[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Trennmittelsprühvorrichtung für eine Gießmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Trennmittelsprühvorrichtungen werden beispielsweise als Trennmittelsprühsysteme
zum automatisierten Besprühen von Gießformen in Druckgießmaschinen eingesetzt. Mit
fortschreitenden Anforderungen an Gussqualität, Standzeiten, Wartung, Materialverbrauch
und Umweltschutz steigen entsprechend die Anforderungen an die Trennmittelsprühsysteme.
[0003] Es ist bekannt, das Trennmittel über eine oder mehrere Sprühdüsen in intermittierenden
Sprühstößen auszutragen, indem eine zur jeweiligen Sprühdüse führende, absperrbare
Trennmittelzufuhrleitung nur für einen gewissen Zeitraum während des Sprühstoßes geöffnet
und der Sprühdüse gleichzeitig Druckluft zugeführt wird, so dass Trennmittel in die
Sprühdüse gesaugt und von ihr druckluftunterstützt als Sprühstahl ausgetragen wird.
Die Offenlegungsschrift
DE 32 38 201 A1 und die Patentschrift
EP 1 468 745 B1 offenbaren derartige Trennmittelsprühvorrichtungen, bei denen zum steuerbaren Öffnen
und Absperren der Trennmittelzufuhrleitung zur Sprühdüse ein durch Steuerluft betätigbarer
Steuerkolben vorgesehen ist. Dadurch ist die Menge an pro Sprühstoß ausgetragenem
Trennmittel unter anderem vom einstellbaren Hub des Steuerkolbens und von dessen Öffnungszeit
abhängig, während der er die Trennmittelzufuhrleitung freigibt. Wegen der zusätzlichen
Abhängigkeit von weiteren Parametern, wie Trennmitteldruck, Geometrie und insbesondere
Querschnitt der Sprühdüse sowie Druck und Zeitdauer des der Sprühdüse zugeführten
und das Trennmittel ansaugenden Sprühluftstoßes, ist die pro Sprühstoß und Sprühdüse
versprühte Trennmittelmenge bei diesen herkömmlichen Sprühsystemen nicht genau bekannt
und wird auch nicht genau vorgegeben.
[0004] Zur Erzielung kurzer Zykluszeiten im Gießprozess werden für moderne Druckgießmaschinen
entsprechend schnelle Trennmittelsprühsysteme und demgemäß sehr kurze Sprühzeiten
bei gleichbleibend guter, reproduzierbarer Sprühcharakteristik gefordert. Insbesondere
sollte die Sprühcharakteristik und speziell die versprühte Trennmittelmenge auch nicht
von etwaigen Schaltverzögerungen beteiligter Systemkomponenten, wie Absperrventilen
und dgl., beeinflusst sein. Außerdem sollte die versprühte Trennmittelmenge minimal
gehalten werden.
[0005] Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung einer Trennmittelsprühvorrichtung
der eingangs genannten Art zugrunde, die ein zuverlässiges Austragen einer vorgebbaren
Trennmittelmenge in einem jeweiligen Sprühstoß über eine oder mehrere Sprühdüsen ermöglicht.
[0006] Die Erfindung löst dieses Problem durch die Bereitstellung einer Trennmittelsprühvorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Bei dieser Trennmittelsprühvorrichtung beinhalten
die Austragmittel wenigstens eine Dosiereinheit, die wenigstens einer Sprühdüse zugeordnet
ist und eine in einem anstehenden Sprühstoß durch die wenigstens eine zugeordnete
Sprühdüse auszutragende Trennmittelmenge festlegt und von einer Trennmittelzufuhr
separiert zum Austragen im anstehenden Sprühstoß bereitstellt.
[0007] Mit dieser erfindungsgemäßen Trennmittelsprühvorrichtung lassen sich pro Sprühstoß
auch vergleichsweise geringe Trennmittelmengen exakt dosieren und austragen, auch
bei geringen Sprühzeiten und/oder geringem Trennmitteldruck und/oder verhältnismäßig
geringem Düsenquerschnitt. Die von der Dosiereinheit für den anstehenden Sprühstoß
definiert festgelegte Trennmittelmenge wird separat von einer Trennmittelzufuhr, wie
einer Zufuhr von Trennmittel aus einer Trennmittelquelle über eine Trennmittelzufuhrleitung,
bereitgestellt und kann im anstehenden Sprühstoß ausgetragen werden, ohne dass sie
von sich verändernden und/oder nicht genau bekannten Systemparametern beeinflusst
wird, wie Trennmitteldruck, Düsengeometrie sowie Druckverlauf und Zeitdauer des der
Sprühdüse jeweils zugeführten Sprühluftstoßes. Das exakte Austragen der gewünschten
Trennmittelmenge pro Sprühstoß wird auch bei sehr kurzen Sprühzeiten nicht durch etwaige
Schaltverzögerungen oder andere nicht genauer bekannte oder reproduzierbare Funktionscharakteristika
beteiligter Systemkomponenten, wie Ventile, Steuerkolben und dergleichen, beeinflusst.
[0008] In einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 umfasst die jeweilige Dosiereinheit
einen Trennmittelraum, der absperrbar über eine Trennmittelzufuhrleitung mit einer
Trennmittelquelle und über eine Düsenanschlussleitung mit der wenigstens einen zugeordneten
Sprühdüse verbunden ist, und ein bewegliches und dadurch den Trennmittelraum mit variablem
Volumen begrenzendes Dosierelement. Auf diese Weise kann die im anstehenden Sprühstoß
über die eine oder mehreren zugeordneten Sprühdüsen auszutragende Trennmittelmenge
in dem Trennmittelraum bevorratet werden, von wo sie dann im anstehenden Sprühstoß
ausgetragen werden kann.
[0009] In weiterer Ausgestaltung dieser Maßnahme befindet sich gemäß Anspruch 3 je ein Rückschlagventil
in der Trennmittelzufuhrleitung und/oder der Düsenanschlussleitung. Diese selbsttätigen
Ventilsteuermittel ermöglichen das gewünschte Zuführen von Trennmittel in den Trennmittelraum
vor dem nächsten Sprühstoß und das Austragen der dort bevorrateten Trennmittelmenge
über die eine oder mehreren zugeordneten Sprühdüsen im nächsten Sprühstoß, ohne dass
Trennmittel aus dem Trennmittelraum in die Trennmittelzufuhrleitung bzw. die Trennmittelquelle
zurückgelangt. In einer weiteren Ausgestaltung gemäß Anspruch 4 befindet sich das
Dosierelement zusammen mit wenigstens einer der einen oder mehreren ihm zugeordneten
Sprühdüsen in einem gemeinsamen Gehäusekörper, so dass das Dosierelement mit der betreffenden
Sprühdüse als eine Baueinheit verbaut werden kann.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung weist gemäß Anspruch 5 die Dosiereinheit einen mit
einer Steuermediumquelle verbundenen Steuermediumraum auf, über den das Dosierelement
gesteuert werden kann. In Weiterbildung gemäß Anspruch 6 kann die Steuermediumquelle
Mittel zum gesteuerten Beaufschlagen des Dosierelements mit wenigstens zwei unterschiedlichen
Steuerdrücken aufweisen, wobei ein erster Steuerdruck das Dosierelement zum Zudosieren
von Trennmittel in den Trennmittelraum ansteuert und ein vom ersten verschiedener
zweiter Steuerdruck das Dosierelement zum Austragen des zudosierten Trennmittels aus
dem Trennmittelraum ansteuert.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 7 sind die Austragmittel dafür eingerichtet,
die im jeweils nächsten Sprühstoß und/oder von unterschiedlichen Dosiereinheiten auszutragende
Trennmittelmenge variabel einzustellen. So können bei Bedarf über die gleiche Sprühdüse
unterschiedliche Trennmittelmengen in aufeinander folgenden Sprühstößen versprüht
werden oder in parallelen Sprühstößen unterschiedliche Trennmittelmengen über Sprühdüsen,
die verschiedenen Dosiereinheiten zugeordnet sind.
[0012] In einer weiteren Ausgestaltung dieser Maßnahme ist gemäß Anspruch 8 dem Dosierelement
der jeweiligen Dosiereinheit ein verstellbarer Bewegungsbegrenzer zur variablen Einstellung
der in den Trennmittelraum zudosierten bzw. aus diesem ausgetragenen Trennmittelmenge
zugeordnet. Dies stellt eine vorteilhaft einfache Maßnahme zum variablen Einstellen
der pro Sprühstoß auszutragenden Trennmittelmenge dar.
[0013] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden nachfolgend beschrieben. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische, ausschnittweise Querschnittansicht eines Sprühblocks einer Trennmittelsprühvorrichtung
mit einem Dosierkolben als Dosierelement für eine Druckgießmaschine in einer Zudosiersituation,
- Fig. 2
- eine Querschnittansicht entsprechend Fig. 1 in einer Austragsituation der Sprühvorrichtung,
- Fig. 3
- eine Querschnittansicht entsprechend Fig. 1 für eine Variante mit Dosiermembran als
Dosierelement und
- Fig. 4
- eine Querschnittansicht entsprechend Fig. 2 für die Variante mit Dosiermembran.
[0014] Die in den Fig. 1 und 2 mit ihren vorliegend interessierenden Komponenten gezeigte
Trennmittelsprühvorrichtung eignet sich beispielsweise zum automatisierten Besprühen
von Formoberflächen bei Druckgießmaschinen, z.B. für Metalldruckguss, mit einem üblichen
Trennmittel bzw. Trennmedium. Die Trennmittelsprühvorrichtung beinhaltet je nach Bedarf
eine oder mehrere Sprühdüsen, von denen in den Ansichten der Fig. 1 und 2 eine Sprühdüse
1 repräsentativ gezeigt ist. Die jeweilige Sprühdüse 1 ist an einer Sprühseite 2a
eines Sprühblocks bzw. Gehäusekörpers 2 montiert, in welchem außerdem eine oder mehrere
Dosiereinheiten vorgesehen sind, von denen in der Ansicht der Fig. 1 und 2 eine der
gezeigten Sprühdüse 1 zugeordnete Dosiereinheit 3 repräsentativ gezeigt ist.
[0015] Die gezeigte Dosiereinheit 3 beinhaltet eine im Gehäusekörper 2 vorgesehene Hohlkammer
4, die durch einen als Dosierelement fungierenden, axial beweglich angeordneten Dosierkolben
5 in einen Trennmittelraum 6 und einen Steuermediumraum 7 aufgeteilt ist. Der Steuermediumraum
7 ist durch eine Steuermediumleitung 8 mit einer üblichen, nicht gezeigten Steuermediumquelle
verbunden. Durch Zufuhr oder Abfuhr von Druckluft oder eines anderen gasförmigen oder
flüssigen Steuermediums kann der Steuermediumraum 7 wahlweise druckbelastet oder druckentlastet
werden. Der Trennmittelraum 6 ist durch eine Trennmittelzufuhrleitung 9 mit einer
üblichen, nicht gezeigten Trennmittelquelle verbunden. In der Trennmittelzufuhrleitung
9 ist ein Rückschlagventil 10 so angeordnet, dass Trennmittel von der Trennmittelquelle
in den Trennmittelraum 6 gefördert werden kann, ein Trennmittelrückfluss vom Trennmittelraum
6 zur Trennmittelquelle jedoch blockiert wird.
[0016] Die Sprühdüse 1 ist über eine Düsenanschlussleitung 11 mit dem Trennmittelraum 6
verbunden, wobei in der Düsenanschlussleitung 11 ein Rückschlagventil 12 derart angeordnet
ist, dass Trennmittel aus dem Trennmittelraum 6 zur Sprühdüse 1 gefördert werden kann,
ein Rückfluss in den Trennmittelraum 6 jedoch blockiert wird. Über eine Sprühträgermediumleitung
13 ist die Sprühdüse 1 mit einer üblichen, nicht gezeigten Sprühträgermediumquelle
verbunden, um der Sprühdüse 1 ein Sprühträgermedium, wie z.B. Druckluft, zuführen
zu können, mit dem das Versprühen des parallel zugeführten flüssigen Trennmittels
bewirkt wird. Durch geeignete geometrische Gestaltung der Sprühdüse 1 mit zugehörigen
Düsenkanälen 1a ergibt sich in herkömmlicher Weise eine Vermischung des Sprühträgermediums,
z.B. Luft, mit dem Trennmittel und der gewünschte Sprüheffekt.
[0017] Ein vom Dosierkolben 5 abgehender Kolbenschaft 15 ist abgedichtet in einer Bohrung
16 geführt, die von der Sprühseite 2a her in den Gehäusekörper 2 eingebracht ist.
In den Kolbenschaft 15 ist stirnseitig von außen eine Stellschraube 17 eingeschraubt,
die mit einem Anschlag 17a als variabel einstellbarer Kolbenhubbegrenzer fungiert.
Auf der gegenüberliegenden Seite stützt sich der Dosierkolben 5 auf einer Schraubenfeder
18 ab, die sich ihrerseits auf einer Bodenfläche 19 des Trennmittelraums 6 abstützt
und durch einen Kolbenschaftstummel 20 gegen seitliches Verlagern gesichert ist.
[0018] Je nach Bedarf und Anwendungsfall kann je eine Dosiereinheit individuell einer Sprühdüse
zugeordnet sein, d.h. in diesem Fall ist nur eine Sprühdüse mit dem Trennmittelraum
der betreffenden Dosiereinheit verbunden. Alternativ können mehrere Sprühdüsen parallel
an eine Dosiereinheit angekoppelt sein. Mit anderen Worten sind in entsprechenden
Ausführungsformen der Erfindung bei gegebener Anzahl und Anordnung von Sprühdüsen
nur eine Dosiereinheit für alle Sprühdüsen oder eine der Anzahl von Sprühdüsen entsprechende
Anzahl von je einer Sprühdüse zugeordneten Dosiereinheiten oder mehrere Dosiereinheiten
vorgesehen, von denen wenigstens eine mehreren Sprühdüsen zugeordnet ist. Dabei können
ebenfalls je nach Bedarf und Anwendungsfall je eine Dosiereinheit und die ihr zugeordnete(n)
Sprühdüse(n) wie gezeigt in einen gemeinsamen Sprühblockmodulkörper integriert sein,
um ein gesamtes Sprühsystem dann modular aus mehreren Sprühblockmodulen aufzubauen,
oder es sind alternativ alle oder jedenfalls mehrere Dosiereinheiten mit ihren angekoppelten
Sprühdüsen in einem Sprühblock integriert. Bei Vorhandensein mehrerer Dosiereinheiten
können diese gleich oder unterschiedlich gebaut sein, z.B. können mehrere Dosiereinheiten
mit gleichem oder unterschiedlichem Querschnitt des Trennmittelraums vorgesehen sein,
denen jeweils eine individuell festlegbare Anzahl von Sprühdüsen zugeordnet ist.
[0019] Die in der erfindungsgemäßen Trennmittelsprühvorrichtung verwendeten Austragmittel
umfassen außer den oben erwähnten Komponenten, wie insbesondere die Dosiereinheit(en)
und die zugehörigen Mediumleitungen bzw. Mediumkanäle, je nach Anwendungsfall weitere
Systemkomponenten, die herkömmlicher Art sind und daher hier nicht näher gezeigt und
erläutert sind. Insbesondere beinhalten die Austragmittel eine geeignete Sprühsteuereinheit
zur Ansteuerung der beteiligten Vorrichtungskomponenten. Es versteht sich, dass in
dieser Steuereinheit ein geeigneter Steuerungsalgorithmus implementiert ist, um das
erfindungsgemäße Trennmittelsprühverfahren auszuführen, wie nachfolgend näher beschrieben.
[0020] Die anhand der Fig. 1 und 2 oben erläuterte, erfindungsgemäße Trennmittelsprühvorrichtung
ermöglicht durch ihre speziellen Austragmittel zum gesteuerten Sprühstoßaustrag des
Trennmittels aus der jeweiligen Sprühdüse 1 unter Verwendung der charakteristischen
Dosiereinheit(en) 3 das Austragen einer sehr genau festlegbaren Trennmittelmenge pro
Sprühstoß, indem vor einem jeweiligen Sprühstoß eine entsprechende Trennmittelmenge
vom Dosierkolben 5 in den Trennmittelraum 6 eingesaugt wird, die anschließend beim
nächsten Sprühstoß vom Dosierkolben 5 zu der oder den angekoppelten Sprühdüsen 1 gedrückt
und über diese ausgetragen bzw. versprüht wird.
[0021] Dazu veranschaulicht Fig. 1 den Betriebszustand beim Ansaugen von Trennmittel. Der
Steuermediumraum 7 wird durch Abführen von Steuermedium über die Steuermediumleitung
8 druckentlastet, so dass sich der Dosierkolben 5 aufgrund der Druckkraft der Schraubenfeder
18 und/oder eines Unterdrucks im Steuermediumraum 7 in Fig. 1 nach oben bewegt, d.h.
in Richtung Vergrößerung des Trennmittelraums 6. Folglich strömt über die Trennmittelzufuhrleitung
9 und das sich öffnende Rückschlagventil 10 Trennmittel von der Trennmittelquelle
in den Trennmittelraum 6, wobei das Rückschlagventil 12 in der Düsenanschlussleitung
11 geschlossen bleibt. Die angesaugte Trennmittelmenge ist damit exakt durch den Ansaughub
des Dosierkolbens 5 festlegbar. Dieser kann dadurch definiert sein, dass ein am Dosierkolben
5 vorgesehener Anschlag 5a an einer in Fig. 1 oberen Begrenzungsfläche des Steuermediumraums
7 zur Anlage kommt. Alternativ kann durch entsprechende Einstellung eines bleibenden
Begrenzungsdrucks des Steuermediums im Steuermediumraum 7 eine Begrenzung des Ansaughubs
des Dosierkolbens 5 vorgesehen sein, d.h. in der entsprechenden Endstellung des Dosierkolbens
5 hat die Druckkraft der Schraubenfeder 18 bis auf den Wert einer vorgegebenen verbleibenden
Druckkraft des Steuermediums auf den Dosierkolben 5 abgenommen.
[0022] Nach abgeschlossenem Ansaugvorgang kann der anschließende Sprühstoßvorgang eingeleitet
werden, wie er in Fig. 2 veranschaulicht ist. Dazu wird durch Zufuhr von Steuermedium
über die Steuermediumleitung 8 der Steuermediumdruck im Steuermediumraum 7 ausreichend
erhöht, so dass sich der Dosierkolben 5 in Richtung Verkleinerung des Trennmittelraums
6, d.h. in Fig. 2 nach unten, gegen die Kraft der Druckfeder 18 bewegt. Dies hat zur
Folge, dass sich das Rückschlagventil 12 in der Düsenanschlussleitung 11 öffnet, so
dass Trennmittel aus dem Trennmittelraum 6 über die Düsenanschlussleitung 11 zur Sprühdüse
1 gefördert wird, während sich das Rückschlagventil 10 in der Trennmittelzufuhrleitung
9 schließt und einen Trennmittelrückfluss zur Trennmittelquelle verhindert. Die Bewegung
des Dosierkolbens 5 ist in den Fig. 1 und 2 durch einen Bewegungspfeil D symbolisiert,
der Trennmittelfluss durch einen jeweiligen Strömungspfeil T.
[0023] Zusammen mit dem Trennmittel wird der Sprühdüse 1 das Sprühträgermedium zugeführt,
wie mit einem Strömungspfeil S symbolisiert, so dass die Sprühdüse 1 das zugeführte
Trennmittel in einem Sprühstrahl 21 versprüht, wobei für den Sprühstrahl 21 eine gewünschte
Charakteristik durch entsprechende Gestaltung der Sprühdüse 1 und Zufuhr des Trennmittels
und des Sprühträgermediums eingestellt werden kann, z.B. in Geometrie und Richtung,
bei Bedarf auch variabel. Je nach Bedarf kann die Sprühdüse 1 hierzu in herkömmlicher
Weise auf Innen- oder Außenmischprinzipien ausgelegt sein.
[0024] Das Ende der Austragbewegung des Dosierkolbens 5 im jeweiligen Sprühstoß wird durch
Anschlagen des Kolbenhubbegrenzers 17a der Stellschraube 17 an der Sprühseite 2a des
Gehäusekörpers 2 definiert. Diese Endstellung ist in Fig. 2 gezeigt. Durch entsprechendes
Verstellen der Stellschraube 17 kann diese Endstellung des Dosierkolbens 5 variabel
eingestellt werden. Es versteht sich, dass alternativ zum variabel einstellbaren Kolbenhubbegrenzer
17a der Stellschraube 17 eine beliebige andere, dem Fachmann an sich bekannte Kolbenhubbegrenzungsmaßnahme
vorgesehen sein kann. Beispielsweise kann der maximal oder bis zu einem durch den
Austrag-Steuerdruck des Steuermediums bestimmbaren Maß zusammengedrückte Zustand der
Schraubendruckfeder 18 einen solchen alternativen Endanschlag definieren, oder es
ist im Trennmittelraum 6 ein anderer herkömmlicher, unveränderlicher oder variabel
intern oder ferngesteuert von außen verstellbarer Endanschlag vorgesehen.
[0025] Die beiden gegenüberliegenden Endstellungen des Dosierkolbens 5, die in der erläuterten
Weise definiert vorgegeben werden, definieren den Hub des Dosierkolbens 5 und damit
auch exakt das vor dem jeweiligen Sprühstoß in den Trennmittelraum 6 angesaugte und
dort bevorratete Trennmittelvolumen, das anschließend beim nächsten Sprühstoß in exakt
dieser zuvor angesaugten Menge über die Sprühdüse(n) ausgetragen bzw. versprüht wird.
Durch diese Auslegung der Dosiereinheit 3 können folglich auch sehr geringe Trennmittelmengen
für jeden einzelnen Sprühstoß exakt festgelegt, im Trennmittelraum 6 bevorratet und
im betreffenden Sprühstoß versprüht werden. Dabei kann die im jeweiligen Sprühstoß
auszutragende Trennmittelmenge je nach Systemauslegung unveränderlich oder wie erläutert
variabel festgelegt werden. Bei Bedarf kann die Trennmittelmenge auch für aufeinanderfolgende
Sprühstöße der gleichen Sprühdüse variabel vorgegeben werden, und/oder es können unterschiedliche
Trennmittelmengen für verschiedene Sprühdüsen festgelegt werden. Das Austragen der
definierten, vorgegebenen Trennmittelmenge im jeweiligen Sprühstoß ist von der Trennmittelzufuhr
aus der Trennmittelquelle separiert, d.h. entkoppelt.
[0026] Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen eine Variante der in den Fig. 1 und 2 gezeigten
Trennmittelsprühvorrichtung, wobei identische oder funktionell äquivalente Komponenten
mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind und insoweit auf die obigen Erläuterungen
zur Trennmittelsprühvorrichtung der Fig. 1 und 2 verwiesen werden kann. Die Trennmittelsprühvorrichtung
gemäß den Fig. 3 und 4 unterscheidet sich von derjenigen der Fig. 1 und 2 in einer
modifizierten Dosiereinheit 3'. Bei dieser Dosiereinheit 3' übernimmt eine ringförmige
Dosiermembran 5' die Funktion des Dosierkolbens 5 in der Trennmittelsprühvorrichtung
der Fig. 1 und 2. Die Dosiermembran 5 ist mit ihrem Außenrand am Gehäusekörper 2 fluiddicht
fixiert, während sie in ihrem mittigen Bereich an einem axial beweglichen Membransteuerbolzen
15' festgelegt ist. Dazu weist die Membran 5' eine mittige Öffnung auf, durch die
sich der Membransteuerbolzen 15' hindurch erstreckt. Am Membransteuerbolzen 15' befindet
sich ein Membranhalteteil 22 mit einem ringförmigen Klemmspalt, in dem die Membran
5' mit ihrem mittigen Öffnungsrand fluiddicht gehalten ist. Im Übrigen weist der Membransteuerbolzen
15' die entsprechenden Komponenten, wie gezeigt, und Funktionen auf wie der Kolbenschaft
15 im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2, so dass insoweit wiederum auf die entsprechenden
obigen Erläuterungen zu den Fig. 1 und 2 verwiesen werden kann.
[0027] Im Beispiel der Fig. 3 und 4 ist die Hohlkammer 4 durch einen inneren Teil geringeren
Durchmessers einer zweistufigen Bohrung im Gehäusekörper 2 ausgebildet, wobei der
innere Teil unter Bildung eines Ringabsatzes in einen äußeren Teil größeren Durchmessers
übergeht. Die Membran 5' ist mit ihrem Außenrand auf den Ringabsatz aufgelegt und
wird dort fluiddicht durch ein Verschlussstück 23 festgeklemmt, das fluiddicht in
den äußeren Bohrungsteil eingesetzt ist. Das Verschlussstück 23 bildet gleichzeitig
die Führung für den Membransteuerbolzen, indem sich dieser durch eine mittige Bohrung
des Verschlussstücks 23 hindurch erstreckt, wobei eine Ringdichtung zum Abdichten
des Ringspalts zwischen Membransteuerbolzen 15' und Verschlussstück 23 vorgesehen
ist.
[0028] Die solchermaßen eingespannt gehaltene Dosiermembran 5' fungiert entsprechend dem
Dosierkolben 5 beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 als Separationselement zur
Aufteilung der Hohlkammer 4 in den Trennmittelraum 6 und den Steuermediumraum 7. Die
Axialbewegung des Membranhaltebolzens 15' bewegt die Dosiermembran 5' zwischen der
in Fig. 3 gezeigten, gefalteten Membranstellung mit größerem Volumen des Trennmittelraums
6 und der in Fig. 4 gezeigten, ausgebauchten Membranstellung mit kleinerem Volumen
des Trennmittelraums 6. Die Bewegung von Membran 5' und Membransteuerbolzen 15' zwischen
diesen beiden Endstellungen erfolgt wie beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2
durch Zufuhr bzw. Abfuhr von Druckluft oder eines anderen Steuermediums in bzw. aus
dem Steuermediumraum 7 über die Steuermediumleitung 8. Fig. 3 entspricht somit analog
zu Fig. 1 dem Betriebszustand beim Ansaugen von Trennmittel, während Fig. 4 analog
zu Fig. 2 den Sprühstoßvorgang darstellt. Da auch insoweit die Funktionalität völlig
derjenigen des Beispiels der Fig. 1 und 2 entspricht, kann auf deren diesbezügliche
obige Erläuterungen verwiesen werden. Dies gilt auch für die Gestaltung und Funktion
der Mittel zum Festlegen der beiden in den Fig. 3 und 4 gezeigten Endstellungen des
Membransteuerbolzens 15' bzw. der Dosiermembran 5' und für die der veränderbare Einstellung
der im jeweiligen Sprühstoß auszutragenden Trennmittelmenge durch Verstellen der Stellschraube
17, die hier mit ihrem Anschlag 17a als variabel einstellbarer Hubbegrenzer für den
Membransteuerbolzen 15' fungiert.
[0029] Die mit der erfindungsgemäßen Trennmittelsprühvorrichtung erzielbare Genauigkeit
an pro Sprühstoß auszutragender Trennmittelmenge ist, wie aus den obigen Erläuterungen
deutlich wird, prinzipbedingt unabhängig vom Düsenquerschnitt der Sprühdüse(n), von
der Sprühdauer des jeweiligen Sprühstoßes und vom Trennmitteldruck in der Trennmittelquelle
bzw. in der von dieser abführenden Trennmittelzufuhrleitung. Mit der erfindungsgemäßen
Trennmittelsprühvorrichtung lassen sich problemlos sehr kurze Sprühzeiten von weniger
als 1 s ohne nachteilige Effekte realisieren. Probleme mancher herkömmlicher Trennmittelsprühvorrichtungen
wie flatternder Sprühstrahl, ungleichmäßiger Trennmittelauftrag und unterschiedliche
Tröpfchengröße lassen sich durch die erfindungsgemäße Trennmittelsprühvorrichtung
vermeiden. Dadurch ermöglicht die erfindungsgemäße Trennmittelsprühvorrichtung entsprechende
Vorteile hinsichtlich Gussqualität, Umweltbelastung, Materialverbrauch, Standzeiten
und Wartung.
[0030] Die Erfindung ermöglicht zudem eine recht einfache Nachrüstung herkömmlicher Trennmittelsprühvorrichtungen,
da die herkömmlich eingesetzten Sprühdüsen unverändert weiterverwendet werden können
und lediglich die jeweils einer einzelnen oder einer Gruppe von mehreren Sprühdüsen
zugeordnete Dosiereinheit und eine Ansteuerung derselben zusätzlich vorzusehen ist.
Alle übrigen herkömmlichen Systemkomponenten wie Trennmittelquelle, Steuermediumquelle
und Sprühträgermediumquelle sowie die zugehörigen Steuerungskomponenten können praktisch
unverändert beibehalten werden.
1. Trennmittelsprühvorrichtung für eine Gießmaschine, mit
- einer oder mehreren Sprühdüsen (1) und
- Austragmitteln zum gesteuerten Austrag von Trennmittel aus der jeweiligen Sprühdüse,
dadurch gekennzeichnet, ]dass
- die Austragmittel wenigstens eine Dosiereinheit (3) umfassen, die wenigstens einer
Sprühdüse (1) zugeordnet ist und eine in einem anstehenden Sprühstoß durch die wenigstens
eine zugeordnete Sprühdüse auszutragende Trennmittelmenge vorab festlegt und von einer
Trennmittelzufuhr separiert zum Austragen im anstehenden Sprühstoß bereitstellt.
2. Trennmittelsprühvorrichtung nach Anspruch 1, weiter dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Dosiereinheit einen Trennmittelraum (6), welcher absperrbar über eine
Trennmittelzufuhrleitung (9) mit einer Trennmittelquelle und über eine Düsenanschlussleitung
(11) mit der wenigstens einer zugeordneten Sprühdüse verbunden ist, und ein den Trennmittelraum
begrenzendes Dosierelement (5, 5') aufweist, das zur Veränderung des Volumens des
Trennmittelraums beweglich angeordnet ist.
3. Trennmittelsprühvorrichtung nach Anspruch 2, weiter dadurch gekennzeichnet, dass ein Rückschlagventil (10) in der Trennmittelzufuhrleitung und/oder ein Rückschlagventil
(12) in der Düsenanschlussleitung vorgesehen ist.
4. Trennmittelsprühvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, weiter dadurch gekennzeichnet, dass sich das Dosierelement mit wenigstens einer zugehörigen Sprühdüse in einem gemeinsamen
Gehäusekörper (2) befindet.
5. Trennmittelsprühvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, weiter dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiereinheit einen mit einer Steuermediumquelle verbundenen Steuermediumraum
(7) zum Steuern der Bewegung des Dosierelements aufweist.
6. Trennmittelsprühvorrichtung nach Anspruch 5, weiter dadurch gekennzeichnet, dass die Steuermediumquelle Mittel zum gesteuerten Beaufschlagen des Dosierelements mit
wenigstens zwei unterschiedlichen Steuerdrücken aufweist, wobei ein erster Steuerdruck
zum Zudosieren von Trennmittel in den Trennmittelraum und ein vom ersten verschiedener
zweiter Steuerdruck zum Austragen von zudosiertem Trennmittel dient.
7. Trennmittelsprühvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, weiter dadurch gekennzeichnet, dass die Austragmittel zum Einstellen unterschiedlicher auszutragender Trennmittelmengen
für verschiedene Sprühdüsen und/oder für unterschiedliche Sprühstöße eingerichtet
sind.
8. Trennmittelsprühvorrichtung nach Anspruch 7, weiter dadurch gekennzeichnet, dass dem Dosierelement ein verstellbarer Bewegungsbegrenzer (17, 17a) zur variablen Einstellung
der pro Sprühstoß durch die wenigstens eine zugeordnete Sprühdüse auszutragenden Trennmittelmenge
zugeordnet ist.
9. Trennmittelsprühvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, weiter dadurch gekennzeichnet, dass das Dosierelement einen den Trennmittelraum begrenzenden Dosierkolben (5) oder eine
den Trennmittelraum begrenzende Dosiermembran (5') beinhaltet.