[0001] Die Erfindung betrifft einen Stauverschluss für flüssigkeitsführende Rohre gemäß
den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruches 1, wie aus der
US-A-2,071,160 bekannt.
[0002] Wasser, insbesondere Trinkwasser muss ein hohes Maß an Reinheit aufweisen, um als
für den menschlichen Gebrauch geeignet beurteilt zu werden. Zudem dürfen v.a. im Trinkwasser
keine krankheitsverursachenden Keime oder sonstige störenden Verunreinigungen enthalten
sein Dies ist eine Anforderung, die bei einem Ölabscheider gemäß der
US-A-2,071,160 nicht erfüllt sein muss. Eine hygienische und sichere Trinkwasserversorgung ist ein
entscheidender Beitrag zur Gesundheit und Seuchenvermeidung. Das Wasser wird meistens
als Grundwasser aus Brunnen und Quellen gewonnen, Zusätzlich kann auch Oberflächenwasser
oder Flusswasser aus Brunnen in Gewässernähe zu Trinkwasser aufbereitet werden.
[0003] Der Transport zum Verbraucher erfolgt durch ein Wasserverteilungssystem, bestehend
aus Behältern, Pumpen und Leistungen. Zur Sammlung und zwischenspeicherung des gewonnenen
Wassers werden je nach Lage unterschiedliche Arten von Wasserspeichern eingesetzt.
Die Wasserspeicher verfügen in der Regel über einen oder mehrere Wasserzuläufe, ein
Sammelbecken und zumindest einen Ablauf in nachgeordnete Becken, Pumpstationen oder
das Rohrleitungsnetz. Als Zuläufe dienen meistens offene Rohre aus den Quellfassungen
oder Abschlussbauwerken der Brunnen.
[0004] Aufgrund der offenen Bauweise vieler Trinkwassergewinnungsanlagen konnte vermehrt
beobachtet werden, dass Kleinstlebewesen wie Insekten oder kleinere Amphibien in die
Rohr bzw. Schachtsysteme eindringen, um die geschützte Umgebung zur Überwinterung
oder zur Elablage zu nutzen. Diese Lebewesen verursachen nicht selten Verunreinigung
des Wassers und machen es ggf, ungenießbar. Eine Entfernung der Lebewesen aus den
besiedelten Rohren kann nur durch aufwendige mechanische Reinigung, Begasung und Spülung
des gesamten Systems realisiert werden.
[0005] Als Abschluss an Rohren, zumeist an Abflussrohren, sind Siphons (vgl.
FR-A-390 535) oder siphonähnliche Vorrichtungen bekannt, die als einfaches, U-förmiges Rohr ausgebildet
sind und vornehmlich den Austritt von Gasen aus der Kanalisation verhindern sollen.
Die
DE 199 04 883 zeigt einen kastenförmigen Überlauf, insbesondere für Regenwasserzisternen, mit einem
Siphon, der über Klappen verfügt, die bei Wasserhochstand den Zulauf verschließen.
[0006] Nachteil der bekannten Systeme ist, dass zur Reinigung oder Inspektion der Rohrleitungen
die entsprechenden Vorrichtungen vollständig entfernt werden müssen. Hierzu ist neben
einer besonders aufwändigen, zeit- und kostenintensiven Demontage der Anlage nicht
selten auch die vorübergehende Stilliegung der gesamten Wasserleitung, verbunden mit
einer Beeinträchtigung der daran angeschlossenen Trinkwasserversorgung, notwendig.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zum hygienisch
sicheren Verschluss einer Rohrleitung zu schaffen, die im Bedarfsfall einen schnellen
und einfachen Zugang zur Rohrleitung ermöglicht, insbesondere ein schnelles Entnehmen
und sicheres Wiedereinsetzen der Stauflächen erlaubt.
[0008] Die Aufgabe wird mit einem Stauverschluss für Rohrleitungen mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0009] Der erfindungsgemäße Stauverschluss eignet sich für flüssigkeitsführende Rohre und
ist insbesondere für die Verwendung an Trinkwasserrohren vorgesehen. Der Stauverschluss
verfügt über ein ein freies Rohrende umschließendes Gehäuse und umfasst wenigstens
zwei im Gehäuse angeordnete Stauflächen, Das Gehäuse kann dabei verschiedene, beispielsweise
auf den Einbauort und die dort vorliegenden Raumverhältnisse angepasste Formen aufweisen.
Denkbar sind beispielsweise kasten- oder tonnenförmige Ausgestaltungen des Gehäuses.
Das Rohrende kann beispielsweise in einen Wasserspeicher oder eine Brunnenstube münden
oder den Auslauf einer Quellfassung bilden, Im Gehäuse ist dabei eine erste, vom Rohrende
beabstandete Staufläche sowie eine nachgeordnete, von der ersten Staufläche beabstandete,
zweite Staufläche vorgesehen. Bei diessem Stauverschluss ist die erste Staufläche
unterspülbar und die zweite Staufläche überspülbar im Gehäuse angeordnet Mit dieser
Anordnung der zweiten Staufläche wird erreicht, dass die aus einer Rohrleitung austretende
oder in eine Leitung einfließende Flüssigkeit im Gehäuse bis zum Erreichen der Überlauf-
oder Oberkante aufgestaut wird. Die erste Staufläche ragt soweit in die aufgestaute
Flüssigkeit hinein, dass die Rohrleitung luftdicht abgeschlossen wird und dadurch
rohrbesiedelnden Schadorganismen auf wirkungsvolle und einfache Weise der Zugang zum
Rohrleitungssystem verwehrt ist. Da die Stauflächen unter- bzw. überspülbar ausgebildet
sind, wird ein kontinuierlicher und unterbrechungsfreier Flüssigkeitsstrom sichergestellt.
[0010] Die Erfindung sieht vor, dass beide Stauflächen verschiebbar im Gehäuse angeordnet
ist. Eine entsprechende Anordnung erweist sich besonders bei der Wartung oder Inspektion
des Leistungssystems als vorteilhaft, da der Zugang zum zu inspizierenden Rohr durch
einfaches Verschieben der Stauflächen erreicht werden kann. Eine aufwändige, zeit-
und kostenintensive Demontage der gesamten Vorrichtung, mit ggf, notwendiger Absperrung
der Leitung, wird ebenfalls überflüssig, da die Flüssigkeit während der Arbeiten am
Rohrsystem weiter aus- bzw. einströmen kann. Um ein möglichst leichtgängiges Verschieben
zu erreichen, sind in den seitlichen Gehäusewänden Führungen für die Stauflächen vorgesehen.
Zudem dient eine weitere, bodenseitig eingebrachte, horizontal verlaufende Nut im
Gehäuse zur Aufnahme und Stützung der zweiten Staufläche.
[0011] In bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, die zweite Staufläche als Rahmen auszubilden.
Da diese Staufläche tiefer im Gehäuse angeordnet ist als die erste Staufläche, bietet
die Ausführung als Rahmen beim Verschieben der Staufläche zum einen eine Eingriffmöglichkeit
für das einfachere Bewegen der Staufläche, zum anderen stabilisiert die rahmenartige
Ausführung der Staufläche diese zusätzlich und macht sie damit widerstandsfähiger
gegen den Druck der gestauten Flüssigkeit.
[0012] Vorteilhafterweise weist wenigstens die erste Staufläche einen Griff auf. Dieser
dient beim Verschieben der Staufläche als Angriffspunkt für die leichtere Betätigung
bzw, Bewegung der Staufläche, Der Griff ist dabei bevorzugt an der oberen, abgekröpften
Seite angeordnet, die mit der Oberseite des Gehäuses "insektendicht" abschließt,
[0013] Als besonders empfehlenswert wird angesehen, wenn das Gehäuse und die Stauflächen
aus lebensmittelgeeigneten Werkstoffen bestehen. Dabei können insbesondere entsprechend
zugelassene Kunststoffe, nichtrostender (V2A- oder V4A-) Stahl oder sonstige, geeignet
erscheinende Legierungen oder Werkstoffe Verwendung finden, Vorteilhaft an der genannten
Ausführungsform ist die sich daraus ergebende Eignung der Vorrichtung für die Verwendung
im Lebensmittelbereich, speziell an Trinkwasserleitungen.
[0014] Bevorzugt weist das Gehäuse einen auf ein Rohrende aufsteckbaren Stutzen auf. Dieser
Stutzen ermöglicht das einfache Aufstecken oder Aufschieben des Gehäuses auf die entsprechende
Rohrleitung. Bei Wahl einer geeigneten Passung, beispielsweise einer Spiel- oder Übermaßpassung,
werden zusätzliche Verbindungs- oder Befestigungsmittel überflüssig.
[0015] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass
der Stutzen lösbar mit dem Rohrende verbunden ist. Die lösbare Verbindung kann über
die Verwendung einer Schelle, einer Muffe, wie beispielsweise einer Stemm-, Raster-
oder Steckmuffe, einer Manschette oder eines Flansches hergestellt werden. Der Vorteil
einer lösbaren Verbindung zwischen Gehäuse und Rohrende besteht darin, dass die gesamte
Vorrichtung besonders einfach montiert bzw. demontiert werden kann, zumeist sogar
ohne Unterbrechung des Flüssigkeitsstromes.
[0016] Des weiteren können auf diese Art und Weise stabile Verbindungen zwischen Werkstoffen
erreicht werden, die sich nicht oder nur schwer verschweißen oder auf sonstige Art
dauerhaft verbinden lassen, wie dies beispielsweise bei der Verwendung eines Stahlgehäuses
an einem Kunststoffrohr der Fall sein kann. Zusätzlich kann durch Einlegen einer Dichtung
zwischen den Verbindungselementen und dem Gehäuse bzw. Rohrende, die Dichtheit der
Verbindung weiter verbessert werden.
[0017] Eine andere, empfehlenswerte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor,
das Gehäuse und das davon umschlossene Rohrende unlösbar zu verbinden. Die unlösbare
Verbindung kann dabei insbesondere durch Verschweißen, Verlöten, Verpressen oder Verkleben
erzeugt werden. Eine derartige Verbindung bietet sich vor allem dann an, wenn Gehäuse
und Rohrende des flüssigkeitsführenden Rohrs aus Materialien bestehen, die mit den
entsprechenden Techniken fügbar sind und zudem ein dauerhafter Einbau der erfindungsgemäßen
Vorrichtung vorgesehen ist.
[0018] Weitere Vorteile, Merkmale und Besonderheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter, jedoch nicht beschränkender Ausführungsformen
der Erfindung anhand der schematischen und nicht maßstabsgetreuen Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Stauverschlusses in Perspektivdarstellung;
- Fig. 2
- eine Draufsicht,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht und
- Fig. 4
- eine Rückansicht des erfindungsgemäßen Stauverschlusses.
[0019] Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines einen Stauverschluss 30 bildenden Gehäuses
10 mit zwei darin einsetzbaren Stauwänden 11, 12 in Perspektivansicht. Die Stauwände
11, 12 sind in Fig. 1 im verschobenen Zustand dargestellt und befinden sich außerhalb
des Gehäuses 10. Das Gehäuse 10 ist im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 kastenförmig
ausgebildet. Die Deckenfläche 13 des Gehäuses 10 erstreckt sich nur bis zur Mitte
des Gehäuses 10. Die Rückwand 14 des Gehäuses 10 weist eine Ausnehmung 15 auf, an
der ein umlaufender Stutzen 16 angebracht ist. Über diesen Stutzen 16 kann das Gehäuse
10 auf ein Rohrende (nicht dargestellt) aufgeschoben und daran befestigt werden. Die
Ausnehmung 15 ist in der oberen Hälfte der Rückwand 14 des Gehäuses 10 eingebracht,
so dass sich Flüssigkeit, die aus dem Rohr (nicht dargestellt) austritt, in das Gehäuse
10 ergießen kann. Die Seitenwände 17, 18 des Gehäuses 10 weisen zwei schlitzförmige,
sich vertikal über die Seitenwände 17, 18 erstreckende Führungen 20, 21 auf, in denen
die Stauflächen 11, 12 aufgenommen werden. Zusätzlich zu diesen Führungen 20, 21 verfügt
das Gehäuse 10 über eine weitere, bodenseitig eingebrachte, horizontalverlaufende
Nut 22, die zur Aufnahme und Stützung der zweiten Staufläche 12 dient.
[0020] Die erste Staufläche 11 erstreckt sich im Betriebszustand des Stauverschlusses 30
von der Deckenfläche 13 des Gehäuses 10 her über mehr als drei Viertel der Gehäusehöhe
in das Gehäuse 10 hinein. Die zweite Staufläche 12, die der ersten Staufläche 11 nachgeordnet
in das Gehäuse 10 eingeführt wird, erstreckt sich vom Boden 19 des Gehäuses 10 her
über mehr als ein Drittel der Gehäusehöhe in dieses hinein. Im Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 weist die erste Staufläche 11 einen gekröpften, leistenartigen Bereich
23 auf, der auf der Deckenfläche 13 des Gehäuses 10 aufliegt. Am gekröpften, leistenartigen
Bereich 23 ist ein Griff 24 angeordnet, der das Verschieben der ersten Staufläche
11 erleichtert. Anstelle des Griffes 24 könnten, zum Erleichtern des Verschiebens,
Ausnehmungen im gekröpften, leistenartigen Bereich 23 für den Eingriff mit Werkzeugen
oder den Händen eingebracht werden. Die zweite Staufläche 12 ist im Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 als Rahmen ausgebildet, dessen obere Querleiste 25 als Griff für die Entnahme
der Staufläche dient. Wie sich aus Fig. 1 entnehmen lässt, ist das flüssigkeitsführende
Rohr bereits nach der Entnahme der ersten Staufläche 11 gut für Reinigungs-, Wartungs-
und Inspektionsmaßnahmen zugänglich. Nach Entfernung der zweiten Staufläche 12 besteht
kein Hindernis mehr, wodurch auch die Einführung von größeren Gerätschaften, wie beispielsweise
Rohrreinigungs- und Inspektionsrobotern, problemlos möglich wird.
[0021] In Fig. 2 ist die Draufsicht des erfindungsgemäßen Stauverschlusses 30 dargestellt.
Dabei wurde die erste, dem Rohrende nächstliegendste Staufläche 11 entfernt. Auch
das Ausführungsbeispiel der Fig. 2 weist zwei Führungen 20, 21 für die Stauflächen
11, 12 in den Seitenflächen 17, 18 des kastenförmigen Gehäuses 10 und eine mit einem
Stutzen 16 versehene Ausnehmung 15 in der Rückwand 14 des Gehäuses 10 auf. Der Stutzen
16 durchdringt die Rückwand 14 und ragt in das Gehäuse 10 hinein. Durch diese Anordnung
des Stutzens 16 kann sich die Flüssigkeit aus dem Rohr gleichmäßiger in das Gehäuse
10 ergießen. Der Stutzen 16 kann auch verwendet werden, um das Gehäuse 10 direkt auf
ein zu umschließendes Rohrende aufzustecken. Darüber hinaus kann der Stutzen 16 auch
zur Aufnahme von Befestigungselementen, wie beispielsweise einer Schelle, Manschette
oder Muffe, verwendet werden. Soll eine dauerhafte und weitestgehend unlösbare Verbindung
zwischen Gehäuse 10 und Rohrende erreicht werden, kann der Stutzen 16 nach dem Aufstecken
auf das Rohrende mit diesem verschweißt, verlötet oder verklebt werden. Im Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 wurde nur die zweite Staufläche 12 in das Gehäuse 10 eingesetzt und bildet
dessen Abschluss. In der gezeigten Ausführung ist die zweite Staufläche 12 rahmenförmig
ausgebildet und so bemaßt, dass die obere Querleiste 25 des Rahmens bündig mit der
Deckenfläche 13 des Gehäuses 10 abschließt. Zur Entnahme der zweiten Staufläche 12
kann die obere Querleiste 25 des Rahmens ergriffen und die zweite Staufläche 12 anschließend
aus dem Gehäuse 10 herausgezogen werden. Ein Verkanten wird dabei durch die Führung
20 in den Seitenwänden 17, 18 des Gehäuses 10 verhindert.
[0022] Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Stauverschlusses 30. In der
Darstellung sind beide Stauflächen 11, 12 in das Gehäuse 10 eingesetzt. Hierbei ist
gut erkennbar, dass die erste Staufläche 11 von der Deckenfläche 13 des Gehäuses 10
her in das Gehäuse 10 hineinragt und sich im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 über mehr
als drei Viertel der Gehäusehöhe erstreckt. Die erste Staufläche 11 ist im Bereich
der Deckenfläche 13 des Gehäuses 10 abgekröpft und liegt mit diesem gekröpften, leistenartigen
Bereich 23 auf der Deckenfläche 13 auf. Dadurch wird das Gehäuse 10 an dieser Stelle
"insektendicht" abgeschlossen und die Eintauchtiefe der ersten Staufläche 11 in das
Gehäuse 10 definiert. Der gleiche Effekt könnte durch eine entsprechende Verkürzung
der Führung 21 erreicht werden.
[0023] Die zweite Staufläche 12, die ebenfalls in das Gehäuse 10 eingeschoben wurde, sitzt
auf der Bodenfläche 19 des Gehäuses 10 auf, erstreckt sich von dort über mehr als
ein Viertel der Gehäusehöhe in das Gehäuse 10 hinein und bildet so die maximale Stauhöhe
für die Flüssigkeit im Gehäuse 10. Wird das Gehäuse 10 an ein flüssigkeitsführendes
Rohr angeschlossen, auf ein Rohrende aufgesteckt oder über sonstige Befestigungsmittel
daran lösbar oder dauerhaft befestigt, so befüllt die aus dem Rohr austretende Flüssigkeit
das Gehäuse 10 bis zur Überlauf- oder Oberkante 26 der zweiten Staufläche 12, überströmt
diese und fällt danach in das zu befüllende Gefäß, Speicherbecken oder ähnliche Sammelbehälter
(nicht gezeigt).
[0024] Nach dem Einsetzen der ersten Staufläche 11 wird diese bis in das gestaute Wasser
abgesenkt, verschließt dadurch den Austrittsbereich der Flüssigkeit und verhindert
so das Eindringen von Lebewesen und/oder sonstigen Verunreinigungen in die Rohrleitung
bzw. das Rohrleitungssystem. Wie in Fig. 3 durch Pfeile angedeutet, strömt die nachfließende
Flüssigkeit unter der ersten Staufläche 11 hindurch und über die zweite Staufläche
12 hinweg und garantiert gleichzeitig durchgehend den luftdichten Verschluss eines
Rohres, Wird der erfindungsgemäße Stauverschluss 30 an einer Abflussleitung bzw. einem
Ausflussrohr beispielsweise eines Grossbehälters oder Sammelbeckens eingesetzt, kann
sich die Flüssigkeit über die maximale Höhe der zweiten Staufläche 12 hinaus, bis
zum tiefsten Punkt des Rohres aufstauen und dann über das Rohr abfließen bzw. abgesaugt,
abgepumpt oder auf sonstige Weise gefördert werden, Die erste Staufläche 11 garantiert
diesem Fall ebenfalls den Abschluss des freien Rohrquerschnittbereichs gegenüber der
Umgebung und verhindert somit das Eintreten von unerwünschten Lebewesen oder sonstigen
Organismen. Um das Fliessverhalten der austretenden Flüssigkeit zu verbessern, ragt
der die Rückwand 14 des Gehäuses 10 durchdringende Stutzen 16 im Ausführungsbeispiel
in das Gehäuse 10 hinein.
[0025] Zur Reinigung, Wartung oder Inspektion der Rohrleitung können beide Stauflächen 11
und 12 aus dem Gehäuse 10 entfernt werden. Hierzu werden die Stauflächen 11, 12 durch
die Führungen 20, 21 in den Seitenwänden 17,18 des Gehäuses 10 geführt aus dem Gehäuse
10 herausgezogen und geben dadurch den Zugang zum Rohr frei. Um das Herausziehen zu
erleichtern, verfügt die erste Staufläche 11 über einen Griff 24, der auf der gekröpften,
leistenartigen Fläche 23 befestigt ist. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist die
zweite Staufläche 12 als Rahmen ausgebildet, der die zweite Staufläche 12 und das
Gehäuse 10 stabilisiert. Zusätzlich kann die obere Querleiste 25 des Rahmens als Griff
für das Herausziehen der zweiten Staufläche 12 verwendet worden. Um das Unterströmen
der zweiten Staufläche 12 zu verhindern, ist diese in eine im Boden 19 des Gehäuses
10 eingeschnittene Nut 22 eingesteckt.
[0026] Fig. 4 zeigt die Anordnung des ringförmigen Stutzens 18 in der von den Seitenflächen
17,18 und der Deckenfläche 13 eingefassten Rückwand 14 des Gehäuses 10. Die Rückwand
14 weist zur Anbringung des Stutzens 16 oder zum direkten Aufstecken des Gehäuses
10 auf ein Rohrende eine Ausnehmung 15 auf. Die Ausnehmung 15 wurde hierbei in der
oberen Hälfte der Rückwand 14 des Gehäuses 10 eingeschnitten. Wird ein Stutzen 16
verwendet, was sich auch aus Stabilitätsgründen empfiehlt, kann dieser in die Ausnehmung
15 eingeklebt oder je nach verwendetem Material, mit der Rückwand 14 des Gehäuses
10 verschweißt werden. Die Länge des Stutzens 16 ist abhängig von der gewählten Verbindungsart
zwischen dem Gehäuse 10 und einem Rohrende bzw. von der Art der Verbindungsmittel.
Das Gehäuse 14 kann aus verschiedenen Materialien bestehen, wobei sich (lebensmittelgeeignete)
Kunststoffe aufgrund des geringen Gewichts und der flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten
anbieten. Ebenfalls möglich und v.a. in sensiblen Bereich, wie beispielsweise der
Trinkwasserversorgung bzw. -gewinnung, empfehlenswert ist die Verwendung von nichtrostendem
Stahl (V2A oder V4A) oder Legierungen die über eine Genehmigung der Lebensmittelbehörden
bzw. der Trinkwasserverordnung verfügen. Das Gehäuse 10 kann aus Elnzeiflächen (13,
14, 17, 18, 19) aufgebaut werden, die je nach Größe des benötigten Stauverschlusses
30 entweder im Voraus oder aber direkt am Einsatzort verbunden, insbesondere verklebt
oder verschweißt werden. Darüber hinaus kann das Gehäuse 10 aus einem Vollmaterial
ausgefräst oder ausgeschnitten werden. Das Gehäuse 10, der eventuell vorgesehene Stutzen
16 und die Stauflächen 11, 12 können aus dem gleichen oder aus kombinierbaren Materialien
bestehen, Hierbei sollten allerdings die mechanischen und v.a. chemischen Wechselwirkungen
zwischen den Werkstoffen selbst sowie zwischen den Werkstoffen und der Flüssigkeit
berücksichtigt werden,
Bezugszeichenliste
[0027]
- 10 =
- Gehäuse
- 11 =
- erste Staufläche
- 12 =
- zweite Staufläche
- 13 =
- Deckenfläche
- 14 =
- Rückwand
- 15 =
- Ausnehmung
- 16 =
- Stutzen
- 17 =
- Seitenwand
- 18 =
- Seitenwand
- 19 =
- Boden
- 20 =
- Führung
- 21 =
- Führung
- 22 =
- Nut
- 23 =
- gekröpfter, leistenartiger Bereich
- 24 =
- Griff
- 25 =
- Querleiste
- 26 =
- Überlauf- oder Oberkante
- 30 =
- Stauverschluss
1. Stauverschluss (30) für flüssigkeitsführende Rohre, insbesondere Trinkwasserrohre,
mit einem ein freies Rohrende umschliessenden Gehäuse (10) mit wenigstens zwei im
Gehäuse (10) angeordneten Stauflächen (11, 12), wobei eine erste, vom Rohrende beabstandete
und eine nachgeordnete, von der ersten Staufläche (11) beabstandete zweite Staufläche
(12) vorgesehen ist, sowie die erste Staufläche (11) unterspülbar und die zweite Staufläche
(12) überspülbar im Gehäuse (10) angeordnet ist, wobei
beide Stauflächen (11,12) verschiebbar im Gehäuse (10) angeordnet sind, und wobei
Seitenwände (17,18) des Gehäuses (10) zwei, sich vertikal erstreckende Führungen (20,
21) aufweisen, in denen die Stauflächen (11, 12) aufgenommen werden dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen Schlitzförmig sind sowie zusätzlich zu den Führungen (20, 21) eine
weitere, bodenseitig eingebrachte, horizontal verlaufende Nut (22) im Gehäuse (10)
vorgesehen ist, die zur Aufnahme und Stützung der zweiten Staufläche (12) dient.
2. Stauverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Staufläche (12) als Rahmen ausgebildet ist,
3. Stauverschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die erste Staufläche (11) einen Griff (24) aufweist.
4. Stauverschluss nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) und die Stauflächen (11, 12) aus lebensmittelgeelgneten Werkstoffen,
insbesondere aus Kunststoff und/oder nichtrostendem Stahl gebildet sind.
5. Stauverschluss nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) einen auf das Rohrende aufsteckbaren Stutzen (16) aufweist.
6. Stauverschluss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stutzen (16) lösbar, insbesondere über eine Schelle, eine Muffe, eine Manschette
oder einen Flansch, mit dem Rohrende verbunden ist.
7. Stauverschluss nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuses (10) mit dem Rohrende unlösbar verbunden, insbesondere verschweißt,
verlötet oder verklebt ist.
1. Shut-off closure (30) for liquid-carrying pipes, in particular drinking water pipes,
with a housing (10), that encloses a free end of the pipe and having at least two
baffles (11, 12) arranged in the housing (10), wherein a first baffle (11), being
spaced of the tube end, and a second baffle (12), being spaced downstream from the
first baffle (11), are provided in the housing (10), such that liquid flows below
the first baffle (11) and over the second baffle (12), wherein the baffles (11, 12)
are arranged displaceable in the housing (10) and sidewalls (17, 18) of the housing
(10) have two channels (20, 21) that extend vertically to receive the baffles (11,
12), characterized in that
the channels are slot-shaped and additionally to the channels (20, 21) a further slot
(22) is provided at the bottom of the housing (10) in horizontal direction to receive
and support the second baffle (12).
2. Shut-off closure of claim 1, characterized in that the second baffle (12) is formed as a frame.
3. Shut-off closure of claims 1 or 2, characterized in that at least the first baffle (11) has a handle (24).
4. Shut-off closure of any of claims 1 - 3, characterized in that the housing (10) and the baffles (11, 12) are made of food grade materials, in particular
from plastic and/or stainless steel,
5. Shut-off closure of any of claims 1 4, characterized in that the housing (10) has a sleeve-connection (18) on the pipe end.
6. Shut-off closure of claim 5, characterized in that the sleeve-connection (16) is detachably connected to the pipe end, in particular
on a collar, a sleeve, a collar or a flange.
7. Shut-off closure of any of claims 1 -5, characterized in that the housing (10) is non-detachably connected with the pipe end, in particular welded,
soldered or adhesively bonded.
1. Clapet de retenue (30) pour tuyaux de transport de liquides, en particulier tuyaux
d'eau potable, avec un boîtier (10) entourant une extrémité libre du tuyau, avec au
moins deux surfaces de retenue (11, 12) disposées dans le boîtier (10), une première
surface de retenue (11) distante de l'extrémité du tuyau et une deuxième surface de
retenue (12) en aval, à distance de la première surface de retenue (11), étant prévues,
et la première surface de retenue (11) et la deuxième surface de retenue (12) étant
disposées dans le boîtier (10) de façon que le liquide puisse s'écouler respectivement
par-dessous et par-dessus, les deux surfaces de retenue (11, 12) étant disposées de
manière à pouvoir coulisser dans le boîtier (10) et les parois latérales (17, 18)
du boîtier (10) présentant deux guides (20, 21) qui s'étendent verticalement, dans
lesquels les surfaces de retenue (11, 12) sont logées,
caractérisé en ce que les guides sont réalisés sous la forme de fentes et qu'en plus des guides (20, 21),
une autre rainure (22) s'étendant horizontalement, ménagée côté fond, qui sert recevoir
et soutenir la deuxième surface de retenue (12) est prévue dans le boîtier (10).
2. Clapet de retenue selon la revendication 1, caractérisé en ce que la deuxième surface de retenue (12) est réalisée sous la forme d'un cadre.
3. Clapet de retenue selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins la première surface de retenue (11) présente une poignée (24).
4. Clapet de retenue selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le boîtier (10) et les surfaces de retenue (11, 12) sont formés de matériaux compatibles
avec les produits alimentaires, en particulier de matière plastique et/ou d'acier
inoxydable.
5. Clapet de retenue selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le boîtier (10) présente une tubulure (16) emboîtable sur l'extrémité de tuyau.
6. Clapet de retenue selon la revendication 5, caractérisé en ce que la tubulure (16) est reliée à l'extrémité de tuyau d'une manière détachable, en particulier
au moyen d'un collier, d'un manchon, d'une manchette ou d'une bride.
7. Clapet de retenue selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le boîtier (10) est relié à l'extrémité de tuyau d'une manière indétachable, en particulier
par soudage, brasage ou collage.