[0001] Die Erfindung betrifft ein automatisches Sanitärventil, das als Scheibenregulierventil
ausgebildet ist und zwei aneinanderliegende und gegeneinander verstellbare Regulierkörper
aus Hartstoff aufweist, von denen jeder mindestens eine Durchtrittsöffnung und mindestens
einen geschlossenen Absperrbereich aufweist.
[0002] Keramikscheibenventile sind grundsätzlich bekannt und beispielsweise in
EP 0 764 802 B1 beschrieben. Bei dieser Art von Ventilen wird der Wasserdurchfluss durch zwei aneinanderliegende
zumeist plattenförmige Regulierkörper gesteuert, die jeweils mindestens eine Durchtrittsöffnung
aufweisen. In der Schließstellung des Ventils wird die Durchtrittsöffnung des einen
Regulierkörpers durch einen geschlossenen Absperrbereich des jeweils anderen Regulierkörpers
verschlossen. Durch Verstellen der beiden Regulierkörper gelangen die Durchtrittsöffnungen
in Überlappung bzw. Überdeckung, wobei der Grad der Überdeckung den Durchflussquerschnitt
und damit die Durchflussmenge an Wasser bestimmt.
[0004] (Keramik-)Scheibenregulierventile haben sich in der Praxis grundsätzlich bewährt
und zeichnen sich insbesondere durch ihre Leichtgängigkeit und einfachen Aufbau aus.
Dennoch kann auch bei Scheibenregulierventilen nicht ganz verhindert werden, dass
sich nach einer längeren Phase, in der das Regulierventil nicht betätigt worden ist,
ein erhöhtes Anfahrmoment (Lösemoment) einstellt, was das manuelle oder motorische
Aufbringen einer erhöhten Anfangsverstellkraft zur Folge hat. Dies wiederum bedeutet,
dass bei manuell betreibbaren Scheibenregulierventilen der Bedienkomfort beeinträchtigt
ist bzw. bei automatisch betreibbaren (motorischen) Sanitärventilen eine entsprechende
Kraftauslegung des Stellgliedes erforderlich ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein automatisches Sanitärventil zu schaffen, dessen
Scheibenregulierventil über die gesamte Betriebsdauer mit im wesentlichen dergleichen
zu Beginn einer Verstellung der Regulierkörper aufzubringenden geringen Kraft betätigt
werden kann.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein automatisches Sanitärventil
vorgeschlagen, das versehen ist mit
- einem Regulierventil, das zwei aneinanderliegende und gegeneinander verstellbare,
einen Durchflussquerschnitt bestimmende Regulierkörper aufweist, von denen jeder mindestens
eine Durchtrittsöffnung und mindestens einen geschlossenen Absperrbereich aufweist,
- wobei die beiden Regulierkörper längs eines Verstellweges aus einer Ausgangsverstellposition
bis in eine Endverstellposition verstellbar sind und der Verstellweg ausgehend von
der Ausgangsverstellposition einen Schließbereich, innerhalb dessen die Durchtrittsöffnungen
der beiden Regulierkörper sich noch nicht überlappen, und einen sich an den Schließbereich
anschließenden Öffnungsbereich aufweist, in dem sich die Durchtrittsöffnungen der
beiden Regulierkörper überlappen,
- einem Stellglied, das zum Verstellen der beiden Regulierkörper relativ zueinander
entlang des Verstellweges ansteuerbar ist.
[0007] Nach der Erfindung ist vorgesehen, das Scheibenregulierventil von Zeit zu Zeit aus
seiner Schließstellung heraus derart anzusteuern, dass die Regulierkörper längs zumindest
eines Teils des Verstellweges (Schließbereich) bewegt werden, wobei bei dieser Bewegung
bzw. Verstellung der Regulierkörper aus der Schließstellung heraus noch keine Überlappung/Überdeckung
ihrer Durchtrittsöffnungen erfolgt. Damit wird erreicht, dass das Anfahrmoment über
die gesamte Betriebsdauer des Sanitärventils im Wesentlichen gleichbleibend gering
bleibt und insbesondere dann nicht ansteigt, wenn das Sanitärventil für einen längeren
Zeitraum nicht zwecks Steuerung eines Wasserdurchflusses betätigt wurde.
[0008] Das gleichbleibend niedrige Anfahrmoment hat den Vorteil, dass als Stellglied recht
einfach konstruierte Stellglieder verwendet werden können, die keine allzu hohen Verstellkräfte
aufbringen müssen, ohne dass man Gefahr läuft, dass die von dem Stellglied aufgebrachte
Verstellkraft zum Betätigen des Scheibenregulierventils nach einer längeren Zeitspanne
der Nichtbetätigung nicht ausreichend sein könnte.
[0009] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der verstellbare
Regulierkörper zwecks Verhinderung seines Festsetzens innerhalb des Schließbereichs
des Verstellweges aus der Schließstellung vor- und dann wieder zurückbewegt wird.
Alternativ ist es auch möglich, den Regulierkörper zur Verhinderung eines Festsetzens
aus der Schließstellung lediglich in einer Richtung längs des Schließbereichs des
Verstellweges zu bewegen, um dann, wenn das Regulierventil anschließend über einen
längeren Zeitraum wiederum nicht bestimmungsgemäß betätigt wird, den Regulierkörper
danach wieder in die Schließstellung zu bewegen.
[0010] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist eine Zeitsteuerung vorgesehen, die
das Stellglied dann zwecks Verhinderung des Festsetzens der Regulierkörper ansteuert,
wenn ab der jeweils letzten Einnahme der Ausgangsstellung der Regulierkörper oder
einer Verstellposition der Regulierkörper innerhalb des Schließbereichs eine vorgegebene
Schließzeitspanne (maximal zulässige Schließzeitspanne) verstrichen ist.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen dabei:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein Keramikscheibenregulierventil mit einem über eine Elektronik
angesteuertem Stellglied,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch das Regulierventil nach Fig. 1 längs der Linie II-II, wobei sich
die beiden Keramikscheiben in ihrer Anfangs- bzw. Ausgangsposition befinden, und
- Fig. 3
- eine Schnittansicht ähnlich der gemäß Fig. 2 jedoch bei einer Verstellung der Keramikscheiben
innerhalb des Schließbereichs Ihres Verstellweges.
[0012] Fig. 1 zeigt schematisch die wesentlichen Elemente des Sanitärventils 10 gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Sanitärventil 10 weist ein Regulierventil 12
auf, das ein Gehäuse 14 mit einem Wassereinlass 16 und einem Wasserauslass 18 umfasst.
Innerhalb des Gehäuses 14 sind zwei Regulierkörper 20 angeordnet, die jeweils als
Keramikscheiben 22,24 ausgebildet sind und gegeneinander dichtend sowie gegenüber
dem Gehäuse 14 dichtend in diesem angeordnet sind. Während die Keramikscheibe 22 festsitzend
in dem Gehäuse 14 angeordnet ist, ist die Keramikscheibe 24 drehbar, wobei zur Drehung
der Keramikscheibe 24 ein Betätigungselement 26 vorgesehen ist, das seinerseits von
einem Stellglied 28 motorisch bewegt wird. Das Stellglied 28 wird in diesem Ausführungsbeispiel
durch eine Ansteuereinheit 30 angesteuert, um das Regulierventil 12 zu betätigen.
[0013] Fig. 2 zeigt die Relativanordnung der beiden Keramikscheiben 22,24 in ihrer Anfangs-
bzw. Ausgangsstellung ihres Verstellweges 32, der in diesem Ausführungsbeispiel in
etwa 180° beträgt.
[0014] Fig. 3 zeigt die Situation, in der die beiden Keramikscheiben 22,24 lediglich um
den Schließbereich 34 des Verstellweges 32 bewegt sind. Die Öffnungen 36,38 in den
beiden Keramikscheiben 22,24 gelangen dabei noch nicht in (Teil-)Überdeckung bzw.
Überlappung, sondern sind noch durch Absperrbereiche 40,42 der jeweils anderen Keramikscheibe
verdeckt. Erst wenn die Keramikscheiben 22,24 über den Schließbereich 34 ihres Verstellweges
32 hinaus bis in den Öffnungsbereich 44 des Verstellweges 32 bewegt werden, kommt
es zu einem mengenmäßig durch die Keramischeiben 22,24 gesteuerten Wasserdurchfluss
durch das Regulierventil 12.
[0015] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, die beiden Keramikscheiben 22,24 von Zeit zu
Zeit über eine kurze Verstellstrecke innerhalb des Schließbereichs 34 gegeneinander
zu verdrehen. Dabei können die beiden Keramikscheiben 22,24 über die Verstellstrecke
vor und anschließend wieder zurück in die Anfangs- bzw. Ausgangsposition verstellt
werden. Diese von Zeit zu Zeit vorzunehmende kurzzeitige Ansteuerung der Keramikscheiben
22,24 dient dazu, den Aufbau übermäßig großer Anfahrmomente und damit ein Festsetzen
der Keramikscheiben 22,24 zu verhindern. Damit bleibt das Anfahrmoment über die gesamte
Betriebsdauer des Regulierventils 12 im Wesentlichen konstant gering, so dass das
Stellglied 28 entsprechend kleinformatig und mit nur geringer Bewegungskraft und damit
kostengünstig ausgelegt werden kann.
[0016] Wie bereits oben erwähnt, wird das Stellglied 28 durch die Ansteuereinheit 30 angesteuert.
In der Ansteuereinheit 30 wird zweckmäßigerweise abgespeichert, seit wann das Stellglied
28 seit der letzten Einnahme der Schließstellung des Regulierventils 12 nicht mehr
zum Öffnen des Regulierventils 12 angesteuert wurde (Fließzeitspanne). Wenn diese
Fließzeitspanne einen maximal zulässigen Wert überschreitet, wird das Stellglied 28
zum Verstellen der bewegbaren Keramikscheibe 22 gegenüber der feststehenden Keramikschreibe
24 längs einer innerhalb des Schließbereichs 24 liegenden Verstellstrecke angesteuert.
Wird also das Regulierventil 12 in hinreichend kleinen Zeitabständen zur Regulierung
des Wasserdurchlasses betätigt, würde die erfindungsgemäße Relativverstellung der
beiden Keramikscheiben 22,24 nicht erforderlich sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0017]
- 10
- Sanitärventil
- 12
- Regulierventil
- 14
- Gehäuse
- 16
- Wassereinlass
- 18
- Wasserauslass
- 20
- Regulierkörper
- 22
- verstellbare Keramikscheibe
- 24
- feststehende Keramikscheibe
- 26
- Betätigungselement
- 28
- Stellglied
- 30
- Ansteuereinheit
- 32
- Verstellweg
- 34
- Schließbereich des Verstellweges 32
- 36
- Öffnung in Keramikscheibe 22
- 38
- Öffnung in Keramikscheibe 24
- 40
- Absperrbereich der Keramikscheibe 22
- 42
- Absperrbereich der Keramikscheibe 24
- 44
- Öffnungsbereich des Verstellweges 32
1. Automatisches Sanitärventil mit
- einem Regulierventil (12), das zwei aneinanderliegende und gegeneinander verstellbare,
einen Durchflussquerschnitt bestimmende Regulierkörper (20) aufweist, von denen jeder
mindestens eine Durchtrittsöffnung (36,38) und mindestens einen geschlossenen Absperrbereich
(40,42) aufweist,
- wobei die beiden Regulierkörper (20) längs eines Verstellweges (32) aus einer Ausgangsverstellposition
bis in eine Endverstellposition verstellbar sind und der Verstellweg (32) ausgehend
von der Ausgangsverstellposition einen Schließbereich (34), innerhalb dessen die Durchtrittsöffnungen
(36,38) der beiden Regulierkörper (20) sich noch nicht überlappen, und einen sich
an den Schließbereich (34) anschließenden Öffnungsbereich (44) aufweist, in dem sich
die Durchtrittsöffnungen (36,38) der beiden Regulierkörper (20) überlappen,
- einem Stellglied (28), das zum Verstellen der beiden Regulierkörper (20) relativ
zueinander entlang des Verstellweges (32) ansteuerbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zwecks Verhinderung eines Festsetzens der Regulierkörper (20) das Stellglied (28)
zur Relativverstellung der Regulierkörper (20) innerhalb des Schließbereichs (34)
des Verstellweges (32) ansteuerbar ist.
2. Automatisches Sanitärventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regulierkörper (20) zur Verhinderung ihres Festsetzens von dem Stellglied (28)
aus der Ausgangsposition innerhalb des Schließbereichs (34) des Verstellweges (32)
vorbewegbar und anschließend wieder in die Ausgangsstellung zurückbewegbar sind.
3. Automatisches Sanitärventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (28) nach Ablauf einer vorgebbaren Schließzeitspanne, die mit der
jeweils letzten Einnahme der Ausgangsverstellposition der beiden Regulierkörper (20)
oder einer Verstellposition der beiden Regulierkörper (20) innerhalb des Schließbereichs
(34) ihres Verstellweges (32) beginnt, zur Verhinderung des Festsetzens der Regulierkörper
(20) ansteuerbar ist.
4. Automatisches Sanitärventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Regulierkörper (20) scheibenförmig ausgebildet sind.
5. Automatisches Sanitärventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Regulierkörper (20) Keramikmaterial aufweisen.