[0001] Die Erfindung bezeichnet eine Handwerkzeugmaschine mit einem pneumatischen Schlagwerk
mit einem durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben, vorzugsweise einen
Bohrhammer oder Meisselhammer.
[0002] Üblicherweise weist ein elektromechanisch angetriebenes Schlagwerk einer Handwerkzeugmaschine
einen, in einem Führungsrohr durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben
auf, welcher über einen Döpper oder direkt auf das Stirnende eines in einer Werkzeugaufnahme
aufgenommenen Werkzeugs schlägt. Zur verkantungsfreien axialen Führung ist der Flugkolben
zumeist axial länger als der Führungsdurchmesser des Führungsrohrs.
[0003] Üblicherweise bestehen der Flugkolben und ein optionaler Döpper aus Stahl, damit
die zur Schlagimpulserzeugung hinreichend hohe Zähigkeit und Festigkeit gegeben ist.
Jedoch kann bspw. nach der
US3402776 der Flugkolben auch aus Kunststoff ausgebildet sein.
[0004] Nach der
US2283292 weist ein pneumatisches Schlagwerk einer Elektrohandwerkzeugmaschine einen hin- und
herbewegten Erregerzylinder auf, in dem vermittelt über eine Luftfeder ein Flugkolben
aus Stahl hin- und herbewegt wird. Der Flugkolben hat die Form eines (aus mehreren
Vollzylinderstücken stückweise zusammengesetzten) Vollkörpers. Für leichtgewichtige
Elektrohandwerkzeugmaschinen ist ein derartiger Flugkolben zu schwer.
[0005] Die Aufgabe besteht in der Realisierung einer leistungsstarken, leichtgewichtigen
Handwerkzeugmaschine. Ein weiterer Aspekt besteht in der technologisch einfachen Herstellung
des dafür geeigneten Flugkolbens.
[0006] Die Aufgabe wird im Wesentlichen durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] So weist eine Handwerkzeugmaschine ein pneumatisches Schlagwerk mit einem durch eine
Luftfeder längs einer Schlagachse hin- und herbewegbaren Flugkolben auf, welcher eine
Ausbohrung aufweist, die sich in einem Winkel zur Schlagachse erstreckt.
[0008] Durch die Ausbohrung entsteht bei gegebener axialer Länge und Führungsdurchmesser
aus dem (ursprünglichen) Vollkörper ein wesentlich leichterer, Löcher aufweisender
Körper. Diese Ausbohrung ist in einem üblicherweise spanend gefertigten Flugkolben
in Form eines Vollkörpers durch einen technologisch einfachen Herstellungsprozess
einbringbar, insbesondere durch Ausbohren. Zudem ist die Masse des Flugkolbens (bei
unterschiedlichen Schlagwerken) technologisch einfach variabel, indem von einem einheitlichen
Rohflugkörper in Form eines Vollköpers ausgehend, eine Ausbohrung mit schlagwerksspezifischem
Bohrungsdurchmesser eingebracht wird.
[0009] Vorteilhaft besteht der Flugkolben aus Stahl, wodurch eine hohe Belastbarkeit erzielt
wird.
[0010] Vorteilhaft weist der (bis auf die Ausbohrung rotationssymmetrische) Flugkolben eine
axiale Länge auf, die im Bereich des einfachen bis eineinhalbfachen seines Führungsdurchmessers
liegt, wodurch der Flugkolben gut im Führungsrohr bzw. Erregerzylinder führbar ist.
[0011] Vorteilhaft ist ein axiales Stirnende als radiale Verjüngung mit einer balligen Schlagfläche
ausgebildet, wodurch eine reflexionsarme Schlagimpulsübertragung zum Döpper bzw. Schlagwerkzeug
erfolgt.
[0012] Vorteilhaft bildet die radiale Verjüngung nahe der Schlagfläche einen Radialwulst
aus, wodurch im Leerschlagfall der Flugkolben in einer ringförmig elastischen Fangvorrichtung
temporär arretierbar ist.
[0013] Vorteilhaft ist die der Schlagfläche gegenüberliegende Stirnseite des Flugkolbens
eben ausgebildet, wodurch die Druckkräfte der Luftfeder axial auf den Flugkolben wirken.
[0014] Vorteilhaft ist zwischen dieser Stirnseite und der Ausbohrung eine umlaufende Radialnut
vorhanden, wodurch ein O-Ring zur luftdichten Führung einsetzbar ist.
[0015] Vorteilhaft verläuft die Ausbohrung zentral zur Schlagachse, wodurch die mögliche
Bohrlochtiefe maximiert ist.
[0016] Vorteilhaft liegt der Bohrungsdurchmesser der Ausbohrung im Bereich von der Hälfte
bis zu drei Vierteln des Führungsdurchmessers, wodurch bei hinreichender Festigkeit
des Flugkolbens viel Material und dadurch Masse ausgespart wird.
[0017] Vorteilhaft beträgt der Winkel der Ausbohrung zur Schlagachse 90°, wodurch die Ausbohrung
eine Querbohrung ist.
[0018] Vorteilhaft ist die Ausbohrung eine Durchgangsbohrung, wodurch das Bohrlochvolumen
maximiert ist.
[0019] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
- Fig. 1
- schematisch als Handwerkzeugmaschine im Teillängsschnitt
- Fig. 2
- als Flugkolben im Längsschnitt
[0020] Nach Fig. 1 weist eine ein Werkzeug 13 drehend und schlagend antreibende Handwerkzeugmaschine
1 in Form eines Kombihammers ein pneumatisches Schlagwerk 2 auf, mit einem innerhalb
eines Erregerzylinders 3 geführten und durch eine Luftfeder 4 längs einer Schlagachse
A hin- und herbewegten Flugkolben 5, welcher von einer Ausbohrung 6 in Form einer
als Durchgangsbohrung ausgeführten Querbohrung durchsetzt ist, die sich im rechten
Winkel zur Schlagachse A erstreckt und diese kreuzt.
[0021] Nach Fig. 2 weist der (bis auf die Ausbohrung rotationssymmetrische) Flugkolben 5
aus Stahl eine axiale Länge L auf, die bei dem 1.5-fachen seines Führungsdurchmessers
D liegt. Ein axiales Stirnende ist als radiale Verjüngung 7 mit einer balligen Schlagfläche
8 und einer zu dieser nahen Radialwulst 9 ausgebildet. Die der Schlagfläche 8 gegenüberliegende
Stirnseite 10 des Flugkolbens 5 ist eben ausgebildet. Zwischen dieser Stirnseite 10
und der zur Schlagachse A senkrechten sowie zentralen Ausbohrung 6 mit einem Bohrungsdurchmesser
B von der Hälfte des Führungsdurchmessers D (Durchmesser des geführten Bereiches)
ist eine umlaufende Radialnut 11 vorhanden, in welcher ein O-Ring 12 aus Gummi eingesetzt
ist.
1. Handwerkzeugmaschine mit einem pneumatischen Schlagwerk (2) mit einem durch eine Luftfeder
(4) längs einer Schlagachse (A) hin- und herbewegbaren Flugkolben (5), dadurch gekennzeichnet, dass der Flugkolben (5) eine Ausbohrung (6) aufweist, die sich in einem Winkel zur Schlagachse
(A) erstreckt.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flugkolben (5) aus Stahl besteht.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Flugkolben (5) eine axiale Länge (L) aufweist, die im Bereich des einfachen bis
eineinhalbfachen seines Führungsdurchmessers (D) liegt.
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein axiales Stirnende als radiale Verjüngung (7) mit einer balligen Schlagfläche
(8) ausgebildet ist.
5. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Verjüngung (7) nahe der Schlagfläche (8) einen Radialwulst (9) ausbildet.
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die der Schlagfläche (8) gegenüberliegende Stirnseite (10) des Flugkolbens (5) eben
ausgebildet ist.
7. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Stirnseite (10) und der Ausbohrung (6) eine umlaufende Radialnut (11)
vorhanden ist.
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbohrung (6) zentral zur Schlagachse (A) verläuft.
9. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrungsdurchmesser (B) der Ausbohrung (6) im Bereich von der Hälfte und drei
Vierteln des Führungsdurchmessers (D) liegt.
10. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel der Ausbohrung (6) zur Schlagachse (A) 90° beträgt.
11. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbohrung (6) eine Durchgangsbohrung ist.