[0001] Die Erfindung betrifft eine Funkenstreckenanordnung für höhere Bemessungsspannungen,
wobei mindestens zwei, gegenüberliegende Elektroden aufweisende Funkenstrecken in
Reihe geschaltet sind und mindestens eine der Funkenstrecken aktiv, d.h. triggerbar
ausgeführt ist, sowie mit einer Überstromschutzeinrichtung für den Einsatz als blitzstromtragfähiger
Netzableiter, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine Reihenschaltung von zwei Funkenstrecken für die Begrenzung von Überspannungen
in Niederspannungsanlagen, bestehend aus drei Elektroden, wobei für die Schaffung
jeder Funkenstrecke zwei dieser Elektroden sich jeweils mit einer Fläche gegenüberliegen
und durch eine Isolationsschicht voneinander im Abstand gehalten sind, ist aus der
DE 39 14 624 C2 vorbekannt. Die dortigen Funkenstrecken besitzen eine stark unterschiedliche Eigenkapazität,
wodurch die Ansprechspannung der Gesamtanordnung im Wesentlichen durch die Funkenstrecke
mit der kleineren Kapazität bestimmt wird.
[0003] Aus der
DE 42 40 138 A1 ist eine ausblasende Funkenstrecke vorbekannt, bei welcher in Reihe zu einer kurzen
Funkenstrecke mit Isolationsmaterial eine oder mehrere Funkenstrecken mit niederohmigem
Material in Reihe geschaltet sind. Hierbei definiert die Funkenstrecke mit dem Isolationsmaterial
die Ansprechspannung der Gesamtanordnung.
[0004] Bei der blitzstromtragfähigen Mehrfachfunkenstrecke nach
EP 1 381 127 A2 wird von mehreren, in Reihe geschalteten Teilfunkenstrecken ausgegangen, wobei die
Teilfunkenstrecken mit Ausnahme der im Blitzstromereignisfall ersten ansprechenden
Funkenstrecke durch Impedanzen geschaltet sind, so dass diese sukzessive durchschalten.
Die zweite und die weiteren Funkenstrecken sind über die Impedanzen direkt an ein
gemeinsames Bezugspotential angeschlossen. Mit der dort vorgestellten Funkenstrecke
soll die Ansprechspannung reduziert werden. Hierfür ist an mindestens die Elektroden
einer der Teilfunkenstrecken eine Triggerspannung angelegt, mittels derer die Teilfunkenstrecke
zum Durchschalten gezwungen wird.
[0005] Ähnliche Anordnungen mit mehreren Teilfunkenstrecken sind in der
WO 07/003706 und der
US 4,860,156 B1 für Anwendungen im Hochspannungsbereich offenbart.
[0006] Aus der
DE 10 2004 006 988 A1 ist ein Überspannungsschutzelement auf Funkenstreckenbasis mit mindestens zwei in
einem druckdichten Gehäuse befindlichen Hauptelektroden und einer Zündhilfselektrode
vorbekannt, wobei im Gehäusevolumen eine Funktionsbaugruppe zum Reduzieren der Ansprechspannung
untergebracht ist. Diese Funktionsbaugruppe umfasst eine Reihenschaltung eines spannungsschaltenden
Elements, einer Impedanz und einer Trennstrecke, so dass eine vereinfachte, quasi
integrierte Zündhilfe entsteht.
[0007] Zusammenfassend gehört es zum bekannten Stand der Technik, Funkenstrecken durch Reihenschaltung
für den Einsatz bei höheren Bemessungsspannungen zu ertüchtigen. Eine einfache Reihenschaltung
führt bei triggerbaren Funkenstrecken neben den erheblichen Kosten zu Einschränkungen
hinsichtlich des Schutzpegels sowie der Koordinierbarkeit des Ableiters und erfordert
im Regelfall auch eine zusätzliche aufwendige Potentialsteuerung.
[0008] Aus der
DE 199 14 313 A1 ist die Absicherung einer Zündhilfe einer Funkenstrecke vorbekannt. Hierbei werden
Schmelzsicherungen bzw. reversible Sicherungen eingesetzt. Das Schmelzen der Sicherung
wird unter Zuhilfenahme elektronischer Schaltungen zur optischen, akustischen und/oder
elektronischen Anzeige genutzt.
Nach dem Ansprechen der Sicherung soll die Funkenstrecke ohne Zündhilfe eine redundante
Schutzfunktion mit einem erhöhten Schutzpegel ausüben können. Die Ableitung einer
Anzeigefunktion aus dem Abschaltverhalten von Sicherungen ist darüber hinaus aus der
DE 38 31 935 A1, der
DE 197 51 470 A1 oder der
DE 32 28 471 A1 vorbekannt.
[0009] Die
US-PS 6,157,529 offenbart die Unterbrechung eines Stromkreises mit Hilfe der Abschaltung einer Sicherung
und einer Haltespule eines Schalters.
[0010] Zündhilfen, wie in der
DE 199 14 313 A1 beschrieben, werden auch bei Kombiableitern eingesetzt. Bei diesen Ableitern kann
die Zündhilfe selbst als eigenständiges Überspannungsschutzgerät ausgeführt werden,
welches erst bei der Gefahr der eigenen Überlastung über eine Triggerfunktion das
Kurzschlusselement, im allgemeinen eine Funkenstrecke, aktiviert. Ein Kombiableiter
ist beispielsweise in der
DE 198 38 776 C2 gezeigt.
[0011] Eine Funkenstreckenanordnung, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 ist auch aus
DE-A-2 406 577 bekannt.
[0012] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Funkenstreckenanordnung
für höhere Bemessungsspannungen anzugeben, wobei mindestens zwei, gegenüberliegende
Elektroden aufweisende Funkenstrecken in Reihe geschaltet sind und mindestens eine
der Funkenstrecken aktiv, d.h. triggerbar ausgeführt ist. Erfindungsgemäß soll hinsichtlich
des Ansprechverhaltens und der Koordination ausschließlich die triggerbare, d.h. aktive
Funkenstrecke der Gesamtanordnung dominieren. Bei dem Auftreten von Netzfolgeströmen
soll die Anordnung wie eine übliche Reihenschaltung von Funkenstrecken wirken. Die
Lichtbogenspannung setzt sich aus den Teilspannungen der beiden Funkenstrecken zusammen
und es teilt sich auch nach dem Stromnulldurchgang die wiederkehrende Netzspannung
auf die Funkenstrecken auf. Damit gilt es aufgabengemäß, zwischen der getriggerten
und der passiven, d.h. nicht aktiven Funkenstrecke eine belastungsabhängige Funktionsteilung
zu sichern.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es ebenso, eine Überstromschutzeinrichtung für den Einsatz
in Überspannungsschutzgeräten auf der Basis von Funkenstrecken mit höheren Nennspannungen
im Bereich von 440 V bis 760 V und mehr anzugeben, und zwar in Kombination mit einem
mechanischen Auslöser für eine Anzeige sowie Schmelzelementen für den Überlastschutz.
Dabei soll die Möglichkeit geschaffen werden, unter Verwendung von geometrisch baugleichen
Gehäuse-, Anzeige- sowie Montageteilen bei verschiedenen Spannungsniveaus eine ökonomische
und funktional sinnvolle Auslegung der aktiven Teile zu gestalten, so dass eine leichte
Anpassbarkeit an unterschiedliche Verwendungs- und Einsatzfälle gegeben ist.
[0014] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Funkenstreckenanordnung gemäß der Merkmalskombination
nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen darstellen.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Reihenschaltung werden Funkenstrecken eingesetzt, die sich
in einer druckfesten Kapselung befinden und welche mindestens eine Druckausgleichsöffnung
aufweisen. Weiterhin ist ein den Abstand der Hauptelektroden der Funkenstrecke überbrückender
Einsatz vorgesehen, der aus einem niederohmigen Material besteht. Dieses Material
verhält sich bei Strombelastung hinsichtlich der abfallenden Restspannung stark nichtlinear.
[0016] Bei einer ersten Ausführungsvariante wird die Reihenschaltung aus zwei körperlich
separierten Funkenstrecken gebildet, wobei eine der Funkenstrecken triggerbar und
die zweite Funkenstrecke passiv ausgeführt ist. Bei einer weiteren Ausführungsform
sind die Funkenstrecken in einem gemeinsamen, druckfesten, bevorzugt metallischen
Gehäuse untergebracht und es besteht die Möglichkeit, zwei aktive, triggerbare Funkenstrecken
für Spannungen von im Wesentlichen 760 V einzusetzen.
[0017] Die bevorzugt eingesetzten Funkenstrecken sind rotationssymmetrisch ausgeführt. Die
jeweiligen gegenüberliegenden Hauptelektroden umfassen eine Hauptelektrode mit Gasumlenkkanal.
Bezüglich der Grundkonstruktion der eingesetzten Funkenstrecken sei auf die Lehre
nach Patent
DE 10 2005 024 658 B4 verwiesen, auf die hiermit vollinhaltlich Bezug genommen wird.
[0018] Zwischen den sich gegenüberliegenden Hauptelektroden der mindestens einen passiven
Funkenstrecke ist der bereits erwähnte überbrückende, niederohmige Einsatz als bevorzugt
rotationssymmetrisches Teil mit zylinderförmiger, den Lichtbogenbrennraum begrenzender
Öffnung angeordnet. Die der Hauptelektrode mit Gasumlenkkanal gegenüberliegende Hauptelektrode
weist einen Nasenabschnitt oder einen Vorsprung auf, welcher in die zylinderförmige
Öffnung, mit der Wandung dieser in Kontakt kommend, eintaucht. Es versteht sich, dass
der Nasenabschnitt in seiner Außenkontur komplementär zur Gestalt der zylinderförmigen
Öffnung auszubilden ist.
[0019] Das niederohmige Material des Einsatzes weist bevorzugt einen Kaltwiderstand von
<100 Ohm auf.
[0020] Der Einsatz besitzt bei einer Ausführungsvariante eine Hohlzylinderform und liegt
mit einer Stirnseite vollflächig an der Hauptelektrode mit Gasumlenkkanal an.
[0021] Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass der bevorzugt hohlzylinderförmige Einsatz
mit jeweils einer seiner Stirnseiten jeweils vollflächig in Kontakt mit jeweils einer
Hauptelektrode steht.
Bei dieser Ausführungsform erfolgt der Überschlag zwischen den Hauptelektroden erst
nach einer vergleichsweise längeren Zeitdauer oder bei sehr hohen Impulsströmen, was
insbesondere dann von Interesse ist, wenn die Restspannung der Funkenstrecke bei einer
Vielzahl von impulsförmigen Entladungen oberhalb der Nennspannung liegen soll, um
einen Netzfolgestrom zu unterbinden.
[0022] Der lichte Abstand zwischen den jeweiligen Hauptelektroden der Funkenstrecken ist
wesentlich größer als derjenige, wie er im bekannten Stand der Technik bei entsprechenden
Reihenschaltungen zu finden ist, und liegt mindestens bei ca. 5 mm.
[0023] Die Druckausgleichsöffnungen sind grundsätzlich in axiale Richtung der rotationssymmetrischen
Funkenstrecken orientiert und weisen voneinander weg, um eine unerwünschte Berußung
von funktionswichtigen Teilen zu verhindern.
[0024] Zwischen dem rotationssymmetrischen Teil mit zylinderförmiger Öffnung und der Hauptelektrode
mit Nasenabschnitt kann bei einer weiteren Ausführungsform ein Übergangsteil vorgesehen
sein, welches gegenüber dem Einsatz einen höheren Widerstandswert aufweist, jedoch
leitfähig ist.
[0025] Die geometrische Gestalt des Einsatzes kann in radialer und/oder axialer Richtung
zur Einstellung und Variation der Stromdichte Veränderungen unterworfen werden, so
dass bei der bevorzugten rotationssymmetrischen Grundkonstruktion und einem gewünschten
modulartigen Aufbau durch Austausch des Einsatzes verschiedenartige elektrische Parameter
verwirklicht werden können.
[0026] Bei einer Anordnung von zwei Funkenstrecken in einem gemeinsamen, druckfesten Gehäuse
ist bevorzugt eine gemeinsame Mittel-Hauptelektrode vorgesehen, welche in diesem Fall
gegenüber der Mantelkapselung isoliert ist.
[0027] Die Druckausgleichsöffnungen sind axial und gegenüberliegend im Bereich der Außenkontaktierung
der jeweiligen Hauptelektrode als Kanäle kleinen Querschnitts zum langsamen Druckabbau
des bereits abgekühlten Gases ausgeführt. Auch bezogen auf die Ausbildung der Druckausgleichskanäle
und der mäanderförmigen Umlenkung der Gasströmung sei auf die Patentanmeldung
DE 10 2007 001 093.3 verwiesen, die hiermit zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung erklärt und eingeführt
wird.
[0028] Die externe Triggerschaltung zum Zünden der aktiven Funkenstrecke ist auf die Triggerelektrode
dieser aktiven Funkenstrecke und auf die elektrischen Endanschlusspunkte der Reihenschaltung
geführt.
[0029] Mit der vorgestellten Funkenstreckenanordnung gelingt es, Standard-Funkenstrecken
in gekapselter, druckfester Ausführung mit Druckausgleichsöffnungen für höhere Nennspannungen
durch Reihenschaltung zu ertüchtigen, wobei in einer einfachen Basisvariante nur eine
einzige getriggerte Funkenstrecke mit einer einzigen passiven Funkenstrecke in Reihe
verschaltet wird. Bei der Erfindungslehre wird die notwendige Folgestrombegrenzung
durch die Erhöhung der Lichtbogenfeldstärke infolge der Druckerhöhung bzw. in Kombination
mit der Lichtbogenkühlung durch Beströmen des Lichtbogens innerhalb von gekapselten
Funkenstrecken erreicht. Dabei betragen die Abstände der Hauptelektroden mindestens
5 mm. Das niederohmige Material des Einsatzes befindet sich innerhalb der passiven
Funkenstrecke unmittelbar im Bereich des Lichtbogenkanals und begrenzt radial vollständig
oder teilweise den wandstabilisierten Lichtbogen.
[0030] Das Material, das den Abstand zwischen den Hauptelektroden der passiven Funkenstrecke
überbrückt, weist einen Kaltwiderstand von weniger als 100 Ohm auf und verhält sich
bei Strombelastung hinsichtlich der abfallenden Restspannung stark nicht linear, d.h.
die Spannung fällt trotz weiter steigendem Strom ab. Das eingesetzte Material kann
kurzzeitig impulsförmige Ströme von mehreren kA ohne nachhaltige Schädigung bis zum
Überschlagen führen. Die dabei entstehende Restspannung liegt deutlich unter 2 kV.
Die Höhe und die Dauer der Restspannung kann zudem über die Beeinflussung der Stromdichteverteilung
im Material selbst, durch die geometrische Gestaltung des Einsatzes bzw. aber auch
durch eine funktionale Unterteilung aus mehreren Materialien eingestellt bzw. beeinflusst
werden.
[0031] Die erfindungsgemäße passive Funkenstrecke beeinflusst nicht das Ansprech-, Koordinations-
und Restspannungsverhalten der gesamten Reihenschaltung. Durch die Unterteilung in
Teilfunkenstrecken sinkt die thermische und dynamische Belastung jeder Einzelfunkenstrecke
und es ergeben sich vielfältige konstruktive Gestaltungsmöglichkeiten. Das Leistungsvermögen
des sich aus der Reihenschaltung ergebenden Blitzstromableiters ist hinsichtlich der
Folgestrombegrenzung, des Blitzstromtragvermögens und der Alterung verbessert. Gegenüber
einer Reihenschaltung von zwei triggerbaren Ableitern ergibt sich der Vorteil, dass
sowohl Raum als auch Kosten für die zweite bzw. mehrere Zündeinheiten eingespart werden
können. Bei einer üblichen Reihenschaltung von triggerbaren Funkenstrecken muss nämlich
entweder eine zeitgleiche Zündung erfolgen, was hohe Anforderungen an die Funkenstrecken,
die Triggerschaltung und die Potentialsteuerung stellt, oder es muss die Triggerschaltung
die Zündverzugszeiten der einzelnen Funkenstrecken ausgleichen können, da üblicherweise
Triggerschaltungen nur einen zeitlich und energetisch begrenzten Zündimpuls liefern.
Durch den Einsatz einer oder mehrerer passiver Funkenstrecken in der erfindungsgemäßen
Ausführungsform der Reihenschaltung können die Kosten für zusätzliche Zündschaltungen
eingespart werden.
[0032] Ausgehend von der vorgestellten Grundkonstruktion der Reihenschaltung von Funkenstrecken
ist es möglich, Ableiter für 440 V, aber auch für 760 V Spannungen zu fertigen. Dabei
verfügt der Ableiter für die Ebene mit 440 V über eine passive Funkenstrecke und eine
in Reihe geschaltete triggerbare Funkenstrecke mit Triggerschaltung.
[0033] Bei Geräten mit höherer Spannung sind zwei triggerbare Funkenstrecken in Reihe geschaltet.
Die entsprechenden Triggerschaltungen sind auf der im Ausführungsbeispiel beschriebenen
Steuerplatine vorhanden. Die übrigen Mittel wie Sicherungselemente und die Anzeigeeinheiten
sind jeweils identisch, d.h. hier bestehen zwischen den Ableitern 440 V / 760 V keine
wesentlichen Unterschiede.
[0034] Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung liegt darin, die Sicherungselemente für die
Funkenstreckenanordnung, insbesondere Schmelzelemente, in eine Reihenschaltung mehrerer
Sicherungen aufzuteilen, die neben der elektrischen Verbindung teilweise in einem
mechanischen Reihenverbund und andererseits teilweise in einem mechanischen Parallelverbund
stehen. Durch die so vorgenommene Aufteilung der Sicherungsanordnung entstehen verschiedene
Möglichkeiten der geometrischen Gestaltung und damit zur optimalen Raumausnutzung
bei ansonsten eingesetzten Standardgehäusen.
[0035] Die Aufteilung erlaubt darüber hinaus eine große Varianz hinsichtlich Restspannungsverhalten,
Überschlagsschutz, Strombegrenzung, dem eigentlichen Leistungsvermögen und den notwendigen
Abständen zu gefährdeten weiteren Bauteilen, insbesondere einer Triggerschaltung.
[0036] Wie bereits dargelegt, ist erfindungsgemäß eine Reihenschaltung aus mehreren Schmelzelementen
vorgesehen, welche einen geometrisch vorgegebenen, mechanischen und elektrischen Verbund
bilden.
[0037] Diese Reihenschaltung weist in einer Ausgestaltung einen mechanischen und elektrischen
Parallelverbund aus Schmelzelementen auf, wobei mindestens eines der Schmelzelemente
des Parallelverbunds einen Schlagbolzen als mechanischen Auslöser zum Betätigen einer
Funktionsanzeige umfasst.
[0038] Ein erster Teil des Reihenverbunds ist auf einer Seite eines Verdrahtungsträgers,
insbesondere einer Leiterplatte, und ein zweiter Teil des Reihenverbunds auf einer
zweiten, der ersten gegenüberliegenden Seite des Verdrahtungsträgers befindlich.
[0039] Der erste Teil des Reihenverbunds umfasst mindestens zwei zylindrische Einzelsicherungen,
welche durch einen leitfähigen Zylinder an den Stirnseiten und dort vorhandenen Anschlusskappen
mechanisch und elektrisch verbunden sind. Diese mechanische und elektrische Verbindung
mit Hilfe des leitfähigen Zylinders erfolgt nur im Bereich der mechanischen Anschlusskappen,
so dass die Isolations- und Trennabstände erhalten bleiben.
[0040] Der Verbund aus den zylindrischen Einzelsicherungen mit dem leitfähigen Verbindungszylinder
kann von einem isolierenden Material, insbesondere von einem Schrumpfschlauch überzogen
sein.
[0041] Der zweite Teil des Reihenverbunds umfasst den bereits erwähnten Parallelverbund,
wobei der Parallelverbund überwiegend von einem Schutzgehäuse umgeben ist, dem weitere,
nachstehend noch geschilderte Funktionen zugewiesen werden können.
[0042] Die Anschlusskappen der Schmelzelemente des Parallelverbunds sind elektrisch und
mechanisch verbunden und gehen in einen Anschlussfortsatz über, welcher jeweils eine
Montage auf dem Verdrahtungsträger ermöglicht.
[0043] Die freien Enden der Einzelsicherungen des ersten Teils des Reihenverbunds weisen
ebenfalls Anschlusskappen mit Lötfähnchen oder laschenartigen Fortsätzen auf.
[0044] Zur Anpassung an die Nennspannungsbereiche besteht die Möglichkeit, eine oder mehrere
der Einzelsicherungen bzw. Schmelzelemente durch einen leitfähigen, insbesondere metallischen,
geometrisch im Durchmesser angepassten Zylinder zu ersetzen. Dabei kann der Zylinder
auch über eine vorgegebene Impedanz verfügen.
[0045] Der Verdrahtungsträger weist in einer bevorzugten Ausführungsform eine langgestreckte,
rechteckige Gestalt mit an den Schmalseiten angebrachten Schraubanschlusslaschen auf.
[0046] Der erste Teil des Reihenverbunds ist an einer Längsaußenkante, mit dieser im Wesentlichen
seitlich abschließend, am Verdrahtungsträger befindlich.
[0047] Der zweite Teil des Reihenverbunds, den Parallelverbund enthaltend, ist im Wesentlichen
rechtwinklig zur Längsachse des ersten Teils des Reihenverbunds auf dem Verdrahtungsträger
angeordnet.
[0048] Das Schutzgehäuse ist zur Längskante des Verdrahtungsträgers offen, um einen Austritt
des Schlagbolzens sowie eine Wirkverbindung des Schlagbolzens hin zu einem federvorgespannten
Anzeigeschieber zu gestatten.
[0049] Das Schutzgehäuse besitzt an seiner vom Verdrahtungsträger abgewandten Oberseite
eine farblich gestaltete Indikatorfläche oder einen Indikatorflächenfortsatz, der
am Gehäuse angeformt ist. Hierdurch kann bezogen auf ein Sichtfenster in einer Abschlusskappe
oder einem Außengehäuse, das einen Blick auf die Oberseite des Schutzgehäuses freigibt,
ein Funktionszustand angezeigt werden, indem ein Schieber entweder den Blick auf die
Oberseite freigibt oder diesen Blick versperrt.
[0050] Es besitzt also das Schutzgehäuse zum einen die Funktion der Isolation des Parallelverbunds
und dient dem Zweck des Zurückhaltens von Elementen im Fall des Auslösens dieser Sicherung.
Weiterhin dient das Gehäuse der vorerwähnten Bildung einer Indikatorfläche oder der
Aufnahme eines Indikatorflächenfortsatzes.
[0051] Der Verdrahtungsträger ist bevorzugt auf der Oberseite eines Gehäuses montierbar,
wobei das Gehäuse in seinem Inneren eine Anordnung von Überspannungsableitern, insbesondere
Funkenstrecken aufnimmt. Diese Anordnung von Überspannungsableitern, insbesondere
Funkenstrecken liegt in Reihenschaltung vor.
[0052] Eine der Funkenstrecken der Anordnung kann triggerbar sein, wobei in diesem Fall
die Triggerschaltung sich auf dem Verdrahtungsträger befindet.
[0053] Das Gehäuse zur Aufnahme der Funkenstrecken besitzt an seiner Oberseite über eine
Längskante eine muldenartige Ausnehmung, in welche der erste Teil des Reihenverbunds
eintaucht, um auf diese Weise eine Schutz- und Isolationsfunktion des ersten Teils
des Reihenverbunds zu bewirken.
[0054] Die Gesamtanordnung aus im Gehäuse montierten Funkenstrecken, auf der Oberseite des
Gehäuses befindlichen Verdrahtungsträger mit elektrischen Elementen sowie der Reihenschaltung
aus mehreren Schmelzelementen ist von einer isolierenden Kappe umgebbar, wobei die
Kappe das bereits erwähnte Sichtfenster zum Erkennen des Funktionszustands bezüglich
der Indikatorflächen aufweist.
[0055] Die Überstromschutzeinrichtung ist durch einen modulartigen Aufbau mit ausgewählten
Schmelzelementen für die Reihenschaltung gekennzeichnet, um eine leichte Anpassung
an unterschiedliche Nennspannungen zu bewirken.
[0056] Der Anzeigeschieber, welcher federvorgespannt ist und vom Schlagbolzen des Parallelverbunds
freigegeben werden kann, besitzt eine Anzeigefläche, welche eine farblich abweichende
Indikatorfläche, insbesondere die Indikatorfläche der Oberseite des Schutzgehäuses
freigibt oder verdeckt.
[0057] Weiterhin besitzt der Anzeigeschieber einen Fortsatz, welcher sich in Längsrichtung
über die Schmalseite des Verdrahtungsträgers hinaus erstreckt, um dort mit einem Fernmeldekontakt
in Wirkverbindung zu treten.
[0058] Die in der Reihenschaltung der Überstromschutzeinrichtung einsetzbaren Schmelzelemente
bestehen aus preiswert zu fertigenden Einzelsicherungen, jeweils z.B. für eine Spannungsebene
von 250 V.
[0059] Für den ersten Teil der Reihenschaltung werden mindestens zwei der Sicherungen durch
einen passgenauen Zylinder miteinander verbunden. Der Zylinder kann bevorzugt ein
Metallzylinder sein, der neben der elektrischen Verbindung auch das mechanische Fixieren
und die notwendige mechanische Stabilisierung des entsprechenden Teils der Reihenschaltung
übernimmt. Die Anzahl der Anschlusselemente ist durch diese Art der Verbindung geringer
als bei einer einfachen Reihenschaltung von elektrischen Einzelsicherungen, die jeweils
z.B. durch Löten mit einer Leiterplatte verbunden werden.
[0060] Der Abstand der verbleibenden Anschlusselemente bzw. Abschlusskappen der Sicherungen
ist erheblich, wodurch die Einhaltung der Trennstreckenabstände erleichtert wird und
die Überbrückungsgefahr deutlich sinkt.
[0061] Die bevorzugte Anordnung der vorbeschriebenen Reihenschaltung auf der Unterseite
des Verdrahtungsträgers schafft neben ausreichenden Trennungsabständen auf dem Verdrahtungsträger
auch Platz auf der Bestückungsseite, d.h. der gegenüberliegenden Seite, einerseits
über die Volumeneinsparung und andererseits durch die Vermeidung kritischer Näherungen
zwischen den überlastgefährdeten Elementen und der Schutzeinrichtung.
[0062] Der erste Teil der Reihenschaltung wird an der Oberseite durch die Platine von den
Bauteilen des Zündkreises getrennt und auf der Unterseite durch die muldenartige Ausprägung
des Gehäuses. Es ergibt sich hierdurch quasi eine vollständige isolierende Umhüllung
der Schutzeinrichtung. Dies verhindert im Fehlerfall eine Berußung, die womöglich
auftritt, und es werden die Trennstrecken des Zündkreises beim Freiwerden von Gas
oder Plasma aus der Sicherung vor Überschlägen geschützt.
[0063] Die den zweiten Teil des Reihenverbunds darstellende Parallelverbundanordnung ist
bevorzugt ausgestaltet wie in der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2006 026 711.7 beschrieben.
[0064] Die eingesetzten Schmelzelemente als Sicherungen der Parallelschaltung und auch des
Reihenverbunds besitzen bei maximaler Nennspannung bevorzugt den gleichen Schmelzleiter.
Dies sichert bei adiabatischen Belastungen und bei Belastungen, bei denen die axiale
Wärmeabgabe gegenüber der radialen Wärmeabgabe dominiert, ein nahezu gleichzeitiges
Ansprechen aller Sicherungen.
[0065] Die Kennlinie der Reihenschaltung der Sicherungen entspricht somit einer Teilbereichsicherung.
Die Abmessungen einer derartigen Reihenschaltung sind bei vergleichbaren Schaltvermögen
erheblich kleiner als von Einzelsicherungen, z.B. für eine Nennspannung von 690 V.
[0066] Neben der erwähnten Platzeinsparung erlaubt die Aufteilung der Sicherung in mehrere
Teileinheiten auch eine sehr flexible Anordnung der einzelnen Funktionseinheiten bezogen
auf die Position und Lage hinsichtlich des Verdrahtungsträgers.
[0067] Bei gewünschten niedrigeren Nennspannungen können eine oder mehrere Sicherungen des
Reihenverbunds durch einen einfachen metallischen Zylinder ersetzt werden. Dies führt
neben der Kostenreduktion auch zu einer Reduzierung des Restspannung und unterstützt
somit die gewünschte Ableitergrundfunktion. Durch eine beidseitige Anordnung von Metallzylindern
neben einer realen Schmelzsicherung im Reihenverbund kann zudem die Stromkraftwirkung
auf den Schmelzleiter reduziert werden, wodurch höhere Impulsströme getragen werden
können.
[0068] Durch den Einsatz der bereits erwähnten impedanzbehafteten Zylinder können auch die
Anforderungen hinsichtlich des Schaltvermögens der eigentlichen Sicherung reduziert
werden, da der prospektive Kurzschlussstrom durch die Impedanz begrenzt wird.
[0069] Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen sowie unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0070] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Reihenschaltung einer getriggerten Funkenstrecke und einer passiven, ungetriggerten
Funkenstrecke als diskrete Elemente in jeweils druckfester Kapselung;
- Fig. 2
- eine beispielhafte Geometrie einer passiven Funkenstrecke, wie sie für die Reihenschaltung
gemäß der Erfindung zur Anwendung kommt;
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform einer Geometrie einer passiven Funkenstrecke, wie sie
erfindungsgemäß bei der Reihenschaltung zur Anwendung kommt;
- Fig. 4
- eine besonders bauraumsparende Anordnung einer getriggerten und einer passiven Funkenstrecke
in einer gemeinsamen, metallischen druckfesten Kapselung mit gegenüberliegenden Druckausgleichsöffnungen
in Form von Kanälen kleinen Querschnitts,
- Fig. 5 und 6
- eine Darstellung des ersten Teils des Reihenverbunds von Schmelzelementen;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf das Gehäuse mit eingeschlossenen Funkenstrecken und erkennbarer
muldenartiger Ausnehmung an der Oberseite des Gehäuses;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht einer Anordnung mit Gehäuse sowie Verdrahtungsträger, welche u.a.
die Triggerschaltung sowie die Überstromschutzeinrichtung aufnimmt;
- Fig. 9
- eine Darstellung ähnlich derjenigen nach Fig. 8, jedoch in perspektivischer Form und
- Fig. 10
- eine Darstellung der Reihenschaltung der Funkenstrecken im Gehäuse 112.
[0071] Die Fig. 1 zeigt eine Reihenschaltung (Schnittdarstellung) einer getriggerten Funkenstrecke
1 (aktive Funkenstrecke) und einer ungetriggerten (passiven) Funkenstrecke 2.
[0072] Die Triggerschaltung 3 der aktiven Funkenstrecke 1 weist einen Anschluss 4 auf, der
mit einem Anschluss 5 einer Hauptelektrode 8 der passiven Funkenstrecke 2 in Verbindung
steht. Ein weiterer Anschluss der Triggerschaltung 3 führt zur Hauptelektrode 8 der
aktiven Funkenstrecke 1, die auch den Triggerkontakt durch eine Isolation 20, herausgeführt
aus der druckfesten metallischen Kapselung 21 besitzt.
[0073] Druckausgleichsöffnungen 6 der Funkenstrecken 1 und 2 und die Gasströmungsrichtung
7 (Pfeildarstellung) innerhalb der Funkenstrecken 1 und 2 sind entgegengesetzt orientiert.
[0074] Beide Funkenstrecken 1 und 2 besitzen jeweils mehrere unabhängige Entlüftungsöffnungen
6 zur besseren Steuerung der Strömung und zur effektiven Abkühlung der beim Zünden
und Brennen des Lichtbogens entstehenden Gase. Jeweils eine der Hauptelektroden 8
besitzt eine Öffnung 22, die einen Teil eines Gasumlenkkanals bildet, der in die Druckausgleichsöffnungen
6 übergeht.
[0075] Die triggerbare Funkenstrecke 1 besitzt zwei Hauptelektroden, nämlich die Hauptelektrode
8 und 9, sowie eine Hilfselektrode 10, die mit dem Triggerkontakt 20 in elektrischer
Verbindung steht.
[0076] Weiterhin weist die Funkenstrecke 1 mindestens eine Isolationsstrecke 12 auf, die
sich zwischen den Hauptelektroden 8 und 9 dieser Funkenstrecke befindet.
[0077] Auch die passive Funkenstrecke 2 weist zwei Hauptelektroden 8 und 9 auf. Ein als
Distanzstück 13 ausgebildeter Einsatz zwischen den Hauptelektroden 8 und 9 der passiven
Funkenstrecke ist bevorzugt einstückig aus einem sehr niederohmigen Material gefertigt.
Bei einer bevorzugten Geometrie von d = 15 mm, di = 5 mm und h = 5 mm ergibt sich
bei einem Prüfstrom von wenigen mA ein Kaltwiderstand von < 100 Ohm.
[0078] Das Distanzstück 13 ist bevorzugt als Hohlzylinder ausgeführt und liegt gemäß der
Darstellung nach Fig. 1 mit einer seiner Stirnseiten vollflächig auf der Hauptelektrode
8 auf. In den Innenraum des Einsatzes 13 , d.h. der dort vorhandenen zylindrischen
Öffnung, ragt ein Nasenabschnitt 23 der Hauptelektrode 9 hinein, wodurch sich ein
radialer Kontakt mit dem Einsatz bzw. dem Distanzstück 13 ergibt.
[0079] Das Distanzstück 13 ist zur Vermeidung von Überschlägen im Kontaktierungsbereich
zwischen dem Nasenabschnitt 23 der Hauptelektrode 9 und der tellerförmigen Elektrodenhalterung
14 gegen diese über das Teil 15 isoliert.
[0080] Die Eintauchtiefe des Nasenabschnitts 23 der Elektrode 9 in das Distanzstück 13 steigt
mit der gewünschten Höhe der Leistungsfähigkeit des Ableiters und sinkt bei steigender
Abbrandfestigkeit des Elektrodenmaterials. Die Eintauchtiefe ist hierbei so bemessen,
dass sowohl der axiale Abbrand der Nasenelektrode 9 als auch der radiale Abbrand des
Distanzstücks 13 nicht zu einer isolierenden Trennstrecke zwischen den Teilen 13 und
9 führt.
Nach dem Ansprechen der Funkenstrecke 1 bei Impulsbelastung fließt ein Strom bis zu
mehreren kA über das Distanzstück 13, bis der Weg zwischen den Elektroden 8 und 9
der passiven Funkenstrecke 2 überschlagen wird. Infolge des nichtlinearen Verhaltens
des Materials des Distanzstücks 13 wird nur eine geringe Restspannung über dem Material
des Distanzstücks 13 erzeugt, welche den Schutzpegel des gesamten Ableiters nicht
erhöht.
[0081] Aufgrund von Fertigungs- und Materialtoleranzen, Verschmutzungen oder extremer Belastung
können jedoch Kontaktprobleme oder ein verändertes Überschlagsverhalten des Distanzstücks
13 auftreten, wodurch sich unerwünschte Rückwirkungen auf die Restspannung des Ableiters
ergeben können. Dies kann bei hohen Anforderungen an die Höhe und Dauer der Restspannung
des Ableiters durch einen in der Triggerschaltung 3 integrierten Überspannungsfeinschutz
und durch die Art der Kontaktierung, welche die passive Funkenstrecke umfasst, ausgeglichen
werden.
[0082] Bei reproduzierbaren Fertigungs- und Materialeigenschaften bzw. nicht besonders hohen
Beanspruchungen und/oder geringeren Anforderungen an die Schutzpegel kann die Kontaktierung
der Triggereinrichtung auch zwischen den beiden Funkenstrecken, also nur an den Anschlüssen
der Funkenstrecke 1, erfolgen.
[0083] Die Höhe und die Dauer des Stroms durch das Distanzstück 13 sowie das Überschlagsverhalten
können neben den Materialeigenschaften dieses Teils auch durch die Steuerung der Stromdichte
und die Stromverteilung im Distanzstück 13 beeinflusst werden. Dies kann neben der
Beeinflussung der Restspannung auch zur Steuerung des Leistungsumsatzes, des Abbrands
und der thermischen Belastung der Funkenstrecke und insbesondere des Einsatzstücks
13 genutzt werden. Die Hauptelektroden 8 und 9 der passiven Funkenstrecke 2 können
gegenüber dem Distanzstück 13 vollständig oder teilweise isoliert werden.
[0084] Die Fig. 2 zeigt eine beispielhafte Geometrie als Querschnittsdarstellung für eine
passive Funkenstrecke. Auch hier sind zwei gegenüberliegende Hauptelektroden 8 und
9 vorhanden. Die Elektroden sind isoliert in einer metallischen Kapselung 21 befindlich.
[0085] Die gezeigten Hauptelektroden 8 und 9 können gegenüber dem Einsatzstück 13 auch isoliert
werden, wobei die Überschlagspannung der Isolation jedoch deutlich unterhalb des gewünschten
Schutzpegels und auch unterhalb der Restspannung der Triggerschaltung liegen muss.
[0086] Alternativ zu einer Isolation ist ein definierter Übergangsbereich mit einer dünnen
und gegenüber dem Distanzstück 13 hochohmigeren, jedoch elektrisch leitenden Schicht
16 möglich. Beide geschilderten Maßnahmen bedingen eine höhere Stromdichte an der
quasi Kanalinnenseite des als Hohlzylinder ausgeführten Distanzstücks 13 und führen
zu einem beschleunigten Überschlagsverhalten. Zusätzlich wird eine Vorionisation im
isolierten bzw. hochohmigeren Bereich bewirkt.
[0087] Das Distanzstück 13 kann zudem im Umfang des Hohlzylinders sowohl in radialer als
auch in axialer Richtung hinsichtlich der elektrischen Leitfähigkeit variiert werden.
Hierdurch können neben der Steuerung der elektrischen Stromdichte im Distanzstück
13 auch Effekte einer thermischen Isolation gegenüber den Elektroden 8 und 9 bewirkt
werden. Darüber hinaus kann die Variation der Materialien im Entladungskanal der Funktionsteilung
dienen bzw. zur Beeinflussung der Temperatur- und Druckfestigkeit sowie der besseren
Alterungsqualität und zur Reduzierung des Abbrands genutzt werden.
[0088] Die Fig. 2 zeigt hier beispielsweise eine im Wesentlichen nur axiale Funktionsaufteilung.
Im Gegensatz zur Darstellung nach Fig. 1 sind gemäß Fig. 2 die Elektroden 8 und 9
hinsichtlich der metallischen Kapselung 21 isoliert.
[0089] Die Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform einer möglichen Geometrie in Querschnittsdarstellung
für die passive Funkenstrecke 2.
[0090] Bei dieser Funkenstrecke 2 soll ein Überschlag zwischen den Hauptelektroden 8 und
9 erst bei einer vergleichsweise langen Zeitdauer oder sehr hohen Impulsströmen erfolgen.
[0091] Dies ist insbesondere dann von Interesse, wenn die Restspannung der Funkenstrecke
2 bei einer Vielzahl von impulsförmigen Entladungen oberhalb der Nennspannung liegen
soll, um einen Netzfolgestrom zu unterbinden.
[0092] Zu diesem Zweck wird das Distanzstück 13 an beiden Stirnseiten vollflächig mit den
jeweiligen Hauptelektroden 8 und 9 kontaktiert, um eine weitestgehend homogene Stromdichte
innerhalb des Distanzstücks 13 zu bewirken. Zusätzlich können Erhöhungen der elektrischen
Feldstärke, insbesondere im Überschlagsbereich vermieden werden.
[0093] Mit Hilfe der Fig. 4 sei eine prinzipielle Ausführungsform von zwei Funkenstrecken
in Querschnittsdarstellung illustriert, die sich innerhalb einer gemeinsamen metallischen
Kapselung 21 befinden.
[0094] Beide Funkenstrecken besitzen eine gemeinsame Mittelelektrode 9, welche gegenüber
der druckfesten Kapselung 21 isoliert ist. Im Bereich der passiven Funkenstrecke 2
ist jedoch eine niederohmige Verbindung zur dortigen Hauptelektrode 8 vorhanden. Im
Gegensatz zur Darstellung nach Fig. 1, bei welcher bei beiden Funkenstrecken 1 und
2 jeweils eine Hauptelektrode unmittelbar mit dem metallischen Mantel 21 in Kontakt
steht, werden mindestens bei einer der Funkenstrecken 1 und 2 gemäß Darstellung nach
Fig. 4 beide Hauptelektroden gegenüber dem Mantel bzw. der Kapselung 21 isoliert.
[0095] Gemäß der Darstellung nach Fig. 4 ist dies bei der passiven Funkenstrecke 2 der Fall.
Alternativ können auch die Funkenstrecke 1 oder aber auch beide Funkenstrecken mit
isolierenden Hauptelektroden 8 und 9 ausgeführt werden. Die Isolation der Hauptelektroden
8 und 9 wird gegenüber einer isolierenden Unterbrechung des druckfesten metallischen
Mantels 21 aufgrund eines besseren Überlastverhaltens bevorzugt. Die Funkenstrecken
entsprechend Fig. 4 besitzen ebenso wie in Fig. 1 dargestellt, entgegengesetzte Entlüftungs-
und Druckausgleichsöffnungen oder Kanäle 6.
[0096] Die Hauptelektroden weisen bei beiden Funkenstrecke 1 und 2 jeweils mindestens einen
Abstand von im Wesentlichen 5 mm auf. Der Druck im Entladungsbereich, welcher vom
Einsatz 13 vollständig oder teilweise umschlossen wird, beträgt bei Impuls- und Folgestromentladungen
bis zu mehreren 100 bar. Bei prospektiven Netzfolgeströmen im Bereich von > 500 A
bis zu mehreren kA werden Drücke von mindestens 10 bar erreicht.
[0097] Zur Steuerung der Ansprechspannung und zur Zündung der Funkenstrecken ist keine aufwendige
und überlastungsgefährdete, externe, zusätzliche kapazitive oder ohmsche Spannungssteuerung
erforderlich, welche zudem über den gesamten relevanten Frequenzbereich abgestimmt
werden müsste. Die gezeigte Reihenschaltung von zwei Funkenstrecken ist grundsätzlich
beliebig erweiterbar.
[0098] Die Reihenschaltung aus einer Funkenstrecke mit Isolation und einer quasi kurzgeschlossenen
Funkenstrecke besitzt gegenüber zwei Funkenstrecken mit jeweils isolierter Trennstrecke
an sich den Nachteil, dass nur eine Trennstrecke eine Sofortverfestigung nach dem
Stromnulldurchgang bereitstellt. Die Sofortverfestigungsspannung liegt im Bereich
von ca. 300 V. Bei dem Einsatz einer solchen Funkenstrecke bei höheren Betriebsspannungen,
insbesondere bei Spannungen über der Sofortverfestigungsspannung besteht die Gefahr
von Wiederzündungen. Um ungeachtet dieses Nachteils mit nur einer Isolationsstrecke
arbeiten zu können, wird der Effekt genutzt, dass die eingesetzten Funkenstrecken
die sich ausbildende Druckerhöhung zur Löschung des Folgestroms nutzen. Durch die
Verwendung des Drucks zur Löschung des Folgestroms besteht auch nach dem Stromnulldurchgang,
insbesondere bei einem allmählichen Druckabbau, die Möglichkeit, den relativ hohen
Druck für die Erhöhung der dielektrischen Spannungsfestigkeit der Trennstrecke wirksam
werden zu lassen. Die Spannungsfestigkeit nach dem Stromnulldurchgang kann somit proportional
mit der Druckerhöhung gesteigert werden, wodurch Wiederzündungen vermeidbar sind.
Dies ermöglicht in überraschender Weise den Einsatz der vorgeschlagenen Funkenstreckenkombination
auch bei Nennspannungen deutlich oberhalb der Sofortverfestigungsspannung für eine
Trennstrecke.
[0099] Die eingesetzte Überstromschutzeinrichtung umfasst eine Reihenschaltung aus mehreren
Schmelzelementen, welche einen geometrisch vorgegebenen, mechanischen und elektrischen
Verbund bilden.
[0100] Ein erster Teil des Reihenverbunds umfasst zwei zylindrische Einzelsicherungen 100
und 200. Diese beiden zylindrischen Einzelsicherungen 100 und 200 werden durch einen
leitfähigen, bevorzugt metallischen Zylinder 300 an den Stirnseiten 400 und dort vorhandenen
Anschlusskappen 500 mechanisch und elektrisch, z.B. durch Klemmen oder Verlöten verbunden.
[0101] Der so entstandene Verbund aus den zylindrischen Einzelsicherungen 100 und 200 mit
dem Verbindungszylinder 300 ist mit einem isolierenden Schrumpfschlauch 600 überzogen
(siehe Fig. 6).
[0102] Die freien Enden der Einzelsicherungen 100 und 200 weisen ebenfalls Anschlusskappen
500, jedoch mit Lötfähnchen 500a, welche dem elektrischen Anschluss und dem mechanischen
Fixieren auf einer Leiterplatte dienen, auf.
[0103] Die Reihenschaltung umfasst darüber hinaus einen mechanischen und elektrischen Parallelverbund
aus Schmelzelementen, wobei mindestens eines der Schmelzelemente des Parallelverbunds
einen Schlagbolzen als mechanischen Auslöser aufweist. Der mechanische Auslöser kann
als drahtförmiges Auslöseteil ausgeführt sein, wobei bevorzugt dieser Draht des Auslöseteils
über einen Teil der gesamten Überstromschutzeinrichtung parallel geschaltet wird,
was den Vorteil hat, dass die Abstimmung der Stromkommutierung und des Schaltvermögens
sich auf diesen Teil der Sicherung beschränkt.
[0104] Bei einer Parallelschaltung zur gesamten Sicherungsanordnung, d.h. parallel zu allen
Teilsicherungen, müsste der Schmelzleiter der Indikatorsicherung das volle Schaltvermögen
besitzen, was zwar möglich ist, jedoch zu höheren Kosten führt.
[0105] In einer Ausführungsform kann der Schmelzleiter der Sicherung, zu welcher der Indikator
parallel geschaltet ist, mit einem minimal niedrigeren Schmelzintegral versehen werden,
um eine sichere Anzeige auch bei geringen Überlastungen zu gewährleisten.
[0106] Da das vollständige Ausgasen der Indikatorsicherung bzw. das Wegschleudern von Teilen
des Indikators nur mit hohem Aufwand vermieden werden kann, besteht grundsätzlich
die Gefahr des Außenüberschlags der Sicherungsanordnung bei hohen Spannungen.
[0107] Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, wird der Indikatorteil, d.h. der Parallelverbund,
mit einem zusätzlichen Gehäuse 700 (siehe Fig. 8 und 9) versehen.
[0108] Dieses Gehäuse 700 blockiert den Außenüberschlag und reduziert die Gefahr, die durch
frei werdende Indikatorteile (Schlagbolzen) entstehen können, erheblich.
[0109] Wie aus der Fig. 8 ersichtlich, ist das Gehäuse 700 bevorzugt im rechten Winkel bezogen
auf die Längsachse des Verdrahtungsträgers 800 angeordnet.
[0110] Der erste Teil des Reihenverbunds 900, umfassend die Einzelsicherungen mit Verbindungszylinder
und Schutzüberzug, ist auf der Unterseite des Verdrahtungsträgers 800 befindlich,
wobei der zweite Teil des Reihenverbunds, der sich im Gehäuse 700 befindet, auf der
Oberseite des Verdrahtungsträgers 800 angeordnet wird.
[0111] Aus der Darstellung nach Fig. 9 ist ersichtlich, dass der Verdrahtungsträger 800
eine langgestreckte, rechteckige Form mit an den Schmalseiten angebrachten Schraubanschlusslaschen
110 aufweist, wobei der erste Teil des Reihenverbunds 900 an einer Längsaußenkante,
mit dieser im Wesentlichen seitlich abschliessend, befindlich ist.
[0112] Das Schutzgehäuse 700 ist zur Längskante des Verdrahtungsträgers 800 offen, um einen
Austritt des darin befindlichen Schlagbolzens sowie eine Wirkverbindung zu einem federvorgespannten
Anzeigeschieber 111 zu ermöglichen.
[0113] Das Schutzgehäuse 700 besitzt an seiner vom Verdrahtungsträger 800 abgewandten Oberseite
eine farblich gestaltete Indikatorfläche, z.B. rot, oder weist einen Indikatorflächenfortsatz
auf, der sich vom Gehäuse 700 ausgehend erstreckt.
[0114] Der Verdrahtungsträger 800 ist auf der Oberseite eines Gehäuses 112 montierbar, wobei
im Gehäuse 112 sich eine in Reihe geschaltete Funkenstreckenanordnung befinden kann.
[0115] Die Vorteile der Gehäusekonstruktion hinsichtlich der Schaffung separater, gegeneinander
abgeschotteter Teilbereiche sollen unter Hinweis auf die Fig. 7 bis 10 nachstehend
erläutert werden.
[0116] Als abgeschottete Teilbereiche sind das Oberteil des Verdrahtungsträgers 800, die
nutenförmige Ausnehmung 114, das Funkenstreckengehäuse 112 und das Sicherungsgehäuse
700 anzusehen. Der Bereich der Trägerplatine und der Sicherungen wird von dem Funkenstreckengehäuse
112 durch eine isolierende Trennplatte vor Berußung oder Verschmutzung aus diesem
Bereich geschützt. Die Sicherung in der nutenförmigen Ausnehmung 114 wird somit, neben
den Verunreinigungen aus dem Bereich des Verdrahtungsträgers 800, auch vom Funkenstreckengehäuse
112 abgeschottet. Es können damit weder Verunreinigungen aus dem Funkenstreckenbereich
noch Verschmutzungen durch zerstörte Bauelemente auf dem Verdrahtungsträger das Schaltvermögen
der Sicherung 900 beeinträchtigen.
[0117] Der weitere Teil der Reihenschaltung der Sicherungen wird durch das Gehäuse 700 für
den Parallelverbund vor Berußung vom Verdrahtungsträger geschützt und kann gleichzeitig
keine Überschläge auf dem Verdrahtungsträger verursachen.
[0118] Mindestens eine Funkenstrecke der Funkenstreckenanordnung ist triggerbar und es kann
sich die Triggerschaltung auf dem Verdrahtungsträger befinden. Die Kontaktierung zwischen
Verdrahtungsträger und der zu triggernden Funkenstrecke kann über eine Kontaktfeder
erfolgen, die sich durch eine Ausnehmung 113 im Gehäuse 112 erstreckt (Fig. 7).
[0119] Weiterhin besitzt das Funkenstreckengehäuse 112 an seiner Oberseite eine muldenartige
Ausnehmung 114, in welche der erste Teil 900 des Reihenverbunds eintaucht, um eine
Schutz- und Isolationsfunktion zu bewirken (siehe hierzu Fig. 7 und 8).
[0120] Die Gesamtanordnung kann von einer isolierenden Kappe umgeben werden, wobei die Kappe
ein Sichtfenster aufweist, um einen Blick auf die Oberseite des Gehäuses 700 bzw.
den Anzeigeschieber 111 zu gestatten.
[0121] Der Anzeigeschieber 111 weist eine Anzeigefläche 115 auf. Diese Anzeigefläche kann
z.B. eine grüne Farbe besitzen, die den Zustand "in Ordnung" signalisiert.
[0122] Bewegt sich der Anzeigeschieber in der Darstellung gemäß Fig. 9 nach links, wird
die darunter liegende Oberseite des Gehäuses 700, welche andersfarbig gestaltet ist,
freigegeben und ein Fehlerzustand signalisiert.
[0123] Der Anzeigeschieber 111 besitzt darüber hinaus einen Fortsatz 116, welcher sich in
Längsrichtung über die Schmalseite des Verdrahtungsträgers 800 erstreckt, um mit einem
Fernmeldekontakt 117 in Wirkverbindung zu treten.
[0124] Im Bereich des Fortsatzes 116 besitzt der Anzeigeschieber 111 eine dornenartige Ausformung,
die eine Schraubendruckfeder aufnimmt, welche sich gegenüber dem Funkenstreckengehäuse
112 abstützt, um die notwendige Vorspannung zu erzeugen.
Bezugszeichenliste
[0125]
- 1
- aktive Funkenstrecke
- 2
- passive Funkenstrecke
- 3
- Triggerschaltung
- 4
- Anschluss
- 5
- Hauptkontakt / Anschluss
- 6
- Druckausgleichsöffnung
- 7
- Gasströmungsrichtung
- 8; 9
- Hauptelektrode
- 10
- Hilfselektrode
- 12
- Isolationsstrecke
- 13
- Einsatz oder Distanzstück
- 14
- tellerförmige Elektrodenhalterung
- 15
- Isolationsteil
- 16
- hochohmigere, elektrisch leitende Schicht
- 20
- Isolierung für Triggerkontakt
- 21
- metallische, druckfeste Kapselung
- 22
- Öffnung im Gasumlenkbereich einer Hauptelektrode /Gasumlenkkanal
- 23
- Nasenabschnitt
- 100; 200
- zylindrische Einzelsicherung
- 300
- Verbindungszylinder
- 400
- Stirnseite
- 500
- Anschlusskappe
- 500a
- Lötfähnchen
- 600
- Überzug
- 700
- Gehäuse für Parallelverbund
- 800
- Verdrahtungsträger
- 900
- erster Teil des Reihenverbunds
- 110
- Schraubanschlusslasche
- 111
- Anzeigeschieber
- 112
- Funkenstreckengehäuse
- 113
- Ausnehmung für Triggerkontaktierung
- 114
- muldenartige Ausnehmung
- 115
- Anzeigefläche
- 116
- Fortsatz
- 117
- Fernmeldekontakt
- 180
- Indikatorfläche
1. Funkenstreckenanordnung für höhere Bemessungsspannungen, wobei mindestens zwei gegenüberliegende
Elektroden aufweisende Funkenstrecken in Reihe geschaltet sind und mindestens eine
der Funkenstrecken aktiv, d.h. triggerbar ausgeführt ist, sowie mit einer Überstromschutzeinrichtung
für den Einsatz als blitzstromtragfähiger Netzableiter,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkenstrecken (1; 2) in einer druckfesten Kapselung (21) mit mindestens einer
Druckausgleichsöffnung (6) befindlich sind und ein den Abstand der Hauptelektroden
(8; 9) der passiven Funkenstrecke (2) überbrückender Einsatz (13) aus einem niederohmigen
Material besteht, welches sich bei Strombelastung hinsichtlich der abfallenden Restspannung
stark nichtlinear verhält, wobei die Überstromschutzeinrichtung eine Reihenschaltung
aus mehreren Schmelzelementen enthält, welche einen geometrisch vorgegebenen, mechanischen
und elektrischen Verbund bilden.
2. Funkenstreckenanordnung nach Anordnung 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkenstrecken (1; 2) jeweils einzeln, von einer druckfesten Kapselung (21) umgeben
sind, wobei die Druckausgleichsöffnungen (6) voneinander weg weisend orientiert sind.
3. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkenstrecken (1; 2) von einem gemeinsamen, druckfesten Gehäuse (21) umgeben
sind, welches die Druckausgleichsöffnungen (6) aufweist.
4. Funkenstreckenanordnung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkenstrecken (1; 2) rotationssymmetrisch ausgeführt sind und sich die jeweiligen
Hauptelektroden (8; 9) gegenüberliegen und jeweils eine der Hauptelektroden (8) einen
Gasumlenkkanal (22) aufweist, weiterhin zwischen den sich gegenüberliegenden Hauptelektroden
(8; 9) der mindestens einen passiven Funkenstrecke (2) der überbrückende niederohmige
Einsatz (13) als rotationssymmetrisches Teil mit zylinderförmiger, den Lichtbogenbrennraum
begrenzender Öffnung angeordnet ist, wobei die der Hauptelektrode mit Gasumlenkkanal
(22) gegenüberliegende Hauptelektrode (9) einen Nasenabschnitt (23) aufweist, welcher
in die zylinderförmige Öffnung, mit der Wandung dieser in Kontakt kommend, eintaucht.
5. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem rotationssymmetrischen Teil mit zylinderförmiger Öffnung und der Hauptelektrode
mit Nasenabschnitt (23) ein Übergangsteil (16) vorgesehen ist, welches gegenüber dem
Einsatz (13) einen höheren Widerstandswert aufweist und leitfähig ist.
6. Funkenstreckenanordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei einer Anordnung von zwei Funkenstrecken in einer gemeinsamen druckfesten Kapselung
(21) eine gemeinsame Mittel-Hauptelektrode (9) vorgesehen ist, welche eine Isolation
gegenüber der Mantelkapselung (21) aufweist.
7. Funkenstreckenanordnung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reihenschaltung einen mechanischen und elektrischen Parallelverbund aus Schmelzelementen
umfasst, wobei mindestens eines der Schmelzelemente des Parallelverbunds einen Schlagbolzen
als mechanischen Auslöser aufweist.
8. Funkenstreckenanordnung nach Ansprüche 1 und 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erster Teil (900) des Reihenverbunds auf einer Seite eines Verdrahtungsträgers
(800) und ein zweiter Teil des Reihenverbunds auf einer zweiten, der ersten gegenüberliegenden
Seite des Verdrahtungsträgers (800) befindlich ist.
9. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Teil des Reihenverbunds mindestens zwei zylindrische Einzelsicherungen (100;
200) aufweist, welche durch einen leitfähigen Zylinder (300) an den Stirnseiten (400)
und dort vorhandenen Anschlusskappen (500) mechanisch und elektrisch verbunden sind.
10. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Verbund aus zylindrischen Einzelsicherungen (100; 200) von einem isolierenden
Schrumpfschlauch oder dergleichen Material (600) überzogen ist.
11. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die freien Enden der Einzelsicherungen (100; 200) Anschlusskappen (500) mit Lötfähnchen
(500a) aufweisen.
12. Funkenstreckenanordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Verdrahtungsträger (800) eine langgestreckte, rechteckige Form mit an den Schmalseiten
angebrachten Schraubanschlusslaschen (110) aufweist, wobei der erste Teil (900) des
Reihenverbunds an einer Längsaußenkante, mit dieser im Wesentlichen seitlich abschließend,
angeordnet und der zweite Teil des Reihenverbunds, den Parallelverbund enthaltend,
im Wesentlichen rechtwinklig zur Längsachse des ersten Teils (900) des Reihenverbunds
auf dem Verdrahtungsträger (800) angeordnet ist.
13. Funkenstreckenanordnung nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Verdrahtungsträger (800) auf der Oberseite eines Gehäuses (112) montierbar ist,
wobei im Gehäuse (112) eine Funkenstreckenanordnung vorsehbar ist.
14. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkenstreckenanordnung in Reihenschaltung vorliegt und eine oder beide Funkenstrecken
der Anordnung triggerbar ist und die Triggerschaltung(en) sich auf dem Verdrahtungsträger
(800) befindet(n).
15. Funkenstreckenanordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Funkenstreckengehäuse (112) an seiner Oberseite eine muldenartige Ausnehmung (114)
besitzt, in welche der erste Teil des Reihenverbunds eintaucht, um eine Schutz- und
Isolationsfunktion zu bewirken.
1. Spark gap arrangement for higher rated voltages, wherein at least two spark gaps having
opposite electrodes are connected in series and at least one of the spark gaps is
configured actively, i.e. triggerable, and comprising an overcurrent protector for
use as a mains arrester capable of carrying lightning current,
characterized in that
the spark gaps (1; 2) are located in a pressure-resistant encapsulation (21) having
at least one pressure compensation opening (6), and an insert (13) bridging the spacing
of the main electrodes (8; 9) of the passive spark gap (2) is made of a low-impedance
material which, when subjected to an electrical load with respect to the decreasing
residual voltage, has a strong non-linear behavior, wherein the overcurrent protector
includes a series connection of several fuse elements which form a geometrically predefined
mechanical and electrical interconnection.
2. Spark gap arrangement according to claim 1,
characterized in that
the spark gaps (1; 2) are each separately enclosed by a pressure-resistant encapsulation
(21), wherein the pressure compensation openings (6) are oriented to be facing away
from each other.
3. Spark gap arrangement according to claim 1,
characterized in that
the spark gaps (1; 2) are enclosed by a common pressure-resistant housing (21) which
is provided with the pressure-compensation openings (6).
4. Spark gap arrangement according to one of the preceding claims,
characterized in that
the spark gaps (1; 2) are configured rotationally symmetrically and the respective
main electrodes (8; 9) are disposed opposite each other and one of the main electrodes
(8) comprises a gas deflection channel (22), that further between the opposite main
electrodes (8; 9) of the at least one passive spark gap (2) the bridging, low-impedance
insert (13) is arranged as a rotationally symmetrical part having a cylindrical opening
that delimits the arc combustion chamber, wherein the main electrode (9), which is
disposed opposite the main electrode having the gas deflection channel (22), has a
nose section (23) which immerses into the cylindrical opening by contacting the wall
of the same.
5. Spark gap arrangement according to claim 4,
characterized in that
a transition part (16) is provided between the rotationally symmetrical part having
the cylindrical opening and the main electrode having the nose section (23), which
has a higher resistance value as compared to the insert (13) and is conductive.
6. Spark gap arrangement according to one of claims 3 to 5,
characterized in that
if two spark gaps are arranged in a common pressure-resistant encapsulation (21),
a common center main electrode (9) is provided which is insulated with respect to
the encapsulation (21).
7. Spark gap arrangement according to one of the preceding claims,
characterized in that
the series connection comprises a mechanical and electrical parallel interconnection
of fuse elements, wherein at least one of the fuse elements of the parallel interconnection
has a striking pin as mechanical trigger.
8. Spark gap arrangement according to claims 1 and 7,
characterized in that
a first part (900) of the series interconnection is located on one side of a wiring
carrier (800) and a second part of the series interconnection is located on a second
side of the wiring carrier (800) which is disposed opposite the first one.
9. Spark gap arrangement according to claim 8,
characterized in that
the first part of the series interconnection comprises at least two cylindrical individual
fuses (100; 200) which are mechanically and electrically connected by a conductive
cylinder (300) on the front sides (400) and connecting caps (500) provided thereat.
10. Spark gap arrangement according to claim 9,
characterized in that
the interconnection of cylindrical individual fuses (100; 200) is covered by an insulating
heat-shrinkable sleeve or the like material (600).
11. Spark gap arrangement according to claim 9 or 10,
characterized in that
the free ends of the individual fuses (100; 200) comprise connecting caps (500) with
soldering tags (500a).
12. Spark gap arrangement according to one of claims 8 to 11,
characterized in that
the wiring carrier (800) has an elongated rectangular shape with screw connection
lugs (110) mounted on the narrow sides, wherein the first part (900) of the series
interconnection is arranged on a longitudinal outer edge substantially laterally flush
with the same, and the second part of the series interconnection, including the parallel
interconnection, is arranged on the wiring carrier (800) substantially orthogonally
with respect to the longitudinal axis of the first part (900) of the series interconnection.
13. Spark gap arrangement according to at least one of claims 8 to 12,
characterized in that
the wiring carrier (800) can be mounted on the upper side of a housing (112), wherein
a spark gap arrangement can be provided in the housing (112).
14. Spark gap arrangement according to claim 13,
characterized in that
the spark gap arrangement is connected in series and one or both spark gaps of the
arrangement is/are triggerable and the trigger circuit(s) is/are located on the wiring
carrier (800).
15. Spark gap arrangement according to one of claims 8 to 14,
characterized in that
the spark gap housing (112) has a depression-like recess (114) on its upper side,
into which the first part of the series interconnection immerses so as to cause a
protective and insulating function.
1. Ensemble d'éclateurs pour des tensions nominales supérieures, dans lequel au moins
deux éclateurs présentant deux électrodes opposées sont branchés en série et l'un
au moins des éclateurs est réalisé de manière active, c'est-à-dire susceptible d'être
déclenché, et comprenant un moyen de protection anti-surtension pour l'utilisation
en tant que protecteur de réseau parafoudre,
caractérisé en ce que
les éclateurs (1 ; 2) sont placés dans un encapsulage (21) résistant à la pression
avec au moins une ouverture d'égalisation de pression (6), et un insert (13) qui comble
la distance des électrodes principales (8 ; 9) de l'éclateur passif (2) est en un
matériau faiblement ohmique qui, lors de l'application d'un courant, se comporte de
manière fortement non linéaire vis-à-vis de la chute de tension résiduelle, et le
moyen de protection anti-surtension contient un circuit série formé de plusieurs éléments
fusibles qui forment un complexe mécanique et électrique de géométrie prédéterminée.
2. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les éclateurs (1 ; 2) sont entourés respectivement individuellement par un encapsulage
(21) résistant à la pression, et les ouvertures d'égalisation de pression (6) sont
orientées en éloignement l'une de l'autre.
3. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les éclateurs (1 ; 2) sont entourés par un boîtier commun (21) résistant à la pression,
qui comporte les ouvertures d'égalisation de pression (6).
4. Ensemble d'éclateurs selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les éclateurs (1, 2) sont réalisés à symétrie de révolution, et les électrodes principales
respectives (8 ; 9) sont mutuellement opposées, et respectivement l'une des électrodes
principales (8) comporte un canal de déviation de gaz (22) et ledit insert faiblement
ohmique (13) qui comble la distance entre les électrodes principales opposées (8 ;
9) dudit au moins un éclateur passif (2) est réalisé sous forme de pièce à symétrie
de révolution avec une ouverture de forme cylindrique qui délimite la cavité de l'arc
électrique, et l'électrode principale (9) opposée à l'électrode principale comportant
le canal de déviation de gaz (22) comporte un tronçon en forme de bec (23) qui plonge
dans l'ouverture de forme cylindrique et vient en contact avec la paroi de celle-ci.
5. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 4,
caractérisé en ce qu'il est prévu, entre la pièce à symétrie de révolution présentant l'ouverture de forme
cylindrique et l'électrode principale présentant le tronçon en forme de bec (23),
une pièce de transition (16) qui présente par rapport à l'insert (13) une valeur de
résistance plus élevée et qui est conductrice.
6. Ensemble d'éclateurs selon l'une des revendications 3 à 5,
caractérisé en ce que lors de l'agencement de deux éclateurs dans un encapsulage commun (21) résistant
à la pression, il est prévu une électrode principale centrale commune (9), laquelle
présente une isolation par rapport à l'encapsulage enveloppe (21).
7. Ensemble d'éclateurs selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le circuit série comprend un circuit parallèle mécanique et électrique formé d'éléments
fusibles, dans lequel l'un au moins des éléments fusibles du circuit parallèle comprend
un percuteur à titre de déclencheur mécanique.
8. Ensemble d'éclateurs selon les revendications 1 et 7,
caractérisé en ce qu'une première partie (900) du circuit série se trouve sur un côté d'un support de câblage
(800), et une seconde partie du circuit série se trouve sur un second côté, opposé
au premier côté, du support de câblage (800).
9. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 8,
caractérisé en ce que la première partie du circuit série comprend au moins deux fusibles individuels cylindriques
(10 ; 200) qui sont reliés mécaniquement et connectés électriquement par un cylindre
conducteur (300) au niveau des faces frontales (400) et par des capuchons de connexion
(50) prévus à cet endroit.
10. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 9,
caractérisé en ce que le circuit formé de fusibles individuels cylindriques (100 ; 200) est recouvert d'une
gaine thermorétractable isolante ou d'un matériau similaire (600).
11. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 9 ou 10,
caractérisé en ce que les extrémités libres des fusibles individuels (100 ; 200) comportent des capuchons
de connexion (500) avec des pattes de brasage (500a).
12. Ensemble d'éclateurs selon l'une des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que le support de câblage (800) présente une forme allongée rectangulaire avec des pattes
de connexion à visser (110) rapportées sur les petits côtés, dans lequel la première
partie (900) du circuit série est agencée sur une arête extérieure longitudinale en
se raccordant essentiellement latéralement à celle-ci, et la seconde partie du circuit
série, qui contient le circuit parallèle, est agencée essentiellement à angle droit
par rapport à l'axe longitudinal de la première partie (900) du circuit série sur
le support de câblage (800).
13. Ensemble d'éclateurs selon l'une au moins des revendications 8 à 12,
caractérisé en ce que le support de câblage (800) est susceptible d'être monté sur la face supérieure d'un
boîtier (112), et en ce qu'un ensemble d'éclateurs peut être prévu dans le boîtier (112).
14. Ensemble d'éclateurs selon la revendication 13,
caractérisé en ce que l'ensemble d'éclateurs se présente sous forme d'un circuit série, et l'un des éclateurs
ou les deux de l'ensemble est/sont susceptible(s) d'être déclenché(s), et le ou les
circuit(s) de déclenchement se trouve(nt) sur le support de câblage (800).
15. Ensemble d'éclateurs selon l'une des revendications 8 à 14,
caractérisé en ce que le boîtier (112) des éclateurs possède à sa face supérieure un évidement (114) en
forme de goulotte dans lequel plonge la première partie du circuit série pour assurer
une fonction de protection et d'isolation.