[0001] Die Erfindung betrifft einen Verdichter gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Regelbare Kältemittelverdichter für die Fahrzeugklimatisierung werden heutzutage
oftmals in der Schrägscheiben- bzw. Schwenkscheibenbauart realisiert. Der Auslenkwinkel
der Schwenkscheibe ist durch einen Triebwerksraumdruck p
C einstellbar. Aus dem Stand der Technik ist es zusätzlich bekannt, neben Gaskräften
den Schwenkscheibenauslenkwinkel auch durch ein Federsystem zu beeinflussen. Verdichter
gemäß dem Stand der Technik werden zunehmend kupplungslos betrieben (vgl. Fig. 1),
wobei jedoch auch Verdichter mit Kupplung bekannt sind.
[0002] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf den Betriebsbereich bzw.
- zustand "Verdichter aus". In diesem Fall wird die Schwenkscheibe bei genügend großem
Triebwerksraumdruck p
C in eine Null-Lage bzw. auf einen minimalen Auslenkwinkel gedrückt. Reduziert sich
der Druck p
C im Triebwerksraum, so bewegt sich die Schwenkscheibe auf einen größeren Auslenkwinkel
(Gleichgewichtslage). Die Gleichgewichtslage, in die der Verdichter immer wieder selbsttätig
zurückkehren kann, sofern keine Drücke dem entgegen stehen, hängt auch von der Verdichterdrehzahl
ab. Diese Drehzahlabhängigkeit wird durch die Konstruktion der Schwenkscheibe, insbesondere
durch deren Geometrie und Dichteverteilung vorgegeben. Bei höheren Drehzahlen ist
die Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe vorzugsweise so vorzusehen, dass sie im
Vergleich zu höheren Drehzahlen zu kleineren Auslenkwinkeln hin verschoben ist.
[0003] Aus der
US 6,425,741 B1 ist ein Verdichter bekannt, bei dem der Kolbenhub bzw. der Auslenkwinkel und somit
das geometrische Hubvolumen von etwa % bis 100% regelbar ist. Dabei wird das maximale
geometrische Hubvolumen durch den maximalen Auslenkwinkel bzw. den maximalen Kolbenhub
begrenzt. In der Regel wird der maximale Auslenkwinkel durch einen Anschlagpunkt der
Schwenkscheibe an der Antriebswelle des Verdichters oder an einem Teil derselben definiert.
[0004] Das Hubvolumen des Verdichters bzw. der Volumenstrom des Verdichters ergibt sich
aus dem geometrischen Hubvolumen desselben sowie seinem Liefergrad, welcher betriebspunktabhängig
ist. Im Zusammenhang mit der Erfindung geht es im wesentlichen um den minimalen Auslenkwinkelanschlag
bzw. den Minimalhub bzw. den minimalen Auslenkwinkel oder das minimale geometrische
Hubvolumen bzw. das minimale Hubvolumen (Volumenstrom).
[0005] Zu unterscheiden sind im Betriebsbereich "Verdichter aus" verschiedene Auslenkwinkel
der Schwenkscheibe, die alle sehr klein sind und den abgeregelten Zustand des Verdichters
charakterisieren:
- Minimalauslenkwinkel (z.B. = 0°) bzw. ein positiver, sehr kleiner Kippwinkel;
- Grenzauslenkwinkel, unterhalb dieses Auslenkwinkels gelingt es dem Verdichter nicht,
genügend Druck aufzubauen und den Auslenkwinkel durch entsprechende Regeldrücke (z.B.
Triebwerksraundruck pC) zu vergrößern. Der Auslenkwinkel hängt von vielen konstruktiven Parametern ab, wie
z.B. auch dem Schadraum des Verdichtungsraumes. Der für die Auslegung relevante Grenzauslenkwinkel
wird für die Minimaldrehzahl (z.B. etwa 600 U/min) bestimmt, bei höheren Drehzahlen
verringert sich der Grenzauslenkwinkel aufgrund des über die steigende Drehzahl mehr
geförderten Massenstrom stetig.
- die Gleichgewichtskippwinkel der Schwenkscheibe.
[0006] Aus der
US 6,425,741 B1 sind eine Rückstellfeder und eine Stellfeder bekannt. Im Verdichterstillstand geben
sie eine Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe vor (Gleichgewichtsauslenkwinkel).
Wird der Verdichter drucklos betrieben (p
C ∼ p
d ∼ p
S), so hat auch die Drehzahl eine Bedeutung, da die Kippmomente infolge der Massenkraft
der Kolben und der Schwenkscheibe z.B. auf den Auslenkwinkel einwirken. Weiterhin
können natürlich im nicht drucklosen Betrieb die Gaskräfte auf die Gleichgewichtslage
einwirken. Der Erfindungsgegenstand ist im wesentlichen auf diese Gleichgewichtslage
bezogen.
[0007] Verdichter der oben genannten Bauart (
US 6,425,741 B1) sind gekennzeichnet durch einen Bereich, der mit einem Niederdruckniveau p
S der Klimaanlage korrespondiert (Verdampfungsdruck, Saugdruck p
S) sowie einem Bereich, der mit dem Hochdruckniveau der Klimaanlage korrespondiert
(Verdichtungsenddruck P
d, Druck im Verflüssiger bzw. im Gaskühler). Vernachlässigt man die Druckverluste,
die zwischen den Komponenten und in den Komponenten der Klimaanlage auftreten, so
kann man vereinfacht von den beiden Drucklagen auf der Saugseite p
S und der Hochdruckseite p
d ausgehen.
[0008] In den Verdichtungsräumen des Verdichters (Kolben, Kolbenringe, Zylinder) wird das
von der Saugseite einströmende Gas angesaugt und auf das höhere Druckniveau p
d verdichtet. Für den Gaswechsel sorgen druckgesteuerte Lamellenventile auf der Saug-
und der Druckseite. Je nach Betriebspunkt können saugseitig und hochdruckseitig bestimmte
Drücke eingestellt werden. Das Volumen des Triebwerksraums wird verwendet, um den
dort befindlichen Triebwerksraumdruck p
C zu variieren. Durch die Variation des Triebwerkstaumdruckes p
C greift man in das Kräftegleichgewicht der Schwenkscheibe ein, welches durch den Saugdruck
p
S, den Hochdruck p
d und den Triebwerksraumdruck p
C beeinflusst wird.
[0009] Der Triebwerksraumdruck p
C kann zwischen Saugdruck p
S und Hochdruck p
d variiert werden. Das geschieht durch eine Kommunikation (By-Pass, Drosselbohrung,
Regelventile) zwischen den Volumina, die mit dem Saugdruck p
S, Hochdruck p
d sowie dem Triebwerksraumdruck p
C beaufschlagt sind. Demzufolge existierte eine Verbindung zwischen Saugdruck p
S, und dem Triebwerksraumdruck p
C sowie eine Verbindung zwischen dem Hochdruck p
d und dem Triebwerksraumdruck p
C.
[0010] Wird der Triebwerksraumdruck p
C ausgehend von einer beliebigen Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe erhöht, so bedeutet
das eine Verkleinerung des Auslenkwinkels. Die Erhöhung des Triebwerksraumdrucks p
c erfolgt durch einen Regelmassenstrom von der Hochdruckseite zum Triebwerksraumdruck
(p
d - p
C).
[0011] Wird der Triebwerksraumdruck p
C ausgehend von einer beliebigen Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe verringert,
so bedeutet das eine Vergrößerung des Auslenkwinkels. Die Verringerung des Triebwerksraumdruckes
p
C erfolgt durch einen Regelmassenstrom vom Triebwerksraum zur Saugseite (p
C - p
S).
[0012] Wird der Triebwerksraumruck etwa auf das Sauggasniveau p
S eingestellt, so ist bei Verdichtern nach dem Stand der Technik sichergestellt, dass
der Schwenkscheibenauslenkwinkel auf den maximalen Auslenkwinkel eingestellt ist (begrenzt
z.B. durch einen Auslenkwinkelanschlag).
[0013] Der Regelbereich des Triebwerksraumdruckes p
C orientiert sich bei Verdichtern nach dem Stand der Technik ausgehend vom Saugdruckniveau
p
S auf höhere Werte, die etwa 0 bar bis 15 bar über dem Saugdruckniveau p
S liegen können.
[0014] Ein wichtiges Kriterium bei einem Verdichter ist sein Startverhalten. Wird ein Verdichter
bei geringer Motordrehzahl (z.B. 600 /m) eingeschaltet, so fördert er einen bestimmten
Kältemittelmassenstrom, vorausgesetzt, die Schwenkscheibe ist auf einen bestimmten
Auslenkwinkel eingestellt. Ist der Auslenkwinkel auf 0° eingestellt, so existiert
kein Kolbenhub und es wird kein Kältemittel gefördert (auch nicht bei höhere Drehzahlen).
Ist der Auslenkwinkel sehr klein, so wird es auch hier kaum gelingen, einen Kältemittelmassenstrom
und ein Hochdruckniveau p
d bzw. Saugdruckniveau p
S zu erzeugen bzw. auszubilden. Das liegt daran, dass der Verdichtungsraum systembedingt
Schadräume und Leckagen aufweist. Demzufolge muss ein Verdichter je nach Konstruktion
und Auswahl der Parameter einen bestimmten Auslenkwinkel aufweisen, um über den Druck
an der Oberseite der Kolben die Schwenkscheibe auf größere Auslenkwinkel schwenken
zu können. Dieser Auslenkwinkel wird im allgemeinen als Grenzauslenkwinkel bezeichnet.
[0015] Die Gaskräfte an der Oberseite der Kolben wirken in Richtung eines größeren Auslenkwinkels.
Beim Verdichterstart (der Triebwerksraumdruck p
C entspricht dem Saugdruck p
S) sind es letztlich nur die Kompressionskräfte, im Regelbetrieb (der Triebwerksraumdruck
p
C ist höher als der Saugdruck p
S) sind es auch die Ansaugkräfte (Saughubdruck).
[0016] In der
US 6,425,741 B1 wird ein solcher konstruktiv vorzusehender Auslenkwinkel ebenfalls als Grenzauslenkwinkel
bezeichnet. Das heißt also, dass bei einer Unterschreitung dieses Grenzauslenkwinkels
der Verdichter nicht mehr in der Lage ist, die Drucklagen aufzubauen und zu verdichten.
Dieser Grenzauslenkwinkel ist natürlich von Toleranzen abhängig, sowie dem Betriebspunkt,
dem Kältemittel, der Kältemittelfüllmenge der Anlage sowie in erster Linie den konstruktiven
Parametern des Verdichters.
[0017] Bei Verdichtern gemäß dem Stand der Technik ist es einerseits üblich, den Auslenkwinkelanschlag
zur Definition des minimalen Auslenkwinkels so festzulegen, dass der minimale Auslenkwinkel
der Schwenkscheibe etwas größer ist als der sogenannte Grenzauslenkwinkel und ein
sicheres Starten des Verdichters möglich wird. Solche Verdichter werden in der Regel
mit einer Magnetkupplung betrieben.
[0018] Alternativ hierzu ist auch die Lösung gemäß der
US 6,425,741 (vgl. Fig. 1) bekannt. Dieser Verdichter wird mit einer Riemenscheibe permanent betrieben.
Hintergrund der beschriebenen Merkmal ist der Zielkonflikt der
- Erreichung eines sicheren Startverhaltens (Gleichgewichtsauslenkwinkel > Grenzauslenkwinkel)
und
- energetischen Optimierung eines Verdichters (Minimalauslenkwinkel).
[0019] Für Letzteres ist zu berücksichtigen, dass moderne Verdichter häufig kupplungslos
betrieben werden (Vorteile in Bezug auf Kosten und Package). Wird die Klimaanlage
ausgeschaltet, so läuft der Verdichter dennoch permanent über den Riementrieb des
Motors mit und nimmt damit Leistung auf. Weiterhin wird Kälte erzeugt, was natürlich
unerwünscht ist, wenn die Anlage ausgeschaltet ist. Demzufolge hat aus energetischer
Sicht der minimale Schwenkscheibenauslenkwinkel möglichst klein zu sein bzw. idealerweise
wird er auf Null gesetzt. Im Hinblick auf ein gutes Startverhalten sollte er dagegen
einen bestimmten Mindestwert haben (Gleichgewichtsauslenkwinkel > Grenzauslenkwinkel).
Gemäß der
US 6,425,741 wird neben der Feder, die eine Rückstellung des Schwenkscheibenauslenkwinkels auf
geringere Werte ermöglicht, eine Stellfeder eingesetzt, die die Schwenkscheibe im
Bereich geringer Auslenkwinkel auf größere Auslenkwinkel stellen kann. Beide Federn
werden als Druckfedern eingesetzt und sind teilweise (in der Regel nur im Bereich
kleiner Auslenkwinkel) gegeneinander wirksam. Demzufolge gibt es auch eine Gleichgewichtslage,
die aus dem Federdiagramm der Patentanmeldung hervorgeht. Die Gleichgewichtslage definiert
beim Starten des Verdichters (die Gaskräfte (Saugdruckniveau p
S und Hochdruckniveau p
d) sind noch nicht ausgebildet) den Auslenkwinkel, aus dem der Verdichter starten kann.
Dieser Auslenkwinkel ist größer gewählt als der sogenannte Grenzauslenkwinkel, unterhalb
dessen Wert ein Starten des Verdichters nicht mehr möglich ist.
[0020] Beim Start des Verdichters werden das Hochdruckniveau p
d und das Saugdruckniveau p
S ausgebildet, und die Schwenkscheibe bewegt sich zu zunehmend größeren Auslenkwinkeln.
Ist der erforderliche Kältemittelmassenstrom erreicht, so wird Druck vom Hochdruckraum
des Verdichters in den Triebwerksraum des Verdichters gelassen (p
d - p
C), so dass sich der Triebwerksraumdruck p
C erhöht. Durch die Einstellung des Triebwerksraumdrucks p
C auf einen bestimmten Wert wird in das Kräftegleichgewicht an der Schwenkscheibe eingegriffen,
womit der Schwenkscheibenauslenkwinkel und damit der Kältemittelmassenstrom eingeregelt
werden.
[0021] Wird die Klimaanlage ausgeschaltet, so läuft bei einem kupplungslosen Verdichter
die Antriebswelle des Verdichters mit und es geht dann darum, möglichst wenig Verlustleitung
zu erzeugen und möglichst wenig Kältemittelmassenstrom zu fördern. Das wird dadurch
erreicht, dass durch eine Erhöhung des Triebwerksraumdruckes p
C durch einen Regelmassenstrom von der Hochdruckseite (p
d - p
C) in den Triebwerksraum die Schwenkscheibe in einen Bereich geschoben wird, der unterhalb
des Grenzauslenkwinkels liegt. Der Anschlag für den minimalen Auslenkwinkel begrenzt
den Bereich und kann etwa bei 0° liegen. Für diesen Fall wird kein Kältemittel mehr
gefördert bzw. der Kältemittelmassenstrom auf Null gesetzt bzw. je nach minimalem
Auslenkwinkel zumindest stark reduziert.
[0022] Nach einem gewissen Zeitraum wird kein Regelmassenstrom mehr zur Verfügung stehen,
der von der Hochdruckseite p
d in den Triebwerksraum gelassen werden kann (p
d hat sich reduziert). Der Triebwerksraumdruck p
C wird sich verringern und damit wird wiederum in das Kräftegleichgewicht der Schwenkscheibe
so eingegriffen, dass der Auslenkwinkel wieder erhöht ist. Die Stellfeder wird die
Schwenkscheibe im genannten Fall auf einen Auslenkwinkel einstellen, der größer ist
als der Grenzauslenkwinkel (Gleichgewichtsauslenkminkel). Ab diesem Zeitpunkt ist
der Verdichter wieder in der Lage, Kältemittel zu fördern und den Druck p
C im Triebwerksraum zu erhöhen. Im Zustand der abgeschalteten Klimaanlage wird die
Schwenkscheibe des Verdichters zwischen dem minimalen Auslenkwinkel (z.B. 0°) und
einem Auslenkwinkel (Gleichgewichtsauslenkwinkel) knapp größer dem Grenzauslenkwinkel
mit niedriger Frequenz hin- und herbewegt. Im zeitlichen Mittel ergibt sich ein mittlerer
minimaler Auslenkwinkel, der deutlich kleiner ist als der Grenzauslenkwinkel.
[0023] Demzufolge trägt das Konzept gemäß der
US 6,425,741 B1 dazu bei, die Verluste des Verdichters im Betriebszustand "Verdichtet aus" zu begrenzen
und auf der anderen Seite ein sicheres Starten des Verdichters (insbesondere bei niedrigen
Drehzahlen, die einen niedrigen Massenstrom erzeugen) zu gewährleisten.
[0024] Das beschriebene Regelverhalten für den Verdichterbetriebszustand "Verdichter aus"
ist in Fig. 2 qualitativ dargestellt.
[0025] Weitere Details zum Stand der Technik und zur Funktionsweise eines Verdichters bzw.
zu der oben angegebenen Problematik können der
US 6,425,741 B1 entnommen werden.
[0026] Nachteilig an dem bekannten Konzept sind folgende Punkte:
- die Schwenkscheibe gemäß dem Stand der Technik, wie beispielsweise in der US 6,425,741 B1 dargestellt, ist im Auslenkwinkelbercich zwischen Gleichgewichtsauslenkwinkel und
Minimalauslenkwinkel aufregelnd wirksam. Die Regelcharakteristik folgt dabei den Verläufen
A1 und A2 in Fig. 3. Die Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe befindet sich dort,
wo das Deviationsmoment Jyz gleich Null ist. Der Gleichgewichtsauslenkwinkel befindet sich in etwa dort, wo die
Massenkräfte der Kolben und der Schwenkscheibe im wesentlichen sowie die Federkräfte
infolge der Stellfeder und der Rückstellfeder im Gleichgewicht stehen (in Fig. 3 nicht
dargestellt).
- Weiterhin ist der Gleichgewichtsauslenkwinkel derart von der Drehzahl abhängig, dass
er sich mit größer werdender Drehzahl ebenfalls vergrößert (vgl. hierzu Fig. 4a, Verläufe
A1 und A2). Das liegt daran, dass die Massenkräfte der Schwenkscheibe aufregelnd wirksam
sind. D.h., das auf die Schwenkscheibe wirksame Kippmoment MSW infolge des Deviationsmomentes Jyz vergrößert sich mit steigender Drehzahl und wirkt gegen die Rückstellfeder zu größeren
Auslenkwinkeln hin. Denkbar wäre eine Kompensation durch die Kolbenkräfte. Dies ist
aber nur partiell für einen Auslenkwinkel möglich und eignet sich eher für größere
Auslenkwinkel, z.B. für den Maximalhub des Verdichters.
[0027] Das zuletzt erwähnte Merkmal führt dazu, dass die Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe
für minimale Drehzahlen (z.B. 600 U/min) so auszulegen ist, dass sie knapp oberhalb
des Grenzauslenkwinkels liegt (das muss immer getan werden). Bei größeren Drehzahlen
liegt der Gleichgewichtsauslenkwinkel immer deutlicher oberhalb des Grenzauslenkwinkels
(vgl. Fig. 4, Verläufe A, A2, A3). Der Auslenkwinkel selbst sinkt mit zunehmender
Drehzahl, da der geförderte Massenstrom über die Drehzahl immer größer wird und dafür
ein kleinerer Hub notwendig ist, um Druck Pd auf der Hochdruckseite aufzubauen. Demzufolge
wäre es sinnvoll, wenn die Verläufe des Grenzauslenkwinkels und des Gleichgewichtsauslenkwinkels
in etwa äquidistant verlaufen würden. Dadurch könnte die Leistungsaufnahme im Betriebszustand
"Verdichter aus" möglichst gering gehalten werden.
[0028] Ausgehend vom vorstehend näher beschriebenen Stand der Technik ist es Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, die Leistungsaufnahme des Verdichters im Betriebszustand "Verdichter
aus" zu verringern, wobei der Komfort der Klimaanlage verbessert werden sollte, indem
gegenüber dem beschriebenen Stand der Technik insbesondere noch weniger die Neigung
besteht, Kältemittel in den Kreislauf der Klimaanlage gelangen zu lassen.
[0029] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Verdichter mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst, wobei vorteilhafte Weiterentwicklungen und konstruktive Details der Erfindung
in den Unteransprüchen beschrieben sind.
[0030] Ein wesentlicher Punkt der Erfindung ist es demnach, dass das Deviationsmoment J
YZ der Schwenkscheibe bei wenigstens einem negativen Auslenkwinkel derselben gleich
Null ist. Die Schwenkscheibe strebt damit bei jeder Drehzahl des Verdichters in Richtung
der Nulllage des Auslenkwinkels. Dadurch kann die Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe
(Gleichgewichtsauslenkwinkel) unter Berücksichtigung weiterer Parameter des Verdichters
(beispielsweise bzw. ggf. der Federkraft einer Stellfeder, der Federkraft einer Rückstellfeder
sowie der Massenkraft der Kolben) so eingestellt erden, dass der Auslenkwinkel bzw.
der Gleichgewichtskippwinkel mit steigender Drehzahl sinkt. In einer bevorzugten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verdichters weist die Schwenkscheibe eine derartige Geometrie
und/oder eine derartige Masseverteilung und/oder eine derartige Dichte bzw. Dichteverteilung
auf, dass ihr Gleichgewichtsauslenkwinkel wenigstens für vorbestimmte Auslenkwinkelbreich
bzw. -intervalle mit einer zunehmenden Drehzahl des Verdichters sinkt. Dadurch ist
es möglich, alleine aufgrund der konstruktiven Ausgestaltung der Schwenkscheibe die
erfindungsgemäße Aufgabe zu erfüllen, ohne weitere Parameter heranziehen zu müssen.
Der vorstehend erwähnte vorbestimmte Auslenkwinkelbereich umfasst optional Auslenkwinkel
von 0° bis 4°.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Schwenkscheibe eines erfindungsgemäßen
Verdichters bzw. deren schwenkbarer Anteil Stellen reduzierter Materialansammlung
und/oder Stellen auf, welche aus einem Material bestehen bzw. gefertigt sind, das
unterschiedlich zu dem Material ist, aus dem der wesentliche Rest der Schwenkscheibe
bzw. ihres schwenkbaren Anteils ist. Dies stellt eine Möglichkeit dar, in der gewünschten
Art und Weise auf die Dichte bzw. Massenverteilung der Schwenkscheibe einzuwirken.
Die Stellen reduzierter Materialansammlung sind in einer einfachen und daher bevorzugten
Ausführungsform u.a. Bohrungen und/oder Nuten. Das Material an den Stellen, die aus
einem Material bestehen, das unterschiedlich zu dem Material ist, aus dem der wesentliche
Rest der Schwenkscheibe bzw. ihres schwenkbaren Anteils besteht, weist in einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform eine geringere Dichte ρ auf als das Material, aus dem
der wesentliche Rest der Schwenkscheibe bzw. der schwenkbare Anteil derselben gefertigt
ist. Das Material geringerer Dichte kann eine Dichte aufweisen, die kleiner als 7,83
g/cm
2, insbesondere in etwa gleich 1,5 g/cm
3 ist.
[0032] Zur Erhöhung der Laufruhe kann der Schwerpunkt der Schwenkscheibe auf einer derselben
zugeordneten Kippachse liegen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind
ein Kippmoment M
SW infolge rotierender Massen und ein Kippmoment M
k,
ges infolge oszillierender Massen wenigstens für vorbestimmte Auslenkwinkelbereiche in
etwa gleich groß. Die bevorzugten Auslenkwinkelbereiche, für die eine gleiche Größe
der beiden Größen existiert, sind insbesondere die Bereiche großer Auslenkwinkel.
[0033] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform steht die Schwenkscheibe eines erfindungsgemäßen
Verdichters nur mit einem elastischen Element direkt oder indirekt in Wirkeingriff,
wobei dieses zwischen einem minimalen Auslenkwinkel und dem Gleichgewichtsauslenkwinkel
in der Art einer Zugfeder und in einem Bereich zwischen dem Gleichgewichtsauslenkwinkel
und einem maximalen Auslenkwinkel in der Art einer Druckfeder wirkt. Durch die Verwendung
des elastischen Elements kann das gewünschte Regelverhalten des Verdichters unterstützt
werden. Das elastische Element ist optional eine Feder, insbesondere eine Schraubenfeder.
[0034] In einer weiteren vorteilhaften Ausstattung des Verdichters ist die Schwenkscheibe
an einer längs der Antriebswelle axial verschieblich gelagerten Schiebehülse schwenkbar
gelagert, wobei das elastische Element zwischen einer der Schiebehülse zugeordneten
Anlagefläche und einer weiteren Anlagefläche längs der Antriebswelle axial verschieblich
auf derselben gelagert sein kann. Das elastische Element steht optional mit einem
insbesondere scheibenförmigen Mitnehmer, d.h. also mit einer Mitnehmerscheibe insbesondere
über eine Haltevorrichtung in Wirkeingriff. Über eine gegebenenfalls weitere Haltevorrichtung
kann das elastische Element zusätzlich oder alternativ hierzu mit der Schiebehülse
in Wirkeingriff stehen. Wenigstens eine der Haltevorrichtungen, insbesondere die erstgenannte,
kann dabei einen ringförmigen Bereich und ein um das elastische Element gebogenes
Element, insbesondere eine Lasche aufweisen, während sie mit dem Mitnehmer über einen
am Umfang der Haltevorrichtung angeordneten Vorsprung, welcher in eine korrespondierende
Aussparung am Mitnehmer eingreift, in Eingriff steht. Weiterhin kann zusätzlich oder
alternativ wenigstens eine der Haltevorrichtungen, insbesondere die zweite Haltevorrichtung
einen ringförmigen Bereich und ein um das elastische Element gebogenes Element, insbesondere
eine Lasche aufweisen, während sie mit der Schiebehülse über einen sich in axialer
Richtung erstreckenden Vorsprung, welcher über einen Teilbereich des Umfangs der Haltevorrichtung
ausgebildet ist und welcher in eine Aussparung in der Schiebehülse eingreift, in Wirkeingriff
stehen. Ferner können sowohl die erstgenannte als auch die zweitgenannte Haltevorrichtung
einen Auslenkwinkelanschlag umfassen, welcher den maximalen bzw. den minimalen Auslenkwinkel
der Schwenkscheibe begrenzen kann.
[0035] Die Erfindung wird nachfolgend in Hinsicht auf weitere Vorteile und Merkmale beispielhaft
und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Die Zeichnungen
zeigen in:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen Verdichter gemäß dem Stand der Technik, welcher kupplungslos
betrieben wird;
- Fig. 2
- das Regelverhalten für einen Verdichterbetriebszustand "aus" für einen Verdichter
gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 3
- den Verlauf des Deviationsmoment JYZ über dem Auslenkwinkel der Schwenkscheibe für Verdichter gemäß dem Stand der Technik
sowie hierzu im Vergleich zu einem erfindungsgemäßen Verdichter;
- Fig. 4a
- den Verlauf des Gleichgewichtskippwinkels über der Drehzahl für verschiedene Verdichter;
- Fig. 4b
- der Momentenverlauf der Momente Mk, ges und Msw über dem Kippwinkel:
- Fig. 4c
- den Kippwinkel der Schwenkscheibe über der Zeit für einen erfindungsgemäßen Verdichter;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer Schwenkscheibe zur Verdeutlichung der Herleitung
der verschiedenen Momente;
- Fig. 6
- den Schwenkscheibenmechanismus eines erfindungsgemäßen Verdichters (erste Ausführungsform)
in Explosionsartdarstellung; und
- Fig. 7
- eine zweite bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdichters in einer
Schnittdarstellung.
[0036] Die bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdichters umfasst (nicht
in den Zeichnungen dargestellt) ein Gehäuse, einen Zylinderblock und einen Zylinderkopf.
Im Zylinderblock sind Kolben 1a (vgl. z.B. Fig. 6) axial hin- und herbewegbar gelagert.
Der Antrieb des Verdichters erfolgt über eine Riemenscheibe mittels einer Antriebswelle
1.
[0037] Aus Fig. 6 ist ersichtlich, dass der Schwenkscheibenmechanismus einer ersten bevorzugten
Ausführungsform die Antriebswelle 1, den Schwenkring 2, eine Schiebehülse 3, die auf
der Antriebswelle 1 axial gegen die Wirkung eines elastischen Elementes in Form einer
ring- bzw. schneckenförmigen Pass- bzw. Rückstellfeder 4 gelagert ist, sowie ein Stützelement
5 und ein Kraftübertragungselement 6 umfasst. Das Stützelement 5 ist (in einer Richtung
senkrecht zur Antriebswellenachse) senkrecht zu dieser verschiebbar am Kraftübertragungselement
6 angelenkt. Das Stützelement 5 ist zylinderbolzenförmig ausgebildet und weist eine
Aussparung 7 auf, mittels derer das Stützelement 5 mit dem Kraftübertragungselement
6 in Wirkeingriff steht. Dazu ist das dem Stützelement 5 zugewandte Ende bzw. ist
der dem Stützelement 5 zugewandte Endbereich des Kraftübertragungselements 6 in Form
eines Flachstahls ausgebildet. Dies heißt also, dass der besagte Endbereich des Kraftübertragungselements
6 eine annähernd rechteckförmige Umfangskontur aufweist. Dieser annähernd rechteckförmig
ausgebildete Endbereich steht mit der Aussparung 7 des Stützelements 5 in Eingriff.
Das Kraftübertragungselement 6 ist in eine korrespondierende Aussparung 8 in der Antriebswelle
1 eingepresst.
[0038] Das Stützelement 5 ist in einer zylinderförmigen Aussparung in Form einer Bohrung
9 im Schwenkring 2 gelagert. Die Bohrung 9 erstreckt sich senkrecht zur Antriebswellenachse.
Die Sicherung des Stützelements 5 im Schwenkring 2 erfolgt mittels zweier Sprengringe
10.
[0039] Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß das Kraftübertragungselement 6, welches in
der vorliegenden bevorzugten Ausführungsform drehfest mit der Antriebswelle 1 verbunden
ist, in anderen Ausführungsformen auch drehbar mit derselben in Wirkeingriff stehen
kann. Weiterhin sei an dieser Stelle angemerkt, dass durch die hülsenförmige Ausbildung
bzw. den hülsenförmigen Teil 8 des Kraftübertragungselements 6 die Antriebswelle 1
nicht durchbrochen wird und somit entsprechende Stabilität aufweist. Die lichte Weite
der Bohrung des Schwenkrings 2 ist mindestens geringfügig größer als die korrespondierende
Erstreckung des Kraftübertragungselements 6.
[0040] Bei der vorliegenden bevorzugten Ausführungsform ist der Mechanismus aus Stützelement
5 und Kraftübertragungselement 6 nicht dazu bestimmt, das Drehmoment von der Welle
auf die Schrägscheibe in Form des Schwenkrings 2 zu übertragen. Die Lagerstellen zwischen
Stützelement 5 und Kraftübertragungselement 6, zwischen Kraftübertragungselement 6
und Antriebswelle 1 und zwischen Stützelement 5 und Schwenkring 2 sind nicht dazu
ausgelegt, Drehmoment zu übertragen. Es entfällt demnach eine Art Mitnehmerfunktion
für das Stützelement 5 und das Kraftübertragungselement 6. Das ist aus Gründen der
Hysterese bewusst so gewählt, d.h. das Verkippen des Schwenkrings 2 und die Drehmomentübertragung
werden funktional voneinander entkoppelt. Der Mechanismus aus Kraftübertragungselement
6 und Stützelement 5 nimmt im wesentlichen die Kolbenkräfte auf. Das Drehmoment wiederum
wird von der Antriebswelle 1 an den Schwenkring 2 durch ein auf der Antriebswellenmittelachse
bereitgestelltes Kippgelenk (realisiert durch Antriebsbolzen 11) übertragen. Die das
Drehmoment zwischen der Schiebehülse 3 und dem Schwenkring 2 übertragenden Antriebsbolzen
11 sind am Schwenkring mit Sprengringen 12 arretiert bzw. gesichert. Der Schwenkring
2 weist Abflachungen 13 auf, welche zu Abflachungen 14 an der Schiebehülse 3 korrespondierenden.
Prinzipiell ist in anderen Ausführungsformen auch denkbar, dass die Schiebehülse 3
entfällt und die Drehmomentübertragung in einer beliebigen Form zwischen Antriebswelle
und Schwenkring 2 direkt stattfindet (z.B. über Abflachungen an der Antriebswelle
1 und dem Schwenkring 2).
[0041] Durch die Entkopplung der Drehmomentübertragung und der Gaskraftabstützung kann erreicht
werden, dass neben der Möglichkeit, das Stützelement 5 und das Kraftübertragungselement
6 entsprechend klein zu dimensionieren, eine optimierte Flächenpressung, insbesondere
zwischen Kraftübertragungselement 6 und Stützelement 5 sowie zwischen Stützelement
5 und Schwenkring 2 erreicht werden. Dadurch und durch die erfindungsspezifische Bauweise
von Stützelement 5 und Kraftübertragungselement 6 bzw. durch die erfindungsspezifische
Anlenkung zwischen Kraftübertragungselement 6 und Stützelement 5 kann eine kompakte
Bauform des Verdichters erreicht werden.
[0042] Erfindungsgemäß weist das Deviationsmoment J
YZ der Schwenkscheibe bzw. des Schwenkrings 2 für einen negativen Auslenkwinkel derselben
einen Nulldurchgang auf. Die Schwenkscheibe 2 strebt damit bei jeder Drehzahl des
Verdichters in Richtung dieser Nulllage. Dadurch kann die Gleichgewichtslage der Schwenkscheibe
2 (Gleichgewichtsauslenkwinkel) unter Berücksichtigung der weiteren Parameter Federkraft
einer Stellfeder, Federkraft einer Rückstellfeder (Feder 4) sowie Massenkraft der
Kolben 1a so eingestellt werden, dass der Gleichgewichtsauslenkwinkel mit steigender
Drehzahl sinkt (vgl. hierzu Fig. 4, Verlauf b). In Fig. 4 ist der zeitliche Verlauf
der Pendelbewegung der Schwenkscheibe qualitativ dargestellt. Der Darstellung als
Volllinie kann man das Verhalten für eine vergleichsweise geringe Drehzahl entnehmen.
Der Gleichgewichtsauslenkwinkel liegt oberhalb des Grenzauslenkwinkels, wobei die
Schwenkscheibe 2 im Betriebszustand "Verdichter aus" zwischen dem minimalen Auslenkwinkel
und einem Winkel etwas oberhalb des Grenzauslenkwinkels (leichtes Überschwingen über
die Gleichgewichtslage) pendelt bzw. oszilliert. Der zeitlich gemittelte minimale
Auslenkwinkel der Schwenkscheibe 2 ergibt sich aus dem zeitlichen Mittelwert des in
etwa sinusförmigen Kurvenverlaufs. Als gepunktete Linie ist das Verhalten für eine
vergleichsweise hohe Drehzahl dargestellt. Qualitativ ergibt sich ein ähnliches Verhalten
bei vergleichsweise niedrigerem Grenzauslenkwinkel und niedrigerem Gleichgewichtsauslenkwinkel.
Dies führt zu einem in etwa sinusförmigen Kurvenverlauf, der bei zeitlichem Mittelwertbildung
zu einem deutlich geringeren Auslenkwinkel der Schwenkscheibe 2 führt. Das Ergebnis
des mit steigernder Drehzahl kleiner werdenden Gleichgewichtsauslenkwinkels ist dabei
die gewünschte verringerte Leistungsaufnahme sowie der verbesserte Komfort der Klimaanlage.
[0043] In Fig. 4 sind verschiedene Verläufe des Deviationsmoments J
YZ angegeben. Die Verläufe A1, A2 und A3 entsprechen dem Stand der Technik. Der qualitative
Verlauf A2 könnte dabei in etwa zu dem in der
US 6,425,741 B1 angegebenen Verdichtertriebwerk passen. Die dort angegebene Schwenkscheibenkonfiguration
hat die Nulllage der Schwenkscheibe bei einem Kippwinkel deutlich größer 0°. Diese
Angabe ist im übrigen beispielsweise auch durch Messen oder durch ein Wiegen der Schwenkscheibe
(bei im wesentlichen homogenem Material) nachprüfbar. Bei homogenem Material kann
auch das Bauteil gescannt werden und mittels eines 3D-CAD-Verfahrens die Nulllage
bestimmt werden. Das Deviationsmoment ist entsprechend einem in den Figuren 1, 5,
6 und 7 angegebenen Koordinatensystem zu bestimmen.
[0044] Die Schwenkscheibe gemäß der
US 6,425,741 B1 weist eine Schwerpunktslage C2 auf, die offensichtlich nicht mit dem Kippgelenk zusammenfällt
(vgl. hierzu Fig. 1). Das führt bei der Berechnung des Deviationsmomentes zu einem
Steineranteil, über den der Schwerpunkt Berücksichtigung findet. Der Verlauf ist dann
nicht linear, sondern leicht gekrümmt (Verlauf A2).
[0045] Der Verlauf A3 würde sich für eine ideale Scheibe oder Ringscheibe ergeben. Der Berechnungsgang
ist dabei wie folgt (vgl. hierzu auch die grafische Darstellung einer Schwenkscheibe
in Fig. 5):
(Anmerkung: J3 ≈ 2 J2
[0047] Ziel: J
yz soll eine bestimmte Größe haben
J
yz ↑} J
3 ↑ J
2 erhöht sich zwangsläufig!)
Deviationsmoment
[0048] 
Unabhängig von Fig. 5 gilt:
Moment infolge Massenkraft der Kolben
Moment Msw infolge Deviationsmoment
[0051] Dabei bedeuten die oben verwendeten Größen was folgt:
- θ
- Drehwinkel der Welle (wobei die vor- und nachstehenden Betrachtungen der Einfachheit
halber für θ=0 angestellt werden)
- η
- Anzahl der Kolben
- R
- Abstand der Kolbenachse zur Wellenachse
- ω
- Wellendrehzahl
- α
- Kippwinkel des Schwenkringes/Schwenkscheibe
- mk
- Masse eines Kolbens inklusive Gleitsteine bzw. Gleitsteinpaar
- mk,ges
- Masse aller Kolben inklusive Gleitsteine
- msw
- Masse des Schwenkringes
- ra
- Außenradius des Schwenkringes
- ri
- Innenradius des Schwenkringes
- h
- Höhe des Schwenkringes
- ρ
- Dichte des Schwenkringes
- V
- Volumen des Schwenkringes
- βi
- Winkelposition des Kolbens i
- zi
- Beschleunigung des Kolbens i
- Fmi
- Massenkraft des Kolbens i (inklusive einem Gleitsteinpaar)
- M(Fmi)
- Moment infolge der Massenkraft des Kolbens i
- Mk,ges
- Moment infolge der Massenkraft aller Kolben
- Msw
- Moment infolge des Aufstellmomentes des Schwenkringes/Schwenkscheibe bzw. infolge
des Deviationsmoments (Jyz)
- J =
- f (ρ, r, h) Massenträgheitsmoment
[0052] Der qualitative Verlauf A3 ist beispielsweise aus älteren Druckschriften der Anmelderin
bekannt. Bei einem derartigen Verdichter hat die Schwenkscheibe 2 ihre Nulllage bei
etwa 0°. Durch eine entsprechende Masseverteilung bzw. eine entsprechende Ausarbeitung
der Geometrie bzw. der Dichte der Schwenkscheibe 2 kann erreicht werden, dass das
Deviationsmoment erfindungsgemäß für negative Auslenkwinkel der Schwenkscheibe 2 einen
Nulldurchgang hat. Dies ist beim erfindungsgemäßen Verdichter für alle Ausführungsformen
der Fall. In einer ersten bevorzugten Ausführungsform (aus den Figuren nicht ersichtlich)
weist die Schwenkscheibe 2 des Verdichters eine derartige Geometrie und/oder Masseverteilung
und/oder Dichte auf, dass der Gleichgewichtsauslenkwinkel bei einer zunehmenden Drehzahl
des Verdichters sinkt. Diese Bedingung ist für einen vorbestimmen Auslenkwinkelbereich
von 0° bis 4° realisiert. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass je nach Geometrieverteilung
und je nach Wunsch auch andere Auslenkwinkelintervalle bzw. andere Auslenkwinkelbereiche
in Frage kommen.
[0053] Eine derartige Ausgestaltung eines Verdichters wird dadurch erreicht, dass an der
Schwenkscheibe bzw. dem schwenkbaren Anteil derselben Stellen reduzierter Materialansammlungen
in Form von Bohrungen und Nuten angebracht sind, wobei es auch denkbar wäre, dass
zusätzlich bzw. alternativ hierzu Stellen vorgesehen sind, welche aus einem Material
bestehen, das unterschiedlich zu dem Material ist, aus dem der wesentliche Rest der
Schwenkscheibe bzw. ihres schwenkbaren Anteils gefertigt ist. Die Stellen aus unterschiedlichem
Material sind in der bevorzugten Ausführungsform aus einem Material geringerer Dichte,
das eine Dichte aufweist, die kleiner als 7,83 g/cm
2ist. Das Material in der bevorzugten Ausführungsform weist eine Dichte von etwa 1,5
g/cm
3 auf. Das Kippmoment M
sw infolge rotierender Massen und das Kippmoment M
k,ges infolge der oszillierenden Massen sind bei der ersten bevorzugten Ausführungsform
für vorbestimmte Auslenkwinkelbereiche, insbesondere für große Auslenkwinkel in etwa
gleich groß.
[0054] In einer weiteren (zweiten) bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdichters
wird das gewünschte Regelverhalten nicht nur durch eine Geometrieanpassung der Schwenkscheibe
erreicht, sondern zusätzlich dadurch unterstützt, dass die Schwenkscheibe 2 mit einem
elastischen Element in Form einer Schraubenfeder in Wirkeingriff steht, welches zwischen
dem minimalen Auslenkwinkel und dem Gleichgewichtsauslenkwinkel in der Art einer Zugfeder
und im Bereich zwischen dem Gleichgewichtsauslenkwinkel und einem maximalen Auslenkwinkel
in Art einer Druckfeder wirkt. Die Schwenkscheibe 2 ist weiterhin, wie bereits erwähnt,
(vgl. hierzu auch Fig. 6 und 7) an der längs der Antriebswelle axial verschieblich
gelagerten Schiebehülse 3 schwenkbar gelagert. Das elastische Element in der zweiten
Ausführungsform (vgl. Fig. 7), d.h. die Feder 4a, ist zwischen einer der Schiebehülse
3 zugeordneten Anlagefläche und einer weiteren Anlagefläche längs der Antriebswelle
1 ebenfalls axial verschieblich gelagert. Die Feder 4a steht einerseits mit einem
scheibenförmigen Mitnehmer über eine Haltevorrichtung in Wirkeingriff, während sie
auf der anderen Seite mit der Schiebehülse 3 über eine weitere Haltevorrichtung in
Wirkeingriff steht.
[0055] Durch eine entsprechende Einstellung der Deviationsmomente kann der gewünschte Verlauf
B aus Fig. 4 erreicht werden. Die Darstellung hat Gültigkeit im Bereich kleiner Auslenkwinkel,
welcher für den verdichteten Betriebszustand "aus" maßgebend ist. Der Bereich geht
etwa von 0° bis etwa zum Gleichgewichtsauslenkwinkel. In der Praxis ist dieser in
einem Bereich zwischen 0° und 4° angeordnet. Im Bereich größerer Auslenkwinkel, welche
etwa 4° bis 18° betragen können, verhalten sich Schwenkscheiben entsprechend dem Stand
der Technik abregelnd, da diese Auslenkwinkel in der Regel oberhalb der Nulllage der
Schwenkscheibe liegen. Man kann dieses Merkmal beispielsweise aus Fig. 3 ersehen.
[0056] In Fig. 4 ist auch eine bevorzugte Auslegung des Momentengleichgewichts angegeben.
Für etwa den maximalen Auslenkwinkel der Schwenkscheibe 2 ist das Kippmoment infolge
der rotierenden Massen (Schwenkscheibe 2) M
sw und das Kippmoment infolge der oszillierenden Massen (Kolbengleitsteine etc.) M
k, ges in etwa gleich groß. Für kleine Auslenkwinkel kann ein Ungleichgewicht akzeptiert
werden.
[0057] In Fig. 4 sind weiterhin qualitativ die Verläufe für den Betriebszustand Verdichter
"aus" angegeben, und zwar für eine vergleichsweise geringe und eine vergleichsweise
hohe Drehzahl. Die Darstellung wurde bereits in der vorstehenden Erläuterung erörtert.
[0058] Wie bereits obenstehend erwähnt, ist die Feder 4a bei dem Verdichter gemäß Fig. 7
sowohl als Stell- als auch als Rückstellfeder vorgesehen und wird damit als Zug- und
Druckfeder eingesetzt. Hierzu ist, wie ebenfalls obenstehend erwähnt, eine Haltevorrichtung
vorgesehen, die diesen Einsatz der Feder 4a ermöglicht. Dies ist in der bevorzugten
Ausführungsform an beiden Seiten der Feder ein Halteblech. An der einen Seite ist
die Feder über das Halteblech, wie bereits erwähnt, mit der auf der Welle befestigten
Mitnehmerscheibe 15 verbunden bzw. an dieser befestigt, während die Feder auf der
anderen Seite über ein Halteblech mit der auf der Welle 1 befindlichen Schiebebuchse
3 verbunden ist. Die Halterung weist eine Blechlasche auf, die jeweils um die letzte
Windung des jeweiligen betreffenden Federendes gelegt wird. Prinzipiell könnte man
die Befestigung der Feder 4a konstruktiv auch anders lösen, eventuell können die Haltebleche
auch eingespart werden, indem die Feder direkt mit den Teilen Mitnehmerscheibe und
Schiebebuchse 3 verbunden wird.
[0059] Alternativ ist auch eine Konstruktion gemäß Fig. 6 denkbar, welche ein Triebwerk
mit einer Rückstellfeder 4 zeigt. Der Einsatz eines derartigen Triebwerks ist prinzipiell
nicht auszuschließen, allerdings ist eine solche Konfiguration bevorzugt für den Bereich
von Verdichtern mit Magnetkupplung vorgesehen.
[0060] Eine bevorzugte Triebwerksvariante, was Federn bzw. was den Einsatz einer Rückstellfeder
und einer Druckfeder betrifft, ist aus Fig. 1 ersichtlich. Dieser Verdichter weist
zwei Federn auf. Allerdings ist die Schwenkscheibengeometrie für die Einstellung des
gewünschten Deviationsmoments ungeeignet.
[0061] Hierzu sei angemerkt, dass eine Scheiben- bzw. Ringgeometrie entsprechend den Abbildungen
6 und 7 zu bevorzugen ist, da besonders die hohe Ringscheibe Raum für notwendige Bohrungen,
Nuten etc. zur Einstellung des Deviationsmomentes ermöglicht.
[0062] Obwohl die Erfindung anhand von Ausführungsformen mit fester Merkmalskombination
beschrieben wird, umfasst sie doch auch die denkbaren weiteren vorteilhaften Kombination
dieser Merkmale, wie sie insbesondere, aber nicht erschöpfend, durch die Unteransprüche
angegeben sind. Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
Bezugszeichenliste
[0063]
- 1
- Antriebswelle
- 1a
- Kolben
- 2
- Schwenkscheibe bzw. Schwenkring
- 3
- Schiebehülse
- 4,4a
- Feder
- 5
- Stützelement
- 6
- Kraftübertragungselement
- 7
- Aussparung
- 8
- Aussparung
- 9
- Bohrung
- 10
- Sprungring
- 11
- Antriebsbolzen
- 12
- Sprungring
- 13
- Abflachung
- 14
- Abflachung
- 15
- Mitnehmerscheibe
1. Verdichter, insbesondere Axialkolbenverdichter der Schwenkscheibenbauart, weiterhin
insbesondere Verdichter für Kraftfahrzeug-Klimaanlagen, mit wenigstens einem Kolben
(1a) und einer in ihrer Neigung zu einer Antriebswelle (1) verstellbaren, von der
Antriebswelle (1) drehangetriebenen, insbesondere ringförmigen Schwenkscheibe (2),
welche ein Deviationsmoment JYZ aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Deviationsmoment JYZ der Schwenkscheibe (2) in Abhängigkeit vom Auslenkwinkel derselben für negative Auslenkwinkel
der Schwenkscheibe (2) einen Nulldurchgang aufweist.
2. Verdichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schwenkscheibe (2) eine derartige Geometrie und/oder Massenverteilung und/oder
Dichte ρ aufweist, dass ihr Gleichgewichtsauslenkwinkel wenigstens für einen vorbestimmten
Auslenkwinkelbereich bzw. für ein vorbestimmtes Auslenkwinkelintervall mit einer zunehmenden
Drehzahl des Verdichters sinkt.
3. Verdichter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der vorbestimmte Auslenkwinkelbereich Auslenkwinkel von 0° bis 4° umfasst.
4. Verdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Schwenkscheibe (2) bzw. einem schwenkbaren Anteil derselben Stellen reduzierter
Materialansammlung und/oder Stellen vorgesehen sind, welche aus einem Material bestehen,
das unterschiedlich zu dem Material ist, aus dem der wesentliche Rest der Schwenkscheibe
bzw. des schwenkbaren Anteils derselben ist.
5. Verdichter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Stellen reduzierter Materialansammlung Bohrungen und/oder Nuten umfassen.
6. Verdichter nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Material an den Stellen, die aus einem Material bestehen, das unterschiedlich
zu dem Material ist, aus dem der wesentliche Rest der Schwenkscheibe (2) bzw. des
schwenkbaren Anteils derselben besteht, eine geringere Dichte ρ aufweist, als das
Material, aus dem der wesentliche Rest der Schwenkscheibe (2) bzw. der schwenkbar
Anteil derselben gefertigt ist.
7. Verdichter nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Material geringerer Dichte eine Dichte ρ aufweist, die kleiner als 7,83 g/cm3, insbesondere in etwa gleich 1,5 g/cm3 ist.
8. Verdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schwerpunkt der Schwenkscheibe (2) auf einer dieser zugeordneten Kippachse liegt.
9. Verdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Kippmoment MSW infolge rotierender Massen und ein Kippmoment Mk,ges infolge oszillierender Massen wenigstens für vorbestimmte Auslenkwinkelbereiche,
insbesondere für große Auslenkwinkel etwa gleich groß sind.
10. Verdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schwenkscheibe (2) nur mit einem elastischen Element (4a) direkt oder indirekt
in Wirkeingriff steht, welches zwischen einem minimalen Auslenkwinkel und einem Gleichgewichtsauslenkwinkel
in der Art einer Zugfeder und in einem Bereich zwischen dem Gleichgewichtsauslenkwinkel
und einem maximalen Auslenkwinkel in der Art einer Druckfeder wirkt.
11. Verdichter nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das elastische Element (4a) eine Feder, insbesondere Schraubenfeder ist.
12. Verdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schwenkscheibe (2) an einer längs der Antriebswelle (1) axial verschieblich gelagerten
Schiebehülse (3) schwenkbar gelagert ist.
13. Verdichter nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das elastische Element (4a) zwischen einer der Schiebehülse (3) zugeordneten Anlagefläche
und einer weiteren Anlagefläche längs der Antriebswelle (1) axial verschieblich auf
derselben gelagert ist.
14. Verdichter nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzcichnet, dass
das elastische Element (4a) mit einem insbesondere scheibenförmigen Mitnehmer, insbesondere
einer Mitnehmerscheibe, weiterhin insbesondere über eine Haltevorrichtung in Wirkeingriff
steht.
15. Verdichter nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
das elastische Element (4a) mit der Schiebehülse (3) über eine gegebenenfalls weitere
Haltevorrichtung in Wirkeingriff steht.