Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine in Kraftfahrzeugen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Außerdem ist Gegenstand der Erfindung eine Steuer-
und/oder Regeleinrichtung, ein Computerprogramm und eine Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung
nach den Oberbegriffen der nebengeordneten Patentansprüche.
[0002] Aus der
EP 1 282 771 B1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung bekannt,
bei dem zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen jeweils einer Kraftstoffsammelleitung zugeordnet
sind. Beide Kraftstoffsammelleitungen sind hydraulisch miteinander verbunden. Über
einen gemeinsamen Druckregelkreis werden beide Kraftstoff-Hochdruckpumpen unabhängig
voneinander angesteuert. Die Kraftstoff-Hochdruckpumpen sind im laufenden Betrieb
der Brennkraftmaschine ununterbrochen im Einsatz. Während des Betriebs wird durch
eine einfache Diagnosefunktion der Verlauf des in der Kraftstoffsammeleitung herrschenden
Drucks überwacht.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangsgenannten Art zu schaffen
bzw. weiterzuentwickeln, bei dem die Brennkraftmaschine zuverlässig arbeitet und mit
geringem Kostenaufwand ein kraftstoffsparender und emissionsarmer Betrieb gewährleistet
wird.
[0004] Zur Lösung der Aufgabe wird ausgehend von dem Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine
der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass im normalen Betrieb der Brennkraftmaschine
abhängig von mindestens einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine eine Förderung
von Kraftstoff mittels einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein- und/oder ausgeschaltet
wird. Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Brennkraftmaschine eine Steuer- und/oder
Regeleinrichtung mit einem Computerprogramm umfasst, das zur Anwendung des beschriebenen
Verfahrens programmiert ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, dass Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine
und des gesamten Kraftfahrzeugs im normalen Betrieb, also im Wesentlichen nicht während
einer Startphase der Brennkraftmaschine, ausgewertet werden und dabei die Notwendigkeit
eines Betriebs von allen zur Verfügung stehenden Kraftstoff-Hochdruckpumpen überprüft
wird. Lässt eine bestimmte Fahrweise des Fahrers des Kraftfahrzeugs bzw. ein bestimmter
Straßenverlauf es zu, dass der nötige Druck in der Kraftstoffsammelleitung auch durch
weniger Kraftstoff-Hochdruckpumpen gehalten werden kann, so werden nicht benötigte
Kraftstoff-Hochdruckpumpen temporär abgeschaltet. Es wird also sichergestellt, dass
nur die mindestens notwendige Anzahl von Kraftstoff-Hochdruckpumpen, die einen aktuell
benötigten Kraftstoffbedarf decken, wirklich betrieben werden. Eine einwandfreie und
zuverlässige Funktion der Brennkraftmaschine muss selbstverständlich immer gewährleistet
sein. Durch laufende Überprüfungen der Betriebsgrößen wird erkannt, wann Kraftstoff-Hochdruckpumpen
wieder zugeschaltet werden müssen.
[0006] Durch das vorgeschlagene Verfahren wird somit eine Absenkung des Kraftstoffverbrauchs
in einem Teillastbereich möglich, da mechanische und elektrische Leistung, die von
den Kraftstoff-Hochdruckpumpen und elektronischen Leistungsendstufen verbraucht wird,
aber letztendlich von der Brennkraftmaschine geleistet werden muss, minimiert wird.
Bei einer Anordnung mit bspw. zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen kann beim Abschalten
von einer Pumpe fast die Hälfte der einzusetzenden Leistung für die Bereitstellung
des nötigen Drucks in der Kraftstoffsammelleitung gespart werden. Dies kann bspw.
in einem NEFZ- (Neuer Europäischer Fahrzyklus) Test, bei dem nach einer EG-Richtlinie
unter festgelegten Bedingungen ein standardisierter Fahrzyklus festlegt ist, nachgewiesen
werden. Außerdem werden damit auch die gesetzlichen Forderungen nach Verringerung
des Kraftstoffverbrauchs und Verbesserung der Emissionswerte beim Fahren des Kraftfahrzeugs
erfüllt.
[0007] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Betriebsgröße ein Druck in der Kraftstoffsammelleitung,
eine Einspritzart, eine einzuspritzende Kraftstoffmasse, eine Motordrehzahl, eine
Drehmomentanforderung, eine Motortemperatur, eine Fahrzeuggeschwindigkeit oder eine
verstrichene Zeit nach einem Motorstart ist. Das bedeutet, dass vorteilhafterweise
im Wesentlichen alle messbaren betriebsrelevanten Parameter, die einen Einfluss auf
die Funktion der Brennkraftmaschine haben können, für die Auswertung herangezogen
und in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung bewertet werden. Dadurch kann eine exakte
Aussage über die Möglichkeit des Abschaltens einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe getroffen
werden, die die zuverlässige Funktion der Brennkraftmaschine weiterhin gewährleistet.
Da keine zusätzlichen Vorrichtungen benötigt werden, sondern lediglich das Computerprogramm
in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung erweitert wird, stellt die Erfindung eine
besonders kostengünstige Ausführungsform dar.
[0008] Vorteilhaft ist auch, dass die Förderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe durch entsprechendes
Ansteuern eines Mengensteuerventils ein- und/oder ausgeschaltet wird. D.h. der mechanische
Antrieb des Mengensteuerventils bleibt stets unverändert, lediglich wird durch die
elektronische Ansteuerung die Arbeitsweise des Mengensteuerventils verändert. Das
Abschalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe bedeutet demnach, dass das Mengensteuerventil
im "Leerlauf" arbeitet, also kein Kraftstoff unter Hochdruck in die Kraftstoffsammelleitung
fördert. Dieser Leerlauf bewirkt, dass einerseits von einer elektronischen Leistungsstufe,
die das Mengensteuerventil elektronisch bedient, kaum elektrische Leistung angefordert
wird, andererseits hat eine mechanische Antriebswelle zur mechanischen Betätigung
des Mengensteuerventils kaum mechanischen Widerstand zu überwinden. Das bedeutet,
dass die benötigte elektrische und mechanische Leistung ganz erheblich reduziert wird.
Zum Einschalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe muss lediglich die elektronische Ansteuerung
des Mengensteuerventils geändert werden.
[0009] Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Verfahren, wenn mehrere Kraftstoffsammelleitungen
hydraulisch miteinander verbunden werden. Jeder Kraftstoffsammelleitung ist bekanntermaßen
mindestens eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe zugeordnet. Dies geschieht deswegen, um
bei Volllast den Bedarf des Motors zu decken und um ein günstigeres Pulsationsmuster
des Raildrucks zu erreichen. Sind mehrere Kraftstoffsammelleitungen hydraulisch miteinander
verbunden, bietet sich jedoch die Möglichkeit, dass auch eine geringere Anzahl von
Kraftstoff-Hochdruckpumpen den benötigten Druck in der zusammengeschalteten Kraftstoffsammelleitung
zumindest in einem Teillastbereich liefert. Ein temporäres Abschalten von Kraftstoff-Hochdruckpumpen
zur Reduzierung des Leistungsbedarfs ist in dieser Ausführungsform besonders sinnvoll.
[0010] Ferner wird vorgeschlagen, dass bei der Förderung durch lediglich eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe
eine Diagnose dieser Kraftstoff-Hochdruckpumpe durchgeführt wird. In dem Fall, dass
durch Auswertung der Betriebsgrößen von der Steuer- und/oder Regeleinrichtung entschieden
wurde, dass der Betrieb mit nur einer einzigen Kraftstoff-Hochdruckpumpe ein zuverlässiges
Betreiben der Brennkraftmaschine gewährleistet, kann die Steuer- und/oder Regeleinrichtung
bspw. wiederum durch Auswerten der Betriebsgrößen und einem festgehaltenen Zeitraum
zur letzten Diagnose, die Diagnose auf ein fehlerhaftes Verhalten der Kraftstoff-Hochdruckpumpe
starten. Bei erkanntem Fehler kann dann eindeutig eine definierte Kraftstoff-Hochdruckpumpe
diagnostiziert werden (Pinpointing). Das erhöht vorteilhafterweise die Diagnoseschärfe.
[0011] Dazu wird weiter vorgeschlagen, dass abhängig von dem Diagnoseergebnis Maßnahmen
eingeleitet werden. Nach einem diagnostizierten Fehler sind unterschiedliche Maßnahmen
denkbar. Sie sollten aufgrund der vorliegenden Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine
und vorliegenden Erfahrungswerten von der Steuer- und/oder Regeleinrichtung festgelegt
werden. So ist es bspw. möglich, dass die fehlerhafte Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgeschaltet
wird, dafür eine andere Kraftstoff-Hochdruckpumpe eingeschaltet wird. Die fehlerhafte
Kraftstoff-Hochdruckpumpe kann in einem Speicherelement der Steuer- und/oder Regeleinrichtung
als "nicht betreibbar" gekennzeichnet werden, d.h. sie kann bis zu einer Reparatur
durch die Steuer- und/oder Regeleinrichtung nicht mehr zugeschaltet werden. Das Diagnoseergebnis
kann darüber hinaus bspw. in einer Onboard-Diagnoseeinrichtung abgespeichert werden.
Ist eine fehlerhafte Kraftstoff-Hochdruckpumpe erkannt worden, kann weiterhin eine
Warnleuchte an einem Armaturenbrett des Kraftfahrzeugs aktiviert werden, die den Fahrer
des Kraftfahrzeugs auf eine gemäßigte Fahrweise und zu einem schnellstmöglichen Aufsuchen
einer Werkstatt hinweist.
[0012] Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Förderung abwechselnd bei einer und bei einer
anderen der Kraftstoff-Hochdruckpumpen aus- und eingeschaltet wird. In Verbindung
mit der Diagnosedurchführung können dabei vorteilhafterweise aufeinander folgend alle
Kraftstoff-Hochdruckpumpen aktiviert und anschließend diagnostiziert werden. So können
bei einem Diagnosevorgang alle zur Verfügung stehenden Kraftstoff-Hochdruckpumpen
geprüft werden.
[0013] Ein weiterer Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens ist der, dass abhängig von einer
Betriebsgröße der Brennkraftmaschine ein Ausschalten der Förderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe
gesperrt wird. Damit wird bspw. verhindert, dass während kritischer Betriebsphasen
der Brennkraftmaschine, bspw. der Startphase eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgeschaltet
wird. Außerdem ist - wie bereits oben erwähnt - eine Sperrung bei einer als fehlerhaft
diagnostizierten Kraftstoff-Hochdruckpumpe u.U. sinnvoll.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0014] Nachfolgend wird anhand von Figuren ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine;
- Figur 2
- ein Flussdiagramm zum Routineablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens; und
- Figur 3
- ein Flussdiagramm zum Diagnoseablauf.
Ausführungsformen der Erfindung
[0015] Figur 1 zeigt eine Brennkraftmaschine, die in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen
10 bezeichnet ist. Die Brennkraftmaschine 10 stellt vorzugsweise einen 4-Takt Ottomotor
mit Benzindirekteinspritzung (BDE) dar, ein Dieselmotor mit Direkteinspritzung ist
jedoch auch denkbar.
[0016] Die Brennkraftmaschine umfasst zwei Hochdrucksammelleitungen 12, auch Common Rail
oder kurz Rail genannt, an denen jeweils vier Kraftstoff-Einspritzeinrichtungen 14
angeschlossen sind. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist jeweils nur eine Kraftstoff-Einspritzeinrichtung
mit dem Bezugszeichen 14 versehen. Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen 14 spritzen
Kraftstoff in einen Brennraum 16 der Brennkraftmaschine 10. Auch hier ist nur einer
der Brennräume mit dem Bezugszeichen 16 versehen. Die Brennkraftmaschine 10 besteht
also aus zwei Blöcken mit jeweils einem Rail 12, vier Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen
14 und vier Brennräumen 16, wie sie bspw. in einem 8-Zylinder V-Motor oder Boxermotor
angeordnet sein könnten. Die Temperaturen der Brennräume 16 werden durch Temperatursensoren
18 gemessen. Im Betrieb der Brennkraftmaschine wird eine Kurbelwelle 20, die hier
lediglich symbolisch dargestellt ist, in Drehung versetzt, wobei eine Kurbelwellendrehzahl
mit einem Sensor 22 gemessen wird.
[0017] Beide Rails 12 sind hydraulisch mit einer Verbindungsleitung 24 verbunden. Im dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiel ist nur eine Verbindungsleitung 24 zwischen den beiden
Rails 12 ausgeführt. Um aber bspw. eine Vergrößerung des Querschnittes der Verbindungsleitung
24 zu erreichen, ist auch die Anordnung mehrerer solcher Verbindungsleitungen, über
das gesamte Rail 12 verteilt, möglich. Ein Raildruck wird über einen Drucksensor 26
gemessen.
[0018] Jeder der beiden Rails 12 ist eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe (HDP) 28 vorgeschaltet,
die Kraftstoff unter hohem Druck (unterschiedlich zwischen Benzin- und Dieselmotor)
in das Rail 12 fördert. Die geförderte Kraftstoffmenge ist mengengesteuert und wird
deshalb von einem Mengensteuerventil 30, das in der HDP 28 integriert ist, eingestellt.
Dieses ist in seiner Ruhestellung in der Weise geöffnet, dass die Auslassseite mit
der Einlassseite verbunden ist und Kraftstoff weitgehend drucklos zur Einlassseite
zurückgefördert wird (bei Leerlauf bzw. Nullförderung). Über eine elektromagnetische
Einrichtung 32 kann diese Verbindung zur Einlassseite geschlossen werden und Kraftstoff
strömt dann unter hohem Druck aus der Auslassseite heraus in das Rail 12. Jede dieser
elektromagnetischen Einrichtungen 32 werden über zugeordnete Leistungsendstufen 34,
die vorzugsweise in einer Steuereinrichtung 36 zur Steuerung der Brennkraftmaschine
10 integriert sind, bedient.
[0019] Die Steuereinrichtung 36 umfasst darüber hinaus ein Computerprogramm, das die Abläufe
innerhalb der Brennkraftmaschine 10 steuert. Dazu werden Messwerte des Temperatursensors
18, des Sensors zur Ermittlung der Kurbelwellendrehzahl (Motordrehzahl) 22, des Drucksensors
26 an der Kraftstoffsammeleitung 12, eines Sensors 38 zur Ermittlung der Fahrzeuggeschwindigkeit
und eines Sensors 40 zur Ermittlung einer Gaspedalstellung in der Steuereinrichtung
36 ausgewertet. Die Steuereinrichtung 36 ermittelt daraus unter Zuhilfenahme noch
weiterer Parameter (hier nicht aufgeführt) bspw. die einzuspritzende Kraftstoffmasse
42 durch die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 14 und die Gegebenheit zur Ab- oder Zuschaltung
einer HDP 28, bzw. die Erfordernis einer Diagnose der HDP 28.
[0020] Ein möglicher Ablauf des in der Steuereinrichtung 36 ablaufenden Computerprogramms
für das bevorzugte Ausführungsbeispiel ist einem Flussdiagramm für den Routineablauf
in Figur 2 und für den Diagnoseablauf in Figur 3 dargestellt. Konnektor A in Figur
2 stellt den Startpunkt für die Ermittlung der Möglichkeit des Ab- oder Zuschaltens
einer HDP 28 dar, d.h. es sind entweder beide HDPs 28 oder nur eine HDP 28 aktuell
in Betrieb (Ausgangsvoraussetzung). In Schritt 100 ermittelt die Steuereinrichtung
36, ob auf Grund der bewerteten Betriebsgrößen eine Routineuntersuchung gestartet
werden soll. Ist dies der Fall, wird in Schritt 110 überprüft, ob aus einer vorhergegangenen
Diagnose eine fehlerhafte und damit nicht zuschaltbare HDP 28 diagnostiziert wurde
("Error-Flag" gesetzt). Ist dies der Fall, wird keine neue Routineuntersuchung gestartet,
da die nicht als fehlerhaft diagnostizierte HDP 28 den gesamten Betrieb bis zu einer
Reparatur allein übernehmen muss. Ist kein "Error-Flag" gesetzt kann, der eigentliche
Routineablauf beginnen.
[0021] Dazu wird in Schritt 120 die aktuelle Einspritzmasse 42 für die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung(en)
14 ermittelt. In Schritt 130 wird erkannt, ob unter Berücksichtigung der vorhandenen,
aktuellen Betriebsgrößen die aktuelle Einspritzmasse 42 unter einem in der Steuereinrichtung
36 festgelegten Grenzwert liegt. Ist dies der Fall und es laufen beide HDPs 28 (Schritt
140) wird eine HDP 28 abgeschaltet (Schritt 150). Die Steuereinrichtung entscheidet
nun auf Grund der vorhandenen Betriebsgrößen, ob eine Diagnose der allein in Betrieb
befindlichen HDP 28 (Schritt 160) gestartet werden soll (Der Diagnoseablauf - Konnektor
B - wird ausführlich in Figur 3 beschrieben). Wird keine Diagnose gestartet, springt
die Routineprozedur auf den Beginn des Routineablaufs zu Konnektor A.
[0022] Wird in der Abfrage 130 erkannt, dass die aktuelle Einspritzmasse 42 über einem in
der Steuereinrichtung 36 festgelegten Grenzwert liegt, so wird überprüft, ob beide
HDPs 28 bereits in Betrieb sind (Schritt 170) oder eine zuvor abgeschaltete HDP 28
wieder in Betrieb genommen werden muss (Schritt 180).
[0023] Konnektor B in Figur 3 stellt den Beginn des Diagnoseablaufs dar. Voraussetzung dazu
ist, dass nur eine HDP 28 in Betrieb ist, was im Routineablauf sichergestellt wird.
Dazu wird zunächst in Schritt 200 der Druck in der Hochdrucksammelleitung 12 (gemessen
durch den Drucksensor 26) mit einem in der Steuereinrichtung ermittelten Vergleichswert
verglichen. Liegt der gemessene Druck - unter Berücksichtigung von vorgegebenen Toleranzen
- unter dem Vergleichswert, so arbeitet die HDP 28 fehlerhaft. Es wird daraufhin in
Schritt 210 auf die zweite HDP 28 umgeschaltet. Dies geschieht unter der Voraussetzung,
dass in der Vergangenheit zuverlässige Diagnoseprüfungen der HDPs 28 durchgeführt
wurden und dass damit mit hoher Sicherheit die zweite HDP 28 als voll funktionsfähig
angesehen werden kann. Anschließend wird die fehlerhafte HDP 28 einer Onboard-Diagnose
Einrichtung gemeldet, die das Fehlverhalten in einem Fehlerspeicher speichert. Zusätzlich
wird eine Warnleuchte an einem Armaturenbrett des Kraftfahrzeugs aktiviert, die den
Fahrer auf eine gemäßigte Fahrweise und einen schnellstmöglichen Besuch einer Kfz-Werkstatt
hinweist. (Schritt 220). Andere Warnhinweise und Aktivitäten sind durchaus denkbar.
Es sollte auf jeden Fall verhindert werden, dass die Brennkraftmaschine 10 durch den
geringen Druck in der Hochdrucksammelleitung 12 einen Schaden davontragen kann. Weiterhin
wird in Schritt 230 in einem Speicher der Steuereinrichtung 36 das "Error-Flag" gesetzt,
das das Computerprogramm darauf hinweist, dass eine HDP 28 defekt ist und damit nur
eine HDP 28 betriebsbereit ist. Dieses "Error-Flag" muss selbstverständlich nach der
Reparatur der HDP 28 zurückgesetzt werden.
[0024] Wird in Schritt 200 kein Druckabfall in der Hochdrucksammelleitung 12 erkannt, so
wird ermittelt, ob die nicht diagnostizierte HDP 28 zuvor geprüft wurde (Schritt 240).
Ist die HDP 28 nicht geprüft worden, so wird auf diese HDP 28 umgeschaltet (Schritt
250) und auch für diese HDP 28 eine Diagnose gestartet (Konnektor B). Im anderen Fall
wird der Diagnoseablauf beendet und das Computerprogramm springt wieder zu Konnektor
A. Nach Abschluss des Diagnoseablaufs sind somit alle vorhandenen HDPs überprüft.
1. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung in einem Kraftfahrzeug,
bei dem Kraftstoff mindestens zeitweise gleichzeitig von mindestens zwei Kraftstoff-Hochdruckpumpen
in mindestens eine Kraftstoffsammelleitung gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass im normalen Betrieb der Brennkraftmaschine abhängig von mindestens einer Betriebsgröße
der Brennkraftmaschine eine Förderung von Kraftstoff mittels einer Kraftstoff-Hochdruckpumpe
ein- und/oder ausgeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsgröße ein Druck in der Kraftstoffsammelleitung, eine Einspritzart, eine
einzuspritzende Kraftstoffmasse, eine Motordrehzahl, eine Drehmomentanforderung, eine
Motortemperatur, eine Fahrzeuggeschwindigkeit oder eine verstrichene Zeit nach einem
Motorstart ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderung der Kraftstoff Hochdruckpumpe durch entsprechendes Ansteuern eines
Mengensteuerventils ein- und/oder ausgeschaltet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kraftstoffsammelleitungen hydraulisch miteinander verbunden werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Förderung durch lediglich eine Kraftstoff-Hochdruckpumpe eine Diagnose dieser
Kraftstoff-Hochdruckpumpe durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von dem Diagnoseergebnis Maßnahmen eingeleitet werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderung abwechselnd bei einer und bei einer anderen der Kraftstoff-Hochdruckpumpen
aus- und eingeschaltet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von einer Betriebsgröße der Brennkraftmaschine ein Ausschalten der Förderung
der Kraftstoff-Hochdruckpumpe gesperrt wird.
9. Steuer- und/oder Regeleinrichtung für eine Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.
10. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.
11. Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung in einem Kraftfahrzeug mit mindestens zwei
Kraftstoff-Hochdruckpumpen und mindestens einer Kraftstoffsammelleitung, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung umfasst, welche zur Anwendung in einem
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 programmiert ist.