[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationsprägeeinrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 und eine Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 8.
[0002] Faltschachteln sind Verpackungen aus Karton oder Wellpappe, in geringem Umfang auch
aus Kunststoff, die je nach Konstruktion während des Faltprozesses an einer oder mehreren
Stellen beleimt werden. Sie werden in der Regel aus einem Zuschnitt produziert. Die
Zuschnitte werden üblicherweise auf einer Bogenstanze ausgestanzt. Der Zuschnitt muss
mindestens an einer Kante verklebt werden. Die gefalteten Schachteln kommen im flachliegenden
Zustand aus der Faltschachtel-Klebemaschine. Das Aufstellen und Befüllen der Schachtel
kann maschinell oder auch manuell erfolgen.
[0003] Neben den Faltungen, die zur Herstellung der Faltschachteln erforderlich sind, werden
als Vorbereitung für den anschließenden Produktionsschritt auch weitere Rilllinien
in der Faltschachtel-Klebemaschine vorgebrochen (vorgefaltet). Dadurch werden das
Aufstellen der Schachtel und das spätere Befüllen erleichtert.
[0004] Dienen die Faltschachteln zur Verpackung von Arzneimitteln, so ist es gesetzlich
vorgeschrieben, die Bezeichnung des Arzneimittels in Blindenschrift (so genannte Braille-Schrift)
auf die Faltschachtel aufzubringen (bspw. durch Prägen).
[0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt die Prägung der Blindenschrift entweder während
des Stanzprozesses in der Bogenstanze bei der Herstellung der Zuschnitte. Dies ist
jedoch aufwendig, da ein Stanzbogen etliche Nutzen, d. h. Zuschnitte enthält und für
jeden Nutzen ein Werkzeugpaar bestehend aus Matrize und Patrize bereitgestellt werden
muss. Oder es kommen Rotationsprägeeinrichtungen mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen
zum Einsatz, welche beispielsweise Teil einer Faltschachtelklebemaschine sein können.
Bekannter weise verfügen derartige Rotationsprägeeinrichtungen über einen gemeinsamen
Antrieb für beide Rotationswerkzeuge. Um die Prägung an der richtigen Position auf
den Faltschachtelzuschnitt aufbringen zu können, müssen die Rotationswerkzeuge relativ
zum Faltschachtelzuschnitt synchronisiert werden. Insbesondere beim Einbringen einer
Blindenschrift in den Faltschachtelzuschnitt muss die Synchronisierung sehr genau
erfolgen. Aufgrund des Massenträgheitsmoments von Matrize, Patrize und Rotationsantrieb
ist die erforderliche Genauigkeit der Synchronisierung nur schwer bis gar nicht zu
erreichen. Weiter nachteilig ist, dass Rotationsprägeeinrichtungen zur besseren Synchronisierung
häufig im Start- / Stopp-Betrieb gefahren werden. D. h. die Rotationsprägewerkzeuge
werden zur Synchronisierung angehalten und nachfolgend wieder neu beschleunigt. Dadurch
wird die Produktionsleistung der Rotationsprägeeinrichtung stark eingeschränkt. Weiter
wird dir Produktionsleistung dadurch eingeschränkt, dass keine Anpassung der Rotationsprägeeinrichtung
an die Größe des zu bearbeitenden Produktes möglich ist.
[0006] Die
DE-OS 28 33 618 zeigt eine Rotationsprägemaschine mit ineinandergreifenden Prägeformen, welche jeweils
auf rotierende Walzen justierbar aufmontiert werden. Während die Prägeformen aufeinander
abrollen wird zwischen ihnen ein Spalt gebildet, der in etwa der Dicke des zu verarbeitenden
Produkts entspricht.
[0007] Die
EP 1 447 211 A2 zeigt eine Vorrichtung zum Einprägen von Querrillen in Pappe. Die
EP 1 537 920 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Schneiden, Rillen und Prägen von Bogenmaterial, wie Karton,
mit zwei Walzen. Beiden Vorrichtungen ist gemein, dass die Synchronisierung nicht
mit der für Blindenschrift notwendigen Genauigkeit durchgeführt werden kann und dass
keine Anpassung der Vorrichtungen an die Größe des Produktes und den Abstand der Produkte
möglich ist.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Rotationsprägeeinrichtung zu schaffen,
welche die Nachteile des Standes der Technik überwindet und bei gleichzeitig hoher
Prägequalität eine hohe Ausbringung ermöglicht.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Rotationsprägeeinrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen von Anspruch 1.
[0010] Die erfindungsgemäße Rotationsprägeeinrichtung besitzt zwei rotierende Prägewerkzeuge,
angetrieben durch mindestens einen Prägewerkzeugantrieb, zum Einbringen von Prägungen,
insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe, insbesondere Faltschachtelzuschnitte.
Die Prägewerkzeuge werden durch eine mit Stempeln versehene Patrize und eine Matrize
gebildet. Die Matrize dient als Gegenform und ist vorteilhafter weise produktneutral
und besitzt ein gleichmäßiges Lochmuster. Die Rotationsprägeeinrichtung besitzt eine
Einrichtung zur temporären Abstandsveränderung von Patrize und Matrize und eine zugeordnete
Steuerung. Die Abstandsveränderung geschieht durch ein anheben der Patrize. Das Anheben
der Patrize wird durch die Steuerung direkt nach Beendigung eines jeweiligen Prägevorgangs
und das Absenken der Patrize direkt vor Beginn eines jeweiligen Prägevorgangs eingeleitet,
indem die Steuerung die Einrichtung zur temporären Abstandsveränderung entsprechend
ansteuert. Während nicht geprägt wird und Matrize und Patrize stärker voneinander
beabstandet sind, in der sogenannten Asynchronphase, können die Prägewerkzeuge relativ
zu einem nachfolgenden Bedruckstoff synchronisiert werden. D. h. die Stempel der Patrize
werden relativ zu der Position einer Fläche eines nachfolgenden Bedruckstoffs, welche
mit einer Prägung versehen werden soll, positioniert. Dadurch dass die Patrize direkt
nach Beendigung eines jeweiligen Prägevorgangs abgehoben und direkt vor Beginn eines
jeweiligen Prägevorgangs abgesenkt wird, wird die Asynchronphase maximiert und es
steht ein größtmöglicher Zeitraum für die Synchronisation zur Verfügung.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Rotationsprägeeinrichtung sind die Patrize
und die Matrize querverschieblich und arretierbar auf einer Matrizenwelle bzw. einer
Patrizenwelle angebracht. Dadurch kann die Prägung über die Breite eines Bedruckstoffs
positioniert werden.
[0012] In einer ersten vorteilhaften Ausführungsform der Rotationsprägeeinrichtung ist die
Patrize auf einer Patrizenwelle gelagert und die Einrichtung zur temporären Abstandsveränderung
der Patrize besitzt mindestens einen Pneumatikzylinder, welcher mit der Patrizenwelle
verbunden ist. Die Einrichtung zur temporären Abstandsveränderung kann insbesondere
auch zwei Pneumatikzylinder besitzen, wobei jeweils ein Zylinder mit einem jeweiligen
Ende der Patrizenwelle verbunden ist. Die Patrizenwelle 13 ist an ihren Enden in Führungselementen
vertikal beweglich gelagert. Durch den mindestens einen Pneumatikzylinder kann die
Patrizenwelle temporär angehoben werden.
[0013] In einer zweiten vorteilhaften Ausführungsform besitzt die Einrichtung zur temporären
Abstandsveränderung einen steuerbaren Elektromotor, welcher über einen Exzenter oder
ein Pleuel mit der Patrizenwelle verbunden ist. Die Patrizenwelle ist in Führungselementen
vertikal beweglich gelagert und kann durch die Drehbewegung des Elektromotors temporär
angehoben werden.
[0014] In einer dritten vorteilhaften Ausführungsform ist die Patrize ebenfalls auf einer
Patrizenwelle gelagert. Die Einrichtung zur temporären Abstandveränderung ist mit
der Patrizenwelle verbunden und bewirkt deren temporäre Durchbiegung. In einer vorteilhaften
Weiterbildung dieser Ausführungsform ist die Patrizenwelle an ihren beiden Enden durch
je ein Stützenpaar gelagert. Ein jeweiliges Stützenpaar besitzt jeweils eine Angriffsstelle,
über die eine Biegekraft eingeleitet werden kann, welche dann eine definierte Durchbiegung
der Patrizenwelle bewirkt. Verfahren und Vorrichtungen zum Verändern der Durchbiegung
einer Welle, einer Achse oder eines anderen Trägers sind beispielsweise aus der
EP 0 918 947 B1 bekannt, wobei hierbei keine Durchbiegung erzeugt, sondern die Durchbiegung begrenzt
oder verhindert werden soll.
[0015] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Rotationsprägeeinrichtung besitzt diese
eine gesteuerte Blasluftdüse, die im Bereich der Matrize knapp unterhalb der Transportebene
des Bedruckstoffs angeordnet ist. Außer während des Prägevorgangs erzeugt die gesteuerte
Blasluftdüse einen Luftstrahl, der einen Spalt zwischen Matrize und Bedrucksoff erzeugt.
Dieser Spalt bewirkt, dass Matrize und Bedruckstoff während der Asynchronphase nicht
miteinander in Berührung stehen und Markierungen auf dem Bedruckstoff vermieden werden.
[0016] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen verwiesen.
[0017] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert werden.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- den Aufbau einer Faltschachtelklebemaschine mit erfindungsgemäßer Rotationsprägeeinrichtung
- Fig. 2a
- eine Detailansicht der Rotationsprägeeinrichtung mit anhebbarer Patrize
- Fig. 2b
- einen Bedruckstoff mit der Position der Prägung
- Fig. 3a
- eine Einrichtung zum Anheben der Patrize in einer ersten Ausführungsform
- Fig. 3b
- eine Einrichtung zum Anheben der Patrize in einer zweiten Ausführungsform
- Fig. 3c
- eine Einrichtung zum Anheben der Patrize in einer dritten Ausführungsform
[0018] Fig. 1 zeigt eine Faltschachtelklebemaschine 1 mit einer erfindungsgemäßen Rotationsprägeeinrichtung
10. Faltschachtelzuschnitte 2 werden von einem Anleger in Transportrichtung T durch
die Faltschachtelklebemaschine 1 und durch die Rotationsprägeeinrichtung 10 zu einem
Ausleger transportiert. Die Rotationsprägeeinrichtung 10 besitzt eine Patrize 11 und
eine Matrize 12 zum Einbringen von Prägungen in die Faltschachtelzuschnitte 2. Die
Faltschachtelzuschnitte 2 werden mit einer Kartonteilung A, auch als Abschnittslänge
bezeichnet, mit der Geschwindigkeit vF transportiert.
In der Berührungslinie von Patrize 11 und Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs
besitzt die Patrize 11 die Geschwindigkeit vP. In der Berührungslinie von Matrize
12 mit Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs besitzt die Matrize 12 die
Geschwindigkeit vM. Während des Prägevorgangs haben die Geschwindigkeiten von Matrize
vM, Patrize vP und Faltschachtelzuschnitt vF denselben Betrag, so dass es zu keinen
Relativbewegungen zwischen Werkzeugen 11, 12 und Faltschachtelzuschnitt 2 kommt und
damit Markierungen des Faltschachtelzuschnitts vermieden werden. Dazu müssen Patrize
11 und Matrize 12 relativ zueinander bezüglich ihrer Geschwindigkeit synchronisiert
sein. Weiter müssen Patrize 11 und Matrize 12 relativ zueinander bezüglich ihrer Winkelposition
synchronisiert sein, d.h. es muss sichergestellt sein, dass die Stempel der Patrize
11 in Löcher der Matrize 12 eintauchen können. Besitzen Patrize 11 und Matrize 12
jeweils einen eigenen Prägewerkzeugantrieb so erfolgt die Synchronisation bevorzugt
elektronisch. Werden Patrize 11 und Matrize 12 durch einen gemeinsamen Prägewerkzeugantrieb
angetrieben, so erfolgt die Synchronisation mechanisch, beispielsweise durch Kopplung
von Patrize 11 und Matrize 12.
[0019] Fig. 2a zeigt eine Ausführungsform der Rotationsprägeeinrichtung 10. Die Rotationsprägeeinrichtung
10 verfügt über eine Patrize 11, welche verdrehfest auf eine Patrizenwelle 13 aufgebracht
ist, und eine Matrize 12, welche verdrehfest auf eine Matrizenwelle 14 aufgebracht
ist. Ein jeweiliger Faltschachtelzuschnitt 2 wird mittels Führungsbändern 42 durch
die Rotationsprägeeinrichtung 10 transportiert. Patrizenwelle 13 und Matrizenwelle
14 sind über eine spielarme Zahnradpaarung mit einander gekoppelt. Die Patrizenwelle
13 wird an ihren jeweiligen Enden durch Schwenklager 45 gelagert. Der Abstand von
Matrize 12 und Patrize 11 kann zur Anpassung an die Dicke des zu bearbeitenden Faltschachtelzuschnitts
2 durch das Stellelement 44 variiert werden. In den Faltschachtelzuschnitt 2 wird
während des Prägevorgangs im Bereich einer mit einer Prägung zu versehenden Fläche
21 eine Prägung eingebracht. Die Erstreckung der Fläche 21 in Transportrichtung T
betrachtet hat den Betrag X.
[0020] Die Rotationsprägeeinrichtung 10 besitzt eine Einrichtung zum Anheben 40 der Patrize
11 (nicht dargestellt), durch welche die Patrize 11 angehoben werden kann. In Fig.
2a befindet sich die Patrize 11 in angehobenem Zustand, so dass zwischen Patrize 11
und Faltschachtelzuschnitt 2 ein Luftspalt ist. Die Anhebung der Patrize 11 geschieht
in dieser Ausführungsform durch eine Durchbiegung der Patrizenwelle 13. Eine Einrichtung
zum Anheben 40 der Patrize 11 durch Durchbiegen der Patrizenwelle 13 ist in Fig. 3a
dargestellt. Die Patrize 11 ist auf eine Patrizenwelle 13 gelagert. Die Patrizenwelle
13 wiederum ist an ihren Enden durch je ein Stützenpaar 41 gelagert. Das Stützenpaar
41 besitzt je eine Angriffsstelle zur Einleitung einer Biegekraft F, welche die Durchbiegung
der Patrizenwelle 13 bewirkt.
[0021] Fig. 3b zeigt eine Rotationsprägeeinrichtung 10, wie sie, wie in Fig. 1 dargestellt,
an der Position 10 in einer Faltschachtelklebemaschine verbaut ist. Die Rotationsprägeeinrichtung
besitzt eine Patrize 11, welche auf einer Patrizenwelle 13 gelagert ist, und eine
Matrize 12, welche auf einer Matrizenwelle 14 gelagert ist. Matrizenwelle 14 und Patrizenwelle
13 sind parallel zueinander angeordnet. Während des Prägevorgangs wird ein Faltschachtelzuschnitt
2 (nicht dargestellt) zwischen der Patrize 11 und der Matrize 12 hindurch bewegt und
Matrize 11 und Patrize 12 rollen aufeinander ab. Die Patrizenwelle 13 ist an ihren
beiden Enden jeweils in einem Lagerelement 51 gelagert. Das jeweilige Lagerelement
51 wiederum ist in einem Element 50 vertikal beweglich geführt. Integriert in das
Element 50 ist auch die Lagerung der Matrizenwelle 14. Die Rotationsprägeeinrichtung
10 besitzt weiterhin eine Einrichtung 40 zum Anheben der Patrize 11. Diese umfasst
zwei Pneumatikzylinder 47. Ein jeweiliger Pneumatikzylinder ist an seinem oberen Ende
mit dem Maschinengestell (nicht dargestellt) und an seinem unteren Ende mit der Matrizenwelle
13 verbunden. Die Pneumatikzylinder 47 werden von einer Steuereinrichtung 52 so angesteuert,
dass die Patrizenwelle 13 direkt nach Beendigung eines jeweiligen Prägevorgangs angehoben
und direkt vor Beginn eines jeweiligen Prägevorgangs abgesenkt wird. Durch die Hubbewegung
b der beiden Pneumatikzylinder 47 erfährt die Patrize 11 ebenfalls eine Bewegung b.
[0022] Fig. 3c zeigt eine Rotationsprägeeinrichtung 10, wie sie, wie in Fig. 1 dargestellt,
in einer Faltschachtelklebemaschine 1 verbaut wird. Die Patrize 11 ist auf einer Patrizenwelle
13 gelagert, die Matrize 12 auf einer Matrizenwelle 14. Matrizenwelle 13 und Patrizenwelle
14 sind parallel zueinander angeordnet. Während eines Prägevorgangs wird ein Faltschachtelzuschnitt
2 (nicht dargestellt) zwischen Patrize 11 und Matrize 12 hindurchbewegt und die Patrize
11 rollt auf der Matrize 12 ab. Die Patrizenwelle 13 ist an ihren beiden Enden jeweils
in einem Lagerelement 51 gelagert. Dieses Lagerelement 51 wiederum ist in einem Element
50 vertikal beweglich geführt. In das Element 50 ist auch die Lagerung der Matrizenwelle
integriert. Die Rotationsprägeeinrichtung 10 verfügt weiterhin über eine Einrichtung
40 zum Anheben der Patrize 11. Diese umfasst einen steuerbaren Elektromotor 48, welcher
am Maschinengestellt (nicht dargestellt) befestigt ist. Die Drehachse des Motors 48
ist verbunden mit einem Exzenter 49, welcher über einen Zylinder auf die Patrizenwelle
13 wirkt. Exzenter und Zylinder wirken zusammen als ein Pleuel 49. Bei einer Umdrehung
des Elektromotors 48 führt der Zylinder, getrieben durch den Exzenter 49, eine Hubbewegung
b aus. Diese Hubbewegung b wird über die Patrizenwelle 13 auf die Patrize 11 übertragen,
so dass die Patrize 11 durch eine Bewegung b abgehoben werden kann. Der Elektromotor
48 wird von einer Steuerung 52 dabei so angesteuert, dass die Patrize 11 direkt nach
Beendigung eines jeweiligen Prägevorgangs abgehoben und direkt vor Beginn eines jeweiligen
Prägevorgangs abgesenkt wird.
[0023] Die Patrizenwelle 13 wird also bei allen drei zuvor beschriebenen Ausführungsformen
nur in der Asynchronphase angehoben, d. h. dann, wenn nicht geprägt wird. Die Dauer
der Asynchronphase ist bestimmt durch die Erstreckung X der zu erzeugenden Prägung
21 und die Geschwindigkeiten vP und vM. Der Abstand zwischen Patrize 11 und Faltschachtelzuschnitt
2 in der Asynchronphase erlaubt es, die Prägestempel der Patrize 11 relativ zur Position
einer mit einer Prägung zu versehenden Fläche 21 des Faltschachtelzuschnitts 2 zu
positionieren und damit zu synchronisieren. Durch das Anheben der Patrize 11 direkt
nach dem Prägevorgang und durch das Absenken der Patrize 11 direkt vor dem Prägevorgang
wird die Dauer der Asynchronphase maximiert und für die Synchronisierung steht eine
größere Zeit zur Verfügung.
[0024] Wie in Fig. 2a gezeigt, besitzt die Rotationsprägeeinrichtung 10 im Bereich der Matrize
12 eine gesteuerte Blasluftdüse 46, welche durch die Steuerung 52 angesteuert wird.
Für die Dauer der Asynchronphase, d. h. solange sich die Patrize 11 in angehobenem
Zustand befindet, wird durch die Blasluftdüse 46 Luft zwischen die Matrize 12 und
den Faltschachtelzuschnitt 2 geblasen und somit ein dünner Spalt zwischen Matrize
12 und Faltschachtelzuschnitt 2 erzeugt. Dadurch wird erreicht, dass Matrize 12 und
Faltschachtelzuschnitt 2 während der Asynchronphase nicht miteinander in Berührung
sind und Markierungen aufgrund von Relativbewegungen zwischen Matrize 12 und Faltschachtelzuschnitt
2 werden vermieden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Faltschachtelklebemaschine
- 2
- Faltschachtelzuschnitt
- 10
- Rotationsprägeeinrichtung
- 11
- Patrize
- 12
- Matrize
- 13
- Patrizenwelle
- 14
- Matrizenwelle
- 21
- mit einer Prägung zu versehende Fläche
- 40
- Einrichtung zum Anheben der Patrize
- 41
- Stützenpaar
- 42
- Führungsbänder
- 43
- Federpaket
- 44
- Stellelement
- 45
- Schwenklager
- 46
- Blasluftdüse
- 47
- Pneumatikzylinder
- 48
- Elektromotor
- 49
- Pleuel oder Exzenter
- 50
- Lagerung Matrizenwelle mit Führung für 51
- 51
- Lagerung Patrizenwelle, geführt durch 50
- 52
- Steuereinheit
- vP
- Geschwindigkeit Patrize
- vM
- Geschwindigkeit Matrize
- vF
- Geschwindigkeit Faltschachtelzuschnitt
- A
- Abstand zweiter Faltschachtelzuschnitte
- T
- Transportrichtung
- X
- Länge der zu erzeugenden Prägung
- F
- Biegekraft
- B
- Berührungslinie Patrize-Faltschachtelzuschnitt
- b
- Bewegung der Patrize
1. Rotationsprägeeinrichtung (10) mit zwei rotierenden zylinderförmigen Prägewerkzeugen
(11, 12), wobei es sich um eine Patrize (11) und eine Matrize (12) handelt, zum Einbringen
von Prägungen, insbesondere Blindenschrift, in einen Bedruckstoff (2), insbesondere
einen Faltschachtelzuschnitt, wobei der Abstand zwischen den Mantelflächen von Patrize
(11) und Matrize (12) während des Prägevorgangs in etwa der Dicke des zu bearbeitenden
Bedruckstoffes entspricht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) eine Einrichtung (40) zur temporären Abstandveränderung
von Patrize (11) und Matrize (12) und eine zugeordnete Steuerung (52) besitzt,
wobei die Steuerung ein Anheben der Patrize (11) direkt nach Beendigung eines jeweiligen
Prägevorgangs und ein Absenken direkt vor Beginn eines jeweiligen Prägevorgangs durch
die Einrichtung (40) zur temporären Abstandsveränderung einleitet.
2. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Patrize (11) und die Matrize (12) querverschieblich auf einer Matrizenwelle (14)
bzw. einer Patrizenwelle (13) angebracht sind.
3. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1-2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Patrize auf einer Patrizenwelle (13) gelagert ist und die Einrichtung (40) zur
temporären Abstandveränderung mindestens einen mit der Patrizenwelle (13) verbundenen
Pneumatikzylinder (47) besitzt, der ein temporäreres Anheben der Patrizenwelle (13)
bewirkt.
4. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1-2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Patrize auf einer Patrizenwelle (13) gelagert ist und die Einrichtung (40) zur
temporären Abstandveränderung einen über ein Pleuel (49) oder einen Exzenter (49)
mit der Patrizenwelle (13) verbundenen steuerbaren Elektromotor (48) besitzt, welche
zusammen ein temporäreres Anheben der Patrizenwelle (13) bewirken.
5. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1-2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Patrize auf einer Patrizenwelle (13) gelagert ist und die Einrichtung (40) zur
temporären Abstandveränderung mit der Patrizenwelle (13) verbunden ist und deren temporäre
Durchbiegung bewirkt.
6. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Patrizenwelle (13) an ihren Enden durch je ein Stützenpaar (41) gelagert ist,
welches jeweils eine Angriffsstelle für die Einleitung einer Biegekraft (F) besitzt.
7. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1-6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) eine gesteuerte Blasluftdüse (46) besitzt, deren
Luftstrahl außer während des Prägevorgangs einen Spalt zwischen Matrize (12) und Bedruckstoff
(2) erzeugt.
8. Faltschachtelklebemaschine (1) mit einer Rotationsprägeeinrichtung (10) nach einem
der Ansprüche 1 bis 7.