[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Warnung vor Hindernissen
mit nicht ausreichender Durchfahrtshöhe und/oder nicht ausreichender Durchfahrtsbreite
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Wenn Nutzfahrzeuge, wie Lastkraftwagen, Busse, etc. unbekannte Brücken, Tunnel usw.
durchfahren müssen, ist es für den Fahrer oftmals schwer zu erkennen, ob die Durchfahrtshöhe
oder auch die Durchfahrtsbreite ausreichend für das Fahrzeug ist. Besonders schwierig
wird es, wenn eine Brücke unzureichend beschildert ist oder Fahrbahnunebenheiten die
effektive Höhe verringern. Die Probleme sind besonders groß bei Nachtfahrten, weil
es dann nahezu unmöglich ist, die Durchfahrtshöhe bzw. Durchfahrtsbreite sicher einzuschätzen.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine Anordnung
zur Warnung vor Hindernissen mit nicht ausreichender Durchfahrtshöhe und/oder nicht
ausreichender Durchfahrtsbreite anzugeben, durch das bzw. die der Fahrer rechtzeitig
vor einer zu geringen Durchfahrtshöhe oder einer zu geringen Durchfahrtsbreite gewarnt
wird.
[0004] Ein Verfahren zur Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 und eine Anordnung zur Lösung
der Aufgabe ist im Anspruch 9 angegeben.
[0005] Vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen sind in den den Ansprüchen 1 und 9 nachgeordneten
Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die vorliegende Erfindung hat den Vorteil, dass sie den Fahrer rechtzeitig vor zu
geringen Durchfahrtshöhen und zu geringen Durchfahrtsbreiten warnt und ggf. bei Nichtbeachtung
der Warnung durch den Fahrer eine automatische Bremsung initiiert. Hierdurch werden
vor allem in städtischen Bereich durch Durchfahrtshöhenfehleinschätzungen von Fahrern
Fahrzeugbeschädigungen vermieden.
[0007] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung, in der schematisch
eine erfindungsgemäße Anordnung zur Warnung vor Hindernissen mit nicht ausreichender
Durchfahrtshöhe und/oder nicht ausreichender Durchfahrtsbreite dargestellt ist, näher
erläutert werden.
[0008] In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäße Anordnung 2 zur Warnung vor Hindernissen
mit nicht ausreichender Durchfahrtshöhe und/oder nicht ausreichender Durchfahrtsbreite,
insbesondere für Kraftfahrzeuge dargestellt. Die Anordnung 2 umfasst eine Vergleichs-
und Warnsignale generierende Einrichtung 4 und eine Sensoreinrichtung 6. Die Vergleichs-
und Warnsignale generierende Einrichtung 4 ist mit einem ersten Speicher 8 für durchfahrtsrelevante
Daten oder Parameter des Kraftfahrzeugs und mit einem zweiten Speicher 10 für durchfahrtsrelevante
Daten der Hindernisse verbunden.
[0009] Die Sensoreinrichtung 6 dient zur Abtastung und Erfassung von durchfahrtsrelevanten
Daten vorausliegender Hindernisse und zur Eingabe dieser Daten in den zweiten Speicher
10.
[0010] In der Vergleichs- und Warnsignale generierenden Einrichtung 4 werden die durchfahrtsrelevanten
Daten aus dem ersten und zweiten Speicher 8, 10 derart miteinander verglichen, dass
ein Warnsignal für den Fahrer generiert wird, wenn die dem Hindernis zugeordneten,
durch die Sensoreinrichtung 6 ermittelten Daten aus dem zweiten Speicher 10 mit den
dem Fahrzeug zugeordneten Daten aus dem ersten Speicher 8 übereinstimmen oder diese
unterschreiten.
[0011] Die Sensoreinrichtung 6 umfasst wenigstens einen Abstandssensor 12, der den vorausliegenden
Fahrraum erfasst. Die Erfassungsgeometrie ist dabei so gewählt, dass gleichzeitig
Hindernisse sowie die Fahrbahnoberfläche erfasst werden. Der Abstandssensor weist
vorzugsweise eine hohe Winkelauflösung auf, um die Kontur eines Vertikalschnitts des
Hindernisses genau erfassen zu können.
[0012] Die von der Sensoreinrichtung 6 erfassten Winkel- und Abstandsinformationen werden
einer Auswerteeinrichtung 14 zur Auswertung und Ermittlung der Durchfahrtshöhen und/oder
der Durchfahrtsbreiten des jeweiligen Hindernisses zugeführt.
[0013] Im Fahrzeug kann ein Bedienelement 16 vorgesehen sein, mittels dessen der Fahrer
vor Fahrtantritt die durchfahrtsrelevanten Daten seines Fahrzeugs in den ersten Speicher
10 eingibt. Die durchfahrtsrelevanten Daten des Fahrzeugs können alternativ auch im
System parametriert sein.
[0014] Die Warnsignale generierende Einrichtung 4 generiert im Warnfalle optische, akustische
und/oder haptische Warnsignale für den Fahrer. Das optische Warnsignal kann auf einer
optischen Anzeige 20 erscheinen. Das akustische Warnsignal kann über einen Lautsprecher
22 ausgegeben werden und das haptische Warnsignal kann durch kurzes Bremsrucken einer
Bremse 24 realisiert werden.
[0015] Die Anordnung 2 umfasst vorzugsweise noch eine Einrichtung 18 zur Überwachung der
Zeit zwischen Erzeugung des Warnsignals und Reaktion des Fahrers auf das Warnsignal.
Bei Überschreitung eines vorgebbaren Zeitlimits initiiert die Einrichtung eine Bremsung
des Fahrzeugs zur Vermeidung einer Kollision des Fahrzeugs mit dem Hindernis.
1. Verfahren zur Warnung vor Hindernissen mit nicht ausreichender Durchfahrtshöhe und/oder
nicht ausreichender Durchfahrtsbreite, insbesondere für Kraftfahrzeuge, wobei die
Durchfahrtshöhe und/oder die Durchfahrtsbreite des Hindernisses ermittelt und an einen
Fahrer Maßnahmen zu seiner Unterstützung bei oder vor Durchfahrt des Hindernisses
ausgegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
- vorausliegende Überkopfhindernisse und/oder vorausliegende seitliche Hindernisse
und die jeweilige Fahrbahnoberfläche abgetastet werden zur Erfassung von durchfahrtsrelevanten
Daten der Hindernisse,
- die ermittelten durchfahrtsrelevanten Daten der Hindernisse mit durchfahrtsrelevanten
Daten des Fahrzeugs verglichen werden und
- ein Warnsignal an den Fahrer ausgegeben wird, wenn die durchfahrtsrelevanten Daten
des Fahrzeugs die durchfahrtsrelevanten Daten des Hindernisses überschreiten oder
mit diesen gleich sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vorausliegende Überkopfhindernisse und/oder vorausliegende seitliche Hindernisse
und die jeweilige Fahrbahnoberfläche gleichzeitig abgetastet werden zur Erfassung
von den Hindernissen zugeordneten Winkel- und Abstandsinformationen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus den Winkel- und Abstandsinformationen die Durchfahrtshöhe und/oder die Durchfahrtsbreite
der Hindernisse berechnet werden/wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die durchfahrtsrelevanten Daten des Fahrzeugs, nämlich die Höhe und/oder Breite des
Fahrzeugs vor Fahrantritt vom Fahrer in einen Speicher einer Vergleichseinrichtung
eingegeben werden oder in dem Speicher bereits abgespeichert sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die berechnete Durchfahrtshöhe und/oder die berechnete Durchfahrtsbreite des Hindernisses
in der Vergleichseinrichtung mit der eingegebenen oder abgespeicherten Höhe und/oder
Breite des Fahrzeugs verglichen werden/wird, wobei ein Warnsignal an den Fahrer ausgegeben
wird, wenn die Höhe und/oder Breite des Fahrzeugs mit der Durchfahrtshöhe und/oder
der Durchfahrtsbreite des Hindernisses übereinstimmen/übereinstimmt oder diese überschreiten/überschreitet.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Warnung durch ein optisches, akustisches oder haptisches Signal erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als haptische Signalisierung ein kurzes Bremsrucken vorgesehen ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zeitlimit zwischen Abgabe des Warnsignals und Reaktion des Fahrers vorgesehen
ist, bei dessen Überschreitung das Fahrzeug automatisch abgebremst wird.
9. Anordnung (2) zur Warnung vor Hindernissen mit nicht ausreichender Durchfahrtshöhe
und/oder nicht ausreichender Durchfahrtsbreite, insbesondere für Kraftfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kraftfahrzeug eine Vergleichs- und Warnsignale generierende Einrichtung (4)
und eine Sensoreinrichtung (6) installiert sind, wobei die Vergleichs- und Warnsignale
generierende Einrichtung (4) mit einem ersten Speicher (8) für durchfahrtsrelevante
Daten oder Parameter des Kraftfahrzeugs und mit einem zweiten Speicher (10) für durchfahrtsrelevante
Daten der Hindernisse verbunden ist und die Sensoreinrichtung (6) zur Abtastung und
Erfassung von durchfahrtsrelevanten Daten vorausliegender Hindernisse und zur Eingabe
dieser Daten in den zweiten Speicher vorgesehen ist und wobei in der Vergleichs- und
Warnsignale generierenden Einrichtung (4) die durchfahrtsrelevanten Daten aus dem
ersten und zweiten Speicher (8, 10) derart miteinander verglichen werden, dass ein
Warnsignal für den Fahrer generiert wird, wenn die dem Hindernis zugeordneten, durch
die Sensoreinrichtung (6) ermittelten Daten aus dem zweiten Speicher (10) mit den
dem Fahrzeug zugeordneten Daten aus dem ersten Speicher (8) übereinstimmen oder diese
unterschreiten.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (6) zur Erfassung der Kontur eines Vertikalschnitts des Hindernisses
wenigstens einen Abstandssensor (12) mit hoher Winkelauflösung und einer zur gleichzeitigen
Erfassung des Hindernisses und der Fahrbahnoberfläche ausgelegten Erfassungsgeometrie
aufweist.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Sensoreinrichtung (6) erfassten Winkel- und Abstandsinformationen einer
Auswerteeinrichtung (14) zur Auswertung und Ermittlung der Durchfahrtshöhen und/oder
der Durchfahrtsbreiten des jeweiligen Hindernisses zugeführt werden.
12. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bedienelement (16) vorgesehen ist, mittels dessen der Fahrer vor Fahrtantritt
die durchfahrtsrelevanten Daten des Fahrzeugs in den ersten Speicher (8) eingibt.
13. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die durchfahrtsrelevanten Daten des Fahrzeugs im System parametriert sind.
14. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Warnsignale generierende Einrichtung (4) optische, akustische und/oder haptische
Warnsignale für den Fahrer generiert.
15. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine optische Anzeigeeinrichtung (20)zur optischen Anzeige von Warnsignalen, ein
Lautsprecher (22) zur akustischen Ausgabe von Warnsignalen und als haptisches Warnsignal
kurzes Bremsrucken einer Bremse (24) vorgesehen ist.
16. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (18) zur Überwachung der Zeit zwischen Erzeugung des Warnsignals
und Reaktion des Fahrers vorgesehen ist, die bei Überschreitung eines vorgebbaren
Zeitlimits eine Bremsung des Fahrzeugs auslöst.
17. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Sensor insbesondere um einen Abstandssensor eines anderen Fahrerassistenzsystems
handelt, wie beispielsweise eines Abstandsregeltempomaten.