| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 070 701 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
13.08.2014 Patentblatt 2014/33 |
| (22) |
Anmeldetag: 08.12.2008 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine
Method for controlling the inking of an offset printing press
Procédé de réglage de la couleur dans une imprimante offset
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
12.12.2007 DE 102007059842
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
17.06.2009 Patentblatt 2009/25 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
|
14152039.5 / 2727730 |
| (73) |
Patentinhaber: manroland web systems GmbH |
|
86153 Augsburg (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schuster, Alfons
86199 Augsburg (DE)
- Schönert, Michael
86150 Augsburg (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 551 635 DE-A1- 19 538 811 US-A1- 2003 169 345
|
EP-A2- 1 470 918 DE-A1-102004 003 612 US-A1- 2004 163 562
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Beim Drucken wird ein Bedruckstoff nacheinander durch mehrere Druckwerke einer Druckmaschine
bewegt, wobei in jedem Druckwerk in der Regel eine Druckfarbe auf den Bedruckstoff
aufgetragen wird. Beim autotypischen Zusammendruck werden in der Regel die vier Skalenfarben
Schwarz, Magenta, Cyan und Gelb sowie gegebenenfalls Sonderfarben gedruckt, wobei
für jede dieser Druckfarben ein separates Druckwerk und damit Farbwerk vorhanden ist.
Das Farbwerk eines jeden Druckwerks verfügt über eine Farbdosiereinrichtung, wobei
die Farbdosiereinrichtung eine der Anzahl der Farbzonen entsprechende Anzahl von Farbzonenstellelementen
umfasst. Die Farbzonenstellelemente werden auch als Farbschieber oder Farbmesser bezeichnet.
Je nach Stellung der Farbzonenstellelemente wird Druckfarbe auf eine Farbkastenwalze,
die auch als Duktorwalze bezeichnet wird, aufgetragen. Die in Abhängigkeit der Farbzonenstellelemente
je Farbzone auf die Duktorwalze aufgetragene Farbmenge wird von einer Heberwalze oder
von einer Filmwalze auf eine nachgeordnete Farbwerkwalze des Farbwerks übertragen.
Die Druckfarbe wird über mehrere Farbwerkwalzen in Richtung auf einen Formzylinder
bzw. Plattenzylinder des jeweiligen Druckwerks bewegt. Auf dem Formzylinder eines
Druckwerks rollt mindestens eine als Farbauftragwalze dienende Farbwerkwalze des jeweiligen
Farbwerks ab. Über die oder jede Farbauftragwalze gelangt demnach die Druckfarbe auf
mindestens eine auf dem Formzylinder positionierte Druckplatte. Mit dem Formzylinder
wirkt ein sogenannter Übertragungszylinder bzw. Gummizylinder zusammen, der die Druckfarbe
vom Formzylinder auf den Bedruckstoff überträgt.
[0003] Die farbliche Gestaltung eines zu druckenden Druckerzeugnisses wird in einer sogenannten
Druckvorstufe festgelegt. Hierbei werden zum Beispiel für alle zu druckenden Druckfarben
und damit für alle am Druck beteiligten Farbwerke der Druckmaschine für jede Farbzone
sogenannte Flächendeckungswerte festgelegt. In Abhängigkeit dieser Flächendeckungswerte
werden die Farbzonenstellelemente eingestellt und damit die zonale Farbgebung bestimmt.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es bereits bekannt, die sich während des Druckens auf
dem Bedruckstoff einstellende Farbgebung zu messen und abhängig hiervon die zonale
Farbgebung der am Druck beteiligten Farbwerke zu regeln. Hierzu werden in der Regel
außerhalb eines Sujets auf den Bedruckstoff gedruckte Messbereiche, sogenannte Druckkontrollelemente,
vermessen. Je Farbzone sind dabei typischerweise mehrere als sogenannte Volltonfelder,
Rasterfelder oder Graubalancefelder ausgeführte Druckkontrollelemente vorhanden, die
jeweils eine Größe von z.B. 2x2mm oder 3x6mm oder 5x5mm aufweisen. Die Druckkotrollelemente
können Teil durchgehender Druckkontrollstreifen sein. Hierbei ermittelte Istwerte
der zonalen Farbgebung werden an eine Regelungseinrichtung der Druckmaschine übermittelt,
in welcher die Istwerte mit Sollwerten verglichen werden, um abhängig von dem Vergleich
zwischen den Istwerten und den Sollwerten und damit abhängig von der Regelabweichung
zwischen den gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten Stellsignale für
die Farbzonenstellelemente zu erzeugen. Hiermit ist bereits eine automatische Regelung
der zonalen Farbgebung möglich.
[0005] Insbesondere im Zeitungsdruck, bei welchem kein Beschnitt hergestellter Druckexemplare
erfolgt, werden außerhalb des Sujets auf den Bedruckstoff gedruckte Druckkontrollelemente
als störend empfunden. Daher ist es auch bereits bekannt, Messbereiche innerhalb eines
Sujets zu vermessen und abhängig hiervon die zonale Farbgebung zu regeln. Die Messung
von Messbereichen innerhalb des Sujets ist jedoch fehleranfälliger und damit ungenauer
als die Messung von außerhalb des Sujets auf den Bedruckstoff gedruckter Druckkontrollelemente.
[0006] Aus der
US 2004/0163562 A1 ist ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
[0008] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges
Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine zu schaffen.
[0009] Nach einem ersten Aspekt wird dieses Problem durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1
gelöst. Hiernach werden als Druckkontrollelemente zur Ermittlung der Farbdichte-Istwerte
Farbregistermarken vermessen.
[0010] Nach dem ersten Aspekt der hier vorliegenden Erfindung werden Farbdichte-Istwerte
zur Regelung der zonalen Farbgebung dadurch ermittelt, dass Farbregistermarken, die
üblicherweise zur Ermittlung von Istwerten für eine Farbregisterregelung vermessen
werden, mit Hilfe einer Kamera messtechnisch erfasst werden. Nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren des ersten Aspekts der hier vorliegenden .Erfindung wird demnach auf separate
Druckkontrollelemente zur Ermittlung von Farbdichte-Istwerten verzichtet. Vielmehr
werden die Farbdichte-Istwerte durch Vermessung der Farbregistermarken erfasst. Bei
den Farbregistermarken handelt es sich typischerweise um relativ kleine, punktförmige
oder rechteckige Druckkontrollelemente mit einer Größe zwischen 0,5 mm und 2 mm. Ferner
sind derartige Farbregistermarken typischerweise nicht in jeder Farbzone des Bedruckstoffs
vorhanden, sondern mit relativ großem Abstand über den Bedruckstoff verteilt. Daher
wird auch im Zeitungsdruck, bei welchem kein Beschnitt hergestellter Druckexemplare
erfolgt, das Vorhandensein solcher Farbregistermarken als nicht störend empfunden.
[0011] Bei Bedarf können zusätzlich zu den Farbregistermarken gerasterte Felder mit gleicher
Größe wie die Farbregistermarken vermessen und für die Regelung verwendet werden.
Hiermit können dann zusätzliche Informationen über das Farbreproduktionsverhalten
der Druckmaschine gewonnen werden und so die Farbtreue des Drucks im Halbton und in
Mischfarben verbessert werden.
[0012] Vorzugsweise wird zur Kompensation von Streulichteffekten in einem ersten Schritt
das Blickfeld der Kamera flächig ausgeleuchtet, wobei in einem zweiten Schritt nur
solche Abschnitte des Blickfelds der Kamera ausgeleuchtet werden, innerhalb derer
Messbereiche zur Erfassung der Farbdichte-Istwerte liegen.
[0013] Vorzugsweise werden alternativ oder zusätzlich zur Kompensation von Streulichteffekten
bei der Vermessung der Messbereiche ermittelte Farbdichte-Istwerte unter Verwendung
von Bilddaten der Messbereiche und unter Verwendung von Daten über die Optik der Kamera
korrigiert.
[0014] Da es sich bei Farbregistermarken um relativ kleine Druckkontrollelemente handelt,
ist es bei der Ermittlung von Farbdichte-Istwerten durch Vermessung von Farbregistermarken
von Bedeutung, Streulichteffekte zu kompensieren. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der. Zeichnung näher
erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematisierte Darstellung eines flächig ausgeleuchteten Blickfelds einer Kamera
mit Messbereichen zur Ermittlung von Farbdichte-Istwerten;
- Fig. 2:
- das Blickfeld der Fig. 1, wobei zur messtechnischen Kompensation von Streulichteffekten
nur solche Abschnitte des Blickfelds ausgeleuchtet sind, innerhalb derer die Messbereiche
zur Erfassung der Farbdichte-Istwerte liegen; und
- Fig. 3 und 4:
- schematisierte Darstellungen eines Blickfelds einer Kamera zur Ermittlung von Farbdichte-Istwerten
unter Verwendung einer rechnerischen Kompensation von Streulichteffekten.
[0015] Die hier vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Farbgebung
in mindestens einem Farbwerk einer Offsetdruckmaschine, nämlich zur Regelung der durch
Farbzonenstellelemente des jeweiligen Farbwerks einstellbaren zonalen Farbgebung.
Hierzu werden Messbereiche eines bedruckten Bedruckstoffs mit Hilfe einer Kamera vermessen
und dabei ermittelte Farbdichte-Istwerte mit vorgegebenen Farbdichte-Sollwerten verglichen,
um abhängig von dem Vergleich zwischen den Farbdichte-Istwerten und den Farbdichte-Sollwerten
Stellsignale für die Farbzonenstellelemente des jeweiligen Farbwerks zu erzeugen.
[0016] Nach der hier vorliegenden Erfindung wird davon ausgegangen, dass als Messbereiche
zur Ermittlung von Farbdichte-Istwerten Druckkontrollelemente des Bedruckstoffs, die
außerhalb des eigentlichen Sujets auf dem Bedruckstoff gedruckt sind, vermessen werden.
[0017] Dabei handelt es sich nach der hier vorliegenden Erfindung erfindungsgemäß um Farbregistermarken.
Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung werden demnach Farbdichte-Istwerte dadurch
erfasst, dass Farbregistermarken mit Hilfe einer Kamera messtechnisch erfasst werden.
Die Farbregistermarken dienen demnach nicht nur der Bereitstellung von Istwerten zur
Farbregisterregelung sondern erfindungsgemäß auch der Bereitstellung von Istwerten
zur Regelung der zonalen Farbgebung. Vorzugsweise dienen die Farbregistermarken weiterhin
der Bereitstellung von Istwerten zur Schnittregisterregelung. Um zusätzliche Informationen
für die Regelung zu erhalten, können die Farbregistermarken um gerasterte Felder gleicher
Größe ergänzt werden.
[0018] Es liegt demnach im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, außerhalb des Sujets auf
den Bedruckstoff gedruckte Farbregistermarken derart messtechnisch zu erfassen, dass
dieselben Istwerte zur Farbregisterregelung und zur Schnittregisterregelung und zur
Regelung der zonalen Farbgebung liefern.
[0019] Hierdurch kann die Anzahl der Druckkontrollelemente, die außerhalb des eigentlichen
Sujets auf einen Bedruckstoff bedruckt sind, auf ein absolutes Minimum reduziert werden,
sodass auch im Zeitungsdruck, in welchem kein Beschnitt gedruckter Druckexemplare
erfolgt, die Druckkontrollelemente als nicht störend empfunden werden.
[0020] Da Farbregistermarken typischerweise nicht in jeder Farbzone eines bedruckten Bedruckstoffs
vorhanden sind, wird bei der Regelung der zonalen Farbgebung so vorgegangen, dass
für solche Farbzonen, innerhalb derer eine Farbregistermarke liegt, der bei Vermessung
der Farbregistermarke ermittelte Farbdichte-Istwert zur Regelung der Farbgebung in
der jeweiligen Farbzone verwendet wird.
[0021] Für solche Farbzonen, innerhalb derer keine Farbregistermarke liegt, wird der entsprechende
Farbdichte-Istwert unter Verwendung einer Interpolation zwischen den bei Vermessung
der Registermarken ermittelten Farbdichte-Istwerten oder durch Ableitung aus zonalen
Voreinstellwerten dieser Farbzonen in Kombination mit Farbdichte-Istwerten ermittelt.
Gegebenenfalls können dabei aus vorherigen Druckprozessen empirisch gewonnene Korrekturwerte
berücksichtigt werden. Solche Farbregistermarken können jedoch auch in jeder Farbzone
vorhanden sein.
[0022] Wie bereits erwähnt, erfolgt die Vermessung der Farbregistermarken zur messtechnischen
Erfassung von Farbdichte-Istwerten mit Hilfe einer Kamera, wobei es sich bei der Kamera
vorzugsweise um eine CCD-Kamera oder CMOS-Kamera handelt. Dabei kann eine farbige
Kamera mit weißer Beleuchtung des Bedruckstoffs oder auch eine schwarz/weiß-Kamera
mit farbiger Beleuchtung des Bedruckstoffs verwendet werden. Das Blickfeld der verwendeten
Kamera erfasst zumindest eine zu vermessende Farbregistermarke vollständig.
[0023] Bei den Farbregistermarken handelt es sich um relativ kleine, punktförmige oder rechteckige
Druckkontrollelemente, die typischerweise einen Durchmesser oder Größe zwischen 0,5
mm und 2 mm aufweisen. Bei der Ermittlung von Farbdichte-Istwerten an solchen relativ
kleinen, punktförmigen Druckkontrollelementen besteht das Problem, dass die messtechnisch
erfassten Farbdichte-Istwerte durch Streulichteffekte verfälscht sein können. Daher
wird nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung bei der
Vermessung der Registermarken zur Ermittlung der Farbdichte-Istwerte eine Kompensation
von Streulichteffekten durchgeführt.
[0024] Eine erste Möglichkeit zur Kompensation von Streulichteffekten bei der messtechnischen
Erfassung von Farbdichte-Istwerten an relativ kleinen Farbregistermarken wird nachfolgend
unter Bezugnahme auf Fig. 1 und 2 beschrieben.
[0025] Fig. 1 und 2 zeigen jeweils ein Blickfeld 10 einer Kamera schematisiert, wobei in
dem Blickfeld 10 vier punktförmige Farbregistermarken 11, 12, 13 und 14 liegen. In
einem ersten Schritt (siehe Fig. 1) wird das gesamte Blickfeld 10 der Kamera flächig
ausgeleuchtet. Hierbei wird die Position der Farbregistermarken 11, 12, 13 und 14
bestimmt, wobei anschließend in einem zweiten Schritt (siehe Fig. 2) abhängig von
der Position der Farbregistermarken 11, 12, 13 und 14 nur solche Abschnitte des Blickfelds
10 der Kamera ausgeleuchtet werden, innerhalb derer die Farbregistermarken 11, 12,
13 und 14 liegen. Der erste Schritt dient demnach in erster Linie der Bestimmung der
Position der Farbregistermarken, weiterhin können im ersten Schritt ermittelte Messwerte
der Farbregistermarken als Istwerte zur Farbregisterregelung und/oder Schnittregisterregelung
verwendet werden. Im zweiten Schritt ermittelte Messwerte der Farbregistermarken werden
als Istwerte zur Regelung der zonalen Farbgebung verwendet. Die Ermittlung der Position
der Farbregistermarken im ersten Schritt kann unter Verwendung bekannter Methoden
der Bildverarbeitung, z. B. durch Segmentierung und Merkmalsextraktion oder unter
Verwendung von Kreuzkorrelationsverfahren erfolgen.
[0026] Zur flächigen Ausleuchtung des gesamten Blickfelds der Kamera im ersten Schritt sowie
zur teilweisen Ausleuchtung des Blickfelds der Kamera im zweiten Schritt kann ein
und dieselbe Beleuchtungsquelle verwendet werden, die dann flächig schaltbar ausgeführt
sein muss. Im Strahlengang einer solchen flächig schaltbaren Beleuchtungsquelle befindet
sich mindestens ein schaltbares Element, welches abhängig von dessen Schaltzustand
entweder Strahlung durchlässt oder blockiert oder in unterschiedlichen Winkeln refelktiert.
Im ersten Schritt, in welchem das Blickfeld 10 der Kamera flächig ausgeleuchtet wird,
ist das oder jedes schaltbare Element der Kamera durchlässig bzw. In Anstellung, im
zweiten Schritt hingegen, in welchem das Blickfeld der Kamera ausschließlich in solchen
Abschnitten ausgeleuchtet wird, in welchen sich die Farbregistermarken befinden, ist
hingegen mindestens eines der schaltbaren Elemente undurchlässig bzw. in Ausstellung.
Alternativ kann dass vollflächige Ausleuchten des Blickfelds der Kamera im ersten
Schritt und das selektive Ausleuchten des Blickfelds im zweiten Schritt auch durch
Verwendung unterschiedlicher Beleuchtungsquellen realisiert werden.
[0027] Die Kompensation von Streulichteffekten bei der Vermessung der Farbregistermarken
zur Ermittlung der Farbdichte-Istwerten kann zusätzlich oder alternativ auch über
eine mathematische Korrektur erfolgen, die von Bilddaten der zu vermessenden Farbregistermarken
und von Daten über die Optik der Kamera abhängig ist. Bei der mathematischen Korrektur
messtechnisch erfasster Farbdichte-Istwerte zur Kompensation von Streulichteffekten
wird vorzugsweise eine winkelunabhängige Korrektur und eine winkelabhängige Korrektur
durchgeführt, unter Verwendung derer die bei der Vermessung der Farbregistermarken
ermittelten Farbdichte-Istwerte korrigiert werden.
[0028] Der Korrektur messtechnisch erfasster Farbdichte-Istwerte unter Verwendung einer
winkelunabhängigen Korrekturfaktors sowie eines winkelabhängigen Korrekturfaktors
liegt die Erkenntnis zugrunde, dass in einer Kamera ein Messort 16 und ein Hintergrund
15 durch eine Optik 17 der Kamera abgebildet und gestreut werden.
[0029] Im winkelunabhängigen Fall der Streuung (siehe Fig. 3) wird ein Lichtbündel mehrfach
an z. B. einem Tubus 18 der Kamera gestreut und erreicht als konstanter Offset 19
den Messort auf einem Kamerachip der Kamera.
[0030] Im winkelabhängigen Fall (siehe Fig. 4) wird ein Lichtbündel an der Optik 17 gestreut
und ergibt einen mit dem Streuwinkel in der Intensität abfallenden Offset 20, der
an einer Kante einer zu vermessenden Farbregistermarke am größten ist. Bei runden
Farbregistermarken kann ein von der Größe der Farbregistermarke abhängiger, winkelabhängiger
Korrekturfaktor ermittelt werden.
[0031] Der winkelunabhängige Korrekturfaktor und der winkelabhängige Korrekturfaktor werden
dann zur Korrektur an Farbregistermarken messtechnisch erfassten Farbdichte-Istwerten
verwendet.
[0032] Zur Ermittlung des winkelunabhängigen Korrekturfaktors und des winkelabhängigen Korrekturfaktors
zur mathematischen Korrektur der an Farbregistermarken messtechnisch ermittelten Farbdichte-Istwerte
wird im Detail so vorgegangen, dass ein vorzugsweise schwarzes Volltonfeld im Blickfeld
der Kamera positioniert wird und mit einem weißen Element zur Hälfte abgedeckt wird,
wobei einerseits eine Dichteverteilung des vollständigen schwarzen Volltonfelds und
andererseits eine Dichteverteilung des zu Hälfte mit dem weißen Element abgedeckten
Volltonfeld ermittelt wird. Dabei kann dann die Verteilung der Farbdichte nach folgender
Formel bestimmt werden:

wobei I die Intensität, I
0 die Intensität aus Weißmessung, R die Remission und D die Farbdichte ist.
[0033] Es wird dann ein Verhältnis der Remissionen weit weg von der durch Abdeckung des
Volltonfelds mit dem weißen Element gebildeten Kante gebildet, wobei aus diesem Verhältnis
der Remissionen mittels der Referenzitensität des Volltons des unabgedeckten Felds
und mittels des Anteils der weißen Fläche eine winkelunabhängig korrigierte Farbdichte
berechnet werden kann:

wobei D
korr der winkelunabhängig korrigierte Farbdichte-Istwert ist, β das Verhältnis der Remissionen
(gleich dem Verhältnis der Intensitäten bei gleichem I
0) ist und weit weg von der Kante gebildet wird, wobei I
S die Streuintensität ist, wobei I
R die Referenzintensität des Volltons des unabgedeckten Feldes ist und A
R der Anteil der weißen Fläche ist.
[0034] Zur winkelabhängigen Korrektur der messtechnisch erfassten Farbdichte-Istwerte wird
die durch Abdeckung des Volltonfelds mit einem weißen Element erzeugte Kante genauer
untersucht, wobei für die winkelunabhängig korrigierten Farbdichte-Istwerten eine
Kurvenanpassung mittels eines Least Square Fit durchgeführt wird. Daraus kann ein
normierter Korrekturfaktur f(x) ermittelt und die winkelabhängige Korrektur der messtechnisch
erfassten Farbdichte-Istwerte nach folgender Formel durchgeführt werden:

wobei D
korr2 der winkelabhängig korrigierte Farbdichte-Istwert, f(x) der normierte Korrekturfaktor
und D
∞ die Dichte weit weg von der Kante ist. In der korrigierten Dichte ist für x hier
der Radius des Druckkontrollelements einzusetzen.
[0035] Die oben beschriebene Korrektur von Streulichteffekten kann auch dann Verwendung
finden, wenn als Messobjekte Abschnitte des eigentlichen Sujets des bedruckten Bedruckstoffs
vermessen werden. Insbesondere findet hierbei die ortsaufgelöste Beleuchtung gemäß
Fig. 1 und 2 Verwendung, wobei dann das Sujet mit Weißlicht beleuchtet werden kann
und messtechnisch erfasste RGB-Werte in LAB-Werte mittels einer Bradford-Matrix umgerechnet
werden können. Alternativ ist es auch möglich, sequentiell mehrere Bilder bei Beleuchtung
des Sujets mit unterschiedlichen Wellenlängen aufzunehmen, wobei die Beleuchtung mit
unterschiedlichen Wellenlängen dadurch erreicht werden kann, dass einer Weißlicht-Beleuchtungsquelle
entweder unterschiedliche Filter zugeordnet werden oder dass unterschiedliche farbige
Lichtquellen zur Beleuchtung des Sujets verwendet werden.
[0036] Das erfindungsgemäße Verfahren findet vorzugsweise innerhalb der Druckmaschine inline
zum Bedrucken des Bedruckstoffs Verwendung. Alternativ ist es jedoch auch möglich,
dass das Verfahren außerhalb der Druckmaschine offline zum Bedrucken des Bedruckstoffs
verwendet wird.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 10
- Blickfeld
- 11
- Farbregistermarke
- 12
- Farbregistermarke
- 13
- Farbregistermarke
- 14
- Farbregistermarke
- 15
- Hintergrund
- 16
- Messort
- 17
- Optik
- 18
- Tubus
- 19
- Offset
- 20
- Offset
1. Verfahren zur Regelung der Farbgebung in mindestens einem Farbwerk einer Offsetdruckmaschine,
nämlich zur Regelung der durch Farbzonenstellelemente und vorzugsweise eine Duktorwalze
sowie Heberwalze oder Filmwalze des jeweiligen Farbwerks einstellbaren zonalen Farbgebung,
wobei hierzu Druckkontrollelemente eines bedruckten Bedruckstoffs, die außerhalb des
eigentliches Sujets auf den Bedruckstoff gedruckt sind, mit Hilfe einer Kamera vermessen
und dabei ermittelte Farbdichte-Istwerte mit vorgegebenen Farbdichte-Sollwerten verglichen
werden, um abhängig von dem Vergleich zwischen den Istwerten und den Sollwerten Stellsignale
für die Farbzonenstellelemente und gegebenenfalls die Duktorwalze sowie Heberwalze
oder Filmwalze zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass als Druckkontrollelemente zur Ermittlung der Farbdichte-Istwerte Farbregistermarken
vermessen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbregistermarken zur Farbregisterregelung und zur Regelung der zonalen Farbgebung
vermessen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbregistermarken weiterhin zur Schnittregisterregelung vermessen werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für solche Farbzonen, innerhalb derer eine Farbregistermarke liegt, der bei Vermessung
der Farbregistermarke ermittelte Farbdichte-Istwerte zur Regelung der zonalen Farbgebung
der jeweiligen Farbzone verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass für solche Farbzonen, innerhalb derer keine Farbregistermarke liegt, der Farbdichte-Istwerte
abhängig von einer Interpolation zwischen bei Vermessung der Farbregistermarke ermittelten
Farbdichte-Istwerte oder durch Ableitung aus Zonenvoreinstellungen in Kombination
mit Farbdichte-Istwerten ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Kompensation von Streulichteffekten in einem ersten Schritt das Blickfeld der
Kamera flächig ausgeleuchtet wird, und dass in einem zweiten Schritt nur solche Abschnitte
des Blickfelds der Kamera ausgeleuchtet werden, innerhalb derer Farbregistermarken
liegen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt ermittelte Messwerte der Farbregistermarken als Istwerte zur Farbregisterregelung
und/oder Schnittregisterregelung verwendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Schritt ermittelte Messwerte der Farbregistermarken als Istwerte zur Regelung
der zonalen Farbgebung verwendet werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Kompensation von Streulichteffekten bei der Vermessung der Farbregistermarken
ermittelte Farbdichte-Istwerte unter Verwendung von Bilddaten der Farbregistermarken
und unter Verwendung von Daten über die Optik der Kamera korrigiert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei ein winkelunabhängiger Korrekturfaktor und ein winkelabhängiger Korrekturfaktor
ermittelt werden, unter Verwendung derer die bei der Vermessung der Farbregistermarken
ermittelten Farbdichte-Istwerte korrigiert werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den Farbregistermarken formgleiche Rasterfelder gleicher Größe vermessen
und Messwerte zur Regelung und gegebenenfalls Kompensation von Streulichteffekten
verwendet werden.
1. A method for controlling the inking in at least one inking couple of an offset printing
press, namely for controlling the zonal inking that can be adjusted through ink zone
actuators and preferentially an ink fountain roller as well as a ductor roller or
film roller of the respective inking couple, wherein for this purpose print control
elements of a printed substrate, which are printed on the substrate outside the actual
subject, are measured with the help of a camera and ink density actual values determined
in the process are compared with predetermined ink density set point values in order
to generate adjusting signals for the ink zone actuators and if appropriate the ink
fountain roller as well ductor roller or film roller dependent on the comparison between
the actual values and the set point values, characterized in that colour register marks are measured as print control elements for determining the
ink density actual values.
2. The method according to claim 1, characterized in that the colour register marks are measured for the colour register control and for controlling
zonal inking.
3. The method according to claim 2, characterized in that the colour register marks furthermore are measured for the cut-off compensator control.
4. The method according to any one of the claims 1 to 3, characterized in that for such colour zones, within which a colour register mark is located, the ink density
actual values determined during the measurement of the colour register mark are used
for controlling the zonal inking of the respective colour zone.
5. The method according to claim 4, characterized in that for such colour zones within which no colour register mark is located, the ink density
actual value is determined dependent on an interpolation between ink density actual
values determined during the measurement of the colour register mark or by derivation
from zone pre-settings in combination with ink density actual values.
6. The method according to any one of the claims 1 to 5, characterized in that for compensating for scattered light effects the field of vision of the camera is
illuminated areally in a first step, and in that in a second step only such sections of the field of vision of the camera are illuminated
within which colour register marks are located.
7. The method according to claim 6, characterized in that measurement values of the colour register marks determined in the first step are
used as actual values for colour register control and/or cut-off compensator control.
8. The method according to claim 6 or 7, characterized in that measurement values of the colour register marks determined in the second step are
used as actual values for controlling zonal inking.
9. The method according to any one of the claims 1 to 8, characterized in that for compensating for scattered light effects ink density values determined during
the measurement of the colour register marks are corrected using image data of the
colour register marks and using data regarding the optics of the camera.
10. The method according to claim 9, characterized in that in the process an angle-independent correction factor and an angle-dependent correction
factor are determined, with the use of which the ink density actual values determined
during the measurement of the colour register marks are corrected.
11. The method according to any one of the claims 1 to 10, characterized in that additionally to the colour register marks identically shaped grid fields of the same
size and measurement values are used for the control and if appropriate compensation
of scattered light effects.
1. Procédé de réglage de la couleur dans au moins une unité d'encrage d'une machine d'impression
offset, à savoir de réglage de la couleur zonale réglable par des éléments de positionnement
de zones colorées et de préférence un rouleau ducteur et un rouleau leveur ou rouleau
à film de l'unité d'encrage respective, dans lequel, pour ce faire, des éléments de
contrôle d'impression d'un support d'impression imprimé, qui sont imprimés en dehors
du motif proprement dit sur le support d'impression, sont mesurés à l'aide d'une caméra
et les valeurs réelles de densité de couleur ainsi déterminées sont comparées à des
valeurs théoriques prédéfinies de densité de couleur dans le but de, indépendamment
de la comparaison entre les valeurs réelles et les valeurs théoriques, générer des
signaux de réglage pour les éléments de positionnement de zones colorées et éventuellement
le rouleau ducteur et le rouleau leveur ou rouleau à film, caractérisé en ce qu'on mesure des marques de registre de couleur servant d'éléments de contrôle d'impression
pour déterminer les valeurs réelles de densité de couleur.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les marques de registre de couleur sont mesurées pour le réglage du registre de couleur
et pour le réglage de la couleur zonale.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que les marques de registre de couleur continuent à être mesurées pour régler le registre
de coupe.
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour les zones colorées dans lesquelles se trouve une marque de registre de couleur,
on utilise la valeur réelle de densité de couleur déterminée lors de la mesure de
la marque de registre de couleur pour le réglage de la couleur zonale de la zone colorée
respective.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que, pour les zones colorées dans lesquelles ne se trouve pas de marque de registre de
couleur, la valeur réelle de densité de couleur est déterminée en fonction d'une interpolation
entre la valeur réelle de densité de couleur déterminée lors de la mesure de la marque
de registre de couleur ou par dérivation à partir de préréglages de zones en combinaison
avec des valeurs réelles de densité de couleur.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que, pour la compensation des effets de lumière dispersée, dans une première étape, le
champ visuel de la caméra est éclairé en surface et que, dans une seconde étape, seules
les sections du champ visuel de la caméra dans lesquelles se trouvent des marques
de registre de couleur sont éclairées.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que, dans une première étape, les valeurs de mesure déterminées des marques de registre
de couleur sont utilisées comme valeurs réelles pour le réglage du registre de couleur
et/ou le réglage du registre de coupe.
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que, dans la seconde étape, les valeurs de mesure déterminées des marques de registre
de couleur sont utilisées comme valeurs réelles pour le réglage de la couleur zonale.
9. Procédé selon une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, pour la compensation des effets de lumière dispersée lors de la mesure des marques
de registre de couleur, les valeurs réelles de densité de couleur déterminée sont
corrigées en utilisant des données graphiques des marques de registre de couleur et
en utilisant des données sur l'optique de la caméra.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'on détermine alors un facteur de correction indépendant de l'angle et un facteur de
correction dépendant de l'angle lors de l'utilisation duquel les valeurs réelles de
densité de couleur déterminées lors de la mesure des marques de registre de couleur
sont corrigées.
11. Procédé selon une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que, en plus des marques de registre de couleur, on utilise des champs de tramage de
même forme et de même taille et des valeurs de mesure pour régler et éventuellement
compenser les effets de lumière dispersée.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente