(19)
(11) EP 2 072 792 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.06.2009  Patentblatt  2009/26

(21) Anmeldenummer: 08105824.0

(22) Anmeldetag:  19.11.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F02D 41/38(2006.01)
F02M 63/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 17.12.2007 DE 102007060634

(71) Anmelder: Robert Bosch GmbH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Joos, Klaus
    74399, Walheim (DE)
  • Wolber, Jens
    70839, Gerlingen (DE)
  • Hollmann, Timm
    71726, Benningen A.N. (DE)
  • Kuempel, Joerg
    70567, Stuttgart (DE)
  • Schenk, Peter
    71640, Ludwigsburg (DE)

   


(54) Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung in einem Kraftfahrzeug, bei dem Kraftstoff mindestens zeitweise gleichzeitig von mindestens zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen in mindestens eine Kraftstoffsammelleitung gefördert wird. Im normalen Betrieb der Brennkraftmaschine wird abhängig von mindestens einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine eine Förderung von Kraftstoff mittels einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein- und/oder ausgeschaltet.




Beschreibung

Stand der Technik



[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine in Kraftfahrzeugen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Außerdem ist Gegenstand der Erfindung eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung, ein Computerprogramm und eine Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung nach den Oberbegriffen der nebengeordneten Patentansprüche.

[0002] Aus der EP 1 282 771 B1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung bekannt, bei dem zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen jeweils einer Kraftstoffsammelleitung zugeordnet sind. Beide Kraftstoffsammelleitungen sind hydraulisch miteinander verbunden. Über einen gemeinsamen Druckregelkreis werden beide Kraftstoff-Hochdruckpumpen unabhängig voneinander angesteuert. Die Kraftstoff-Hochdruckpumpen sind im laufenden Betrieb der Brennkraftmaschine ununterbrochen im Einsatz. Während des Betriebs wird durch eine einfache Diagnosefunktion der Verlauf des in der Kraftstoffsammeleitung herrschenden Drucks überwacht.

Offenbarung der Erfindung



[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangsgenannten Art zu schaffen bzw. weiterzuentwickeln, bei dem die Brennkraftmaschine zuverlässig arbeitet und mit geringem Kostenaufwand ein kraftstoffsparender und emissionsarmer Betrieb gewährleistet wird.

[0004] Zur Lösung der Aufgabe wird ausgehend von dem Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass im normalen Betrieb der Brennkraftmaschine abhängig von mindestens einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine eine Förderung von Kraftstoff mittels einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein- und/oder ausgeschaltet wird. Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Brennkraftmaschine eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung mit einem Computerprogramm umfasst, das zur Anwendung des beschriebenen Verfahrens programmiert ist.

[0005] Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, dass Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine und des gesamten Kraftfahrzeugs im normalen Betrieb, also im Wesentlichen nicht während einer Startphase der Brennkraftmaschine, ausgewertet werden und dabei die Notwendigkeit eines Betriebs von allen zur Verfügung stehenden Kraftstoff-Hochdruckpumpen überprüft wird. Lässt eine bestimmte Fahrweise des Fahrers des Kraftfahrzeugs bzw. ein bestimmter Straßenverlauf es zu, dass der nötige Druck in der Kraftstoffsammelleitung auch durch weniger Kraftstoff-Hochdruckpumpen gehalten werden kann, so werden nicht benötigte Kraftstoff-Hochdruckpumpen temporär abgeschaltet. Es wird also sichergestellt, dass nur die mindestens notwendige Anzahl von Kraftstoff-Hochdruckpumpen, die einen aktuell benötigten Kraftstoffbedarf decken, wirklich betrieben werden. Eine einwandfreie und zuverlässige Funktion der Brennkraftmaschine muss selbstverständlich immer gewährleistet sein. Durch laufende Überprüfungen der Betriebsgrößen wird erkannt, wann Kraftstoff-Hochdruckpumpen wieder zugeschaltet werden müssen.

[0006] Durch das vorgeschlagene Verfahren wird somit eine Absenkung des Kraftstoffverbrauchs in einem Teillastbereich möglich, da mechanische und elektrische Leistung, die von den Kraftstoff-Hochdruckpumpen und elektronischen Leistungsendstufen verbraucht wird, aber letztendlich von der Brennkraftmaschine geleistet werden muss, minimiert wird. Bei einer Anordnung mit bspw. zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen kann beim Abschalten von einer Pumpe fast die Hälfte der einzusetzenden Leistung für die Bereitstellung des nötigen Drucks in der Kraftstoffsammelleitung gespart werden. Dies kann bspw. in einem NEFZ- (Neuer Europäischer Fahrzyklus) Test, bei dem nach einer EG-Richtlinie unter festgelegten Bedingungen ein standardisierter Fahrzyklus festlegt ist, nachgewiesen werden. Außerdem werden damit auch die gesetzlichen Forderungen nach Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und Verbesserung der Emissionswerte beim Fahren des Kraftfahrzeugs erfüllt.

[0007] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Betriebsgröße ein Druck in der Kraftstoffsammelleitung, eine Einspritzart, eine einzuspritzende Kraftstoffmasse, eine Motordrehzahl, eine Drehmomentanforderung, eine Motortemperatur, eine Fahrzeuggeschwindigkeit oder eine verstrichene Zeit nach einem Motorstart ist. Das bedeutet, dass vorteilhafterweise im Wesentlichen alle messbaren betriebsrelevanten Parameter, die einen Einfluss auf die Funktion der Brennkraftmaschine haben können, für die Auswertung herangezogen und in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung bewertet werden. Dadurch kann eine exakte Aussage über die Möglichkeit des Abschaltens einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe getroffen werden, die die zuverlässige Funktion der Brennkraftmaschine weiterhin gewährleistet. Da keine zusätzlichen Vorrichtungen benötigt werden, sondern lediglich das Computerprogramm in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung erweitert wird, stellt die Erfindung eine besonders kostengünstige Ausführungsform dar.

[0008] Vorteilhaft ist auch, dass die Förderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe durch entsprechendes Ansteuern eines Mengensteuerventils ein- und/oder ausgeschaltet wird. D.h. der mechanische Antrieb des Mengensteuerventils bleibt stets unverändert, lediglich wird durch die elektronische Ansteuerung die Arbeitsweise des Mengensteuerventils verändert. Das Abschalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe bedeutet demnach, dass das Mengensteuerventil im "Leerlauf" arbeitet, also kein Kraftstoff unter Hochdruck in die Kraftstoffsammelleitung fördert. Dieser Leerlauf bewirkt, dass einerseits von einer elektronischen Leistungsstufe, die das Mengensteuerventil elektronisch bedient, kaum elektrische Leistung angefordert wird, andererseits hat eine mechanische Antriebswelle zur mechanischen Betätigung des Mengensteuerventils kaum mechanischen Widerstand zu überwinden. Das bedeutet, dass die benötigte elektrische und mechanische Leistung ganz erheblich reduziert wird. Zum Einschalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe muss lediglich die elektronische Ansteuerung des Mengensteuerventils geändert werden.

[0009] Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Verfahren, wenn mehrere Kraftstoffsammelleitungen hydraulisch miteinander verbunden werden. Jeder Kraftstoffsammelleitung ist bekanntermaßen mindestens eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe zugeordnet. Dies geschieht deswegen, um bei Volllast den Bedarf des Motors zu decken und um ein günstigeres Pulsationsmuster des Raildrucks zu erreichen. Sind mehrere Kraftstoffsammelleitungen hydraulisch miteinander verbunden, bietet sich jedoch die Möglichkeit, dass auch eine geringere Anzahl von Kraftstoff-Hochdruckpumpen den benötigten Druck in der zusammengeschalteten Kraftstoffsammelleitung zumindest in einem Teillastbereich liefert. Ein temporäres Abschalten von Kraftstoff-Hochdruckpumpen zur Reduzierung des Leistungsbedarfs ist in dieser Ausführungsform besonders sinnvoll.

[0010] Ferner wird vorgeschlagen, dass bei der Förderung durch lediglich eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe eine Diagnose dieser Kraftstoff-Hochdruckpumpe durchgeführt wird. In dem Fall, dass durch Auswertung der Betriebsgrößen von der Steuer- und/oder Regeleinrichtung entschieden wurde, dass der Betrieb mit nur einer einzigen Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein zuverlässiges Betreiben der Brennkraftmaschine gewährleistet, kann die Steuer- und/oder Regeleinrichtung bspw. wiederum durch Auswerten der Betriebsgrößen und einem festgehaltenen Zeitraum zur letzten Diagnose, die Diagnose auf ein fehlerhaftes Verhalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe starten. Bei erkanntem Fehler kann dann eindeutig eine definierte Kraftstoff-Hochdruckpumpe diagnostiziert werden (Pinpointing). Das erhöht vorteilhafterweise die Diagnoseschärfe.

[0011] Dazu wird weiter vorgeschlagen, dass abhängig von dem Diagnoseergebnis Maßnahmen eingeleitet werden. Nach einem diagnostizierten Fehler sind unterschiedliche Maßnahmen denkbar. Sie sollten aufgrund der vorliegenden Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine und vorliegenden Erfahrungswerten von der Steuer- und/oder Regeleinrichtung festgelegt werden. So ist es bspw. möglich, dass die fehlerhafte Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgeschaltet wird, dafür eine andere Kraftstoff-Hochdruckpumpe eingeschaltet wird. Die fehlerhafte Kraftstoff-Hochdruckpumpe kann in einem Speicherelement der Steuer- und/oder Regeleinrichtung als "nicht betreibbar" gekennzeichnet werden, d.h. sie kann bis zu einer Reparatur durch die Steuer- und/oder Regeleinrichtung nicht mehr zugeschaltet werden. Das Diagnoseergebnis kann darüber hinaus bspw. in einer Onboard-Diagnoseeinrichtung abgespeichert werden. Ist eine fehlerhafte Kraftstoff-Hochdruckpumpe erkannt worden, kann weiterhin eine Warnleuchte an einem Armaturenbrett des Kraftfahrzeugs aktiviert werden, die den Fahrer des Kraftfahrzeugs auf eine gemäßigte Fahrweise und zu einem schnellstmöglichen Aufsuchen einer Werkstatt hinweist.

[0012] Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Förderung abwechselnd bei einer und bei einer anderen der Kraftstoff-Hochdruckpumpen aus- und eingeschaltet wird. In Verbindung mit der Diagnosedurchführung können dabei vorteilhafterweise aufeinander folgend alle Kraftstoff-Hochdruckpumpen aktiviert und anschließend diagnostiziert werden. So können bei einem Diagnosevorgang alle zur Verfügung stehenden Kraftstoff-Hochdruckpumpen geprüft werden.

[0013] Ein weiterer Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens ist der, dass abhängig von einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine ein Ausschalten der Förderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe gesperrt wird. Damit wird bspw. verhindert, dass während kritischer Betriebsphasen der Brennkraftmaschine, bspw. der Startphase eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgeschaltet wird. Außerdem ist - wie bereits oben erwähnt - eine Sperrung bei einer als fehlerhaft diagnostizierten Kraftstoff-Hochdruckpumpe u.U. sinnvoll.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen



[0014] Nachfolgend wird anhand von Figuren ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1
eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine;
Figur 2
ein Flussdiagramm zum Routineablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens; und
Figur 3
ein Flussdiagramm zum Diagnoseablauf.

Ausführungsformen der Erfindung



[0015] Figur 1 zeigt eine Brennkraftmaschine, die in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist. Die Brennkraftmaschine 10 stellt vorzugsweise einen 4-Takt Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung (BDE) dar, ein Dieselmotor mit Direkteinspritzung ist jedoch auch denkbar.

[0016] Die Brennkraftmaschine umfasst zwei Hochdrucksammelleitungen 12, auch Common Rail oder kurz Rail genannt, an denen jeweils vier Kraftstoff-Einspritzeinrichtungen 14 angeschlossen sind. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist jeweils nur eine Kraftstoff-Einspritzeinrichtung mit dem Bezugszeichen 14 versehen. Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen 14 spritzen Kraftstoff in einen Brennraum 16 der Brennkraftmaschine 10. Auch hier ist nur einer der Brennräume mit dem Bezugszeichen 16 versehen. Die Brennkraftmaschine 10 besteht also aus zwei Blöcken mit jeweils einem Rail 12, vier Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen 14 und vier Brennräumen 16, wie sie bspw. in einem 8-Zylinder V-Motor oder Boxermotor angeordnet sein könnten. Die Temperaturen der Brennräume 16 werden durch Temperatursensoren 18 gemessen. Im Betrieb der Brennkraftmaschine wird eine Kurbelwelle 20, die hier lediglich symbolisch dargestellt ist, in Drehung versetzt, wobei eine Kurbelwellendrehzahl mit einem Sensor 22 gemessen wird.

[0017] Beide Rails 12 sind hydraulisch mit einer Verbindungsleitung 24 verbunden. Im dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel ist nur eine Verbindungsleitung 24 zwischen den beiden Rails 12 ausgeführt. Um aber bspw. eine Vergrößerung des Querschnittes der Verbindungsleitung 24 zu erreichen, ist auch die Anordnung mehrerer solcher Verbindungsleitungen, über das gesamte Rail 12 verteilt, möglich. Ein Raildruck wird über einen Drucksensor 26 gemessen.

[0018] Jeder der beiden Rails 12 ist eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe (HDP) 28 vorgeschaltet, die Kraftstoff unter hohem Druck (unterschiedlich zwischen Benzin- und Dieselmotor) in das Rail 12 fördert. Die geförderte Kraftstoffmenge ist mengengesteuert und wird deshalb von einem Mengensteuerventil 30, das in der HDP 28 integriert ist, eingestellt. Dieses ist in seiner Ruhestellung in der Weise geöffnet, dass die Auslassseite mit der Einlassseite verbunden ist und Kraftstoff weitgehend drucklos zur Einlassseite zurückgefördert wird (bei Leerlauf bzw. Nullförderung). Über eine elektromagnetische Einrichtung 32 kann diese Verbindung zur Einlassseite geschlossen werden und Kraftstoff strömt dann unter hohem Druck aus der Auslassseite heraus in das Rail 12. Jede dieser elektromagnetischen Einrichtungen 32 werden über zugeordnete Leistungsendstufen 34, die vorzugsweise in einer Steuereinrichtung 36 zur Steuerung der Brennkraftmaschine 10 integriert sind, bedient.

[0019] Die Steuereinrichtung 36 umfasst darüber hinaus ein Computerprogramm, das die Abläufe innerhalb der Brennkraftmaschine 10 steuert. Dazu werden Messwerte des Temperatursensors 18, des Sensors zur Ermittlung der Kurbelwellendrehzahl (Motordrehzahl) 22, des Drucksensors 26 an der Kraftstoffsammeleitung 12, eines Sensors 38 zur Ermittlung der Fahrzeuggeschwindigkeit und eines Sensors 40 zur Ermittlung einer Gaspedalstellung in der Steuereinrichtung 36 ausgewertet. Die Steuereinrichtung 36 ermittelt daraus unter Zuhilfenahme noch weiterer Parameter (hier nicht aufgeführt) bspw. die einzuspritzende Kraftstoffmasse 42 durch die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 14 und die Gegebenheit zur Ab- oder Zuschaltung einer HDP 28, bzw. die Erfordernis einer Diagnose der HDP 28.

[0020] Ein möglicher Ablauf des in der Steuereinrichtung 36 ablaufenden Computerprogramms für das bevorzugte Ausführungsbeispiel ist einem Flussdiagramm für den Routineablauf in Figur 2 und für den Diagnoseablauf in Figur 3 dargestellt. Konnektor A in Figur 2 stellt den Startpunkt für die Ermittlung der Möglichkeit des Ab- oder Zuschaltens einer HDP 28 dar, d.h. es sind entweder beide HDPs 28 oder nur eine HDP 28 aktuell in Betrieb (Ausgangsvoraussetzung). In Schritt 100 ermittelt die Steuereinrichtung 36, ob auf Grund der bewerteten Betriebsgrößen eine Routineuntersuchung gestartet werden soll. Ist dies der Fall, wird in Schritt 110 überprüft, ob aus einer vorhergegangenen Diagnose eine fehlerhafte und damit nicht zuschaltbare HDP 28 diagnostiziert wurde ("Error-Flag" gesetzt). Ist dies der Fall, wird keine neue Routineuntersuchung gestartet, da die nicht als fehlerhaft diagnostizierte HDP 28 den gesamten Betrieb bis zu einer Reparatur allein übernehmen muss. Ist kein "Error-Flag" gesetzt kann, der eigentliche Routineablauf beginnen.

[0021] Dazu wird in Schritt 120 die aktuelle Einspritzmasse 42 für die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung(en) 14 ermittelt. In Schritt 130 wird erkannt, ob unter Berücksichtigung der vorhandenen, aktuellen Betriebsgrößen die aktuelle Einspritzmasse 42 unter einem in der Steuereinrichtung 36 festgelegten Grenzwert liegt. Ist dies der Fall und es laufen beide HDPs 28 (Schritt 140) wird eine HDP 28 abgeschaltet (Schritt 150). Die Steuereinrichtung entscheidet nun auf Grund der vorhandenen Betriebsgrößen, ob eine Diagnose der allein in Betrieb befindlichen HDP 28 (Schritt 160) gestartet werden soll (Der Diagnoseablauf - Konnektor B - wird ausführlich in Figur 3 beschrieben). Wird keine Diagnose gestartet, springt die Routineprozedur auf den Beginn des Routineablaufs zu Konnektor A.

[0022] Wird in der Abfrage 130 erkannt, dass die aktuelle Einspritzmasse 42 über einem in der Steuereinrichtung 36 festgelegten Grenzwert liegt, so wird überprüft, ob beide HDPs 28 bereits in Betrieb sind (Schritt 170) oder eine zuvor abgeschaltete HDP 28 wieder in Betrieb genommen werden muss (Schritt 180).

[0023] Konnektor B in Figur 3 stellt den Beginn des Diagnoseablaufs dar. Voraussetzung dazu ist, dass nur eine HDP 28 in Betrieb ist, was im Routineablauf sichergestellt wird. Dazu wird zunächst in Schritt 200 der Druck in der Hochdrucksammelleitung 12 (gemessen durch den Drucksensor 26) mit einem in der Steuereinrichtung ermittelten Vergleichswert verglichen. Liegt der gemessene Druck - unter Berücksichtigung von vorgegebenen Toleranzen - unter dem Vergleichswert, so arbeitet die HDP 28 fehlerhaft. Es wird daraufhin in Schritt 210 auf die zweite HDP 28 umgeschaltet. Dies geschieht unter der Voraussetzung, dass in der Vergangenheit zuverlässige Diagnoseprüfungen der HDPs 28 durchgeführt wurden und dass damit mit hoher Sicherheit die zweite HDP 28 als voll funktionsfähig angesehen werden kann. Anschließend wird die fehlerhafte HDP 28 einer Onboard-Diagnose Einrichtung gemeldet, die das Fehlverhalten in einem Fehlerspeicher speichert. Zusätzlich wird eine Warnleuchte an einem Armaturenbrett des Kraftfahrzeugs aktiviert, die den Fahrer auf eine gemäßigte Fahrweise und einen schnellstmöglichen Besuch einer Kfz-Werkstatt hinweist. (Schritt 220). Andere Warnhinweise und Aktivitäten sind durchaus denkbar. Es sollte auf jeden Fall verhindert werden, dass die Brennkraftmaschine 10 durch den geringen Druck in der Hochdrucksammelleitung 12 einen Schaden davontragen kann. Weiterhin wird in Schritt 230 in einem Speicher der Steuereinrichtung 36 das "Error-Flag" gesetzt, das das Computerprogramm darauf hinweist, dass eine HDP 28 defekt ist und damit nur eine HDP 28 betriebsbereit ist. Dieses "Error-Flag" muss selbstverständlich nach der Reparatur der HDP 28 zurückgesetzt werden.

[0024] Wird in Schritt 200 kein Druckabfall in der Hochdrucksammelleitung 12 erkannt, so wird ermittelt, ob die nicht diagnostizierte HDP 28 zuvor geprüft wurde (Schritt 240). Ist die HDP 28 nicht geprüft worden, so wird auf diese HDP 28 umgeschaltet (Schritt 250) und auch für diese HDP 28 eine Diagnose gestartet (Konnektor B). Im anderen Fall wird der Diagnoseablauf beendet und das Computerprogramm springt wieder zu Konnektor A. Nach Abschluss des Diagnoseablaufs sind somit alle vorhandenen HDPs überprüft.


Ansprüche

1. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung in einem Kraftfahrzeug, bei dem Kraftstoff mindestens zeitweise gleichzeitig von mindestens zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen in mindestens eine Kraftstoffsammelleitung gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass im normalen Betrieb der Brennkraftmaschine abhängig von mindestens einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine eine Förderung von Kraftstoff mittels einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein- und/oder ausgeschaltet wird.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsgröße ein Druck in der Kraftstoffsammelleitung, eine Einspritzart, eine einzuspritzende Kraftstoffmasse, eine Motordrehzahl, eine Drehmomentanforderung, eine Motortemperatur, eine Fahrzeuggeschwindigkeit oder eine verstrichene Zeit nach einem Motorstart ist.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderung der Kraftstoff Hochdruckpumpe durch entsprechendes Ansteuern eines Mengensteuerventils ein- und/oder ausgeschaltet wird.
 
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kraftstoffsammelleitungen hydraulisch miteinander verbunden werden.
 
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Förderung durch lediglich eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe eine Diagnose dieser Kraftstoff-Hochdruckpumpe durchgeführt wird.
 
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von dem Diagnoseergebnis Maßnahmen eingeleitet werden.
 
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderung abwechselnd bei einer und bei einer anderen der Kraftstoff-Hochdruckpumpen aus- und eingeschaltet wird.
 
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine ein Ausschalten der Förderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe gesperrt wird.
 
9. Steuer- und/oder Regeleinrichtung für eine Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.
 
10. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.
 
11. Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung in einem Kraftfahrzeug mit mindestens zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen und mindestens einer Kraftstoffsammelleitung, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung umfasst, welche zur Anwendung in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.
 




Zeichnung














Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente