturen 36 fixierbar ist. Die beim Ausführungsbeispiel
plattenförmigen, Flachgestalt aufweisenden Verbreiterungsprofilteile 20 enthalten
aufgrund ihrer geringen Höhe zur Fixierung am jeweils benachbarten Profilteil nur
jeweils eine einzige Hakenstruktur 36.
[0055] Um den Eingriff der Hakenstrukturen 36 zu erhalten, können die Profilteile 18, 19,
20 in Achsrichtung der Längsachse 6 ineinander eingeschoben werden. Bei entsprechender
Ausgestaltung der Hakenstrukturen 36 ist auch ein Einschwenken von einer Längsseite
her möglich.
[0056] Um die miteinander verhakten Profilteile 18, 19, 20 fest und unverrückbar miteinander
zu verbinden, wird bei den Ausführungsbeispielen eine Ausschäumtechnik angewendet.
Die Profilteile 18, 19, 20 sind so ausgebildet, dass sie im miteinander verhakten
Zustand in den Fügebereichen einen oder mehrere sich längs erstreckende kanalartige
Hohlräume 42 definieren, die mit einem Montageschaum 43 ausgeschäumt sind, der in
der Regel auf Polyurethanbasis hergestellt ist. Der sich beim Aushärten verfestigende
Montageschaum 43 übt auf die den Hohlraum 42 begrenzenden Profilteile 18, 19, 20 eine
Druckkraft aus, die dafür sorgt, dass die Hakenstrukturen 36 fest miteinander verspannt
werden. Zusätzlich haftet der Montageschaum 43 an den den Hohlraum 42 begrenzenden
Flächen der Profilteile 18, 19, 20 und sorgt dadurch auch für eine stoffschlüssige
Verbindung. Insgesamt wird dadurch eine sehr steife und in sich starre Basisstruktur
3 erhalten.
[0057] Zusätzlich oder alternativ zu der Ausschäumtechnik können auch andere Befestigungsmaßnahmen
zur gegenseitigen Befestigung benachbarter Profilteile 18, 19, 20 angewandt werden.
Benachbarte Profilteile 18, 19, 20 können beispielsweise miteinander verschweißt werden,
wie dies in Figur 2 strichpunktiert anhand einer Schweißnaht 44 angedeutet ist. Auch
eine Klebeverbindung durch Applizieren eines Klebstoffes 45, wie ebenfalls in Figur
2 angedeutet, wäre denkbar. Ferner wäre eine ebenfalls in Figur 2 angedeutete Schraubverbindung
46 möglich, womit sich auch eine lösbare Verbindung realisieren ließe. Die verschiedenen
Befestigungsarten können auch kombiniert werden. Ferner kann auf die ineinander eingreifenden
Hakenstrukturen 36 verzichtet werden, wenn beim Zusammenbau der Basisstruktur 3 durch
anderweitige Maßnahmen eine exakte Ausrichtung der miteinander zu verbindenden Profilteile
18, 19, 20 gewährleistet ist.
[0058] Damit zwischen den beiden Führungsschienen 26 kein Höhenversatz auftritt, wird man
die Komponenten der Basisstruktur 3 beim Zusammenbau auf jeden Fall zweckmäßigerweise
auf einer ebenen Unterlage platzieren. Stammen die Führungsprofilteile 18 aus dem
gleichen Werkzeug, kann man ohne Nachteile in der Genauigkeit auf spanende Nachbearbeitungen
verzichten.
[0059] Die diversen Profilteile 18, 19, 20 bestehen zweckmäßigerweise aus Aluminiummaterial.
[0060] Die gesamte Vorrichtung lässt sich auch ohne Linearantriebsmittel 33 als antriebslose
Schlittenvorrichtung einsetzen, wobei der Schlitten 13 durch die Basisstruktur 3 präzise
abgestützt und geführt ist.
[0061] Indem die Basisstruktur 3 nicht aus einem einzigen Profilteil besteht, sondern in
eine Mehrzahl im Querschnitt kleinerer Profilteile aufgeteilt ist, lassen sich auch
Basisstrukturen 3 mit sehr großem Gesamtquerschnitt sehr präzise fertigen. Die Herstellung
ist relativ kostengünstig, weil im Falle der Strangpressherstellung auf Presswerke
kleinerer Baugrößen zurückgegriffen werden kann.
1. Linearantriebsvorrichtung, mit einer eine Längserstreckung aufweisenden Basisstruktur
(3) und einem daran linear verschiebbar gelagerten Schlitten (13), wobei die Basisstruktur
(3) zwei in Parallelausrichtung mit Querabstand längsseits nebeneinander angeordnete,
als eigenständige Komponenten eingegliederte Führungsprofilteile (18) aufweist, die
mittels einer zwischen ihnen angeordneten gesonderten Zwischenstruktur (25) starr
miteinander verbunden sind und die jeweils mindestens eine längsverlaufende Führungsschiene
(26) zur verschiebbaren Lagerung des den Querabstand überbrückenden Schlittens (13)
tragen, wobei der Schlitten (13) mit Linearantriebsmitteln (33) in Antriebsverbindung
steht, die zumindest teilweise in einem Gehäuseprofilteil (19) der Basisstruktur (3)
aufgenommen sind, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Gehäuseprofilteil (19) als zusätzlich zu den beiden Führungsprofilteilen
(18) vorhandene eigenständige Komponente in die Basisstruktur (3) eingegliedert ist
und einen sich zwischen den beiden Führungsprofilteilen (18) parallel zu diesen erstreckenden
tragenden Bestandteil der Zwischenstruktur (25) bildet, derart, dass die Führungsprofilteile
(18) ohne direkte Verbindung unter Zwischenschaltung des mindestens einen Gehäuseprofilteils
(19) aneinander befestigt sind.
2. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstruktur (25) ein einziges Gehäuseprofilteil (19) aufweist.
3. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuseprofilteil (19) direkt an wenigstens einem der Führungsprofilteile (18)
befestigt ist.
4. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuseprofilteil (19) die einzige Komponente der Zwischenstruktur (25) bildet
und direkt an den beiden Führungsprofilteilen (18) befestigt ist.
5. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstruktur (25) mehrere in Parallelausrichtung längsseits nebeneinander
angeordnete Gehäuseprofilteile (19) aufweist.
6. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Gehäuseprofilteile (19) direkt an einem der Führungsprofilteile
(18) befestigt ist.
7. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gehäuseprofilteile (19) vorhanden sind, von denen das eine an dem einen Führungsprofilteil
(18) und das andere an dem anderen Führungsprofilteil (18) jeweils direkt befestigt
ist.
8. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Gehäuseprofilteil (19) mit einem anderen Typ von Linearantriebsmitteln
(33, 33a, 33b, 33c) ausgestattet ist als mindestens ein weiteres Gehäuseprofilteil
(19) der Basisstruktur (3).
9. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mit unterschiedlichen Typen von Linearantriebsmitteln (33, 33a, 33a, 33c) ausgestatteten
Gehäuseprofilteile über voneinander abweichende Querschnittsformen verfügen.
10. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstruktur (25) zusätzlich zu dem mindestens einen Gehäuseprofilteil (19)
mindestens ein als eigenständige Komponente in die Basisstruktur (3) eingegliedertes
Verbreiterungsprofilteil (20) aufweist, das eine Vergrößerung des Querabstandes zwischen
den beiden Führungsprofilteilen (18) hervorruft.
11. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterungsprofilteile (20) sich quer zur Hauptausdehnungsebene (7) der Basisstruktur
(3) mit Abstand gegenüberliegend paarweise in die Basisstruktur (3) eingegliedert
sind.
12. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterungsprofilteile (20) plattenförmig ausgebildet sind.
13. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Verbreiterungsprofilteil (20) zwischen ein Gehäuseprofilteil (19)
und ein Führungsprofilteil (18) eingegliedert ist.
14. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils mindestens ein Verbreiterungsprofilteil (20) zwischen das einzige Gehäuseprofilteil
(19) der Zwischenstruktur (25) und jedes Führungsprofilteil (18) eingegliedert ist.
15. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Verbreiterungsprofilteil (20) zwischen zwei Gehäuseprofilteile (19)
der Zwischenstruktur (25) eingegliedert ist.
16. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Basisstruktur (3) plattenförmig ausgebildet ist.
17. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Führungsprofilteile (18) über eine spiegelbildlich angeordnete identische
Querschnittsform verfügen.
18. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Führungsprofilteile (18) als im gleichen Presswerkzeug gefertigte Strangpressteile
ausgebildet sind.
19. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die unmittelbar aneinander befestigten Profilteile (18, 19, 20) mittels an ihnen
ausgebildeter Hakenstrukturen (36) ineinander eingreifen.
20. Linearantriebsvorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilteile (18, 19, 20) in ihren Verbindungsbereichen interne, sich längs erstreckende
kanalartige Hohlräume (42) definieren, die mit einem Montageschaum (43) ausgeschäumt
sind, um die ineinander eingreifenden Hakenstrukturen (36) fest miteinander zu verspannen.
21. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die unmittelbar nebeneinander angeordneten Profilteile (18, 19, 20) miteinander verschweißt
oder verklebt oder verschraubt sind.
22. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearantriebsmittel (33) als Zahnriemen-Antriebsmittel (33a), Spindeltrieb-Antriebsmittel
(33c), fluidaktivierbare Antriebsmittel (33b) und/oder Linearmotor-Antriebsmittel
ausgebildet sind.
23. Linearantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Baukastensystem (35) zusammengesetzt ist, das neben den Führungsprofilteilen
(18) für die Ausstattung mit unterschiedlichen Typen von Linearantriebsmitteln (33,
33a, 33b, 33c) ausgelegte, unterschiedlich gestaltete Arten von Gehäuseprofilteilen
(19) und gegebenenfalls auch noch Verbreiterungsprofilteile (20) enthält, die entsprechend
der gewünschten Ausgestaltung der Basisstruktur (3) variabel miteinander kombinierbar
sind.