[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hörvorrichtung zum Tragen am Ohr oder im
Ohr, einschließlich eines Gehäuses. Unter dem Begriff Hörvorrichtung wird hier insbesondere
ein Hörgerät verstanden. Darüber hinaus fallen unter den Begriff aber auch andere
tragbare akustische Geräte wie Headsets, Kopfhörer und dergleichen.
[0002] Hörgeräte sind tragbare Hörvorrichtungen, die zur Versorgung von Schwerhörenden dienen.
Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden unterschiedliche
Bauformen von Hörgeräten wie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), Hörgerät mit externem
Hörer (RIC: receiver in the canal) und In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO), z.B. auch Concha-Hörgeräte
oder Kanal-Hörgeräte (ITE, CIC), bereitgestellt. Die beispielhaft aufgeführten Hörgeräte
werden am Außenohr oder im Gehörgang getragen. Darüber hinaus stehen auf dem Markt
aber auch Knochenleitungshörhilfen, implantierbare oder vibrotaktile Hörhilfen zur
Verfügung. Dabei erfolgt die Stimulation des geschädigten Gehörs entweder mechanisch
oder elektrisch.
[0003] Hörgeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
Schallempfänger, z. B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer Empfänger, z.
B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer Wandler,
z. B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer,
realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinheit integriert.
Dieser prinzipielle Aufbau ist in FIG 1 am Beispiel eines Hinter-dem-Ohr-Hörgeräts
dargestellt. In ein Hörgerätegehäuse 1 zum Tragen hinter dem Ohr sind ein oder mehrere
Mikrofone 2 zur Aufnahme des Schalls aus der Umgebung eingebaut. Eine Signalverarbeitungseinheit
3, die ebenfalls in das Hörgerätegehäuse 1 integriert ist, verarbeitet die Mikrofonsignale
und verstärkt sie. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit 3 wird an einen
Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt. Der Schall
wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit einer Otoplastik im Gehörgang
fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers übertragen. Die Energieversorgung des
Hörgeräts und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit 3 erfolgt durch eine
ebenfalls ins Hörgerätegehäuse 1 integrierte Batterie 5.
[0004] Vorliegend gilt das Interesse einem optischen Wiedergeben von Informationen, welche
im Hinblick auf einen Betriebszustand des Hörgeräts ausgewertet werden können. So
sind aus dem Stand der Technik Hörgeräte bekannt, bei welchen zu diesem Zwecke elektrophoretische
Anzeigen eingesetzt werden. Die Druckschrift
DE 10 2004 023 047 B3 offenbart ein Hörgerät, bei welchem auf einer elektrophoretischen Anzeige Zustandsinformationen,
beispielsweise ein Einstellzustand des Hörgeräts, der Batterieladezustand, ein gewähltes
Programm oder eine Lautstärkeeinstellung wiedergebbar sind. Dabei bezeichnet der Begriff
Elektrophorese die Wanderung geladener Teilchen in einem elektrischen Feld. Der visuelle
Eindruck wird dadurch erzeugt, dass beispielsweise die unterschiedlich geladenen und
unterschiedlich farbigen Teile von Partikeln dem Betrachter zugewandt werden. Alternativ
können in einer Dispersion zwei Farben vorliegen und durch das elektrische Feld getrennt
werden, wodurch die eine Farbe durch die andere verdeckt wird. An diesen bekannten
Hörgeräten ist als nachteilig der Umstand anzusehen, dass die Qualität der durch die
elektrophoretischen Displays erreichten Darstellung noch viel zu wünschen übrig lässt.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die minimale Pixelgröße bei den elektrophoretischen
Displays relativ groß ist. Darüber hinaus sind die Hörgeräte mit den dispersionstragenden
Kapseln aufgrund ihrer Dicke und somit der am Gehäuse zusätzlich gebildeten Schicht
optisch wenig ansprechend.
[0005] Des Weiteren werden bei herkömmlichen Hörgeräten Statusinformationen mit Hilfe von
LCD-Display (liquid crystal display) wiedergegeben.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Hörvorrichtung zum Tragen am Ohr
oder im Ohr bereitzustellen, bei welcher mit möglichst geringem Aufwand Maßnahmen
getroffen sind, die im Hinblick auf die Qualität ein verbessertes Wiedergeben von
Informationen ermöglichen.
[0007] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Hörvorrichtung
zum Tragen am Ohr oder im Ohr, einschließlich eines Gehäuses, welches zumindest bereichsweise
aus einem elektrochromen Polymer ausgebildet ist.
[0008] Da elektrochrome Polymere ein homogenes Material darstellen, ist neben dem Aufbringen
dieses Materials und der Kontaktierung kein zusätzlicher Schritt notwendig. Hierdurch
kann im Hinblick auf die Fertigung eine kostenreduzierte Hörvorrichtung geschaffen
werden. Durch die erfindungsgemäße Hörvorrichtung wird in vorteilhafter Weise erreicht,
dass das Gehäuse je nach elektrischer Anregung zumindest bereichsweise seine Farbe
verändern kann. Hierdurch wird einem Benutzer bzw. einer betreuenden Person die Möglichkeit
gegeben, über die Farbe des Gehäuses den aktuellen Betriebszustand der Hörvorrichtung
abzulesen. Des Weiteren können aus den elektrochromen Polymeren sehr feine Strukturen
erzeugt und mit besonders geringem Aufwand auf gekrümmte Oberflächen aufgebracht werden.
Durch die extrem niedrige Stromaufnahme wird außerdem erreicht, dass die Batterie
nicht sehr stark zusätzlich belastet wird. Hierdurch wird eine energieeffiziente Hörvorrichtung
geschaffen. Schließlich haben die elektrochromen Polymere den Vorteil der hohen Robustheit.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform ist eine äußere Schicht des Gehäuses aus dem elektrochromen
Polymer ausgebildet. Insbesondere bei Hörgeräten, bei welchen die Form des Gehäuses
an die Anatomie des Benutzers angepasst ist, wird durch die Anwendung von elektrochromen
Polymeren erreicht, dass sehr dünne Schichten leicht auf gekrümmte Oberflächen aufgebracht
werden können.
[0010] Alternativ kann das Gehäuse vollständig aus einem oder mehreren elektrochromen Polymeren
ausgebildet sein. Hierdurch wird eine im Hinblick auf die Fertigung effiziente Hörvorrichtung
geschaffen.
[0011] Bevorzugt stellt ein Bereich des Gehäuses aus dem elektrochromen Polymer ein Symbol
dar, welches einem Betriebszustand der Hörvorrichtung zugeordnet ist. Insbesondere
kann jedem Betriebszustand bzw. jedem Programm der Hörvorrichtung ein Symbol zugeordnet
sein, wobei abhängig vom aktuell gewählten Programm der Hörvorrichtung die Farbe des
jeweiligen Symbols hervorgehoben werden kann. Hierdurch wird dem Benutzer bzw. der
betreuenden Person die Möglichkeit eingeräumt, über die Farbe des jeweiligen Symbols
den Gerätestatus abzulesen. Darüber hinaus können die Symbole auch zur Individualisierung
der Hörvorrichtung benutzt werden.
[0012] In einer Ausführungsform kann die Hörvorrichtung als In-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet
sein, wobei das Gehäuse an einer von einer Schallaustrittsöffnung abgewandten Seite
zumindest bereichsweise aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet sein kann. Hierdurch
wird erreicht, dass der aus dem elektrochromen Polymer ausgebildete Teil des Gehäuses
nach außen gerichtet und für Dritte, insbesondere für die betreuenden Personen, sichtbar
ist.
[0013] Alternativ kann die Hörvorrichtung als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet sein,
wobei das Gehäuse eine Krümmung aufweisen und an einer konvexen Außenseite zumindest
bereichsweise aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet sein kann. Mit anderen Worten
kann das Gehäuse der als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildeten Hörvorrichtung an einer
von einem Zwischenraum zwischen dem Ohr und dem Kopf des Benutzers abgewandten Seite
des Gehäuses aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet sein. Somit wird gewährleistet,
dass der aus dem elektrochromen Polymer ausgebildete Teil des Gehäuses beim bestimmungsgemäßen
Tragen der Hörvorrichtung nach außen sichtbar ist. Insbesondere im Hinblick auf die
Betreuung von älteren Leuten, wird hierdurch eine besonders einfache Auswertung der
wiedergegebenen Informationen ermöglicht.
[0014] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die oben genannte Aufgabe gelöst durch
eine Hörvorrichtung zum Tragen am Ohr oder im Ohr, einschließlich eines Gehäuses,
welches eine organische Leuchtdiode aufweist.
[0015] Die organischen Leuchtdioden sind in der Lage, Licht in verschiedensten Farben abzustrahlen.
Weil die organischen Leuchtdioden selbst Licht abstrahlen können, wird hierdurch ein
hoher Kontrast zur Umgebung ermöglicht, was sich hinsichtlich der Auswertung der wiedergegebenen
Informationen besonders vorteilhaft zeigt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Dioden findet
das Aufbringen in einem Druckverfahren statt, wodurch es möglich ist, beliebige Oberflächen
mit organischen Leuchtdioden zu versehen. Somit finden die organischen Leuchtdioden
auch bei stark gekrümmten Oberflächen von Hörgeräten Anwendung. Außerdem können so
auch sehr feine Strukturen von Anzeigeflächen erzeugt werden. Des Weiteren zeichnen
sich die organischen Leuchtdioden mit niedriger Stromaufnahme aus.
[0016] Vorzugsweise umfasst das Gehäuse ein Display, welches aus einer Mehrzahl von organischen
Leuchtdioden ausgebildet ist. Hierdurch wird ein Darstellen von beliebigen farbigen
Bildern ermöglicht. Weil die organischen Leuchtdioden praktisch auf jedes Material
aufgedruckt werden können, wird hierdurch insbesondere gegenüber den herkömmlichen
Hörgeräten mit einem LCD-Display eine kostenreduzierte sowie aufwandsreduzierte Hörvorrichtung
hinsichtlich der Fertigung geschaffen. Ein weiterer vorteilhafter Aspekt bei der Verwendung
von organischen Leuchtdioden speziell gegenüber dem LCD-Display ist das energieeffizientere
Betreiben und somit die geringere Stromaufnahme. Dieser Aspekt zeigt sich insbesondere
bei kleineren Hörgeräten, wie beispielsweise bei In-dem-Ohr-Hörgeräten besonders vorteilhaft.
Ein weiterer Vorteil eines aus organischen Leuchtdioden ausgebildeten Displays besteht
darin, dass dieses einen größeren Blickwinkelbereich als die herkömmlichen LCD-Displays
aufweist. Insbesondere im Hinblick auf die Betreuung von älteren Leuten, wird hierdurch
ein zuverlässigeres Auswerten der wiedergegebenen Informationen ermöglicht.
[0017] Bevorzugt ist mittels des OLED-Displays, wie bei dem elektrochromen Display, ein
Symbol anzeigbar, welches einem Betriebszustand der Hörvorrichtung zugeordnet ist.
Insbesondere kann jedem Betriebszustand der Hörvorrichtung ein separates Symbol zugeordnet
und im Betrieb angezeigt werden. Es ist auch möglich, mit Hilfe von Symbolen den aktuellen
Batterieladezustand der Hörvorrichtung anzuzeigen. Insbesondere bei älteren Personen,
wird somit der betreuenden Person die Möglichkeit eingeräumt, den Batterieladezustand
einfach zu erkennen. Außerdem können die Symbole auch zur Individualisierung der Hörvorrichtung
benutzt werden.
[0018] In einer Ausführungsform kann auch hier die Hörvorrichtung als In-dem-Ohr-Hörgerät
ausgebildet sein, wobei die organische Leuchtdiode an einer von einer Schallaustrittsöffnung
abgewandten Seite des Gehäuses angeordnet sein kann. Hierdurch wird gewährleistet,
dass der die organische Leuchtdiode aufweisende Bereich des Gehäuses stets nach außen
gerichtet und für die betreuende Person sichtbar ist.
[0019] Alternativ kann die Hörvorrichtung als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet sein,
wobei das Gehäuse eine Krümmung aufweisen kann, und die organische Leuchtdiode an
einer konvexen Außenseite des Gehäuses angeordnet sein kann. Insbesondere ist die
organische Leuchtdiode an einer Seite des Gehäuses angeordnet, welche von einem Zwischenraum
zwischen dem Ohr und dem Kopf des Benutzers abgewandt ist. Hierdurch wird erreicht,
dass die organische Leuchtdiode zugunsten einer besseren Auswertung der wiedergegebenen
Informationen nach außen sichtbar ist.
[0020] Vorzugsweise weist die Hörvorrichtung eine Schnittstelle auf, über welche Daten,
die das Symbol charakterisieren, von einer externen Recheneinrichtung übertragbar
sind. Somit wird ermöglicht, dass die Symbole, welche dem jeweiligen Betriebszustand
der Hörvorrichtung zugeordnet sind, auf die Hörvorrichtung über die Schnittstelle
beispielsweise vom Internet geladen werden können. Hierdurch kann eine beliebige und
optisch ansprechende Ausgestaltung der Hörvorrichtung erzielt werden. Die Recheneinrichtung
kann beispielsweise ein Rechner, ein Notebook oder ein Handy sein.
[0021] Bevorzugt sind durch das Gehäuse zumindest zwei Farbtöne wiedergebbar. Insbesondere
bei der Verwendung von elektrochromen Polymeren, welche als feste Symbole an das Gehäuse
angebracht werden, bietet sich an, zwei Farbtöne, einen für aktiven und einen für
nicht aktiven Betriebszustand der Hörvorrichtung zu verwenden. So kann über die Symbolfarbe
der aktive Betriebszustand der Hörvorrichtung festgestellt und somit der Gerätestatus
abgelesen werden. Farbtöne können darüber hinaus zur Individualisierung der Hörvorrichtung
benutzt werden.
[0022] Vorzugsweise ist das Gehäuse nach einem vorbestimmten zeitlichen Muster durch das
elektrochrome Polymer oder die organische Leuchtdiode optisch veränderbar. Hierdurch
wird eine optisch ansprechende Ausgestaltung der Hörvorrichtung erzielt.
[0023] In einer Ausführungsform ist das Gehäuse in Abhängigkeit eines aufgenommenen Schalls
und/oder eines Steuersignals optisch veränderbar. Neben der optischen Funktion, wird
hierdurch einer betreuenden Person die Möglichkeit gegeben, Informationen über den
aktuell empfangenen Schall abzulesen.
[0024] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Hörvorrichtung gemäß dem ersten oder zweiten Aspekt
der Erfindung sind als vorteilhafte Ausgestaltungen der Hörvorrichtungen des jeweils
anderen Aspekts der Erfindung anzusehen.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- FIG 1
- einen prinzipiellen Aufbau eines Hinter-dem-Ohr-Hörgerät nach dem Stand der Technik;
- FIG 2
- in schematischer Darstellung ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung,
- FIG 3
- in schematischer Darstellung ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- FIG 4
- in schematischer Darstellung ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung; und
- FIG 5
- in schematischer Darstellung ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0026] In den FIG sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0027] Die nachfolgend näher geschilderten Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung dar.
[0028] Eine in FIG 2 wiedergegebene Hörvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
ist als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet. Das Hörgerät weist ein Hörgerätegehäuse
1 auf, welches vorliegend auf herkömmliche Weise rohrförmig mit gekrümmter Mittellinie
ausgebildet ist. Das Hörgerätegehäuse 1 weist somit eine konkave Innenseite 6 sowie
eine konvexe Außenseite 7 auf. Beim bestimmungsgemäßen Tragen des Hörgeräts ist die
konvexe Außenseite 7 nach außen gerichtet oder, anders gesagt, von einem Zwischenraum
zwischen dem Ohr und dem Kopf des Benutzers abgewandt.
[0029] Gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel weist das Hörgerätegehäuse 1 vier rechteckförmige
Symbole 8 auf, welche vorliegend jeweils aus einem elektrochromen Polymer ausgebildet
sind. Da elektrochrome Polymere ein homogenes Material darstellen, ist es möglich,
die Symbole 8 in sehr dünnen Schichten zu verwenden. Darüber hinaus können die Symbole
8 besonders einfach auf gekrümmte Oberflächen aufgebracht werden. Im vorliegenden
Beispiel sind die Symbole 8 an der konvexen Außenseite 7 des Hörgerätegehäuses 1 angeordnet,
so dass sie beim bestimmungsgemäßen Tragen des Hörgeräts für Dritte, beispielsweise
für betreuende Personen, sichtbar sind. Die aus elektrochromen Polymeren ausgebildeten
Symbole 8 besitzen die Eigenschaft, dass deren farbspezifisches Reflexionsverhalten
elektrisch verändert werden kann. Hierzu umfassen die Symbole 8 jeweils ein elektrisches
Kontaktelement, welches beispielsweise mit einer Steuereinheit des Hörgeräts gekoppelt
ist. Somit ist jedes Symbol 8 in der Lage, je nach elektrischer Anregung von Seiten
der Steuereinheit seine Farbe zu verändern.
[0030] An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Symbole 8 in diesem Ausführungsbeispiel
nebeneinander in Längsrichtung des Hörgerätegehäuses 1 angeordnet sind. Die Symbole
8 werden vorliegend zur Darstellung des Ladezustands einer Batterie des Hausgeräts
verwendet. Es bietet sich an, allen vier Symbolen 8 im aufgeladenen Zustand der Batterie
eine gleiche Farbe, beispielsweise rot, zuzuordnen. Wird der Ladezustand der Batterie
gesenkt, so nimmt eines der Symbole 8 den Farbton des Hörgerätegehäuses 1 an. Es kann
vorgesehen sein, dass bei einem extrem niedrigen Ladezustand der Batterie, beispielsweise
bei fünf Prozent der Gesamtkapazität, alle Symbole 8 den Farbton des Hörgerätegehäuses
1 annehmen. Hierdurch wird die Möglichkeit gegeben, die Batterie des Hörgeräts rechtzeitig
zu wechseln. Insbesondere bei älteren Hörgeräteträgern, die eine Betreuung benötigen,
wird durch die elegante Lösung mit den Symbolen 8 aus elektrochromen Polymeren auf
einfache und zuverlässige Weise eine Auswertung des Ladezustands der Batterie und
gegebenenfalls ein rechtzeitiger Batteriewechsel ermöglicht.
[0031] Eine in FIG 3 dargestellte Hörvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist auch als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet. Das Hörgerät
umfasst wie im ersten Ausführungsbeispiel ein Hörgerätegehäuse 1, welches auf herkömmliche
Weise eine konkave Innenseite 6 sowie eine konvexe Außenseite 7 aufweist. Das Hörgerätegehäuse
1 weist vorliegend drei jeweils aus einem elektrochromen Polymer ausgebildete Symbole
8 auf. Die Symbole 8 sind in diesem Ausführungsbeispiel kreisförmig ausgebildet und
in Form einer dünnen Schicht an das Hörgerätegehäuse 1 aufgebracht. Durch die Anordnung
der Symbole 8 an der konvexen Außenseite 7 des Hörgerätegehäuses 1 wird wiederum erreicht,
dass diese beim bestimmungsgemäßen Tragen des Hörgeräts nach außen gerichtet und somit
für Dritte sichtbar sind.
[0032] Die Symbole 8 weisen jeweils ein elektrisches Kontaktelement auf, welches, wie im
ersten Ausführungsbeispiel, mit einer Steuereinheit des Hörgeräts gekoppelt ist. Somit
wird ermöglicht, den Farbton des jeweiligen Symbols 8 auf besonders einfache Weise
elektrisch zu verändern. In diesem Ausführungsbeispiel wird jedem der Symbole 8 ein
Betriebszustand des Hörgeräts zugeordnet. Hierzu wird jedem der Symbole 8 ein eigener
Farbton zugewiesen. Befindet sich das Hörgerät in einem bestimmten Betriebszustand,
beispielsweise im Telefonspulenbetrieb, so wird ein entsprechendes Symbol 8 durch
die Änderung seines Farbtons hervorgehoben. Dies ermöglicht es, dem Benutzer bzw.
der betreuenden Person über die Symbolfarbe den Gerätestatus ablesen zu können. Darüber
hinaus können die Symbole 8 zur Individualisierung des Hörgeräts benutzt werden. So
können die Farbtöne der Symbole 8 fest einprogrammiert sein oder in Abhängigkeit von
Signalen, wie beispielsweise eines Mikrofonsignals, der Temperatur und dergleichen
eingestellt werden.
[0033] Eine Hörvorrichtung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
ist in FIG 4 dargestellt. Die Hörvorrichtung ist vorliegend als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät
mit einem Hörgerätegehäuse 1 ausgebildet. Wie in den übrigen Ausführungsbeispielen
weist das Hörgerätegehäuse 1 aufgrund seiner rohrförmigen, gekrümmten Ausgestaltung
eine konkave Innenseite 6 sowie eine konvexe Außenseite 7 auf.
[0034] In dem dritten Ausführungsbeispiel weist das Hörgerätegehäuse 1 ein aus einer Mehrzahl
von organischen Leuchtdioden (OLED) ausgebildetes Display 9 auf. Das Display 9 ist
an der konvexen Außenseite 7 des Hörgerätegehäuses 1 angeordnet, derart, dass es beim
bestimmungsgemäßen Tragen des Hörgeräts für Dritte sichtbar ist. Möglich ist aber
auch, dass die ganze Oberfläche des Hörgerätegehäuses 1 mit dem Display 9 versehen
ist.
[0035] Die organischen Leuchtdioden sind, wie erwähnt, in der Lage, Licht in verschiedensten
Farben abzustrahlen. Anstatt der üblichen Halbleiterprozesse findet das Aufbringen
aber in einem Druckverfahren statt, so dass es möglich ist, beliebige Oberflächen,
wie vorliegend die gekrümmte Oberfläche des Hörgerätegehäuses 1, mit den organischen
Leuchtdioden zu versehen. Weil die organischen Leuchtdioden selbst Licht abstrahlen
können, wird hierdurch ein hoher Kontrast zur Umgebung bzw. zu dem Farbton des Hörgerätegehäuses
1 ermöglicht und die Farben erscheinen kräftiger. Insbesondere bei Hörgeräten ist
von besonderer Bedeutung, dass mit den organischen Leuchtdioden sehr feine Strukturen
erzeugt werden können. Somit wird gewährleistet, dass die Auflösung des Displays 9
verhältnismäßig hoch ist.
[0036] Gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel wird der Betriebszustand des Hörgeräts mittels
des Displays 9 angezeigt. So kann beispielsweise gleichzeitig der Ladezustand der
Batterie sowie der aktuelle Gerätestatus (z. B. das eingeschaltete Programm) angezeigt
werden. Darüber hinaus ist es möglich, mittels des Displays 9 beliebige Bilder anzuzeigen,
so dass dem Hörgerät ein beliebiges Design zugeordnet werden kann. So kann beispielsweise
das Hörgerät durch das Darstellen von beliebigen farbigen Bildern individualisiert
werden. Es kann vorgesehen sein, dass sich die Oberflächendarstellung nach einem festen
zeitlichen Muster ändern kann. Alternativ bzw. zusätzlich kann sich die Oberflächendarstellung
auch in Abhängigkeit des aufgenommenen Schalls oder anderen Steuersignalen ändern.
[0037] Vorliegend weist das Hörgerät ferner eine Schnittstelle auf, über welche Daten beispielsweise
vom Internet geladen werden können. Hierdurch wird erreicht, dass die zuvor gespeicherten
Symbole durch andere Symbole ersetzt werden können. Es bietet sich an, diese Möglichkeit
zur Individualisierung des Hörgeräts zu verwenden.
[0038] Eine Hörvorrichtung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
ist in FIG 5 wiedergegeben. Die Hörvorrichtung ist wie in den übrigen Ausführungsbeispielen
als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet. Das Hörgerät umfasst ein Hörgerätegehäuse
1, welches eine konkave Innenseite 6 sowie eine konvexe Außenseite 7 aufweist.
[0039] In diesem Ausführungsbeispiel weist das Hörgerätegehäuse 1 an der konvexen Außenseite
7 vier unterschiedliche Symbole 8 auf, welche jeweils aus einem elektrochromen Polymer
ausgebildet und in Form von dünnen Schichten an das Hörgerätegehäuse 1 aufgebracht
sind. Die Symbole 8 sind nebeneinander in Längsrichtung des Hörgerätegehäuses 1 angeordnet
und stellen jeweils einen eigenen Betriebszustand des Hörgeräts dar. Jedes der Symbole
8 weist ein elektrisches Kontaktelement, welches vorliegend mit einer Steuereinheit
des Hörgeräts gekoppelt und von dieser ansteuerbar ist. Hierdurch können die Farbtöne
jedes einzelnen Symbols 8 je nach elektrischer Anregung auf einfache Weise verändert
werden. Es bietet sich an, im ausgeschalteten Zustand des Hörgeräts bzw. im ausgeschalteten
Zustand des jeweiligen Betriebsmodus dem jeweiligen Symbol 8 den Farbton des Hörgerätegehäuses
1 zuzuordnen. Wird ein entsprechender Betriebszustand des Hörgeräts aktiviert, so
verändert sich die Farbe des jeweiligen Symbols 8. Somit wird erreicht, dass dem Benutzer
bzw. der betreuenden Person die Möglichkeit eingeräumt wird, über unterschiedliche
Symbole den Gerätestatus abzulesen. Die unterschiedlichen Strukturen der Symbole 8
können darüber hinaus zur Individualisierung des Hörgeräts benutzt werden.
[0040] Vorliegend sei angemerkt, dass alle oben dargestellten Hörvorrichtungen auch als
In-dem-Ohr-Hörgeräte ausgebildet sein können. In diesem Fall können die Symbole 8
bzw. das Display 9 an einer Seite des Hörgeräts angeordnet sein, welche von einer
Schallaustrittsöffnung bzw. beim bestimmungsgemäßen Tragen des Hörgeräts von dem Gehörgang
abgewandt ist.
[0041] Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Alle vorstehend beschriebenen und in den Zeichnungen dargestellten Merkmale
sind beliebig miteinander kombinierbar.
1. Hörvorrichtung zum Tragen am Ohr oder im Ohr, einschließlich eines Gehäuses (1), dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) zumindest bereichsweise aus einem elektrochromen Polymer ausgebildet
ist.
2. Hörvorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Gehäuse (1) eine organische Leuchtdiode
(OLED) aufweist.
3. Hörvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine äußere Schicht des Gehäuses (1)
aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet ist.
4. Hörvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Gehäuse (1) vollständig aus einem
oder mehreren elektrochromen Polymeren ausgebildet ist.
5. Hörvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei ein Bereich des Gehäuses (1) aus dem elektrochromen Polymer ein Symbol (8) darstellt,
welches einem Betriebszustand der Hörvorrichtung zugeordnet ist.
6. Hörvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welche als In-dem-Ohr-Hörgerät
ausgebildet ist, wobei das Gehäuse (1) an einer von einer Schallaustrittsöffnung abgewandten
Seite zumindest bereichsweise aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet ist.
7. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, welche als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät
ausgebildet ist, wobei das Gehäuse (1) eine Krümmung aufweist und an einer konvexen
Außenseite (7) zumindest bereichsweise aus dem elektrochromen Polymer ausgebildet
ist.
8. Hörvorrichtung zum Tragen am Ohr oder im Ohr, einschließlich eines Gehäuses (1), dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) eine organische Leuchtdiode aufweist.
9. Hörvorrichtung nach Anspruch 8, wobei das Gehäuse (1) ein Display (9) umfasst, welches
aus einer Mehrzahl von organischen Leuchtdioden ausgebildet ist.
10. Hörvorrichtung nach Anspruch 9, wobei mittels des Displays (9) ein Symbol (8) anzeigbar
ist, welches einem Betriebszustand der Hörvorrichtung zugeordnet ist.
11. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, welche als In-dem-Ohr-Hörgerät ausgebildet
ist, wobei die organische Leuchtdiode an einer von einer Schallaustrittsöffnung abgewandten
Seite des Gehäuses (1) angeordnet ist.
12. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, welche als Hinter-dem-Ohr-Hörgerät
ausgebildet ist, wobei das Gehäuse (1) eine Krümmung aufweist, und die organische
Leuchtdiode an einer konvexen Außenseite (7) des Gehäuses (1) angeordnet ist.
13. Hörvorrichtung nach Anspruch 5 oder 10, welche eine Schnittstelle aufweist, über welche
Daten, die das Symbol (8) charakterisieren, von einer externen Recheneinrichtung übertragbar
sind.
14. Hörvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei durch das Gehäuse (1)
zumindest zwei Farbtöne wiedergebbar sind.
15. Hörvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Gehäuse (1) nach einem vorbestimmten zeitlichen Muster durch das elektrochrome
Polymer oder die organische Leuchtdiode optisch veränderbar ist.
16. Hörvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Gehäuse (1) in Abhängigkeit eines aufgenommenen Schalls und/oder eines Steuersignals
optisch veränderbar ist.