TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungsschalter gemäss den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf das
Gebiet der Druckgasschalter, welche zum Schalten von Hochspannungen angewendet werden.
[0002] Ein derartiger Leistungsschalter wird im Allgemeinen in metallgekapselten Schaltananlagen
für Spannungsbereiche von über 52kV und für Kurzschlussströme von über 10kA eingesetzt
und ist mit einem Lichtbogenlöscheigenschaften aufweisenden Isoliergas, etwa auf der
Basis von Schwefelhexafluorid (SF
6) und/oder Stickstoff und/oder Kohlendioxid, von im Allgemeinen bis zu einigen bar
Druck gefüllt.
STAND DER TECHNIK
[0003] Aus
DE 44 27 163 A1 ist ein Leitungsschalter der eingangs genannten Art bekannt.
[0004] Dieser bekannte Leistungsschalter enthält ein bewegliches Schaltstück und ein ebenfalls
bewegliches Gegenschaltstück, welches dazu bestimm ist, zum Schliessen des Leistungsschalters
mit dem Schaltstück zusammen zu wirken. Das Schaltstück - bestehend aus einem bewegbaren
Nennstromkontakt und einem bewegbaren Abbrandkontakt - und das Gegenschaltstück -
bestehend aus einem bewegbaren Gegennennstromkontakt und einem bewegbaren Gegenabbrandkontakt
- sind in einer mit einem Isoliergas gefüllten Kammer längs einer Längsachse gegenläufig
zueinander geführt. Das Schaltstück ist mit einem diesem Schaltstück zugeordneten,
feststehenden ersten Kontaktträger elektrisch verbunden. Das Gegenschaltstück ist
mit einem dem Gegenschaltstück zugeordneten, feststehenden zweiten Kontaktträger elektrisch
verbunden.
[0005] Das Schaltstück ist über ein erstes Getriebe von einem Antrieb angetrieben und das
Gegenschaltstück ist vom Schaltstück über ein zweites Getriebe angetrieben.
[0006] Die elektrische Verbindung zwischen dem Schaltstück beziehungsweise dem Gegenschaltstück
und dem jeweiligen Kontaktträger ist jeweils über einen Gleitkontakt hergestellt.
DE 44 27 163 A1 offenbart als Gleitkontakt zwischen relativ zueinander beweglichen Teilen des Schaltstücks
bzw. des Gegenschaltstück Federfinger. Anstelle von Federfingern sind im Stand der
Technik weiter Gleitkontakte wie Gleittulpen, Spiralfederkontakte und Kontaktlammellen
bekannt.
[0007] Damit ein Gleitkontakt zwischen zwei relativ zueinander beweglichen Leitern eine
zuverlässige Kontaktierung gewährleistet, muss der Gleitkontakt mit einem gewissen
Anpressdruck auf den relativ zum Gleitkontakt bewegten Leiter wirken. Der Anpressdruck
muss so gewählt sein, dass durch diesen eine ausreichende Kontaktfläche zwischen Gleitkontakt
und Leiter erzeugt wird. Vom Anpressdruck sind insbesondere der Widerstand, der Spannungsabfall
und die Erwärmung zwischen Gleitkontakt und Leiter abhängig. Insbesondere bei Dauerstrombelastung
müssen der Widerstand, der Spannungsabfall und die Erwärmung zwischen Gleitkontakt
und Leiter innerhalb zulässiger Grenzen gehalten werden. Ebenso müssen mittels des
Anpressdrucks zwischen dem Gleitkontakt und dem Leiter wirkende abhebende elektrische
Kräfte kompensiert werden.
[0008] Bei einer Bewegung des Gleitkontaktes relativ zum Leiter verursacht der Anpressdruck
Reibung. Diese Reibung muss vom Antrieb des Leistungsschalters überwunden werden und
benötigt folglich Energie, welche vom Antrieb aufzubringen ist. Weiter muss der Antrieb
Bewegungsenergie zum Bewegen der beweglichen Teile des Leistungsschalters aufbringen.
Falls der Leistungsschalter ein Druckgasschalter ist, das heisst, falls dieser eine
Zylinder-Kolben-Anordnung zum Komprimieren des Isoliergases aufweist, muss der Antrieb
Energie zum Komprimieren des Löschgases aufbringen. Das von der Zylinder-Kolben-Anordnung
komprimierte Löschgas wird zum Beblasen eines zwischen dem Abbrandkontakt und dem
Gegenabbrandkontakt brennenden Lichtbogens verwendet.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es einen Leistungsschalter bereitzustellen, der mit einer
verminderten Antriebsenergie zuverlässig betrieben werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Leistungsschalter mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0011] Durch die erfindungsgemässe flexible Ausbildung der Verbindungselemente, die zwischen
dem beweglichen Schaltstück und dem ersten Kontaktträger sowie zwischen dem beweglichen
Gegenschaltstück und dem zweiten Kontaktträger angeordnet sind, und die beidseitig
jeweils ortsfeste Anordnung des flexiblen Verbindungselements einerseits an das bewegliche
Schaltstück beziehungsweise an das bewegliche Gegenschaltstück und andererseits an
den ersten Kontaktträger beziehungsweise an den zweiten Kontaktträger, wird ein Leistungsschalter
geschaffen, der ohne Reibungsverluste aufgrund von Gleitkontakten betrieben werden
kann. Dadurch kann die maximale Antriebsleistung, welche zum zuverlässigen Betrieb
des Leistungsschalters notwenig ist, im Verglich zum Stand der Technik reduziert werden.
[0012] Weiter kann, wegen der im Verglich zum Stand der Technik verminderten Antriebsleistung,
der Antrieb sowie das zugehörige Getriebe, die beweglichen Teile des Leistungsschalters
und somit der Leistungsschalter mitsamt dem Antrieb zum Betätigen des Leistungsschalters
im Verglich zum Stand der Technik kleiner ausgebildet werden.
Weitere Ausführungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen, aus den Anspruchskombinationen sowie aus der nun folgenden
Beschreibung und den Figuren.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0013] Es zeigen rein schematisch
- Fig. 1
- einen erfindungsgemässen, als Druckgasschalter ausgebildeten Leistungsschalter in
seiner geschlossenen Position mit einer Anordnung flexibler Verbindungselemente zwischen
relativ zueinander beweglichen Teilen;
- Fig. 2
- den Leistungsschalter gemäss Fig. 1 in seiner offenen Position;
- Fig. 3
- einen weiteren erfindungemässen Leistungsschalter in seiner geschlossenen Position
mit weiteren möglichen Anordnungen flexibler Verbindungselementen; und
- Fig. 4
- den erfindungsgemässen Leistungsschalter gemäss Fig. 3 in seiner offenen Position.
[0014] In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0015] In Fig. 1 und 2 ist ein erfindungsgemässer Leistungsschalter 10 gezeigt, der als
Druckgasschalter ausgebildet ist.
[0016] Der Leistungsschalter 10 weist ein entlang einer Längsachse A bewegliches Schaltstück
12 auf. Dieses bewegliche Schaltstück 12 ist durch einen entlang der Längsachse A
beweglichen Nennstromkontakt 14 und durch einen entlang der Längsachse A beweglichen
Abbrandkontakt 16 ausgebildet, wobei der Nennstromkontakt 14 über ein Trennelement
46 starr an den Abbrandkontakt 16 gekoppelt ist. Weiter weist der Leistungsschalter
10 ein bewegliches Gegenschaltstück 18 auf, welches durch einen bei geschlossenem
Leistungsschalter 10 mit dem beweglichen Abbrandkontakt 16 zusammenwirkenden, beweglichen
Gegenabbrandkontakt 20 ausgebildet ist. Dem beweglichen Gegenschaltstück 18 ist ein
zweiter Kontaktträger 22 zugeordnet. Dieser zweite Kontaktträger 22 bildet zugleich
einen mit dem beweglichen Nennstromkontakt 14 zusammenwirkenden Gegennennstromkontakt
24.
[0017] Der bewegliche Gegenabbrandkontakt 20 ist durch in den Figuren nicht gezeigte Mittel
in bekannter Art und Weise geführt.
[0018] Das bewegliche Schaltstück 12 - der Nennstromkontakt 14 und der Abbrandkontakt 16
- sind von einem diesem Schaltstück 12 zugeordneten ersten Kontaktträger 26 getragen,
der über einen nicht gezeigten elektrischen Anschluss kontaktierbar ist und aus einem
elektrisch leitenden Material gefertigt ist. Dieser erste Kontaktträger 26 weist in
Richtung der Längsachse A mittig einen Zylinderabschnitt 28 auf. Am einen Ende dieses
Zylinderabschnittes 28, welches in Richtung der Längsachse A dem Gegenschaltstück
18 abgewandt ist, ist eine Endplatte 30 angeordnet. Am anderen Ende des ersten Kontaktträgers
26, welches dem Gegenschaltstück zugewandt ist, weist dieser eine Kreisringscheibe
32 auf. Zwischen dem Zylinderabschnitt 28 und der Kreisringscheibe 32 weist der erste
Kontaktträger 26 einen sich radial verjüngenden Abschnitt auf.
[0019] Auf den ersten Kontaktträger 26 des Schaltstücks 12 ist der Nennstromkontakt 14 in
Richtung der Längsachse A beweglich aufgesetzt. Dieser Nennstromkontakt 14 ist von
einer offenen Stellung des Leistungsschalters 10 (siehe Fig. 2) in eine geschlossene
Stellung des Leistungsschalters verschiebbar (siehe Fig. 1), in welcher der Nennstromkontakt
14 den Gegennennstromkontakt 24 und der Abbrandkontakt 16 den Gegenabbrandkontakt
20 kontaktiert. Der bewegliche Nennstromkontakt 14 ist hohlzylinderförmig geformt,
wobei sich der zum Kontaktieren des Gegennennstromkontakts 24 bestimmte Endbereich
verjüngt. In diesen Endbereich des Nennstromkontakts 14 ist eine bekannte Isolierstoffdüse
34 eingesetzt.
[0020] Der Abbrandkontakt 16 ist rohrförmig ausgebildet, wobei das bei offenem Leistungsschalter
10 (siehe Fig. 2) dem Gegenabbrandkontakt 20 zugewandte Ende als eine Kontakttulpe
ausgebildet ist, die Kontaktfinger 36 aufweist. Der Abbrandkontakt 16 erstreckt sich
entlang der Längsachse A durch den ersten Kontaktträger 26 hindurch. Der Abbrandkontakt
16 ist durch ein Loch in der Endplatte 30 und durch das Loch der Kreisringscheibe
32 hindurch in Richtung der Längsachse A beweglich am Kontaktträger 26 gehalten. Hierzu
sind zwischen dem Kontaktträger 26 und dem Abbrandkontakt 16 Gleitringe angeordnet.
Der zum Zusammenwirken mit dem Gegenabbrandkontakt 20 bestimmte Endbereich des Abbrandkontaktes
16 ist bezüglich des Nennstromkontakts 14 beziehungsweise bezüglich der Isolierstoffdüse
34 derart angeordnet, dass der Abbrandkontakt 16 in bekannter Art und Weise radial
innerhalb der Isolierstoffdüse 34 beziehungsweise innerhalb des Nennstromkontakts
14 angeordnet ist.
[0021] Innerhalb des Nennstromkontakts 14 ist ein Gasdruckraum ausgebildet, welcher aus
einem Heizvolumen 38 und aus einem Kolbenvolumen 40 besteht. Das Heizvolumen 38 ist
über einen durch die Isolierstoffdüse 34 ausgebildeten Heizkanal 42 mit einer Lichtbogenzone
44 (Fig. 2) des Leistungsschalters 10 verbunden und in Richtung der Längsachse A,
gegenüberliegend der Isolierstoffdüse 34, durch das Zwischenelement 46 abgeschlossen.
Dieses Zwischenelement 46 trennt das Heizvolumen 38 vom Kolbenvolumen 40 ab, wobei
dieses radial aussen am Nennstromkontakt 14 und radial innen am Abbrandkontakt 16
ortsfest gehalten oder angeordnet ist. Zwischen dem Kolbenvolumen 40 und dem Heizvolumen
38 ist im Zwischenelement 46 ein Überdruckventil 48 derart angeordnet, dass bei Überdruck
im Kolbenvolumen 40 Löschgas vom Kolbenvolumen 40 in das Heizvolumen 38 strömen kann.
Die Kreisringscheibe 32 bildet zusammen mit dem beweglichen Nennstromkontakt 14 eine
Zylinder-Kolben-Anordnung zum Komprimieren des Löschgases, wobei das Kolbenvolumen
40 das Zylindervolumen bildet. Durch ein in der Kreisringscheibe 32 angeordnetes Spülventil
kann Löschgas beim Schliessen den Leistungsschalters 10 in das Kolbenvolumen 40 einströmen.
[0022] Der Gegennennstromkontakt 24 ist im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet, wobei er
an seinem freien Endbereich Kontaktfinger 50 aufweist, mittels welchen bei geschlossenem
Leistungsschalter 10 der Nennstromkontakt 14 kontaktiert ist.
[0023] Radial innerhalb des Gegennennstromkontakts 24 beziehungsweise des zweiten Kontaktträgers
22 ist der gegenüber dem zweiten Kontaktträger 22 bewegliche Gegenabbrandkontakt 20
angeordnet, der stabförmig ausgebildet ist und sich entlang der Längsachse A erstreckt.
Der Gegenabbrandkontakt 20 ist entlang der Längsachse A beweglich ausgebildet, wobei
im geschlossenen Zustand des Leistungsschalters 10 (siehe Fig. 1) der Gegenabbrandkontakt
20 im Eingriff ist mit dem Abbrandkontakt 16 und bei geöffnetem Leistungsschalter
10 (siehe Fig. 2) der Abbrandkontakt 16 vom Gegenabbrandkontakt 20 getrennt ist.
[0024] Beim Öffnen beziehungsweise beim Schliessen des Leistungsschalters 10 bewegen sich
der Abbrandkontakt 16 und der Gegenabbrandkontakt 20 entlang der Längsachse A in entgegengesetzter
Richtung. Die Bewegung des Gegenabbrandkontakts 20 ist hierzu an die Bewegung des
Abbrandkontakts 16 über ein Getriebe 52 gekoppelt, wie dies beispielsweise aus
DE 44 27 163 A1 bekannt ist. Dieses Getriebe 52 weist eine aus einem Isoliermaterial gefertigte Antriebsstange
54 auf, die mit dem Abbrandkontakt 16 fest verbunden ist. Die Bewegung des Abbrandkontaktes
16 wird über diese gezahnt ausgebildete Antriebsstange 54 und ein Zahnrad 56 auf den
Gegenabbrandkontakt 20 übertragen, wobei hierzu das Zahnrad 56 ortsfest bezüglich
des zweiten Kontaktträgers 22 angeordnet ist.
[0025] Der Abbrandkontakt 16 und der Nennstromkontakt 14, die zusammen das bewegliche Schaltstück
12 bilden, sind über ein diesem Schaltstück 12 zugeordnetes, flexibles Verbindungselement
58 mit dem ersten Kontaktträger 26 elektrisch verbunden. Hierzu ist das zwischen dem
Nennstromkontakt 14 und dem ersten Kontaktträger 26 angeordnete Verbindungselement
58 einerseits ortsfest am Nennstromkontakt 14 und andererseits ortsfest am ersten
Kontaktträger 26 angebracht. Der Abbrandkontakt 16 ist über das Trennelement 46 mit
dem Nennstromkontakt 14 elektrisch leitend verbunden.
[0026] Zwischen dem Gegenschaltstück 18 - ausgebildet durch den Gegenabbrandkontakt 20 -
und dem zweiten Kontaktträger 22 - dem Gegennennstromkontakt 24 - ist die elektrische
Verbindung ebenso über ein dem Gegenschaltstück 18 zugeordnetes, flexibles Verbindungselement
58' hergestellt. Dieses ist am Gegenabbrandkontakt 20 und am integral mit dem Gegennennstromkontakt
24 gefertigten zweiten Kontaktträger 22 ortsfest angebracht.
[0027] Eine ortsfeste Verbindung kann beispielsweise durch Schweissen, Löten, Verschrauben,
Nieten, Einrollen oder Einpressen ausgebildet sein. Ebenso kann die ortsfeste Verbindung
durch einen anderen Formschluss oder Stoffschluss hergestellt sein.
[0028] Die flexiblen Verbindungselemente 58, 58' sind vorzugsweise bandartig ausgebildet,
das heisst, dass die Breite der Verbindungselemente 58, 58' grösser ist als ihre Dicke.
Dadurch ergibt sich eine grosse Flexibilität um Achsen in Richtung der Breite und
eine vergleichsweise geringe Flexibilität um Achsen in Richtung der Dicke. Weiter
weisen die Verbindungselemente 58, 58' an ihren beidseitigen Endbereichen verfestigte
oder starre, plattenartige Befestigungsendbereiche auf. Der Übergang von den Befestigungsendbereichen
in den flexiblen Abschnitt zwischen den beiden Befestigungsendbereichen erfolgt vorzugsweise
derart, dass sich die Flexibilität im Übergangsbereich kontinuierlich erhöht. An den
Befestigungsendbereichen wird jeweils die ortfeste Verbindung hergestellt.
[0029] Die flexiblen Verbindungselemente 58, 58' weisen vorzugsweise die Struktur eines
Gewebes, eines Gewirks oder eines Vliesstoffes auf, wobei als Faden, Garn beziehungsweise
für die vliesstoffartige Struktur Fasen ein elektrisch leitendes Material verwendet
wird. Weiter kann eine Kombination von leitendem Material und nicht-leitenden Fäden,
Garnen beziehungsweise Fasern zur Anwendung gelangen, wobei mittels der nicht-leitenden
Fäden, Garnen beziehungsweise Fasern die mechanischen Eigenschaften des flexiblen
Verbindungselements 58, 58' in vorteilhafter Weise beeinflusst werden, sodass die
bei parallel geführten Strompfaden auftretenden Kräfte nicht zu einer unkontrollierten
Bewegung der flexiblen Verbindungselementen 58, 58' führt.
[0030] In einer weitere bevorzugte Ausbildungsform der flexiblen Verbindungselemente 58,
58' werden diese aus einem Blech, insbesondere aus einem Federblech, gefertigt.
[0031] Wie in Fig. 1-4 gezeigt, können die flexiblen Verbindungselemente 58, 58' an verschiedenen
Orten angeordnet sein, wobei jeweils mindestens ein flexibles Verbindungselement 58
zwischen dem beweglichen Schaltstück 12 und dem ersten Kontaktträger 26, und zwischen
dem beweglichen Gegenschaltstück 18, insbesondere zwischen dem Gegenabbrandkontakt
20 und dem zweiten Kontaktträger 22 angeordnet ist.
[0032] Wie in Fig. 1 gezeigt, ist das zwischen dem Kontaktträger 26 des Schaltstücks 12
und dem Nennstromkontakt 14 angeordnete flexible Verbindungselement 58 U-förmig angeordnet.
Am Endbereich, direkt anschliessend an das der Isolierstoffdüse 34 entfernte Ende
des Nennstromkontaktes 14, ist der eine Endbereich des Verbindungselements 58 fest
angeordnet. Das Verbindungselement 58 führt zunächst in Richtung zur Isolierstoffdüse
34 hin, parallel zur Oberfläche des Nennstromkontakts 14 und wendet sodann in einem
U-förmigen Bogen, sodass der andere Endbereich des Verbindungselements 58 fest am
ersten Kontaktträger 26 angeordnet ist. Dieser andere Endbereich des Verbindungselements
58 ist parallel zur Oberfläche des ersten Kontaktträgers 26 geführt. Die Punkte der
festen Verbindungen am Nennstromkontakt 14 und am Kontaktträger 26 und die Länge des
flexiblen Verbindungselements 58 sind derart gewählt, dass der Nennstromkontakt 14
um die notwendige Distanz zum Öffnen beziehungsweise zum Schliessen des Leistungsschalters
10 in Richtung der Längsachse A verschiebbar ist. Falls für das Verbindungselement
58 ein Band verwendet wird, verläuft die Richtung der Breite des Bandes bevorzugt
in Umfangsrichtung zum Nennstromkontakt 14 beziehungsweise zum Kontaktträger 26. Dadurch
wird erreicht, dass das Band beim Verschieben des Nennstromkontakts 14 in dem zwischen
dem Nennstromkontakt 14 und dem Kontaktträger 26 ausgebildeten Ringspalt abgerollt
wird, da das Band um Achsen in Richtung der Breite eine grosse Flexibilität aufweist.
[0033] Das zwischen dem Gegennennstromkontakt 24, welcher Teil des zweiten Kontaktträger
22 ist, und dem Gegenabbrandkontakt 20, welcher Teil des Gegenschaltstücks 18 ist,
angeordnete flexible Verbindungselement 58' ist ebenfalls U-förmig angeordnet. Das
Verbindungselement führt zunächst in Richtung von dem zum Kontaktieren des Abbrandkontaktes
16 bestimmten Endes weg, parallel zur Oberfläche des Gegenabbrandkontaktes 20 und
wendet sodann in einem U-förmigen Bogen, sodass der andere Endbereich des Verbindungselements
58' fest am Gegennennstromkontakt 24 angeordnet ist, wobei der andere Endbereich des
Verbindungselements 58' parallel zur Oberfläche des Gegennennstromkontakts 24 geführt
ist. Die Punkte der festen Verbindungen am Gegennennstromkontakt 24 und am Gegenabbrandkontakt
20 und die Länge des flexiblen Verbindungselements 58' sind derart gewählt, dass der
Gegenabbrandkontakt 20 um die notwendige Distanz zum Öffnen beziehungsweise zum Schliessen
des Leistungsschalters 10 in Richtung der Längsachse A verschiebbar ist. Wiederum
wird bevorzugt für das Verbindungselement 58' ein Band verwendet.
[0034] Fig. 3 und 4 zeigen drei weitere mögliche Anordnungen des zwischen dem Schaltstück
12 und dem ersten Kontaktträger 26 angeordneten flexiblen Verbindungselements 58 und
zwei weitere mögliche Anordnungen des zwischen dem Gegenschaltstück 18 und dem zweiten
Kontaktträger 22 angeordneten flexiblen Verbindungselements 58'. Der in den Fig. 3
und 4 gezeigte Leistungsschalter 10 ist ansonsten weitgehend gleich ausgebildet wie
der in Fig. 1 und 2 gezeigte.
[0035] Anstelle zwischen dem Schaltstück 12 und dem ersten Kontaktträger 26 kann das flexible
Verbindungselement 58 auch zwischen dem Kontaktträger 26 und dem Abbrandkontakt 16
des Schaltstücks 12 angeordnet sein. Fig. 3 und 4 zeigen zwei mögliche Anordnungen.
[0036] Bei der einen Anordnung ist das flexible Verbindungselement 58 zwischen dem Zylinderabschnitt
28 des ersten Kontaktträgers 26 und dem Abbrandkontakt 16 angeordnet.
[0037] Bei der andren Anordnung ist das flexible Verbindungselement 58 zwischen der Endplatte
30 des ersten Kontaktträgers 26 und dem Abbrandkontakt 16 des Schaltstücks 12 angeordnet.
Von der Endplatte 30 führt das flexible Verbindungselement 58 zunächst radial nach
aussen und führt sodann in einem U-förmigen Bogen zurück in Richtung des Abbrandkontaktes
16. Der Endbereich, mittels welchem das Verbindungselement 58 am Abbrandkontakt 16
angeordnet ist, ist in radialer Richtung bezüglich der Längsachse A ausgereichtet.
Um das flexible Verbindungselement 58 am Abbrandkontakt 16 ortsfest anzuordnen, weist
dieser ein radial hervorstehendes Montageelement auf.
[0038] Weiter ist in Fig. 3 und 4 eine Anordnung des flexiblen Verbindungselements 58 gezeigt,
bei welcher dieses zwischen dem Nennstromkontakt 14 und einem dem ersten Kontaktträger
26 zugehörigen seitlichen Abschirmelement 62 angeordnet ist. Das seitliche Abschirmelement
62 ist radial ausserhalb des Nennstromkontakts 14 angeordnet. Das flexible Verbindungselement
58 ist zwischen diesem und dem Nennstromkontakt 14 S-förmig angeordnet.
[0039] In Fig. 3 und 4 sind zwei weitere mögliche Anordnungen des flexiblen Verbindungselements
58' zwischen dem das Gegenschaltstück 18 bildenden Gegenabbrandkontakt 20 und dem
zweiten Kontaktträger 22 gezeigt. Anstelle der in Fig. 1 und 2 gezeigten U-förmigen
Anordnung kann das flexible Verbindungselement 58' ebenfalls S-förmig angeordnet sein.
[0040] Eine weiter Möglichkeit besteht darin, die flexiblen Verbindungselemente nicht wie
oben beschrieben lateral sondern endseitig bezüglich des Schaltstücks 12 beziehungsweise
bezüglich des Gegenschaltstücks 18 anzuordnen. In Fig. 3 und 4 ist diesbezüglich ein
Beispiel gezeigt. Das flexible Verbindungselement 58' ist von dem dem Schaltstück
12 abgewandten Ende des Gegenabbrandkontakts 20 zu einem Punkt des zweiten Kontaktträgers
22 geführt, der auf der Längsachse A liegt. Das flexible Verbindungselement 58' ist
folglich endseitig am Gegenschaltstück 18 angeordnet. Ebenso kann das am Schaltstück
12 angebrachte flexible Verbindungselement 58 endseitig am Schaltstück 12 angeordnet
sein.
[0041] Vorzugsweise werden jeweils mehrere flexible Verbindungselemente verwendet, welche
symmetrisch bezüglich der Längsachse A angeordnet sind. Beispielsweise werden in Umfangsrichtung
jeweils sechs Verbindungselemente 58, 58' in einem Abstand von 60° zueinander angeordnet.
[0042] Anstelle der Ausbildung des flexiblen Verbindungselements als Band kann dieses flächig
ausgebildet sein, insbesondere als ein rotationssymmetrischer Körper um die Längsachse
A herum. Der Querschnitt eines solchen Körpers entspricht folglich der in den Figuren
gezeigten Schnittflächen der Bänder.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0043]
- 10
- Leistungsschalter
- 12
- Schaltstück
- 14
- Nennstromkontakt
- 16
- Abbrandkontakt
- 18
- Gegenschaltstück
- 20
- Gegenabbrandkontakt
- 22
- zweiter Kontaktträger
- 24
- Gegennennstromkontakt
- 26
- erster Kontaktträger
- 28
- Zylinderabschnitt
- 30
- Endplatte
- 32
- Kreisringscheibe
- 34
- Isolierstoffdüse
- 36
- Kontaktfinger
- 36'
- Tulpenkontakt
- 38
- Heizvolumen
- 40
- Kolbenvolumen
- 42
- Heizkanal
- 44
- Lichtbogenzone
- 46
- Trennelement
- 48
- Überdruckvnetil
- 50
- Kontaktfinger
- 52
- Getriebe
- 54
- Antriebsstange
- 56
- Rad
- 58, 58'
- flexibles Verbindungselement
- 60
- Ringspalt
- 62
- Abschirmelement
- A
- Längsachse
1. Leistungsschalter mit einem beweglichen Schaltstück (12) und einem dem Schaltstück
(12) zugeordneten ersten Kontaktträger (26), wobei das Schaltstück (12) über ein ihm
zugeordnetes Verbindungselement (58) mit dem ersten Kontaktträger (26) elektrisch
leitend verbunden ist, einem beweglichen Gegenschaltstück (18) und einem dem Gegenschaltstück
(18) zugeordneten zweiten Kontaktträger (22), wobei das Gegenschaltstück (18) über
ein ihm zugeordnetes Verbindungselement (58') mit dem zweiten Kontaktträger (22) elektrisch
leitend verbunden ist, und wobei das Gegenschaltstück (18) dazu bestimmt ist mit dem
Schaltstück (12) zum Schliessen des Leistungsschalters (10) eine elektrisch leitende,
wieder trennbare Verbindung herzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Verbindungselement (58), das dem Schaltstück (12) zugeordneten ist,
flexibel ausgebildet und einerseits am ersten Kontaktträger (26) und andererseits
am Schaltstück (12) ortsfest angeordnet ist und dass mindestens ein Verbindungselement
(58'), das dem Gegenschaltstück (18) zugeordneten ist, flexibel ausgebildet und einerseits
am zweiten Kontaktträger (22) und andererseits am Gegenschaltstück (18) ortsfest angeordnet
ist.
2. Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Verbindungselemente flexibel ausgebildet sind und/oder das dem Schaltstück (12)
zugeordnete Verbindungselement (58) einerseits am ersten Kontaktträger (26) und andererseits
am Schaltstück (12) ortsfest angeordnet ist und das dem Gegenschaltstück (18) zugeordnete
Verbindungselement (58') einerseits am zweiten Kontaktträger (22) und andererseits
am Gegenschaltstück (18) ortsfest angeordnet ist.
3. Leistungsschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltstück (12) einen relativ zum ersten Kontaktträger (26) beweglichen Nennstromkontakt
(14) und einen beweglichen Abbrandkontakt (16) aufweist und/oder das Gegenschaltstück
(18) durch einen beweglichen Gegenabbrandkontakt (20) ausgebildet ist.
4. Leistungsschalter, nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Nennstromkontakt (14) des Schaltstücks (12) über das diesem Schaltstück (12)
zugeordneten flexiblen Verbindungselement (58) kontaktiert ist, welches einerseits
ortsfest am Nennstromkontakt (14) und andererseits ortsfest am ersten Kontaktträger
(26) angeordnet ist.
5. Leistungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Verbindungselemente (58, 58') ein kontinuierliches, längliches
Leiterelement ist, insbesondere ein Leiterband ist.
6. Leistungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Verbindungselement (58, 58') jeweils endseitig einen Befestigungsendbereich
aufweist, der insbesondere steif ist.
7. Leistungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Verbindungselemente ein flächiger Leiter ist.
8. Leistungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Verbindungselemente (58, 58') zumindest teilweise gewebeartig,
gestrickartig, gewirkartig oder vliesartig ist.
9. Leistungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der flexiblen Verbindungselemente (58, 58') blechartig ist, insbesondere
aus einem Blech und besonders bevorzugt aus Federblech ist.
10. Leistungsschalter nach einem der Anspruche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die flexiblen Verbindungselemente (58, 58') lateral und/oder endseitig am Schaltstück
(12) beziehungsweise am Gegenschaltstück (18) angeordnet sind.
11. Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltstück (12) und das Gegenschaltstück (18) entlang einer Längsachse (A) bewegbar
sind, und dass mehrer Verbindungselemente (58, 58') symmetrisch bezüglich der Längsachse
(A) angeordnet sind.
12. Leitungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Druckgasschalter, insbesondere als Selbstblasschalter.