[0001] Die Erfindung betrifft eine hydrostatische Antriebseinheit gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Derartige hydrostatische Antriebseinheiten werden beispielsweise zum Betätigen von
Hydrozylindern verwendet und weisen ein sekundär geregeltes Subsystem auf, das im
Wesentlichen aus einem Hydrotransformator besteht, der an ein System mit aufgeprägtem
Druck angeschlossen ist. Bei einem Hydrotransformator handelt es sich im Prinzip um
mechanisch gekoppelte hydrostatische Einheiten, von denen die eine an das System mit
dem aufgeprägten Betriebsdruck angeschlossen ist, und die andere mit dem Verbraucher,
beispielsweise einem Hydrozylinder, verbunden ist. Zum Ausfahren des Hydrozylinders
gegen Last arbeitet die mit dem Zylinder verbundene Einheit als Pumpe, die von dem
aus dem System mit eingeprägtem Betriebsdruck gespeisten Motor angetrieben wird. Beim
Einfahren des Hydrozylinders unter Last kehren sich die Funktionen des Hydrotransformators
um und die vorher als Motor arbeitende Einheit fährt nun ihrerseits das Sekundärsystem
zurück. Der Grundaufbau derartiger Hydrotransformatoren ist beispielsweise in dem
Buch "
Der Hydrauliktrainer", Band 6, "Hydrostatische Antriebe mit Sekundärregelung", Kapitel
6; Vogel Buchverlag Würzburg beschrieben.
[0003] In der
EP 0 851 121 ist ein Hydrotransformator mit zwei Axialkolbenmaschinen offenbart, die als Motor
und Pumpe bzw. in umgekehrter Funktion arbeiten. Die Kolben der beiden Axialkolbenmaschinen
sind an einer gemeinsamen Schwenkscheibe abgestützt.
[0004] In der
EP 1 100 670 B1 ist eine hydrostatische Antriebseinheit gezeigt, bei der ein Differentialzylinder
mittels eines Hydrotransformators betätigbar ist. Der Hydrotransformator ist mit einem
Tankanschluss, einem Druckanschluss und einem Arbeitsanschluss ausgeführt, wobei am
Druckanschluss, der beispielsweise über einen Hydrospeicher aufgeprägte Druck anliegt.
Dieser Druck wirkt auch im Ringraum des Differentialzylinders. Der bodenseitige Zylinderraum
ist mit dem Arbeitsanschluss des Hydrotransformators verbünden. Ein derartiges Antriebssystem
hat zwar einen vergleichsweise einfachen Aufbau. Es zeigte sich jedoch, dass der Zylinder
im Vergleich zu einer Antriebseinheit mit herkömmlicher Ventilsteuerung größer dimensioniert
werden muss, weil der Druck im Ringraum B nicht unter den aufgeprägten Druck reduziert
werden kann.
[0005] Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, das hydrostatische Antriebssystem mit einem
zusätzlichen Hydrotransformator auszuführen, dessen Arbeitsanschluss an den Ringraum
angeschlossen ist und an dessen Druckanschluss der über einen Hydrospeicher aufgeprägte
Druck anliegt. Bei einem derartigen Ausführungsbeispiel kann zwar der Zylinder mit
der gleichen Größe wie bei Systemen mit einer herkömmlichen Ventilsteuerung ausgeführt
werden, nachteilig ist jedoch, dass aufgrund des zweiten Hydrotransformators ein erheblicher
vorrichtungstechnischer Aufwand erforderlich ist.
[0006] Aus der
WO 2005/028879 A1 sind hydrostatische Antriebseinheiten mit einem Differentialzylinder und zwei hydrostatischen
Einheiten bzw. einer hydrostatischen Doppeleinheit bekannt, die mit ihren Anschlüssen
mit den beiden Druckräumen des Differentialzylinders und mit einem Tank oder einem
Speisekreislauf verbunden sind. Auf welche Weise die Einheiten angetrieben werden,
bleibt offen.
[0007] Aus der
DE 10 2004 061 559 A1 sind hydrostatische Antriebseinheiten mit einem Differentialzylinder und zwei hydrostatischen
Einheiten bzw. einer hydrostatischen Doppeleinheit bekannt, die mit ihren Anschlüssen
mit den beiden Druckräumen des Differentialzylinders und mit einem Hydrospeicher verbunden
sind. Auf welche Weise die Einheiten angetrieben werden bleibt auch hier offen.
[0008] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine hydrostatische Antriebseinheit
zu schaffen, die eine Ansteuerung eines Verbrauchers, insbesondere eines Hydrozylinders
mit geringem vorrichtungstechnischen Aufwand ermöglicht.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine hydrostatische Antriebseinheit mit den Merkmalen des
Patentanspruches 1 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß ist ein bei einer derartigen hydrostatischen Antriebseinheit verwendeter
Hydrotransformator im Prinzip aus drei hydrostatischen Einheiten ausgeführt, wobei
zwei hydrostatische Konstanteinheiten von einer verstellbaren Hydromaschine antreibbar
sind. Dabei sind die beiden Anschlüsse einer hydrostatischen Einheit mit den beiden
Druckräumen des Verbrauchers, beispielsweise des Differentialzylinders verbunden,
während ein Arbeitsanschluss der zweiten hydrostatischen Einheit mit dem größeren
der Druckräume und ein Tankanschluss dieser hydrostatischen Einheit mit einem Tank
verbunden ist. Der Antrieb dieser beiden hydrostatischen Einheiten erfolgt über die
verstellbare Hydromaschine, deren Druckanschluss an eine den aufgeprägten Druck führende
Druckleitung und deren Tankanschluss an eine zum Tank führenden Tankleitung angeschlossen
ist. Durch die erstgenannte hydrostatische Einheit wird beispielsweise beim Ausfahren
eines Differentialzylinders Druckmittel aus dem sich verkleinernden Ringraum in den
sich vergrößernden bodenseitigen Zylinderraum gefördert. Die weitere hydrostatische
Einheit fördert Druckmittel vom Tank in den sich vergrößernden Druckraum. Zum Einfahren
des Differentialzylinders wird die Drehrichtung der verstellbaren Hydromaschine umgekehrt
und von der ersten hydrostatischen Einheit Druckmittel vom Zylinderraum in den Ringraum
gefördert. Die zweite Einheit fördert Druckmittel vom Zylinderraum zum Tank zurück.
Die hydrostatische Antriebseinheit ist besonders kompakt, da die verstellbare Hydromaschine
zusammen mit den Konstanteinheiten eine Doppelaxialkolbenmaschine ist, wobei eine
Doppeleinheit der Doppelaxialkolbenmaschine beide Konstänteinheiten und die andere
Einheit der Doppelaxialkolbenmaschine die verstellbare Hydromaschine ausbildet
[0011] Der hydraulische Verbraucher ist vorzugsweise ein Differentialzylinder, wobei der
erste Druckraum eine größere Wirkfläche als der zweite Druckraum hat.
[0012] Bei einer derartigen Konstruktion wird es bevorzugt, wenn ein zweiter Förderanschluss
der zweiten hydrostatischen Einheit ebenfalls mit dem ersten Druckraum verbunden ist.
[0013] Die Verdrängungsvolumina der beiden Konstanteinheiten verhalten sich gemäß einer
vorteilhaften Weiterbildung zueinander wie das Verhältnis aus der Kolbenstangenfläche
zur Kolbenbodenfläche.
[0014] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung erfolgt das Aufprägen des Systemdrucks
mittels eines Hydrospeichers, der von einer Speicherladepumpe aufladbar ist.
[0015] Das dynamische Verhalten der hydrostatischen Antriebseinheit lässt sich durch eine
Vorspannung des Hydrozylinders verbessern.
[0016] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Prinzip-Schaltbild einer erfindungsgemäßen hydrostatischen Antriebseinheit;
Figur 2 einen Längsschnitt durch einen bei einer erfindungsgemäßen hydrostatischen
Antriebseinheit verwendbaren Hydrotransformator in Doppelaxialkolbenbauweise und
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel einer Vorspannung für den Hydrozylinder gemäß Figur
1.
[0017] Figur 1 zeigt ein Schaltschema einer hydrostatischen Antriebseinheit 1 für einen
Differentialzylinder 2, der einen bodenseitigen Zylinderraum 4 und einen kolbenstangenseitigen
Ringraum 6 aufweist. Die hydrostatische Antriebseinheit 1 hat im Wesentlichen einen
strichpunktiert angedeuteten Hydrotransformator 8, bestehend aus einem hydraulischen
Verstellmotor 10, der zwei Konstanteinheiten, im vorliegenden Fall zwei Konstantpumpen
12, 14 antreibt. Ein Druckanschluss P des Verstellmotors 10 ist an eine Druckleitung
16 angeschlossen, der über einen Hydrospeicher 18 ein Systemdruck aufgeprägt ist.
Das Laden des Hydrospeichers 18 erfolgt mittels einer Speicherladepumpe 20. Ein Tankanschluss
des Verstellmotors 10 ist über eine Tankleitung 22 mit einem Tank T verbunden.
[0018] Ein Förderanschluss P der Konstantpumpe 12 mündet in einer zum Zylinderraum 4 des
Differentialzylinders 2 führenden Arbeitsleitung 24. Der Sauganschluss T dieser Konstantpumpe
12 ist an die Tankleitung 22 angeschlossen.
[0019] Ein Förderanschluss P der weiteren Konstantpumpe 14 mündet in die Arbeitsleitung
24 ein, während der andere Förderanschluss T - hier der Einfachheit halber Sauganschluss
genannt - über eine zweite Arbeitsleitung 26 an den Ringraum 6 angeschlossen ist.
[0020] Beide Konstantpumpen 12, 14 und der Verstellmotor 10 sind mit umkehrbarer Förderrichtung
ausgeführt, so dass entsprechend die in Figur 1 als Förderanschluss bezeichneten Anschlüsse
P der Konstantpumpen auch als Sauganschlüsse wirken können. Die Drehrichtungsumkehr
des Verstellmotors 10 erfolgt durch entsprechende Einstellung des Schwenkwinkels.
[0021] Dieser wird zum Ausfahren des Differentialzylinders 2 so eingestellt, dass die Konstantpumpe
12 Druckmittel aus dem Tank T über die Tankleitung 22 ansaugt und über den Förderanschluss
P und die Arbeitsleitung 24 in den bodenseitigen Zylinderraum 4 fördert. Das aus dem
Ringraum 6 verdrängte Druckmittel wird über die zweite Konstantpumpe 14 zu dem von
der Konstantpumpe 12 geförderten Druckmittelvolumenstrom in der Arbeitsleitung 24
summiert, so dass der Differentialzylinder 2 ausfährt.
[0022] Die Verdrängungsvolumina V1 und V2 der beiden Konstantpumpen 12 bzw. 14 verhalten
sich zu den Zylinderflächen A, B (siehe Figur 1) wie folgt:

wobei die Flächendifferenz A - B der Kolbenstangenfläche C entspricht.
[0023] Figur 2 zeigt ein konkretes Ausführungsbeispiel eines derartigen Hydrotransformators
8, bei dem die drei hydrostatischen Einheiten als Axialkolbenmaschine in einem kompakten
Gehäuse zusammengefasst sind. Der Grundaufbau einer derartigen "Floating-Cup-Axialkolbenmaschine"
ist beispielsweise aus der nachveröffentlichten Anmeldung
10 2005 056 631.1 bekannt, so dass hier nur die zum Verständnis der Erfindung erforderlichen Bauelemente
beschrieben werden. Ein derartiger Hydrotransformator 8 in Axialkolbenbauweise hat
ein Gehäuse mit einem Mittelteil 28, das stirnseitig durch zwei Anschlussdeckel 30,
32 verschlossen ist. In dem Gehäuse ist eine Welle 34 gelagert, die etwa mittig einen
radial vorstehenden Antriebsflansch 36 hat, in den achsparallel zur.Wellenachse 38
eine Vielzahl von Doppelkolben 40 eingesetzt sind, deren vom Antriebsflansch 36 entfernte,
kugelig ausgeführte Endabschnitte jeweils in eine Zylinderhülse 42 eintauchen und
mit dieser jeweils einen Arbeitsraum 60 begrenzen. Die in Figur 2 rechts vom Antriebsflansch
36 angeordneten Zylinderhülsen 42 sind über ein Feder verschiebbar gegen eine Zylindertrommel
44 vorgespannt, die ihrerseits stirnseitig an einer Schrägscheibe 46 abgestützt ist,
die mit ihrer balligen Rückseite in einer entsprechenden Lagerausnehmung 47 verschwenkbar
gelagert ist. In dieser sind Nieren 48, 50 ausgebildet, die hydraulisch mit einem
Druckkanal 54 bzw. einem Tankkanal 52 verbunden sind, die zum Druckanschluss P bzw.
zum Tankanschluss T des Verstellmotors 10 führen. Die Zylindertrommel 44 ist über
einen Mitnehmer 64 drehfest mit einem Lagerabschnitt der Welle 34 verbunden. Dieser
Mitnehmer 64 ist so ausgebildet, dass die Zylindertrommel 44 eine Taumelbewegung ausführen
kann.
[0024] Um die hydraulische Verbindung zwischen den Nieren 48, 50 und den zugeordneten Kanälen
52 bzw. 54 bei unterschiedlichen Schwenkwinkeln zu ermöglichen, sind an der ballig
ausgeführten Rückseite der Schrägscheibe 46 Steuertaschen 56, 58 ausgebildet. Die
durch jeweils eine Zylinderhülse 42 und einen Endabschnitt des Doppelkolbens 40 begrenzten
Arbeitsräume 60 der Axialkolbeneinheit sind durch jeweils einen Verbindungskanal 62
- in Abhängigkeit von dem Drehwinkel der Zylindertrommel 44 mit einer der Steuernieren
48 bzw. 50 verbindbar, so dass Druckmittel über den Druckkanal 52 in Arbeitsräume
60 einströmen oder aus diesen über den Tankkanal 54 zum Tankanschluss T verdrängt
werden kann.
[0025] Die in Figur 2 links vom Antriebsflansch 36 angeordneten Endabschnitte der Doppelkolben
40 tauchen entsprechend in Zylinderhülsen 42 ein, die auf einer weiteren Zylindertrommel
66 dichtend geführt sind. Auch diese Zylindertrommel 66 ist über einen weiteren Mitnehmer
68 mit einem weiteren Lagerabschnitt der Welle 34 derart verbunden, dass sie eine
Taumelbewegung durchführen kann. Die in Figur 2 linke Stirnfläche der Zylindertrommel
66 ist gegen eine Schrägscheibe 70 vorgespannt, an der zwei radial innen liegende
Steuernieren 72, 74 und zwei radial außen liegende Steuernieren 76, 78 ausgebildet
sind. Die Steuernieren 72, 74 sind dabei der Konstantpumpe 12 und die außen liegenden
Steuernieren 76, 78 der Konstantpumpe 14 zugeordnet. Die in der Schrägscheibe 70 ausgebildeten
Steuernieren 74 und 76 sind über Arbeitskanäle 80 bzw. 82 mit der ersten Arbeitsleitung
24 verbunden, die ihrerseits in den Zylinderraum 4 des Differentialzylinders 2 einmündet.
Die radial innen liegende Steuerniere 72 ist über einen weiteren. Arbeitskanal 86
mit der weiteren Arbeitsleitung 26 und die Steuerniere 78 über einen Tankkanal 84
mit der Tankleitung 22 verbunden, so dass sich die in Figur 1 dargestellten Druckmittelströmungspfade
ausbilden.
[0026] Wie weiterhin in Figur 2 dargestellt, ist jeder zweite der von den linken Endabschnitten
der Doppelkolben 40 und der jeweils zugeordneten Zylinderhülse 42 begrenzte Arbeitsräume
88 über einen Schrägkanal 90 in der Zylindertrommel 66 mit der Steuerniere 76 oder
über einen weiteren Schrägkanal 92 mit der Steuerniere 78 verbindbar. Die dazwischen
liegenden Arbeitsräume 68 sind über die gestrichelt angedeuteten Kanäle 94, 96 mit
der Steuerniere 74 bzw. 72 verbindbar. D.h. jeder zweite Endabschnitt des Doppelkolbens
40 links vom Antriebsflansch 36 ist somit ein Kolben der Konstantpumpe 12, während
die dazwischen liegenden Endabschnitte Kolben der weiteren Konstantpumpe 14 sind.
Ein derartiges Konstruktionsprinzip ist als so genannte "Split Flow-Doppelpumpe" bekannt.
[0027] Die vorbeschriebene Doppel-Axialkolbenmaschine zeichnet sich durch einen äußerst
einfachen und kompakten Aufbau aus. Hinsichtlich weiterer Details, insbesondere der
dichtenden Führung der Zylinderhülsen 42 auf der zugeordneten Zylindertrommel 44 bzw.
66 sei auf die vorgenannte nachveröffentlichte Anmeldung verwiesen, die eine so genannte
"Floating-Cup-Pumpe" zeigt.
[0028] Das dynamische Verhalten der hydrostatischen Antriebseinheit lässt sich durch Vorspannen
des Differentialzylinders 2 verbessern. In Figur 3 ist eine Möglichkeit für eine derartige
Vorspannung dargestellt. Demgemäß zweigen von den beiden Arbeitsleitungen 24, 26 Vorspannleitungen
98 bzw. 100 ab. Die Vorspannleitung 100 führt zu einer Speicherleitung 102, in der
eine erste Blende 104 mit vergleichsweise großem Durchmesser ausgebildet ist. Die
Vorspannleitung 102 ist einerseits mit einem Hydrospeicher 106 und andererseits über
eine zweite Blende 108 mit vergleichsweise geringem Durchmesser mit dem Tank T verbunden.
Im Bereich zwischen der ersten Blende 104 und dem Hydrospeicher 106 zweigt von der
Vorspannleitung eine Zweigleitung 110 ab, in der eine dritte Blende 112 und eine vierte
Blende 114 angeordnet sind und die jenseits von der vierten Blende 114 in den Tank
T einmündet. Die Vorspannleitung 98 ist an den Bereich zwischen den beiden Blenden
112, 114 angeschlossen. Mit anderen Worten gesagt, über die beiden Vorspannleitungen
98, 100 wird zwischen den jeweils zugeordneten Blenden 104, 108 bzw. 112, 114 ein
Vorspanndruck für den Differentialzylinder 2 abgegriffen, wobei die geringen Druckmittelverluste
über die kleinen Blenden 108, 114 zum Tank T hin in Kauf genommen werden können.
[0029] In der Grundposition ist der Verstellmotor 10 auf 0 zurückgeschwenkt, d.h. die Schrägscheibe
46 gemäß Figur 2 ist mit ihrer zur Zylindertrommel 44 weisenden Stirnfläche quer zur
Wellenachse 38 eingestellt. Zum Ausfahren des Differentialzylinders 2 wird die Steuerscheibe
46 (Figur 2) so verschwenkt, dass die Konstantpumpe 12 Druckmittel aus dem Tank T
in die Arbeitsleitung 24 und von dort in den bodenseitigen Zylinderraum 4 fördert.
Die weitere Konstantpumpe 14 fördert das Druckmittel aus dem sich verkleinernden Ringraum
6 zusätzlich in die Arbeitsleitung 24. Zum Einfahren des Zylinders wird durch entgegengesetztes
Verschwenken der Steuerscheibe 46 die Förderrichtung der Konstantpumpen 12, 14 umgedreht,
so dass entsprechend Druckmittel aus dem Zylinderraum 4 über die Arbeitsleitung 24
und die Konstantpumpe 12 in die Tankleitung 22 und von dort in den Tank T gefördert
wird. Gleichzeitig fördert die Konstantpumpe 14 Druckmittel direkt aus der Druckleitung
24 über die zweite Arbeitsleitung 26 in den sich vergrößernden Ringraum 6.
[0030] Im Gegensatz zu konventionellen Antriebssystemen ist der Schwenkwinkel des Verstellmotors
nicht mehr einer genau definierten Antriebsdrehzahl zugeordnet, sondern bei aufgeprägtem
Systemdruck einem bestimmten Drehmoment.
[0031] Bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen wurden Konstantpumpen 12, 14 verwendet.
Prinzipiell könnten jedoch auch Verstellpumpen eingesetzt werden.
[0032] Offenbart ist eine hydrostatische Antriebseinheit zur Druckmittelversorgung eines
hydraulischen Verbrauchers mit zwei Druckräumen. Die hydrostatische Antriebseinheit
hat erfindungsgemäß einen Verstellmotor und zwei hydrostatische Einheiten, die über
den Verstellmotor antreibbar sind. Über eine der hydrostatischen Einheiten wird Druckmittel
direkt von einem der Druckräume in den anderen Druckraum gefördert. Die weitere hydrostatische
Einheit fördert Druckmittel aus einem Tank in den letzt genannten Druckraum oder je
nach Antriebsrichtung von diesem in den Tank.
1. Hydrostatische Antriebseinheit zur Druckmittelversorgung eines hydraulischen Verbrauchers
(2) mit einem ersten Druckraum (4) und mit einem zweiten Druckraum (6), beispielsweise
eines Differentialzylinders, mit einer ersten hydrostatischen Konstanteinheit (12),
die einen mit dem ersten Druckraum (4) verbindbaren Förderanschluss (P) hat, und mit
einer zweiten hydrostatische Konstanteinheit (14), die einen mit dem zweiten Druckraum
(6) verbindbaren Förderanschluss (T) hat, und mit einer Maschine, von der die beiden
hydrostatischen Einheiten (4, 6) gemeinsam mechanisch antreibbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine eine verstellbare Hydromaschine ist mit einem Sauganschluss (T), der
mit einem Tank (T) verbunden ist, und mit einem Druckanschluss (P), der mit einer
Druckleitung (16) verbunden ist, und zusammen mit den Konstanteinheiten eine Doppelaxialkolbenmaschine
bildet, wobei eine Doppeleinheit der Doppelaxialkolbenmaschine beide Konstanteinheiten
(12, 14) und die andere Einheit der Doppelaxialkolbenmaschine die verstellbare Hydromaschine
(10) ausbildet
2. Hydrostatische Antriebseinheit nach Patentanspruch 1, wobei der hydraulische Verbraucher
ein Differentialzylinder (2) ist und der erste Druckraum (4) eine größere Wirkfläche
als der zweite Druckraum (6) hat.
3. Hydrostatische Antriebseinheit nach Patentanspruch 2, wobei ein weiterer Förderanschluss
(P) der zweiten hydrostatischen Einheit (14) ebenfalls mit dem ersten Druckraum (4)
verbunden ist.
4. Hydrostatische Antriebseinheit.nach Patentanspruch 2 oder 3, wobei die Verdrängungsvolumina
der beiden hydrostatischen Einheiten (12, 14) sich wie folgt zu den Wirkflächen der
Druckräume (4, 6) verhalten:

mit V1 Verdrängungsvolumen der ersten hydrostatischen Einheit,
mit V2 Verdrängungsvolumen der zweiten hydrostatischen Einheit,
mit A bodenseitige Zylinderfläche,
mit B ringraumseitige Zylinderfläche.
5. Hydrostatische Antriebseinheit nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei
der Druckleitung (16) ein Druck aufgeprägt ist.
6. Hydrostatische Antriebseinheit nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei
das Aufprägen des Drucks mittels eines Hydrospeichers (18) erfolgt, der von einer
Speicherladepumpe (20) aufladbar ist.
7. Hydrostatische Antriebseinheit nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei
die Druckräume (4, 6) des Verbrauchers vorgespannt sind.
8. Hydrostatische Antriebseinheit nach Patentanspruch 7, wobei jeder Druckraum (4, 6)
über eine erste Blende (104, 112) mit einem Hydrospeicher (106) und über eine zweite,
kleinere Blende (108, 114) mit dem Tank verbunden ist.
1. Hydrostatic drive unit for the supply of pressure medium to a hydraulic consumer (2)
having a first pressure space (4) and a second pressure space (6), for example a differential
cylinder, with a first hydrostatic constant unit (12) which has a conveying connection
(P) connectable to the first pressure space (4), and with a second hydrostatic constant
unit (14) which has a conveying connection (T) connectable to the second pressure
space (6), and with a machine by which the two hydrostatic units (4, 6) can be jointly
driven mechanically, characterized in that the machine is an adjustable hydraulic machine with a suction connection (T), which
is connected to a tank (T), and with a pressure connection (P), which is connected
to a pressure line (16), and together with the constant units forms a double axle
piston machine, one double unit of the double axle piston machine forming both constant
units (12, 14), and the other unit of the double axle piston machine forming the adjustable
hydraulic machine (10).
2. Hydrostatic drive unit according to Patent Claim 1, the hydraulic consumer being a
differential cylinder (2), and the first pressure space (4) having a larger active
area than the second pressure space (6).
3. Hydrostatic drive unit according to Patent Claim 2, a further conveying connection
(P) of the second hydrostatic unit (14) likewise being connected to the first pressure
space (4).
4. Hydrostatic drive unit according to Patent Claim 2 or 3, the displacement volumes
of the two hydrostatic units (12, 14) having the following ratio to the active areas
of the pressure spaces (4, 6):

with V1 the displacement volume of the first hydrostatic unit,
with V2 the displacement volume of the second hydrostatic unit,
with A the body-side cylinder area,
with B the annular-space-side cylinder area.
5. Hydrostatic drive unit according to one of the preceding patent claims, a pressure
being imparted to the pressure line (16).
6. Hydrostatic drive unit according to one of the preceding patent claims, the pressure
being imparted by means of a hydraulic accumulator (18) which can be charged by an
accumulator charging pump (20).
7. Hydrostatic drive unit according to one of the preceding patent claims, the pressure
spaces (4, 6) of the consumer being pressurized.
8. Hydrostatic drive unit according to Patent Claim 7, each pressure space (4, 6) being
connected to a hydraulic accumulator (106) via a first diaphragm (104, 112) and the
tank via a second, smaller diaphragm (108, 114).
1. Unité d'entraînement hydrostatique pour la fourniture de fluide comprimé à un consommateur
hydraulique (2), avec une première chambre de pression (4) et avec une deuxième chambre
de pression (6), par exemple d'un vérin différentiel, avec une première unité hydrostatique
constante (12), qui comporte un raccord de refoulement (P) pouvant être raccordé à
la première chambre de pression (4), et avec une deuxième unité hydrostatique constante
(14), qui comporte un raccord de refoulement (T) pouvant être raccordé à la deuxième
chambre de pression (6), et avec une machine, par laquelle les deux unités hydrostatiques
(4, 6) peuvent être entraînées mécaniquement en commun, caractérisée en ce que la machine est une machine hydraulique réglable avec un raccord d'aspiration (T),
qui est raccordé à un réservoir (T), et avec un raccord de pression (P), qui est raccordé
à une conduite sous pression (16), et forme en commun avec les unités constantes une
machine à double piston axial, dans laquelle une unité de la machine à double piston
axial forme les deux unités constantes (12, 14) et l'autre unité de la machine à double
piston axial forme la machine hydraulique réglable (10).
2. Unité d'entraînement hydrostatique selon la revendication 1, dans laquelle le consommateur
hydraulique est un vérin différentiel (2) et la première chambre de pression (4) présente
une plus grande surface active que la deuxième chambre de pression (6).
3. Unité d'entraînement hydrostatique selon la revendication 2, dans laquelle un autre
raccord de refoulement (P) de la deuxième unité hydrostatique (14) est également raccordé
à la première chambre de pression (4).
4. Unité d'entraînement hydrostatique selon la revendication 2 ou 3, dans laquelle les
volumes déplacés des deux unités hydrostatiques (12, 14) se répartissent dans le rapport
suivant avec les surfaces actives des chambres de pression (4, 6):

avec V1 = volume déplacé de la première unité hydrostatique,
avec V2 = volume déplacé de la deuxième unité hydrostatique,
avec A = surface de vérin côté fond,
avec B = surface de vérin côté chambre annulaire.
5. Unité d'entraînement hydrostatique selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle une pression est appliquée à la conduite sous pression (16).
6. Unité d'entraînement hydrostatique selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle l'application de la pression est effectuée au moyen d'un accumulateur
hydraulique (18), qui peut être chargé par une pompe de chargement d'accumulateur
(20).
7. Unité d'entraînement hydrostatique selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle les chambres de pression (4, 6) du consommateur sont précontraintes.
8. Unité d'entraînement hydrostatique selon la revendication 7, dans laquelle chaque
chambre de pression (4, 6) est raccordée à un accumulateur hydraulique (106) par un
premier diaphragme (104, 112) et au réservoir par un deuxième diaphragme plus petit
(108, 114).