[0001] Die Erfindung betrifft ein Aufzugssystem mit einer Aufzugkabine, die Vertikal- wie
auch Horizontalfahrten ausführen kann.
[0002] Aus
EP1693331A1 ist ein Aufzugssystem mit durch jeweils zwei Kabinenführungsschienen gebildete vertikale
Vertikalfahrbahnen bekannt, bei welchem die Vertikalfahrbahnen sich zwischen einer
untersten Haltestation und einer obersten Haltestation erstrekken und mit mindestens
je einem separat steuerbaren Antriebssystem ausgerüstet sind. Jedes Antriebssystem
umfasst ein sich über die gesamte Länge der Vertikalfahrbahnen erstreckendes flexibles
Tragmittel. Zu diesem Aufzugssystem gehören ausserdem mehrere Aufzugskabinen, die
durch die Antriebssysteme entlang der ersten Vertikalfahrbahn aufwärts und entlang
der zweiten Vertikalfahrbahn abwärts bewegbar und anhaltbar sind. Dabei weist jede
Aufzugskabine eine steuerbare Kopplungseinrichtung auf, mit welcher sie formschlüssig
an das Tragmittel eines seiner momentanen Vertikalfahrbahn zugeordneten Antriebssystems
ankoppelbar ist. Eine obere und eine untere Kabinentransfereinrichtung haben die Aufgabe,
in den Endbereichen der Vertikalfahrbahnen angekommene Aufzugskabinen zu übernehmen
und horizontal zur andern Vertikalfahrbahn zu verschieben, wo die Aufzugskabinen in
die Führungsschienen der andern Vertikalfahrbahn eingeführt werden.
[0003] Bei einem nach der in
EP1693331A1 offenbarten Lehre ausgeführten Aufzugssystem sind alle Aufzugskabinen mit jeweils
vier oberen und vier unteren, an schwenkbaren Tragkonstruktionen gelagerten Kabinentragrollen
ausgerüstet, um ihre Horizontalverschiebung zwischen zwei Vertikalfahrbahnen zu ermöglichen.
[0004] Wenn eine Aufzugskabine ihre oberste Position erreicht hat, werden zum Horizontalverschieben
ihre vier oberen Kabinentragrollen in eine oberhalb der Vertikalfahrbahnen horizontal
angeordnete Profilschiene eingeschwenkt, so dass die Aufzugskabine durch die Profilschiene
und die Kabinentragrollen getragen und geführt wird. Nach Ankunft einer Aufzugskabine
in ihrer untersten Position werden ihre unteren Kabinentragrollen in eine unterhalb
der Vertikalfahrbahnen horizontal angeordnete Profilschiene eingeschwenkt, damit die
Aufzugskabine an dieser unteren Profilschiene horizontal verschiebbar ist. Zusätzlich
ist in beiden Endpositionen eine Antriebsvorrichtung zum Erzeugen der Horizontalbewegung
der Aufzugkabinen erforderlich, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Ebenfalls
um das Horizontalverschieben der Aufzugskabinen zu ermöglichen, sind bei dem offenbarten
Aufzugssystem mit zwei Vertikalfahrbahnen insgesamt acht Endabschnitte von Kabinenführungsschienen
schwenkbar angeordnet und mit steuerbaren Schwenkantrieben versehen. Beim Zurückschwenken
dieser Endabschnitte in ihre Führungspositionen müssen die Endabschnitte wieder in
die spielarmen Führungsnuten der Führungsschuhe eingeführt werden, welche an der nicht
sehr formstabilen Aufzugkabine vorhanden sind. Für eine zusätzliche Vertikalfahrbahn
würde sich die Anzahl der wegschwenkbaren Kabinenführungsschienen um acht erhöhen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Aufzugssystem der vorstehend
beschriebenen Art zu schaffen, bei dem die Horizontalverschiebung der Aufzugskabinen
mit einer geringeren Anzahl von zu bewegenden und zu steuernden Komponenten und ohne
Genauigkeitsprobleme, d. h. mit höherer Funktionssicherheit und geringeren Herstell-
und Montagekosten realisiert werden kann.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Aufzugssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch dessen kennzeichnende Merkmale weitergebildet. Anspruch 25 ist auf ein entsprechendes
Verfahren zum Betreiben eines erfindungsgemässen Aufzugssystems gerichtet. Des Weiteren
wird die Aufgabe durch ein Aufzugssystem gemäss Anspruch 27 gelöst.
[0007] Bei dem erfindungsgemässen Aufzugssystem bzw. nach dem erfindungsgemässen Verfahren
kann eine Aufzugkabine Vertikalfahrten und Horizontalfahrten ausführen, wobei Vertikalfahrten
entlang einer eine Vertikalführungsschiene umfassenden Vertikalfahrbahn stattfinden
und Horizontalfahrten mit Hilfe einer Kabinentransfereinrichtung ausgeführt werden,
wobei die Kabinentransfereinrichtung eine Horizontalverschiebeeinheit umfasst, in
welche ein vertikales Führungsschienenstück integriert ist, das die Aufzugskabine
in der Horizontalverschiebeeinheit führt, und wobei die Horizontalverschiebeeinheit
so positionierbar ist, dass das Führungsschienenstück einen Abschnitt der Vertikalführungsschiene
bildet.
[0008] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen Aufzugssystems bzw. des erfindungsgemässen
Verfahrens liegt darin, dass die Horizontalverschiebung der Aufzugskabine erfolgt,
ohne dass ihre Führungsschuhe die Vertikalführungsschienen verlassen und in andere
Vertikalführungsschienen eingeführt werden müssen. Damit werden Genauigkeitsprobleme
vermieden. Weitere Vorteile der erfindungsgemässen Lösung bestehen darin, dass die
Horizontalverschiebung der Aufzugskabine keine Ausrüstung der Aufzugskabinen mit unteren
und oberen Tragrollen erfordert, und dass die Horizontalverschiebung mit einer erheblich
geringeren Anzahl von zu bewegenden und zu steuernden Komponenten realisierbar ist,
was eine höhere Funktionssicherheit des Aufzugssystems sowie geringere Herstell- und
Montagekosten zur Folge hat.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemässen Aufzugssystems
bzw. des erfindungsgemässen Verfahrens gehen aus den abhängigen Ansprüchen 2 bis 24
bzw. 26 hervor.
[0010] Vorteilhafterweise weist die Aufzugskabine eine Bremseinrichtung auf, mit welcher
sie an dem in der Horizontalverschiebeeinheit der Kabinentransfereinrichtung integrierten
Führungsschienenstück temporär fixierbar ist.
Mit dieser Fixierung der Aufzugskabine in der genannten Horizontalverschiebeeinheit
ist ein extrem einfacher Übergang der Aufzugskabine von ihrer Vertikalfahrbahn in
die Horizontalverschiebeeinheit und umgekehrt realisierbar.
[0011] Vorteilhafterweise ist die Bremseinrichtung der Aufzugskabine durch eine Steuereinrichtung,
beispielsweise durch die Aufzugsteuerung, aktivierbar bzw. deaktivierbar. Aktivierung
oder Deaktivierung können zum Beispiel in Abhängigkeit von der detektierten Anwesenheit
der Aufzugskabine auf dem in der Horizontalverschiebeeinheit integrierten Führungsschienenstück
gesteuert werden.
[0012] Vorteilhafterweise kann die Bremseinrichtung auch als Fangbremse für die Aufzugskabine
dienen. Eine solche Bremse ermöglicht beispielsweise das Abbremsen der Aufzugskabine
im Fall von detektierter Überschreitung einer zulässigen Geschwindigkeit oder einer
zulässigen Beschleunigung. Durch eine Kombination der Fangbremse mit der für die Fixierung
der Aufzugskabine während ihrer Horizontalverschiebung erforderlichen Bremseinrichtung
werden die Gesamtkosten des Aufzugssystems erheblich reduziert.
[0013] Vorteilhafterweise kann die steuerbare Bremseinrichtung auch als Haltebremse für
die Aufzugskabine dienen. Eine solche Haltebremse fixiert die Aufzugskabine während
eines Stockwerkshalts an der Vertikalführungsschiene der Vertikalfahrbahn, um Vertikalverschiebungen
infolge von Laständerungen sowie Vertikalschwingungen zu vermeiden.
[0014] Vorteilhafterweise umfasst das Aufzugssystem zwei oder mehrere Vertikalfahrbahnen,
wobei die Aufzugskabine mit Hilfe der Kabinentransfereinrichtung zwischen diesen Vertikalfahrbahnen
verschiebbar ist.
Bei einem solchen Aufzugssystem kann die Aufzugskabine bzw. können mehrere Aufzugskabinen
entlang von mehreren Vertikalfahrbahnen verkehren, wobei vorzugsweise bestimmte Vertikalfahrbahnen
für die Aufwärtsfahrt und bestimmte Vertikalfahrbahnen die Abwärtsfahrt benutzt werden.
[0015] Vorteilhafterweise sind die Vertikalfahrbahnen parallel zu einer eine Kabinentüre
aufweisenden Kabinenwand der mindestens einen Aufzugskabine gegeneinander versetzt
angeordnet. Diese Lösung ermöglicht Aufzugssysteme, in welchen mindestens eine Aufzugskabinen
in mehreren nebeneinander angeordneten Vertikalfahrbahnen verkehren kann, wobei das
Ein- und Aussteigen der Passagiere auf jedem Stockwerk auf derselben Seite der Aufzugskabinen
erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass jeweils nur eine einzige Schachttüre pro Vertikalfahrbahn
und Stockwerk erforderlich ist.
[0016] Vorteilhafterweise ist die Horizontalverschiebeeinheit der Kabinentransfereinrichtung
entlang von Horizontalführungen verschiebbar, welche parallel zu der eine Kabinentüre
aufweisenden Kabinenwand in einem Bereich des Aufzugsschachts angeordnet sind, der
nicht durch die vertikal und horizontal bewegte Aufzugskabine beansprucht ist. Insbesondere
bei Aufzugskonfigurationen mit einer Vielzahl von Vertikalfahrbahnen und/oder langen
Horizontalverschiebungswegen, ist eine solche Ausführungsform besonders zweckmässig.
[0017] Vorteilhafterweise weist die mindestens eine Aufzugkabine zwei einander gegenüber
liegende Kabinenwände mit je einer Kabinentüre auf, und die Vertikalfahrbahnen sind
rechtwinklig zu diesen Kabinenwänden gegen einander versetzt angeordnet.
Diese insbesondere für Aufzugsysteme mit nur zwei Vertikalfahrbahnen geeignete Ausführungsform
wird zweckmässigerweise eine erste Vertikalfahrbahn für Aufwärtsfahrten und eine zweite
Vertikalfahrbahn für Abwärtsfahrten benutzt. Daraus ergibt sich, dass auf jedem Stockwerk
je ein Einsteigevorraum für Aufwärtsfahrten und ein Einsteigevorraum für Abwärtsfahrten
vorhanden sind, wobei diese Einsteigevorräume durch den Aufzugsschacht voneinander
separiert sind. Der Vorteil dieser Ausführungsform liegt darin, dass durch die Separierung
der Warteräume für Aufwärtsfahrten von den Warteräumen für Abwärtsfahrten ein besser
geordneter Verkehrsfluss erreichbar ist.
[0018] Vorteilhafterweise sind in einem Aufzugssystem mehrere Kabinentransfereinrichtungen
vorhanden, die auf unterschiedlichen Niveaus so angeordnet sind, dass die in ihren
Horizontalverschiebeeinheiten integrierten Führungsschienenstücke verschiebbare Endabschnitte
oder Zwischenabschnitte von Vertikalführungsschienen zweier oder mehrerer Vertikalfahrbahnen
bilden können. Mit einem solchen Aufzugssystem sind besonders hohe Transportkapazitäten
erreichbar.
[0019] Vorteilhafterweise ist mindestens eine Vertikalfahrbahn mit einem Kabinenantriebssystem
ausgerüstet, das ein sich entlang der Vertikalfahrbahn bewegbares und anhaltbares
flexibles Tragmittel umfasst, wobei die Aufzugskabine eine steuerbare Kopplungseinrichtung
aufweist, mit welcher die Aufzugskabine an das Tragmittel angekoppelt bzw. von diesem
abgekoppelt werden kann. Ein solcher Ankopplungs- bzw. Abkopplungsvorgang findet jeweils
statt, nachdem die Aufzugskabine mit Hilfe einer Kabinentransfereinrichtung in die
Vertikalfahrbahn eingefügt bzw. bevor sie durch eine Kabinentransfereinrichtung horizontal
aus der Vertikalfahrbahn verschoben wird.
[0020] Vorteilhafterweise sind das Tragmittel und die Kopplungseinrichtung so ausgebildet,
dass eine Kopplung zwischen der Aufzugskabine und dem Tragmittel durch Formschluss
erfolgt. Eine Kopplung durch Formschluss gewährleistet eine besonders sichere Verbindung,
erfordert jedoch ein Tragmittel, das mit gewissen Formschlusselementen wie beispielsweise
Löcher oder Nocken ausgestattet ist.
[0021] Vorteilhafterweise sind das Tragmittel und die Kopplungseinrichtung so ausgebildet,
dass eine Kopplung zwischen der Aufzugskabine und dem Tragmittel durch Reibschluss
erfolgt. Damit wird erreicht, dass jede Stelle des Tragmittels als Kopplungsstelle
benutzbar ist, und dass es nicht erforderlich ist, vor einem Kopplungsvorgang die
Lage des Tragmittels auf die Kabinenposition auszurichten.
[0022] Vorteilhafterweise umfasst das Antriebssystem eine Antriebseinheit mit einem drehzahlregelbaren
Elektromotor, wobei der Elektromotor eine auf das Tragmittel wirkende Treibscheibe
bzw. Treibwelle antreibt, die einen Wirkdurchmesser von weniger als 100 mm, vorzugsweise
von weniger als 80 mm aufweist. Derart geringe Wirkdurchmesser der Treibscheibe ermöglichen
einen getriebelosen Antrieb des Tragmittels mit Elektromotoren die wenig Einbauraum
beanspruchen.
[0023] Vorteilhafterweise umfasst jedes Antriebssystem zwei parallel angeordnete flexible
Tragmittel. Durch die Verwendung von jeweils zwei redundant auf eine Aufzugskabine
wirkende Tragmittel wird die Funktionssicherheit des Aufzugssystems erhöht.
[0024] Vorteilhafterweise umfasst jedes Antriebssystem eine obere und eine untere Antriebseinheit,
die synchron steuerbar und regelbar sind und gemeinsam auf das mindestens eine Tragmittel
des Antriebssystems wirken. Mit dieser Massnahme wird die Traktionsfähigkeit wie auch
die Funktionssicherheit des Aufzugssystems erhöht.
[0025] Vorteilhafterweise ist das mindestens eine Tragmittel des Antriebssystems als Flachriemen,
Keilrippenriemen oder Zahnriemen ausgebildet. Solche Tragmittel haben ausgezeichnete
Traktionseigenschaften und eignen sich besonders gut zum Zusammenwirken mit steuerbaren
Kopplungseinrichtungen.
[0026] Vorteilhafterweise umfasst die durch Reibschluss wirkende Kopplungseinrichtung eine
Klemmvorrichtung, die aus dem Bereich der Antriebsriemen herausfahrbar ist, um einen
Horizontaltransfer der Aufzugskabine zu ermöglichen.
[0027] Vorteilhafterweise arbeitet das ohne Gegengewicht. Damit wird erreicht, dass die
in einer Vertikalfahrbahn praktisch immer in gleicher Fahrrichtung bewegten Aufzugskabinen
an das Antriebssystem angekoppelt werden können, ohne dass vorher ein Gegengewicht
in eine bestimmte Ausgangsposition gebracht werden muss.
[0028] Vorteilhafterweise umfasst das Antriebssystem einen Antriebsregler, der bei einer
Abwärtsfahrt einer Aufzugskabine die generierte Energie ins Stromnetz einspeist oder
in Kondensatoren oder in einem Akkumulator zur Wiederverwendung zwischenspeichert.
Mit dieser Massnahme kann verhindert werden, dass das Fehlen eines Gegengewichts einen
erhöhten Energieverbrauch zur Folge hat.
[0029] Vorteilhafterweise ist eine Vertikalfahrbahn mit zwei oder mehreren parallel zueinander
angeordneten Antriebssystemen ausgerüstet, um gleichzeitig zwei oder mehrere Aufzugskabinen
aufnehmen zu können, wobei die Aufzugskabinen zwei oder mehrere steuerbare Kopplungseinrichtungen
aufweisen, mit welchen die Aufzugskabinen an ein momentan zugeordnetes, separat steuerbares
Antriebssystem angekoppelt werden können. Eine solche Ausgestaltung des Aufzugssystems
ermöglicht es, auf der mindestens einen Vertikalfahrbahn gleichzeitig zwei oder mehrere
Aufzugskabinen zu bewegen, ohne dass ein Stockwerkshalt einer Aufzugskabine den synchronen
Halt der anderen Aufzugskabine(n) erzwingt.
[0030] Vorteilhafterweise ist entlang einer Vertikalfahrbahn ein Codemassstab mit Absolutcodierung
angeordnet, wobei jeder Aufzugskabine eine Codeleseeinrichtung zugeordnet ist, die
mittels berührungsfrei funktionierender Detektoren kontinuierlich Information über
die Position der Aufzugskabine vom Codemasstab abliest. Diese Einrichtung liefert
der Aufzugsteuerung die erforderlichen Informationen, um in jeder Betriebssituation
die aktuellen Positionen und Bewegungsdaten aller Aufzugskabinen des Aufzugssystems
zur Verfügung zu haben.
[0031] Vorteilhafterweise ist an der Aufzugskabine ein Drehgeber angebracht, der durch ein
auf der Vertikalführungsschiene bzw. auf einem Führungsschienenabschnitt einer Horizontalverschiebeeinheit
abrollendes Reibrad angetrieben wird, wobei der Drehgeber Information über die momentane
Fahrgeschwindigkeit an ein Überwachungsgerät liefert. Diese redundante Information
über die aktuelle Fahrgeschwindigkeit der Aufzugskabine dient der generellen Erhöhung
der Funktionssicherheit des Aufzugssystems.
[0032] Vorteilhafterweise überwacht das Überwachungsgerät die Fahrgeschwindigkeit und/oder
die momentane Beschleunigung der Aufzugskabine anhand der vom Drehgeber übermittelten
Information wie auch durch laufende Differenzierung des aus der Positionsinformation
ermittelten Verfahrwegs redundant und bei detektierter Überschreitung einer Geschwindigkeitslimite
bzw. einer Beschleunigungslimite die steuerbare Bremseinrichtung als Fangbremse aktiviert.
Insbesondere, wenn das Überwachungsgerät auf der Aufzugskabine installiert ist, kann
dieses im Notfall mit grösstmöglicher Reaktionsgeschwindigkeit und Funktionssicherheit
die Fangbremse aktivieren, wobei eine redundante Aktivierung durch die Auswertung
der Informationen des Codemassstabs zu einer weiteren Erhöhung der Funktionssicherheit
der Fangbremse beiträgt.
[0033] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen
erläutert.
- Fig. 1A
- zeigt eine Frontansicht eines erfindungsgemässen Aufzugssystems mit zwei Vertikalfahrbahnen,
zwei Aufzugskabinen und zwei Kabinentransfereinrichtungen, wobei die Vertikalfahrbahnen
parallel zu den die Kabinentüren aufweisenden Kabinenwänden gegeneinander versetzt
angeordnet sind.
- Fig. 1B
- zeigt eine Seitenansicht des Aufzugssystems gemäss Fig. 1.
- Fig. 2A
- zeigt vergrössert eine Horizontalverschiebeeinheit der genannten Kabinentransfereinrichtungen
in Seitenansicht.
- Fig. 2B
- zeigt eine Frontansicht der Horizontalverschiebeeinheit gemäss Fig. 3A.
- Fig. 3A
- zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Aufzugssystems mit drei Vertikalfahrbahnen,
zwei Aufzugskabinen und zwei Kabinentransfereinrichtungen, wobei die Vertikalfahrbahnen
rechtwinklig zu den die Kabinentüren aufweisenden Kabinenwänden gegeneinander versetzt
angeordnet sind.
- Fig. 3B
- zeigt eine Frontansicht des Aufzugssystems gemäss Fig. 2A.
- Fig. 4-7
- zeigen eine Seitenansicht, eine Draufsicht sowie zwei Querschnitte einer Kopplungseinrichtung,
die eine Aufzugkabine reibschlüssig mit den Tragmitteln verbindet.
[0034] Fig. 1A und 1B zeigen eine Frontansicht bzw. eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform
des erfindungsgemässen Aufzugssystems, die zwei in einem Aufzugschacht 2 angeordnete
Vertikalfahrbahnen 3 und zwei entlang dieser Vertikalfahrbahnen verkehrenden Aufzugskabinen
4 umfasst. Die Vertikalfahrbahnen 3 sind durch je zwei Stränge von im Aufzugschacht
befestigten Vertikalführungsschienen 5 gebildet, und die Aufzugskabinen 4 sind mittels
Führungsschuhen 6 an diesen Vertikalführungsschienen geführt, wobei jeweils zwei Führungsschuhe
auf jeder Seite der Aufzugskabinen vorhanden sind. Jede Vertikalfahrbahn 3 ist mit
drei Kabinenantriebssystemen 7 mit umlaufenden Tragmitteln 8 ausgerüstet. Jede der
Aufzugkabinen 4 ist an die Tragmittel 8 jeweils eines Kabinenantriebssystems ankoppelbar,
um die Aufzugskabine entlang einer Vertikalfahrbahn zu befördern, und auch von diesen
Tragmitteln abkoppelbar, um die Aufzugskabine von einer Vertikalfahrbahn zu einer
anderen zu verschieben. Zu diesem Zweck ist jede Aufzugkabine mit drei steuerbaren
Kopplungseinrichtungen 40 ausgerüstet, von denen jede einem der drei Kabinenantriebssysteme
7 zugeordnet ist. Als Variante kann jede Aufzugskabine auch nur eine einzige Kopplungseinrichtung
aufweisen, die jeweils vor dem Ankoppeln durch eine gesteuerte Positioniervorrichtung
in eine mit dem momentan zugeordneten Kabinenantriebssystem korrespondierende Position
gebracht wird. Die Kabinenantriebssysteme, wie auch die erforderlichen Kopplungseinrichtungen
werden weiter hinten in diesem Dokument beschrieben.
[0035] Die Vertikalfahrbahnen 3 sind bei dieser Ausführungsform des Aufzugssystems parallel
zu den die Kabinentüren 10 aufweisenden Kabinenwänden 11 gegeneinander versetzt angeordnet.
Im Normalbetrieb dient eine der Vertikalfahrbahnen 3 als Fahrbahn für die Aufwärtsfahrt
und die andere als Fahrbahn für die Abwärtsfahrt der Aufzugskabinen, wobei jede der
Aufzugskabinen nach dem Erreichen eines Stockwerkniveaus im Endbereich einer Vertikalfahrbahn
einen Horizontaltransfer zur andern Vertikalfahrbahn ausführt, auf der sich die Aufzugskabine
in umgekehrter Fahrrichtung weiterbewegen kann.
[0036] Jeweils in Bereichen von Stockwerkshaltestellen 12 sind drei Kabinentransfereinrichtungen
13 dargestellt, mit deren Hilfe die Aufzugskabinen zwischen den Vertikalfahrbahnen
3 verschiebbar sind. Jede der Kabinentransfereinrichtungen umfasst zwei an der türseitigen
Wand des Aufzugsschachts 2 fixierte Horizontalführungen 14, 15 und eine entlang dieser
Horizontalführungen verschiebbare Horizontalverschiebeeinheit 16. Eine solche Horizontalverschiebeeinheit
umfasst eine Rahmenkonstruktion 17, in der zwei vertikale Führungsschienenstücke 18
fixiert sind, welche Endabschnitte oder Zwischenabschnitte der Vertikalführungsschienen
5 der Vertikalfahrbahnen 3 bilden, wenn die Horizontalverschiebeeinheit in einer entsprechenden
Durchfahrtsposition positioniert ist. Die Rahmenkonstruktion 17 ist so gestaltet,
dass die Aufzugskabinen 4 in Vertikalrichtung durch die in korrekter Durchfahrtsposition
stehende Horizontalverschiebeeinheit 16 hindurchfahren oder in dieser anhalten können,
wobei die Aufzugskabinen an den genannten Führungsschienenstücken 18 geführt sind.
[0037] Die Kabinentransfereinrichtungen 13 sind mit jeweils einem hier nicht dargestellten
Verschiebeantrieb ausgerüstet, der, gesteuert durch eine Aufzugsteuerung, die Horizontalverschiebeeinheiten
zwischen den Vertikalfahrbahnen 3 verschiebt und in definierten Durchfahrtspositionen
positioniert, in welchen die integrierten Führungsschienenstücke 18 mit den Vertikalführungsschienen
5 der Vertikalfahrbahnen präzise fluchten. Die Horizontalverschiebeeinheiten können
während des Verschiebevorgangs leer oder mit einer Aufzugskabine beladen sein. Der
Verschiebeantrieb kann beispielsweise eine Antriebskette, einen Zahnriemen oder eine
Zahnstangenvorrichtung beinhalten, über welche ein vorzugsweise drehzahlregelbarer
Elektromotor die Horizontalverschiebeeinheiten verschiebt und in einer momentan erforderlichen
Durchfahrtsposition positioniert. Zweckmässigerweise können an den Horizontalverschiebeeinheiten
16 Zentriervorrichtungen vorhanden sein, die die Horizontalverschiebeeinheiten, beispielsweise
mit Hilfe eines gesteuert in ein ortsfestes Gegenstück eingreifenden Zentrierkeils,
auch bei einwirkenden Horizontalkräften präzise und starr in einer der Durchfahrtspositionen
fixieren.
[0038] Auf beiden Seiten der Aufzugskabinen 4 sind steuerbare Bremseinrichtungen 20 angebracht,
die so mit den Vertikalführungsschienen 5 und den Führungsschienenstücken 18 der Horizontalverschiebeeinheiten
16 zusammenwirken, dass die Bremseinrichtungen die Aufzugskabinen abbremsen bzw. festhalten,
wenn sie durch eine Steuereinrichtung aktiviert sind. Mit diesen Bremseinrichtungen
20 werden die Aufzugskabinen 4 an den in den Horizontalverschiebeeinheiten 16 integrierten
Führungsschienenstücken 18 festgehalten, während sie zwischen zwei Vertikalfahrbahnen
3 verschoben werden. Vorteilhafterweise können dieselben Bremseinrichtungen 20 auch
als Fangvorrichtungen benutzt werden, welche im Fall eine Überschreitung der zulässigen
Kabinengeschwindigkeit oder der Beschleunigung als zwischen Aufzugskabinen 4 und Vertikalführungsschienen
5 wirkende Sicherheitsbremsen wirken. Dieselben Bremseinrichtungen können ausserdem
als Haltebremsen dienen, die während Stockwerkshalten Vertikalschwingungen sowie Niveauänderungen
der Aufzugskabinen infolge von Laständerungen verhindern. Die Bremseinrichtungen 20
enthalten üblicherweise Bremsplatten, die durch steuerbare Aktuatoren gegen die Vertikalführungsschienen
gepresst werden. Für die Realisierung solcher Aktuatoren kommen verschiedene Prinzipien
in Frage, beispielsweise Hubspindeln mit drehmomentregelbaren Antriebsmotoren, Hydraulikzylinder
mit Druckregelung, oder Elektromagnete, die sich im aktivierten Zustand an die Führungsschienen
heften. Die erzeugte Bremskraft wird dabei vorzugsweise in Abhängigkeit von der durch
einen Verzögerungssensor gemessenen Verzögerung der Aufzugskabine geregelt.
[0039] An den Horizontalverschiebeeinheiten 16 können aus Sicherheitsgründen steuerbare
Verriegelungsvorrichtungen angebracht sein, die die Durchfahrt einer Aufzugskabine
durch die Horizontalverschiebeeinheiten in Abwärtsrichtung blockieren und das Risiko
des Herausfallens einer Aufzugskabine aus einer Horizontalverschiebeeinheit eliminieren.
[0040] Es ist leicht erkennbar, dass bei der in Fig. 1A, 1B dargestellten Ausführungsform
des Aufzugssystems, bei welcher die Vertikalfahrbahnen parallel zu den die Kabinentüren
10 aufweisenden Kabinenwänden 11 gegeneinander versetzt angeordnet sind, auch mehrere
Vertikalfahrbahnen 3 nebeneinander angeordnet werden können. Das Einsteigen und Aussteigen
erfolgt bei dieser Ausführungsform an Stockwerkshaltestellen 12, die auf jedem Stockwerk
liegen können und jeder der Vertikalfahrbahnen zugeordnet sein können. Dabei erstrecken
sich vorteilhafterweise die Horizontalführungen 14, 15 der Kabinentransfereinrichtungen
13 über die gesamte Breite aller Vertikalfahrbahnen, so dass jede Aufzugskabine jede
der Vertikalfahrbahnen 3 benutzen kann. Bei Aufzugssystemen mit einer relativ grossen
Anzahl von parallelen Vertikalfahrbahnen kann es sinnvoll sein, mehr als eine Horizontalverschiebeeinheit
16 auf denselben Horizontalführungen 14, 15 einer Kabinentransfereinrichtung 13 arbeiten
zu lassen oder zwei oder mehrere Kabinentransfereinrichtungen unmittelbar übereinander
anzuordnen. Kabinentransfereinrichtungen können auch auf irgendeinem Zwischenniveau
des Aufzugssystems vorhanden sein, wobei dieses Zwischenniveau nicht zwingend im Bereich
einer Stockwerkshaltestelle liegen muss. In Kombination mit einer entsprechend ausgelegten
Aufzugsteuerung können bei einem solchen Aufzugssystem Aufzugskabinen ihre Vertikalfahrbahn
und gegebenenfalls ihre Fahrrichtung über solche auf Zwischenniveaus angeordneten
Kabinentransfereinrichtungen wechseln, ohne einen Umlauf über die Endbereiche der
Vertikalfahrbahnen machen zu müssen, oder es können aus parallelen Vertikalfahrbahnen
leere Aufzugskabinen gerufen werden, ohne grosse Umwege und Wartezeiten in Kauf nehmen
zu müssen. Vorteilhafterweise kann eine der Vertikalfahrbahnen als Speicher bzw. als
Parkraum für leere Aufzugskabinen vorgesehen sein. Oberhalb der untersten Stockwerkshaltestelle
ist eine nicht in einem Endbereich der Vertikalfahrbahnen angeordnete Kabinentransfereinrichtung
13 mit leerer Horizontalverschiebeeinheit 16 gezeigt. Eine solche Kabinentransfereinrichtung
kann auf irgendeinem Zwischenniveau des Aufzugssystems angeordnet sein. Die Kabinentransfereinrichtungen
13 sind dank rollengelagerten Horizontalverschiebeeinheiten 16 und regelbaren Verschiebeantrieben
auch zum Horizontalverschieben von mit Passagieren besetzten Aufzugskabinen geeignet.
[0041] Da in den Bereichen der Kabinentransfereinrichtungen 13 die Vertikalführungsschienen
5 der Vertikalfahrbahnen 3 unterbrochen sind, sorgt die Aufzugsteuerung dafür, dass
vor jeder Einfahrt einer Aufzugkabine in einen solchen Bereich eine Horizontalverschiebeeinheit
16 mit ihren Führungsschienenstükken 18 die Unterbrechungen überbrückt. Steht für
eine erforderliche Überbrückung keine Horizontalverschiebeeinheit rechtzeitig zur
Verfügung, wird die Aufzugkabine vor dem Erreichen des unterbrochenen Bereichs gestoppt.
[0042] Fig. 2A und Fig. 2B zeigen eine Seitenansicht bzw. eine Frontansicht einer vorstehend
beschriebenen Kabinentransfereinrichtung 13 mit ihrer Horizontalverschiebeeinheit
16 in vergrösserter Darstellung. Zur Verdeutlichung des Zusammenwirkens der Horizontalverschiebeeinheit
mit den Aufzugkabinen 4 ist eine solche Aufzugkabine mittels Phantomlinien in einer
Halteposition in der Horizontalverschiebeeinheit angedeutet. Mit 14 ist eine obere
und mit 15 eine untere Horizontalführung bezeichnet, an welchen die Horizontalverschiebeeinheit
16 durch einen Verschiebeantrieb 24 zwischen den Vertikalfahrbahnen des Aufzugssystems
verschiebbar ist. Die Horizontalführungen 14, 15 sind an der türseitigen Wand 25 des
Aufzugsschachts befestigt. Die Horizontalverschiebeeinheit 16 umfasst eine Rahmenkonstruktion
17 mit zwei vertikal angeordneten Seitenrahmen 26 sowie einem oberen Längsträger 27
und einem unteren Längsträger 28, die die beiden Seitenrahmen 26 miteinander verbinden.
Am oberen Längsträger 27 sind vier profilierte obere Führungsrollen 29 fixiert, mit
welchen der obere Längsträger 27 in Vertikal- und Horizontalrichtung an der oberen
Horizontalführung 14.1 geführt ist. Der untere Längsträger 28 weist vier untere Führungsrollen
30 auf, die den unteren Längsträger 28 in Horizontalrichtung an der unteren Horizontalführung
15 führen. An den Innenseiten der beiden Seitenrahmen 26 sind die vorstehend bereits
erwähnten, vertikal ausgerichteten Führungsschienenstücke 18 fixiert. Die beiden Seitenrahmen
26 bilden zusammen mit dem oberen und dem unteren Längsträger 27, 28 einen U-förmigen
Rahmen, der die Durchfahrt von Aufzugkabinen 4 zwischen den beiden Seitenrahmen 26
ermöglicht, wobei die beiden Führungsschienenstücke 18 Endabschnitte oder Zwischenabschnitte
der Vertikalführungsschienen der Vertikalfahrbahnen des Aufzugssystems bilden, wenn
die Horizontalverschiebeeinheit in einer korrekten Durchfahrtstellung positioniert
ist. Wie ebenfalls bereits erwähnt, sind die Aufzugkabinen mit steuerbaren Bremseinrichtungen
20 ausgerüstet, mit denen die Aufzugkabinen 4 während eines Horizontaltransfers zwischen
zwei Vertikalfahrbahnen an den genannten Führungsschienenstücken 18 festgehalten werden
können.
[0043] Der Verschiebeantrieb 24 ist oberhalb der Horizontalverschiebeeinheit 16 angeordnet
und umfasst einen auf der oberen Horizontalführung befestigten, sich über die gesamte
Verschiebedistanz erstreckenden Riementrieb mit einer Antriebseinheit 32, einem umlaufendem
Verschieberiemen 33 und einer Umlenkriemenscheibe 34, wobei das untere Trum des Verschieberiemens
mit dem oberen Längsträger 27 der Horizontalverschiebeeinheit verbunden ist.
[0044] Die Steuerung der Antriebseinheiten 32 der Horizontalverschiebeeinheiten 16 erfolgt
vorzugsweise durch die zentrale Aufzugsteuerung, die den gesamten Aufzugsverkehr steuert
und überwacht.
[0045] Die dargestellte Horizontalverschiebeeinheit 16 ist mit einer Zentriervorrichtung
ausgerüstet, die mit dem Bezugszeichen 35 schematisch eingezeichnet ist. Die Zentriervorrichtung
35 kann beispielsweise die Horizontalverschiebeeinheit präzise und belastbar in einer
der Durchfahrtspositionen fixieren, indem nach der Grobpositionierung durch den Verschiebeantrieb
31 ein elektromagnetisch gesteuerter Zentrierkeil in eine Kerbe an der oberen Horizontalführung
14 eingreift.
[0046] Mit 36 ist eine steuerbare Verriegelungsvorrichtung bezeichnet, die die Durchfahrt
einer Aufzugskabine 4 durch die Horizontalverschiebeeinheit 16 in Abwärtsrichtung
blockiert und das Risiko des Herausfallens einer Aufzugskabine aus einer Horizontalverschiebeeinheit,
beispielsweise beim Versagen einer Bremseinrichtung, eliminiert. Eine solche Verriegelungsvorrichtung
36 kann beispielsweise einen elektromagnetisch steuerbaren Blockierriegel umfassen,
der, gesteuert durch die Aufzugssteuerung, von mindestens einem der Seitenrahmen 26
der Horizontalverschiebeeinheit 16 aus unter eine in der Horizontalverschiebeeinheit
fixierte Aufzugkabine greift, so lange diese die Horizontalverschiebeeinheit nicht
in Abwärtsrichtung verlassen darf.
[0047] Fig. 3A und Fig. 3B zeigen eine Seitenansicht bzw. eine Frontansicht einer zweiten
Ausführungsform des erfindungsgemässen Aufzugsystems, wobei gleichwirkende Bauelemente
mit den in Fig. 1A und 1B verwendeten Bezugszeichen bezeichnet sind. Wo erforderlich,
sind die Bezugszeichen für Elemente der zweiten Ausführungsform mit dem Index ".2"
gekennzeichnet.
[0048] Die dargestellte Ausführungsform umfasst zwei Vertikalfahrbahnen 3 mit je zwei Vertikalführungsschienen
5 und drei entlang dieser Vertikalfahrbahnen verkehrenden Aufzugskabinen 4. Im Unterschied
zur vorstehend beschriebenen ersten Ausführungsform sind hier die Vertikalfahrbahnen
3 rechtwinklig zu den die Kabinentüren 10 aufweisenden Kabinenwänden 11 gegeneinander
versetzt angeordnet. Die Aufzugkabinen weisen je zwei einander gegenüber liegende
Kabinentüren 10 auf, die jeweils mit an einander gegenüberliegenden Wänden des Aufzugschachts
angebrachten Schachttüren 9 korrespondieren. Die Horizontalverschiebeeinheiten 16
der Kabinentransfereinrichtungen 13 werden bei dieser zweiten Ausführungsform entlang
von Horizontalführungen 14, 15 verschoben, die unterhalb der unteren Enden bzw. oberhalb
der oberen Enden der Vertikalfahrbahnen 3, beispielsweise auf dem Boden bzw. an der
Decke des Aufzugschachts 2, angeordnet sind. Bei diesen Horizontalverschiebeeinheiten
16 ermöglichen die diese integrierten Führungsschienenstücke 18 ebenfalls die Aufnahme
einer Aufzugskabine 4, um diese zwischen zwei Vertikalfahrbahnen 3 zu verschieben.
Horizontalverschiebeeinheiten, die auf Zwischenniveaus installiert sind und eine Durchfahrt
der Aufzugskabinen zulassen, sind bei dieser Ausführungsform nicht vorgesehen. Ein
Vorteil dieser Ausführungsform liegt darin, dass die Stockwerkshaltestellen 12 bzw.
die Einsteigevorräume für Aufwärtsfahrten und Abwärtsfahrten voneinander getrennt
auf gegenüberliegenden Seiten des Aufzugsschachts liegen, wodurch ein besser geordneter
Verkehrsfluss erreichbar ist. Nachteilig an dieser Ausführungsform ist, dass nur zwei
Vertikalfahrbahnen so angeordnet werden können, dass die auf ihnen verkehrenden Aufzugkabinen
von den Stockwerkshaltestellen aus betreten oder verlassen werden können. Es ist jedoch
auch hier möglich und sinnvoll, mindestens eine zusätzliche Vertikalfahrbahn zwischen
den beiden den Schachttüren 9 benachbarten Vertikalfahrbahnen anzuordnen, wobei die
zusätzliche Vertikalfahrbahn als Speicher für aktuell nicht im Einsatz stehende Aufzugkabinen
und/oder als zweite Fahrbahn für die jeweils momentan mehr Verkehr aufweisende Fahrrichtung
dienen kann.
[0049] Die Aufzugkabinen 4 werden bei dieser Ausführungsform des Aufzugssystems durch jeweils
zwei an einander gegenüber liegenden Seiten der Aufzugkabinen angeordnete, synchron
arbeitende Teilsysteme 7.2 von jeweils einem Kabinenantriebssystem angetrieben, wobei
jedes Teilsystem 7.2 jeweils zwei umlaufende Tragmittel 8 aufweist. Insgesamt sind
sechs Teilsysteme 7.2 vorhanden, die zusammen drei unabhängig voneinander arbeitende
Kabinenantriebssysteme bilden, und jede Aufzugkabine 4 ist mit insgesamt sechs Kopplungseinrichtungen
40 versehen, von denen jeweils drei mit den linksseitigen und drei mit den rechtsseitigen
Teilsystemen 7.2 der Kabinenantriebssysteme zusammenwirken. Die beidseitige Anordnung
von jeweils zwei Teilsystemen 7.2 hat den Vorteil, dass die jeweils zwei eine Aufzugkabine
antreibenden, synchron gesteuerten und geregelten Teilsysteme kein auf die Aufzugkabine
wirkendes Kippmoment erzeugen. Die Kabinenantriebssysteme könnten jedoch auch auf
nur einer Seite der Aufzugkabinen angeordnet sein. Das durch einseitig angeordnete
Kabinenantriebssysteme erzeugte und auf die Aufzugkabinen wirkende Kippmoment ist
durch die Führungskräfte zwischen den Vertikalführungsschienen und den Führungsschuhen
der Aufzugskabinen zu kompensieren.
[0050] Bei beiden Ausführungsformen sind zum Bewegen und Positionieren der Aufzugskabinen
entlang ihrer Vertikalfahrbahnen jeder Vertikalfahrbahn unabhängig voneinander steuerbare
Kabinenantriebssysteme zugeordnet. Diese Kabinenantriebssysteme ermöglichen ein asynchrones,
d. h. nicht gekoppeltes Bewegen von mehreren Aufzugskabinen auf derselben Vertikalfahrbahn,
was gegenüber Aufzugssystemen mit mehreren, durch ein einziges Kabinenantriebssystem
angetriebenen Aufzugskabinen wesentliche Vorteile in Bezug auf Transportkapazität
und Fahrzeiten bringt. Zu diesem Zweck sind die Aufzugskabinen mit Hilfe von weiter
unten beschriebenen steuerbaren Kopplungseinrichtungen an flexible Tragmittel eines
Kabinenantriebssystems ankoppelbar, die den Aufzugkabinen durch die Aufzugsteuerung
temporär zugeordnet sind. Selbstverständlich kann ein erfindungsgemässes Aufzugssystem
auch mit mehr oder mit weniger als drei voneinander unabhängigen Kabinenantriebssystemen
ausgestattet sein.
[0051] Jedes der dargestellten Kabinenantriebssysteme 7 bzw. 7.2 umfasst aus Sicherheitsgründen
mindestens zwei parallele, entlang der zugeordneten Vertikalfahrbahnen bewegbare,
flexible Tragmittel 8, die vorzugsweise im oberen Aufzugsbereich eine Treibscheibe
41 und im unteren Bereich eine Umlenkscheibe 42 oder eine zweite Treibscheibe umschlingen.
Jede Treibscheibe 41 wird durch eine Antriebseinheit 43 angetrieben, die vorzugsweise
einen drehzahlregelbaren Elektromotor umfasst. Die jeweils einem der Kabinenantriebssysteme
7 bzw. 7.2 zugeordneten Antriebseinheiten 43 bzw. deren Elektromotoren sind unabhängig
von den andern, derselben Vertikalfahrbahn zugehörigen Antriebseinheiten steuerbar
und regelbar. Die Treibscheiben 41 weisen einen geringen Wirkdurchmesser von weniger
als 100 mm, vorzugsweise einen Wirkdurchmesser von weniger als 80 mm, auf, womit erreicht
wird, dass die erforderlichen Hubkräfte in den Tragmitteln 8 durch Elektromotoren
mit geringen Abmessungen erzeugt werden können, die vorzugsweise ohne Zwischengetriebe
direkt die Treibscheiben antreiben. Dabei können die Motorwellen der Elektromotoren
und die zugehörigen Treibscheiben eine einstückige Einheit bilden. Die zulässige Belastung
eines Kabinenantriebssystems kann erhöht werden, indem jeweils einem Kabinenantriebssystem
eine obere und eine untere Antriebseinheit mit je einer Treibscheibe zugeordnet werden.
Eine solche Ausführungsform ist in den Fig. 1A, 1B gezeigt. Die Elektromotoren solcher
Antriebseinheiten sind synchron gesteuert und synchron drehzahlgeregelt.
[0052] Die Treib- oder Umlenkscheiben im unteren Aufzugsbereich sind hier mit durch Pfeile
P symbolisch dargestellten Spannvorrichtungen ausgerüstet, mit welchen einerseits
die erforderliche Tragmittelvorspannung erzeugt und andererseits Abweichungen in den
ursprünglichen Längen der in sich geschlossenen Tragmittel sowie betriebsbedingte
plastische Längenänderungen in den Tragmitteln ausgeglichen werden. Die erforderlichen
Spannkräfte lassen sich vorzugsweise mit Spanngewichten, Gasfedern oder Metallfedern
erzeugen.
[0053] Die in den Aufzugssystemen gemäss Fig. 1A, 1B, 3A, 3B dargestellten Tragmittel 8
weisen die Form von Riemen auf. Vorzugsweise sind diese als Zahnriemen oder als Keilrippenriemen
ausgeführt und mit Zugverstärkungen in Form von Drahtseilen, Kunstfaserseilen oder
Kunstfasergeweben verstärkt, so dass sie eine zugeordnete Aufzugskabine 4 über eine
grosse Anzahl von Stockwerken befördern können, ohne dass unzulässige Vertikalschwingungen
auftreten.
[0054] Wie vorstehend bereits erwähnt, ist jede Aufzugskabine 4 des dargestellten Aufzugssystems
mit steuerbaren Kopplungseinrichtungen 40 ausgerüstet, die das Ankoppeln von jeweils
einer Aufzugskabine 5 an ein temporär zugeordnetes Kabinenantriebssystem 7 bzw. an
ein Teilsystem 7.2 und selbstverständlich auch das Abkoppeln von diesem ermöglichen.
Eine solche Kopplungseinrichtung kann mindestens ein steuerbar bewegliches Kopplungselement
aufweisen, das mit an dem mindestens einen Tragmittel des zugeordneten Kabinenantriebssystems
vorhandenen Öffnungen oder Nocken formschlüssig zusammenwirkt, um eine temporäre Verbindung
zwischen einer Aufzugskabine und dem Tragmittel zu erzeugen. Solche Kopplungseinrichtungen
können zwar sichere Verbindungen gewährleisten, haben jedoch den Nachteil, dass das
Tragmittel vor jedem Kopplungsvorgang in eine Position gebracht werden muss, in welcher
eine der Öffnungen bzw. einer der Nocken eine mit dem beweglichen Kopplungselement
der kabinenseitigen Kopplungseinrichtung korrespondierende Lage einnimmt. Vor dem
Abkoppeln ist es ausserdem zweckmässig, das Tragmittel durch entsprechendes Ansteuern
der Antriebseinheit zu entspannen, nachdem die Aufzugskabine in einer Horizontalverschiebeeinheit
arretiert ist, um einerseits eine lastfreie Entkopplung der formschlüssigen Verbindung
zu ermöglichen und andererseits eine plötzliche Entlastung der relativ elastischen
Tragmittel zu vermeiden.
[0055] Zweckmässigerweise sind daher an jeder Aufzugskabine so viele reibschlüssig wirkende
Kopplungseinrichtungen vorhanden, wie pro Vertikalfahrbahn Kabinenantriebssysteme
7 bzw. Teilsysteme 7.2 vorhanden sind. Als Variante kann jede Aufzugskabine auch nur
eine einzige Kopplungseinrichtung aufweisen, die jeweils vor dem Ankoppeln durch eine
gesteuerte Positioniervorrichtung in eine mit dem momentan zugeordneten Kabinenantriebssystem
korrespondierende Position gebracht wird.
[0056] Vorzugsweise sind die Kopplungseinrichtungen 40 mit steuerbaren Klemmvorrichtungen
45 ausgerüstet, mit denen jeweils eine der Kopplungseinrichtungen einer Aufzugkabine
reibschlüssig mit mindestens einem Tragmittel 8 eines temporär zugeordneten Kabinenantriebssystems
7 bzw. eines Teilsystems 7.2 verbunden werden kann. Damit eine Aufzugkabine 4 horizontal
verschoben werden kann, wenn sie an den Führungsschienenstücken 18 einer Horizontalverschiebeeinheit
16 fixiert ist, sind die Klemmvorrichtungen 45 ihrer Kopplungseinrichtungen 40 aus
dem Bereich der Tragmittel 8 zurückziehbar. Reibschlüssig wirkende Kopplungseinrichtungen
haben den Vorteil, dass die Aufzugkabinen in jeder Vertikalposition mit den Tragmitteln
eines Kabinenantriebssystems koppelbar ist, ohne dass vorher irgendwelche Kopplungselemente
der Tragmittel in eine gegenüber der Aufzugkabine definierte Stellung gebracht werden
müssen. Ausserdem ist ein Entspannen der Tragmittel vor dem Entkoppeln bei reibschlüssig
wirkenden Kopplungseinrichtungen nicht erforderlich.
[0057] Ein Ausführungsbeispiel einer reibschlüssig wirkenden Kopplungseinrichtung 40 ist
im Folgenden im Zusammenhang mit den Fig. 4-7 beschrieben.
[0058] Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht und Fig. 5 eine Draufsicht einer Kopplungseinrichtung
40. Wie in den Fig. 1A, 1B und 3A, 3B schematisch dargestellt, sind mehrere solche
Kopplungseinrichtungen auf der Oberseiten der Aufzugkabinen montiert.
Fig. 6 und 7 zeigen Querschnitte durch eine Klemmvorrichtung 45 der Kopplungseinrichtung
bzw. durch einen Bereich der Kopplungseinrichtung, der mit einer Längsführung versehen
ist, die das Zurückziehen der Kopplungseinrichtung ermöglicht.
Die Kopplungseinrichtung 40 umfasst eine mit der Aufzugkabine verbundene Grundplatte
46 und ein auf der Grundplatte verschiebbares Kopplungsteil 47. Das Kopplungsteil
47 weist im Bereich seines vorderen Endes eine Klemmvorrichtung 45 auf, die einen
Schlitz 49 umfasst, durch welchen die zwei als Riemen ausgebildeten Tragmittel 8 hindurchgeführt
sind, wenn das Kopplungsteil 47 seine ausgefahrene Stellung einnimmt. Im Schlitz 49
der Klemmvorrichtung 45 sind zwei Bremsplatten 50 angeordnet, von denen jede mittels
eines Presskolbens 51 geführt ist und durch diesen gegen das zugeordnete Tragmittel
8 gepresst werden kann. Wie in Fig. 6 dargestellt, sind die beiden Presskolben 51
in je einer Zylinderbohrung 52 angeordnet, die in einem der Arme der Klemmvorrichtung
45 gebohrt und mit einem Dichtstopfen 53 einseitig verschlossen sind. Die in beiden
Zylinderbohrungen 52 zwischen den Presskolben und den Dichtstopfen 53 vorhandenen
Druckräume sind durch eine Verbindungsbohrung 55 mit einer ölgefüllten Druckzylinderbohrung
56 verbunden. Aus dieser Druckzylinderbohrung kann durch Verschieben eines Druckerzeugungskolben
57 Öl in die genannten Druckräume gepresst werden, um mittels der Presskolben 51 die
Bremsplatten 50 gegen die Tragmittel 8 zu pressen und diese damit reibschlüssig mit
dem Kopplungsteil 47 und somit mit der Aufzugskabine zu koppeln. Zum Verschieben des
Druckerzeugungskolbens 57 ist seitlich am Kopplungsteil 47 eine elektromotorisch betriebene
Hubspindel 58 montiert, die über ein Federelement 59 und den Druckerzeugungskolben
57 den für die Kopplung erforderlichen Öldruck erzeugt. Zum Entkoppeln wird durch
die Hubspindel 58 das Federelement entlastet, so dass die Presskolben 51 durch Rückholfedern
60 zurückgezogen und damit die Bremsplatten 50 von den Tragmitteln 8 abgehoben werden.
Damit eine Aufzugkabine horizontal verschoben werden kann, wenn sie an den Führungsschienenstücken
der Horizontalverschiebeeinheit fixiert ist, ist die Klemmvorrichtung 45 des Kopplungsteils
47 aus dem Bereich der Tragmittel 8 zurückziehbar. Zu diesem Zweck ist das Kopplungsteil
47 mit seiner Grundplatte 46 über eine T-förmige Längsführung 62 in Längsrichtung
verschiebbar verbunden. Das Zurückziehen und das Vorwärtsbewegen des Kopplungsteils
47 und damit der Klemmvorrichtung 47 geschieht bei der in den Fig. 4 bis 7 dargestellten
Kopplungseinrichtung 40 durch eine weitere elektromotorisch angetriebene Verschiebehubspindel
61.
1. Aufzugssystem mit einer Aufzugkabine (4), welche Vertikalfahrten und Horizontalfahrten
ausführen kann, wobei Vertikalfahrten entlang einer eine Vertikalführungsschiene (5)
umfassenden Vertikalfahrbahn (3) stattfinden und Horizontalfahrten mit Hilfe einer
Kabinentransfereinrichtung (13) ausgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kabinentransfereinrichtung (13) eine Horizontalverschiebeeinheit (16) umfasst,
in welche ein vertikales Führungsschienenstück (18) integriert ist, das die Aufzugskabine
(4) in der Horizontalverschiebeeinheit (16) führt, wobei die Horizontalverschiebeeinheit
so positionierbar ist, dass das Führungsschienenstück (18) einen Abschnitt der Vertikalführungsschiene
(5) bildet.
2. Aufzugssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugskabine (4) eine Bremseinrichtung (20) aufweist, mit welcher die Aufzugskabine
an dem in der Horizontalverschiebeeinheit (16) integrierten Führungsschienenstück
(18) temporär fixierbar ist.
3. Aufzugssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (20) durch eine Steuereinrichtung aktivierbar und deaktivierbar
ist.
4. Aufzugssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (20) auch als Fangbremse für die Aufzugskabine (4) dienen kann.
5. Aufzugssystem nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (20) auch als Haltebremse für die Aufzugskabine (4) dienen kann.
6. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei oder mehrere Vertikalfahrbahnen (3) umfasst und die Aufzugskabine (4) mit
Hilfe der Kabinentransfereinrichtung (13) zwischen diesen Vertikalfahrbahnen verschiebbar
ist.
7. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalfahrbahnen (3) parallel zu einer eine Kabinentüre (10) aufweisenden Kabinenwand
(11) der Aufzugskabine (4) gegeneinander versetzt angeordnet sind.
8. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Horizontalverschiebeeinheit (16) der Kabinentransfereinrichtung (13) entlang
von Horizontalführungen (14, 15) verschiebbar ist, welche parallel zu einer eine Kabinentüre
(10) aufweisenden Kabinenwand in einem Teil eines Aufzugsschachts angeordnet sind,
der nicht durch die vertikal und horizontal bewegte Aufzugskabine beansprucht ist.
9. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugskabine zwei einander gegenüber liegende Kabinenwände (11) mit je einer
Kabinentüre (10) aufweist und die Vertikalfahrbahnen (3) rechtwinklig zu diesen Kabinenwänden
gegen einander versetzt angeordnet sind.
10. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kabinentransfereinrichtungen (13) vorhanden sind, die auf unterschiedlichen
Niveaus so angeordnet sind, dass die in ihren Horizontalverschiebeeinheiten (16) integrierten
Führungsschienenstücke (18) verschiebbare Endabschnitte oder Zwischenabschnitte von
Vertikalführungsschienen (5) von zwei oder mehreren Vertikalfahrbahnen (3) bilden
können.
11. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vertikalfahrbahn (3) mit einem Kabinenantriebssystem (7; 7.2) ausgerüstet ist,
das ein sich entlang der Vertikalfahrbahn (3) bewegbares und anhaltbares flexibles
Tragmittel (8) umfasst, wobei die Aufzugskabine (4) eine steuerbare Kopplungseinrichtung
(40) aufweist, mit welcher die Aufzugskabine an das Tragmittel angekoppelt bzw. von
diesem abgekoppelt werden kann.
12. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragmittel (8) und die Kopplungseinrichtung so ausgebildet sind, dass eine Kopplung
zwischen der Aufzugskabine (4) und dem Tragmittel durch Formschluss erfolgt.
13. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragmittel und die Kopplungseinrichtung (40) so ausgebildet sind, dass eine Kopplung
zwischen der Aufzugskabine (4) und dem Tragmittel (8) durch Reibschluss erfolgt.
14. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (7; 7.2) eine Antriebseinheit (43) mit einem drehzahlregelbaren
Elektromotor umfasst, wobei der Elektromotor eine auf das Tragmittel wirkende Treibscheibe
(41) bzw. Treibwelle antreibt, die einen Wirkdurchmesser von weniger als 100 mm, vorzugsweise
von weniger als 80 mm aufweist.
15. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (7; 7.2) zwei parallel angeordnete flexible Tragmittel (8) umfasst.
16. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (7; 7.2) eine obere und eine untere Antriebseinheit (43) umfasst,
die synchron steuerbar und regelbar sind und gemeinsam auf das bzw. die Tragmittel
(8) des Antriebssystems wirken.
17. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bzw. die Tragmittel (8) des Antriebssystems (7; 7.2) als Drahtseil, Flachriemen,
Keilrippenriemen oder Zahnriemen ausgebildet ist bzw. sind.
18. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Reibschluss wirkende Kopplungseinrichtung (40) eine Klemmvorrichtung (45)
umfasst, die aus dem Bereich der Tragmittel (8) herausfahrbar ist, um einen Horizontaltransfer
der Aufzugskabine (4) zu ermöglichen.
19. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (7; 7.2) ohne Gegengewicht arbeitet.
20. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (7; 7.2) einen Antriebsregler umfasst, der bei einer Abwärtsfahrt
einer Aufzugskabine (4) die generierte Energie ins Stromnetz einspeist oder in einem
Kondensator oder einem Akkumulator speichert.
21. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vertikalfahrbahn (3) mit zwei oder mehreren parallel zueinander angeordneten
Antriebssystemen (7; 7.2) ausgerüstet ist, damit gleichzeitig zwei oder mehrere Aufzugskabinen
(4) auf dieser Vertikalfahrbahn fahren können, wobei die Aufzugskabinen zwei oder
mehrere steuerbare Kopplungseinrichtungen (40) aufweisen, mit welchen die Aufzugskabinen
an ein momentan zugeordnetes, separat steuerbares Antriebssystem (7; 7.2) angekoppelt
werden können.
22. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entlang einer Vertikalfahrbahn (3) ein Codemassstab mit Absolutcodierung angeordnet
ist, wobei jeder Aufzugskabine (4) eine Codeleseeinrichtung zugeordnet ist, die mittels
brührungsfrei funktionierender Detektoren kontinuierlich Information über die Position
der Aufzugskabine vom Codemasstab abliest.
23. Aufzugssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Aufzugskabine ein Drehgeber angebracht ist, der durch ein auf der Vertikalführungsschiene
(5) bzw. auf einem Führungsschienenabschnitt (18) einer Horizontalverschiebeeinheit
(16) abrollendes Reibrad angetrieben wird, wobei der Drehgeber Information über die
momentane Fahrgeschwindigkeit an ein Überwachungsgerät liefert.
24. Aufzugssystem nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsgerät die Fahrgeschwindigkeit und/oder die momentane Beschleunigung
der Aufzugskabine (4) anhand der vom Drehgeber übermittelten Information wie auch
durch laufende Differenzierung des aus der Positionsinformation ermittelten Verfahrwegs
redundant überwacht und bei detektierter Überschreitung einer Geschwindigkeitslimite
bzw. einer Beschleunigungslimite die steuerbare Bremseinrichtung (20) als Fangbremse
aktiviert.
25. Verfahren zum Betreiben eines Aufzugssystems, insbesondere nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, bei welchem eine Aufzugskabine (4) entlang einer eine Vertikalführungsschiene
(5) umfassenden Vertikalfahrbahn (3) verfahren und mit Hilfe einer Kabinentransfereinrichtung
(13) horizontal verschoben wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Horizontalverschieben die Aufzugskabine (4) auf ein in einer Horizontalverschiebeeinheit
(16) der Kabinentransfereinrichtung (13) integriertes Führungsschienenstück (18) gefahren
wird, welches in einer Übergabeposition der Horizontalverschiebeeinheit (16) einen
horizontal verschiebbaren Abschnitt der Vertikalführungsschiene (5) der Vertikalfahrbahn
(3) bildet.
26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugskabine (4) eine Bremseinrichtung (20) umfasst, mit welcher die Aufzugskabine
zum Horizontalverschieben an dem in der Horizontalverschiebeeinheit (16) integrierten
Führungsschienenstück (18) fixiert wird.
27. Aufzugssystem, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 24, bei welchem eine Aufzugskabine
(4) in Vertikalrichtung wie auch in Horizontalrichtung verfahrbar ist.