[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer beschichteten Papier-,
Karton- oder anderen Faserstoffbahn mit den folgenden Schritten: Bahnbildung aus einem
Faserstoftgemisch, mit einem Stoffauffauf und einer Siebpartie, Entwässerung in einer
Pressenpartie, Trocknung in einer aus Trockenzylindern bestehenden Trockenpartie,
um die gebildete Faserstoffbahn zumindest bis auf einen Restfeuchtegehalt zu trocknen,
Aufbringen eines simultanen Vorstriches auf beide Bahnseiten mit einer Leim- oder
Filmpresse, zum Auftragen von Stärke oder pigmenthaltigem Auftragsmedium, Nachtrocknung
mit kontaktlosen Trocknern und einer aus Trockenzylindern bestehenden Nachtrockenpartie,
sowie Vorglättung mit einem Softnipp- oder Hartnipp- Kalander.
[0002] Derartige Verfahren sind aus der Praxis bereits bekannt. Zur Erzielung einer hohen
Qualität wird die Faserstoffbahn zumeist noch mit mindestens einem Deckstrich versehenen.
Dazu werden oftmals mehrere Beschichtungseinrichtungen verwendet. Beispielsweise kommen
externe Filmcoater und Bladecoater und eine abschließende externe Glättung, also im
offline- Verfahren zum Einsatz.
[0003] Die Beschichtung mit unterschiedlichen Beschichtungsaggregaten bzw. Coaterarten ist
derzeit nur offline und unter Ausbildung von unterschiedlichen, komplizierten und
langen Bahhlaufwegen möglich. Außerdem ist nach jedem Auftragsvorgang eine gesonderte
Trocknung oder mit verlagerten Trocknern notwendig Außerdem ist das Überführen der
Faserstoffbahn in diesen Bereichen kompliziert.
[0004] Aus der
WO00/70144 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen von Feinpapier bekannt, bei welchem ein Vorkafandern,
ein beidseitiges Vorbeschichten, Trocknen und anschließend eine oder mehrere Beschichtungen
vorgesehen sind.
[0005] Die letztgenannten Beschichtungen erfolgen mit Rakelelementen, Strahl- oder Sprühaufträgen.
Erst danach erfolgt eine kontaktfreie Trocknung. Eine Änderung der herzustellenden
Papiersorte erfolgt durch eine spezielle Gestaltung des Stoffauflaufes und der Komponenten
für den Papierstoff.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, ein online-Verfahren anzugeben,
welches die genannten Nachteile nicht aufweist.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem Verfahren gemäß dem Kennzeichen des Anspruches
1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass im Anschluss an die Vorglättung in einem online-Prozess
ein pigmenthaltiges Auftragsmedium auf nur eine Bahnseite der Faserstoffbahn aufgebracht
wird, wozu eine erste Beschichtungseinrichtung, beispielsweise ein Filmcoater zur
Aufbringung des Auftragsmediums in indirekter Weise mittels einer Auftragswalze und/oder
eine zweite Beschichtungseinrichtung, beispielsweise ein Bladecoater zur Aufbringung
des Auftragsmediums in direkter Weise verwendet wird und wobei beide genannten Beschichtungseinrichtungen
bzw. Coater wahlweise betreibbar sind und dabei die Faserstoffbahn einen vorbestimmten,
bis über eine nachfolgende ortsfeste kontaktlose Trocknung reichenden Bahnlaufweg
beibehält.
[0009] Mit der Erfindung werden gleichzeitig "mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen".
Zum Einen wird die Faserstoffbahn durch den nur einseitigen Auftrag nicht zu sehr
belastet und neigt daher weit weniger zum Abreißen. Zum Anderen wird aufgrund des
kurzen und zwischen beiden Coaterarten (Filmcoater und Bladecoater) beibehaltenen
Bahnlaufweges eine gute Runability (Bahnlaufverhalten) und dadurch ein wesentlich
kostengünstigerer Herstellungsprozess möglich. Außerdem spart man sich mindestens
ein zusätzliches kontaktloses Trocknungsaggregat, welches bei einer bisher durchgeführten
Bypass- Bahnführung für eine alternierende Beschichtungsmöglichkeit, beispielsweise
um von einem Coater zu einem anderen Coater zu gelangen, notwendig wäre.
[0010] Sehr vorteilhaft ist nun die Möglichkeit, den gesamten Herstellungsprozess online
durchführen zu können, wodurch man sich eine zusätzliche Aufrollung und eine Abrollung
spart.
[0011] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass man die
Möglichkeit hat, wahlweise jeweils nur eine der genannten Beschichtungseinrichtungen,
bzw. Coater zu benutzen, die das gewünschte Auftragsmedium auf eine Bahnseite aufträgt
oder beide genannten Coaterarten, also beispielsweise Film- und danach ein Bladecoater
nacheinander zu nutzen. Bei der letztgenannten Möglichkeit ist von besonderem Vorteil,
dass man hier ohne Vorsehung einer Zwischentrocknung auskommt, wodurch weitere Kosten
und Aufwand gespart werden. Durch diese variable Möglichkeit der Beschichtungsart
erhöht sich die Flexibilität des Verfahrens. Mit einem einzigen Beschichtungskonzept
sind so beispielsweise unterschiedliche Papiersorten behandelbar.
[0012] Es soll in diesem Zusammenhang erwähnt sein, dass die Reihenfolge der Beschichtungseinrichtungen
variabel ist. Bevorzugt ist allerdings zuerst die Anordnung eines Film- und danach
eines Bladecoaters, weil dadurch eine gleichmäßigere Strichschicht erwartet wird.
[0013] In Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass im Anschluß an eine weitere Nachtrocknung
ein pigmenthaltiges Auftragsmedium in derselben Weise, wie vorstehend beschrieben,
auch auf die zweite Bahnseite aufgebracht wird. Man erreicht damit eine qualitativ
hochwertig beidseitig beschichtete Faserstoffbahn, insbesondere ein beidseitig beschichtetes
Papier, welches sich anschließend beispielsweise besonders gut bedrucken lässt.
[0014] Eine weitere sehr zweckmäßige Lösung der Erfindung besteht darin, dass die beschichtete
Faserstoffbahn abschließend geglättet wird, dergestalt, dass entweder jede Bahnseite
einzeln und nacheinander mit mindestens einem Ein-Nipp-Kalander behandelt wird oder
beide Bahnseiten mit mindestens einem Multinipp-Kalander oder auch eine kombinierte,
aus Ein- Nipp und Multinipps bestehenden Kalandern durchgeführt wird.
[0015] Bei Vorsehung der besagten Kombination an Kalandern hat man die Möglichkeit in derselben
Maschine bzw. demselben Konzept sowohl mattes als auch Glanzpapier herzustellen.
[0016] Es ist noch nachzutragen, dass der besagte Filmcoater ausgerüstet ist mit einer der
zu beschichtenden Bahnseite zugeordneten Auftragswalze. Dieser Auftragswalze ist wiederum
ein Auftragsaggregat, beispielsweise ein Düsenaggregat zugeordnet, das das Auftragsmedium
an die Auftragswalze abgibt und von der aus das Auftragsmedium auf die zu beschichtende
Bahnseite der Faserstoffbahn übertragen wird. Dieses Beschichtungsverfahren wird als
indirektes Auftragen bezeichnet.
[0017] Der im Laufweg der Faserstoffbahn nachgeordnete besagte Bladecoater bringt dagegen
mit einem der zu beschichtenden Bahnseite zugeordneten Düsenauftragsaggregat und einem
nachgeschalteten Rakelelement oder einem Düsenauftragaggregat mit kurzer Einwirkdauer
(SDTA, d.h. Short Dwell Time Applicator) das Auftragsmedium beim erfindungsgemäßen
Verfahren auf dieselbe Bahnseite auf. Als Düsenauftragsaggregat kann beispielsweise
auch ein so genanntes Freistrahldüsenaggregat eingesetzt werden, welches vom Unternehmen
der Anmelderin unter dem Namen "Jetflow" vertrieben wird. Diese Art des Auftrages
bezeichnet man als direkten Auftrag, weil eben das Auftragsmedium direkt, also ohne
Übertragselement, wie die Auftragswalze, auf die Faserstoffbahn aufgebracht wird.
[0018] Eine alternative Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, dass anstelle beide
Coaterarten nacheinander am Bahnlaufweg der Faserstoffbahn anzuordnen und wechselseitig
durch Anschwenken des gewünschten Coaters einzusetzen, es auch möglich ist, nur ein
Modul einer Coaterart zu benutzen. Zum wahlweisen Betreiben eines der genannten Beschichtungseinrichtungen
bzw. Coater wird auf einfache Weise ein bereitgestelltes Modul einer Coaterart, beispielsweise
der Filmcoater, gegen das andere vorhandene Modul der anderen Coaterart, beispielsweise
den Bladecoater - oder umgekehrt - ausgetauscht.
[0019] Nachzutragen ist, dass es sich bei der angesprochenen Vortrocknung um eine vom Unternehmen
der Anmelderin entwickelte und vertriebene Impingement-Trocknung handeln kann.
[0020] Nachzutragen ist auch noch, dass es in bestimmten Fällen Sinn macht, vor dem ersten
Strich, dass heißt vor dem ersten Aufbringen des Auftragsmediums - insbesondere mit
einem Filmcoater - die Faserstoffbahn vorzuglätten. Die Auftragsqualität kann dadurch
gesteigert werden.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zur Herstellung von LWC (Light
Weight Coated) oder MWC (Middle Weight Coated)- Papieren, die sowohl holzfrei als
auch holzhaltig sein können.
[0022] Das Verfahren erlaubt hohe Maschinengeschwindigkeiten von größer 1300m/min, insbesondere
mehr als 1500 m/min.
[0023] Anhand von Ausführungsbeispielen soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0024] Es zeigen:
- Figur 1:
- in schematischer Darstellung eine Gesamtmaschine zur Herstellung einer beschichteten
Faserstoffbahn in der das erfindungsgemäße Verfahren stattfindet.
- Figuren 2 bis 11:
- verschiedene Varianten von Beschichtungsmöglichkeiten, im Anschluss an das Vorkalandern
[0025] In den einzelnen Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichem Bezugszeichen versehen.
[0026] In der Figur 1 sind innerhalb der Faserstoffbahn- Herstellungsmaschine 1 die bekannten
Verfahrensschritte bzw. Maschinenkonfigurationen nur grobschematisch als Box dargestellt
und bedeuten:
[0027] Bahnbildung aus einem Faserstoffgemisch, mit einem Stoffauflauf 2 und einer Siebpartie
3, Entwässerung in einer Pressenpartie 4, Trocknung in einer aus Trockenzylindern
5 bestehenden Trockenpartie 6, um die gebildete Faserstoffbahn 7 zumindest bis auf
einen Restfeuchtegehalt zu trocknen. Danach erfolgt das Aufbringen eines simultanen
Vorstriches auf beide Bahnseiten 7a und 7b mit einer Leim- oder Filmpresse 8 zum Auftragen
von Stärke oder pigmenthaltigem Auftragsmedium. Es schließt sich an eine Nachtrocknung
mit kontaktlosen Trocknern 9 und einer aus Trockenzylindern 10 bestehenden Nachtrockenpartie
11, sowie Vorglättung mit einem Softnipp- oder einem Hardnipp- Kalander 12.
[0028] Erfindungsgemäß wird im Anschluss an die Vorglättung 12 in einem online-Prozess ein
pigmenthaltiges Auftragsmedium 13 (Streichfarbe) auf nur eine Bahnseite 7a der Faserstoffbahn
7 aufgebracht.
[0029] Man erkennt in der Figur 1, dass sowohl ein Filmcoater 14 zur Aufbringung des Auftragsmediums
13 in indirekter Weise, als auch ein Bladecoater 15 zur Aufbringung des gleichen oder
auch eines unterschiedlichen Auftragsmediums 16 (ggf. in anderer Zusammensetzung)
in direkter Weise verwendet wird.
[0030] Wichtig bei der Verfahrensführung ist, dass dabei die Faserstoffbahn 7 einen vorbestimmten,
bis über eine nachfolgende kontaktlose Trocknung 17, bestehend aus Infrarot- und Lufttrocknern
17a, 17b und 17c, reichenden, kurzen Bahnlaufweg beibehält.
[0031] Zu erwähnen ist noch, dass der Filmcoater aus einer gegen die Bahnseite 7a angestellten
Auftragswalze 14a, der ein Düsenauftragsaggregat 14b zugeordnet ist sowie einer Gegenwalze
14c auf der anderen Bahnseite 7b besteht. Beim Beschichtungsprozess wird die Auftragswalze
14a gegen die Gegenwalze 14c gedrückt, so dass zwischen beiden Walzen 14a und 14c
ein Auftragsnipp entsteht, in dem die Faserstoffbahnseite 7a das Auftragsmedium 13
empfängt.
[0032] Der Bladecoater 15 besteht aus einem Auftragsaggregat 15a und einem nachfolgenden
Rakelelement 15b zum Dosieren und/oder Vergleichmäßigen der Auftragsschicht. Beide
Aggregate 15a und 15b sind während des Beschichtungsprozesses ebenfalls gegen eine
Gegenwalze 15c an der anderen Bahnseite 7b angestellt.
[0033] Im Anschluss an die Beschichtung der Bahnseite 7a und der nachfolgenden kontaktlosen
Trocknung 17a bis 17c und einer Kontakttrocknung mit Trockenzylindern 18a einer Nachtrockenpartie
18, erfolgt im gewählten Beispiel noch eine Behandlung der anderen Bahnseite 7b, die
aber nicht zwingend notwendig ist. Hierfür wird dieselbe Maschinenkonfiguration, wie
für die Bahnseite 7a - gegengleich- benutzt.
[0034] Abschließend erfolgt ein Kalandrieren der Faserstoffbahn mit einer Kombination bestehend
aus mindestens einem Einzelnipp- Kalander und/oder mindestens einem Multinipp- Kalander,
beispielsweise einem an sich bekannten Janus-Kalander. Das Kalandrieren bzw. Glätten
erfolgt derart, dass entweder jede Bahnseite 7a oder 7b einzeln und nacheinander mit
mindestens einem Einzel-Nipp-Kalander (Single-Nipp) 19 behandelt wird oder beide Bahnseiten
7a und 7b mit mindestens einem Multinipp-Kalander 20 oder auch eine kombinierte, aus
Einzel-Nipp- und Multinipps bestehenden Kalandern durchgeführt wird. Die Einzel-Nipp-Kalander
19 bestehen bevorzugt aus einer Kombination von beheizten Metallwalzen und weich ummantelten,
elastischen Walzen. Mit diesen so genannten Softnipp-Kalandern 19 erzeugt man mattes,
glänzendes Papier, während mit dem Multinipp-Kalander 20 Hochglanz erzeugt wird.
[0035] Da im vorliegenden Beispiel eine Kombination bestehend aus Einzel-Nipp 19- und Multi-Nipp
20 - Kalandern vorgesehen ist, hat man die Möglichkeit in derselben Maschine bzw.
demselben Konzept sowohl mattes als auch Glanzpapier herzustellen, je nachdem welche
online- Kalander zum Einsatz kommen. Das ist ein weiterer Vorteil des Verfahrens.
[0036] Anschließend wird die fertig behandelte Faserstoffbahn an einer Aufrollung 25 aufgerollt.
[0037] Anhand der nachfolgenden Figuren soll erläutert werden, wie beide beschriebenen Coater
14 und 15 wahlweise eingesetzt werden können. Dies zeigen verschiedene Varianten in
den Figuren 2 bis 11.
[0038] In Figur 2 ist die über verschiedene Leitwalzen 21 und eine Breitstreckwalze 22 in
Richtung L laufende Faserstoffbahn 7 mit flacher Bahnführung gezeigt. Der Filmcoater
14, bzw. das der Auftragswalze 14a zugeordnete Auftragsaggregat 14b bringt bei dieser
Variante das Auftragsmedium 13 auf die Bahnseite 7a der Faserstoffbahn 7 auf, während
der vorhandene Bladecoater nicht im Einsatz ist und deshalb auch das Auftragsaggregat
15a, das Rakelelement (bzw. Blade) 15b und ein Reinigungsschaber 15d für die Gegenwalze
15c abgeschwenkt sind.
[0039] Diese Bahnführung zeichnet sich durch kurze Bahnzüge und durch einfache Überführmöglichkeiten
aus.
[0040] In Figur 3 ist prinzipiell dieselbe flache Bahnführung, die dieselben Vorteile bringt,
dargestellt. Im Gegensatz zur Figur 2 ist hier anstelle des Filmcoaters 14 der Bladecoater
15 zum direkten Auftragen des Auftragsmediums 13 oder auch 16 im Einsatz. Abgeschwenkt
sind deshalb die Auftragswalze 14a, das Auftragsaggregat 14b und ein Reinigungsschaber
14d für die Gegenwalze 14c.
[0041] In Figur 4 ist wie bei Figur 2 wieder der Filmcoater 14 im Einsatz. Deshalb wird
auf die Beschreibung der Figur 2 verwiesen, die hier nicht wiederholt werden soll.
Verändert gegenüber der Figur 2 ist allerdings die Bahnführung. Diese verläuft hier
zwischen den Coatern 14 und 15 schräg. Vorteilhaft ist, dass dies eine gängige Ausführung
darstellt, weshalb man hier auf "Standard"- Komponenten zurückgreifen kann. Allerdings
sind hier die Bahnzüge etwas länger.
[0042] Die Variante gemäß Figur 5 gleicht prinzipiell jener von Figur 3, weshalb auch hier
keine wiederholende Beschreibung stattfinden soll. Allerdings ist genau, wie bei Figur
4 eine schräge Bahnführung konzipiert mit denselben Vorteilen, die in Figur 4 genannt
sind.
[0043] In Figur 6 ist jeweils eine nach oben ansteigende Bahnführung vorgesehen. In Laufrichtung
L ist bei beiden Figuren zuerst der Bladecoater 15 und danach erst der Filmcoater
14 angeordnet. Der Filmcoater ist hier horizontal eingebaut. Beide Varianten erlauben
wieder vorteilhafte, kurze Bahnzüge.
[0044] Bei der Variante gern. Figur 6 wird wie bei Figur 2 mit dem Filmcoater 14, bzw. mit
der Auftragswalze 14a und dem der Auftragswalze 14a zugeordneten Auftragsaggregat
14b das Auftragsmedium 13 auf die Bahnseite 7a der Faserstoffbahn 7 aufgebracht, während
der zuerst angeordnete Bladecoater 15 nicht im Einsatz ist und deshalb auch das Auftragsaggregat
15a, das Rakelelement (bzw. Blade) 15b und ein Reinigungsschaber 15d für die Gegenwalze
15c abgeschwenkt sind.
[0045] Bei der Variante gemäß Figur 7 ist gegenüber der Figur 6, anstelle des Filmcoaters
14 nur der Bladecoater 15 zum direkten Auftragen des Auftragsmediums 13 im Einsatz.
Abgeschwenkt sind deshalb die Auftragswalze 14a, das Auftragsaggregat 14b und ein
Reinigungsschaber 14d für die Gegenwalze 14c. Diese Variante ist dann sinnvoll, wenn
das Auftragsmedium 13 eine relativ lange Einwirkzeit bis hin zur kontaktlosen Trocknung
17 benötigt bzw. diese lange Einwirkzeit gewünscht ist.
[0046] Die Varianten gemäß Figur 8 und 9 zeigen jeweils Kompaktlösungen mit vorteilhaften,
extrem kurzen Bahnzügen. Bei beiden Varianten ist wieder der schräggestellte Filmcoater
14 , wie bei Figur 4 oder 5 und ein Bladecoater 15 vorhanden. Aus Figur 8 geht hervor,
dass mit dem Filmcoater 14, bzw. mit der Auftragswalze 14a und dem der Auftragswalze
14a zugeordneten Auftragsaggregat 14b das Auftragsmedium 13 auf die Bahnseite 7a der
Faserstoffbahn 7 aufgebracht wird, während der nachfolgend angeordnete Bladecoater
15 nicht im Einsatz ist und deshalb gemeinsam mit seinem Rakelelement (bzw. Blade)
15b abgeschwenkt ist.
[0047] Im Gegensatz zur Variante gemäß der Figur 8 ist bei der in Figur 9 gezeigten Variante
wieder nur der Bladecoater 15 zum direkten Auftrag des Auftragsmediums 13 oder auch
16 im Einsatz. Bei beiden Varianten gemäß Figur 8 und 9 wird als Bladecoater 15 ein
so genannter Short Dwell Time Applicator (SDTA) 15.1 verwendet. Dieser SDTA 15.1 arbeitet
mit einer Auftragsdüse und einem unmittelbar nachgeschalteten Rakelelement zur sofortigen
Vergleichmäßigung bzw. Einstellung des Strichgewichtes des aufgetragenen Auftragsmediums.
[0048] Wie in Figur 9 zu erkennen, ist diese Ausführung besonders kompakt, da hier gleichzeitig
die Gegenwalze 14c des ansonsten hier nicht benutzten Filmcoaters 14 als Gegenwalze
für den SDTA 15.1 dient.
[0049] Schließlich zeigen die Figuren 19 und 11 Modullösungen. Mit diesen Lösungen sind
ebenfalls sehr kurze Bahnzüge und eine sehr kompakte Bauweise möglich. Soll nur eine
Auftragsschicht aufgebracht werden , braucht gemäß dieser Varianten nur eine Gegenwalze
14c mit Reinigungsschaber 14d ostsfest installiert zu werden. Als Wechselmodule für
den wahlweisen Einsatz eines Filmcoaters 14 oder eines Bladecoaters 15 dienen entweder
Elemente zum Filmstreichen, die als M1 in Figur 10 gekennzeichnet sind oder Elemente
zum Bladestreichen, die in Figur 11 als M2 gekennzeichnet sind.
[0050] Je nachdem, welche Auftragsart (Film- oder Bladestreichen) gewünscht ist, lassen
sich diese Module gegeneinander austauschen. In den Figuren sind die einzelnen Module
M1 und M2 mit strichpunktierter Linie verdeutlicht.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Herstellungsmaschine
- 2
- Stoffauflauf
- 3
- Siebpartie
- 4
- Pressenpartie
- 5
- Trockenzylinder
- 6
- Trockenpartie
- 7
- Faserstoffbahn
- 7a
- Bahnseite
- 7b
- Bahnseite
- 8
- Leimpresse
- 9
- Kontaktlose Trockner
- 10
- Trockenzylinder
- 11
- Nachtrockenpartie
- 12
- Vorglättung
- 12a
- Softnippkalander
- 13
- pigmenthaltiges Auftragsmedium
- 14
- Filmcoater
- 14a
- Auftragswalze
- 14b
- Düsenauftragsaggregat
- 14c
- Gegenwalze
- 14d
- Reinigungsschaber
- 15
- Bladecoater
- 15a
- Auftragsaggregat
- 15b
- Rakelement
- 15c
- Gegenwalze
- 15d
- Reinigungsschaber
- 16
- pigmenthaltiges Auftragsmedium
- 17
- kontaktlose Trocknung
- 17a
- Infrarottrockner
- 17b
- Lufttrockner
- 17c
- Lufttrockner
- 18
- Nachtrockenpartie
- 18a
- Trockenzylinder
- 19
- Einzel-Nipp-Kalander
- 20
- Multinipp-Kalander
- 21
- Leitwalze
- 22
- Breitstreckwalze
- 25
- Aufrollung
1. Verfahren zur Herstellung einer beschichteten Papier-, Karbon- oder anderen Faserstoffbahn,
aufweisend folgende Schritte:
Bahnbildung aus einem Faserstoffgemisch, mit einem Stoffauflauf (2) und einer Siebpartie
(3), Entwässerung in einer Pressenpartie (4), Trocknung in einer aus Trockenzylindern
(5) bestehenden Trockenpartie (6), um die gebildete Faserstoffbahn (7) zumindest bis
auf einen Restfeuchtegehalt zu trocknen,
Aufbringen eines simultanen Vorstriches auf beide Bahnseiten (7a; 7b) mit einer Leim-
oder Filmpresse (8) zum Auftragen von Stärke oder pigmenthaltigem Auftragsmedium,
Nachtrocknung mit kontaktlosen Trocknern (9) und einer aus Trockenzylindern (10) bestehenden
Nachtrockenpartie (11), sowie Vorglättung (12) mit einem Softnipp- oder Hardnipp-Kalander
(12a), Aufbringung eines Auftrags mediums (13) in einem online-Prozess Aufrollung
(25);
dadurch gekennzeichnet, dass
im Anschluss an die Vorglättung (12) ein pigmenthaltiges Auftragsmedium (13) auf nur
eine Bahnseite (7a) der Faserstoffbahn (7) aufgebracht wird, wozu eine erste Beschichtungseinrichtung,
beispielsweise ein Filmcoater (14) zur Aufbringung des Auftragsmediums (13) in indirekter
Weise mittels einer Auftragswalze (14a) und/oder eine zweite Beschichtungseinrichtung,
beispielsweise ein Bladecoater (15) zur Aufbringung des Auftragsmediums (13) in direkter
Weise verwendet wird und wobei beiden genannten Beschichtungseinrichtungen bzw. Coater
(14; 15) wahlweise betreibbar sind und dabei die Faserstoffbahn (7) einen vorbestimmten,
Bahnlaufweg, der bis über eine nachfolgende ortsfeste, kontaktlose Trocknung (17)
reicht, beibehält, wobei wahlweise jeweils nur einer der genannten Beschichtungseinrichtungen
bzw. Coater (14; 15) das Auftragsmedium (13) aufträgt oder beide genannten Coater
(14; 15) nacheinander und ohne die Vorsehung einer Zwischentrocknung das Auftragsmediums
(13) auf dieselbe Bahnseite (7a) auftragen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Anschluss an eine weitere Nachtrocknung (18) ein pigmenthaltiges Auftragsmedium
(13) in derselben Weise auch auf die zweite Bahnseite (7b) aufgebracht wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beschichtete Faserstoffbahn (7) abschließend geglättet wird, dergestalt, dass
entweder jede Bahnseite (7a; 7b) einzeln und nacheinander mit einem Einzei-Nipp-Kalander
(19) behandelt wird oder beide Bahnseiten (7a; 7b) mit einem Multinipp-Kalander (20)
oder auch eine kombinierte Glättung, bestehend aus Ein- Nipp- und Multinipp- Kalandern
(19; 20) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Filmcoater (14) mit einer der zu beschichtenden Bahnseite (7a; 7b) zugeordneten
Auftragswalze (14a) das Auftragsmedium (13) aufbringt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bladecoater (15) mit einem der zu beschichtenden Bahnseite (7a; 7b) zugeordneten
Düsenauftragsaggregat (15a) und einem nachgeschalteten Rakelelement bzw. Blade (15b)
oder einem Düsenauftragaggregat mit kurzer Einwirkdauer (15.1) das Auftragsmedium
(13) aufbringt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum wahlweisen Betreiben eines der genannten Beschichtungseinrichtungen bzw. Coater
(14; 15) der jeweils benutzte Coater bzw. Teile davon an die zugeordnete, zu beschichtende
Bahnseite (7a; 7b) angeschwenkt oder als bereitgestelltes Modul (M1; M2) gegen das
andere vorhandene Modul (M2;M1) des Coaters (14; 15) ausgetauscht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
vor dem Beschichten mit der ersten Beschichtungseinrichtung (14) die Faserstoffbahn
vorgeglättet wird.
1. Method for producing a coated paper, board or other fibrous web, having the following
steps:
forming a web from a fibrous mixture by using a flow box (2) and a wire section (3),
dewatering in a press section (4), drying in a drying section (6) composed of drying
cylinders (5) in order to dry the fibrous web (7) formed at least down to a residual
moisture content, applying a simultaneous pre-coat to both web sides (7a; 7b) by using
a size or film press (8) for applying starch or
pigment-containing application medium, after-drying using non-contact dryers (9) and
an after-dryer section (11) composed of drying cylinders (10), and pre-calendering
(12) with a soft-nip or hard-nip calender (12a), applying an application medium (13)
in an on-line process, reeling up (25),
characterized in that
following the pre-calendering (12), pigment-containing application medium (13) is
applied to only one side (7a) of the fibrous web (7), for which purpose use is made
of a first coating device, for example a film coater (14) for applying the application
medium (13) in an indirect way by means of an applicator roll (14a) and/or a second
coating device, for example a blade coater (15) for applying the application medium
(13) in a direct way, and wherein both the said coating devices or coaters (14; 15)
can be operated as desired and, in the process, the fibrous web (7) maintains a predetermined
web running path, which reaches as far as over a following stationary non-contact
drying system (17), wherein optionally in each case only one of the said coating devices
or coaters (14; 15) applies the application medium (13) or both the said coaters (14;
15) apply the application medium (13) successively to the same web side (7a) and without
the provision of intermediate drying.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
following further after-drying (18), a pigment-containing application medium (13)
is also applied to the second web side (7b) in the same way.
3. Method according to either of Claims 1 and 2,
characterized in that
the coated fibrous web (7) is finally calendered in such a way that either each web
side (7a; 7b) is treated individually and successively by using a single-nip calender
(19) or both web sides (7a; 7b) by using a multi-nip calender (20), or else combined
calendering comprising single-nip and multi-nip calenders (19; 20) is carried out.
4. Method according to either of Claims 1 and 2,
characterized in that
the film coater (14) applies the application medium (13) by using an applicator roll
(14a) assigned to the web side (7a; 7b) to be coated.
5. Method according to either of Claims 1 and 2,
characterized in that
the blade coater (15) applies the application medium (13) by using a nozzle applicator
assembly (15a) assigned to the web side (7a; 7b) to be coated and a doctor element
or blade (15b) arranged downstream, or a nozzle applicator assembly having a short
duration of action (15.1).
6. Method according to one of Claims 1 to 5,
characterized in that
in order to operate one of the said coating devices or coaters (14; 15) as desired,
a respectively used coater or parts thereof are pivoted against the associated web
side (7a; 7b) to be coated or, as a prepared module (M1; M2), is exchanged for the
other module (M2; M1) of the coater (14; 15) that is present.
7. Method according to one of Claims 1 to 6,
characterized in that
before the coating with the first coating device (14), the fibrous web is pre-calendered.
1. Procédé de fabrication d'une nappe de papier, de carton ou d'une autre nappe fibreuse
revêtue, présentant les étapes suivantes :
formation de la nappe à partir d'un mélange de matière fibreuse, avec une caisse de
tête (2) et une section de toile (3), déshydratation dans une section de presse (4),
séchage dans une section de séchage (6) constituée de cylindres de séchage (5), afin
de sécher la nappe fibreuse formée (7) au moins à un taux d'humidité résiduel, application
d'une couche primaire sur les deux côtés de la nappe (7a, 7b) avec une presse d'encollage
ou à film (8) pour appliquer de l'amidon ou un milieu d'enduction contenant des pigments,
post-séchage avec des sécheurs sans contact (9) et une section de post-séchage (11)
constituée de cylindres de séchage (10), et pré-lissage (12) avec une calandre à pinçage
doux ou à pinçage dur (12a), application d'un milieu d'enduction (13) dans un processus
en ligne, et enroulement (25) ;
caractérisé en ce que
suite au pré-lissage (12), un milieu d'enduction contenant des pigments (13) est appliqué
sur seulement un côté de nappe (7a) de la nappe fibreuse (7), ce pour quoi on utilise
un premier dispositif de revêtement, par exemple un enducteur à film (14) pour l'application
du milieu d'enduction (13) de manière indirecte au moyen d'un rouleau d'enduction
(14a), et/ou un deuxième dispositif de revêtement, de préférence un enducteur à lame
(15) pour l'application du milieu d'enduction (13) de manière directe, lesdits deux
dispositifs de revêtement ou enducteurs (14 ; 15) pouvant être entraînés de manière
sélective et la nappe fibreuse (7) conservant en l'occurrence une trajectoire de déplacement
prédéterminée de la nappe, qui s'étend au-delà d'un séchage fixe sans contact suivant
(17), à chaque fois seulement l'un desdits dispositifs de revêtement cités ou enducteurs
(14 ; 15) appliquant de manière sélective le milieu d'enduction (13) ou lesdits deux
enducteurs (14 ; 15) appliquant l'un après l'autre et sans prévoir de séchage intermédiaire
le milieu d'enduction (13) sur le même côté de la nappe (7a) .
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
suite à un post-séchage supplémentaire (18), un milieu d'enduction (13) contenant
des pigments est appliqué de la même manière également sur le deuxième côté de la
nappe (7b).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la nappe fibreuse revêtue (7) est ensuite lissée, de telle sorte que soit chaque côté
de la nappe (7a ; 7b) soit traité individuellement et l'un après l'autre avec une
calandre à pinçage unique (19) soit que les deux côtés de la nappe (7a ; 7b) soient
traités avec une calandre à pinçages multiples (20), ou alors un lissage combiné,
constitué de calandres à pinçage unique et à pinçages multiples (19 ; 20), est effectué.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
l'enducteur à film (14) applique le milieu d'enduction (13) avec un rouleau d'enduction
(14a) associé au côté de la nappe (7a ; 7b) à revêtir.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
l'enducteur à lame (15) applique le milieu d'enduction (13) avec un équipement d'enduction
à buse (15a) associé au côté de la nappe (7a ; 7b) à revêtir et avec un élément de
racle ou une lame (15b) situé en aval, ou avec un équipement d'enduction à buse à
durée d'action plus courte (15.1) .
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
pour le fonctionnement sélectif desdits dispositifs de revêtement ou enducteurs (14
; 15), l'enducteur respectivement utilisé ou des parties de celui-ci sont pivotés
contre le côté de la nappe (7a ; 7b) associé à revêtir ou, en tant que module fourni
(M1 ; M2), remplacent l'autre module existant (M2 ; M1) de l'enducteur (14 ; 15).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
l'on effectue un pré-lissage de la nappe fibreuse avant le revêtement avec le premier
dispositif de revêtement (14).